IM MÄRZEN DER TICKER --------------------------------------------------
NEWSTICKER NOVEMBER 2001NEWSTICKER FEBRUAR 2002
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Der amerikanische Schriftsteller James Ellroy gehört zu meinen persönlichen Lieblingen. Obwohl seine Romane dem Vernehmen nach in den deutschen Fassungen etwas entschärft sind, kann auch hierzulande nachempfunden werden, was für ein bombiger Schriftsteller der Mann ist. Seine Bücher sind in der Regel lang, lohnen aber die Mühe und entführen in eine Welt des Nachkriegsamerika, in dem hartgesottene Bullen sich durch ein Gewirr von "shitwork" hindurchwühlen müssen, um schändlichen Verbrechen auf die Spur zu kommen. Dabei streift Ellroy nicht nur die seelischen Abgründe seiner Helden, sondern zeichnet obendrein ein so atmosphärisches Bild von der Welt der Protagonisten, daß man die Romane kaum mehr aus der Hand legen mag. Der Stil ist eine Art Raymond Chandler meets Tom Waits meets "Ach, die Welt ist so hart!" Die Figuren tauchen in den unterschiedlichen Büchern immer wieder auf, so daß eine Art "family feeling" entsteht, und es ist eine Familie mit vielen krummen Hunden, weiß Gott, aber man bleibt am Ball!
300402
Ich wollte ja eigentlich nichts mehr zum Thema Blutbad schreiben, aber wenn ich etwas schreiben würde, so wäre es mein Befremden darüber, daß man zur Zeit die Glotze einschalten kann, wann man will - andauernd sieht man Bilder von einem jungen Schauspieler, der seine Mitschüler umlegt. Außerdem fliegen einem ständig virtuelle Gedärme aus irgendwelchen Ego-Shootern entgegen, die ein findiger Journalist aus seinem Privatfundus für ein flottes Nachrichtenjingle zusammengebastelt hat. Ist es eigentlich schon jemandem eingefallen, daß Soziopathen allüberall Nahrung satt für Copycat-Taten bekommen? Soziopathen allüberall, laßt bitte von eurem Vorhaben ab! Bietet den Politikern nicht noch mehr Gelegenheit für klebrige Zurschaustellungen medienwirksamer Betroffenheit. Immerhin finde ich gut, daß wieder einmal keiner etwas geahnt hat. Während der Psycho aus Bad Reichenhall eine Hakenkreuzfahne quer über das Bett gehängt hatte, besaß dieser Jugendliche kistenweise scharfe Munition, eine Pump-Gun, das Gesicht, das man immer auf den Fotos sieht, und war Mitglied in zwei Schützenvereinen! Erfreulich immerhin, daß er keine Ausgabe von WOODOO bei sich auf dem Nachttisch hatte, nur Musik von Slipknot, die - wie n-tv so schön anmerkt - "Menschen mit Fäkalien vergleichen". Au Mann! Wenn irgendjemand eine Erklärung dafür sucht, warum ein junger Mensch so sick werden kann, dann braucht er momentan nur den Fernseher einzuschalten...
290402
Mir hat jemand gemailt, daß er es nicht angebracht fände, wenn ich in diesen Tagen nur spaßig Gemeintes schreibe. Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, als wäre mein Buch, Fußball oder sonst etwas auch nur annähernd so wichtig wie das Blutbad in Erfurt. Aber es wird schon so vieles darüber geschrieben und gesendet, und das meiste davon ist schwer zu ertragen. Ich habe beschlossen, die Medienverwurstung dieser Katastrophe komplett zu meiden und nicht den Fehler zu begehen, den ich schon bei Afghanistan gemacht habe. Da wird man nur deprimiert und wütend. Den Opfern und ihren Angehörigen gilt aber auf jeden Fall mein tiefstes Mitgefühl.
280402
Übrigens:
Das ist so ein Buch, das gerade herausgekommen ist. Es ist dicker als Godzilla (330 Seiten), enthält sämtliche Western von italienischen Regisseuren in erschöpfenden Besprechungen und ist auch sonst ganz oho. Die Herausgeber haben es sich nicht nehmen lassen, ein höchst lesenswertes Interview mit Gianni Garko als Bonus-Track anzufügen. Zum Cover möchte ich noch hinzufügen, daß ich der rechts bin. Links ist Terrorverleger Karsten, in der Mitte sein Kompagnon Micha.
280402
Trotz einiger Nackenschläge im Privatbereich habe ich mir über die Woche einige japanische Monsterfilme angesehen und muß schon sagen: Die machen richtig Laune! Zwar werde ich niemals Ingojiras Kennerschaft erlangen (nochmal: Geht zu www.monstrula.de!), aber die dicken Oschis haben schon Charme, wenn sie so durch Miniaturlandschaften wanken... Der coolste Godzilla ist natürlich FRANKENSTEINS KAMPF GEGEN DIE TEUFELSMONSTER, wo sich das Müllmonster an Fabrikschornsteinen mit glühenden Augen eine Volldröhnung verschafft, aber auch ansonsten herrscht viel Frohsinn im Monsterland! Godzilla ist grundsätzlich ein netter Kerl, wenngleich er für meinen Geschmack gelegentlich etwas zu dick aufträgt und eine unangenehme Angeberattitüde zur Schau trägt. Aber der frißt nichts in sich rein, der macht aus seinem Herzen keine Mördergrube! Wenn er mit seinem Schwanz zuschlägt, dann zittert Tokio! Gerade hat er den Krebskasper Ghidrah verkloppt, der wirklich eine Arschkrampe von einigen Gnaden war... Sehr lustig auch der japanische King Kong ("Kingukongu"!), der mimisch stark an eine Puppenkistenversion von Oliver Kahn erinnert, mit der Bewegungsmotorik der Schalke-Legende René Eijkelkamp... Mein Lieblingsmonster ist aber Mothra, die Riesenmotte. Mann, was ist die für ein cooler Knochen! In schillernden Farben brät sie in der Inselsonne, läßt sich von süßen Insulanerinnen ansingen, und wenn es ihr gefällt, dann bequemt sie sich auch mal dazu, in den Lauf der Handlung einzugreifen und die Welt zu retten. "Naja, dann muß ich halt mal wieder!" Mit elegantem Flügelschlag und lässiger Gebärde wedelt sie dann alles zu Schamott - die Dandydame unter den Monstern. "Mosura-ya!" tönt es auf dem Soundtrack, und mehr braucht man dann auch nicht zum Glücklichsein.
270402
Fußballtechnisch muß ich einflechten, daß ich es sehr bedauere, daß Freiburg den langen Weg zurück antritt, denn ich mag den Club doch sehr. Naja, aber immerhin haben sich alle drei Absteiger nicht desolat verabschiedet, wie das ja schon vielen Vorgängern passiert ist. Schalke hat jetzt leider doch noch Mist gebaut und sich mit einigen halbgaren Spielen um die Champion´s League gebracht. Meine Werderaner hingegen haben nach dem bombastischen Spiel gegen Lebergrusel ihre Erfolgsserie fortgesetzt, und das nach einer lausigen ersten Halbzeit. Aber so ist der SVW halt - total panne, aber eminent liebenswert. Was Leverkusen angeht, so müssen die Boys den Kopf nicht allzu tief hängen lassen, denn ich kenne Werder - die werden gegen Dortmund gut Stoff geben. Leverkusen gebührt im übrigen höchster Respekt für den Auftritt in Manchester, und ich finde auch, daß sie insgesamt die Meisterschaft verdient haben. "Meister der Herzen" ist doof, das weiß ich als Schalker nur zu gut. Dortmund, im übrigen, hat seine Sternstunden in den Spielen gegen AC Mailand gehabt. Bin zwar Schalke-Fan, aber - das war geil! Szene des Spieltages war natürlich der Aussetzer von Sammer, der für einen kurzen Moment zu Kommissar Eisen wurde und das Gesetz in die eigenen Füße nahm...
260402
Ich habe gerade meine Ausgabe vom Westernbuch bekommen. Da ich als Kind schon gerne Listen gemacht habe, werde ich demnächst (=wenn´s klappt, morgen!) einen zusätzlichen Appendix für die Regisseure einrichten, den man sich bei Bedarf ausdrucken kann. Außerdem werde ich eine Errata-Ecke machen, wo alle Fehler draufkommen, die mir oder den geilen Strapsmäusen von der Info-Front unterlaufen sind. Dabei seid Ihr alle herzlich aufgefordert, mir zusätzliche Videoveröffentlichungen etc. mitzuteilen. Ein paar sind mir selber schon aufgefallen, etwa die feinen DVDs mit den Spencer-Filmen, die mittlerweile rausgekommen sind... Jetzt köpfe ich erst einmal einen Sekt!
