DTSCHLND IM HRBST - HÖLLEMBER 2005

Du bist Futter!

Du bist Tokio!

NEWSTICKERARCHIV

011205

Oh, ist schon Dezember? Die heutige Bandprobe der Elvis-Combo ist etwas aus dem Ruder gelaufen. Es passiert ja praktisch immer etwas Neues und Aufregendes. Man kommt da gar nicht umhin. Wie üblich habe ich mit der Band den alten Stiefel aufgeschnürt und den üblichen Reigen aus echoverhallten und gnadenlos übersteuerten Schmonzetten heruntergebetet. "Elvis Has Just Left The Building" von Zappa habe ich unter Zuhilfenahme meines Yamaha-Keyboards mit Kirchenorgel angereichert und am Schluß das "Dies Irae" aus der lateinischen Totenmesse angefügt, das selbst ich als Dilettant noch gerade hinbekomme. Als wir durch waren mit den Standards, wollten wir wieder etwas improvisieren. Torsten schrammelte etwas Punkiges aus seiner Gitarre, woraufhin ich erst einmal mit 16-Jährigen-Standards loslegte wie: "Oh, wie ich mich schäm´/ für das System/ Es tut mir so wehm/ Das alte System/ Es ist so überkommen/ und veraltet/ Wir werfen es um, wir werfen es um, lalala..." Zwischenruf: "Liebe Punks, ihr sauft euch die Birne blöd, wir verdienen Geld - so spielt das Leben! Denkt an Bruce Springsteen, es klappt..." Danach erwachte die Romantik, und ich schametterte: "Dein Haar war wie Flachs/ Es glänzte wie mein Lachs/ Im Mondenschein von Capri." Das neugewonnene Stück mutierte dann in: "Dein Nasenhaar war so wunderbar/ es erinnerte mich an Erika/ Dein Nasenhaar, das unsere Liebe gebar/ Es erinnerte mich an Erika." Und: "Dein Doppelkinn, da schlag´ ich voll hin/ Es geht mehr nicht mehr aus dem Sinn/ Es ist ja so ein Gewinn/ Für die Müllerin/ Oh, dein schönes Doppelkinn." Und: "Das Haar in deinen Ohren/ Das hat dich für mich erkoren." Als Refrain mendelte sich dann schließlich heraus: "Oh, die schönen Teile von dir/ Die hätte ich gerne auf Papier." Da des Unsinns noch nicht genug getan war, erinnerte ich mich an ein Weihnachtslied von Rolf Zuckowski, der mit lauter Kindern herumsaß und "Dicke rote Kerzen" trällerte - möglicherweise mein Lieblingsweihnachtslied aller Zeiten! Daraus entsponn sich dann folgender Pogo: "Dicke rote Kerzen / Trag´ ich in meinem Herzen/ Ein Hauch von Heimlichkeit/ Oi, oi,oi!" Der Refrain lautet dann: "Oh, wie bin ich froh/ Weihnachten im Po." Es ist ein ziemliches Geschrammel, macht aber sehr viel Spaß. Sollten wir das jemals herausbringen, müssen wir wohl die Rechte abklären. Ansonsten war ich trotz vorabendlicher Sonderbeanspruchung einigermaßen oho in sangestechnischer Hinsicht. Da bin ich ja man stolz drauf! Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß mein neuer Artikel für die Splatting Image von weiteren Absonderlichkeiten aus dem Umfeld des alten Videolabels VMP handeln wird? Da wird es einen schönen Weihnachtsfilm geben, aber auch einige andere sehr eigentümliche Produktionen aus Schweden, der Türkei, Großbritannien, Italien...

