HINTER DER GRÜNEN MELONE

"TAAAH-tatadadah..." Eine der Lieblingsserien meiner Kindheit war "Mit Schirm, Charme und Melone", und eine Woche war zum Scheitern verdammt, wenn ich nicht John Steed dabei zuschauen konnte, wie er mit der Schampusflasche herumspielt. Meine stumme Verehrung für James Bond und all jene, die mit beiläufiger Eleganz Kriminalfälle lösen und den Globus retten, fand in ihm ein geeignetes Objekt zur Vergötzung, und seine Gespielin Emma Peel brachte meine präpubertäre Fantasie zum rahmigen Blubbern - gut gerührt, nicht geschüttelt!

Deshalb möchte ich hier einen kurzen Abriß ihrer Abenteuer liefern, der Fans von früher einige Glanzstunden gepflegter Fernsehunterhaltung ins Gedächtnis zurückrufen soll. Heutzutage, wo die meisten Fernsehsendungen sauber ausgelatschten Formeln folgen, tut es gut, sich daran zu erinnern, daß andere Zeiten und andere Produktionsbedingungen Serien zeitigten, deren einzelne Folgen nicht nur zum schnellen Konsum taugten, sondern auch das wiederholte Anschauen lohnten, und THE AVENGERS war sicherlich solch eine Serie. Jede einzelne Folge ziehe ich dem Hollywoodfilm vor, der vor wenigen Jahren entstand und wieder verschwand.

Dabei waren die ersten drei Staffeln der Serie (von denen ich mir nicht einmal sicher bin, ob sie in Deutschland überhaupt liefen) gar keine auf 35mm gedrehten Arbeiten, sondern "live" gedrehte Videoproduktionen. Von der ersten Staffel, in der Steed (Patrick Macnee) noch von Ian Hendry als Dr. Keel begleitet wurde, ist meines Wissens nur eine einzige Folge erhalten geblieben, "The Frighteners", in der Steed noch keine so ausgeprägt guten Manieren an den Tag legte, wie sie in den mehr komödiantisch geprägten späteren Folgen promenieren sollten. Ian Hendry war ein exzellenter, weniger charakteristisch aussehender Darsteller, der vorher in einer Krimiserie namens POLICE SURGEON einen Arzt spielen durfte, der an Kriminalfällen knabbert. (Horrorfans kennen ihn vielleicht aus Vincent Prices THEATRE OF BLOOD, wo er den smarten Chef-Kritiker spielt!) THE AVENGERS war ein neues Format nicht nur für ihn, das den herkömmlichen Wochenkrimi mit der selbstironischen Attitüde anreichern sollte, die man von Hitchcocks Comedy-Thrillern aus den 50ern oder Ian Flemings Bond-Romanen her kannte. Trotzdem war der ironische Aspekt in den ersten Staffeln noch relativ schwach ausgeprägt. Dr. Keel hatte sogar eine ausgesprochen grimmige Motivation für seinen Abscheu gegen das Verbrechen, war seine Verlobte doch in der ersten Folge von Verbrecherkugeln brutal niedergemäht worden! Macnees Steed (der schon bald in der Zuschauergunst den etwas steifen Keel überflügelte) war noch ein recht ruppiger Geselle, mit mehr als unberechenbaren Anflügen von Brutalität, die ganz und gar nicht gentlemanlike dünkten. Da die Konzeption seiner Rolle, wie sie festgelegt war, dem Produzenten nicht gefiel, erlaubte man Macnee, den Charakter umzuformen, und er flößte ihm deutliche Spuren von Eitelkeit und Modebewußtsein ein, die zwar weit vom Mr. Steed entfernt waren, wie wir ihn heute kennen, aber ein Schritt in die richtige Richtung war getan. Nach 26 Folgen wurde die Staffel nicht zuletzt aufgrund eines Gewerkschaftsdisputes abgewürgt, aber da die Serie sich als sehr erfolgreich herausgestellt hatte, beschloß man alsbald, das Konzept zu erweitern. Ian Hendry hatte sich mittlerweile für eine Filmkarriere entschieden, so daß man umdenken mußte.

