Eine weitere Gruppe, die ich in Kindertagen praktisch Tag und Nacht hörte, waren die Residents aus San Francisco, die ihren Namen von der abschlägigen Rückantwort bezogen, die ihnen Warner Brothers auf ihr Demotape hin zuschickten. Auf dem Päckle stand als Adresse nur "Residents". "The Eyeball Ones" - wie sie sich gelegentlich nennen - sahen das als Wink des Schicksals und beschlossen, die von höchster industrieller Stelle ausgesprochene Anregung aufzunehmen und nannten sich fürderhin so.
Seit sie Anfang der 70er aus dem künstlerischen Underground der "Bay Area" hervorgetreten sind, haben es die Musikanten geschafft, ihre Identität mit dem Mantel des Mysteriums zu bedecken. Dies bewerkstelligten sie mit vielen imposanten Verkleidungen, von denen die populärste sicherlich die Augapfelmasken (komplett mit Frack und Zylinder) sind. Diese konstante Vermummung führte natürlich zu Vermutungen, die Residents würden auf Konzerten einfach irgendwelche Hampelmänner und -frauen an die Front schicken und selber in heimatlichen Gefilden die Seele baumeln lassen. Ich durfte bei meinem einzigen Konzertbesuch aber feststellen, daß sie zumindest dort echt zu sein schienen: Ein Mißgeschick mit einem Mikrophon zwang den Sänger mit der charakteristischen Stimme dazu, ein wenig zu improvisieren, und siehe da - es war wirklich der Chef-Resident, der da auf der Bühne tanzte. (Ich weiß mittlerweile auch, wer er ist, und jeder Fan mit zwei Augen und den entsprechenden Videos kann das auch heraustüfteln! Ich verrate nur soviel: Barry Manilow ist es nicht...)
Den Residents gefiel es, ihre frühen Aktivitäten mit zahlreichen fantasievollen Legenden zu versehen, die nicht selten in direktem Kontrast zueinander stehen, aber sehr unterhaltsam sind. So soll einer der prägenden Einflüsse ein deutschstämmiges Individuum namens N. Senada ( = kalifornische Ortschaft!) gewesen sein, dessen obskure Laut- und Sprachstudien in die ältesten Aufnahmen einflossen und die Residents auf ewig prägten... Sicher ist, daß die meist zu viert posierenden Musiker (habe mal schwer den Verdacht, daß das in Wirklichkeit nur zwei sind!) schon sehr früh mit dem genialen britischen Gitarristen Philip Lithman alias Snakefinger zusammentrafen, der seit Platte Drei auf ihren Releases zu vernehmen ist und 1987 leider an einem Herzinfarkt verstarb. Seine kunstvoll verzwirbelten und immer an der Grenze zur vollkommenen Atonalität balancierenden Gitarrenschraubereien paßten in ihrer improvisierten Verspieltheit hervorragend zu den bizarren Elektronikklängen der Musiker, die auf frühen Aufnahmen aber noch stark von Haushaltsgeräten und anderem ungewöhnlichem Instrumentarium angereichert wurden. Später machten sich die Musiker zunehmend die Errungenschaften der Computerforschung zunutze und basteln an den neuesten Möglichkeiten der synthetischen Musik herum, wo sie alsbald eine Vorreiterrolle einnahmen. Berüchtigt sind ihre zahlreichen Coverversionen, die vielerorten als respektlos und unoriginell betrachtet werden (siehe auch, was der mir ja ans Herz gewachsene Max Goldt zu dem Thema geschrieben hat!) Meiner Ansicht nach liegt es den Residents fern, sich mit reiner Parodie zufriedenzugeben. Ohne ihre Erzeugnisse übermäßig aufwerten zu wollen, finde ich schon, daß sie dem jeweils zugrundeliegenden Musikmaterial treu bleiben. Die Resultate hören sich halt so an, als hätten Marsmenschen die Erdenmusik aufgefangen und nun versucht, sie nach ihren eigenen Vorstellungen zu analysieren und ins Marsianische zu übersetzen. Dabei wird die Musik meist reduziert auf ihre Grundstruktur, mit verschiedenen neuen Elementen versehen, die der Musik bedrohliche Untertöne verleihen, ohne allerdings das Ursprungsmaterial in seinem Wesen zu verändern. Die Resultate sind nicht selten wahrhaft unheimlich und bieten die Möglichkeit, über die Natur der Populärmusik zu reflektieren. Man kann freilich auch einfach zuhören und sich in ganz neue Hörgewohnheiten hineinhorchen - wenn man einmal in das Residents-Universum eingedrungen ist, findet man die Werke der Band ganz normal und kann dazu fröhlich mitschnipsen. Mir ist das damals jedenfalls so gegangen. Einen Zylinder habe ich mir allerdings trotzdem nicht gekauft.
