ALLES NEU MACHT DER MAIIIIIIIIIII...

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310506

Und hier ist sie, die letzte Post des Monats! Der Vincent schaut nur noch heute so naßforsch aus der Wäsche - morgen kommt ein anderes Bild... (Ich bin verliebt.) Ja, worüber könnte man heute schreiben? Die Fußballmeisterschaft hat begonnen, und die Franzosen haben allen Ernstes gegen den Senegal verloren! Ich hatte einen dicken Schädel, als ich heute aufgewacht bin. Habe mir einen sehr schwarzen Kaffee gesotten, bin die 120 Quadratmeter quer durch meine Wohnung gekrochen und habe die Glotze angeschaltet. Sofort ging´s los mit Fußball! Und es hat sich gelohnt, denn die Underdogs leisteten alles, was sie leisten konnten, während die Franzacken ohne Zidane herumliefen wie die Fliegen in der Buttermilch! Nur an und ab kam da mal so etwas wie Gefahr auf, aber was die Franzosen da getrieben haben, weiß ich immer noch nicht. Haben die Fußball gespielt? War das eine Kabuki-Performance? Marcel Marceau? Ich glaube, die haben nur Fußball GESPIELT, anstatt tatsächlich gelebt. Die weitaus schwachbrüstigere Mannschaft hat verdient gewonnen, weil die Franzosen ein typisches Eröffungsspiel hingelegt haben. Es tat gut, das Weiß im Gesicht der ganzen Schwarzen zu sehen, denn die waren ehrlich sympathischer! Morgen spielt Deutschland gegen die Weisen aus dem Morgenland, die für jedes Tor, das sie schießen, eine Limousine geschenkt bekommen. Da sprudeln die Ölquellen! Ich glaube ja nun doch, daß die Deutschen gewinnen... (Ich bin verliebt.) Wenn nicht, dann sollen sie gefälligst auf Kamelen zurück nach Deutschland reiten, wie einst Hannibal über die Alpen... Die kommen dann erst zur EM wieder zurück... "Fatme, schwarzer Stern von Abukir..." (Andreas Dorau) Die Hühner haben auch heute wieder Ärger gemacht und legen Eier aus Nitroglyzerin oder so. Sind das die Selbstmordattentäter aus dem Wienerwald? Mir wurscht, ich lasse die Hühner in Ruhe. (Ich bin verliebt.) Stattdessen schreibe ich lieber das "Anden-Flugzeugabsturz-Kochbuch" - haltet Ausschau! :) Der Müllemann ist heute in einem Haufen von nitrogetränkten Hühnereingeweiden beigesetzt worden - die waren warm und mollig! Ansonsten bin ich verliebt.

300506

Der Papst bekannte sich heute offiziell zum Katholizismus. Das war ja nun schön und seit langem überfällig. Ich interessierte mich freilich mehr für das ausbordende Barbecue, das heute vom Kai anberaumt wurde. Obwohl ich ja Fleisch eigentlich eher abhold bin, knechtete ich mich zum Orte des Geschehens. Dort wurde viel netter Quatsch abgesondert, u.a. daß mein heutiger Trägebucheintrag lauten soll: Ich masturbierte in ein Paar Socken (=Sons of T.), kippte mir eine Flasche Absinth ein und schaute dann Fassbinders IN EINEM JAHR MIT 13 MONDEN. Das fand ich sehr amüsant, mußte jedoch feststellen, daß ich nach einer Flasche Absinth wohl kaum Fassbinder, sondern mehr unseren Schöpfer sehen würde. Die 13 Monde wären da wohl vollkommen verschwendet gewesen, auch wenn ich das sehr hübsch gefunden hätte! Wir aßen lecker Zigeunerbauch und ließen´s uns nicht verdrießen. Ich verliebte mich, ich verlobte mich, und dann packte mich der Absinth, und ich schnitt mir ein Ohr ab, wie einst Van Gogh, der olle Prittstift... Der soll sich mit seinen Sonnenblumen mal nicht so haben. Gibt ja noch andere Zeitgenossen, die Sonnenblumen abbilden, ohne sich das Ohr abzuschneiden! Der Puter schmeckte besonders lecker. Im Hintergrund dröhnte irgendwo Big Black, und Djangonudoralf von Absurd 3000 hat das auch nur so-so mitbekommen. Der Kai erzählte wie immer Geschichten wie ein junger Gott, der Thomas lachte schebbig, die Martina konterte anmutig, und die schöne Petra knickerte fromm in sich hinein. Es sind Abende wie dieser, die mich bewegen, es doch noch weiterzutreiben. Alles andere wäre auch gar zu lustlos. Das Leben hält einen ganzen Haufen liebenswerten Quatsches parat, und anders, als Morgan Freeman es in SEVEN vermeldet - es lohnt sich, daß man darum kämpft! Danach bin ich noch nach Hause getorkelt und habe mir DEUTSCHLAND IM HERBST angeschaut. Es lohnt sich immer, daß man darum kämpft. Und der Möllemann lutscht koschere Schmusedecken auf der Reeperbahn! Der Dummdepp.

290506

Der heutige Tag lutschte massiv! Das war kein Tag aus dem Poesiealbum, kein Kaisertag, kein Gourmettag. Das war eher ein Tage-Tag. Deshalb fällt mir auch nix Humoriges ein. Stattdessen erzähle ich mal einfach etwas von einem neuen Lieblingsregisseur. Der kommt aus Kanada und heißt Atom Egoyan und erzählt ganz unglaubliche Geschichten über Leute, denen man schon immer begegnen wollte. Da ist zum Beispiel DER SCHÄTZER, in dem der fantastische Elias Koteas (GOD´S ARMY, remember?) einen Schätzer für die Versicherung spielt, der Brandschäden taxiert. Seine Frau ist für die Zensurstelle tätig und betrachtet sich lauter Schmutzfilme, die sie insgeheim richtig geil machen. Nicht nur das führt zu Verwirrungen im Ehegefüge. Stilistisch ist das Ganze irgendwo zwischen David Cronenberg und David Lynch, bedient sich also einer sehr präzise kalkulierten Bildkomposition, die eine Erzähllinie adelt, die vorwiegend ruhig vor sich hinplätschert, dann aber auf einmal mit Exzessen auftrumpft, die hier und da einen Schluckauf erzeugen können. (Der Spanner mit der Erektion paßt nicht ins Nachmittagsprogramm des Bayrischen Rundfunks!) Noch besser ist EXOTICA, der im Sexclubmilieu spielt, aber im wesentlichen mit einem Steuerfachmann zu tun hat, der einen Menschen beschattet, der exotische Vogeleier schmuggelt... Ein Kindermord kommt auch darin vor. Bester Egoyan-Film ist, denke ich, DAS SÜSSE JENSEITS, wo ein Unfall im Fargo-Schneegebiet stattfindet, bei dem ein Schulbus unter dubiosen Umständen zu Tode kommt. Der Untersuchende hat aber selber geharnischte Probleme mit seiner drogensüchtigen Tochter und kommt sich im weiteren Verlauf der Ermittlungen, bei denen er trauernde Eltern belästigen muß, immer törichter vor... Die darstellerischen Leistungen in den Filmen sind durchweg brillant, und die Filmmusik von Mychael Danna MUSS man sich einfach besorgen... Der neueste, FELICIA´S JOURNEY, ist nicht ganz so dolle, leider, aber die anderen sind unbedingt sehenswert!

