ALI BABA UND DIE 41 RÄUBER

August 2009 ff


Jmaes Bnod

NEWSTICKERARCHIV

130909

Gerade habe ich das große Kanzlerduell im Fernsehen gesehen! Hier ein fotografisches Protokoll des Ereignisses.

100909

Heute nichts Neues, nur zwei Texte über vier Helden von mir. Drei davon sind Die Ärzte, einer davon Klaas Straggel.

280809

Der nicht enden wollenden Reise in den Glamour, den mein Leben darstellt, setzte neulich eine Kassiererin bei Plüh eine Sahnehaube auf, die mir grimmigen Gesichtes beschied, daß meine Unterschrift meiner Unterschrift nicht mehr ähnlich sähe. Ich glaube nicht, daß sie mir dies sagte, weil sie sich Sorgen um meine Befindlichkeit machte. Sie wollte damit nur dezent andeuten, daß sie mich für einen Betrüger hielt, und zwar für einen besonders gewieften, der seit 8 Jahren in dem Laden arglistig eingekauft hat, nur um am Ende seiner Karriere den ganz großen Coup zu landen - einen Discounter in Gelsenkirchen-Buer um knapp 20 Euro zu bescheißen! Ich gebe zu, daß - sollten mich einmal kriminelle Ambitionen von innen heraus zerfressen - ich definitiv genau solch eine Hanswurstiade wagen würde, keinen Überfall auf die Zentralbank oder dergleichen Schnickschnack. Das wäre ja Aufschneiderei. Diesmal jedoch waren meine Absichten wundersamerweise rein und lauter, und so kämpften in mir Besorgnis und Vergrämung um die Oberherrschaft. Ich sagte natürlich nichts, weil mir in solchen Momenten nie etwas Passendes einfällt, z.B. Auslassungen über die wenig schmeichelhafte Beschaffenheit besagter Kassierin. Die hätte sich womöglich dazu hinreißen lassen und mir entgegnet, ich sähe ja selber fett und schlunzig aus, und da wäre der Tag verdorben gewesen. Nein, ich grinste nur verlegen, erwiderte, daß sich die beiden Unterschriften ja glichen wie ein Ei dem anderen, und schob meinen Wagen lahm von dannen. Ungünstige Betrachtungen waberten durch meinen Kopf, die alle das Kunde/Dienstleister-Verhältnis betrafen. Die waren ohne Frage reichlich snobistisch. Ich glaube aber, wenn ich genügend Gras über die Sache wachsen lasse und reichlich Kamillentee trinke, wird diese Episode bei mir in Vergessenheit geraten und ich mich nicht mehr darüber ärgern. Ich könnte ja auch Unrecht haben. Obwohl dies bei unfreundlichen und vergnatzten Leuten, die aussehen wie eine in einem besonders schmuddeligen U-Bahn-Waggon vergessene Bockwurst, eher unwahrscheinlich ist. Aber vielleicht ja doch. Obwohl, ist unwahrscheinlich.

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Ich wollte an dieser Stelle etwas scherzhaft Gemeintes über Michael Jackson und diverse Fußballspieler schreiben, habe das aber flugs noch in den Griff bekommen. Nur soviel: Wenn man mit den Wölfen heult, gehen der Wandersmann und sein Maultier flugs getrennte Wege. Das letzte Hemd hat keine Ecken. Pikus der Waldspecht, y´know? Mit den Fußballspielern ist es ja auch so: Sie werden geknechtet von sinnlos erscheinenden Regeln, die alle nur ein Ziel haben - den Spielfluß zu hemmen. Wenn ich der Fußballzar wäre, würde ich den Quatsch mit dem passiven Abseits sofort in einer ganz tiefen Sickergrube entsorgen und dafür einige neue Regeln einführen. Als da wären:

1. Es wird nicht nur eine Torkamera eingeführt, sondern zahllose komplett sinnfreie Zusatzkameras. So müßten beide Torhüter eine Klötenkamera tragen, die das Spielgeschehen sozusagen aus Schenkelperspektive beleuchtet. Heutzutage wird bei den Fußballübertragungen soviel komplizierter Schangel serviert, daß ich eh keine Ahnung habe, was das soll. Letzte Narretei: die Übertorkamera, die das Spielgeschehen sozusagen aus Vogelperspektive aufschlüsselt, was speziell in dramatischen Situationen jegliche aufkommende Spannung zunichte macht. Beim Spiel Stuttgart gegen Wolfsburg hätten die mich mit dem Quatsch fast wahnsinnig gemacht. Man könnte dann auch gleich Konsequenz beweisen und das Spiel zu einem Grad dekonstruieren, daß man als Zuschauer nicht mehr weiß, wer eigentlich gegen wen spielt. Jeder Spieler könnte seine eigene Knopfkamera tragen, am Arsch, am Schuh, egal wo. Der Regisseur hätte dann die undankbare Aufgabe, zwischen den unzähligen Optionen auszuwählen. Wer es schafft, das Spiel trotzdem überschaubar zu gestalten, bekäme dann eine Lebensanstellung beim Sender, wegen erwiesener Brillanz. Bei Pokalspielen wäre das dann genau umgekehrt. Da gäbe es nur eine einzige Kamera, nämlich aus Pokalperspektive. Wenn man Abwechslung in die Bildgestaltung einbringen möchte, muß irgendeine arme Sau mit dem Pokal herumheizen, was das Publikum gewiß amüsieren würde. Das persönlich anwesende Publikum sollte gegenüber den Fernsehschnorrern ohnehin immer bevorzugt werden. Eine Grundregel meiner Reformbulle.