In punkto Coverversionen beschränkt sich ihre erste LP-Veröffentlichung "Meet the Residents" (1973) auf den Eingangsschnipser "These Boots Are Made For Walkin´", der sich dann schnell zu einer noch sehr rudimentär produzierten Low-Fi-Reise durch amerikanische Muzakstile entwickelt. Mir hat neulich mal jemand vorgeworfen, ich besäße eine vollkommen verzerrte Perspektive und würde meine Umwelt entsprechend verfremdet zur Kenntnis nehmen. Das mag schon sein. Vielleicht habe ich das bei "Meet the Residents" gelernt, denn die LP demonstriert, wie sich die Musik, die man tagtäglich in die Ohren geblasen bekommt, aus einer sehr subjektiven Sichtweise anhören muß. Ganz unscheinbare Schubiduh-Nettereien verwandeln sich durch bizarres Instrumentarium und verzerrende Aufnahmetechniken in eine wahre Geisterbahnfahrt, die umso verstörender ist, als man die verwendeten Melodien als eigentlich grundharmlos einstuft - "Hänschen klein" mit Vampirzähnen sozusagen. Das Gemengsel aus pervertiertem Barjazz, 40er-Jahre-Radioträllereien und Rockstandards wird jedenfalls vorgeführt, als sei es das Normalste von der Welt - wahrhaftig der Grundstock für eine verschrobene Vision. Trotz der teilweise horrenden Tonqualität halte ich das Album nach wie vor für großartig. Ob man die popkritischen Akzente nun ernstnimmt oder nicht - das Cover ist natürlich dem von "Meet the Beatles" nachempfunden -, bleibt jedem selbst überlassen. Auf der CD bekommt man obendrein die 1972 veröffentlichte "Santa Dog"-Single mitgeliefert, die mehr vom selben bietet.
"Can tomorrow be more than the end of today/ Or do posies just bloom for the feel of the May?" - In vollständiger Versform (vierhebiger Daktari) präsentiert sich das zweite Album, "Not Available", das eigentlich 1974 fertiggestellt wurde, tatsächlich aber erst 1978 auf den Markt kam. Die Audioqualität ist auf meiner CD grauenhaft, aber möglicherweise habe ich da auch ganz einfach eine Zitrone erwischt... Die Musik klingt so, als habe man Philip Glass mit LSD abgefüllt und in der Spielwarenabteilung von Karstadt ausgesetzt. Anders als das Wechselbad des ersten Albums besteht das Album aus fünf langen und gleichmäßigen Stücken, auf denen eine Geschichte erzählt wird, die ich bis heute noch nicht ganz durchdrungen habe. Es geht um eine Frau namens Edweena - glaube ich jedenfalls! Der Text besteht aus dadaistischen Bausteinen, die mit kindlicher Freude aufeinandergetürmt werden und von den Sängern lallend, grunzend und greinend vorgetragen werden: "Is firm corn merrier than the gifts of less important love? Welcome to the offshoots of Jupiter!" Absolut. Wer an diesem stilvollen Unfug Vergnügen und zudem eine gute Beziehung zu Boysenbeeren und Stachelschweinen hat, wird sich das Werk nicht entgehen lassen wollen. Hoffentlich sind die anderen CDs qualitativ besser... Als Bonus gibt es einige Stücke von der viel späteren "Title in Limbo", auf der die Residents mit den beiden Briten von Renaldo and the Loaf zusammen Gas geben. Renaldo and the Loaf sind sowieso ein Fall für sich: Ihre beiden LPs "Arabic Yodelling" und "Songs for Swinging Larvae" sind durchaus geistesverwandt mit den Augapfeleien und auch auf dem Residents-eigenen Label "Ralph Records" erschienen.
