DIE
WALTONS ALS VORBOTEN
DER TOTALEN
ZERSTÖRUNG
Ausgesuchte US-Horrorfilme der 70er Jahre
Zuerst einmal muß klargestellt
werden,
daß der Verfasser dieses Artikels nichts mit dem Autor gleichen Namens
zu tun hat, der für die Italo-Kolumne verantwortlich zeichnet. Jener
läßt sich zur Zeit die heiße Sonne Tirols auf den braunen Bauch brennen
und badet im Lago di Cazzo. Quasi als Vertretung werde ich hier einige
kleine Schmankerln aus dem Bereich des amerikanischen Horrorfilms auf
die Rampe zerren, um ihnen die Behandlung zukommen zu lassen, die ihnen
zusteht.
Vergleicht man den US-Horrorfilm
dieser Zeit mit seinem engen
Verwandten aus England, so stellt man fest, daß die Schauplätze und
Sujets grundverschieden sind: Während die be"hammer"ten Briten sich
immer noch mit feudalen Schreckgespenstern herumschlugen, waren die
Amerikaner bereits dort, wo der wahre Schrecken lauert: auf dem Land.
Jeder, der mal dort gewohnt hat und kein Auto besaß, wird wissen, was
ich meine!
Wiewohl die Tradition der bösen
Landbevölkerung ihre Wurzeln in den
30er Jahren besaß, als man den verarmten Süden mit seinen deprimierten
Farmern und geprügelten Existenzen zum Sündenbock für die
Weltwirtschaftskrise stempelte (eine Tradition, die besonders während
der 60er, mit ihrer langsam aufkommenden Liberalität, für Dutzende von
fiesen Hillbillys und satanischen Dorfsheriffs sorgte), so gab es doch
auch eine entsprechende Gegenbewegung, die das Hinterland - in bester
bukolischer Sitte - zu einem Hort der verlorenen Unschuld stilisierte.
Ähnlich wie in Deutschland die Heimatfilme, so schaukelten hier kauzige
Urgesteine auf ihren Veranden brummelnd in den Sonnenuntergang. Bestes
Beispiel sind die "Waltons", deren Abenteuer mir meine Kindheit versüßt
haben. "Unsere kleine Farm" gab es damals noch nicht, und Michael
Landon war noch am Leben.
Daß das Unbehagen über die
drolligen Landeier aber doch tiefer saß als
der kollektive Harmoniewunsch, sieht man nicht nur an Filmen wie
Hoppers EASY RIDER oder Boormans DELIVERANCE, sondern gerade im
Horrorfilm, der das Übel nicht selten im Schoße der ländlichen
Arbeiterklasse ansiedelte. Der Sensenmann unter der heimischen Scholle.
Ich habe die Filme übrigens
nicht nach diesem Gesichtspunkt ausgesucht.
INVASION DER BLUTFARMER hab ich draußen gelassen, obwohl er nun recht
dankbar wäre. Latzhosen kommen aber auch so einige vor. Alle meine
Lieblingsfilme aus dieser Zeit haben aber gemein, daß sie das Grauen
stets an abgelegenen, meist ländlichen Orten ansiedeln. Die Oberschicht
ist meist weit entfernt.
Dies änderte sich erst, als
George A. Romero 1978 den nationalen
Notstand ausrief und dem örtlich begrenzten Schrecken ein Ende machte:
Der Kriegszustand zog in die Städte! Und da ist er bis zum heutigen
Tage auch geblieben: Denn Hardware glitzert im Neonlicht halt schöner!
Der letzte Film, Abel Ferraras
himmelkreuzekliger DRILLER KILLER, ist
dann der endgültige "urban classic", der der politischen Realität, die
ja bekanntermaßen äußerst unerfreulich ist, die Tore zum Horrorfilm
geöffnet hat. Wer braucht lallende Dorftrottel, wenn er schon an der
nächsten Straßenecke einen Stiefel im Arsch haben kann? Im
Großstadtdschungel ist das "klassische" Grauen kaum noch möglich. Hier
vermischt sich Gutes mit Bösem, die Grenzen verschwimmen, die einzige
überdauernde Realität ist der Schmerz. Die Schuld gehört jetzt
ausnahmslos allen, sie läßt den Zuschauer sowohl Täter als auch Opfer
sein. Jenes zynische schwarze Schaf, das von seinen Gegnern
"selbstzweckhaft grausames Horrorvideo" gerufen wird, ist geboren:
Sowohl innen wie außen no future. Und da sind wir, von einigen
Ausnahmen abgesehen, auch noch heute, auch wenn die Zensurbehörden
wesentlich gewissenhafter arbeiten, die Opfer wesentlich besser
aussehen und angezogen sind und der Geist von Steven Spielberg in den
Köpfen der Regisseure spukt; letzteres meist leider ohne Erfolg.
Was macht man in der großen
Stadt? Man träumt von der einsamen Insel...
SCHÄUMENDE ZOTTELBRUT
Filme, in denen der schöne Traum von einer besseren, langhaarigen Welt
als
zum Scheitern verurteilte Blubberblase dargestellt wurde, gab es in den
späten Sechzigern und frühen Siebzigern zuhauf. Ob nun Bruce Dern in
Cormans Rabaukenklamotte THE WILD ANGELS zu Grabe getragen wird; ob nun
Dennis Hopper von traumatischen Truckern aus dem EASY RIDER-Sattel
gehievt wird; oder ob gleich eine ganze Dutzendschaft von heißblütigen
Motorradhengsten zusammengeschossen wird in THE BLOODY SONG OF FREEDOM
- die Alternative zur Welt der Graugesichter und Cowboyknacker endete
stets im Disaster.
Daß dieser schöne Traum auch andere Früchte tragen konnte,
schildert höchst anschaulich David Durstons 1970 gedrehter Fetzer I
DRINK YOUR BLOOD (DIE TOLLWÜTIGEN). Dieser Film (Schlagzeile:
"Nie hat
ein Film so genervt, gelähmt, geschockt!") wurde zeitlebens in der
einschlägigen Presse entweder hü oder hott besprochen: Die einen sehen
in ihm eine verdammungswürdige Inkarnation eben der Spießer-Vorurteile,
vor denen uns filmgeschichtlich gebenedeite Werke wie EASY RIDER warnen
wollten; die anderen wollen hier eine Inkarnation der Hippie-Ängste
ausmachen, die von knarrenbewehrten Rednecks mit Mord in den Augen
handeln. Meine persönliche Vermutung ist, daß dies Durston eigentlich
herzlich egal war. Er hat, auf recht geschickte Weise, die idiotischen
Ängste seiner Zeit genutzt, um einen pittoresken Low-Budget-Schocker zu
machen, der den Zuschauern die Schuhe auszieht.
Tatsächlich ist es so, daß jeder Film seine Meriten haben muß, der mit
dem Satz beginnt: "Allen Geistern will ich hiermit zur Kenntnis
bringen, daß ich ein Steinbock bin!" Wer solche Sachen äußert,
qualifiziert sich nicht nur für eine höhere Beamtenlaufbahn, sondern
darf sogar so verwanzte Stirnbänder tragen wie besagter Steinbock. Der
Mann heißt übrigens Horace Bone und leitet eine Art Hinterland-Filiale
der Manson-Sekte. Nicht zu glauben, wie viele Zottelbuben und -maderln
sich finden, die das religiöse Satanistengeleiere ertragen, ohne sich
in die Hose zu machen. Dem Zuschauer sind diesbezüglich keine Schranken
auferlegt; er kann seinen Gefühlen freien Lauf lassen...