240402
Ich habe gerade die neue Monatszeitschrift von "Premiere World" durchgelesen und bin jetzt endgültig davon überzeugt, daß im Werbebüro des Senders nicht die ALLERbesten Leute sitzen... Zuerst einmal: PW hat die gesamte Programmstruktur erneut umgewürfelt, getreu dem Motto, daß Fernsehzuschauer nichts so sehr schätzen wie ständige Veränderung und Umgewöhnung. ("Ran" kann ein Lied davon singen...) Diverse alte Sender mit Wiedererkennungswert sind gekippt worden, das Programm im wesentlichen dasselbe, nur unübersichtlicher. Gelockt wird der Zuschauer mit Aktionen wie "Ein Tag mit Lilo Pulver" - sind die KOMPLETT WAHNSINNIG GEWORDEN??? Es erscheint so, als wollten die Verantwortlichen den Sender platt machen, noch bevor Kirch das geschafft hat... Weia! Auch weia einem zuckerkranken Richter: "Ein zuckerkranker Richter ist vor Gericht gegen die Hersteller der Schokoriegel Mars und Snickers gescheitert, die er für seine Krankheit zur Verantwortung ziehen wollte (...) Der Kläger hatte argumentiert, der hohe Zuckergehalt der Schokoriegel habe ihn unheilbar krank gemacht. Masterfood habe nicht ausreichend vor der Gefahr gewarnt." (Quelle: SAT 1-Videotext). Erst todkrank, dann noch Lachnummer der Nation - so geht´s!
230402So, LA CASA DALLE FINESTRE ist eingetrudelt! Und was soll ich sagen: Die DVD läßt Träume wahr werden, denn die Quali ist mehr als zufriedenstellend. Zudem hat www.dvd.it sehr zügig geliefert und wird sich demnächst auf weitere Bestellungen von mir einstellen müssen... Wie mir ein Freund berichtete, sind auf einem japanischen Label gerade BLINDMAN und I PISTOLERI DELL´AVE MARIA herausgekommen, die keine verständlichen Untertitel besitzen, aber ein Interview mit Regisseur Ferdinando Baldi. Außerdem: BLINDMAN gehört zu den abgefahrensten Western aller Zeiten und liegt mir bedauerlicherweise nur in einer erbärmlichen griechischen Fassung vor. So, und zum Westernbuch werde ich dann mehr verkünden, wenn mir ein Exemplar vorliegt - bin schon sehr gespannt!
230402
Linda Boreman, auch bekannt unter ihrem Pseudonym Linda Lovelace, ist im Alter von 53 Jahren an den Folgen eines Verkehrsunfalles gestorben. Der sensationelle Erfolg des Filmes DEEP THROAT machte sie 1972 quasi über Nacht zum ersten Star, den das vormals verfemte Pornogenre jemals besessen hatte. Den Glitzerrummel, der sich in der Folge in der Industrie der zuckenden Leiber entwickelte, bekam sie aber nur noch am Rande mit, da sie sich kurz danach vom Genre löste. Mit ihren kontroversen Autobiographien (in denen sie u.a. schilderte, sie wäre mit vorgehaltener Waffe zum GV gezwungen worden) machten sie zeitweilig zum Darling bei Feministinnen und der Kunstbourgeoisie. Der Unfall ereignete sich am 3. April. Gestern nun wurde die Lebenserhaltung ausgeschaltet, da keine Hoffnung mehr bestand. Sie hinterläßt einen geschiedenen Ehemann und zwei erwachsene Kinder. RIP
210402
"Scheiden tut weh! Kurz vor seinem Geburtstag verläßt uns der `Stabilelite´-Film- und Easy Listening-Club, der jeweils den ersten Montag im Monat mit psychotronischen Filmperlen das Programm des Dortmunder FZW versüßte. Anläßlich der Trauerfeierlichkeiten lädt das Cosmotopia zu einer ausgesprochen trashigen Todesrevue mit Gesang, Tanz und nackten Überraschungen, welche den Werdegang des Filmclubs noch einmal nacherzählt und einiges an Showeinlagen aufbietet. Für die anschließende Einäscherung und Seemannsbeerdigung im Dortmunder Hafen bitten wir um Trauerkleidung. Nehmt Abschied, Brüder und Schwestern!!! Cosmotopia Dortmund, 23. 04. 02. Eintritt frei mit Clubausweis, ansonsten 3 Euro." Ich habe schon einige der Revueeinlagen in der Entstehungsgeschichte bewundern dürfen und bin sehr gespannt auf das Ergebnis. Viele Leute aus dem Umfeld haben schon ihr Kommen angekündigt, darunter das halbe Komitee von "Buio Omega". Hinter "Stabilelite" stand u.a. der Ralf von "Absurd 3000". Ich denke mal, daß das eine ziemlich bombige Sache wird, also kommt am Dienstag zuhauf und laßt den Tränen freien Lauf! Buio Omega war im übrigen gut besucht. Es gab KOMMISSAR X: DREI BLAUE PANTHER und DAS SYNDIKAT zu sehen. Das Westernbuch wird wohl ab dieser Woche erhältlich sein. Vielleicht düse ich nachher noch nach Gütersloh und hole ein paar Exemplare ab. Genauere Angaben folgen baldigst.
190402
Morgen ist Club, und bei der anstehenden Sause wird es Mario Adorf, Tony Kendall, Erika Blanc, Jürgen Drews, Brad Harris und Heinos Frau zu bewundern geben. Leider nicht live, aber man kann ja nicht alles haben im Leben. Die Teerrohrverleger sind nicht dabei, denn sie fahren nach Hamburch und holen dort mein Westernbuch vom Drucker! Weitere Infos folgen. Ein besonders hübscher musikalischer Neuzugang ist der ehrenwerte Wesley Willis, ein ehemaliger Crack-Raucher, der als Schizophrener eingestuft wurde und sich der Musik zuwandte, "um die Stimmen zum Verstummen zu bringen". Die auf Biafras Alternative-Tentacles-Label herausgekommene Musik ist endlich Rap, den ich mir wieder und wieder anhören mag! Lieder wie "Casper the Homosexual Friendly Ghost" oder "The Vultures Ate My Dead Ass Up" sind einfach Hochglanzgranaten... Auch schön seine vielen Personality-Songs, "O.J. Simpson", "Oprah Winfrey", "Alanis Morrisette" etc., bei denen er immer Merkwürdiges ins Mikro quasselt und im Refrain den Namen skandiert, bis zum Abwinken. Ein bißchen wie Klaus Beyer als schwarzer Rapper, also hochgradig faszinierend und charmant. Ich höre mir jetzt gleich noch einmal "Chicken Cow" an! Die neue "TV-Woche" ist drin. Mothra regiert die Welt!
170402Daß Bremen bei der Verplanung der WM-Stadien nicht berücksichtigt worden ist, ist ja wohl eine sau-mist-totale Unverschämtheit! Werder ist neben Schalke der sympathischste Club in der ganzen Liga, und daß die Burschen so selten Tore schießen, liegt doch nicht am Stadion... Das war der dämonische Einfluß von Franz Beckenbauer, dem ich sämtliche Pestpilze der westlichen Hemisphäre an den Hals wünsche! Dafür werde ich seinen Schlager "Gute Freunde darf niemand trennen" auf meine Fußball-CD drauftun, woll. Die "Sons of Tarantula" sind natürlich auch drauf. Ferner die Mimmi´s, "Deutscher Meister wird der SVW" (jo-hoho!), eingeleitet von einer Wiedergabe des Fehl-Elfmeters von Loddar Maddäus, der Bremens Pokalsieg und Wiedergenesung besiegelte. Ansonsten sind da noch lauter hochnotpeinliche Gröhlsongs drauf.
170402
Die Nachtbedienung in der "Alten Apotheke" in Buer-Mitte, die heute Dienst tat, ist eine dumme Nuß. Ich hoffe, daß das jetzt nicht die Falsche trifft. Es geht um die Nacht vom 16. zum 17. April. Wer immer mit dieser Frau befreundet ist, gehört sofort ausgemeindet. Die Frau hatte eine hübsche Nase, und was darunter wuchs, war auch hübsch. Aber ihre Gestik und generelle Handhabung der ABC-Pflaster-Verkaufsabwicklung war wirklich verboten. Servicehölle Deutschland. Die Frau wird garantiert die erste ABC-Pflaster-Domina Deutschlands! ("Ja, reiß´ es ab, du Luder!") Wer ähnlich immense Probleme sucht, wird sein Halleluja finden in dieser Schlagzeile des Sack-1-Videotextes: "Unsterbliche Chinesen in Neapel". Dortenortes ist nämlich das Problem, daß von 10.000 ansässigen Chinesen in den vergangenen drei Jahren gerade mal drei gestorben sind - "2 beim Autounfall, einer wurde ermordet." Daß die Chinamänner so ins Kraut schießen, liegt kripointernen Mutmaßungen nach an der China-Mafia, die lauter gelbgesichtige Überfremdungsartisten ins Land schmuggelt, die dann die Pässe und Identitäten der Verstorbenen übernehmen... (Ein neues Betätigungsfeld für Schily?) Ich wollte ja gerade mit Absurd-Ralf ein Projekt aufziehen namens "Neurosen, so lustig wie Deutschland", aber das hat schon Klasse. Ansonsten hat Schalke gerade mit dem 3:0 (Sailor Rip und seine Monika waren im Weserstadion dabei!) die Chancen auf die Schämpjen´s Lieg fast verspielt, aber sie schaffen´s ja doch noch. Lebergrusel wird Meister, Dortmund und Schalke halten das Revier im Lot, und München lutscht nächstes Jahr an der Schmusedecke. Das finde ich gerecht und gut.