241105

Wann immer ich dieser Tage an meiner Sparkasse Geld abhebe und auf die Fußgängerzone der Bueraner Innenstadt einschwenke, erwartet mich ein zehn Meter großes Porträt des sich mittlerweile in Schalker Diensten befindlichen Wunderstürmers Kevin Kuranyi, das an der Fassade des Kaufhauses Karstadt prangt. Nun stehe ich dem Herrn Kuranyi weiß Gott nicht mißbilligend gegenüber und bewundere seine Fähigkeiten als Balldrescher. Selbst sein Hiphopbart hat mir noch nie die Suppe versalzen. Trotzdem finde ich es - um es milde auszudrücken - übertrieben, sein Ponem in saftiger Überlebensgröße meinem ohnehin von grimmigen Gesichtern gesäumten Stadtrundgang aufzupfropfen. Zudem wurde der süß lispelnde Simpatico obendrein in einer Pose festgehalten, die so gar nicht zu seinem charmanten und harmlosen Wesen paßt - Laibach wären stolz auf ihn! Er sieht aus wie ein türkischer Nazi, so martialisch, wie er da dreinblickt. Paßt gar nicht zu ihm, meinen alle, die ihn kennen. Ich kenne ihn nicht, aber eine Kontaktanzeige, die mit diesem Foto geschmückt wäre, hätte am ehesten Chancen in der amerikanischen Waffengazette "Söldner des Glücks" (freie Übersetzung!), und das paßt ja nun mal gar nicht! Selbst wenn das Foto ihn in der denkbar friedfertigsten Erscheinungsform abgebildet hätte, wäre mir dieser optische Informations-Supergau zuviel gewesen. Ich will nicht, daß mir meine Mitmenschen aufgezwungen werden, wenn ich bei "Nordsee" meinen Aal kaufen möchte! Man stelle sich nur vor, die neue Bundeskanzlerin würde einem beim Stadtbummel ins Gesicht grienen wie ein heimwehkranker Godzilla - das wäre doch nicht schön!

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Der Herr Ratzinger, welcher jüngst zum Papst erhoben wurde, hat vorgestern einiges klargestellt im Hinblick auf die Erwartungen, die die Jugend beim jüngst erfolgten "Weltirgendwastag" in Köln an ihn gerichtet wurden. Er entbot per Sekret, daß Homosexuelle künftig auf eine Priesterweihe verzichten müßten, es sei denn, sie hätten bereits seit zwei Jahren nicht mehr gepoppt (Nachweis erbeten) und ihrer sündigen Leidenschaft entsagt. Na ja, da stelle ich mir mal so einen leidenschaftlichen Schwulen mit Gottglauben vor, der sich seine Libido per Sekret mal ebenso abschwatzen läßt von einem Herrn, der objektiv betrachtet aussieht wie ein grinsender Zombie. "Das muß ein schlechter Schwuler sein", um ein altes deutsches Volkslied zu zitieren. Was soll denn bitteschön passieren, wenn man geschlechtsreifen Männern den Umgang mit Frauen verbietet? Welcher geschlechtsreife Mann würde sich so etwas überhaupt antun lassen? Vielleicht sollte man dem Benefiz-Ratzi mal ein Poster von Gary Glitter zuschicken, etwa dieses hier:



Der Heros des Seventies-Glitterpops ist jetzt leider hoppgenommen worden, da ihm der Schniedel scheinbar nach zu Frischem schwoll. Vor etwa einem Jahr hatte man den Herrn bereits inhaftiert, da er seinen Computer in die Werkstatt brachte. Auf der Festplatte fand man Kinderpornomaterial. Nicht nur pervers, sondern auch doof, mag da mancher sagen. Nicht zu unrecht. Jetzt scheint es ihm richtig an den Kragen zu gehen - die "Welt" berichtet. "Hey, Rock´n´Roll" kann man auch zu weit treiben. Ich glaube, das darf man wohl mit Fug und Recht als Tiefpunkt einer Karriere bezeichnen.