280502

Uffa, habe gerade die Liner Notes zu einer neuen DVD von BABY BLOOD geschrieben und darüber hinaus den neuen SI-Artikel abgeschickt: "Ein Auge kommt selten allein..." Die Siegelei von Estland hat im TV fast noch höhere Wellen geschlagen als die Möllemann-Saga. Insbesondere RTL hat sich beherzt auf die Grand-Pricks-Pleite eingeschossen. Bereits gestern kämpfte ja bereits Dieter Bohlen mit der deutschen Sprache und gab den zurückgenommen Kenner: "Wenn sie nicht blind gewesen wäre, hätte sie noch weniger Punkte bekommen!" Ich persönlich glaube ja, daß der Dieter schlau genug ist, um das ganz strategisch eingesetzt zu haben, denn sooo ein schlechter Verlierer kann man ja eigentlich nicht sein. Er weiß ganz genau, daß die Medien so was gerne haben. RTL hat das ganz besonders gerne und kramte in Siegels Privatleben, ließ den Ex-Mann von seiner neuen Angebeten zu Gelalle kommen: "Siegel hat eine harmonische Ehe zerstört!" Och, utzi, mönsch! Mir kommen die Freudentränen... Wie meint Bohlen so hübsch? "Soll er lieber ´n bißchen Sex machen als Musik!" Damit ist der Siegel gemeint. Heute hat irgendein anderes Beispiel für RTL-Schmierenjournaille nachgereicht und Corinna May richtig satt gemacht: Sie sei eine schlechte Verliererin, mißgünstig und ANTIDEUTSCH! Sie hat nämlich bei Beckenmann vermeldet, sie könne sich durchaus vorstellen, ins welsche Ausland zu gehen... Na, ist das wichtiger als Möllemann und der Krieg in Nahost? Macht aber mehr Spaß! Ja, das sind genau die Sender, die dann Werte verkaufen wollen, die alle angehenden Robert Esse vom Guten überzeugen wollen... Da möchte man lieber Michael Sopkiw sein, der ehemalige Hauptdarsteller von z.B. Sergio Martinos FIREFLASH und Lamberto Bavas BLASTFIGHTER und MONSTER SHARK. Wer wissen möchte, was aus jenem Titanen des Italo-Films der 80er geworden ist, der zoome auf dieses überraschende Interview! Ansonsten: Eßt kein Hühnerfleisch! :)

260502

Ach, und bevor ich´s vergesse: Roman Polanski gewann die Goldene Palme von Cannes für seine beste Darstellung in dem Film KETTENSÄGENMASSAKER 5: LEDER FÜR ALLE! Er spielt Krzysztof Kieslowski, der schebbige Video-Bootlegs auf dem Flohmarkt von Bremen verkauft und dafür von Lederfratze umgenietet wird. Stehende Ovulationen.

260502

Jo, die Zehntausendermarke zählerseits ist genommen worden (hallo Jörg!), ich habe meinen neuen Splatting-Text beendet und abgeschickt, und der Möllemann ist immer noch dieselbe Krampfader wie schon zuvor. Der Tag war wohl doch kein schlechter. Um das gebührend zu zelebrieren, habe ich ein paar Bilder eingescannt, die aus dem hervorragenden Gothic-Horror-Sleazer IL BOIA SCARLATTO (1965) von Massimo Pupillo stammen, wo Mister Universum Mickey Hargitay den Duoflexus tanzen läßt! Hier wird angedeutet, daß die deutsche Fassung möglicherweise doch nicht ganz ungeschnitten war. Außerdem kündigt sich damit an, daß ich in der Rumpelkammer demnächst einige Bilder präsentieren werde, die sich in 70er-Jahre-Sexmagazinen aus Frankreich gefunden haben, die mir ein alter nackter Mann auf der Türschwelle gelassen hat... Die Bilder werden größtenteils unverfänglich sein, aber zeitlos schön, und solange, wie sich keine Urheberrechtsgeier auf dem Dachfirst niederlassen, werde ich die auch hier deponieren. Wartet auf Marisa Mell und all die anderen Helden und Heldinnen, die Dokumente ihres frommen Tuns hinterlegt haben... Da sind richtig seltene Sachen bei! Boah, das Ding mit Rosalba Neri unter den Wasserfällen von Montegelato ist der Kicker, der die deutsche Mannschaft bis ins Finale bringen würde... Ansonsten sei vermerkt, daß am 28. 5. auf Viva Plus eine Würdigung des schönen Buchs über Punk und NDW von Jürgen Teipel erfolgen wird, "Verschwinde, meine Jugend", und zwar um 22 h! (Wiederholung am 30. um 23 h...) Ich habe heute in dieser Hinsicht richtig abgesahnt, denn ich habe Harry Rags "Trauerbauer" für 1 Euro ersteigert - yippie! Die Auktionatorin weiß gar nicht, was sie mir damit für eine Freude gemacht hat! ("Mein Vaaater war ´ne Rakete...") Ich freue mich ja schon auf die morgigen News von Westerwelle und Scharon Tate, wenn sie über Pillermann diskutieren - da läuft das Spaßmobil doch glatt rot an! Der hätte in dem Fliewatüüt dahinfahren sollen... Roger and out. ("Magst du Filme über Gladiatoren?" - Na, aus welchem Film stammt das Zitat?)

250502

Nun ist der Grand Pricks d´Eurovision ja nicht gerade rosig für die Deutschen verlaufen! Ob das mehr über die Qualität des May´schen Gesangsvortrags aussagt oder über die gegenwärtige Wertschätzung, die man unserem Land entgegenbringt, will ich mal dahingestellt sein lassen. Super fand ich, daß Griechenland Zypern 12 Punkte gegeben hat, und Zypern Griechenland auch. Da weiß man, daß wieder alles zum Besten steht mit den beiden! Die Griechen waren sehr lustig mit ihren Robocop-Kostümen. Überhaupt war die Qualität der Beiträge extrem mittelmäßig - da war nichts, was irgendwie riskant gewesen wäre, und lausige Jammerballaden, die deutlich schlechter gewesen sind als Frau May, haben gut Punkte abkassiert. Da ich und meine Nachbarn fast ununterbrochen Blindenwitze oder fiese Bemerkungen sexistischen oder rassistischen Charakters über die Akteure gemacht haben, überstanden wir das Ereignis schadlos. Beeindruckend wie immer waren die Kurzfilme zwischen den Liedern, die nicht einmal mehr ideellen Bezug zum Geschehen hatten. (Was haben Blaubart und Frankenstein mit Schlagermusik oder mit Estland zu tun? Naja, vielleicht doch einiges...) Als "Schocker" waren diesmal wohl die slowenischen Tucken auserkoren, aber statt schriller lustiger "Drag Queens" bekam man da nur fade Hausmannskost. Bettina war sauer, weil keine gutaussehenden Männer zu besichtigen waren, und meinereiner fand die dargebotenen Barbie- und Girlie-Models ziemlich fad. Am besten gefiel mir die zumindest etwas aus dem Rahmen fallende Kantgesicht-Blondine aus Finland, die ich sofort Ilsa getauft habe... Der hätte ich beim Singen gerne über die Frisur gestrichen und ihr gesagt, daß sie sich nicht grämen soll, wenn es so wenig Punkte setzt! Die beiden Moderatoren waren estnische Säuberung par excellence: Der Mann sah aus wie Stephen King und machte unglaubliche Grimassen; die Frau hatte eine Frisur wie ein von Geisteskranken gemalter Tannenbaum auf einer Kinderhort-Benefizpostkarte und wechselte von Auftritt zu Auftritt ihr Kostüm - wohl, weil sie Stephen King hinter der Bühne andauernd durchgepoppt hat! Außerdem hatte sie eine unglaublich fiese Quietschstimme. (Das Backstage-Quietschen wird den Bühnenarbeitern noch in 10 Jahren in den Ohren gellen!) Ich hätte es gut gefunden, wenn man n-tv-mäßig, "Bild im Bild" nennt man das wohl, den Ralph Siegel gezeigt hätte während der Bewertungen... Kein Mitleid für ihn, ein klein wenig Mitleid für Frau May, aber ihre Platten werden sich sowieso verkaufen wie geschnitten Brot. Am besten fand ich bei der ganzen Veranstaltung den Abspann, weil da großartige Namen waren. Super fand ich den Produktionsleiter: Kalle Kingsepp forever!!!