150402
Ich habe gerade das neueste Produkt eines Helden meiner Kindheit gesehen: John Carpenters GHOSTS OF MARS! Das Leben wird schöner mit John Carpenter, kann man da nur noch sagen. Schade nur, daß Maximilian Schell nicht wieder mit dabei ist, und daß die deutsche Fassung nicht von den Leuten besorgt wurde, die normalerweise den "TV-Shop" eindeutschen. ("Nein, Jim, deine neue Gartenkralle ist ja wirklich FANTASTISCH!!!") Das ist ungefähr so, als habe man Ed Wood 30 Millionen Dollar in die Gartenkralle gedrückt - super! Der Butzemann Big Daddy Mars (stöhn!) schaut aus wie Marilyn Manson mit den Muckis von Schwarzenegger. Und das Gegröhle ist auch toll - endlich weiß man´s: Fußballfans sprechen marsianisch! Für die Filmmusik hat sich Carpenter diesmal neben Anthrax auch Steve Vai und Buckethead ins Studio geholt, aber das Geschrammel hätte die Band "Der Frosch mit der Maske" auch hingekriegt. Da läuft dann der dicke Rapper Ice-Cube über den Mars und ballert aus allen Rohren, während der angemalte Suppenkasper auf dem Hügel steht und "Agrahh" macht. Ich finde, die hätten noch den alten Mann auf dem Fahrrad aus MÄCHTE DER FINSTERNIS mit einbauen sollen.
140402
Es sieht so aus, als sei ein Traum vieler Italo-Horror-Fans endlich Wirklichkeit geworden: In Italien ist Pupi Avatis LA CASA DALLE FINESTRE CHE RIDONO als DVD veröffentlicht worden. Die DVD enthält dem Vernehmen nach zwei Dokus als Bonus und enthält - jetzt kommt´s! - englische Untertitel! Der Film des Bologneser Meisterfilmers gehört zu den unheimlichsten und schönsten Gruslern, die ich jemals gesehen habe. Die einzige englisch untertitelte Fassung, die bislang zur Verführung stand, war jene von "Video Search of Miami", und wer da jemals bestellt hat, der weiß, was für eine erlesene Qualität zu erwarten war... Ich habe den Silberling sofort geordert, bei www.dvd.it, die einen guten Leumund haben. Ich werde Euch darüber auf dem Laufenden halten, ob die Burschen verläßlich sind, und ob die DVD hält, was sie verspricht.
130402
Ach Scheiße Ey, ich habe so viele nette Zuschriften erhalten, die mir Mut in meinen Milbenschädel eingeblasen haben, daß ich meinen Ticker doch noch aufrecht erhalte. Ich habe mir meine alten News nochmal durchgelesen und fand, daß sie zumindest einen ganz reizvollen Überblick über meine merkwürdige Vita gaben, als daß ich doch noch weitermachen wollte. Also, neben dem TV-Kram werde ich auch den Ticker weiterführen. Macht mir ja auch irgendwie Spaß, woll. Viel Neues ist ja in dieser doofen Welt nicht passiert. John Agar ist gestorben, und der wird in einer Woche im Club auch entsprechend gewürdigt werden. Wo sonst in Deutschland wird der alte Mann schon aufs Podest gehoben. Und der Mann ist ja schon tot! Die Queen Mum wird von uns bestimmt nicht aufs Podest gehoben. Die war alt und runzlig und stand für eine Staatsform, die im wesentlichen für die Ausbeutung des Ausbeutbaren stand - ich finde, da ist 101 schon ein ganz brauchbares Alter! Wie meinte doch der ZDF-Kommentator so recht: "Sie hat ein großartiges Leben gelebt!" Leckmichamarsch, der Mann hat recht - ein Leben lang nur die sieche Visage hinhalten und für ein Empire stehen, das es schon längst nicht mehr gibt. Da glauben doch nur noch die Briten dran. Da ist mir der Agar doch entschieden lieber - erst die Shirley Temple heiraten, dann geschieden werden und saufen. Dann die Hauptrolle in THE MOLE PEOPLE spielen - das ist menschliche Größe, verdammt! Im Filmclub nächsten Samstag, aber mit Macht. Wenn ich jetzt nicht mehr nicht mehr jeden Tag kommentiere, dann nicht böse sein - das Leben und die Rasierklinge sind hart. Im nächsten "Splatting Image" wird es übrigens eine Ergänzung zum "Wilden Auge" geben, mit den Italo-Horrorfilmen, die ich damals noch auslassen mußte... Ein fettes Ichhabeuchgern an Viola, Brian und Britta in die Stadt der blauen Schlümpfe. Und noch die Werbeschlagzeile von DIE SKLAVENHÖLLE DER MANDINGOS, die ich gerade heute gehört habe: "MANDINGO war der Sprengstoff - dieser Film ist die Explosion!" Das war Verleihwerbung, hähä!
030402
Hallo. Eine traurige Nachricht: Da ich arbeitsmäßig im Moment nicht mehr weiß, wo mir der Kopf steht, habe ich mich schweren Herzens dazu durchgerungen, den News-Ticker und die beiden anderen Aktuell-Rubriken fallenzulassen. Kriege ich alles sonst nicht mehr auf die Reihe. Das wird meine Statistik natürlich killen, aber es wird sich trotzdem lohnen, von Zeit zu Zeit auf die Seite zu schauen, denn ich werde auch weiterhin gelegentlich alte oder neue Artikel reinstellen und das dann oben auf der Inhaltsseite ankündigen. Des weiteren wird man dort Hinweise auf aktuelle Veranstaltungen oder News in eigener Sache (z.B. das Westernbuch) finden.
020402
Ich habe ganz vergessen, daß die Mumie der Königin von England gestorben ist! Sie ist 101 Jahre alt geworden, was selbst für eine Monarchin sehr ordentlich ist. Besonders bemerkenswert ist das hohe Alter, wenn man bedenkt, daß die gute Frau bereits seit über 30 Jahren tot ist. Sie starb nämlich schon (wie ich bei einem verläßlichen Historiker nachgelesen habe) im Jahre 1968, bei einer Hochhaussprengung am Kensington Square. Trotzdem wurde ihr geschundener Leib mit Hilfe von internationalen Wissenschaftlern wieder zusammengepopelt, und abgesehen von gelegentlichen Absenzen fiel das auch niemandem weiter auf. Lang lebe das britische Empire! Ansonsten hoffe ich, daß Ihr die Ostertage heil überstanden habt. Ich habe heute lecker Salat in der extrem empfehlenswerten Pizzeria "Bei Stefano" in der Horster Straße gekauft. Dabei fiel mir das italienische Wort für "Frohe Ostern" (Buona Pasqua) nicht mehr ein, und ich warf ihm weltmännisch ein "Buon Natale" (Frohe Weihnachten) hin, was aber auch nichts machte, da sich Stefano als Türke entpuppte... Angeben bringt nüscht!