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Metal-Musiker haben in dieser Hinsicht bedeutend weniger Probleme. Jüngst habe ich mir von einer Freundin erzählen lassen, daß der Gruftrock-Schwarm vieler Freundinnen von ihr - Peter Steele von Type-0-Negative - sich für eine Publikation hat ablichten lassen, "Playgirl" oder so. Ich erwartete jetzt peinliche Fotos mit halberigiertem Penis, wie man das aus Damenwichsblättern so gewohnt ist, aber nichts da - Peter rockt ab, von hier bis nach Stockholm! Mir trumpfte die Kinnlade am Boden auf, als ich die Bilder sah. Also, Softcore so direkt war das nicht! Wenn man als Mann seinen wippenden und im geschlechterrummelspezifisch einsatzbereiten Lümmel präsentiert, sollte man wenigstens eine entsprechende Macho-Pose einnehmen, die entweder von geschlechterrummelspezifisch interessierten MenschInnen dankend zur Kenntnis genommen wird oder aber fröhlich belacht werden kann. Herr Steele ließ es sich aber leider nicht nehmen, "ästhetisch" zu posieren, und das geht wahrlich fürchterlich in die Buxen: Seinen Freudenspender in der Hand zu halten wie einen Fahrbahnbegrenzungspöller um Mitternacht, dabei aber waidwund-weltschmerzig zur Seite zu schmachten wie Jean Genet auf dem Abtritt - das geht nun wirklich gar nicht! Der Peter Steele ist gut gebaut, keine Frage, aber ästhetisch ist das die Lachnummer hoch zehn. Ich habe das Bild einer Freundin in Darmstadt zugeschickt, die den Parvenü früher mal gut fand. Hier ihre Replik:

"iiiiiiiiiiiiiihhhhhhhhhhhhhhhhh...............ist das eeeeeeeklig...............ich werd auf der stelle prüde, frigide und wassonstnoch...............bäh (doppelter wodka). der typ ist ein absoluter schwachmat - was an dem begehrenswert ist, muss mir mal jemand erklären. danke fürs foto auch - der schniedel als solcher ist ja ganz nett; vielleicht kann man den rest operativ entfernen?!"

Das Bild darf ich aus urheberschmutzlichen Bedenken heraus leider nicht onleinen, aber immerhin auf eine Website verweisen, auf der ein offensichtlich hochbelahrtes Groupie von ihren Erlebnissen mit Metallmusikern und ihren Geschlechtsteilen berichtet. Das fand ich sehr erhellend und amüsant.