240502

Tja, der Bush-Besuch ist jetzt vorbei. Die Polizei hat scheinbar ein paar Sachen richtig gemacht. Was nicht der Fall war bei dem Kölner, der von einigen Bütteln totgekloppt worden ist. War sehr schön, den Verteidiger zu sehen: Ja, der Abgetretene hat sich gewehrt und sich erst in Fesseln gelegt, dann provoziert, daß man ihn zu Tode schlägt und tritt... Ich wünsche diesen verdammten Fuckern, daß sie mindestens Totschlag angehängt bekommen, obwohl mehr angesagt wäre! Ich finde es jedesmal zum Kotzen, wenn Polizisten querschlagen. Anders als viele Freunde von mir bin ich ein deutlicher Freund der Polizisten. Die Alternative wäre eine Form der Anarchie, die sich niemand ernsthaft wünschen würde: Die Kleinen würden von den Großen gefressen, und noch viel unkontrollierter, als das jetzt schon der Fall ist. Genauso weiß ich aber auch, daß korrupten und ihre Macht mißbrauchenden Bullen mein Haß gehört! Und wenn das zu solchen Exzessen führt wie in Köln, dann wünsche ich mir, daß die Scheiße herniederprasselt auf diese Deppen! Und alle netten Bullen (denen meine Hochachtung und meine Dankbarkeit gehört für den harten und unterbezahlten Job, den sie tun) sollten solche Leute hassen, denn sie bringen Verruf auf ihren notwendigen Berufstand! Polizisten tun meines Erachtens einen wichtigen Job, und sie dienen letztlich uns allen. Ohne sie wäre Mahlzahn der Küchenmeister, und das können sich auch Punker in letzter Instanz nicht wirklich wünschen, wenn sie Grips in der Birne haben. Ich mache mir selber in die Hose, wenn ich eine Bullenkutsche hinter mir habe, aber die Alternative ist noch viel unerfreulicher. Stellt Euch mal vor, wie das wäre, wenn Ihr in die Fänge der italienischen oder französischen Polizei gerietet! (Ist mir bisher erst einmal passiert.) Und die amerikanische Polizei ist nun wirklich jenseits von Gut und Böse. (Remember Rodney King?) Ich liebe Bullen, aber wenn sie ihre Privilegien mißbrauchen, gehören sie an den Pranger gestellt. Schon im Interesse ihrer ehrlich bemühten Kollegen. Die Kölner Heinis gehören angeklagt. Gehören verurteilt. Das war kein Unfall. Das waren gewaltbereite Gesellen, denen der Prozeß gemacht gehört. Stellt Euch bitte mal vor, Ihr würdet einen Liebesbrief von Jürgen Möllemann bekommen - wäre Euch das lieb? Jo, hat mich heute sehr berührt. Ich wünsche mir lange Strafen für die Kacknasen! Hier ein kleiner Text, der entstand, als meine Mutter mir zum Thema "Schnecken" mailte...

230502

Die Welt ist heute ganz neu geworden! Außer hier in Buer - da ist sie immer noch ganz alt. Kein Bush ist hier vorbeigekommen und hat Beifallsstürme entfacht; kein Jörg Böhme (yeah!) und Lars but not Lease Ricken sind nachnominiert worden; und kein Ralf "Sam Hawkins" Wolter hat auf der A24 3 Leute plattgefahren. Das ist irgendwo anders passiert! Hier haben sich nur die Rentner die Hände gereicht, die Linden wunken einander zu, und der vergnatzte Nachtschaltermann von der "Total"-Tankstelle (Werbespruch: "Wollt ihr das totale Benzin?") pöbelt unschuldige Nachtfalter an... Wenn ich wüßte, wo die doofen 15-jährigen die Ekstasekapseln herbekommen, würde ich die mir sofort reinpoppen! Bevor man zu solchen verzweifelten Maßnahmen greift, kann man allerdings auch am kommenden Montag (dem 27. Mai) den Sender 3SAT einschalten, wo der neueste Film des SYPH-Frontmannes Harry Rag läuft, OVER THE SUN - UNDER THE MOON. Wer Harrys Filme kennt, weiß, daß ihn hier Experimentelles erwartet, und das um 23.00 h Ortszeit. Wer sich vorabinformieren möchte, kann entweder auf die just freigeschaltete S.Y.P.H.-Seite zoomen (die noch ausgearbeitet wird) oder auf Harrys eigene Page. Der Mann ist extrem nett, und ich werde am Montag bestimmt den Videokopf glühen lassen... Als ich ihm das erste Mal mailte, erwähnte ich, daß die Ex-Freundin eines guten Freundes gerade eine Klausur über seine Texte schreibt. Da kam dann irgendwann um 3 Uhr eine Mail mit einem einzigen Satz: "Die Titten von der Ex-Freundin interessieren mich mehr!" 8 Stunden später kam dann sofort eine weitere, des Inhalts, daß er gestern auf einer Party gewesen sei und immerfort an so etwas gedacht habe... Ich liebe den Mann! Sein Film über David Lynchs BLUE VELVET, NO FRANK IN LUMBERTON, ist übrigens ziemlich großartig. Ansonsten möchte ich nur noch vermelden, daß ich die Ravioli "Diavolo" von (glaube ich) Erasco sehr verehre, denn da steht drauf: "Schmecken auch kalt gut!" :)

220502

Ha, der Bush ist da! Na, mal schauen, ob die Bullerei sich schlauer verhält als bei den Chaostagen am 1. Mai... Viel spannender finde ich aber den Kampf zwischen Guido Westerwelle und Jürgen Möllemann, der an diplomatischen Bauchklatschern kaum zu überbieten ist. Die Konkurrenz muß sich ein Loch in den Bauch freuen, da man mit soviel Blödheit wohl kaum 18 Pozent erreicht, geschweige denn die Kanzlerkanzel... Schade, ich hatte mich schon auf Kanzler Westerwelle mit seinem Spaß-Mobil gefreut! Die sinnloseste Partei Deutschlands in Aufruhr, wer hätte das gedacht? Das ist wie Sumo-Ringen für Armamputierte. Da hält man es doch lieber mit J.B. Kerner, der lustige Gäste um sich geschart hatte: Alida Gundlach enthüllte, daß sie früher mit Musiker Les Humphries zusammen gewesen war, und daß dieser nach einer Talkrunde, in der Curd Jürgens der Alida konstant die Hände betatscht hatte, dem ergrauten Mimen voll eine aufs Maul haute! Was wäre da nur bei Michael Steinbrecher passiert? ("Nehmen Sie Ihre Hand von meinem Knie...") Dann kam Christian Wulff, CDU-Nordmann, der überraschend sympathisch erschien und einen guten Sinn für Humor offenbarte, den ich ihm bei seinem Glattgesicht kaum zugetraut hätte. Ganz anders der Bild-Journalist Wurst (oder so), der keine Schmach dabei empfindet, als "Teuro-Sheriff" tituliert zu werden! Dieser sehr wallraffige Humorlosigkeitslappen erinnerte mich an alle Leserbriefschreiber, die jemals zutiefst empört gewesen sind. Ist das so überraschend, wenn die Ladenbesitzer versuchen, nach Einführung des Euro ihre Kunden übers Ohr zu hauen? Ich würde meine Mohnbrötchen für 50 Euro das Stück verkaufen und vermelden, daß in einem von ihnen ein massivgoldenes Pinseläffchen verborgen ist! Eßbare Lose, sozusagen... Und der, der gewinnt, bricht sich an dem Goldsegen die Zähne aus - alaaf! Nein, der Bild-Heini war hochgradig klamm unter der Kappe, lobte sein Käseblatt und entblödete sich auch nicht, dem ungleich souveräneren Wulff an die Karre zu pissen. Der nahm´s gelassen, was bei solchen Gelegenheiten auch die einzige Möglichkeit ist. Dann kam noch Jörg Pleva, bei dem sich Kerner etwas verhob. Künstlertypen, die nicht in erster Linie hinter der Kohle her sind, liegen Kerner nicht. Was nicht erwähnt wurde: Pleva war nicht nur im MILLIONENSPIEL, sondern offensichtlich auch ein Liebling von Kubrick, der seine Synchronfassungen ja selbst überwachte. Unter der Regie von immerhin Wolfgang Staudte sprach Pleva Alex in UHRWERK ORANGE, Barry in BARRY LYNDON und Jack in THE SHINING, und das super!

200502

Guten Morgen. Der Monstrula-Abend war erquickend und labend, mit vielen netten Überraschungen, z.B. einer Doppelungen von Filmrissen und herausgeflogenen Sicherungen. Wir haben dem Sicherungs- und Rißexperten voll auf die Schnauze gehauen, und dann klappte das auch sehr akzeptabel. Das Logomonster von Monstrula, das ja am Samstag auf der Bühne erschienen war, lag besoffen und mit Apfelkuchen vollgestopft in Gelsenkirchen-Horst und war nicht zum neuerlichen Auftritt zu überreden. Schade, aber das Event wurde auch so sehr angenehm. Ich habe heute nacht einen epochalen neuen Text verfaßt, der seinen Weg direkt in die Kunstlexika hineinfinden wird. Ihr könnt heute schon kucken. Das Thema ist Helge Schneider, und ich werde später noch ca. 1 Foto folgen lassen, denn das gehört sich schon. Auch so spricht der Text aber für sich selbst! Außerdem habe ich einen früher verfaßten Comedy-Text über die Serie "Saturday Night Live" auf die Inhaltseite gebaselt, der mir vormals leider entgangen war. Ansonsten habe ich ein exzellentes neues Forum entdeckt, das sich hier findet. Obwohl es zu der Seite www.filmnoir.com gehört, geht es da auch um Horrorfilme der klassischen Art. Während in den meisten Foren der Schwachsinn regiert (bei "Sinister Cinema" wird momentan alles zugekaspert), sind hier ausgesprochen nette und kennenswerte Leute mit Grips im Schädel. Ich selber habe bisher über Columbo, James Ellroy und "House of Usher" getextet, und die Leute haben sehr sympathisch geantwortet. Jetzt muß ich schlafen, denn ansonsten fallen die Augen zu.

