DAS WICKED-FORENTREFFEN
2004
Am 31.7. 2004 begab ich mich zusammen
mit meiner Freundin zum diesjährigen Treffen der Mitglieder von "Wicked Vision", einem Forum
für Horrorfilme und allerlei sonst, bei dem ich schon seit
geraumer Zeit ein Unterforum für italienische Exploitationfilme
betreibe. Obwohl ich Zusammenkünfte von Filmfans in der Regel
meide wie die Pest - das Nerdtum grassiert nämlich auch hier, und
Gespräche über Börseninterna langweilen mich zu Tode! -,
hatte ich das letzte Treffen noch in ausgesprochen angenehmer
Erinnerung. Bei unserem Eintreffen in einem angesehenen Bochumer
Filmpalast kamen sofort die bulligen Foren-Rausschmeißer Flame
und StefanK auf uns zu und forderten die Eintrittskarten. Rigoros wurde
jeder Versuch, sich auf unerlaubte Weise einzuschleichen, geahndet und
durch brutales Zusammenstiefeln zunichtegemacht. Nachdem sich das
Grüpplein von ca. 50 handverlesenen Gästen formiert hatte,
begrüßten Webmaster Toxie und der altehrwürdige Jorge
die Meute. Als Horror-d´oeuvre wurden einige vertrackte Trailer
gezeigt, darunter jener zu Andreas Bethmanns neuem Werk ANGEL OF DEATH
2. (Vorher lief bereits ein Musikstück von der Band
Materialschlacht, deren Sänger Fans des Labels X-Rated nicht
unbekannt sein dürfte...) Was soll ich sagen - der Trailer war
blutig! Lina Romay und ihr berühmter Gatte Jess Franco tauchten
darin auf, und Dr. Bertucci fuhrwerkte einer jungen Maid in
gynäkologisch durchaus fragwürdiger Manier zwischen den
Beinen herum... Dann folgte eine Preview zu dem Film KINDER DER NACHT
2, der ambitionierteren Fortsetzung des Zwischenfall-Klassikers von
Heiko Bender, der ebenfalls anwesend war. Obwohl das Beamer-Equipment
des Kinos patzte und einige Tonstörungen hineingurkte, wurde doch
mehr als deutlich, daß man hier deutlich mehr Geld zur
Verfügung hatte und neben Stars wie Kelly Trump, Bela B., Dan van
Husen und Jason Dark auch eine Menge Krawumm zum Einsatz brachte. Man
darf gespannt sein. Als Hauptfilm lief TEARS OF KALI, eine Produktion,
an der das DVD-Label Anolis beteiligt war. Ich war im Vorfeld eher
kritisch, da mir der deutsche Horror-Underground für
gewöhnlich nicht viel gibt, aber was Regisseur Andreas Marschall
hier zusammengebastelt hat, kann sich wirklich sehen lassen. Es handelt
sich bei dem Projekt um einen Episodenfilm, der von den
Aktivitäten einer Poona-artigen Selbsterfahrungs-Sekte handelt,
deren therapeutische Seriösität getrost angezweifelt werden
darf. Mir haben besonders die zweite und die dritte Episode gefallen.
In der zweiten begegnet ein Berliner Skinhead einem
österreichischen Psychologen. Der Glatzenträger will seine
Aggressionen in den Griff bekommen und sich verändern.
Verändern tut er sich dann auch, aber auf eine Weise, die er nicht
erwartet hätte... Eine ruhige Geschichte, die mit einem gewaltigen
Tritt in die Zwölf endet! Episode 3 serviert uns Matthieu
Carrière als Wunderheiler, der anfängt, am Sinn seines Tuns
zu zweifeln. Auch ihn erreicht der Bannstrahl der diabolischen Sekte.
Ziemlich unheimlich. In der Rahmenhandlung taucht neben dem
Ex-Italowestern-Star Peter Martell auch die hübsche Anja Gebel
auf, die sehr anschaulich demonstriert, daß Lidschatten nichts
bringt, wenn man einem Satan in Menschengestalt aufsitzt... Frau Gebel
adelte das Treffen eine ganze Weile durch ihre Anwesenheit. Mit dabei
war ihr Freund, dem der Neid so manches Gastes gehörte. Nach dem
Hauptfilm ging es dann in die idyllische Kleinstadt Hattingen, wo das
Treffen in einem Gemeindehaus seinen bierseligen Fortgang finden
sollte. Über die dort tobenden Exzesse will ich mal das
Mäntelchen des Schweigens hängen und stattdessen lieber
Bilder sprechen lassen!
Ein unscheinbares Grüppchen
sammelt sich im Schatten des Kreuzes...
...denn nach der Filmvorführung
brauchte so mancher geistlichen Beistand.
Da tauchten so manche dubiosen
Gestalten auf. Hier etwa ist der Sänger einer Punkgruppe ("Ich
eß´ Döner jetzt anal"), dessen bis ins Abnorme
gesteigerte Libido verantwortlich ist für die hier zu
beobachtenden fazialen Entgleisungen.
In der Hoffnung auf Triebabfuhr gab er
alles und balzte wild um sich. Hier sehen wir ihn mit einer besonders
hübschen Vertreterin des weiblichen Geschlechts. Das Resultat
seiner Bemühungen wird vom T-Shirt bestens dokumentiert!
Der Ehemann der Angebalzten (links,
auf Tisch) ist hier seinerseits am Flirten. Da er aber keine Beine hat,
hat er bei dieser Maid keine Chance. Betrübt fixiert er eine
Zigarettenschachtel.
Auch Michael Moore war anwesend und
hielt sich schadlos am reichlichen Frauenaufkommen.
Hier sehen wir den verbrieften
Casanova des Teams mit seiner neuesten Eroberung.
Auch die gleichgeschlechtliche Liebe
kam nicht zu kurz. Diese beiden jungen Herren beschlossen wenig
später, in Las Vegas zu heiraten und den Tiger zu kaufen, der Roy
das künstliche Schlüsselbein abgebissen hat. "YMCA" forever,
Jungs!
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