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In computerspieltechnischer Hinsicht entsage ich derzeit den sogenannten Ich-Schießern, da mich deren Fantasielosigkeit zunehmend nervt und die Grafikkartenanforderungen meinen Geldbeutel sprengen. Man muß da wohl jedes Jahr zweimal die Grafikkarte auswechseln, um einigermaßen auf dem neuesten Stand zu bleiben. Das ist mir zu blöd. Stattdessen habe ich in einer Computerzeitschrift ein schönes Adventure namens "Runaway" aufgetrieben, das rockt und rollt. Zwar rockt und rollt es nicht ganz so sehr wie die späteren Flüche vom Baphomet, aber es ist sympathisch erdacht, schont den Adrenalinpegel und amüsiert durch lustige Späße. Die Eindeutschung war wieder einmal sehr ansprechend und brachte mich einige Male zum Lachen. Ein Studentenschnösel will da nach Berkeley, um ein Stipendium anzunehmen, bekommt aber eine scharfe Tanzschnalle ab, die ihm vor den Autokühler stolpert. Das führt zu einem wilden Abenteuer, in dem in Geisterstädten wohnende Grunge-Mädels mit Vorliebe für Woody Allen ebenso einen Platz haben wie grenzdebile UFO-Freaks und abgetrennte Finger in Formalin. Ich habe bei dem Spiel einige Male geschummelt ("walkthrough"), da mir die Zeit doch etwas knapp wurde, aber es hat großen Spaß gemacht. Am liebsten würde ich gleich "Monkey Island" spielen, aber sämtliche Teile dieses Klassikers werden ja leider zu Unsummen auf eBay verschachert, und das ist mir dann doch zu happig. Wer nicht andauernd rumballern muß, darf sich auch bei Saturn oder Karstadt das Spiel "Black & White" besorgen, dessen Fortsetzung dieser Tage erschienen ist. Die Fortsetzung kostet 40 Euro plus, aber der erste Teil ist jetzt überall für ´nen schlappen Zehner erhältlich und lohnt sich gewaltig. Da darf man ein richtiger Gott sein! Man rettet ein Balg vor den Haien, und auf einmal hat man eine solide Gefolgschaft, die sich immer mehr erweitert. Die bauen einem zunächst einen Tempel, und dann beginnt es schon mit den Pflichten, die ein solider Gott nun mal zu erfüllen hat. Man muß den Anhängern beim Häuserbau helfen, bei der Ernährung und bei der geistigen Erbauung. Ein böser Gott kann man auch werden und strafen, bis die Mütze qualmt. Ich wollte ja zu Anfang der ultimative Arschgott werden und Bäume und Felsen auf meine Jünger werfen. Leider erwies ich mich als zu gut. Das hat mich dann doch schockiert. Als ein Einsiedler mich auf einmal anmachte ("Ey du, was du da machst, imponiert mir keine Handbreit, du kannst mich mal!"), zertrümmerte ich sein Haus, was ihn erst einmal zum Heulen brachte. Da ich diese Lektion nicht ausreichend fand, schmiß ich ihn ins Meer mit meiner göttlichen Kralle. Da mich das Gewinsel des Irregeleiteten denn doch dauerte, fischte ich ihn wieder heraus. Die dumme Sau vergolt es mir, indem sie die Lebensmittelvorräte meiner Anhängerschaft in Flammen steckte! Ich habe den Strolch nie wieder getroffen, aber meine Lektion gelernt: "Gott des Zorns" rockt kurzfristig wie die Hölle, aber danach muß man leider Federn lassen! Naja, ich habe dann meinen Jüngern geholfen, Hütten, Werkstätten und so fort so errichten, und je mehr mich die Tröpfe anbeteten, umso mehr stieg auch meine Kraft, kräftig herumzuwundern, und die Menschen - wie das Spiel es ausdrückt - sind ja so leicht zu beeindrucken! Missionieren - ein Kinderspiel, wenn man die passende Wunderwucht in Händen hält. Da wachsen Wälder, da wächst das Korn auf den Feldern - cool ist das! Da man so als Gott ja auch sehr gestaltlos ist, darf man sich auch eine Kreatur auswählen. Es gibt eine Kuh, einen Affen und einen Tiger. Ich habe die Kuh gewählt, die denn auch triumphierend die Arme reckte und happy muhte. Die anderen beiden schauten traurig nach unten und weinten, aber ich habe sie getröstet - beim nächsten Mal! Die Kuh war auch wirklich super, wenngleich man sie andauernd kraulen und gassiführen muß, sonst erlahmt irgendwann ihr Gehorsamkeitswille. Die wird richtig renitent. Wenn man sie krault ("Guter Junge!"), dann wuschelt sie sich behaglich. Besonders gern wird sie am Hals und hinter den Lefzen gekrault. Da muht sie geradezu ekstatisch. Später im Spiel bekommt man es mit schlimmen Fingern zu tun, aber deren Klientel muß man dann eben auch missionieren. Es sei denn, man zieht die Fürchtegott-Variante vor und läßt es Pech und Schwefel regnen... Ein richtig tolles und vielseitiges Spiel, mit einer Menge Humor. Bin begeistert.