190502

Einen wunderschönen Pfingstsonntag auch! Was ist eigentlich Pfingsten? Laut SAT-1-Text wird an diesem Tage das kirchliche Geburtsfest begangen, da der Heilige Geist auf die versammelten Jünger gekommen sein soll. (Igitt!) Die pentekostalen Feierlichkeiten stehen aber ebenfalls im Zusammenhang mit der Vertreibung des Berberfürsten Makalele, der sich im Jahre 1155 mit seinen Horden ausgerechnet im Niederbayrischen niedergelassen hatte. Man trieb da so die üblichen Spielchen (Mord, Plünderung, Vergewaltigung), für die die Menschheitsgeschichte zu recht so berühmt ist. Um dem schändlichen Tun Einhalt zu gebieten, schickte sich ein mutiger Priester namens Aloysius Zwackelmann an, beim Berberfürsten um Gnade zu flehen. Er trat vor den grausen Patron und hub an zu sprechen. Die Worte des Priesters rührten das Herz des Invasoren, und eh man sich´s versah, brach die mordende Bande ihre Zelte ab und nahm ihre Peischen, Morgensterne und gotische Kampfmandeln mit ins Sachsen-Anhaltinische. Dieser Tag wird nicht nur in Bayern (wenn auch nicht in Sachsen-Anhalt!) als das Pfingstfest verehrt. Für mich ist das allerdings nur eine weitere Gelegenheit zum Fluchen, denn ich habe wieder vergessen, rechtzeitig etwas Leckeres für den Kühlschrank zu kaufen. (Der ist nämlich ein Schmecklecker, mein Kühlschrank!) Wer sich durch diesen Quatsch hindurchgelesen hat, wird jetzt mit eigenen zusätzlichen FERNSEHTIPS belohnt: Auf dem neuen Sender Tele 5 läuft am Dienstag um 20.15 h der ziiiemlich chefige Italowestern EIN LOCH IM DOLLAR von Giorgio Ferroni, mit einem breit grinsenden Giuliano Gemma. Am Mittwoch um 22.05 h übernimmt das Grinsen Kirk Douglas in dem milde splatterigen, aber recht netten OMEN-Ripoff INFERNO 2000 von Alberto de Martino. (Wo habe ich nur meine Apokalyptusbonbons?)

190502

Da heute garantiert nichts Interessantes passiert, kann ich noch nachreichen, daß ich gestern ca. zwei Stunden auf unserem Dachboden versackt bin. Der Dachboden ist eine überaus atmosphärische Affäre, staubig und voller chefigen Gerümpels. Da die Nachbarn auch verschiedene Korbstühle dort drapiert haben, läßt es sich dort auch trefflich versacken, mit der Turmuhr in vorzüglicher Sichtweite. Erstmals ist mir dort auch der rote Kinderball aufgefallen, der dort Staub ansetzt. Hmmh - DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA, THE CHANGELING... Der Dachboden ist wirklich sympathisch. Gelegentlich schauen auch die Killerkatzen von Rob und Bettina rauf, Mia und Vincent. Vincent ist dick und gemütlich, und wenn man ihn nur ankuckt, rollt er sich gleich auf den Rücken und will gekrault werden. Dabei muß man allerdings Vorsicht walten lassen, denn, wie bei Katzen so üblich, überzieht er das Spiel sehr schnell und quittiert unachtsam vorgebrachte Kraueleien sehr schnell mit heftigen Kratzern, die den Unterarm flugs wie das Mississippi-Delta aussehen lassen... Trotzdem, Katzen sind die Chefs! Mia ist die Frau im Haus und wesentlich weniger phlegmatisch als ihr Brüderle. Die ist schneller auf dem Dachbalken, als man "Natural Born Killerkatzen" sagen kann... Ich bin mir sehr sicher, daß man auf dem Dachboden auch aufregende Entdeckungen machen kann, wie z.B. vergrabene Schätze oder angeknusperte Leichname, aber manchmal will man ja einfach nur die Seele baumeln lassen, und da genügen der Staub, die Katzen und der Weichspülerduft, der von den aufgeknüpften Bettlaken ausgeht.

180502

Der Club kommt, der Club geht - nur der Mietzins besteht! Die Veranstaltung war sehr erfreulich, wenngleich Otto Schily leider doch nicht unter den Teilnehmenden war, denn ein Sattelschlepper mit integrierter Planierraupe hatte sein Wohnmobil erfaßt, als er über die A43 nach G´kirchen schlumpern wollte. Der Minister ist aber unverletzt und wurde mit dem Rettungshubschrauber sofort zurück nach Berlin transportiert, wo er am Montag einer Sitzung des Frettchenzüchterverbandes beiwohnen muß. Der wäre viel lieber beim Club gewesen, aber so spielt das Schicksal! Buio Omega servierte zwei sehr ansehnliche Filme, wobei der jugendgefährdende FREITAG von den meisten als "geil langweilig" eingestuft wurde. Als Teenager ist man ja leicht beeindruckt, und wenn einem zu den Granteleien Harry Manfredinis Gefiedel um die Ohren schraddert, dann wird die Apotheose des puritanischen Grausens doch leicht zur Farce. Spaß gemacht hat´s natürlich, und es war ein komplettes Vergnügen, den lieben Menschen zu begegnen, u.a. dem Jungregisseur Stephan Lenzen, in dessen ZANDER ich einst selbst Teenagerschritte vollzogen habe. Auch der Schlesier und seine liebe Karina sagten Hallo. Von meinem Büchle haben sich knapp 20 verkauft, was ich in Anbetracht des Kaufpreises von 60 Emmen schon sehr erfreulich fand. Leider habe ich bei der zwoten Ansprache ganz vergessen, daß auch noch ein oder zwei Exemplare verlost werden sollten, aber das werden wir beim näxten Mal abhandeln... Ich war wie üblich vollkommen platt (=nach zwei Stunden Schlaf!) und schlafwandelte mich durch meine Ansagen. Am Abend machte ich den großen Fehler, einen meiner Lieblingsfilme anzukucken, nämlich Cronenbergs DIE UNZERTRENNLICHEN, bei dem ich jedesmal haltlos schluchzend unterm Sofa verschwinde. Glücklicherweise habe ich den alleine geschaut, denn ansonsten hätte es möglicherweise wenig souverän und geradezu ungrazil ausgesehen... Morgen ist der Monstrula-Abend in der Schauburg, und wenn wieder das tolle Logo-Monster in voller Lebensgröße auf der Bühne erscheint wie heute (Ich habe mich weggeschmissen! Sah aus wie eine Mischung aus dem ROBOT MONSTER und den Residents!), dann kann das nur ein überaus kulinarischer Abend werden. Ab 22.30 h im Schauburg: Die Scheren des Schicksals! So, jetzt gehe ich ratzen und träume von Zwillingen...

170502

So, et reicht: Ich gehe nach draußen und lasse mich RÖSTEN! Vorher will ich aber noch ein paar Links nachreichen. Der erste ist eher für NDW/Punk-Fans von Interesse, da www.syph.de endlich ihre Pforten geöffnet hat! (Ebenso hat der Frontmann jener Combo, der ehrenwerte Harry Rag, seine eigene Taris-Seite jetzt umbenannt in www.harryrag.com.) Insbesondere die Syphpage befindet sich noch im Aufbau, aber sehr bald wird es einiges darauf zu finden geben - Bookmark! Wer unmusisch ist, aber Apfelsaft mag, der wird bei Bruno auf seine Kosten kommen: Da hat ein Zeitgenosse eine HP für den Schimmelpilz aufgezogen, den er... Aber seht selbst. Ziemlich genial. Ich habe mir det Dingen sofort angesehen, und es war das erste, was ich nach dem Aufstehen vor Augen bekam, nach einem fürchterlichen Alptraum, in dem mein Auge irgendwie einwärts gebogen war. Genug getz! Raus an die Sonne!!!