010402
Tja, eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen Aprilscherz (oder wenigstens einen Prilscherz) landen, aber in letzter Sekunde habe ich doch weiche Knie bekommen. Stattdessen erzähle ich einfach noch was von einer ganz fiesen Band, von der mir vorgestern Leute erzählt haben: SONS OF TARANTULA! Ich dachte, mit den Kassierern oder Eisenpimmel sei das Thema "Vulgarität in der Rockmusik" endgültig ausgereizt. Falsch gedacht! Die Tarantelsöhne (die übrigens aus Iserlohn kommen; siehe auch meine vor einigen Tagen erfolgten Bemerkungen zu der Stadt!) sind das Nonplusultra in puncto Ferkelsprache und Abartigkeiten. Daß sie sich obendrein weitgehend in Mainzelmännchenstimmen artikulieren, macht die somit erzielten Erzeugnisse sogar recht anhörbar, ja, verleiht der Musik sogar einen kuscheligen Anstrich. Das wirkt, als hätten sich einige koprophil (und koprophag) veranlagte Insassen einer Anstalt zusammengetan, um Grindcore zu machen. Dabei scheuen sie wahrlich keine Geschmacksgrenzen und bombardieren die Belastbarkeit des Puplikums (sic! bzw. sick!) mit einer gewissen Anmut. Während fast alle Metalbands, die ich kenne, über keinen ausgeprägten Sinn für Humor verfügen - hier ist er! Ein Gerücht besagt, daß der Sänger einmal eine geladene Schrotflinte ins Publikum gegeben hat, die prompt auf ihn abgefeuert wurde und ihm Teile des Gesichtes genommen hat. Ich weiß nicht, ob das der Wahrheit entspricht, aber ich könnte es mir gut vorstellen, denn die Jungs sind wirklich extrem. Als Anspieltip zum Herunterladen empfehle ich "Die Sons ham heute Fete", das bei mir bestimmt noch häufig laufen wird. Auch eine Schalke-Hymne haben sie komponiert: "Scheiße, Schalke, Ficken" lautet der sehr reduzierte Text. Der Menschen Obsessionen sind mannigfaltig. Ich denke, daß ich nicht ganz falsch liege, wenn ich vermute, daß so eine Musik nur in Iserlohn entstehen konnte! Grüße an den Würger, den Kasper, den Scheißer und den Sittenstrolch!
310302
Viel schöner als Ostern finde ich eigentlich das Weihefest der Hl. Margarete von Fuhlsbüttel, das aber außerhalb von Fuhlsbüttel nur von ganz wenigen Menschen gefeiert wird. Bei Margarete fällt mir gleich jener Moment in dem Italowestern ZWEI WILDE COMPANEROS ein, wo der eine Hauptdarsteller den anderen fragt: "Sag´ mal, war deine Mami eigentlich auch Irin?" - Der andere bejaht die seltsame Frage schüchtern. Darauf sagt Sprecher 1: "Na, das muß ja auch ´ne selten dumme Sau sein!" Grundlose Beleidigungen sind immer etwas Feines, denn sie halten den Geist rege und bereiten uns auf die zahlreichen Fallstricke vor, die das Schicksal bereithält. Ich habe gerade mit einigen Freunden zusammengesessen und den Sinn des Lebens erörtert. Dabei wurde auch ein Lied thematisiert, in dem es u.a. heißt: "Schwänze raus im Frauenhaus/ Die Weiber seh´n wie Kerle aus." Wir schüttelten betroffen den Kopf und fanden, daß man das ja so pauschal nicht sagen kann. Dann haben wir noch lange diskutiert über die Kluft, die die Geschlechter voneinander trennt. Wir wurden noch viel betroffener. Am Schluß hörten wir dann einige Nazi-Songs, die ich nur so aus Interesse aus dem Internet gesaugt hatte. Die Sänger gröhlten meist gar schröcklich, besangen ihre Glatzen, Metzger und deutsche Frauen. Wir lagen schon nach den ersten Takten auf dem Boden und wischten uns die Freudentränen aus dem Gesicht. Warum werden solche Sachen eigentlich auf den Index gesetzt? Ich würde die Lieder zur Pflichtübung im Gemeinschaftskundeunterricht machen, vorausgesetzt freilich, man hat einen humorbegabten Lehrer, der den Kindern beibringt, sich über das Geböllere abzurollen. Das ist unwiderstehlich!!! Wenn ein junger Spund einmal miterlebt hat, wie eine ganze Schulklasse vor Lachen zusammenbricht, dann wird der NIE ein Nazi, ich schwöre es! So, ich gehe jetzt wieder ins Netz und sauge mir noch ein paar schöne Anti-Bayern-Songs, z.B. "Es steht ein Affe im Tor", denn ich brenne mir gerade eine Fußball-CD. Euch Sprotten und Spatzen wünsche ich ein frohes Fest! Oi Oi Stoiber!!! Und herzlichen Glückwunsch nach Hannover... :)
300302
Den Karfreitag habe ich bei lieben Leuten verbracht, bei denen ich nicht wirklich auf den Alkoholpegel achtgeben mußte, da sie direkt über mir wohnen! Dort wurde ein leckeres Racquelette (oder wie sich das schreibt) veranstaltet, bei dem man diverse Rohkost in einen Feuerquell hineinschob, in der Hoffnung, es möge schön sieden... Im Anschluß an diese Festivität wurde zuerst eine Radioperformance des Hausherren bezeugt, in der einiges Gehaltvolle zum Thema Argento abgesondert wurde. (Robert gibt demnächst sein Buch über Dario heraus, das mit ziemlicher Sicherheit das Beste zum Meister verkünden wird, was jemals auf Zeilen geschunden ward.) Wir haben danach einem Brettspiel gefrönt. Brettspielen zu frönen, ist leider etwas aus der Mode geraten, aber in meiner verschwendeten Jugend war das einfach geil! Das war besser als Sex, und mit Sicherheit nachhaltiger... Das Spiel handelte davon, daß man Filmstudios vereinnahmte und die Filme dreht und besetzt, die man will... ("Traumfabrik" oder so.) Ich selber habe "Vom Winde verweht" in ein Low-Budget-Spektakel verwandelt, mit einem lausigen Regisseur, Fred Olen Ray oder so. Wir haben trotzdem versucht, das Werk über die Rampe zu tragen, aber wie kann man das schon, mit dem Volksmund im Rücken... Verdammt, ich hatte Lana Turner und sonst gar nichts! Die Turner ist ja schon geil, aber wie soll man ohne einen Kameramann und einem ordentlichen Regisseur einen guten Film drehen? Lana Turner hat ja mal mit dem kleinen Gangster Johnny Stompanato eine Liebschaft angefangen und sogar ihren Lex Barker dafür vergessen. Eine tolle Frau, aber mit ihr als Scarlett O´Hara und niemandem sonst - was soll da passieren? Da hätte ich sogar selber den Rhett Butler machen können - das wäre gigantisch in die Hose gegangen! Nachdem alle schon reichlich vollgebölkt waren, haben wir uns meinen mittlerweile auf DVD veröffentlichten Kurzfilm PEIN angeschaut, und es wurden einige herzlose Späßchen gerissen... Naja, ich auf dem Klo mit der "Neuen Revue"... das forderte auch schalmeienartiges Lachen heraus. Trotzdem, es hat Spaß gemacht, das Ding zu machen. Es hätte mich mehr gefreut, wenn Sven und Thomas die Einstellung dringelassen hätten, wo ich den Berg herunterkollere und mir fast die Birne an dem Baumstumpf einramme, aber man kann nicht alles haben im Leben. (In den Outtakes ist das alles noch drin - Supergesichtsausdruck, Herr Keßler!) Ansonsten wurde noch viel palavert über einen Film, den Omegist Steinie mal gefilmt hat, WURM, wo ihm ein ebensolcher in die Körperöffnungen drang... Da möchte ich aber demnächst noch mehr drüber erfahren! Demnächst werde ich ohnehin einiges über Kurzfilme aus meinem Bekanntenkreis loswerden, unter anderem den tollen MAXIMUM SCROTUM. So, das war´s für Karfreitag!
290302
Die wenigsten von Euch werden wissen, worum genau es bei diesem schönen Feiertag, den wir heute genießen, eigentlich geht. Das ist so ähnlich wie mit Pfingsten: Irgendwas mit dem lieben Gott! Tja, völlig falsch. In Wirklichkeit geht es um einen Hasen. Der Hase hieß Karl. Und der suchte ganz dolle nach einer Häsin, denn so allein wird man im Hasenbau seines Seins auch nicht froh. Doch in dem Wald, in dem Karl lebte, gab es viele überaus stattliche Macho-Hasen, die den verzagten Rammler ein ums andere Mal ausstachen. Karl war traurig, doch bevor er vor Einsamkeit die Löffel abgab, kam ihm eine blendende Idee: Er bemalte seine Eier! Dieser zugegebenermaßen etwas alberne Einfall verschaffte ihm die Aufmerksamkeit, die er so sehr wünschte. Doch bevor ihm eine Häsin hörig werden konnte, kam ein Bauer mit seinem Traktor und schraddelte ihn platt. Das wäre auch ohne bemalte Eier passiert, denn der Bauer sah nicht mehr gut. Der Zufall wollte es, daß er auch Karl hieß. Die Häsinnen weinten sich darob die süßen Äuglein aus, bis sie ganz rot und angeschwollen waren und fast aus ihren Höhlen plumpsten. (Die Äuglein, nicht die Häsinnen!) Das Ganze geschah an einem Freitag, und aus irgendeinem Grunde hat sich der Tag im Bewußtsein der tierliebenden Menschheit festgekrallt. (Karl + Freitag = Karlfreytag, aus dem Mittelhochdeutschen seitdem abgeschwächt.) Mit Ostern hat das rein gar nichts zu tun, aber die Kirchenfürsten waren so schlau, den überaus populären Schnack mit dem Eierbemalen für ihr Osterfest zu annektieren. So sind es jetzt die Christen, die sich die Eier bemalen, aber das ist uns ja ganz egal, denn gefeiert wird sowieso. Trotzdem, denkt an den Kalle! Das Dasein ist so schnell vorbei - gerad noch prunkt man im höchsten Ornat, und schon klebt man im Wiesengrund. Don´t drink and drive!