2. Es gibt nicht nur vier Schiedsrichter, sondern insgesamt 13. Einer davon würde über dem Stadion aufgehängt und müßte das Spiel aus der bereits genannten Vogelperspektive beäugen. Für diesen Job müßte man unbedingt jemanden mit Höhenangst auswählen, da das zu erwartende Gewinsel und Gejammer einen interessanten Kontrapunkt zu den dramatischen Verwicklungen auf dem Spielfeld liefern würde. Besagter Schiri sollte aber vorher tunlichst darauf bedacht sein, seine Blase zu entleeren, weil es ansonsten zu peinlichen Zurschaustellungen kommen könnte. Ein weiterer Schiedsrichter wäre im Gästeblock aktiv und würde dort als "agent provocateur" wirken. Der müßte sehr kräftig gebaut sein und besäße das Recht zum Hauen, weil mit aufgebrachten Fußballfans nicht gut Kirschen essen ist, wie man so sagt. Mindestens zwei Schiedsrichter wären außerhalb des Stadions tätig in noch zu definierenden Funktionen, müßten aber mittels Headset mit dem Chefschiedsrichter verbunden sein und ihn pausenlos mit Randnotizen verwirren und ablenken. Nur die Härtesten werden überleben! Alle Schiedsrichter hätten grellbunte Gewänder zu tragen, die den Schandkostümen nachempfunden sind, die die alten Azteken tragen mußten, wenn sie hingerichtet wurden. Außer dem oben aufgehängten Schiri. Der wäre nackt.

3. Das passive Abseits würde abgeschafft. Wer auf regelwidrige Weise einen Ball animmt, wird sofort des Feldes verwiesen und gegebenenfalls verhauen. Das sorgt für gute Quoten und für Disziplin! Der Trainer besitzt allerdings das Recht, beliebig viele Leute im Laufe des Spieles einzuwechseln, notfalls auch Zuschauer. Das würde für gute Stimmung sorgen, von wegen "audience participation" - der Fan wird zum Star! Den Fußballprofis würde jede unverdiente Selbstüberschätzung ausgetrieben. Die müßten dann halt sehen, ob sie an der Börse was werden, wenn´s auf dem Fußballplatz nicht klappt. Aber das ist ja jetzt nicht anders. Anders ist hingegen, daß Fanpostillen aktiv dazu angewiesen werden, sich über erwiesenermaßen unfähige Spieler lustig zu machen, notfalls unter Zuhilfenahme entwürdigender Anekdoten oder sogar erfundener Ehrabschneidungen. Das Menschenrecht wird hier außer Kraft gesetzt.

4. Fußballkommentatoren, die Phrasen wie "Der Pokal hat seine eigenen Gesetze" verwenden, werden verhauen und vom Sender vor die Tür gesetzt. Wer im Studio erwiesenen Respektspersonen naßforsch begegnet und ihnen über den Mund fährt, sie belehrt oder sonstwie herabwürdigt, um seine eigene erbärmliche Jubelperser-Funktion aufzuwerten, wird sofort den Flammen überantwortet. In minder schweren Fällen werden die Delinquenten zum Teleshopping degradiert und können überteuerte Porzellanfigürchen und antike persische Pißbecken an Nulpen mit Kreditkarten verhökern. Wer kompletten Schwurbel erzählt wie "Hannover 96 hat hintenraus die zweite Luft" oder "Die norwegischen Stürmer haben alle hinten einen drin", wird befördert und darf so viele Spiele kommentieren, wie er will, bevorzugt bei internationalen Turnieren.

5. Spieler, die erwiesenermaßen Schwalben produziert haben, werden geteert und gefedert und müssen nackt durch die Fußgängerzone ihrer Heimatstadt laufen.

6. Fouls werden offiziell gutgeheißen, damit Kommentatoren sich nicht mehr verbiegen müssen à la "So etwas wollen wir nicht sehen" oder "Das hemmt den Spielfluß". Aus humanitären Gründen müssen Fouls, die die Unversehrtheit der betreffenden Spieler bedrohen, aber nach wie vor strengstens geahndet werden. Außer bei Unsympathen.

7. Wenigstens ein Spiel pro Saison muß von jeder Mannschaft im Adamskostüm vollzogen werden. Dies dient der Schulung der Persönlichkeit ebenso wie der Erheiterung des Publikums, insbesondere des weiblichen Bestandteils. Wer zu schamhaft ist, muß ein demütigendes Ersatzkostüm tragen, z.B. das eines Weihnachtsmannes oder eines Hasen. Aus rein persönlichen Neigungen dadaistischer Natur müßten sich die Spieler bei wichtigen Turnierspielen als Dreiecke verkleiden.

8. Fußballprofis, die sich öffentlich zur aktuellen Weltlage oder zum Tod von Michael Jackson äußern, werden mit hohen Bußgeldern belegt oder müssen wahlweise karitative Dienste leisten.

9. Wer auf den Rasen spuckt oder rotzt, fliegt raus. Sämtliche entsprechenden Szenen werden aber aus kommerziellen Motiven zusammengetragen und zu Sadomaso-Videos verarbeitet, kontrapunktiert von Nahaufnahmen des Balles, wenn Oliver Kahn oder einer seiner Nacheiferer anstößt.

10. Spielfelder sind ab jetzt rund, nicht mehr rechteckig. Diese Maßnahme ist reine Schikane, aber als Fußballzar habe ich die Handhabe, so etwas zu verlangen. Außerdem würden die Stadionkorrekturen unserer Wirtschaft zugutekommen und sind somit eine patriotische Tat!