Steinbock Bone und seine delirierenden Nacktmulle sind nicht nur scharf
auf Satan und Sinnesrausch. Sie möchten auch so richtig Unruhe stiften.
Und da Hollywood und Sharon Tate weit weg sind, begnügen sie sich mit
dem Kaff Valley Hills, Bevölkerungszahl 40. (Obwohl der Film im
weiteren Verlauf die Vermutung nahelegt, daß es eher 4 sein müssen.)
Silvia, eine ungewollte Zeugin des Opferrituals, wird brutal
krankenhausreif geschlagen. Sie wird gefunden von Mildred ("Mildred's
Bakery") und einem fetten kleinen Balg namens Pete, Silvias Bruder.
Sieht der kleine Pete Walter Moersens "Kleinem Arschloch" schon zum
Verwechseln ähnlich, so sieht Mildreds Stecher Roger eher aus wie eine
aufrecht stehende Kochwurst mit Koteletten. In seiner Eigenschaft als
Dorfbüttel leitet er nicht nur die in der Nähe stattfindende Erstellung
eines Staudammes mit großer Übersicht, sondern ignoriert auch die
satanischen Exzesse in der näheren Umgebung mit bürokratischer Anmut.
Die Hippies sind jetzt nämlich endgültig durchgeknallt und haben einen
alten Tattergreis verdroschen und mit LSD abgefüllt (was ich recht
drollig finde!) und einem Sektenmitglied in die Füße geschnitten.
Der Film könnte jetzt etwas an Form verlieren, doch da gibt es ja noch
den kleinen Fettbatzen Pete, der sich an eine Biostunde erinnert und
zur Selbstjustiz schreitet: Erst erlegt er einen gelegen
vorbeischauenden Tollwutdackel mit Papas Schrotflinte; dann injiziert
er das verseuchte Blut in ein gutes Dutzend Fleischpasteten, die den
Hippies gar vorzüglich munden. Der Rest ist Terror und Entsetzen.
Überall kreischen und lallen von da ab langhaarige Brechbolzen mit
Eidotter vor dem Mund durch die Dünung und machen der Landbevölkerung
das Leben schwer. Da sie höchst ansteckend sind, rennen auch die
Arbeiter des Dammprojektes bald mit wippenden Hard-Hats herum und rufen
den Frühling herbei.
Ja, mit Feinsinn ist noch niemand reich geworden! Es ist
schwer zu definieren, warum, aber ich mag den Film. Es gelingt ihm,
unter Ausnützung so ziemlich aller Klischees der damaligen Zeit eine
pausenlose Hochspannung anzulegen, die nur an und ab unterbrochen wird
von der grotesken Synchro, über die man herzlich lachen darf. Besonders
gut gefällt mir der Stadtbedienstete, der an einer Stelle bemerkt: "Ich
habe Befehl, auf jeden, den ich sehe, zu schießen!" Der war bestimmt in
Vietnam. Überhaupt sind die Rednecks richtig eklig, geil, häßlich und
dumm. Auf die Bemerkung, daß die Hippies Stunk machen, wissen sie
sofort zu sagen: "Das werden wir den' abgewöhnen!" Tja, auf dem Dorf
herrscht noch Recht und Ordnung. Etwas drogenpolitisch desorientierend
wirkt da die Replik eines Mädchens auf die Frage ihres 10-jährigen
Bruders, wie denn LSD wirke ("Du weißt aber auch gar nichts!")
Scheinbar wird in diesem Landstrich eine gesunde Drogenaufklärung noch
großgeschrieben. Na ja, man hat dort ja sonst nichts zu lachen. Aber
das soll jetzt bitte nicht verniedlichend wirken: Drogen sind schlecht,
das wissen wir spätestens seit THE CROW.
Wie dem auch sei: Wenn man den Film ideologisch ausdeuten möchte, gerät
man in schlammige Fahrwasser. Ich denke mal, daß es den Regisseur
relativ wenig gekümmert hat. (Er hat später noch den Schocker STIGMA
gemacht, mit dem jungen Herrn Schwarz aus MIAMI WEISS.) I DRINK YOUR
BLOOD ist ein billig hergestellter, aber höchst effektiver
Gross-Out-Schocker, in dem alle Erwägungen moralischer Art ad acta
gelegt werden und der sich für Partys der ungewöhnlichen Art glänzend
eignet. Die deutsche Fassung ist gut geschnitten, hat aber dafür eine
trashige Synchro. Ach ja, es gibt einen Schwarzen mit gelbem
Quietschhemd namens Rollo (der Schwarze heißt so, nicht das Hemd);
Rednecks, die einen toten Ziegenbock hinter sich her schleifen; ein
asiatisches Sektenmitglied, das sich im Buddhistenstil selbst anzündet
(Vietnam war grad in aller Munde); und überall sausen
Synthie-Kakophonien durch die Luft, die sich anhören wie ein Einlauf
mit Fernet. Viel Spaß mit wenig Anspruch. Nichts für zarte Gemüter.
ALTERNATIVE STERBEHILFE
Gerade kommt ein Fax aus Lugano herein, das ich der Leserschaft nicht
vorenthalten möchte. Mein Namensvetter wünscht, quasi als Vorklapp auf
den nächsten Artikel, der Leserschaft sein Lieblingspseudonym eines
italienischen Pornofilmers zu verkünden. Es gehört einen Manne namens
Arduino Sacco, der sich in seinen Filmen "Hard Sacc" nennt! Nun, das
ist wirklich putzig. Dem Wunsch somit entsprochen.
Der nächste Film ist ein ziemlich obskurer B-Film im Kleinstadtumfeld:
LET'S SCARE JESSICA TO DEATH
(1971) von John Hancock. Meine erste
Begegnung mit diesem Film erfolgte im Appendix von Stephen Kings DANSE
MACABRE, wo er als empfohlener Film aufgeführt war. (Die meisten der
dort aufgeführten Filme sind echt knorke, auch wenn sich einige
Bauchklatscher wie THE DEADLY BEES eingeschlichen haben.) Nach langen
Wanderjahren erbarmte sich KABEL 1 meiner und strahlte eine deutsche
Fassung des Filmes aus, mit dem nicht ganz so farbvollen Titel GRAUEN
UM JESSICA.
Sehr im Gegensatz zu I DRINK YOUR BLOOD, handelt es sich bei JESSICA um
einen ausgesprochen zarten Gruselfilm, der weniger auf rollende Köpfe
setzt als vielmehr auf wehende Gardinen und gilbende Bilder. Daß
zwischendurch gemütvoll in die Akustikgitarre gegriffen wird,
verschafft dem Film zusätzliche Patina, denn nichts wirkt bekanntlich
so altmodisch wie einstmals Unkonventionelles.