280302
Was Trauriges: Der große Filmregisseur Billy Wilder ist im Alter von 95 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung verstorben. Es gab wohl kaum einen Regisseur, der für sich in Anspruch nehmen konnte, eine so große Anzahl von veritablen Klassikern geschaffen zu haben. Zu seinen Dauerbrennern zählen Filme wie FRAU OHNE GEWISSEN, MANCHE MÖGEN´S HEISS, ZEUGIN DER ANKLAGE, EINS ZWEI DREI, BOULEVARD DER DÄMMERUNG (einer meiner Lieblinge!) und eine schier unüberblickbare Menge ähnlicher Meisterwerke. Naja - 95 ist immerhin ein gutes Alter. Trotzdem traurig. Bestimmt wird es im Fernsehen in den folgenden Tagen einige Wilders zu betrachten geben. Augen auf und die Kerze im Herzen anzünden!
280302
Was die wenigsten über Iserlohn wissen: Da wohnen Schlümpfe! Wirklich - alles kleine blaue Wesen mit weißen Mützen und weißen Strumpfhosen. Ich hätte es selber nicht geglaubt, aber so ist es. Die deutsche Nationalmannschaft bestand aus mindestens 5 Schlümpfen, wobei mit Böhme und Asamoah immerhin zwo Blauweiße zum Einsatz kamen. In der ersten Halbzeit tändelten die Deutschen erbärmlich und schafften nach dem Führungstor der Amis (!) mit Müh und Not das Ausgleichstor. In der zweiten Hälfte lief die Sache dann etwas glatter. Es gab dann ein 4:2, was wohl auch gerecht war. Freund Brian hatte aber auch recht, der da mutmaßte, daß es wohl reichlich Probleme für die Ex-Bertis geben würde. Insgesamt wäre es aufregender gewesen, wenn irgendwo ein Atomkraftwerk explodiert wäre, aber das war halt nicht der Fall. Dafür ist ein großer kleiner Komiker gestorben, Dudley Moore, der in seinen Glanzzeiten zu den besten britischen Komödianten zählte, häufig im Gespann mit Peter Cook. Das heißt wohl, daß er jetzt in Iserlohn wohnt... Neueste Nachrichten: Demnächst werde ich Margit Carstensen chauffieren, worauf ich mich schon sehr freue! Außerdem werde ich bei dem Empfang wohl auf Leute wie Werner Schroeter, Alexander Kluge und Leander Haußmann treffen. Das wird wohl die eine oder andere Anekdote zu berichten geben... Au, und bevor ich´s vergesse: Absurd-3000-Ralf und seine Mannen tragen Mitte April den "Stabil Elite"-Club zu Grabe, und zwar mit einer speziell komponierten und choreographierten "Todesrevue", bei der es Supersongs zu hören geben wird. (Ein Attentat auf Reinhard Mey - *schudder* - habe ich bereits vernommen...) Das wird sehr cool, und am Ende wird der Club rituell zu Grabe getragen und im Fluß nach Seemannsart bestattet! Darüber informiere ich aber noch rechtzeitig.
270302
Ich arme Sau muß heute nach Iserlohn. Das ist so ein Dorf, wo sich die Leute in Dachstühlen erhängen. Dieser Umstand ist nicht wirklich kommentarintensiv, aber wenn ich schon leiden muß, dann wenigstens nicht allein... :) Ansonsten habe ich mir vom TETSUO-Regisseur Sumo Tsukamoto (oder so) den sehr netten Horrorfilm HIROKU - THE GOBLIN angesehen, der wie ein simpler Teenie-Schocker beginnt, dann aber viel surreale Extravaganzen auffährt, etwa spinnenartige Höllenwesen, die Menschen die Köpfe klauen und dann damit durch die Gegend krabbeln. Auch ist der Film zumindest teilweise komödiantisch gefärbt, was man von TETSUO (der wirkt wie ein filmgewordenes H-R-.Giger-Bild) nun nicht behaupten kann... Von Audiogalaxy habe ich mir 2 Tracks vom Soundtrack runtergesaugt (Komponist: Chu Ishikawa), die eine echte Alternative zu Max Gregers "Fit in 5 Minuten" darstellen. (Anspieltip: "Megatron"!) Da tanzen die Spinnenmonster Pogo!
260302
Endlich bringt "Premiere World" mal wieder einen echten Zungenschnalzer, und zum ersten Mal läuft er gleich am Ersten des Monats: DIE JUNGFRAU MIT DER HEISSEN KLINGE (ZENABEL) von Ruggero Deodato ist eine sehr unterhaltsame Mixtur aus Mantel-und-Degen-Film und Erotik und präsentiert die Amerikanerin Lucretia Love als Augenfang zum Zungenschnalzen. Um der Vergewaltigung durch Oberbösewicht John Ireland zu entgehen, schmückt sie sich inwendig mit einer Mausefalle (!) - tscha, merkt John leider zu spät... (Autsch.) Vergewaltiger haben in diesem Film nichts zu lachen, und auch ansonsten ist ZENABEL richtig gut und verfügt über einen erlesenen Soundtrack von Bruno Nicolai, der bisher nur anno dunnemals auf Vinyl herausgekommen ist. Auch überraschend ist die deutsche TV-Erstaufführung des amerikanischen Seventies-Gruslers THE OTHER (auf demselben Sender), der vorher nur in einer untertitelten Fassung in Programmkinos gelaufen ist und von einem morbiden Zwillingspärchen handelt. Ich habe in der "Splatting Image" schon mal ausführlich über das Teil gesprochen. Ein sehr langsamer Starter, aber er lohnt die Wegstrecke - DIE WALTONS mal ganz finster. Ostern kann kommen!!!
250302
Bei der Verleihung des "Academy Award" gestern nacht wäre es fast zum Eclair gekommen, als Paul Naschy, der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, eine Hantel ins Publikum warf. Doch der Schaden war gering - das Wurfgeschoß traf lediglich die Leiche von Gregory Peck, die traditionell in der ersten Reihe einen Sitzplatz dekoriert. Der neben dem Leichnam sitzende Kirk Douglas verlor bei dem Zwischenfall sein Gebiß, aber der nunmehr 95-jährige Künstler nahm den Fall gelassen und grinste unverdrossen in die Kamera. DER HERR DER RINGE und A BEAUTIFUL MIND, die als Favoriten für die Veranstaltung gehandelt worden waren, gingen unerwarteterweise leer aus. Stattdessen wurde als "Bester Film" die krasse Außenseiterproduktion HEROIN IN FRAUENLAGER 2 ausgezeichnet, ein Musical des jungen Dänen Eberhardt Crutzenhagen, dem nach diesem Erfolg wohl ein kometenhafter Aufstieg beschieden sein wird. Als bester Hauptdarsteller und beste Hauptdarstellerin wurde erstmals ein und dieselbe Person ausgezeichnet, nämlich Charlton Heston in der munteren Travestiekomödie CHARLEYS TANTE. Den Regiepreis übernahm Peter Jackson, aber nicht für sich, sondern (als besondere Demütigung) für Tony Todd, dessen CANDYMAN 4 die Jury entzückte. Den Preis für die beste Musik heimste Reinhard Mey ein, für seine Untermalung des friesischen Dokumentarfilms EIN KÖÖM KOMMT SELTEN ALLEIN. Der Künstler wurde nach der Übergabe den Flammen überantwortet. In gehobener Stimmung ging auch dieses Spektakel zuende und macht gespannt auf das kommende Filmjahr.
210302Heute war ein richtig fieser Tag. Gab einen kleinen Unfall, bei dem mein Gesicht etwas in die Binsen gegangen ist. Na, da konnte eh nicht mehr viel passieren! Bestimmt träume ich heute Nacht noch davon, daß ich mit Fred Feuerstein schlafe. Das wär´ nun echt das Tüpfelchen auf dem Igitt. Grrr. Na, morgen ist auch noch ein Tag.