Steeds Partner in den darauffolgenden zwei Staffeln (1962-1964) war die ehrenwerte Catherine Gale, eine herbe Schönheit, die ihre akademischen Tätigkeiten gerne durch ausgedehnte Judo- und Karatekünste auflockerte. Gespielt wurde sie von der recht populären Schauspielerin Honor Blackman, für die man eine aufregende Actionkluft aus schwarzem Leder designte, die nicht nur Fetischfreunden gut gefallen müßte, sondern später auch Emma Peel auf den Leib geschneidert wurde! Catherine Gale war eine Art "Famous First" für das britische Fernsehen - eine Powerfrau, die nicht nur treu ergeben dem Helden zur Seite steht, sondern Eigeninitiative beweist und den männlichen Schurken voll vor die Schnauze haut... In der ersten der beiden Gale-Staffeln gab es noch zwei weitere Mitstreiter, die aber in der Folge fallengelassen wurden. Festgehalten werden muß aber, daß John Steed in den ersten drei Staffeln insgesamt drei Hunde verschliß, die um ihn herumscharwenzelten! Catherines fescher Lederlook hatte in Merry Old England eine regelrechte Modewelle zur Folge: Die Vorstellung, daß ganz viele knusprige Londrinen in solchen Lederklamotten durch die Hauptstadt des Linksverkehrs watschelten, macht mich ganz wuschig... Die meisten der insgesamt 52 Folgen, die so entstanden sind, sind noch erhalten. Diejenigen, die ich gesehen habe, machen den Eindruck, daß hier - war doch "The Frighteners" noch eine sehr konventionelle Krimigeschichte - der exzentrische Einschlag deutlich zunahm. In "Warlock" etwa wird sogar Voodoozauber bemüht, um dem Spionagegeschehen düsteren Reiz zu verleihen. In der zweiten Staffel stieß auch Brian Clemens hinzu, der wohl die Hauptverantwortung für den Look trug, der uns allen so wohlbekannt ist... (Schaut Euch mal Horst Janson in seinem Vampirfilm CAPTAIN KRONOS, VAMPIRE HUNTER an - das ist weit jenseits der "Sesamstraße"!)

Dann war es soweit: Honor Blackman warf das lederne SM-Handtuch und sich in die Fänge von Sean Connery in GOLDFINGER. ("For a golden girl knows when he´s kissed her...") Nachdem unzählige Darstellerinnen durchprobiert worden waren (mit der theatererfahrenen Elizabeth Shepherd wurde sogar angedreht), verfiel man auf die 28-jährige Diana Rigg, von der Patrick Macnee noch heute in den höchsten Tönen schwärmt und sie als unglaublich intelligent und humorbegabt beschreibt. Tatsächlich soll sie seinen eigenen Humorstil mitgeprägt haben, und zwar zu einem Punkt, wo die Macher Macnee und Rigg einfach mal machen ließen in den gemeinsamen Szenen - es wurde reichlich improvisiert. Steed hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einige grundlegende Änderungen erfahren: Aus ihm war mittlerweile ein sehr dandyesker Lebemann geworden, dessen anfängliche Brutalität mittlerweile von einer gelegentlich zwar recht menschenverachtenden, insgesamt aber doch recht stilbewußten Überlegenheit abgelöst worden war - Nonchalance in allen Lebenslagen. (Worum ich mich mein ganzes Leben lang bemüht habe - hier ist´s getan!) Mittlerweile hatte er seinen Gentlemandress mit Bowler und Spazierstock herausgebildet und flachste mit Mrs. Peel (wessen Ehefrau sie auch immer war!), daß es nur so eine Art hatte. Die deutschen Sprachfassungen stammen von dem vielen vielleicht aus Edgar-Wallace-Filmen bekannten Schauspieler Werner Peters und absolut hervorragend. Anders als in THE PERSUADERS ("Die Zwei") wurde hier der Grundton des Originals überhaupt nicht angetastet, nur kongenial eingedeutscht. Die Stimmen gehörten Gert Günther Hoffmann (Captain Kirk, Sean Connery) und Margot Leonard (Marilyn Monroe). Ständige Gäste im Synchronreigen waren die charakteristischen Stimmen von Leuten wie Arnold Marquis, Gerd Duwner, Gerd Martienzen, Jürgen Thormann, und auch Rainer Brandt machte so manche Stippvisite!