11. Singenden Fußballspielern sind die Stimmbänder zu durchtrennen. Man muß sie vor sich selber schützen.

12. Die Trennung von Männer- und Frauenfußball ist unverzüglich aufzuheben. Ab sofort spielen die Mannschaften nur noch gemischt. Dies geschieht, damit die Herren endlich auch mal wieder gewinnen. Abgesehen davon gibt es entschieden mehr Titten zu sehen.

13. Die Linien auf dem Feld sind in verwirrenden Zickzackkursen zu mähen, damit nicht immer kleinliches Gejammer einsetzt, wenn sich irgendjemand bei einer Abseitsentscheidung benachteiligt fühlt. Die Entscheidungen der Schiedsrichterkolonne erfolgen nach Daumenmaß und sind somit rein willkürlich. Wenn es einen erwischt - Pech gehabt, das Leben ist kein Wunschkonzert.

14. Fußballmaskottchen sind ein für allemal aus Stadien zu verbannen. Wer diesem Verbot zuwiderhandelt und unbillig Vorteil aus der Kitschvernarrtheit bestimmter Segmente des Publikums zu ziehen versucht, wird dazu verdonnert, sich ganzjährig wie eben solch ein albernes Kasperwesen zu kleiden. Wer die Schande nicht erträgt und sich umbringt, wird öffentlich auf dem Marktplatz zur Schau gestellt, sein Haupt auf den Burgzinnen aufgespießt.

15. Stadien haben Stadiennamen zu tragen, also nicht Blubberlutsch-Arena oder Dolly-Buster-Kasino oder was weiß ich. Ist doch albern.

16. In den Anfangsjahren meiner Reformen ist mit bestimmten Neuerungen zu experimentieren, z.B. einem generellen Stadionverbot für Fußballspieler. Auch denkbar wäre die Abschaffung des Balles als Sportwerkzeug. Man könnte ihn wahlweise durch Tetraeder, Bierkästen oder abgeschlagene Köpfe aus Krisenregionen (wie z.B. Castrop-Rauxel) ersetzen. Oder wie wäre es mit einer Meisterschaft der Dicken? Nicht nur übertrainierte Sportskanonen, sondern amorphe Fleischrhomben, die den Fußballplatz mal so richtig aufrollen, wie das so schön heißt. Wenn jemand Spieler Gras fressen sehen will, soll er Ziegen einsetzen. Überhaupt - Tiere! Das wäre doch mal was: Eine Auswahlmannschaft der weltbesten Fußballspieler gegen eine Mannschaft von Bären oder Löwen. Gerade letzteres wäre zur Weihnachtszeit eine schöne Abwechslung! Erinnerungen an alte Zeiten würden da wach. Überhaupt, was das andauernde Sichbekreuzigen angeht, wenn ein Spieler gerade ein Tor geschossen oder einem das Schienbein durchgesenst hat, das wäre natürlich aus Gründen der politischen Korrektheit zu verbieten oder wahlweise mit Insignien und/oder Ritualen sämtlicher Weltreligionen zu verbinden. Wenn sich jemand beim Torjubel das Hemd über den Kopf zieht, gibt es die gelbe Karte. Wenn es ein weiblicher Spieler macht, gibt es ein Handgeld vom Sender. Und wer Flic-Flacs o.ä. vorführt, bekommt gleich eine aufs Maul.

Ich hoffe, daß meine Reformen Schule machen und den Menschen zum Besseren bekehren. Das Hauptziel der angestrebten Neuerungen ist eine Optimierung der Möglichkeiten des Sports als kommerzielle Attraktion. Gleichzeitig möchte ich die Sinne schärfen für die gesellschaftliche Rolle, die der "schönsten Nebensache der Welt" in der heutigen Medienlandschaft innewohnt. Der erzieherische Aspekt des Spektakels muß mit angemessenem Verantwortungsbewußtsein verfolgt werden.

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So. Beruflich muß ich hinweisen auf die neue Ausgabe der "Splatting Image", die einen Artikel von mir enthalten wird, der sich mit der Rolle des Gehirns im zeitgenössischen SF- und Horrorkino befaßt. Damit meine ich natürlich keine impliziten Gehirne - solche der Drehbuchautoren etwa -, sondern explizite Gehirne, mit Tentakeln, Schleim und so. Eines stammt sogar von Hitler. Danach wird es mit den Japanern weitergehen. Bei "Anolis" ist gerade DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI von Roger Corman herausgekommen, der einen Audiokommentar von mir und Robert Zion enthält. Wie mir gerade zu Ohren gekommen ist, ist die Auflage aber bereits ausverkauft, weshalb ich nicht weiß, wieso ich das überhaupt erwähne. Gefallsucht, vermutlich. Demnächst kommt aber auch DIE NACHT DER UNHEIMLICHEN BESTIEN heraus, wo ich und Ingo Strecker einiges über Spitzmäuse erzählen. Der Kommentar zu UNGEHEUER OHNE GESICHT ist auch schon eingesprochen, und da geht es ja wieder mal um Gehirne, womit sich der Kreis schließt!

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Wohlsein!