Das ewige Meisterwerk der Residents erschien 1976: "The Third Reich´n´Roll" ist eine hakenkreuzunheimliche Pilgerfahrt durch das Tal der Popmusik der 60er und verursacht Hirnsausen der ganz aufregenden Art. Der Wiedererkenneffekt von "Meet the Residents" ( = die Begegnung mit der mutierten Vertrautheit) wird hier ausgewalzt bis zum Erbrechen, das sich denn auch tatsächlich einstellen mag. Die LP kreuzt den Weg von zig Klassikern à la "It´s my party and I cry if I want to", "My baby does the hanky panky" und "It was a double shot at my baby´s heart", schlägt sie brutal zusammen und läßt sie blutend im Straßengraben liegen. Dazwischen ertönen Sirenen und Kriegsgetümmel und eine Frauenstimme, die pseudodeutschen Gobbledegook von sich gibt. Das Ende gibt dann als Gnadenhammer das Finale von "Hey Jude", rhythmisch versetzt und deharmonisiert, versteht sich... Die Begleitsingle mit einer Version von "Satisfaction" ist von einem Kritiker als das "mit Absicht widerwärtigste Stück der Rockgeschichte" bezeichnet worden und ist auf der CD ebenso enthalten wie die Single "The Beatles Play the Residents and The Residents Play The Beatles". Wenn man auf Erden nichts mehr zu erwarten hat, dann ist es Zeit für diese Platte!
Sehr viel kommerzieller, wenn auch weniger aufregend, war LP Nummer Vier, "Fingerprince", die ursprünglich "Tourniquet of Roses" hieß und in gekürzter Form veröffentlicht wurde. Die CD enthält die komplette Katastrophe - so auch das lange Dschungelballett "Six Things to a Cycle". Höhepunkt ist aber "Walter Westinghouse", ein Zweipersonendrama um Menschen, die man niemals kennenlernen wollte. "Eat exuding oinks upon and bleed decrepit broken bones and caustic spells of hell", dichten sich die Residents durch den Konsonantenreichtum der englischen Sprache und entziehen sich nach wie vor jedem Sinnzusammenhang. Auch hübsch sind kleinere Stücke wie der "Godsong" oder "Melon Collie Lassie".
"Duck Stab" erschien ursprünglich als zwei EPs, "Duck Stab" und "Buster and Glen", und hier findet man viele der Residents-Klassiker, wie z.B. das von Primus gecoverte "Sinister Exaggerator", das stimmungsvolle "Hello Skinny" (tolles Video!) und das quäkende "Constaninople". Eine schöne Anschaffung, die als CD noch das Märchen "Goosebump" enthält, auf dem bekannte Kinderlieder demontiert werden.
Dann war´s mal wieder Zeit für einen neuen Höhepunkt! "Eskimo" (1978) besteht vollständig aus Klangmalereien und bringt uns das Leben der Arktisbewohner nahe, über das wir - wenn wir ganz ehrlich sind! - schon immer mehr wissen wollten. Als Ergänzung werden auf der Hülle die dazu gehörenden Geschichten erzählt, damit wir auch wissen, was vorgeht. Hinter dem ganzen Windgepfeife und Eskimogebrabbel verstecken sich aber pfeifbare Melodien, wie auch die später herausgekommene Maxiversion "Diskomo" eindringlich demonstriert. Auch zeigt sich, daß das Kauderwelsch der beobachteten Volksstämme bei näherem Hinhören aus englischen Phrasen besteht, wie etwa "We drink Coke all year!" Man muß sich bei dieser Platte schon ganz warm anziehen, sonst riskiert man eine Erkältung. Wußten Sie schon, daß die Eskimos 40 Worte für unterschiedliche Schneesorten haben? Mööönsch... Die CD beinhaltet auch die vier Stücke, die die Residenzler zum "Ralph Records"-Sampler "Subterranean Modern" beigesteuert haben, auf dem sie in der Gesellschaft u.a. von Tuxedomoon sind.
Richtig doll kritisch wurden die Augenköpfe dann auf dem "Commercial Album" (1980), das aus 40 exakt eine Minute dauernden Popsongs besteht. Die Residents erklären, daß die moderne Popmusik in der Regel immer gleich strukturiert ist, so daß man sich mit dieser Platte eine eigene Hitparade zusammenbasteln könne... Die Songs sind unterschiedlich komisch, aber es sind auch einige Juwelchen dabei. Die CD ist diesmal richtig lang gehalten und bonust sich durch die bekannten Coverversionen von "Hit the Road Jack", "This Is A Man´s Man´s Man´s World", und "Jailhouse Rock". Außerdem gibt es das von Ennio Morricone ("Exorzist 2") beeinflußte "The Sleeper", die "Diskomo"-Single und den Beitrag zu Morgan Fishers "Miniatures"-Sampler, "We´re a Happy Family" von den Ramones... Zu den Gastmusikern zählen neben Snakefinger auch Leute wie der großartige Fred Frith oder sein Henry-Cow-Kollege Chris Cutler.