200302
Woah, endlich habe ich eine Kopie des erlesenen MOTEL HELL (HOTEL ZUR HÖLLE) gefunden. Rory Calhoun spielt in dieser herben TEXAS CHAINSAW MASSACRE-Parodie Farmer Vincent, der zusammen mit seiner Schwester Ada das verdammt beste Rauchfleisch der Gegend serviert! Natürlich ist Haarmann nicht weit, und vorbeiziehende Wandersleute halten ihren Hinterschinken für die leckeren Würschtel her, aber was der ehemalige Disney-Regisseur Kevin Connor mit dem Sujet anstellt, ist die Comic-Strip-Apotheose des amerikanischen Hinterwald-Horrors, inklusive eines Ackers voller "eingepflanzter" Schinkenbesitzer, die aufgrund unfreiwilliger Stimmbandsektonien traulich vor sich hin glucksen. Warner Home hat den Film (glaube ich) relativ bald nach der Veröffentlichung wieder zurückgezogen, und er ist zugegebenermaßen garstig, aber spätestens, wenn sich Vincent am Schluß zum Kettensägenduell einen Schweineschädel aufsetzt und debil grunzt, ist die Stimmung hinreichend überzogen, daß die Balance zwischen Groteske und Schrecken endgültig zirzensischen Charakter annimmt. Hundertmal sympathischer als der alberne und eklige TCM 2, der für mein Empfinden deutlich überzieht. B-Film-Veteran Calhoun war übrigens einer, der auch im Privatleben Streithändeln nicht abgeneigt war und wiederholt eingeknastet wurde - dies aber wegen deutlich geringerer Missetaten als den hier zu betrachtenden. Vincents Würste sind die besten!!!
190302
Heute ist niemand gestorben, was insgesamt ja schon mal ein Fortschritt ist. Oder auch nicht - man denke nur daran, was wäre, wenn überhaupt niemand mehr sterben würde. Ein Drama! Schon jetzt ist es äußerst knifflig, einen Platz in den guten Restaurants zu ergattern. Man muß dann immer irgendwelche schmierigen Etagenkellner bespeicheln, die Pierre, Auguste oder Gustave heißen. Und dann kriegt man den Platz vor der Küchentür oder den am Klo. Das ist schon schäbig. Und der Wein schmeckt wie Halbgegorenes vom letzten Gründonnerstag. Das ist doch kein Savoir de Vivre, wie Pierre, Auguste oder Gustave das nennen würden. In diesem Zusammenhang fallen mir zwei Dinge ein. Erstens, daß der bekannte Schriftsteller Gustave (oder Auguste) Flaubert in seinem Tagebuch die monatliche Ungemach seiner Geliebten mit den Worten zu Bedenken pflegte: "Die Rotröcke sind gelandet." (Wie Madame Flaubert das zu nennen pflegte, ist leider nicht überliefert.) Zweitens, daß ich gerade die wunderbare Columbo-Folge gesehen habe, in der der unvergleichliche Donald Pleasance den Schurken spielt, gesprochen von dem nicht minder unvergleichlichen Wolfgang Spier. Pleasance spielt einen Weinkenner, der seinen debilen Bruder abserviert, weil der die Familienrebe verhökern will. Natürlich kascht Columbo den Mörder am Schluß, aber er ist ihm so sympathisch, daß er extra einen leckeren Sherry zur Festnahme mitbringt. "Any Old Port In A Storm" heißt die Folge, was eine Redewendung ist, die so viel bedeutet wie: "Man greift in der Not nach jedem Strohhalm."
180302
Das heute erfolgte Ableben des beliebten Stachelschweins Wolfgang Grunert ("Fritze Flink") hat mich mal wieder darauf gestoßen, warum ich niemals berühmt werden möchte. Da werden nämlich, wenn man nicht mehr ist, immer so lausige Nachrufe in den Nachrichten verlesen, wo sich befreundete Prominenz mit unsagbar klebrigen Begriffen zum lieben Dahingeschlichenen äußert. In Herrn Grunerts Fall kamen da natürlich Worte wie "Original", "Balliner Kodderschnauze" und "unverwüstlich"... Ob Otto Waalkes dran denkt, daß, sollte er mal von einem Heckenschützen erlegt werden, er auch postmortal der Blödelbarde bleibt? Wie furchtbar unpassend.
170302
Freund Hagen hat mir gerade aus einem alten Kinomagazin (von 1969) vorgelesen, wo der vielen Italo-Fans wohlvertraute Kunst-Giallo LA MORTE HA FATTO L´UOVO von Giulio Questi für die deutschen Kinos angekündigt wird. Und er lief anfangs wohl nicht unter seinem späteren Titel, DIE FALLE. Haltet Euch fest: Als Verleihtitel angegeben wird --- MIT DEN EIERN SPIELT MAN NICHT! Na, ist das ein Titel? Ich habe schon viele krude und unpassende Titel mitbekommen, aber das ist wirklich ihr Häuptling, das ist der Chef!!!
170302
Als eine Art Vorahnung habe ich gerade einen Film gesehen, der sich mit ebensolchen beschäftigt und bald in die Kinos kommt: THE MOTHMAN PROPHECIES. Richard Gere spielt darin einen Journalisten, John Klein, dessen Frau infolge eines Tumors stirbt. Ihr Tod ist mit rätselhaften Umständen verbunden, die John nicht loslassen. Zwei Jahre später gerät er in eine kleine Stadt in West Virginia, wo verschiedene respektable Bürger unerklärliche Erscheinungen gehabt haben. John fasziniert die Angelegenheit, denn Hinweise verbinden die Geschehnisse mit seiner eigenen Tragödie. Und er spürt, daß er sich immer mehr auf den Punkt zubewegt, wo Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenfließen... Mark Pellington (ARLINGTON ROAD) hat mit seinem neuesten Film einen interessanten Beitrag zum Thema Grenzwissenschaften geschaffen, der statt pseudowissenschaftlichen Gelalles eine hübsch nachfühlbare Geschichte erzählt, in der ein rational denkender Mensch immer mehr den Boden unter den Füßen verliert. Da Pellington auch einen hervorragenden Kameramann zur Verfügung hatte, überträgt sich der Effekt mühelos auf den Zuschauer. Der Film ist anfangs sehr ruhig und gemächlich entwickelt, aber man paßt sich dem Rhythmus des Filmes an und schlüpft in die Haut der Hauptfigur. Und das ist streckenweise beachtlich unheimlich... Mit PSI-Thrillern im Akne-X-Umfeld kann ich normalerweise nicht viel anfangen, aber hier bin ich wirklich von Anfang bis Ende mitgegangen. Empfohlen.
160302
Der Club war richtig toll, trotz der Rotzfäden, die mir zum Kinn hinunterhingen. Ich habe den Eindruck, Donald Pleasance im TUNNEL DER LEBENDEN LEICHEN war ein ziemlicher Abräumer. Na, der Mann brennt in dem Werk ja auch ein Feuerwerk der guten Laune ab! ("Vorsicht an den Tüüüren!") Den TODESSCHREI DER KANNIBALEN habe ich mir dann nicht mehr angetan, da ich die Rotzfäden abschneiden mußte und mir der arme Kroko so leid tat. Immerhin habe ich noch bemerkt, daß es sich guterweise um eine Fassung handelte, in der Kraftwerks "Wir sind die Roboter" auf dem Soundtrack genudelt wird, wenn die Kannibalen durch den indonesischen Regenwald watscheln. Zur Vorbereitung habe ich mir nämlich eine DVD desselben Werkes angetan, die leider besagten Liedguts entbehrte. Der Kroko fand das auch doof. Ich gehe mich jetzt erstmal freuen.
150302Ich weise mit durchaus imperativem Unterton auf die morgige Buio-Omega-Sitzung hin, die den dritten Teil der aufwühlenden Filmreihe "Am-Popo-Phagus Rein" präsentieren wird. Um dem Untertitel ("Fix & Foxi") gerecht zu werden, habe ich mir eine fette Erkältung zugelegt und werde deswegen morgen respektvollen Abstand zu den Gästen wahren: Ein Virus kennt keine Moral! Zu sehen gibt es zwei besondere Schmankerln, nämlich einen der besten britischen Horrorfilme der siebziger Jahre, in dem es um U-Bahnen und Kannibalen geht, sowie einen der widerlichsten indonesischen Horrorfilme aller Zeiten, in dem es um Kannibalen und Kraftwerk geht... Meine vollgerotzten Taschentücher werde ich in einer Tombola versteigern. Vielleicht fällt mir bis morgen noch die Nase ab - dann sehe ich aus wie Kleopatra!