070809

Da ich nun in absehbarer Zeit reifer werde und zudem dieses schöne Datum (070809) in meinem Ticker nicht unberücksichtigt lassen wollte, hier ein weiterer Eintrag. Dummerweise weiß ich gar nicht, wovon der Eintrag handeln soll. Ich habe mich im letzten Jahr nach der Trennung komplett eingeigelt, und was ich an Einsichten gewonnen habe aus der verronnenen Zeit, erscheint mir nicht als Gewinn für die Allgemeinheit. Nichts, was man mit besserer Ernährung, Sekundenkleber und einer Vierundvierziger nicht wieder wegbekommen könnte!  Ich denke, daß jeder Mensch in seinem Leben nach einem Ziel fahndet. Ironie erschien mir einst als angemessene Ausdrucksform, um den frei flottierenden Unwägbarkeiten Ausdruck zu verleihen. Dem ist nicht mehr so. Ich mag´s direkt. Schonungslos. Mitten in die Kimme. In den letzten 13 Monaten habe ich insgesamt drei Leute bei mir zu Besuch gehabt, und ich fand Besuch mal extrem angenehm. In meinem nächsten Lebensjahr gedenke ich, die Türen zu öffnen und wieder etwas Licht einzulassen in meine graue Wohnstatt. Ich habe gelernt, daß man manchmal den Tauben predigt, aber der Taubeste, dem man predigen kann, ist immer noch man selbst. Leben sollte Spaß machen, Leben sollte kicken! Das geht nicht ohne etwas Gefahr. Daß man dabei nicht wie der doofe Jacko ständig mit einem Mundschutz herumlaufen kann, sollte sich eigentlich auch dem Blödesten offenbaren. So sei es.

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Auf dieser Seite kann man sich selbst als Geisteskranken gestalten. Das gefiel mir gut. Bei mir sah das so aus:
Halligalli
Außerdem gefällt mir die Hintergrundmusik der Seite prima.

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Gestern habe ich bei einem nicht näher bezeichneten indizierten Computerspiel gerade die amerikanische Unabhängigkeitserklärung aus dem Zentralarchiv von Washington geklaut. Da ich für mein Leben gerne historisch wichtige Dokumente klaue, aber meistens weder die Zeit noch den nötigen Schneid dafür erübrigen kann, hat mir das sehr gefallen. Zumal ich dabei verschiedene Sauriermutanten killen durfte. Allerdings wurde meine extrem kurzfristige Weggefährtin Sydney dabei in 1000 Stücke zersprengt. Ihr linkes Bein fand ich in der Abteilung für Kinderliteratur! Da sie aber eine modifizierte 10mm-Maschinenpistole bei sich führte, stahl ich ihr die. Keine Ehre im heißen Sommer!

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In letzter Zeit sind nicht nur viele Computerspiele indiziert worden, sondern auch Filme verboten. Dabei traf es nicht immer die sinnfälligsten (STORM WARNING?), was wohl daran liegt, daß nach dem letzten Amoklauf eines juvenilen Napfkuchens eine gewisse Neigung zum Aktionismus drängend zutage trat. Hinter die tatsächlichen Ursachen zu kommen, ist halt nicht wirklich populär und erfolgversprechend. Als Politiker (und auch als besoldeter Politiksteigbügelhalter) muß man immer nach dem nächsten Punkteknüller Ausschau halten. Möglichst wenig Verprellpunkte einfahren, möglichst viele Zustimmungspunkte einheimsen - man weiß ja nie, wann das nächste Medipak ums Eck lugt! Wenn man ein möglichst wenig Gewicht einforderndes Leckerli einsacken kann, das man möglichst gewinnbringend verhökern kann, dann ist ein langes Leben in "Fallout 3" gewiß. Au Backe, da habe ich doch glatt den Namen genannt! Na ja, es ist ja auch nur die ungeschnittene internationale Version indiziert, in der man die Gliedmaßen durch die Küche fliegen sieht, nicht die deutsche Version, in der vermutlich alles sauber und blitzeblank ist. Da kann man ohne ethische Rückstände Tabula Rasa machen, kein Schmutz trübt die Freude des Sieges. Wenn wir die Soldaten nach Afghanistan schicken, die ja alle Kinder von irgendjemand sind, dann hoffe ich auch, daß es sich um eine deutsche Version handelt - keine Gliedmaßen segeln da durch die Gegend, wenn eine Taliban-Bombe explodiert. Und wenn die Leichensäcke zurückverschifft werden, dann sind im Fernsehen nur die Tränen der Angehörigen zu sehen, kein Blut. Die Politiker werden Zusatzpunkte einfahren, wenn sie die Bevölkerung belügen, aber Vorsicht - man muß mindestens 44 Prozent Sprachkompetenz besitzen und eventuell den "Windhund"-Bonus ("Fallout 3"!), um den Schaden an der Reputation im Rahmen zu halten! Denn letztlich ("letztendlich" sagen Schwaller!) geht es um die Front am Herd, um das kleine Glück im Schatten der Ulme, und was sind schon ein paar kleine Lügen, wenn es darum geht, die Bevölkerung in Sicherheit zu wiegen. Die hat eh schon viel zu viel mit den eigenen wirtschaftlichen Unbilden zu tun, mit Arbeitslosigkeit, Verwahrlosung auf dem Anlagemarkt, zunehmender Brutalisierung der Jugendlichen... Merkt Ihr was? Es ist alles wie ein Videospiel! In "Fallout 3" gibt es Drogen, die einen kurzfristig zum Hansdampfinallengassen machen, die aber später ihren Tribut einfordern, wie das bei Drogen halt so üblich ist. Wenn sich Politiker eine Wunderdroge spritzen, macht sie das für einen kurzen Zeitpunkt zum Gewinner, aber später wird der Hansdampf zum Hanswurst, es sei denn, er hat sich abgesichert. Etwa durch Ärzte, die ihm beizeiten das passende Gegenmittel spritzen. Wenn man genau abwägt, in welche Ecken man investiert und in welche man Donnerpfeile schleudert, wird man den großen Preis gewinnen. Auf die Kultur - seien das nun Bücher, Filme oder Computerspiele, bald auch das Internet als solches - kann man immer Donnerpfeile schleudern. Es wird immer nur eine verblüffend geringe Anzahl von Leuten verbiestern. Man kann aber unsägliches Kapital daraus schlagen. Man kann sich zum Beschützer der Jugend und der Erwachsenen hochjubeln, gefolgt von dem Jubelchor, der dieselben Interessen verfolgt wie man selbst. Allen ist in erster Linie daran gelegen, daß der eigene Stallgeruch nicht verfliegt. Ob dann diejenigen, die mit echten Wummen ballern, auf einmal eine weitaus größere Lobby besitzen als jene, die nur auf Pixelanhäufungen schießen, spielt dann keine Rolle mehr. Die Soldaten in Afghanistan oder sonstwo sind alle Kinder von irgendjemandem, aber sie sind putzigerweise weniger kommentarintensiv. Wenn jemand Amok laufen möchte, so bitte ich ihn wärmstens - laß´ es bleiben! Die Chance, daß du die echten Ärsche triffst, sind verschwindend gering. Du triffst wahrscheinlich nur andere Leute, die mit dem Leben und ihrer privaten Vorstellung vom Glück ringen. Und du vollziehst den ultimativen Griff in die Egoismuskiste, wie ein Selbstmord, nur schlimmer. Habe Mumm! Und sage gegebenenfalls auch den Entscheidungsträgern, was sie falsch machen. Das haben jene nämlich dringend nötig.

