DIE QUAL DER WAHL
Eine Optimismussymphonie in Bildern
Am 27. September
schreitet Deutschland zur Urne! Es wird aber niemand begraben, nur
gewählt. Bis jetzt hatte ich noch keine genauen Vorstellungen
davon, wen ich wähle. Um mir ein wenig bei der Entscheidung auf
die Sprünge zu helfen, schaltete ich den Fernseher ein, um mir das
groß angekündigte "Duell" der beiden Kandidaten anzusehen.
Wie zu erwarten, wurde die vermeintliche Battle Royale sehr bald
langweilig, nämlich nach ca. 30 Sekunden. Frau Merkel beschritt
die risikolose Präsidialroute, äußerte Unbrisantes und
verließ sich auf ihr blendendes Aussehen. Frankenstein Meier, der
Herausforderer, blieb ähnlich zurückhaltend und verließ
sich auf sein sprühendes Charisma. (Ist die SPD von Todessehnsucht
befallen? Wollte wirklich niemand anders?) Die größte
Schwierigkeit, die sich den beiden Kandidaten bot - abgesehen davon,
sich nicht gegenseitig einzuschläfern - bestand darin, einerseits
scharfe Abgrenzung zum politischen Gegner zu erreichen, andererseits
aber die blendende Arbeit nicht zu ignorieren, die beide zusammen in
den letzten 4 Jahren geleistet haben... Um mir die Zeit zu vertreiben,
bediente ich die Standbildschaltung meines Fernsehers und knipste ein
wenig mit meiner Digitalkamera herum. Die meisten Bilder sind leider
nichts geworden, aber auch die vorhandenen Fotos
legen beredt Zeugnis ab von den vier Jahren, die uns jetzt alle
erwarten.
Dies
hier ist unsere Kanzlerin, boys and girls:
Nicht schlecht,
was? Sie leitet die Geschicke unseres Landes und repräsentiert uns
in aller Welt. Das finde ich schön.
Dies hier ist ihr
Herausforderer:
Tatsächlich
fiel es mir extrem schwer, Standbilder von SM herauszuholen, auf denen
seine Miene entgleiste. "Pokerface" ist eine Untertreibung für
diese menschgewordene Versteinerung. Gelegentlich grinste er volksnah,
was ihn fast wie den Golem aussehen ließ. Die besten Fotos, die
ich von ihm bekam, erinnerten an einen schweren Spritter mit
Inkontinenzproblemen. Etwa hier:
So richtig aus der
Rolle fiel er leider nicht. Bei Angela M. war das kein Problem, denn
die Gute grimassiert bis zum Gottserbarmen. Man muß ihr
zugutehalten, daß sie dabei saucool wirkt, denn wer möchte
so schon an der Öffentlichkeit gesehen werden?
Ja,
das ist das Gesicht Deutschlands. Damit verbindet uns die ganze Welt.
Wünschtet Ihr nicht, sie wäre auf Eurer Seite? Immerhin steht
sie zu ihren Gefühlen. Gelegentlich huscht auch ein neckisches
Lächeln über ihr Gesicht, was ihrem Gesicht etwas geradezu
unerträglich Mädchenhaftes verleiht. In solchen Momenten
muß ich immer an Elfen und Libellen denken, die sich über
einem verzauberten Bächlein ein Stelldichein geben. Wie hier:
Das nächste Bild erinnert
etwas an Dr. Mabuse bzw. Mama Mabuse:
Ho-ly fuck, jetzt
habe ich selber Angst! "Ich mache Ihnen ein Angebot, das Sie
nicht ablehnen können..."
Wie jeder Mensch liebt sie es,
wenn man ihr süße Nichtigkeiten ins Ohr säuselt. Ein
Kaminfeuer, eine Flasche trockener Bordeaux und zarte Liebeshändel
- das kleine Glück im Schatten der Ulme.
Die schweren
Zeiten, die vor uns allen liegen, bringen sie nicht selten um ihren
Nachtschlaf. Schwer lastet die Macht auf jenen, die auf dem Gipfel
ihres irdischen Seins angelangt sind.
Moderiert wurde
die Sendung auch, aber ich habe die Namen der beiden vergessen. Es war
auch noch ein gräßlicher Talkshow-Moderator dabei und ein
Mann, der hieß wie ein Käse.
Dies ist kein Bild
der Kanzlerin, sondern ein Bild der Mumie von Amenophis IV., die von
Heinrich Schliemann in Ninniweh ausgegraben wurde - spot the difference!
Der Herausforderer
in gehobener Stimmung. Gebt dem Mann keine Axt!
Die Situation
entglitt etwas, als SM anfing, mit seinem Gemächt zu prahlen. Der
Gesichtsausdruck der Kanzlerin hat hier nichts Elfengleiches.
Die Pimmelthematik
wurde gelegentlich von eingeblendeten Statistiken aufgegriffen. Dies
brüskierte die mächtigste Frau im Lande:
An mehreren
Stellen des Zwiegesprächs gelang es SM tatsächlich, vor
laufenden Kameras einzuschlafen:
Hier sieht Frau
Merkel aus wie die Mutter in einer besonders schlimmen amerikanischen
Familienserie der 70er, "Mother Knows Best" oder so.
Nach dem "Duell"
kam noch eine Talkshow, in der das eben Gesehene aufgearbeitet wurde.
Dies ist die Moderatorin. (Name vergessen.)
Neben illustren
Gästen war auch ein Herr zugegen, der entfernte Ähnlichkeit
mit Klaus Wowereit aufwies. Er sah sehr übernächtigt aus und
hatte irgendwas mit seinem Haar angestellt.
Karl Valentin.
Auch dabei war der
ehemalige Ministerpräsident von Bayern. Ein Bild aus
glücklicheren Tagen!
Hier
läßt er sich über die fraulichen Vorzüge "seiner"
Kanzlerin aus.
Hier diffamiert er
die männlichen Attribute ihres Konkurrenten.
Die Moderatorin
kann nicht an sich halten und macht anzügliche Bemerkungen
über das Geschlechtsteil des Lästerers.
Das war zuviel!
Der ehemalige Ministerpräsident erleidet einen Herzanfall...
...und stirbt noch
in der Sendung.
Am 27. ist
Muttertag! Jede Stimme zählt! Ihr seid gewarnt...
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