170502

Hier in Gelsenkirchen-Buer ist gerade um 4 Uhr 27 Ortszeit eine gigantische Seidenraupe in den hiesigen Schlecker-Markt hineingebaselt. Aufgrund der bestürzenden Verwüstungen, die dabei angerichtet wurden, rief man sofort Otto Schily herbei, der höchstpersönlich mit der Seidenraupe verhandelte. Als gar nichts mehr half, bediente er sich einiger Kalauer von der diesjährigen Stunksitzung. Die Raupe verschrumpelte zu einem minder bedrohlichen Gewöll und gab auf. Derzeit kümmert sich die textilverarbeitende Industrie um sie. Der Burda-Verlag hat bereits Urheberrechte angemeldet. Am nun folgenden Samstag erfolgt mit der Buio-Omega-Vorstellung eine Sternstunde örtlicher Kinematographie. Der angesehene Filmgelehrte Christian K. wird mit einer blauen Schalke-Perücke auftreten und sich zum Affen machen. Darüber hinaus gibt es einen Italowestern seltenster Prägung zu betrachten, und ein in Crystal Lake stadtbekannter Massenmörder treibt sein Unwesen. Der Tatsache zum Trotz, daß ebenjener Mörder in Teil 1 der Serie noch keine Eishockeymaske trägt, wird der Filmgelehrte eine ebensolche in seinem Handgepäck tragen, um sie im passenden Moment über die blauweißen Schalke-Haare zu stülpen. Der hieraus gewonnene Effekt wird unwiderbringlich einzigartig sein und die Massen zum Toben bringen. Wer hier nicht jubelt, ist schon tot. Feiert Samstag den 14., und feiert ihn möglichst am Samstag dem 18., im Schauburg-Kino in Gelsenkirchen. Was mache ich mir hier überhaupt Mühe? Kommt ja eh wieder keiner! Okay, falls nicht wenigstens 100 Karten verkauft werden, laufe ich mit der Pumpgun einher und rufe den Frühling herbei! Das BUCH wird verkauft, also bequemt Euch aus Euren Betten, o-KAY? Freitagabend ausgehen, soll sein, dabei saufen, auch in Ordnung! Aber Buio Omega IS´ PFLICHT! Wer hier nicht antanzt, dem werden die Bürgerrechte auf mindestens 100 Jahre aberkannt! Das wird aktenkundig festgehalten, ich verständige den Schily! Außerdem sei vermerkt, daß am Pfingstsonntag ein Riesenskorpion der 50er Jahre über das gleiche Kino herfallen wird. Der wurde bislang nicht nur in DIESEM Kino nicht gezeigt, sondern in GANZ DEUTSCHLAND NICHT! Schily selber hat zugesagt, und wenn der Mann nicht aufkreuzt, dann piekt ihn der Skorpion höchstselbst in den ARSCH! Kommet zuhauf am Samstag, am Sonntag, und an allen anderen Tagen sowieso...

150502

Hallo. Außer, daß sich Mette laut BILD das Gesicht zu Mettwurst verbrannt hat, hat sich leider nichts Wesentliches getan. (Endlich macht die Maischberger mal was richtig!) Die deutsche Nationalmannschaft hat heute gegen Wales brilliert. Zumindest, wenn man unter "Brillieren" die totale Armutserklärung versteht - die haben gespielt wie ein Team von Eunuchen! Mann, was war das für eine Flitzekacke! Ein Wunder, daß die Waliser nur 1:0 gewonnen haben, denn die Deutschen haben bis zur 65. Minute oder so keine einzige brauchbare Torchance produziert. Im Jargon nennt man das, glaube ich, Arbeitsverweigerung. Die Welschen haben nach ihren Möglichkeiten gestürmt, was das Zeug hielt, und haben meines Erachtens viel zu niedrig gewonnen. Der kleine Farbige namens Earnshaw (oder so) war eine Wolke und wuselte zwischen den mumifizierten deutschen Abwehr-Assen herum wie ein wirbelnder Derwisch! Der war richtig Klasse! Die Deutschen hingegen bewegten sich wie die Fliegen in der Buttermilch und kamen erst nach zwo Dritteln einigermaßen in Wallung, produzierten zwei Pfostenknaller, die aber ohne Belang blieben. Wenn die so nach Korea fliegen, dann stürzt das Flugzeug ab! Ich hoffe, daß die Leverkusener es morgen besser machen, und ich prophezeihe einen Sieg gegen Real. Ansonsten habe ich heute die erste Folge der neuen COLUMBO-Staffel gesehen, TÖDLICHE TRICKS, wo Peter Falk tatsächlich noch von Klaus Schwarzkopf gesprochen wird, allerdings mit leicht angeknödelter Stimme. Die Folge war trotzdem chefig, mit einem glänzend ekligen Anthony Andrews als Bösewicht. Hoffentlich sind die anderen Folgen ähnlich gut. Meine besten Genesungswünsche an Prinzessin Mettwurst, und ein dickes BLÄÄÄCH an Pur-Sänger Hartmut Engler, der bei Kerner auf- und auslief. Was für eine Flitzpiepe!

140502

In meiner Lieblings-Grusel-Talkshow, BECKMANN, gab sich heute eine wahre Elitetruppe des Schreckens die Klinke in die Hand. Den Anfang machte Stefan Effenberg, der sich gerade heute von seiner langjährigen Freundin getrennt hatte und sich nicht zu schade dafür war, den Kram im Fernsehen durchzuschnacken. Na, wenigstens mußte er für diese Aktion die Betroffenheit und Anteilnahme des Gastgebers über sich ergehen lassen, und mich von Mr. Beckman öffentlich "mit Samthandschuhen" anfassen zu lassen - da würde ich eher vom Zehn-Meter-Brett in einen Fingerhut springen! Das Gruselkabinett ging weiter mit Claudia Roth, der frohgewordenen Grünen-Chefin, über die man immerhin zweierlei erfuhr: 1., daß sie früher Managerin von "Ton Steine Scherben" gewesen war (ist sie ja immer noch, hoho!); 2., daß sie Doatmund-Torwart Jens Lehmann für einen sehr attraktiven Mann hält. Ich finde, dieses Zweier-Gespann birgt durchaus Möglichkeiten! Ich werde mir jetzt die ganze Nacht hindurch Zärteleien zwischen diesen beiden Koryphäen vorstellen - TOOOOR!!! Und als Dreingabe gab es dann noch Lucy von den "No Angels", die sich von Beckman einen unvergleichglich klebrigen Eingangssatz gefallen lassen mußte, etwa des Inhalts, wie man sich denn fühle, wenn dieses Märchen wahrgeworden sei, vom kleinen Ding zum Megastar, in einwandfreier Schokoonkeldiktion vorgebracht... *SCHUDDER!* Da waren so viele sexuelle Spannungsfelder in der Sendung, daß mir mein eigenes vorübergehend eher unscheinbar erschien. Die vierte Gast war mir sympathisch, deshalb lasse ich ihn raus! Ansonsten würde ich sehr gerne einen Club von Soziopathen über 21 mit Pump Gun gründen, dem man natürlich einen strikt unverfänglichen Namen geben müßte, etwa "Über 21" oder "Claudia Roth Appreciation Society"... Kleiner Tip für Freunde des Italowesterns: Morgen kommt um 20.15 h auf Tele 5 der Alfonso-Brescia-Film SEIN WECHSELGELD IST BLEI. Meines ist bleifrei, und alle, die nicht auf die abgeranzte Toppic-Kassette angewiesen sein wollen, sollten einschalten und den Videokopf polieren!