Ein Leichenwagen, schwarz wie die Nacht, bohrt sich durch ländliche
Pastellfarben. Man spürt, alles ist in Ordnung; selbst auf dem
Leichenwagen steht "Love". Aus eben diesem Gefährt springt elastisch
eine muntere Truppe lustiger Gesellen: Jessica, die Dame des Trios, die
sich auf dem Friedhof richtig wohl fühlt: "Jetzt geht's mir gut." Sie
kann die "Ärzte vergessen". Ihr entschieden manisches Dauerlächeln ist
nämlich nicht nur der Ausdruck unverdorbender Landunschuld. Sie hat
offenbar eine Zeit lang in der Lachanstalt verbracht, for reasons
unknown. In ihrer Begleitung befindet sich ihr stirnglatzender Ehegatte
Duncan und der weitgehend funktionslose Woody, der aber einen hübschen
Beat-Bart hat und deswegen bleiben darf. Um die Genesung der holden
Jessica anzukurbeln, hat Duncan ein altes Anwesen auf dem Lande
ersteigert, wo er die labile Lady auf den Boden der Tatsachen
zurückholen möchte.
Tja, mit Jessicas Gesundheit steht es aber immer noch nicht zum besten:
Sie erblickt Menschen, wo (scheinbar) keine sind und hört
Geisterstimmen, wo nur Geister sind. Geistesgegenwart genug besitzt sie
allerdings, um ihren Begleitern diese extravaganten Umstände
vorzuenthalten.
Gänzlich fleischlich jedoch ist die hübsche Emily, die sich in dem
alten Haus eingenistet hat. So fleischlich gar, daß sowohl Duncan wie
Woody von Midlife-Geilheit geschüttelt werden. Dies hat zur Folge, daß
Emily mit ihrem Nonkonformo-Chorme (äh, Charme) auch weiterhin in die
Saiten greifen darf, als gern gesehener Gast.
Mehr und mehr gewinnt Jessica aber den Eindruck, daß Emma schon
wesentlich länger in diesem Haus haust: Ein halbvermodertes Foto der
Bishop-Familie, das sie auf dem Dachspeicher findet, zeigt nicht nur
einen manson-esken Schrubbelbart mit bohrendem Blick, sondern auch zwei
heiße Flüstertüten an seiner Seite, deren eine der werten Emily
bedrückend ähnlich sieht. (Mit diesem Foto erinnert der Streifen hier
etwas an CANNIBAL GIRLS, dem vielleicht besten Film des Elchfreundes
Ivan Reitman.) Die eine der beiden Bishop-Miezen ist dann allerdings im
angrenzenden See abgesoffen. Die Legende will es, daß sie immer noch
umtriebig ist, als Vampir. Der Film kurbelt dann auf einen beachtlich
unübersichtlichen Höhepunkt zu, der den vielleicht ultimativen
Hippie-Alp artikuliert, nicht nur, was die Unübersichtlichkeit angeht...
Zu Beginn weiß man nicht so genau, was man von dem Film
halten soll. Er ist nicht wirklich unheimlich. Eher trifft es das
englische "weird": Die Leute, das Haus, die Umgebung - alles ist
irgendwie unnormal, obwohl an der Oberfläche alles feinbein zu sein
scheint. Der Film setzt hier aber keine überdeutlichen Zeichen, wie das
bei der heutigen Spielberg-Schule (bzw. Sonderschule) meist der Fall
ist. JESSICA liefert keine lachenden Gesichter, bei denen man nicht
gleichzeitig spürt, daß es unpassend wäre, mitzulachen. Glänzend
ausgesucht ist die Hauptdarstellerin Zohra Lampert, die mich zuerst
etwas genervt hat mit ihrem manischen Dauergrinsen; irgendwann aber
merkt man, daß es ganz gut so ist, ihr Nerven, und durchaus
beabsichtigt. Ihre Jessica besitzt jenes bodenlos offenherzige Lächeln,
das man von gewissen Kitschpostkarten kennt und von Leuten, die einem
jeden Moment die Axt in die Puperze kloppen. Sie ist das Lächeln im
Gesicht von Miss America, und Miss America leidet an Mundfäule.
Die Bauern sind übrigens alles, sie sind alt, krumm und
häßlich. Einer läuft sogar in so einer Schneiderpuppe herum, mit der
man Menschen ohne Knie in der Vertikalen hält. Aufrecht auch im hohen
Alter, ein Menschheitstraum wird wahr. Gegen die Jugend haben sie was,
die Mummelgreise: "Verdammte Hippies! - Penner!" Dann kratzen sie noch
den schönen Wagen kaputt. Alles in allem benehmen sie sich wie Zombies.
Und das ist sehr gut, denn --- sie SIND Zombies!!! Wie das mit dem
zusammenhängt, verrate ich noch nicht, der Film macht sich diese Mühe
auch nicht, aber es kommt sehr gut: DEAD AND BURIED previsited!
Ansonsten sei angemerkt, daß es einige kreuzunheimliche Szenen in dem
Film gibt, speziell eine Badeszene, bei der ich fast meinen Globus
zertrümmert hätte! (Ein schöner Globus, wie der von Clouseau, wo der
drauffällt, nur daneben.) Kunstbeflissenen Betrachtern könnte
auffallen, daß man das Haus praktisch nur bei Morgen- oder
Abenddämmerung sieht (also mystisch-verquollen); und daß die
Naturgeräusche (Spechte, Grillen, Uhus etc.) die vom Mieterschutzbund
vorgeschriebenen Standards weit hinter sich lassen. Randa Haines ist
das Continuity Girl. Randa Haines hat später GOTTES VERGESSENE KINDER
gemacht. Das ist der Film, in dem die ganze Zeit über Taubstumme ihre
Lieblingslieder singen. William Hurt ist der Doktor. Das kann auch
Ihnen passieren.
BAZOOKA JOE SUCKS!
Das Thema "Vietnam" gehört in der Geschichte des amerikanischen Films
nicht eben zu den vernachlässigten Stiefkindern. Der Anblick von
schwitzenden Muskelbuletten mit dicken Wummen ist aus der Videothek
durchaus vertraut: Wir sind durch die Hölle gegangen, ich und die
anderen Himmelhunde. Aus der glimmenden Asche eines verwüsteten Landes
entstand eine eigene kleine Industrie, die sich an den
Streicheleinheiten für das angeknackste Selbstbewußtsein der Amerikaner
gesundstieß. Viele Fehler konnte man dabei nicht machen, denn die
Wehrhaftigkeit setzt bekanntlich im eigenen Vorgarten ein. Zahllose
Gesichtslose (mögen sie Handwerker, Büroangestellte oder gar
Intellektuelle gewesen sein) fanden das muntere Treiben dicker Männer
in Indochina jedenfalls sehenswert. Für die teuersten Leinwandepen
setzte es gar Oscars.
Das Horrorgenre fand den Dschungelkrieg nicht ganz so interessant. Die
Nachrichten waren vollgestopft mit realem Horror, ob nun ganze Dörfer
mit Frauen und Kindern gesearched und destroyed wurden, oder ob
fetthaarige Hippies bei Kent State von übereifrigen Hütern des Gesetzes
weggeblasen wurden. Der Krieg tobte allenthalben. Gar nicht so leicht,
diesen medial gefeierten Ethno-Spuk auch noch in traditionelle
Horrorformeln einzubinden.
Einer der ersten Filme überhaupt, die sich des Themas annahmen, muß
wohl Bob Clarks 1972 gedrehter DEATHDREAM (DEAD OF NIGHT)
gewesen sein,
der zwar kanadischer Abkunft ist, aber hier trotzdem reingehört. Wem's
nicht paßt, der kann ja gehen!