Daß der ironische Aspekt (besonders in der Figur von Steed) so aufgepeppt war, verfolgte einen ganz bestimmten Zweck, der aber erst in der zweiten (farbigen) Staffel (1967-1968) erreicht wurde: den amerikanischen Markt zu erreichen. Man wollte ein Englandbild kreiieren, das alle verfügbaren Klischees lustvoll zelebrierte und ihnen dezent in den Hintern trat. Dies war endgültig der Fall in den Farbfolgen, wo Clemens und sein Partner Albert Fennell jetzt auch die Produktion inne hatten: Mit Wonne wurden alle möglichen Genres gestreift, auch der Horror- und SF-Film. Steeds nimmermüder Melonencharme wurde dabei schlagkräftig unterstützt von der hinreißenden Diana Rigg, deren Karatekapriolen nach dieser fünften Staffel auch Geschichte sein sollten. Sie tauschte in den Farbfolgen ihr martialisches Lederkostüm (der Name Emma Peel entstammte einer Wortspielerei mit "Man Appeal"!) gegen zahlreiche farbenfrohe Kostüme der eleganten und nicht selten pittoresken Art ein, die heutzutage auch jenseits ihres schönen Gesichtes Reiz versprühen. Sie hatte aber bald die Faxen dicke, und nach 51 Folgen machte sie Schluß.

Ihre Nachfolgerin hieß Tara King (Linda Thorson), und hier, im Jahre 1969, hatte die Amerika-Connection zu einer Koproduktion geführt. Auf Drängen der Partner wurde das Format aber nachhaltig verändert, und während die britische Auswertung noch höchst zufriedenstellend war, floppte die Serie in den Staaten, und so starb sie denn nach 33 Folgen eines natürlichen Todes...

Nach einem disaströs gefloppten Vorhaben, die Serie in den frühen 70ern als Theatershow wiederzubeleben, fragten ausgerechnet die Franzosen in den Mittsiebzigern nach, ob man Steed und Tara für einen Werbespot haben könne. Die Franzosen wollten dann unbedingt einen Nachschlag haben, und so gab es dann die NEW AVENGERS, wo Steed (mittlerweile 54 Jahre alt!) von den jungen Leuten Purdey (Joanna Lumley) und Mike Gambit (Gareth Hunt) unterstützt wurde. (Bei uns liefen die Folgen erst in der ARD, später dann auf dem seligen Sender Tele 5.) Obwohl die größtenteils von Clemens geskripteten Stories recht gut waren, mischten sich auch hier die französischen und kanadischen Koproduzenten mit ein und forderten mehr Sex und Gewalt, die der ursprünglichen Konzeption im Wege standen. Das resultierte nach zwomal 13 Folgen im erneuten und diesmal endgültigen Tod der Serie.

Schade! :)

Hier nun eine kurze Auflistung der ganzen Emma-Peel-Folgen, mit kurzen Anmerkungen, wo vom Autor erwünscht. Diverse deutsche Titel fehlen mir ganz einfach, denn auch mein Videoarchiv ist nicht unerschöpflich! Fünf der farbigen Peel-Folgen wurden auch neu synchronisiert nachgereicht, aber es will mir ums Verderben nicht einfallen, von welchem Sender. Ich werde das aber graduell komplettieren, je weiter ich mit meinen Nachforschungen gerate. Schaut Euch die Folgen an, denn es lohnt sich massiv. Die meisten modernen Filme können sich hier eine Scheibe abschneiden, und wer "Hammer"-Filme sammelt, aber die alten AVENGERS-Folgen ignoriert, verdient einen zurechtweisenden Knuff in die richtige Richtung. Nicht nur die italienische Filmindustrie hatte ein Familiengefühl - die Briten konnten das auch!