130502

Naja, da wanderte der Pokal in unsere Hände... Assauer war betrunken wie mindestens zehn Amtmänner, und unvergessen wird der Moment bleiben, wo er röhrend den Gesang anstimmte: "Schaaalke ist der geilste Club der Welt!" Das habe ich im Moment auf meinem Anrufbeantworter drauf. Der war so strunzstrack, daß die Zigarre zwischen seinen Lippen erglühte! Am Vorabend hatte er noch geheult wie ein Schloßhund, als es galt, die scheidenden Knappen zu verabschieden. Gemüt erhellte da die Professionalität des Schalke-Alltages, und ich wußte erneut, warum ich diesen Club so sehr liebe. Auch Stevens zerdrückte eine gänzlich unprofessionelle Träne auf dem Balkon am Hans-Sachs-Platz. Seine Stimme gellte weithin: "Der Pott gehört auf Schalke, und der Pott gehört auf euch!!!" Dieser niederländische Versprecher wird Geschichte machen in dieser warmen Stadt. Viel Glück dem Huub bei seiner neuen Anstellung, und keinen dicken Schädel dem Rudi und den Spielern beim Ausnüchtern! Fußball ohne Herz ist wie ein Pott ohne Henkel. Das war sehr nett am Hans-Sachs-Platz... So, mehr kriege ich heute nacht nicht hin! Wohlsein...

120502

Als treuer Fan des S04 hatte ich natürlich durchaus daran geglaubt, daß Schalke den Pokaltitel erringen würde. Gerechnet hätte ich allerdings höchstens mit einem 1:0 oder einem 2:1, wenn Leverkusen halt nichts gelänge. Daß das 4:3, das ich in meiner nicht ganz ernst gemeinten Vorausreportage prophezeit hatte, sogar noch übertroffen werden würde - das haute selbst mich vom Schlitten! Der Triumph wurde von uns allerdings nicht in der Arena, sondern bei Sailor zu Hause bezeugt: Nach einem etwas krampfigen Anfang gelang Leverkusen ein durchaus verdientes 1:0 durch Berbatov, den Hajto kurz aus den Augen gelassen hatte. Leverkusen hatte in dieser Phase leichte Feldvorteile, wenngleich die wirklich große Sturmgefahr ausblieb. In der 45. Minute kam es dann zu einem absoluten Traumfreistoß, den Böhme unhaltbar für Butt in das rechte obere Eck klatschte. Ein Supertor, das der unbestreitbare Knackpunkt des Spiels war. Leverkusen kam ins Grübeln, und es war ein ganz anderer S04, der wieder aus der Kabine kam. Agali, in der ersten Halbzeit weitgehend unsichtbar, gelang ein wunderbares 2:1, und auch für das 3:1 durch Möller lieferte er die treffliche Vorlage. Es waren nur wenige, die in Sailors Wohnung kreischten, aber das Haus erzitterte in seinen Grundfesten! Als der eben eingewechselte Vermant den Ball in den Strafraum schickte und Sand verwandelte, war der Sieg unter Dach und Fach. Kirsten knechtete zwar noch das 4:2 in Recks Kasten, aber zu spät war´s, und die Welt war wieder blauweiß! Dortmund und Schalke haben jetzt ihre Titel, und mal sehen, was Leverkusen am Mittwoch hinlegt... Ansonsten wünsche ich Euch allen einen schönen Muttertag!

120502

Nee, hier ist doch schon das Fußballspiel von HEUTE ABEND: Schalke : Leverkusen!

110502

Heute lief eine Talkshow im Fernsehen, in der der Wahlkampfberater von Edmund Stoiber und auch verschiedene Mitglieder der Girlie-Group "No Angels" anwesend waren. Der Berater wurde gefragt, ob er sich vorstellen könne, einen Song für Wahlkampfzwecke zu übernehmen. Da zeigte sich der gestandene Mann daran interessiert, ein Liedel namens "Simply the Best" (oder so) zu okkupieren. Die überaus jungen Damen besaßen den Feinsinn, sich diese Besitznahme zu verbeten. Das wäre an sich noch nicht kommentarintensiv, aber ich hörte mit einem Ohr gerade den Gassenhauer "Pimmel raus im Frauenhaus" von den Sons of Tarantula, und ich dachte mir: Na, das wäre doch mal eine nette Abwechslung, wenn man das zur Wahlkampfhymne für Ede S. erküren würde! ("Wenn einer beim Kotzen wie ´ne Omma klingt, dann gibt´s sofort die Flinte ab!") Ich bin bei dem Gedanken kreischend kollabiert. Als ich wieder unter dem Sofa hervorkam, erreichte mich eine Mail von Karsten, der mir beschied, es hätten sich in den ersten 18 Tagen bereits 160 Westernbücher verkauft. Das sind ja fast Broadway-Dimensionen! Ich bedanke mich auf jeden Fall bei den Käufern, denn 60 Emmen (30 Euro!) für mein unreines Gequatsche auszugeben, versteht sich ja nicht von selbst. Morgen werde ich einen Text hineinstellen, der das Pokalfinale Schalke gegen Lebergrusel zum Inhalt hat, damit sich mein erster Pokaltext nicht so alleine fühlt. Recht ungewöhnlich ist daran, daß ich den Text bereits einen Tag vorher verfassen werde, nämlich jetzt gleich! Einen schönen Gruß an Jörg und Nic, die den heutigen Abend mit Wein und Gesprächen über die Klitoris verbringen werden. Das erinnert mich daran, daß ich einmal einer Zurschaustellung der ehemaligen Pornoaktrice Annie Sprinkle beiwohnte. Ein Höhepunkt der Performance (die im übrigen sehr unterhaltsam war) bestand darin, daß die Gäste mit einer Taschenlampe in den Gebärmuttereingang von Frau Sprinkle hineinfunzeln durften. Ich sah da auch mal kurz nach, und während ich dies tat, hörte ich hinter mir den Kommentar: "Welkes Fleisch!" Das war sexistisch und höchst geschmacklos, aber ich habe trotzdem heftig schmunzeln müssen und fast meine Lampe fallen lassen... Morgen mehr vom selben.

100502

Na, das wäre mal doch was Feines, wenn man etwas Gutes zum Tage vermelden könnte! Man kann: "Einszweidrei, im Sauseschritt/ läuft die Zeit, wir laufen mit." (Wilhelm Busch) Ansonsten nur der übliche Stiefel, außer, daß die deutsche Nationalmannschaft gegen den großmächtigen Gegner Kuwait angetreten ist und sich wacker geschlagen hat. Naja, die Zeiten sind immerhin scheinbar vorbei, wo man gegen die Malteken ein 1:1 rausgeholt hat oder 0:3 gegen die USA verloren. Dem Jancker habe ich sein Tor tatsächlich gegönnt, denn er hat sich eine Ewigkeit erfolglos wie ein wilder Eber abgestrampelt. Frings hat sein Tor auch gemacht, was ich natürlich sehr genossen habe, da er mein Lieblings-Noch-Werderspieler ist. Ansonsten hat JB Kerner eine Menge Kokolores gequasselt, aber das ist ja nichts Neues. Neu ist, daß Doatmund ihre Meisterfeier genossen haben, was ich natürlich verfolgt habe. Kohler und Stevic wurden mit dem Lob verabschiedet, das ihnen gebührt. Sammer fraß die Tränen erneut in sich hinein. (Bester Trainer, den die Borussen seit langem gehabt haben!) Und der Rest heulte enthemmt. Na, es sei ihnen gegönnt, ebenso wie der dicke Schädel am nächsten Morgen! :) Ansonsten habe ich mir den Eddy-Saller-Film GEISSEL DES FLEISCHES (mit Herbert Fux) angesehen, den ich für eine der übelsten Trash-Granaten aus dem deutschsprachigen Raum halte, die mir jemals das Abendrot verdunkelt haben - der ultimative Vorläufer von WATERPOWER! Inspektor Columbo hielt sich wieder verschämt die Flosse an die Stirn und verwies Nicol Williamson in seine Schranken, der mit seinen speziell abgerichteten Hunden den Liebhaber seiner Frau aus dem Wege räumte. Das Codewort für die Hunde war Orson Welles´ "Rosebud" - da wurden die richtig kiebig! Eine der besten Folgen der ohnehin anbetungswürdigen Serie. Im übrigen naht der Club, und danach setzt es die "Monstrula"-Session von Ingojira und Konsorten, die im Schauburg-Kino ein Feuerwerk der besonderen Art abbrennen werden und einen überdimensionierten Vielbeiner aus den 50er Jahren auf das Kinopublikum loslassen... Näheres demnäxt!

090502

Zum Himmelfahrtskommando ein schönes Bild!