Die Anfangsszenen sind mittlerweile sattsam bekannt: Nächtlicher
Spähtrupp im Dschungelmilieu wird von bösen Charlies in Stücke
geschossen. Über dem zeitlupigen Hinscheiden des einen ertönt eine
echohafte Off-Stimme: "Andy, you can't die! You promised!"
In der Heimat geht alles seinen kapitalistischen Gang: Andys Familie
sitzt brav um den Tisch und betet sich Mut an. Vater Brooks läßt die
Kruste des saftigen Bratens platzen. Mutters Kommentar verrät viel über
die Haushaltsführung: "The man should always do the carving!" Dies ist
eine nette, konservative Familie in einem netten, konservativen Vorort.
Hier kennt man den Milchmann beim Namen und trifft den Postboten abends
in der Kneipe. Das Leben könnte so schön sein...
Doch Andy ist in Vietnam. Und da bleibt er auch, wie es scheint: Ein
Armykumpel kommt vorbei, gibt Charlie Brooks traurigen Bescheid. Mutter
verschwindet kreischend im Haus, Vater weint stumm in die hohle Hand,
seine Tochter, die das Weinen des Vaters mehr verstört als die
unbegreifliche Einkehr des Todes, sagt ängstlich: "Don't, Daddy!"
Aber Andy ist nicht tot. Andy kommt zurück. Gleich am nächsten Tag
steht er vor der Tür. Die Familie kann es nicht fassen, die Gebete sind
erhört worden.
Doch Andy hat sich verändert. Seine Haut ist aschfahl, sein Blick leer
wie Politikerversprechungen vor dem Wahlkampf. Kann dies der
Schockzustand eines sensiblen Menschen sein, der die Hölle gesehen hat?
Nein, lautet die Antwort. Ein toter Trucker, der ausgeblutet in seinem
Lastwagen aufgefunden wird, spricht eine deutliche Sprache. Und Charlie
versteht die Sprache sehr gut, zumal das Verhalten seines eigenartigen
Filius eindeutig psychopathische Züge anzunehmen beginnt. In einer
Szene erwürgt Andy den Familienwauwau an ausgestreckter Hand. (Ein
Spitz, dessen Blick stumpf wird. Soviel Platz muß sein.) Und als dann
auch noch der Familiendoktor das Besteck reicht, weiß Vater Brooks, daß
etwas Einschneidendes passieren muß...
DEATHDREAM ist ein exzellenter, kleiner Horrorfilm, der seine absurde
Prämisse (G.I. wird zum Blutsauger) vollkommen ernst nimmt und sich die
Mühe macht, sie in einer liebevoll gezeichneten, durchweg glaubhaften
Umgebung anzusiedeln. Viele kleine Details legen Zeugnis davon ab, daß
den Machern das Thema durchaus am Herzen lag. Hübsch etwa der
betrunkene wackere Kämpe aus dem großen Zweiten, der dem später
blutleeren Trucker auf seine Bemerkung, er habe einen Soldaten
mitgenommen, erwidert: "What kind of a soldier is he? Theirs or ours?"
Die Besetzung ist außergewöhnlich gut (für solch eine Winz-Produktion).
Der einzige bekannte Schauspieler ist der wie immer verläßliche John
Marley, dessen knitteriges Gesicht schon so eine ganze Menge verraten
würde. Sein Vater, der zwischen Liebe zum Sohn und verletztem Stolz hin
und her schwankt, ist sehr überzeugend. Auch sehr gut ist der
Darsteller des Andy, der ansonsten wenig bekannte Richard Backus.
Definitiv kein Mann, mit dem man betrunken ins Autokino fahren möchte.
Dies ist einer von drei Horrorfilmen, die Regisseur Bob Clark Anfang
der 70er drehte. CHILDREN SHOULDN'T PLAY WITH DEAD THINGS hat einen
schönen Titel, wirkt aber eher wie ein in die Länge gezogener
Insider-Scherz der Crew. BLACK CHRISTMAS (JESSY- DIE TREPPE IN DEN TOD)
ist hingegen ein mörderisch spannender Psychothriller im Vorfeld der
Jasons und Myers' der späten 70er. Danach wurde Clark richtig berühmt
mit seinem Plädoyer für die Kastration pubertierender Jugendlicher
(PORKY'S) und ist jetzt ein angesehener Regisseur. Drehbuchautor Alan
Ormsby, der auch an Clarks anderen Streichen beteiligt war, inszenierte
noch (zusammen mit Jeff Gillen) den hervorragenden DERANGED, eine
makabre Low-Budget-Version der Ed-Gein-Story. Dann schrieb er auch das
nicht uninteressante Drehbuch zu Paul Schraders Remake von CAT PEOPLE.
DEATHDREAM ist einer der ersten Make-Up-Jobs von Tom Savini.
Ein richtiger feiner Film, der mit seinem feierlichen
Ernst im Hinblick auf die herumkaspernden Achtziger angenehm altmodisch
wirkt. Guter Stoff; die deutsche Videofassung ist absurd geschnitten
und nimmt dem recht unblutigen Film die Nahaufnahmen vom Gesicht des
Vampirs (!). Unheimliche Musik vom Kanadier Carl Zittrer; ein passender
Name, wenn es je einen gab. Vergeßt Freddy, die alte Tucke, und wühlt
in der Steinzeit. Filme wie DEATHDREAM sind die Belohnung. (Nur, um
mich interessant zu machen: Bei einer Begegnung mit Robert Englund
bezeichnete mich dieser als "You ignorant BOY!" Tja - Robert macht
jetzt den Mangler und ich schreibe das hier...So kann das Leben sein!)
DIE LEUTE AUS DER
ROTWOLFKNEIPE
Es war einmal eine junge Studentin namens Regina. Diese Studentin - die
einen Kopf voller feuerroter Haare besaß -, war mit einem schlichten,
aber fröhlichen Gemüt gesegnet. Doch als die goldene Ferienzeit nahte
und alle ihre Mitstudenten vom Kampus verschwanden, da begann sich eine
trübe Verdrossenheit ihrer zu bemächtigen. Denn sie hatte kein Geld, um
irgendwo hinzufahren! Oh weh! Aber, wie das Schicksal halt so spielt:
Es ereilt sie ein Brief mit einem Inhalt, der sie wieder lachen macht.
Denn sie hat einen Ferienaufenthalt gewonnen. Daß sie bei keinem
Preisrätsel mitgemacht hat, stört sie nicht besonders, denn, wie ich
eingangs erwähnte, sie ist schlicht gestrickt. Beati pauperes spiritu,
so sagt schon die Bibel.
So kommt es, daß die kleine Studentin bald darauf im "Red Wolf Inn"
eintrifft, wo sie mit offenen Armen empfangen wird. Die beiden
Gastgeber sind Emily und Henry, die vor großelterlicher Freundlichkeit
kaum zu bremsen sind. Henry ist ein ehemaliger dritter Armeefleischer
(!) und labert fortwährend seine Pflanzen voll. Evelyn sieht Sheila
Keith aus den Pete-Walker-Filmen zu ähnlich, als daß dies Gutes erahnen
ließe. Hier lauern blutige Messer, weiß der Kenner. Daß das "Red Wolf
Inn" bereits seit mehreren Jahren geschlossen hat - auch das ist kein
Scheidungsgrund für die helle Regina. Und ich kann bestätigen:
Studentinnen sind wirklich so!