1: The Town of No Return (Stadt ohne Rückkehr)

Eine exzellente erste Folge, in der Steed einfach in ein Zimmer kommt, und dort ist sie: Emma, im Lederdreß, bei Fechtübungen! Ab dieser Staffel gab es ein immer gleiches Format: Zuerst ein mysteriöser Prolog, über dessen Schluß der Titel der Folge erscheint; dann ein erstes Encontre von Peel und Steed, wo sie den neuen Fall erörtern. (In den späteren Farbfolgen wurde noch das berühmte "Mrs. Peel - wir werden gebraucht!" zum Standard.) Am Schluß gibt es nach erfolgreicher Lösung des Falles eine fröhliche Epilogsequenz. In "Town" geht es um ein Küstenstädtchen, in dem verschiedene Geheimagenten spurlos verschwunden sind. John und Emma finden heraus, daß alle Dörfler von Unbekannten ersetzt worden sind, die im Untergrund eine Armee heranzüchten, zwecks Unterjochung von Britannia... Formal noch recht unspektakulär, aber spannend inszeniert vom Horrorspezialisten Roy Ward Baker, der verschiedene Folgen der ersten Staffel realisierte. Patrick Newell, der in der Tara-King-Staffel Steeds Chef Mutter spielen sollte, taucht auch kurz auf, gerät aber unter die Räder...

2: The Murder Market (Mordet die Männer!)

Das Kontaktanzeigengenre wird hinterlistig durchlaufen von dem genüßlich satanischen Patrick Cargill und seinen Mitspielern. Wer hier einen Mann sucht, findet einen Steifen, aber im ausgesprochen unvorteilhaften Sinn des Wortes. Selten war Konterspionage so hinterhältig. Regie führte Peter Graham Scott, der für "Hammer" CAPTAIN CLEGG (mit Peter Cushing und Oliver Reed) gemacht hat...

3: The Master Minds (Club der Hirne)

Regie: Peter Graham Scott.

4: Dial a Deadly Number

Regie: Don Leaver.

5: Death at Bargain Prices (Ausverkauf des Todes)

Regie: Charles Crichton.

6: Castle De´ath (Das schottische Schloß)

Eine ausgesprochen gotische Gruselgeschichte um Agenten, die in der Folterkammer auf Freund Heiner treffen. Geister gibt es in diesem Schloß keine, aber ich weiß noch, was für einen verheerenden Einfluß diese Folge auf meinen kindlichen Geist hatte. Wenn der verdiente Charakterdarsteller Robert Urquhart am Schluß von der "Eisernen Jungfrau" aufgespießt wird, hat er weiß Gott selber Schuld... Der Regisseur, James Hill, machte mit A STUDY IN TERROR einen hervorragenden Sherlock-Holmes-Film.

7: The Cybernauts (Die Roboter)

Die ohnehin bereits vorhandene Tendenz zur Science Fiction wurde in der ersten Peel-Staffel entschieden verstärkt. Vorläufiger Höhepunkt diese Folge, in der ein rollstuhlfahrender Wissenschaftler (toll: Horrorveteran Michael Gough) seine Konkurrenten mit Hilfe blechgesichtiger Androiden aus dem Wege räumt. Der Bösewicht beißt schließlich ins Gras, aber seine Robbies sagten später in der Serie erneut Hallo. Regie: Sidney Hayers.

8: The Gravediggers (Die Totengräber)

Regie: Quentin Lawrence.

9: Room Without a View (Geschlossene Räume)

Regie: Roy Baker.

10: A Surfeit of H20

Regie: Sidney Hayers.

11: Two´s a Crowd

Regie: Roy Baker.

12: The Maneater of Surrey Green

Regie: Sidney Hayers.

13: Silent Dust (Tödlicher Staub)

Eine eher ernsthafte Episode, in der es um fehlgeschlagenen Kunstdünger geht, mit dem alles Leben in einer Grafschaft ausgerottet werden soll. Mehrere Gewaltschnitte in der deutschen Fassung und ein glänzender Jack Watson als sadistischer Gehilfe: "Hah, jetzt schlachte ich den Bullen - das gibt ein Fest!" Am Schluß wird er von Steed mit einem Anti-Jagdsport-Schild quer über eine Wiese geprügelt... Regie: Roy Baker.

14: The Hour That Never Was

Regie: James Hill.

15: Too Many Christmas Trees

Regie: Roy Baker.

16: The 13th Hole (Das dreizehnte Loch)

Regie: Roy Baker.