140302
Habe gerade von Wenzel Storch das Track-Listing seines auf Pissende Kuh Kassetten herausgekommen Tapes "Hey Wenzel" bekommen. Mein Lieblingsstück ist "Wenzel Senior: Kufsteinlied", dessen Beschreibung wie folgt lautet: "Versöhnungs-Session: Wenzel sen. und zwei ehemals mit ihm verfeindete Kleingärtner spielen Mandoline. Ist in DER GLANZ DIESER TAGE zu hören, als der frischgebackene Priester jubelnd in seiner Gemeinde empfangen wird." Mann - das möchte ich unbedingt hören! Demnächst mehr auf seiner Seite oder in meinem PKK-Text... Hingewiesen sei auf die Troma-DVD von Dario Argentos hervorragendem Thriller THE STENDHAL SYNDROME. Die DVD ist qualitätsmäßig nicht gerade ein Gewinner (während des Vorspannes hört man z.B. auf meiner Ausgabe irgendwelche Geisterstimmen aus dem Jenseits durch den wundervollen Gesang), aber die Beilagen sind einzigartig! Das Interview von Lloyd Kaufman mit Argento dürfte so ziemlich das unglaublichste sein, das jemals mit dem Meister geführt wurde. Argento spricht wirklich kein gutes Englisch. Ihm dann tüddelige Fragen zu stellen und ihn Sachen stammeln zu lassen wie "My films not stimulate crime - crime stimulate my movies!", ist eine Sache. Diese Aufnahmen aber von einem Kameramann ablichten zu lassen, der den sichtlich irritierten Argento umkreist, als würde eine Arabella-Kiesbauer-Show gefilmt, läßt den intelligenten Filmemacher aussehen wie einen geistig Zurückgebliebenen. Dazu dann noch in den Gegenschnitten ein nickender und Grimassen schneidender Kaufman, der u.a. verkündet, nicht nur Argento habe Troma beeinflußt, sondern auch Roberto Rossellini - das ist wagemutig und hat gerade heute einen Besucher unter das Sofa geschickt! So, ich muß mich jetzt erstmal mit zwei verfeindeten Kleingärtnern versöhnen - Nächtle!
110302Heureka und klei am Mors! Gerade ruft mich der Nordraum, und da muß ich natürlich schnell wieder zu den glücklichen Kühen und ewigen Ebern des feuchten Marschgebietes entrücken! Vorher habe ich noch schnell mit William Wesley geschnackt, einem sehr sympathischen amerikanischen B-Picture-Regisseur, der den atmosphärischen Horrorfilm SCARECROWS gemacht hat, der bei uns in einer völlig indiskutablen Fassung als PARATROOPERS herauskam. Seine Frau ist Deutsche und kann das hier wohl lesen - liebe Grüße nach Florida! Diverses Diebsgesindel gerät in dem Film einem Schwarm diabolischer Vogelscheuchen in die Arme, und das ist weiß Gott nicht das beste, was den Leuten passieren konnte! Ich soll mal wieder Liner Notes für eine neue (hoffentlich ungeschnittene) DVD-Veröffentlichung abliefern, und da gehört ein Interview (finde ich ja nun doch) irgendwie dazu. Von Dragon (der obwaltenden Firma) gab es vor kurzem den tollen Horrorfilm TOT UND BEGRABEN in einem neugemasterten Re-Release. Demnächst setzt es noch eine DÄMONEN-Box zuzüglich einiger Extras... Aber ich mache auch Werbung für die Konkurrenz: Auf Astro setzte es gerade MANNAJA von Sergio Martino, und der hatte wirklich saubere Qualität. Von der überraschenden Veröffentlichung des bombigen Martino-Giallos TUTTI I COLORI DEL BUIO (ALLE FARBEN DER FINSTERNIS oder so) hagelt es ähnliche Erfolgsmeldungen. Erneut möchte ich noch die Anolis-Ausgabe des Meisterwerkes DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA hervorheben (den es nie zuvor in so guter Quali gab). Der Italo-Fan bekommt hoffentlich auch in Zukunft einiges Leckere zu knabbern, nicht nur Kaufhausversionen von altbekannten Klassikern...
100302
Ich habe gerade einen sehr lustigen Film gesehen: THE KLANSMAN (VERFLUCHT SIND SIE ALLE, 1974) von Terence Young. Young war ja ein durchaus brauchbarer Regisseur, dessen häufig europäischen Filme jenseits von James Bond immer vom sehr Achtbaren bis zu unvorstellbarem Schmuddel reichten. Zur ersteren Sorte gehören der mordsspannende Thriller KALTER SCHWEISS und der blutrünstige Mafiakracher DIE VALACHI-PAPIERE; zur zweiten der Agentenfilm OPERATION FOXBAT und RUN IF YOU CAN, womit das Publikum gemeint ist... THE KLANSMAN nun hat das Herz durchaus auf dem rechten Fleck und präsentiert die Südstaaten, wie sie asozialer nicht sein könnten - da haben Schwarze nichts zu lachen, und liberale Geister müssen sich gegen brutale Spießbürger zur Wehr setzen. Betrunkene und häßliche Rednecks, wohin das Auge blickt. Trash-Freunde, aufgepaßt: Das Drehbuch von Samuel Fuller (!) läßt die Glacéhandschuhe im Schrank! Linda Evans alias Krystal Carrington wird von einem dicken Schwarzen vergewaltigt und fliegt dafür aus der Kirche raus. Aber der zynische, verkrüppelte Trinker Richard Burton (!), der eine einsame Existenz in seiner Berghütte führt, nimmt sie in seine starken Arme und zeigt ihr, daß sie noch eine Frau ist. Cameron Mitchell säuft sich in einen Rausch und vergewaltigt Lola Falana (LOLA COLT) fast zu Tode. Derweil läuft O.J. Simpson mit einer Ku-Klux-Klan-Kapuze durch die Gegend und ballert wahllos Weiße ab, weil er mitansehen mußte, wie einige Kluxer einen Bruder aus Spaß kastriert und getötet haben. Lee Marvin steht unentschlossen am Rande und ist mal für die Weißen und mal für die Schwarzen. Am Schluß ballert er mit seiner Maschinenpistole alles weg, was eine Kapuze trägt... Ungeheuerlich! Ernstnehmen kann man das gewalttätige Spektakel wirklich nicht, aber für Big-Budget-Sleaze ist der Film sehr unterhaltsam, und eine nette Botschaft hat er trotz seiner ununterbrochen ratternden rassistischen und sexistischen Dialoge ja nun auch. Nur als Titel hätte man sich was Griffigeres aussuchen können, z.B. MONDO MARVIN - HÖLLE DER REDNECKS oder so...
090302
So, das war Nummer Eins: In einem umfunktionierten Jugendfreizeitzentrum in Duisburg drehten einige Damen und Herren an einem Horrorfilm, welcher Ende dieses oder Anfang des nächsten Jahres als KINDER DER NACHT 2 das Licht der Welt erblicken wird. Freund Kai und ich hatten eine sehr lustige Zeit dort, während wir mit Darstellern und Crewmitgliedern im Foyer saßen, unglaublich schlechten Instant-Kaffee schlürften und Späße trieben. Besonders nett war ein drolliger Pieper, aus dem alle zwo Minuten eine grimmige Stimme befahl: "Ruhe, wir drehen!", was stets für fröhliches Gegluckse sorgte. Kann man nicht Dominakunden mit solchen Dingern ausstatten? Da könnten rund um die Hur Sadomaso-SMSsen verschickt werden, mit Botschaften strengen Gehalts... Leider war Jason Dark, der Schöpfer von Geisterjäger John Sinclair, schon nicht mehr am Set, da seine Szenen bereits abgedreht waren. Dafür aber erschien Dan van Husen, Darsteller aus unzähligen Euro-B-Klassikern, und gab einen Vampirgrafen, der die jungen Filmemacher restlos begeisterte. Ich hatte trotz des straffen Drehplans auch Gelegenheit, ein wenig mit dem netten Mann zu schnacken, und wer weiß, vielleicht gibt das ja irgendwann noch einmal ein Interview - würde mich freuen! Der weibliche Star des Filmes, Kelly Trump, stammt aus meiner neuen Heimatstadt, Gelsenkirchen, und wirbelte auch geschäftig durch die Gegend. Überhaupt - was liefen da für schöne Frauen rum! Ich bin jetzt richtig müde, lege mich hin und träume von schönen Frauen. Schönen Dank an Heiko, Rüdiger, Simone und die anderen für den feinen Mittag... Nett war´s!
080302
In den nächsten beiden Tagen gehe ich nicht nur auf einen, sondern gleich auf zwo Filmdrehs - da habe ich endlich mal wieder was Interessanteres zu erzählen! Aber auch die Nachrichten des SAT1-Videotextes lassen an Brisanz zu wünschen übrig: Der Schlagzeile "Prinz Albert faßt Kylie Minogue an den Po" kann ich nicht viel abgewinnen. Ja, wenn er ihr den Finger IN den Po gesteckt hätte, dann wäre das vielleicht der Stoff gewesen, aus dem man Leitartikel macht. Das bringt die Leute justemang auf die Titelseite von BILD. ("Prinz Albert" ist doch auch der Name für ein besonders grausiges "Cock Piercing", oder?) Wie dem auch sei, die neue TV-Wochenübersicht ist auch drinnen.