Der alte Kasten hat aber noch mehr Gäste: Da wäre zum einen der
Enkelsohn des junggebliebenen Paares, Baby John geheißen. Dieses
Riesenbaby ist groß, breitschultrig und sieht aus, als wäre er aus dem
Mastdarm eines "Chippendale"-Tänzers entwichen. Er ist auch in etwa so
helle wie ein solcher Mastdarm - eine gute Partie für Dummbatz Regina!
Auf jeden Topf den passenden Deckel.
Ferner sind da noch drei kleine Schweinchen - äh, drei geile Miezen
namens Pamela, Martha und Edweena, die auch in dieser Reihenfolge auf
mysteriöse Weise verschwinden. Jetzt beginnt Regina, die sich in das
Evolutionswunder Baby John vergafft hat, Verdacht zu schöpfen! Man hört
die Zahnräder in ihrem Kopf rotieren...
Endgültig klar sieht sie erst, als sie in einem Kühlschrank die
abgetrennten Köpfe ihrer Mitbewohnerinnen vorfindet. Das ist dann aber
auch kaum mehr mißzuverstehen. Kann sie entkommen?
Bud Townsends THE FOLKS AT
RED WOLF INN (1972) ist ein
toller kleiner Gassengrusler, der dem heute so vielfach mißbrauchten
Genre der Horrorkomödie alle Ehre macht. Man fühlt sich wirklich
versetzt in die "Old-Dark-House"-Komödien der Dreißiger und Vierziger;
auch dort nahm man den Horroranteil der Story durchaus ernst, ohne ihn
durch die Lacher zu neutralisieren. Natürlich geht es in RED WOLF INN
etwas handfester zur Sache. Der Film spart die konkreten Details der
grausigen Handlung zwar aus, aber der Humor ist definitiv
magenunfreundlich. Das Begrüßungsessen, etwa, ist eine Ode an den
Appetit und das gute Essen, wenn man nicht weiß, wovon der Film
handelt. Man ahnt aber, daß die Inbrunst, mit der sich die Speisenden
die leckeren Rippchen durch die Zahnreihen ziehen, nicht koscher ist.
Die leckeren Rippchen haben übrigens bunte Hütchen oben drauf. Das
finde ich putzig. Ebenso putzig die Bemerkung Henrys: "There's plenty
more where that came from!" Die Szene ist nicht für Weganer geeignet.
Weganer sind übrigens keine Außerirdischen, sondern nur Vegetarier mit
Vollklatsche. Regina bemerkt: "I'll get as fat as a pig!" Großmamis
Augen leuchten.
Der Drehbuchautor hat sich übrigens im Märchenkoffer
umgetan und reiche Beute zutagegefördert: Reginas Frage "Why do you
have such a big refrigerator?" sollte bekannt vorkommen, genau wie die
Idee, Evelyn ihre Gäste jeden Tag wiegen zu lassen. Das Copyright für
den Gag mit den Köpfen im Schrank hat natürlich Blaubart.
Weitere Höhepunkte dieses niemals in Deutschland gelaufenen Filmes sind
a) die Steppvorführung, die der ehemalige dritte Armeemetzger während
einer ausgelassenen Fete aufs Parkett legt; b) das Lächeln Marke
"Amerikanische Gotik", mit der Regina ihre Umwelt eindeckt; und c) der
erste Kuß, den Baby John Regina gibt. Letztere Szene dauert ellenlang,
da die beiden Jungfrauen sich nicht entscheiden können. Als es dann
schnackelt, hat John auf einmal einen kleinen Hai an der Angel, den er
dann mit Brachialgewalt etwa zwanzigmal auf einen Felsen donnert, wild
kreischend. Diese Vorstellung törnt Regina etwas ab. Baby Johns
Kommentar: "I think I love you!"
Zuschauer sollten auch auf die versteckten Reize des
Filmes achten. Gleich zu Anfang, als Regina den Brief bekommt, hört man
im Radio eine super Seifenoper, die ich gerne komplett auf Tonband
haben möchte. Die handelnden Personen heißen Brad, Brenda und Timmie.
Dann wird noch eine Suppe gekocht, in der ein Fuß schwimmt. Daß Baby
John von seiner Großmama mit einem Gürtel auf den Po gehauen wird -
böser, böser Junge! -, fällt kaum mehr ins Gewicht.
Bud Townsend stammt irgendwo aus dem Dunstkreis der Al-Adamson-Bande.
Al ist ja mittlerweile von einem schurkischen Handwerker in seinen
Parkettfußboden eingemauert worden - no shit! -, wo ihn nach geraumer
Zeit geruchsempfindliche Nachbarn aufstöberten. RED WOLF INN ist besser
gemacht als alles, was ich bisher von Adamson gesehen habe. Townsend
machte dann noch den hübschen Pornofilm ALICE IN WONDERLAND, der aber
meistens nur in einer Softfassung vertrieben wurde (so auch bei uns),
die auch sehr pittoresk ist. Am Schluß des Filmes singt die Großmutter:
"There'll be bluebirds all over the white cliffs of Dover." Recht hat
sie, die Omma! Und hier gleich noch ein Fax aus Italien: Christian
weist darauf hin, daß bei dem Jack-Taylor-Interview zwei
Bildunterschriften verhunzt wurden. (Kein Wunder, wenn sie
handgekrickelt vom Autoren eingereicht werden!) Die Filme heißen
richtig: NOSTRADAMUS Y EL DESTRUCTOR DE LOS MONSTRUOS und EN EL AMOR Y
LA MUERTE. Destructarde Les contro el diabolico Emel Amor!!!
PINK, LINKS UND POLITISCH
UNKORREKT
"Ja, also, das ist gar nicht so einfach: Sie gehen die Straße rechts
runter, bis sie an einer alten Tankstelle vorbeikommen. Da wird schon
seit Jahren nichts mehr verkauft, aber da ist so ein alter Mann, der
immer auf seinem Schaukelstuhl herumbrummelt. Gleich hinter der
Tankstelle führt ein kleiner Weg in den Wald hinein, der von wildem
Salbei gesäumt wird. Der Weg, nicht der Wald. Durch diesen Wald müssen
sie jetzt ganz hindurch. Kommen Sie ja nicht vom Weg ab - es lungert
viel Gesindel im Wald herum; keine Drogensüchtigen, denn dafür ist es
hier auf dem Lande viel zu langweilig! Aber Degenerierte...Wenn Sie
dann am Hexenhäuschen vorbei sind, dann haben Sie's bald. Das letzte
Haus links, das isses!"
Ich trinke übrigens gerade "Fanta Pink Grapefruit", während ich dies
schreibe. Das ist eine gräßlich süße Plörre, die ich aber aus
irgendeinem Grund recht gerne zu mir nehme. Vielleicht, weil ich sie
aus einem hübschen "Sinalco"-Glas trinke...
Jetzt aber zum Film. Den kennt ja eh jeder. Wesley Craven macht
mittlerweile leider nur noch Gebrunze, wie etwa den politisch
überkorrekten PEOPLE UNDER THE STAIRS, bei dessen
"Habt-die-Neger-recht-lieb-ihr-weißen-Mittelständler"-Schluß-Rap mir
fast die Wurzelbrühe aus der Nase geschossen kam. Und der Glatzkopf aus
SHOCKER, der da durch die Videoclips donnert, ist der Karl Moik des
Horrorkinos. Bedauerlich nur, daß Wes diese Sieche wohl für Satire auf
den "American Way of Life" hält. Das ist sie wohl auch, aber anders als
gedacht.