17: Small Game For Big Hunters (Afrikanischer Sommer)

Verschiedene Gentlemen werden in katatonischen Stadien aufgefunden, die nicht vom heimischen Regionalfernsehen stammen können. Steed und Peel spüren dem nach und stoßen auf kolonialistische Verfehlungen, die mit der südafrikanischen Misere nix zu tun haben. Apartheid weit weg, aber der verdiente Charakterdarsteller James Villiers hat trotzdem einen eindringlichen Auftritt - nie wieder Briten jenseits von Britannien! Auch die Löwen wollen leben... Regie: Gerry O´Hara.

18: The Girl From Auntie

Regie: Roy Baker.

19: The Quick-Quick-Slow Death (Gefährliche Tanzstunde)

Ein feindlicher Agent wird mit einem toten Mann im Kinderwagen erwischt. Steed und Mrs. Peel stellen Nachforschungen an, die in eine Tanzschule namens "Terpsichore" führt, in der nicht alles mit rechten Dingen zugeht... Sehr amüsante Episode, voller netter Inzidenzien. Es gibt einen fußfetischistisch veranlagten Schuhmacher, der "Santa Lucia" singt, und Steed gibt sich in einer Szene als Repräsentant der "Ausgebeulte Hosen GmbH" aus... Die Leiterin der Tanzschule ist Eunice Gayson, die im ersten oder im zweiten Bond-Film mitgespielt hat. Regie: James Hill.

20: The Danger Makers (Club der schwarzen Rose)

Hier geht es um einige Gentleman, die auf äußerst spektakuläre Art Selbstmord begehen. John und Emma finden heraus, daß die Verblichenen einem Militärclub angehörten, dessen Mitglieder den Nervenkitzel des Todes suchen... Es gibt eine schöne Schlußszene, wo Emma ihren eigenen Todesmut an einer Starkstromapparatur beweisen muß - spannend! Regie: Charles Crichton.

21: A Touch of Brimstone

Regie: James Hill.

22: What the Butler Saw (Butler sind gefährlich)

Verschiedene Würdenträger beißen ins Gras. Wie sich zeigt, steckt eine Organisation dahinter, die Killer als Butler ausbilden läßt. Steed schleicht sich ein und stellt die Diener des Todes... In Nebenrollen zu sehen sind "Hammer"-Spezi Thorley Walters und der unverwechselbare John Le Mesurier: Der Butler ist immer der Mörder! Regie: Bill Bain.

23: The House That Jack Built

Regie: Don Leaver.

24: A Sense of History (Robin Hood spielt mit)

Regie: Peter Graham Scott.

25: How to Succeed at Murder Without Really Trying

Regie: Don Leaver

26: Honey for the Prince (Honig für den Prinzen)

Regie: James Hill

1: The Fear Merchants

Ein Marktforschungsinstitut findet die psychischen Achillesfersen von Großindustriellen und treibt damit Schindluder. Patrick Cargill gibt einen wunderbar dämonischen Schurken ab, stößt aber auf Granit, als er Mrs. Peels Schwächen herausfinden möchte - die Frau ist nicht kleinzukriegen! Die Folge ist bestimmt auch auf deutsch gelaufen, aber ich kenne nur die britische Fassung. Regie: Gordon Flemyng

2: Escape in Time (Fahrkarten in die Vergangenheit)

Hier geht es um eine orchestrierte Flucht vor der Staatsgewalt, was ja an und für sich ganz in Ordnung ist... Der Mann, der das ermöglicht, ist aber Psychopath und stottert mit der Stimme von Harry Wüstenhagen. Supergipsköpfe und ebensolche Knuddeltiere. Regie: John Krish

3: The Bird Who Knew Too Much (Der Vogel, der zuviel wußte)

Regie: Roy Rossotti

4: From Venus With Love (Einmal Venus, hin und zurück)

Eine nette Geschichte um einen Venus-Fanclub, der in seinem Streben um kosmische Wahrhaftigkeit leider übersieht, daß da auch ein kranker Optometrist mitspielen kann, der Laserstrahlen zweckentfremdet: Die Leute verdampfen und haben kaum eine Chance, die Dioptrienkommission anzurufen. John und Emma schaffen Abhilfe. Regie führte Robert Day, der mit CORRIDORS OF BLOOD und GRIP OF THE STRANGLER zwei sehr passable Horrorfilme abgeliefert hat.