Dann war es Zeit für die Maulwürfe: Die "Mole"-Trilogie begann 1982 mit "Mark of the Mole" und erzählt von dem gleichnamigen Volk von Erdkrustenbewohnern, die ihre unterirdische Existenz nach einer Naturkatastrophe aufgeben und sich nach einem neuen Lebensraum umsehen müssen. Dabei geraten sie an die hochtechnisierten Chubs, die in den Neuankömmlingen billige Arbeitskräfte sehen. Als die Moles aber wegrationalisiert werden, kommt es erst zu Unruhen, dann zum Bürgerkrieg. Dieses Epos wurde damals auch (auf ihrer ersten großen Welttournee) mit aufwendig gemalten Sets live vorgestellt, zusammen mit dem Erzähler Penn Jillette, einem einigermaßen bekannten Nachtclubkomiker. Diese Auftritte sind sowohl auf Video als auch auf CD festgehalten worden und sollen wirklich ziemlich einmalig gewesen sein. Der zweite Teil der Trilogie, "The Tunes of Two Cities", bringt Klangbeispiele für die musikalischen Traditionen der Moles und der Chubs, die sich natürlich stark voneinander unterscheiden. Auf Teil 4 (Teil 3 der Trilogie gibt es nicht!), "The Big Bubble", wird dann die Synthese der beiden Kulturen dargestellt, die - zusammen mit der auf dem Cover liebevoll ausgesponnenen Legende - eine recht lustige Verhohnepiepelung der Rock´n´Roll-Rebellion betreibt. Der Gesang ist reiner Kauderwelsch, der - wie bei "Eskimo" - hier und da Sinn macht. Die "Mark"-CD enthält die als Maxi erschienenen "Intermission"-Stücke der Show, während "Bubble" das in Japan erschienene "Safety is a Cootie-Wootie" aufführt.
Irgendwann um diese Zeit begannen die Residents auch mit ihrer "American Composer Series", von der leider bis zum heutigen Tag nur zwei Ausgaben erschienen sind. Auf Teil 1 interpretieren sie Musik von George Gershwin und James Brown ("Live at the Apollo"!); auf Teil 2 gibt es Töne von Countrylegende Hank Williams und vom Marschkönig John Philip Sousa. Während die Residents mit den Williams-Sachen sogar einen Hit landeten ("Kaw-Liga"), brillieren sie auf der Militärmarsch-Seite, wo sie mit geringem Aufwand und leichten Veränderungen die spezifische Unheimlichkeit und Falschheit von Marschmusik nach außen kehren.
Die erste Platte, die ich mir "live" kaufte, war "God in Three Persons" von 1988. Hier wird die Geschichte eines Mannes erzählt, der vom Leben ins Abseits gestoßen worden ist und eine Art Renaissance bei einem geheimnisvollen Paar von wundertätigen Zwillingen erlebt. Die Story wird dann sehr morbide und endet mit einem sexuellen Blutrausch, aber die Texte - die diesmal abgedruckt sind - sind wirklich ausgezeichnet und kleiden die Mär erneut in schmucke Verse, die von der mittlerweile schon sehr minimalistisch und synthetisch gewordenen Musik dezent untermalt werden. Unter den Musikern befindet sich auch Richard Mariott vom Club Foot Orchestra, deren ebenfalls auf "Ralph Records" erschienenen Easy-Listening-Jazzplatten eine Pflichtanschaffung mit großem Humorgehalt sind. (Zu "God" kam auch eine 16-minütige Dancefloorversion heraus, die ein ziemlicher Kracher ist!)
Wo sind wir jetzt? 1989... Hmm, da erschien "The King and Eye", eine Art Elvis-Presley-Tributalbum, das die bekanntesten Waisen des berühmten Beckenschwingers mit multi- bzw. muttimedialem Zuckerguß beträufelt. Live wurde das Ganze zusammen mit zwei weiteren Teilen präsentiert, einem Cowboy- und einem Sklaventeil, die die Entwicklung der Rockmusik aufzeigen sollten. (Das war die Tournee, die sowohl ich als auch Max Goldt mit unterschiedlichen Augen betrachtet haben.) Nach "God" war ich von der Presley-Platte aber doch etwas enttäuscht - mehr als ein netter Spaß ist sie wirklich nicht.