181105

Heute habe ich einem Freund von einer Szene in dem deutschen Film LAMMBOCK erzählt, in der ein männlicher Zeitgenosse unfreiwilliger Nutznießer einer Überraschungsparty wird und bei einem Akt der Selbstbefleckung aufgeschreckt wird, der mit Hilfe eines Staubsaugerrüssels ausgeführt wird. Das ist dann ziemlich peinlich. Der Freund, dem ich dies erzählte, toppte diese fiktive Story mit Leichtigkeit mit einer Geschichte von wonniglichstem Realitätsbezug: Ein ehemaliger Internatsfreund von ihm ertappte seinen Zimmerkollegen bei einem unzüchtigen Akt mit einem Wurstbrot, das der liebestolle Patron zwischen die Lamellen einer Heizung geklemmt hatte. Die Wurst hatte sich erhitzt und weckte somit angenehme Assoziationen. Das war dann wohl auch ziemlich peinlich, nehme ich an. Besagter Freund (der, dem ich dies erzählte, wir erinnern uns!) hatte dann auch noch eine andere peinliche Story parat, die in die Abgründe der Sexualpathologie führen: Ein Deutschlehrer frönte geheimen Lüsten, die dann von seinen Schülern entdeckt wurden. Jenen Schülern nämlich, die es sich zur Gewohnheit gemacht hatten, die Fachzeitschrift "Happy Weekend" zum persönlichen Gaudium zu klauen. Das ist eine Zeitschrift, in der einsame Menschen (oder Menschen, die sich einsam fühlen, was eigentlich ein Unterschied ist, im Resultat aber auf dasselbe herausläuft) inserieren, um sogenannte Gleichgesinnte aufzuspüren. Ich erinnere mich, während meiner Studentenzeit des öfteren solch eine Zeitschrift erstanden zu haben. Ich und mein Studienkumpel fuhren von Bremen nach Göttingen, und der jeweils nicht am Steuer Sitzende las dem jeweils am Steuer Sitzenden dann die Anzeigen vor und war auch dafür verantwortlich, ins Steuer zu greifen, wenn Lachsalven den Steuernden von seiner für das Gemeinwohl sehr wichtigen Pflicht abzulenken drohten. Die Anzeigen waren häufig auch mit Fotos illustriert, die keinen Zweifel an der Gesinnung des Inserierenden zuließen. Da waren Penisse zu sehen, die unter den unvorteilhaftesten Umständen abgelichtet wurden. Manchmal befanden sich die Penisse in media eiaculationis und entließen schlodderige Lustflatschen, die aussahen wie Fangarme einer besonders irritierenden außerirdischen Kreatur. Da waren Vulven zu sehen, die an die Folgen des Luftangriffes von Dresden gemahnten. Das war nicht immer schön. Über die Menschen zu lachen, die auf diesem Wege Streicheleinheiten einforderten, war eigentlich nicht sehr nett von uns, aber wir waren jung, und wir brauchten das Geld! Außerdem fanden wir es lustig, und moralische Feinheiten entgingen uns völlig. Wir waren ein Saupack und sozialethisch desorientiert. Einst erhaschte ich auf einem Göttinger McDonald´s-Klo eine 70er-Jahre-Ausgabe besagten Magazins, das besonders schöne Fotos enthielt, z.B. folgenden Seemann auf Landgang:

Coole Socke

Das Heft war schon etwas befleckt, aber nachfolgende Tests haben ergeben, daß unser Spaziergang auf der wilden Seite (Lou Reed) ohne gesundheitsschädigende Folgen blieb. Wir waren coole Boys! Der Deutschlehrer war auch ein cooler Boy, denn er hatte posiert auf einem dieser Bilder, breitbeinig mit Ständer. Das sorgte, wie man unschwer erraten können wird, für einiges Hallo bei den Eingeweihten. Einem unsympathischen Lehrer hätte diese Spritztour das Genick gebrochen - der hätte nie wieder ohne Tüte über dem Kopf in die Schule kommen können. Leider handelte es sich um einen der wenigen sympathischen Lehrer am Internat, und so schlug die Indiskretion nur überschaubare Kreise. Ich hoffe, er hat die Dame seines Lebens gefunden. Immerhin hat er ja nicht in dem Kontaktmagazin "Notdurft" inseriert, das es ja auch gibt. Ich möchte da nicht den Richter spielen und "das Paket mit den Minuspunkten öffnen" (Max Goldt). ("Das ist ja ein richtiger Sprühgeist!" - Mutter Keßler über Max Goldt)