Zu Anfang seiner Karriere hatte Wes aber noch Suppe im Spargel.
Vielleicht war dies zurückzuführen auf seine angeblich jesuitische
Erziehung. Vielleicht hatte er auch nur hippe Freunde. Sein Auftritt in
Peter Lockes großartigem Hippie-Porno IT HAPPENED IN HOLLYWOOD (nur
echt mit dem Trapezakt der "Fliegenden Ficker"!) als halbnackter
Sänftenträger jedenfalls verrät Klasse, auch wenn man ihn nicht so
richtig heraussuchen kann. Peter Locke (Produzent von Wes' späterem
Berryman-Star-Vehikel HÜGEL DER BLUTIGEN STIEFEL - äh, AUGEN!) läßt
sich in dieser Szene von einem wohlproportionierten Bimbo die Nille
verzinken.
Produzent Sean S. Cunningham (ja, er, der am FREITAG, DEM 13. geboren
wurde und auch starb!) hatte sich auch in schlammigen Gewässern
freigeschwommen: Seinen CASE OF THE FULL MOON STIFFS mit Harry "Deep
Throat" Reems würde ich gerne mal sehen. Mit Wes zusammen wollte er nun
einen richtig intellektuellen Film machen. Heraus kam LAST HOUSE ON THE
LEFT (DAS LETZE HAUS LINKS/MONDO BRUTALE), der sich der
Storyline von
Ingmar Bergmans JUNGFRAUENQUELL bedient. Na ja, im Groben jedenfalls.
Statt Max von Sydow haben wir hier den wohlhabenden Landarzt
Collingwood, der zwar von konservativer Gesinnung ist, seiner
Teenie-Tochter aber trotzdem einen Peace-Anhänger schenkt. Seht mal, so
liberal können Eltern sein! Allerdings haben sie Bedenken dabei, daß
Tochter Mari (ohne "e") zusammen mit ihrer dem Vernehmen nach
gefährlich leichtlebigen Freundin Phyllis ohne Büstenhalter zum Konzert
einer Gruppe namens "Bloodlust" geht, die auf der Bühne Hühner
abstechen - SHOCKING! (Wäre die Gruppe aus Wien, so hätte man sie prima
in den schönen "Aktionisten"-Artikel aus dem letzten Heft einbauen
können...)
Natürlich haben die beiden naturgeilen Schnallen nichts Besseres zu
tun, als schnurstracks den erstbesten gemeingefährlichen Ausbrechern in
die Hände zu fallen: Leiter der Selbsterfahrungsgruppe ist Dr. Sleaze
himself, Krug Stiller. (In diesem Namen spiegelt sich der tiefe
Eindruck, den das skandinavische Kino auf Craven hinterlassen hat.)
Dieser Großmeister aller Lowlifes hat einen debilen Sohn bei sich,
Junior, den er zum Heroin-Junkie gemacht hat, um ihn besser gängeln zu
können. Außerdem ist da noch eine heiße Nymphe namens Sadie, der
ständig der Schritt kocht. (Feministischer Überkracher: "Ich bin meine
eigene frei bumsende Frau!" Jau!) Letzter im Verein ist der coole Fred
Bodowski (genannt "Weasel"), der ständig mit seinem Messer herumspielt
und etwas an Mickey Rourke erinnert. Alle zusammen leben nur dafür,
Unheil anzurichten. Sie sind der Butzemann aller anständigen
Normalbürger, das marodierende Chaos in der Vorstadtsiedlung, die
Hämorrhoide im Gesäß der schweigenden Mehrheit!
Und was machen diese total unangepaßten, echt wahnsinnig politisch
unkorrekten, ganzheitlich orientierten Psychos als erstes? Sie
schleppen die Mädels in den Wald, zwingen sie zum Hosen-Urinieren und
widernatürlichen Lesbos-Nummern; dann metzeln sie die beiden Girls auf
bestialische Weise nieder. Pfui! So was tutet man nicht.
Aber jetzt holt Craven den Bergman aus der Hose: Diese
fiese Freveltat fand statt am Dorfweiher, der sozusagen bei
Collingwoods direkt um die Ecke liegt! Die Welt ist ein Dorf. Da die
Karre von Krug und Konsorten leider liegengelieben ist, müssen sie bei
Vater Bär und Mutter Bär um Asyl bitten. In der Nacht findet Mutter Bär
leider heraus, daß ihre Schrottmarie umgebracht worden ist, und zwar
von den seltsamen Gästen!
Da greift Vater Petz in die Honigwabe, daß es kracht! Mit Kettensägen
und unorthodoxem Blasmaul bringen die Mittelständler (die den
PEOPLE-Rap bestimmt auf Schallplatte haben) Stimmung in die Bude: Die
Eichel des Wiesels landet im Weiher, Sexy Sadie wird verschlungen von
der wallenden Woge ihrer Libido und der Krug geht so lange zur
Kettensäge, bis er bricht...
Das Schlußbild dieses grandiosen Brachial-Schockers, des mit einigem
Abstand besten Filmes, den der Jesuit jemals hinbekommen hat, verrät
geballte Resignation: Die beiden Eltern müssen das geburtstaglich
geschmückte und jetzt total zerlegte Wohnzimmer wieder aufbauen. Aber
dafür gibt es ja Putzhilfen. Ein Traum (der amerikanische?) liegt in
Scherben. Viel Geld hatten Craven und seine Spießgesellen nicht zur
Verfügung. Möglicherweise ist der Film deswegen so klasse.
Die deutsche Fassung ist natürlich ein ähnlicher Trümmerhaufen wie die
Bude der Collingwoods. Aber die Message kommt rüber, skandinavischer
Naturalismus at its best, einmal Ibsen mit Rotweiß. Auch erfreut die
Synchro das Herz: Christian Brückner in jungen Jahren ist eine
wunderbare Wahl für den zerbrochenen Krug. Überhaupt Krug: Darsteller
David Alexander Hess ist eine totale Blendgranate, der hebt ab, bis der
Arzt kommt! Ficken bis zum Exodus, eine bedingungslos gelebte Existenz!
Dieser Mann gehört in jeden zweiten Film, der gedreht wird. In vielen
Italo-Filmen ist er ja auch dabei, meistens in ähnlich sleazigen
Rollen. (Unvergessen in Festa Campaniles WENN DU KREPIERST, LEBE
ICH/DER TODES-TRIP!) Außerdem inszenierte er den durchschnittlichen
Slasher TO ALL A GOODNIGHT (dt: GOODNIGHT-DIE NACHT, ALS KNECHT
BLUTBRECHT KAM - no shit!). Die Musik zu LAST HOUSE stammt auch von
ihm, und sie ist ziemlich gut, reicht von kitschigen Country-Balladen
(Anspieltips: "Wheels Turnin'", "Now You're All Alone" und "Son of a
Beetch") zu experimentellen Klangstrukturen. Der coole Weasel wird
gespielt von Fred Lincoln, der bald darauf zum Pornodarsteller und
-regisseur avancierte und sogar ein paar Sachen für Frau Orlowski
gedreht hat, als "F.J.Lincoln"...