Überhaupt: Im Zuge der zunehmenden Technisierung, die die Residents im Laufe der 90er durchmachten, gab es viele, die sich mit Entsetzen von ihnen abwandten. Ich gehöre zwar nicht dazu, muß aber sagen, daß ich die neuen Sachen nicht gar so spannend finde. Trotzdem haben die Residents ihre Tradition als Avantgardisten nach wie vor bewahrt und haben auch auf dem Bereich der CD-ROM- und DVD-Technik neue Wege beschritten. Aufgrund des satten Pathos, das die 1990er "Freak Show" von Anfang bis Ende durchläuft, mag ich diese Platte noch sehr gerne. Die Residents erzählen - mit einigen neuen Sängern im Handgepäck - von den mißgestalteten Bewohnern eines Zirkus, die Tag für Tag von den Normalbürgern begafft werden, welche eigentlich viel monströser sind als die Sideshow-Attraktionen... Nicht gerade revolutionär, aber sehr anrührend. Hat mir gefallen.
Statt eines Geburtstagsalbums schenkten sich die Residents zum 20. eine Best-Of-Platte, "Our Finest Flowers", bei der aber alles durcheinandergeraten ist. Das Cover erzählt davon, wie die Auflistung der geplanten Songs aufgrund eines Unfalls naß geworden ist und verwischte. Die Residents zerrissen den tropfenden Bogen und wirbelten alles wild durcheinander. Das Ergebnis sind 16 Songs, die Musik und Texte der alten Lieder miteinander vermischen - eine interessante Form von Selbstzitat! So wird z.B. aus "White Christmas" und "The Sailor´s Song" "I´m Dreaming of a White Sailor"... Aber das Konzept ist letztlich doch interessanter als die Ausführung. Spätere Platten sind u.a. der recht unheimliche "Gingerbread Man" und "Have A Bad Day". Viele von den 90er-Sachen sind als "Enhanced CDs" mit CD-ROM-Material herausgekommen.
Erwähnt werden sollte auch die hübsche Tribut-CD, die den Residents gewidmet wurde, "Eyesore: A Stab at the Residents". Auf insgesamt 30 Residents-Covern verwirklichen sich zumeist unbekannte Bands, unter denen ich nur Amy Denio (von den Tone Dogs) und natürlich Primus kannte. Am Schluß hört man einen scheinbar angetrunkenen Stan Ridgway, der dem Urheber des Albums minutenlang den Anrufbeantworter vollquatscht, warum er nicht am Album teilnehmen kann... Großartige Idee, das quasi als Nachspann draufzupacken.
Un-, ja wirklich UNbedingt empfehlenswert sind die Videoerzeugnisse aus dem Hause Residents, von denen ich nur die schon seit langem vergriffene "Mole Show" und zwei Sammlungen mit Musikvideos besitze. Wer diese Videos nicht mehr auftreiben kann - nicht traurig sein! Es gibt jetzt auch eine neue DVD, "Icky Flix" (2001), die zwar nicht ganz billig ist, aber die Anschaffung lohnt, lohnt, lohnt: Darauf ist ein sehr langer Auszug aus dem in den frühen 70ern auf Video gedrehten surrealen Residents-Film "Vileness Fats" zu sehen (fast 20 Minuten!), ein altes 5-Minuten-Video zu "The Third Reich´n´Roll", die berühmten "One-Minute Movies", das Video zusammen mit Renaldo and the Loaf, eine Liveaufnahme, die ursprünglich auf "Viva" zu sehen war, sowie zahlreiche neue Videos zu alten und neuen Songs. Ich habe zuerst ein langes Gesicht gemacht, als ich sah, daß so viele neue Sachen drauf sind, aber tatsächlich erwiesen sich diese computeranimierten Angelegenheiten als vollkommen brillant und eigentlich fast noch besser als die alten Filme! Ein richtiges Schmuckstück, das darüber hinaus mit einem tollen Menü versehen ist, in dem man sich über eine Art Zauberwürfel in die verschiedenen Songs hineinwürfeln kann, die auf einer zweiten Tonspur obendrein noch als neu abgemischte Versionen zur Verfügung stehen...
"Pain and Pleasure are the twins that, slightly out of focus, spin around us till we finally understand that everything that gives us pleasure also gives us pain to measure it by..." (God in Three Persons)
Eingelinkt ist zum einen die offizielle Residents-Webpage (Foto), auf der man alles findet, was das Fanherz begehrt: Bilder, Songtexte, Interviews und Schnick & Schnack. Außerdem gibt es auch die offizielle Fansite Smelly Tongues...
Twinkle and you will be there!