5: The See-Through Man (Die Durchsichtigen)

Der kalte Krieg, mal richtig drollig: Oberst Knirpsov (oder so) erwirbt von Roy Kinnear das Patent eines Unsichtbarkeitsserums und heizt den feindlichen Agenten ein, bis der Brillengrenzdienst einschreitet! Regie: Robert Asher.

6: The Winged Avenger

Regie: Gordon Flemyng/Peter Duffell.

7: The Living Dead (Der Geist des Duke of Benedict)

Eine der Kultfolgen meiner Kindheit: Der Geist des D. of B. steigt aus dem Grabe empor, doch der fiese Theaterschauspieler Julian Glover hat da so einen Plan, der die Unterjochung der Menschheit einschließt. Eigentlich kein schlechter Plan, aber Kermit the Hermit hat da was dagegen. Super: Es gibt eine Gesellschaft der Freunde der Geister (FOG) und eine Skeptikerinnung (SMOG). Gewinnen tut bei diesem Kampf der Zuschauer: Auch nach wiederholtem Anschauen eine der besten Folgen, mit viel Horror-Rammtitei! Regie: John Krish.

8: The Hidden Tiger (Vorsicht, Raubkatzen!)

Was für eine Folge! Diverse ehrenwerte Mitglieder der Gesellschaft werden von Raubkatzen zerfetzt. Die Spur führt zu einer Katzenschutzorganisation namens "P.U.R.R.R.", geleitet von einem Mann namens Cheshire (Carrolls "Grinsekatz"!) Katzen laufen Amok - Superfolge! Regie: Sidney Hayers.

9: The Correct Way to Kill (Kennen Sie "Snob"?)

Lustige Folge mit kalten Kriegern, wo eine Fremdorganisation den Ossis wie den Wessis ins Getreide spuckt und Agenten füsiliert. Ersatz-Vincent-Price Michael Gough sagt mal wieder wieder Hallo, hat aber einen häßlichen Bart. Regie: Charles Crichton.

10: Never, Never Say Die (Duplikate gefällig?)

Ein Typ läuft einem harmlosen Autofahrer wieder und wieder vor die Kotflügel. Der Typ ist Christopher Lee und ruft John und Emma auf den Plan, die hier nicht zu Unrecht einen weiteren Versuch vermuten, die Regierung mit Androiden zu unterjochen. Christopher hat offensichtlich sehr viel Spaß und tritt reihenweise Transistoren in den Modder. Regie: Robert Day.

11: Epic (Filmstar Emma Peel)

Eine der besten Folgen überhaupt: Emma wird von unbekannter Stelle angeheuert, die Rolle in einem Film zu übernehmen. Regisseur ist der psychopathische Z.Z. von Schnerk, der den Film "The Destruction of Mrs. Emma Peel" inszenieren möchte. Dafür hat er sich die heruntergekommenen Schmierenchargen Isa Miranda und Peter Wyngarde verpflichtet. Ein Spaß von Anfang bis Ende. Peter Wyngarde hat nicht nur den Krimihelden "Jason King" gespielt, sondern auch die Hauptrolle in dem schönen Horrorfilm NIGHT OF THE EAGLE (HYPNO). (Regisseur war dort - wie bei vielen AVENGERS-Folgen - Sidney Hayers.) Ansonsten war er noch Mr. Quint in dem besten Horrorfilm aller Zeiten, THE INNOCENTS (SCHLOSS DES SCHRECKENS). Irre. Regie bei "Epic" führte James Hill.

12: The Superlative Seven (Fliegen Sie mal ohne)

Mr. Steed wird zu einem Kostümfest eingeladen, das sich als Bewährungsprobe für russische Agenten auf einer einsamen Insel erweist. Zu den Gästen zählt die anbetungswürdige Charlotte Rampling. Der schleimige Einsatzleiter ist Donald Sutherland. Superfolge - zehn kleine Schinkenhägerlein! Regie: Sidney Hayers.

13: A Funny Thing Happened on the Way to the Station (Diesmal mit Knalleffekt)

Hier soll der britische Premierminister in die Luft gejagt werden, was insgesamt keine schlechte Idee ist. Sehr viel Gesumse um Züge und Hochzeitspaare - für alle Schrankenwärter das Nonplusultra! Regie: John Krish.

14: Something Nasty in the Nursery (1,2,3, wer hat den Ball?)