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Ist es das, was mich der Übergang von 40 zu 41 gelehrt hat? Nö, das habe ich eigentlich immer so gesehen. Wie jeden anderen Menschen interessiert es mich auch nur bedingt, was die Mitkreatur durchmacht. In erster Linie will ich, daß es mir gut geht! Das ist ein zugegebenermaßen kontroverser Standpunkt. Darf man nicht sagen. Man ist ja Altruist, selbstlos bis ins Mark, und darf niemals die Trauben dem Säuern überantworten. Ich habe unter anderem gelernt, daß Freundschaft und Liebe immer nur eine zeitlich mehr oder weniger begrenzte Übereinkunft darstellen, was die jeweiligen Bedürfnisse der Parteien angeht, die mehr oder weniger miteinander harmonieren. Wie zwei Musiken, die mal im Einklang miteinander erklingen, dann einen mal aufregenden, mal enervierenden oder gar zerstörerischen Mißklang produzieren. Ich fürchte, es ist nicht viel komplizierter. Jeder/jede empfindet das aber immer unterschiedlich, und das ist es wohl, was man als Gnade bezeichnet. Man kann immer nur auf die eigene geistige Hygiene achten, denn man ist letztlich nur für sich selbst verantwortlich. Und das ist eine Aufgabe, mit der die meisten erfahrungsgemäß auch schon überfordert sind. Man muß in den Spiegel kucken können, egal, wie atze man aussieht. Darauf kommt es an. Der nette Mann (nicht der von den Onkelz) sagt: Man schaut immer richtig aus. So sehen es auch die meisten. Risiko frommt den wahren Freigeist nicht. Es geht um das kleine Glück im Schatten der Ulme. Das ist manchmal deprimierend, aber häufig auch schön. Und wer das nicht schön findet, der sollte seinen Schönheitsbegriff mal überarbeiten lassen! Das kleine Glück im Schatten der Ulme ist immer schön. Ist kein Menschheitsglück, aber Motor für Schönheit, die da folgt.

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Im nächsten SI-Artikel wird mehr zu japanischen Horrorfilmen zu lesen sein. Der liebe Ralf hat mir da noch einiges vorbeigebracht. Danach geht es in Richtung Gehirnfilme, teilweise auch äußerst gehirnlose Gehirnfilme. Halt Filme, in denen Gehirne eine große Rolle spielen. Ich finde ja auch, daß Gehirne überschätzt werden, aber Filme wie THEY SAVED HITLER´S BRAIN sind unbedingt kommentarintensiv...

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Dies ist mein letztes Tickerwort mit 40: Stutenbissigkeit! An dem Wort kann ich mich nicht sattlesen...

290709

Bald ist es soweit - ein weiteres Jahr ist um, und ich schaue in die nackte Fratze des 42. Lebensjahres! Komisch, vor 20 Jahren hat mir das Älterwerden noch gar nichts ausgemacht, und vor 30 Jahren erst recht nicht! Genaugenommen habe ich mich auch schon daran gewöhnt, den Status einer Jungsprotte hinter mir gelassen zu haben. Ich habe den meisten Winden getrotzt, die mir das Schicksal entgegengeblasen hat, und wenn ich auch nicht mehr die Haut eines 16-jährigen Pfirsichs besitze, so freue ich mich schon jetzt auf die großen Abenteuer, die mir der Allerbarmer in den nächsten Monaten und Jahren in den Weg setzt. Wie wäre es z.B. mal mit einem gebrochenen Bein? So etwas hatte ich noch niemals, und ich stelle es mir ganz aufregend vor. Intensives Erleben mit 41, würde ich mal sagen! Nach den Kapriolen meiner Füße im letzten Jahr wäre nun allmählich mal das Bein dran. Greisenknochen brechen leicht, so säuselt es der Nachtwind um die Koje... Über meinen Tod denke ich nicht mehr nach, da ich fest davon überzeugt bin, vom gefrorenen Inhalt einer Flugzeugtoilette erschlagen zu werden. Genaugenommen hat mein Leben ja auch gerade erst begonnen. Erst kam die Kindheit, dann das Heranwachsen, und mit 40 ist man dann ein Mann. Oder eine Frau. Oder man wird vom gefrorenen Inhalt einer Flugzeugtoilette erschlagen - dann ist man nur noch Matsch. Übelriechender Matsch, wenn es nicht gerade Winter ist oder man das Glück hat, am Nordpol erschlagen zu werden. Aber wer hat das schon?