Bemerken möchte ich auch, daß die Comic-Relief-Einlagen mit dem Sheriff
und seinem tumben Deputy wirklich ziemlich gelungen sind. In einer
Szene etwa, in der die beiden ein Auto suchen, legt sich der Deputy
flach auf den Asphalt und horcht, ob was kommt! Alles. Und gleich
danach will er die angespannte Atmosphäre auflockern, indem er den
Sheriff fragt, ob er mit ihm Beruferaten spielen will!
Nichts für zarte Gemüter.
Was wohl geschehen wäre, wenn sich Wesley nicht Bergman als Vorbild
ausgesucht hätte, sondern Godard? Vielleicht das: Krug und seine Bande
stehen, vollkommen sinnlos Klassiker zitierend, in einem endlosen Stau
und hören die Stones. Und auf einmal ist das Publikum weg.
DICKER TEUFEL, FETTE BEUTE
Gus Trikonis' THE EVIL
(1978) ist sicherlich weit davon entfernt, ein
Klassiker des Horrorfilms zu sein. Dennoch knüpft er in angenehm
traditionsbewußter Weise an Spukhausfilme wie THE HAUNTING oder THE
LEGEND OF HELL HOUSE an, so daß sich man sich nett zurücklehnen und den
Kellergeistern beim munteren Treiben zusehen kann.
Zu Beginn schlurft einer der Veteranen des Hausmeister-Gewerbes, Sam,
auf das Gruselhaus zu, das einst dem Alchimisten und
Kreuzworträtselkönig Emilio Vargas gehört hat. Sam schaut so aus, als
würde er nicht nur an seiner Pfeife nuckeln, sondern gleichzeitig an
einem Klumpen (oder wie sagt man?) Kautabak herummümmeln. Außerdem
zieht er einen Flachmann aus seiner Latzhose und gießt sich einen. Das
tut er auch zu recht, denn sofort fangen die Geister mit ihrem bösen
Spiel an: Ätherische Stimmen wispern Mysteriöses. Für Sam ist dies
etwas zu abgehoben. Er greift zur Taschenlampe und schenkt uns eine
dieser wunderbaren Taschenlampen-Szenen, wo immer Spinnweben ins Bild
hängen. "Das kommt aus'm Ofen!" folgert Sam blitzgescheit und schaut
hinein. Solches er hätte bleiben lassen sollen, da er sich binnen
langer Sekunden in das größte Eierbrikett Nordamerikas verwandelt. Der
Feuerstunt ist wirklich zum Gottserbarmen schlecht: Die ölgetränkten
Mullbinden vermitteln eher den Eindruck eines alten Pharaos in
Schwulitäten.
Tja. Das war als Eingangsschock schon ganz brauchbar. Mit Schwung geht
es dann ans Eingemachte: Richard Crenna (Rambos Boß, hier mit Vollbart)
ist C.J., ein Psychologieprof, der zusammen mit einigen Studenten eine
Art Drogen-Reha-Klinik aufmachen möchte. Er läßt sich vom Makler das
Gebäude vorführen. Besonders gut gefallen ihm die gruseligen
Geschichten, die der Makler über das Gebäude erzählt: So sollen die
Indianer die Gegend als "Tal des Teufels" bezeichnet haben. Das Haus
ist auf einem Vulkankrater erbaut worden. Und ein Mädchenpensionat war
auch noch drin. Bestimmt hat C.J. schon die LSD-Trips vor Augen, die er
in dieser Umgebung schmeißen wird: Pille rein, der Spaß beginnt.
Und das tut er wirklich, denn sofort fällt C.J. der ganze Müll von der
Decke auf den Kopf. Mir selber ist vor kurzem Ähnliches passiert. Vor
meiner Wohnung steht allerdings keine Statue, die etwa aussieht wie ein
depressiver Osterhase, und unter der steht: "Stört niemals den, den ich
in Ketten schlug!" War da etwa auch mal ein Domina-Studio drin?
Und die Mitverschwörer SIND Kanonen... Andrew Prine spielt Ray, der
seine neueste AstA-Eroberung, Laurie, gleich mitgebracht hat. Dann ist
da Dwight, ein Cowboy mit tollem Hut. Peter ist der Smutje, immer gut
für rüde Scherze (wie z.B. Erhängen zum Schein und Dosen, wo
Luftschlangen rausfliegen; ein Partykracher). Mary hat ihren Hund
mitgebracht, einen großen Wolfshund, der sofort durchdreht und in den
Eingeweiden des Hauses verschwindet. ("Wenn du ein Hund wärst, wo
würdest du hinlaufen?") Und zwei Drogies sind auch dabei: Felicia und
Mary die Zweite. Mary die Zweite ist nicht nur Drogie, sondern auch
schwarz. Mary die Erste macht einen etwas zu kurz gekommenen Eindruck
und hat bestimmt schon Orangenhaut.
Solche Probleme hat Joanna Pettet nicht, die C.J.s Frau Caroline
spielt. Dafür muß sie sich mit der Tatsache anfreunden, daß sie
offenbar der Hausliebling von Emilio Vargas' Geist ist, der ihr in
regelmäßigen Abständen erscheint, um ihr Gegenstände zu zeigen, etwa
Kreuze, Tagebücher und so. So kommt sie schon sehr bald auf den
Trichter: "Etwas in diesem Haus macht mir Angst!" Sätze wie dieser sind
das Salz in der Suppe des wahren Liebhabers zweitklassiger Horrorfilme.
Im Tagebuch steht übrigens so gut wie gar nichts, außer einer
kryptischen Mitteilung über das "Heilige Siegel", das das Böse im
Kerker festhalten soll. Könnte damit das Kreuz gemeint sein, das C.J.
kurz vorher aus dem Schloß einer riesigen Falltür rausgezogen hat?
Wetten werden noch angenommen.
Und dann beginnt das Grauen. Zuerst purzeln die Überreste
von Sam aus einem Lastenaufzug. Dann fliegen sämtliche Türen und
Fenster zu und sind nicht mehr aufzukriegen. Von diesem Moment an
beginnen sich die Reihen der Eingeschlossenen zu lichten. Am Schluß ist
es C.J., der dem Gehörnten höchstpersönlich gegenübertreten darf...
Ja, es ist genau dieser Einfall, der mir beim ersten Ansehen (da muß
ich so 16 gewesen sein) den Film gründlich vergällt hat. Der Teufel ist
nämlich Victor Buono (von allen Leuten), der sich dick und feixend auf
einem weißen Gipsthron herumdrückt. Der Bruch mit allem, was
vorhergegangen ist, ist total. Abgesehen davon, daß eine persönliche
Intervention von Luzie in amerikanischen Filmen sehr, sehr selten ist,
wird in diesem Schlußteil ein todernster Horrorstreifen zu einer
schwarzen Komödie. Wieviel von dieser Mixtur letztlich auf die Kappe
des Regisseurs geht, ist unergründbar, denn Trikonis war angeblich
nicht sonderlich glücklich mit dem Endresultat. Dies finde ich aber
nicht zwingend, denn obwohl THE EVILs unfreiwillig komischen Momente
kaum zu übersehen sind, so verbinden sich diese mit einigen wirlich
spannenden Passagen zu einem ansehnlichen Ganzen. Und langweilig ist
der Film in keinem Moment.