James Hill inszenierte diese schöne Mär um hochrangige Geheimnisträger, die alle das gleiche Kindermädchen hatten und jetzt von hypnotischen Kinderbällen verfolgt werden, sogenannten "Baby Bouncers". Da freut man sich wie ein Kind!

15: The Joker (Weekend auf dem Lande)

Eine relativ humorlose Psychothriller-Episode von Sid Hayers, in der Emma Peel von einem ehemaligen Bewunderer namens Prendergast in ein Landhaus gelockt wird, wo ihr diverse Exzentriker begegnen. Sehr spannend, det Janze. Peter Jeffreys, den Schurken, kennt man als lustigen Polizisten aus THE ABOMINABLE DR. PHIBES:

16: Who´s Who? (Wer ist wer?)

Zwei abgefeimte Agenten von der Gegenseite haben sich der Dienste eines genialen Wissenschaftlers versichert, der eine Maschine konstruiert hat, mit der man die Persönlichkeiten zweier Menschen komplett austauschen kann. So "fahren" die beiden in die Körper von John respektive Emma, die daraufhin versuchen müssen, in ihren Fremdkörpern am Leben zu bleiben... Die SF-Prämisse gibt Mr. Macnee und Miss Rigg Gelegenheit, mal richtig gegen den Strich zu agieren, was ihnen auch sichtlich Vergnügen bereitet. Ein Heidenspaß! Regisseur war John Llewelyn Moxey, der auch den hübschen Horrorfilm CITY OF THE DEAD mit Christopher Lee gemacht hat.

17: Death´s Door

Regie: Sidney Hayers.

18: Return of the Cybernauts (Und noch mehr Roboter)

Und da sind sie wieder, die Burschen aus Blech. Als Chefbösewicht steht diesmal der über alle Maßen ehrenwerte Peter Cushing parat, der den Bruder des hingeschiedenen Dr. Armstrong spielt. Dessen Assistent Frederick Jaeger ist wieder mit von der Partie. Cushing brennt darauf, die beiden Agenten unter die Erde zu bringen, da er sie für den Tod seines Bruders verantwortlich macht. Dazu hat er eine Uhr entwickeln lassen, die aus Mrs. Peel einen menschlichen Roboter macht... Regie: Robert Day.

19: Dead Man´s Treasure (Mit 160 aus dem Stand)

Ein Spion hat einen wichtigen Hinweis in einer Schatulle verborgen, die den Hauptpreis in einer Schnitzeljagd-Rally quer durch Südengland darstellt. Es gibt auch einen frühen Rennfahr-Simulator, dessen Bandenklatsch-Strafe tödlich ist - Tausende von Volt quer durch den lieben Köper! Regie: Sidney Hayers.

20: The 50.000 Pound Breakfast

Regie: Robert Day.

21: You Have Just Been Murdered (Sie wurden soeben ermordet)

Reiche Männer werden erpreßt. Wenn sie nicht zahlen, erscheint ein Goldilock-Killer und legt sie um - mit Platzpatronen! Auf den Visitenkarten, die er am Tatort hinterläßt, lesen die verdutzten "Opfer": "Sie wurden soeben ermordet." Dumm nur, daß die Patronen beim jeweils dritten Besuch echt sind... Ein sinistrer Bankier wird gemimt von Robert Flemyng, den man aus Riccardo Fredas THE TERROR OF DR. HICHCOCK kennen kann. Regie: Robert Asher.

22: The Positive Negative Man

Regie: Robert Day.

23: Murdersville

Regie: Robert Asher.

24: Mission Highly Improbable (Haben Sie´s nicht ein bißchen kleiner?)

Regie: Robert Day.

25: The Forget-Me-Knot

Eine unvollendete Peel-Folge, die dann als erste Tara-King-Folge dargereicht wurde. (Habe ich, kommt bald. Bin ja kein D-Zug.) Regie: James Hill.

Wer mehr über die Serie erfahren möchte, der greife zu dem famosen Buch, aus dem ich mir auch die Bilder geborgt habe: "The Complete Avengers" von Dave Rogers, erschienen im Boxtree-Verlag, London. (ISBN 1-85283-244-4) Einen Brandy, Mrs. Peel?

Ergänzungen werden sehr demnächst im Ticker kundgetan.

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