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Die letzte Woche hatten sie wirklich einen Spezialkobold auf mich angesetzt! Irgendwann am Mittwochabend pulte ich mir im Auge rum, und ehe ich´s mich versah, quoll der Apfel auf und sah aus wie Graf Dracula. Rot, rot, rot. Und das zwiebelte... Ich stolperte zu einer Notapotheke, da die Augentropfen, die ich noch hatte, etwa aus dem Jahr 1999 stammten. Augentropfen müssen ganz frisch sein, sonst kann man sich genausogut Apfelsaft auf die Iris gießen. Ein genialer Schachzug des pharmazeutischen Gewerbes! Ich wette. daß man theoretisch auch noch Augentropfen aus der Zeit der Kreuzzüge verwenden könnte. Männer mit Mumm machen das. Aber ich wittere immer Verschwörungen und düstere Händel. Es dauerte auch nur geschlagene zwei Tage, bis mein Apfel wieder weiß war wie der Schnee auf dem Himalaya. Was passiert am Sonntag? Eine Fruchtfliege oder ein anderes Insekt fliegt mir beim Müllraustragen mitten ins Auge. Diesmal ins linke. Auge macht "Möööp", ich kucke in den Spiegel und erblicke erneut Graf Dracula, diesmal mit starkem Linksdrall. Wenn ich mich nicht getäuscht habe, gab es sogar eine leichte Schwellung zu bewundern! Ein Augapfel, dessen linke Hälfte angeschwollen ist - wer hat das nicht gerne? Das ist fesch, das ist die kommende Sache! Mal im Ernst, es ist ein Wunder, daß ich am selben Abend nicht noch ein Date mit einer Angebeteten hatte, denn mir passiert nur so ein Schrott. Ich sitze zusammen mit der wunderschönen Schauspielerin Catriona MacColl auf der Bühne, was passiert am Vortag? Ich laufe gegen eine Eisenstange und breche mir fast die Nase! Vor vielen Jahren bin ich mal mit einer Frau verabredet gewesen, der ich gern Rilke-Gedichte über meinen Dödel vorlesen wollte. Die Frau hatte es mir angetan, und ich lechzte nach positivem Feedback! Was geschah? Ich schluckte Laxoberal, eine Wundermedizin, die der Darmträgheit entgegenwirken soll. So etwas benutzte ich in meinen dunklen Tagen. Ich wollte nämlich bei einer möglichen Entkleidungsaktion wohliges Schnurren hören, kein unbarmherziges Gelächter! Normalerweise funktionierte das Zeug ganz rasch, doch an diesem Termin blieb der Raum mit der Doppelnull ungenutzt. Der Bauch schwoll und schwoll, ich: total verzweifelt. Was meine Gefallsucht mir bescherte, liegt auf der Hand: Die Klingel ging, Schönliebchen kam herein, ein Abend des Grauens begann. Meine Peristaltik ließ sich nicht lumpen: Feuerstuhl 2000, der Darm legte den Turbo ein! Alle 10 Minuten entschuldigte ich mich hochroten Kopfes und ging kacken...

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Schön, wenn einen das Leben so hat reifen lassen, daß man über sich selbst lachen kann. Was bleibt einem sonst auch übrig? Die Holde konnte ich mir damals natürlich gepflegt von der Backe kratzen. Es gibt viele Methoden, einen günstigeren Eindruck zu hinterlassen, z.B. Hautausschlag und chronisches Sabbern. Meine Rilke-Gedichte blieben im Schrank, wo auch folgendes Ostergedicht liegt:

Wenn die prallen Eier knacken
Laufen all die dullen Spacken
In das nächste Multiplex
Für Gewalt und ihren Sex

Schlimme Dinge sieht man dort
Falbe Gesichter und trübes Wort
Viel Marketing und wenig Charme
Da wird kein rechtes Herzchen warm

Am Reißbrett entsteht so mancher Müll
Der uns den Bregen stehlen will
Und droht Originalität
Ist sie vom Winde schon verweht

Mit Tom Hanks als Osterhasen
Lernt man Feiertage hassen!
Richard Gere? Kiefer Sutherland?
Niemand diese Memmen kennt.

Julia Roberts und Tom Cruise
 Kommen in den Apfelmus!
Und Hugh Grant und Meryl Streep
Überfahren wir mit einem Jeep!

Der Hasennacken wird geknackt
Ohne Fell ist er doppelt nackt
Mit Biskin in die Pfanne rein
Dann gibt es lecker Hasenklein

Unser Kino ist zwar klein
Aber es passen alle rein
Jetzt seid Ihr alle wieder da -
Willkommen bei Buio Omega!

(RilkE)

Das habe ich irgendwann mal zu Ostern bei Buio Omega aufgesagt, da ich ja sehr traditionell veranlagt bin. Mittlerweile hat sich das Poem natürlich überholt, da ich Kiefer Sutherland wegen der Serie "24" sehr verehre, auch wenn er jetzt natürlich nur noch Jack Bauer spielen kann. Selbst als Othello wäre der jetzt einfach nur noch Jack Bauer. ("Desdemona, Chloey, haltet mir die Securities vom Leibe - ich geh´ jetzt rein!" bzw. "Mr. President, ich bin zwar schwarz und eifersüchtig, aber --- ich liebe dieses Land!") Da ich mir die 7. Staffel von Premiere runtergesaugt habe und natürlich gleich nach Ausstrahlung der letzten Folge gekuckt (in drei Tagen: Rekord!!!), foltere ich jetzt Robert und Bettina mit Andeutungen über Dinge, die da passieren. Dabei belüge ich sie natürlich, denn spoilern finde ich asozial. Foltern an sich macht aber Spaß!