080502

Ich finde es schade, daß die Borussia es nicht geschafft hat, den Euro-Pott zu erkicken. In der ersten Halbzeit waren die Rotterdamer deutlich besser, aber in der zwoten hat die Borussia mit nur 10 Mann einfach sensationell gespielt, das muß ich sogar als Schalke-Fan anerkennen. Besonders hervorragend waren Koller und Rosicky. Der eine hat andauernd den Ball abgeblockt, und der andere wieselte anmutig hindurch - das hätte sogar noch klappen können! Na egal, morgen wird bei unserem Erzrivalen gefeiert, und ich wünsche den Jungs, daß sie den Frust ordentlich wegfeiern. Deutscher Meister ist ja auch schon was! Und sie haben sich exzellent verkauft. Schalke wünsche ich jetzt noch den Pokal, Leverkusen die Champion´s League, und Bayern die Zipfelmütze! Zu den gegenwärtigen Ereignissen in der Welt möchte ich keinen Bezug nehmen, denn sie sind gar zu deprimierend. Feiert, und laßt Euch von den Gipsköpfen nicht die Laune verhageln! Wer Stoiber, Schily, Arafat, Scharon, Bush und die anderen Erztolteken im Schädel hat, der kriegt überhaupt nichts mehr auf die Reihe - das sind keine Vorbilder! Stattdessen erwähne ich lieber Oswald Kolle, den ich früher für einen Aufklärungskasper gehalten habe. In einer Talkshow entpuppte er sich als ein überaus lieber, sensibler und ungewöhnlicher Mann, der sehr viel eher zum Vorbild gereicht als die Freizeitadventisten, die man sonst so zu sehen bekommt. Mehr Kolle, weniger Bonn, wenn´s genehm! Dann kommen weniger junge Dummbatzen auf blöde Gedanken...

070502

Philip Glass soll gerade mit der Herstellung einer neuen Oper begonnen haben, die sich der Geschichten um die berühmten Mainzelmännchen annehmen wird. Jeder der Mainzelmänner hat eine Gesangsrolle, wobei die meisten aus Glass´ Stammensemble besetzt werden, während man für die Rolle des Det erstmals Placido Domingo hat gewinnen können. Ich halte das für eine veritable Sensation! Glass hat bereits kundgetan, daß er sich für die Harmonik nicht nur altindischer Ritualmusik bedienen wird, sondern auch des Jingles für die beliebte Gemüsemarke "Bonduelle". Das wird viel besser als die "Mainzelmännchen-Hitparade"! Was kommt als nächstes? "Schlumpf on the Beach"? Mit Pavarotti als dem großen Schlumpf, das wäre doch mal was!

060502

Gerade lief ein ganz aussagekräftiges Filmchen auf "n-tv", dem Sender, der mit am meisten gegen den schädlichen Einfluß von filmischer Gewaltdarstellung gewettert hat. Die Meldung bezog sich auf einen mexikanischen Geisteskranken, der mit einem Lieferwagen in eine Traube kleiner Mädchen hineingedüst ist und dabei mehrere Leichen produziert hat. Der Film nun zeigte, wie der Lieferwagen vor den Mädchen und einigen Erzieherinnen wartet, dann zurücksetzt, um mit solidem Tempo in das Grüppchen hineinzufahren! Wir sehen die Momente kurz davor, der kurze Augenblick des Aufpralls ist hinausgekürzt, dann ein paar Bilder vom Ergebnis. Das alles am gleichen Tage, an dem anderswo Politiker und Medienverantwortliche darüber beraten, wie man die Bedrohung durch Gewaltvideos und Computerspiele minimieren kann. Super, daß da anschaulich demonstriert wird, daß a) echte Morde viel spannender sind als gespielte und daß b) die Gespräche nicht wirklich ernstzunehmen sind - sick, sick, sick! In den nächsten zwei Tagen oder so fahre ich vermutlich mal wieder nach Bremen und schaue nach dem Roland - da kommen keine News.

050502

Habe mir gerade hintereinander LA CASA und DOVE COMINCIA angesehen und weiß jetzt wieder, warum ich diese Filme so liebe und so intensive Erinnerungen mit ihnen verbinde. Ich mußte an den Rotwein denken, der mir bei Gelagen in gemütlichen Trattorie in die Kehle geronnen ist, an die alte deutschstämmige Hotelchefin, die mit harter Marlene-Dietrich-Stimme die Schlüssel zum Glück aushändigte, und an die Italiener selbst, die viel quatschen, aber nie zuviel sagen. Das Land ist wirklich die Wolke Sieben. Zu LA CASA kann ich nur anmerken, daß die DVD-Fassung die kompletteste ist, die ich jemals gesehen habe. Die Untertitel lassen vieles aus, sind aber durchaus angemessen und um Lichtjahre besser als die schmoddrigen "Video Search of Miami"-Subs, die auch schon mal "Maresciallo" mit "Marcello" verwechseln... ("Inspektor Marcello, Telefon!") Es lebe die Emilia Romagna! Zur Gruppe Slipknot, die sich seit kurzem ja eines eher unerfreulichen Rufes erfreut, ist zu sagen, daß einige ihrer Fans Anstoß daran genommen haben, daß eine britische Strick- und Häkelvereinigung ihr vierteljährlich erscheinendes Journal ebenfalls "Slipknot" genannt hat, obwohl es da wirklich nur um das Stricken und Häkeln geht: Die Website der "Knitting and Crochet Guild" wurde kurzerhand mit Unflätigkeiten zugepflastert! Upps, da werden sich einige altjüngferliche Strickliesel wohl etwas gewundert haben...

040502

Ich möchte noch einmal mit besonderem Nachdruck hinweisen auf DOVE COMINCIA LA NOTTE (WO DIE NACHT BEGINNT), heute nacht um 1.55 h auf WDR 3. Der Film ist ein Fest für Italo-Horror-Fans und sollte keinesfalls versäumt werden. Splatter gibt es keinen, aber wem an Kameras, die durch unheimliche Häuser kriechen, gelegen ist, der wird bei diesem ebenso subtilen wie atmosphärischen Film sein Auskommen haben... Der nominelle Regisseur ist ein junger Newcomer namens Maurizio Zaccaro, aber Gerüchte besagen, daß das Werk größtenteils von Chefkoch Pupi Avati verantwortet sein soll. Eine schöne Ergänzung zum gerade herausgekommenen LA CASA-Silberling!

040502

Ein doppelt Hoch auf Borussia Dortmund für den Meistertitel! Bei aller Schalke-Feindschaft - sie haben sich den Pott verdient. Werder hat nicht ganz so dagegenhalten können, wie ich mir das gewünscht hätte. Die Borussen waren da schon besser als die Leverkusener, denen ich den Sieg eigentlich gegönnt hätte. Aber jo mei, sie können sich ja noch den Pott in Glasgow holen. Das wünsche ich ihnen auch. Beim Pokal bin ich natürlich Schalker, denn das hiesige Revier braucht einen Titel zum Wohlsein. Wenn Schalke in Berlin verliert (und ich bin im Stadion!), dann trete ich Huub Stevens voll in den Arsch! Einen herzlichen Glückwunsch auch an Werner Bremen, denn ich hätte gedacht, nach Pizarros Abgang nagen sie am Hungertuch. Jetzt spielen sie europäisch - geil!

Unser neuer Kanzler?