060302Ein kleiner Tip zur Freizeitgestaltung am Donnerstagabend: Im Bochumer "London Tokyo Paris" (neben dem "Rauschen", Herner Str. 13) tagt das Psychotronische Bildungswerk. Diesmal gibt es allerlei Wissenswertes über den anbetungswürdigen Klaus Kinski zu hören und zu sehen. Vortragender ist Kai Jordens, der nicht nur hauptberuflich Hofnarr ist (!), sondern einer der kenntnisreichsten und kennenswertesten Kinski-Verehrer, denen ich je begegnet bin! Also, für Fans des großen Mimen gibt es nur eine Möglichkeit: Ab 20 h zum Kinski-Kai! Anmerken möchte ich, daß ich bei Freunden einen Katalog für Orion-Sexspielzeuge gefunden habe, in dem es nicht nur Kostbarkeiten wie die berühmte "Lust-Hummel" zu bestellen gibt, sondern auch einen Massagestab mit dem schönen Namen "Der Patriot"! ("...ein ganzer Kerl!") Na, ich werde mir den Katalog demnächst mal einsacken und die schönsten Spielzeuge hier abbilden... *freu*
050302Wieder Fußballquatsch: Der fast schon sichere Absteiger FC Kölle präsentierte sich noch mal richtig kompakt und lieferte dem haushohen Favoriten Bayer Lebergrusel einen heißen Pokalfight. Tatsächlich schossen sie in den ersten 90 Minuten gleich beide Tore, da Zellweger etwas klobig in den Ball reingrätschte. Die saudumme rote Karte für Donkov sah dann wie ein Garant für ein kollektives Nach-90-Minuten-in-die-Kabine-Schleichen aus, aber zu zehnt baute man die ohnehin bereits mehr als imposante Kampfleistung noch aus: In der 90. Minute Ausgleichstreffer - ein ungewohntes Glücksgefühl für die gebeutelten Rheinländer. Natürlich klappte es in letzter Instanz doch nicht, aber man brauchte nicht vom Platz zu schleichen, sondern ging erhobenen Kopfes. Das ist eben doch ein Unterschied, und ich hoffe, daß die Moral auch im Ligafinale noch anhält. Vielleicht gurken ja die anderen noch, und es fällt wieder in der 90. ein Tor... Und auch in der 95. kann noch ein Tor fallen: Was lese ich im SAT-1-Text? "95-Jährige nackt im Penthouse"! Eine brasilianische Greisin läßt sich geschmackvollerweise nicht nur vor ihrem Swimming-Pool, sondern auch vor ihrem Familiengrab ablichten. Der visuelle Schleckerspaß soll begleitet werden von einem Artikel über die Probleme älterer Mitmenschen. Ich meine: Wenn mein einziges Problem als Fasthunderter darin besteht, daß mich der "Penthouse" nicht mehr als Faltblatt benutzen will, dann lasse ich mich auch gerne vor dem Krematorium ablichten, in dem ich mich einäschern zu lassen gedenke! Vielleicht wird die Pornoserie "Oma Pervers" ja demnächst auch einmal von reflektiven Texten über das Älterwerden begleitet...
040302
Wenzel Storch, Deutschlands Wunderfilmemacher Nummer 1, hat jetzt seine eigene Web-Präsenz! Und wer Filme wie DER GLANZ DIESER TAGE oder SOMMER DER LIEBE mag oder mehr über sie erfahren möchte, sollte unbedingt dorthin, denn es gibt viel Lustiges und Informatives zu lesen über den Regisseur und seine Werke. Ergänzt wird der Reigen von zahlreichen Fotos. Besonders schön finde ich den Hildesheim-Text - unbedingt lesen. Ein richtiger Knaller, die Seite!
040302
Yo! Habe endlich meine DVD von Doris Wishmans A NIGHT TO DISMEMBER bekommen, und das Ding rockt massiv: Das ist so, als ob Klaus Beyer einen Slasher gedreht hätte! Pornostar Samantha Fox spielt eine junge Dame, die gerade aus der Klapse entlassen worden ist, als auch schon böse Menschen versuchen, sie wieder in den Wahnsinn zu treiben... Während Splatter im Gesamtwerk der lieben Tante Doris eine deutlich untergordnete Rolle spielt, holt sie hier wirklich die Kaiserklinge aus dem Futteral - es spritzt an allen Ecken. Der Gore ist aber so überkandidelt und hanebüchen, daß man einfach nicht geschockt sein kann. Zudem ist Doris ihrer Gewohnheit treu geblieben, jede Szene mit Hunderten von Inserts und Outtakes aus anderen Filmen anzureichern. Die nachträgliche Synchro ist auch was für Leckermäulchen und beschert uns Doris in mindestens fünf verschiedenen Sprechrollen! Brillant die improvisierten Geräuscheffekte, die häufig mit dem Mund gemacht wurden, etwa das Sirren von Äxten oder das Geräusch eines überfahrenen Körpers, das sich anhört, als verschlucke sich jemand an seiner Havanna... Auf dem Audiokommentar hört man die große Dame herself, wie sie mit ihrem Kameramann, C. Davis Smith, herumkaspert. Die beiden nehmen das Gezeigte nicht wirklich ernst. Neben dem vollständig betrunkenen Kommentar zu Abel Ferraras DRILLER KILLER der einzige, den ich mir je ganz angehört habe. Die DVD ist relativ teuer, aber das war mir wirklich jeden Pfennig wert!
030302
Nachdem Schalke und Werder schmählich versagt haben und Lebergrusel gegen den Abstiegskandidaten Freiburg ein Punkt geschenkt worden ist, kam heute Borussia Dortmund gegen die Paulianer, und das war in der Tat ein spannendes Match - Dunnerlittchen! Das lag allerdings nicht an den Borussen, sondern an Pauli, die um den Sieg geprellt wurden durch eine ausgesprochen unglückliche Schiedsrichterleistung: Während Dortmund noch unsicher in der Gegend herumgurkte, machten die Hamburger eines der besten Spiele der Saison. Als Kehl beim Stand von 0:1 einen Stürmer von St. Pauli satt im Strafraum umriß, blieb die Pfeife stumm. (Das wäre obendrein Gelb-Rot für den heute ohnehin nicht gerade glänzenden Neuzugang gewesen!) Schiedsrichter Fröhlich revanchierte sich für diese Fehlleistung damit, daß er den Dortmundern einen Elfmeter schenkte: Das war VOR dem Strafraum... Daß Meggle am Schluß noch die rote Karte für Schiedsrichterbeleidigung kassierte, möchte ich nach dieser Leistung des Schiris nicht kommentieren. Fußball ist ja nun wirklich keine wichtige Sache, aber hier ist mir echt die Hutschnur geplatzt! (Natürlich ist Pauli neulich auch ein Unentschieden geschenkt worden, aber jo mei!)
020302
Moah, ich bin total platt - seit mehreren Stunden bin ich bei www.audiogalaxy.com am Saugen! Aber es lohnt sich tatsächlich: Man möchte ja nicht JEDEN Morricone-Score kaufen müssen. Man sollte aber schon DSL oder eine Flat Rate haben. Ich habe keins von beiden und werde wohl im Armenhaus landen... Kleiner Tip für Premiere-World-Besitzer: Morgen, Sonntag, gibt es um 22.00 h auf Filmpalast einen hochinteressanten italienischen Film, IL GOBBO DI ROMA, DER BUCKLIGE VON ROM von 1960. Carlo Lizzani hatte eine sehr gute Hand bei diesem neorealistischen Gangsterdrama, auch mit der Wahl des Drehbuchautors - Pier Paolo Pasolini! Wer wissen möchte, wo Lenzi die Idee zu seinem DIE KRÖTE herhatte, sollte unbedingt einschalten. Bombenfilm. So, jetzt mache ich Heia, mir schwirrt schon der Schädel...
010302Gestern bin ich also mit Karsten und Micha vom Terrorverlag zusammengetroffen und habe mir das Werk mal angesehen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden - es wird ein dickes und bildreiches Buch, das neben meinen Texten noch massenweise Zusatzinfos über z.B. DVD- oder Super-8-Veröffentlichungen enthalten wird. Letztere sind auch für Schmalfilmmuffel interessant aufgrund der teilweise unglaublichen Filmtitel (z.B. ZWEI LINKS ZWEI RECHTS UND HALLELUJA oder DJANGO - DER ÜBERFALL AUF DIE POSTKUTSCHE!), die uns - nebst vielem anderen - vom lieben Herbert zugespielt wurden. Außerdem gibt es noch ein zusätzliches Interview mit "Sartana" Gianni Garko, der den beiden Terrorasten Rede und Antwort gestanden hat. Das Buch wird jetzt WILLKOMMEN IN DER HÖLLE heißen, nach dem Titel eines hervorragenden Films. (Ich habe ja darauf gepocht, das Buch WILLKOMMEN IN DIE HÖLLE zu nennen, aber das war den beiden dann doch zu kraus!) Ein Willkommen kann man Richtung Mitte April feiern, wenn das Buch spätestens aus der Druckerei kommt... *freu*