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Am Wochenende habe ich mit einem gewissen Herrn Strecker, den ich mal in einer Hafenkaschemme auf St. Pauli kennengelernt habe, einen Audiokommentar aufgenommen, der einen Film über hüpfende Gehirne hoffentlich angemessen untermalt. Zusammen haben wir vorher auch schon einen anderen Film kommentiert, in denen in Felle geworfene Dackel böse Riesenspitzmäuse darstellen sollen, die einige Inselbesucher belagern und zumindest teilweise auch fressen. Als nächstes wird aber DAS VERMÄCHTNIS DES PROFESSOR BONDI erscheinen, bei dem mein Partner der ehrenwerte Nachbar und Politiker Robert Z. war. Die Geschichte mit den Audiokommentaren mache ich übrigens nur noch, wenn man mir entweder sehr viel Geld oder aber einen angenehmen Gesprächspartner anbietet. Neulich ist mir z.B. ein AK angetragen worden, den ich mit einem beliebten Musiker bestreiten müßte - da wäre meine Antwort ein fettes Ja! (Es handelt sich nicht um den Film DER LÄNGSTE TAG.) Auch toll fände ich einen Kommentar, den man im Stadium der Volltrunkenheit absolvieren dürfte. Das dürfte man natürlich nur bei einem Werk wie SLUMBER PARTY MASSACRE 2 oder so machen. Fellini oder Antonioni möchte ich nicht lallend kommentieren. (Obwohl...) Früher habe ich hier regelmäßig mit Stephan und Voller Filme gekuckt, und was da teilweise bei rumgekommen ist, ging wirklich auf keine Kuhhaut! Ansonsten werde ich meine Arbeit für DVD-Labels etc. massiv einschränken, da ich es eingestandenermaßen satt bin, mir die entsprechenden Veröffentlichungen dann im Laden zu kaufen. Geld für die Liner Notes etc. zu verlangen, verbietet mir mein Stolz wie auch meine Liebe zur Armut. Manche Label (wie Anolis oder Koch) stecken viel Zeit und Liebe in ihre Produkte, und es kommt ja auch meistens was Anständiges dabei rum. Aber es gibt auch viele Schlemihle, die einem nur die Zeit stehlen. Bei manchen ist das dann nicht einmal asozial, sondern nur verpeilt, aber das Resultat ist das Gleiche. Auch Nettheitsbonus ist irgendwann aufgebraucht. Und auf Kumpelbasis Geschäfte zu machen, ist niemals ein weiser Entschluß...

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Ich habe bedauerlicherweise ein Spiel namens "Fallout 3" in die Finger gekriegt. Das bedauere ich ehrlich, denn es ist immens zeitaufwendig, brillant gemacht und läßt einen durch eine riesengroße virtuelle Landschaft wanken, die aufgrund eines vor einiger Zeit erfolgten Atomschlages ziemlich zerrüttet ist und vor ekligen Mutationen nur so wimmelt, z.B. riesigen Maulwurfsratten! Die deutsche Fassung erfreut erneut durch betuliche Dezenz, weswegen ich gleich zur Version unseres sympathischen Nachbarlandes Österreich gegriffen habe. Es geht aber eh nicht so sehr um wilde Kampfhändel, sondern um die Erforschung einer untergegangenen Zivilisation. Dabei kommt es sehr auf Elemente an, die man für gewöhnlich eher mit den von mir nicht sehr geliebten Strategiespielen verbindet. In die findet man erst nach einiger Zeit, und da das Spiel so fucking faszinierend ist, habe ich bereits mehr davon investiert, als dem guten Christenmenschen frommt. Daß man von Zeit zu Zeit den Schädel oder andere Gliedmaßen weggesprengt bekommt, lockert die Atmosphäre entschieden auf und dient als virtuelle Strafe für das schlechte Gewissen bzw. den angemessenen Wegzoll für den Zeitwucher, den man da betreibt. Ich habe mich nicht umsonst jeglicher Online-Spielerei ferngehalten, um nicht vollständig im Taumel der virtuellen Lebenssimulation zu versacken. Da ist es doch viel besser, man geht mal raus und kuckt nach, was die Kaulquappen in den Pfützen tun, wir hatten das Thema schon. Man kann auch der freundlichen Bedienung im McDonald´s-Restaurant unter den Rock schauen. Zumindest Letzteres stieße bei mir aber schon auf das Problem, daß ich jedesmal, wenn ich in einem Etablissement dieser Imbißkette einkehre, angesichts der übellaunigen und fraglos unterbezahlten Bedienpersonen und der wartenden Vollprolls den Appetit verliere und vorzeitig die Kurve kratze. Ich habe es mal etwa ein halbes Jahr lang versucht, den neuen Brutzelclou von McD anzutesten, bin aber jedesmal gescheitert. Hätte man meine diesbezüglichen Versuche abgefilmt und ins Internet gestellt, würden sich die Filme vermutlich ähnlicher Beliebtheit erfreuen wie seinerzeit "Der gespielte Witz" bei "Nonstop Nonsens". Dies wäre allerdings kein gespielter Witz, sondern das pralle Leben! Bei McD laufen einem allerdings auch keine Maulwurfsratten über den Weg, und man kann auch keine überlebenswichtigen Utensilien von ominösen "Sammlern" kaufen, die in notdürftig zusammengebretterten Verschlägen am Rande des verstrahlten Gebietes hausen... Zudem sorgfältig eingedeutscht. In meiner Fassung kann man den Originalton leider nicht einschalten, wo einem Liam Neeson, Malcolm McDowell und Ron Perlman über den Weg laufen, aber die deutsche Synchro ist schon ungewöhnlich gut.