Die Gore-Freunde dürfen sich auf einen recht gelungenen Effekt freuen,
der ein Erzeugnis der Herren Black und Decker bemüht. Sehr
beeindruckend ist die fehlerfreie Arbeit der Windmaschine, die fast
pausenlos im Einsatz ist und jede Abstellkammer in das Zentrum einer
Windhose verwandelt. Andy Prine hat die undankbarste Rolle erwischt und
zeigt während verschiedener Dialogaustäusche, daß er darstellerisch
durchaus was auf dem Kasten hat: Er bleibt nämlich ernst. Dies kann
nicht
einfach gewesen sein in der Szene, in der die vollkommen hysterischen
Menschlein versuchen, eine rationale Erklärung für die Vorkommnisse zu
finden. Die beiden Drogenkranken sind auch absolut köstlich: Ein Fall
für Marcus Welby, das Methadon spritzt meterweit!
Trikonis hat Anfang der 70er im B-Movie-Dschungel von Hollywoods
sämigem Unterbauch angefangen. In den 80ern mauserte er sich dann zu
einem routinierten Auftragsarbeiter für diverse Fernsehanstalten. THE
EVIL (den ein Videothekar mir gegenüber mal als "Teh Efill"
bezeichnete) ist ein hübscher kleiner Glühwurm, viel sympathischer als
das Geschnetz, das heute so den Markt überschwemmt.
EIN NEST
MIT HÄKCHEN
Da wären wir auch schon am Ende dieses kleinen Artikels angelangt.
Ich hätte gerne noch etwas ausführlicher über tolle Filme wie TCM,
HALLOWEEN oder DAWN geschrieben. Wie man aus der Auswahl dieses Textes
ersehen kann, gehört mein Herz auch all den schmutzigen kleinen Flicks,
die sich jenseits der Akzeptabilität herumschlagen. Auch über Ferraras
wunderbar deprimierenden DRILLER KILLER hätte ich gern noch ein paar
Worte verloren, aber da ist mir aufgefallen, daß die liebe Frau Kilzer
sich dieses Filmes schon angenommen hat, und Doppelbelegungen führen in
den seltensten Fällen zu erwünschtem Kindersegen...
Abschließen möchte ich den Text daher mit einem Film, der zwar nicht
mehr aus den Siebzigern stammt, mir aber aus meiner Babyzeit vor der
Glotze positiv in Erinnerung geblieben ist. Hinzu kommt, daß ich schon
seit geraumer Zeit mit dem Gedanken spiele, einen Artikel über
ausgesuchte US-Hardcore-Filme der 70er Jahre zu verfassen, und einer
der Regisseure, die da einen Ehrenplatz bekämen, wäre Armand Weston.
Dieser Mann hat nicht nur großartige Regenmantelfilme gemacht (wie
DEFIANCE, EXPOSE ME LOVELY und TAKE OFF), sondern auch an zwei
Horrorfilmen mitgearbeitet. Der eine (DAWN OF THE MUMMY/DIE MUMIE DES
PHARAO) wurde nach kurzer Zeit vom Produzenten, dem Italiener Franco
Agrama, übernommen und fertiggedreht. Der andere heißt THE NESTING
(1981) und ist richtig gut.
Es geht um eine Erfolgsschriftstellerin, Lauren Coltrane, die auf
einmal den totalen Heckmeck bekommt und aushäusig zu wackeln beginnt.
Ihr Seelenklempner diagnostiziert Agoraphobie (Platzangst, nicht zu
verwechseln mit Klaustrophobie, der Angst vor geschlossenen Räumen, und
Angoraphobie, der Angst vor Omis Selbstgehäkeltem). Diese Angst zu
überwinden, das weiß jeder Angolaphobe, ist nicht einfach. Lauren
entscheidet sich dafür, nach Dover Falls zu fahren, aufs Land, ins
Grüne, wo die Kühe noch ungemolken sind und die Pferde wild über den
Acker galoppieren.
Hier trifft sie auf ihr Schicksal, in Gestalt eines achteckigen
Gruselhauses der Spitzenklasse, das sie dem Gestalter ihres letzten
Buchcovers aus der Intuition heraus diktiert hat. Ein Fall von Deja-Vu
(keine Ahnung, wie man bei diesem Wort die Akzente setzt), oder gar
eine verschüttete Erinnerung?
Natürlich werden im Verlaufe des Filmes viele schaurige Sachen ans
Tageslicht kommen. So etwa, daß hier einst ein Bordell betrieben wurde,
dessen Chefin Florinda C. hieß. Und wer vermietete ihr das Haus? John
Carradine, meine Damen und Herren, John Carradine! Und da schließt sich
der Kreis, da bekommt der Füller des Chronisten Flügel! Wo Carradine
auftaucht, da muß Schmuh im Spiel sein! Und tatsächlich: Ein schuldiges
Geheimnis ist es, das Carradine und diverse andere Schmutzegel an
dieses Anwesen kettet...
Was dieses Geheimnis genau ausmacht, wird nicht verraten, wohl aber,
daß auch ein fieser fetter Hühnerficker namens Abner mitspielt, der
versucht, Lauren zu vergewaltigen (versuchen einige, aber nicht alle
bekommen eine Sichel in die Fresse!); daß eine Szene sehr hübsch ist,
in der eben dieser Abner Lauren im Auto verfolgt, wobei ihm immer
wieder eine rätselhafte Frau vor den Kühler latscht, die er wiederholt
übermangelt; und daß Laurens Psychiater auf einem Spitzdach aufgespießt
wird, was die Arzt/Patienten-Beziehung merklich trübt.
THE NESTING ist ein durchweg ernsthafter Film, der aber überzeugt, weil
der Zuschauer geneigt ist, die Charaktere ernst zu nehmen. Nicht
zuletzt ist es die Tatsache, daß Lauren andauernd von irgend welchen
saublöden häßlichen Mackern angemacht wird ("Du bist'n verdammt geiles
Luder!"), die den Zuschauer in die Position der Frau drängen; für einen
Pornoregisseur 'ne ganz saubere Leistung, so wollen es die Vorurteile.
Also, in den nächsten Sommerferien ab nach Dover Falls, wo man mit der
Landbevölkerung heimelige Kontakte pflegen kann. An den Leuten, die
während der Ertrinkungsszene eines der Charaktere hinten ins Bild
latschen, bitte vorbeischauen. Ansonsten ist der Film die beste
Methode, einen fiesen Sonntagnachmittag rumzubekommen. So, und jetzt
habe ich keine Lust mehr.
P.S.: "Was die Liebe nicht zusammenbringt, das schafft die Dummheit!"
(Achternbusch, MIX WIX)
P.P.S.: Noch'n Fax: Demnächst gibt es Interviews mit Barbara Bouchet,
Erika Blanc, Donal O'Brien, Gordon Mitchell, Richard Harrison, Susan
Scott, Sergio Bergonzelli und einigen anderen. Eine dieser Herrschaften
soll etwas von einer japanischen Gummipuppe namens Yoko erzählt haben,
die die Anfangstakte von "Madame Butterfly" ertönen läßt... Klingt gut,
was? Demnächst in diesem Theater.
Christian Keßler
Der Artikel erschien erstmals in der "Splatting Image" Nr. 25 (März
1996).
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