030502

Hallo, Leute! Heute ist mal wieder rein gar nichts passiert. Immerhin war ich am Schluß oben bei Robert & Bettina. Da haben wir eine Menge unreinen Mist geredet. Gott segne sie dafür. Daß AB IN DIE EWIGKEIT sehr schnell die Fast-Forward-Taste erzwang, fand ich sehr ungerecht, da ich fand, daß das einer der hübschesten Slasher überhaupt ist. Der macht richtig Freude. Vor allen Dingen, wenn man sich vorstellt, daß Melissa Sue Anderson vor kurzem noch die Laura Ingalls aus UNSERE KLEINE FARM war und diese Rundumbehandlung von semiverrückten Teenagerbratzen durchaus verdient hat. Heile Welt meets Scherbenwelt - immer wieder ein lehrreiches Erlebnis! Doch nein, alsbald wurden der greise Glenn Ford und seine Apologeten aus dem Videoschacht gekickt. Stattdessen setzte es dann Vater Massaccesi und seinen absurden ROSSO SANGUE - eine Trashkanone von einigen Gnaden! Mann, was geht die Hexenpost da ab! Meine Freundgenossen lagen alsbald unter den Stühlen und freuten sich einen Ast. War da Alkohol mit im Spiel? Ich hoffe es ja nun nicht... Auf jeden Fall fiel schon bald auf, daß Massaccesi in puncto Schauspielerführung nicht die deutsche Meisterschaft erringt. George Eastman ist der steinerne Götze, der er schon immer war. Und dann Charles Borromel. Charles Bo-Rommel als der untersuchende Inspektor ist wirklich der Wahnsinn auf Rädern! Der sieht aus wie der Mann mit den tausend Gesichtern. In Wirklichkeit war er nur ein trunksüchtiger Schotte, aber hier wirkt er teilweise wie unser Innenminister, wie Otto Schily! Otto Schily spielt mit in ABSURD, und das macht einfach Spaß, wenn man es sich einmal vorstellt. Wir haben unter den Stühlen gelegen, und die Killerkatzen Mia und Vincent leckten unsere vibrierenden Visagen. Danach war der Abend ja auch fast schon zu Ende, aber wir hatten ja noch ZOMBIE 90, den Film mit der extremen Pestilenz. Das gab uns dann den Rest. Wir zuckten nur mehr freudig. Aber kurz vorher hatten wir ja bereits RTL gekuckt, wo ein Ernie & Bert - Sketch zu sehen war, den ich in seiner Konsequenz denn doch ganz bemerkenswert fand: Bernie & Ert (mit nur einem Auge) ließen sich da über Gemeinkram aus, etwa daß Bernie gerade einen Pornofilm gekuckt und etwas vergessen habe. Ert probte dann etwas nach, und tatsächlich, Bernie meint dann: "Ich habe vergessen, abzuspritzen!" Sagt´s und dödelt Ert mitten in die Visage! Das Gesicht von Ert werde ich, fürchte ich, mein Leben lang nicht vergessen! Ich habe geschrien, wir haben kurz die Vermittlung menschlicher Werte im Fernsehen thematisiert, und dann haben wir schnell weitergeschaltet auf irgendeinen Sender, wo gerade ein Bauer kuhtechnisch über die "Aufgasung des Pansens" referiert hat. Erneut - Katzenvilla auf den Knien, wir haben uns abgerollt... Dann haben wir ZOMBIE 90 gekuckt... Ja, auch so kann der Konsum von Horrorvideos geschehen, und ohne, daß Dunstbirnen zwielichtige Entschlüsse fassen!

020502

Die Hate Parade von Berlin ist nun mal wieder vorbei, und eine Horde von besoffenen Gipsköpfen, die sich irrtümlicherweise für erhabener halten als gewöhnliche Hools, haben mal wieder einige Autos umgedreht und Glasscheiben von Geschäften zertöppert. Natürlich keine Autos von reichen Architekten oder Glasscheiben von wirklich vermögenden Leuten, sondern Kleinwagen von Leuten, die das Loch im Geldsäckel gut spüren, und Glasscheiben von beliebigen Kleinunternehmern, denen das richtig weh tut. Dem angeblichen Feind Otto Schily hat man damit eine Sturzflut von Argumenten gegeben, um schärfere Gesetze durchzuboxen. Nicht schlecht, Leute! So funktioniert Demokratie... Im Zuge des Erfurter Gemetzels wurde auch gut betont, daß der Großteil der Gewalttäter in die Windeln gehört. Keine Frage, daß auch hier Computerspiele und Gewaltvideos den letzten Kick zur Party gaben. Ja, genauso wird das gewertet werden. Merke: Wer Luft in der Birne hat, braucht keine kulturellen Vorgaben, um sich Gaudi durch Haue zu erkloppen! Etwas schlauer da schon die Gewerkschaft, die zu einem Flex-Streik aufgerufen hat, bei dem demnächst bundesweit die Flexe verstummen werden. Wer da eine Flex hören will, der muß sich schon ASPHALT-KANNIBALEN anschauen! Eine richtig nette Neuigkeit gibt es immerhin: Beim nächsten "Besonders wertlos"-Festival (Ende Juni) wird DIE BRUT DES BÖSEN gezeigt werden, und als Präsentator hat niemand Geringeres als Christian Anders zugesagt! Vermutlich wird er sogar eine Karate-Präsentation auf´s Parkett legen... Der Christian war dem Vernehmen nach sehr nett und hatte sogar sehr soziale Gagenforderungen, was für Deutschland höchst ungewöhnlich ist. Ein Hoch auf Herrn Anders, ein Buh den Kollerrevolutionären und eine lange Nase den Politikern, den doofen. (Ich würde ja gerne eine Platte aufnehmen, "Otto Schily erzählt Polizistenwitze", aber ob der da mitmacht?) Ansonsten wäre es lieb, wenn Ihr mal meiner "Wanted"-Liste auf dem Vinylbereich einen Besuch abstattet...

010502

Leverkusen hat sich nach einem weiteren mordsspannenden Spiel die Kür in Glasgow verdient und sich ja vielleicht auch das nötige Quentchen Selbstvertrauen für den Samstag angetrimmt - Glückwunsch! Auch die Kür verdient hat sich ein Schuster, zu dem neulich ein Freund von mir gegangen ist, den kaputtes Schuhwerk plagte. Der wackere Schuster meinte nämlich zu seinem Kunden: "Jau, saufen könnt ihr, aber zum Schuhereparieren seid ihr zu doof!" Zum Thema Frauen wußte er zu vermelden: "Wollen alle emanzipiert sein, aber dann sollen sie doch auch ihre Schuhe selbst flicken!" Darauf der Kunde: "Ja, aber das ist doch IHR Beruf?" - "Nö, wenn hier ´ne Frau reinkommt und sagt, ihr Absatz sei kaputt, aber in Wirklichkeit ist es die Sohle, dann schick´ ich die nach Hause und sage ihr, wenn sie noch nicht mal wüßte, was im Arsch wär´, dann sollse doch zu Hause bleiben..." Ich bin ja schon von vielen Verkäufern angeranzt worden, aber das hat Klasse! Jetzt zum Tanz in den Mai - vielleicht treffe ich da den Schuster!

010502

Klolektüre ist in der herkömmlichen Literaturwissenschaft viel zu wenig bedacht worden. Da mir Carl Barks, Don Rosa, Max Goldt und Herr Droste mittlerweile ausgegangen sind, habe ich mich auf einen Roman des von mir heißgeliebten Helge Schneider gestürzt, und siehe da: Er ist gut! "Das scharlachrote Kampfhuhn" (Kiepenheuer & Witch) regelt den Verkehr, wie das nur wenige Autoren der Gegenwart vermögen. Mit einem untrüglichen Sinn für Gerechtigkeit pflügt sich Kommissar Schneider durch die Abgründe einer Unterwelt, die erst einmal erfunden werden will! Dabei steht nicht einmal so sehr der Kriminalfall um das scharlachrote Kampfhuhn im Vordergrund, als vielmehr das ewigwährende Ringen des Kommissars mit dem Alltag, also nicht nur seiner Frau, sondern auch mit den Currywürsten, den Lampenverkäufern und der Bürokratie, der elendiglichen. Dabei malträtiert der Autor Schneider (der zeitweise in den Romanhelden überzugleiten scheint) die ästhetischen wie die daseinsträchtigen Vorbehalte der Leserschaft mit Anmut. Der Universitätsprofessor, der diese Verwirrungen auseinanderhebelt, muß sich erst noch seine Sporen verdienen! Hier ein kleiner Auszug aus einer der weniger gewaltverherrlichenden Passagen des Romans: "Mit Ohren wie Bratpfannen horcht der Kommissar auf die niederen Töne. Da war es wieder, so ein quirliges, aber sehr tiefes Grollen, mitten aus dem Motor, mitten da, wo das Gaspedal in den Motorraum eintritt. Der Kommissar muß anhalten. Das geht nicht. Das Auto ist sein Ein und Alles. Sollte jemand da dran rumgefummelt haben? Da fällt ihm ein, daß ja der sehr neue Wagen bereits einmal zum Überprüfen in der Werkstatt war. (...) Der Kommissar wird fahrig, seine Hände gleiten über die Motorhaube. Er hat den Motor an. Tief legt er sein Ohr auf die Haube. Nein, so geht es nicht, er muß die Haube öffnen. Qualm stiebt breit über dem nun vor ihm liegenden Motor in sein Gesicht. Klar, hier ist was nicht in Ordnung..." Ja, das ist Kommissar Schneider! Der sticht Leuten die Augen aus, wenn sie Mucksen machen, und auch sonst ist er ganz in Ordnung. Reich-Ranicki, erkenne die Zeichen der neuen Zeit!

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