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Als ich neulich zum Geburtstag meiner Mama in die alte Heimat gefahren bin, ist mir erneut aufgefallen, wie sehr ich der Region verhaftet bin. Auf der Rückfahrt habe ich bittere Tränen geweint. Ich bin halt ein Nordlicht. Da mich hier im Ruhrpott eigentlich jetzt kaum mehr etwas hält, überlege ich mir, ob ich die nächste Zäsur in meinem Leben anpacken und nach Bremen oder nach Hamburg ziehen will. Wohin mich das führen würde, weiß ich nicht. Als ich gen Gelsenkirchen gezogen bin, wußte ich auch nicht so recht, was mich erwarten würde. Es war mir nur klar, daß eine Umorientierung anstand. Manchmal weiß man so etwas halt. Ich habe Schönheit geschenkt bekommen, dann viel Aua-Aua, habe ein paar Sachen über mich und die Menschen gelernt. Rückblickend betrachtet war das mit Sicherheit gut so, und wenn es mich nicht auf den einen Kurs gebracht hat, der bis zum Rest der Tage führt, so hat es mein Leben bereichert. Das einzige, was wirklich killt, ist der Stillstand. Das einzige, was einen fertigmacht, ist die verspätete Einsicht, nicht das richtige Wagnis eingegangen zu sein, das einen aufmischt. Um die Butthole Surfers zu zitieren: It is better to regret something you have done than to regret something you haven´t done. Gibby und seine Kumpels haben das damals wahrscheinlich in einem Hauch von drogeninduziertem Größenwahn von sich gegeben, aber sie hatten nichtsdestotrotz recht damit. Ich habe mir einige Scharten eingefangen, aber auch viel Spannendes erlebt und die Sonne gesehen. Das Funkeln, das man manchmal bei anderen bemerken kann oder in sich spürt, verfliegt meistens. Dann rieselt Asche herab. Was richtig ist oder nicht, das weiß allein der liebe Gott, an den ich ja nicht glaube. So kann man sich nur in seinen Wagen setzen und nach Straßenschildern Ausschau halten. Oder nach Ausfahrten. Oder nach den Abenteuern am Wegesrand. Wenn man ewig glücklich sein möchte, muß man Drogen nehmen. Von denen wird man allerdings dumm und manchmal tot. Wenn man sich mit Glücksrosinen zufriedengibt, liegt man richtig, aber man muß für sie arbeiten. Dann muß man auf die Abenteuer am Wegesrand achten, denn sie sind da. Man muß sie bloß erkennen und sich trauen.

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Und zum Abschied ein Seemannslied:

La paura ohe

Wenn der Nordwind am Schotmast rüttelt und es schüttelt mich mein Verlangen
Die rauhen Männer des Nordens müde des Mordens schwenken die schweren Zangen
Und hart backbord da fliegt der Sack fort und fern daheim wartet stumm mein Mädel
Doch der Rum aus Jamaica wo ich auch da war fließt in die stumpfen Schädel

La paura ohe! Nur hier kann ich frei sein
Nennt das Mädel daheim mich Geliebter, dann bin ich neu getauft

Hinter uns liegt das Schicksal, härter als Bruchsal, und zeigte seine Zähne
Und solange wir rauften und uns verkauften, wehte des Käpt´ns Mähne
Die Enterhaken im Schiffsrumpf staken, sie glänzten lieblich in der Idylle
Und wir zerhackten all die beknackten Langweiler um uns und schufen Stille

La paura ohe! Nur hier kann ich Brei sein
Denk ich an meine Kleine im Süden, dann bin ich sehr erregt

Und um den Zaster spiel ich Canasta mit Käpt´n Kidds Leiche und ich gewinne
Wenn ich den Kabeljau auf den Schnabel hau, dann glänzen die Augen und schwinden die Sinne
Drum refft die Segel mit Kind und Kegel und steuert mutig in Feindes Hände
Nur einer schmachtet grad wie umnachtet und sieht im Blut seiner Liebling Lende

La paura ohe! Nur hier kann ich hnng hnng
Schick nen Gruß an die Heimat und warte hnng hnng hnng...

Wenn für Gedärme ich mich nicht mehr erwärme und rote Möwen am Himmel ziehen
und der Klabautermann wird ständig lauter, dann weiß ich bald ist´s um mich geschehen
Und die Freiheit, die weicht der Breitheit und dann der Brotzeit - mein Mädel ist weg
Ich hör die weißen Delphine lachen, ja Scherze machen, denn ich lieg im Dreck

La Paura ohe! Es geht zuende
und die toten Ostgoten zerdrücken ein kleines Tränlein oder auch zwei...


Schöne Leiche

Versäumen Sie nicht die nächste Folge des Münsteraner Tatorts: Fußgänger machen bei einer Butterfahrt einen grausigen Fund. Wer ist der geheimnisvolle Tote im Klärwerk? Nebenbei haben Kommissar Thiel (Jan-Josef Liefers) und Professor Dr. Boerne (Axel Prahl) wieder so manches Hühnchen miteinander zu rupfen. Im Mittelpunkt steht Dr. Boernes geheime Liebe zu Staatsanwältin Klemm, die erneut mannhaft versucht, sich das Qualmen abzugewöhnen. Und was immer ich mir auch ausdenke, es wird nicht mehr lustig. Eigentlich wollte ich ja nur dieses zugegebenermaßen exzentrische Foto von mir unterbringen, das mich beim Einbau meines neuen Lattenrostes zeigt. Sieht wirklich ein wenig nach Leichenfund aus, oder? (Oder nach der Bebilderung einer alten Horror-Hörspielkassette, "Das Beinhaus des Professor Grimaldi" oder so was...)

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