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Heute fand außerdem eine weitere Episode in der Existenz der Aron-Pressler-Kesley-Band statt. Ich habe mittlerweile schon einige neue CDs erstellt, die wundersam verschranzelte Dokumente des frühen Schaffens dieser anbetungswürdigen Band beinhalten. Es passiert fast jedesmal etwas Neues! Das ist so aufregend! Wie neulich, als ein beunruhigendes Pfeifen im Heizkessel des Nachbarraumes uns für den Großteil der Probe im Glauben ließ, wir würden jeden Moment in die Luft fliegen. Das geschah leider nicht. Stattdessen erschienen irgendwann sehr nette Büttel und nahmen die Personalien des Heizkessels auf. Ein ausgesprochenes Lob erhielten wir nicht, was ich der Polizei Wittens persönlich übelnehme! Die hören doch nur Schnäuzersound! Wir haben schon seit einigen Wochen eine sehr ungewöhnliche Version von Elvis Presleys "Blue Moon of Kentucky" einstudiert, die sich etwa zur Hälfte in "Child in Time" von Deep Purple verwandelt. Das hohe Kieksen klingt bei mir etwas wie Deutschlands einziger Eunuchensänger, aber da kann ich halt nichts dran ändern. Die Bild-Zeitung muß ja auch was zu schreiben haben. Dafür wird unsere Version von Zappas "My Guitar Wants To Kill Yo Mama" allmählich, sie wird, sie wird. Torsten fiedelt an der Gitarre anbetungswürdig. Stevie Ray Vaughan ist da gar nicht so weit weg. Das rockt, daß man gar nicht mehr weiß, wohin mit den Nachkommen. Bei der heutigen Videoaufnahme habe ich bemerkt, daß ich langsam eine kahlende Stelle hinten auf dem Kopf entwickele. Ich werde zu Richard Harrison! Früher als besagter Grandseigneur des Italokinos bekomme auch ich schlohweiße Haare, und zwar an den Seiten. Das immerhin finde ich ganz schmückend - es gibt mir etwas Distinguiertes. Der Adelsschlag, dessen ich immer entsagt habe. Und der Harrison ist garantiert auch nur gefärbt, die Lusche. Ich trage in meinen Haaren die Flecken eines intensiv gelebten Lebens. Eines anständig gelebten Lebens! Heute habe ich erstmals mein Yamaha-Keyboard mitgenommen, da wir ja immer noch keinen Drummer haben. Das war ein intensives und aufrüttelndes Erlebnis. Ich habe mich selten so häufig wie heute versungen, das persönliche Versagen aber - wie ich wohl behaupten darf - sehr anmutig kaschiert. Da uns "Devil In Disguise" langweilig geworden war, hat sich schon vor zwo Wochen eine No-Wave-Version entfaltet, die Glenn Branca mit Doom Metal verschweißt. (Rolling Stone, merket auf!) Das Resultat hält keine Sau aus, ist aber schrecklich innovativ und wagemutig. Ich gulpe und gluckse, wie es meine Stimmbänder gerade mal zulassen, auch gerne mit Diamanda-Galas-Kieksern drin. Heute zum ersten Mal mit manischen Orchesterschüben, getürkten Timpani und gesampeltem Hubschrauber. Das Gekreische ist teilweise nicht zu ertragen und spricht der Menschen Zivilisierung Hohn, aber es macht halt Spaß, auch wenn die Stimme danach weg ist.

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Vorgestern haben die Schweizer in der Türkei gespielt, um die Fußball-WM in unserem schönen Heimatlande zu erreichen. Als sie in unserem EU-Anwärter-Nachbarland ankamen wurden sie freundlich begrüßt:

Hurrensohn

Das Bild könnte für mich Bild des Monats werden! Immerhin finde ich schön, daß die Repräsentanten unseres friedlichen Nachbarlandes gesiezt werden. Es ging dann auf dem Fußballplatz auch freundlich weiter - die Schweizer bekamen jede Menge Willkommensgeschenke zugeschmissen. Manche mißverstanden dies als Aggression, aber es war bestimmt nur lieb gemeint. Nachdem das Spiel dann aus war, waren die Türken ausgeschieden. Sie zeigten sich aber nicht als schlechte Verlierer, sondern herzten und küßten die Sieger, was sie sehr ehrt. Ein Platzwart (oder so) suchte seiner Zuneigung leider Ausdruck zu verleihen, indem er seinen Fuß zärtlich in Richtung der Sitzfläche eines vorbeieilenden Schweizer Spielers bewegte. Diese eigentlich als Geste der Verbrüderung gemeinte Aktion führte zu einer grauenhaften Entgleisung einer typischen Schweizer Bestie, die ihn zurücktrat. Das führte zu einer verständlichen Überreaktion der türkischen Spieler und Ordnungskräfte, die daraufhin die halbe Schweizer Mannschaft zusammendroschen. Auch das war eigentlich nur lieb gemeint. Der Schweizer Spieler, der dermaßen in die Eier getreten wurde, daß er mit inneren Verletzungen in die Klinik geschafft werden mußte, war leider nicht einsichtig, und so kam es zu Verstimmungen. Auch die übrigen Schweizer Spieler, die es nicht so recht einsehen mochten, daß sie wegen eines gewonnenen Spieles zusammengeschlagen und -getreten wurden, erwiesen sich als renitent und unverbesserlich. Dem ARD-Kameramann, der eins in die Fresse bekam, geschah bestimmt auch nur recht...

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Unter den obwaltenden Umständen ist es hoffentlich verständlich, wenn die Jungs von Buio Omega am heutigen Sonntag nur Auszüge aus dem Tom-Sizemore-Pornovideo zeigen werden. MA BUSEN heißt das Doppelprogramm, und neben Tom Sizemore spielen Koryphäen wie Senta Berger und Wolfgang Preiss in dem schwarzweißen Begleitfilm unseres Programmes mit: Gangster und edle Menschen im Widerstreit - wer gewinnt? Für den Hauptfilm schnallt sich Sizemore die Titten um und wird zu Chesty Morgan, der großen Prachtfrau des Eutertaumels. Große Pracht und kleine Nichtigkeiten von großem Belang in diesem wahrhaft unwiderbringlichen Meisterwerk. Wer das verpaßt, wird das ewig bedauern! Chesty Morgan muß man mal gesehen haben, wie sie gefangen im Mikrokosmos der Doris Wishman um Anmut ringt. Ein zutiefst aufrüttelndes und begeisterndes Spektakel. Und dicke Titten. Das muß man sehen. Viele liebe Freunde von mir kommen auch. Hier am Samstag. Don´t dream it - be it!

091105

Komisch - da sieht man seit Tagen nur Pariser Gewaltsamkeiten im TV, aber was mich richtig zum Rauchen bringt, ist ein Bericht aus der Tierwelt: In irgendeinem relativ bekannten Zoo in Österreich werden Tiere gequält. Auf RTL war ein Überwachungsvideo zu sehen, auf dem Wärter gerade dabei sind, ein Elefantenbaby "abzurichten", d.h., sie schmeißen es um und verletzen es mit langen Haken. Der zu diesem Vorfall interviewte Zoodirektor meinte, es handele sich um eine anerkannte Trainingsmethode. Tja, wenn ich es auch grundsätzlich für sehr instruktiv halte, wenn Kinder in Zoos mal mit den ganzen schicken Lebewesen auf dieser Welt live konfrontiert werden, aber meine grundsätzliche Abneigung gegen das Einsperren von Tieren erhält mit diesem Bericht neue Nahrung. Wenn sich selbst als Tierfreunde empfindende Zeitgenossen durch Zoos schlendern und den Sielmann in sich entdecken, ist das ein bißchen so, als würde man als Autofahrer an einem strahlenden Sonnentag auf der Autobahn gut Gummi geben und denken: "Hach, ich liebe die Natur!" Das Einsperren von Tieren ist aber noch eine Kleinigkeit verglichen mit solchen widerwärtigen Methoden. Für mich müßte man diesen Fettsack ebenfalls mit Haken bearbeiten! Von Zoos habe ich fürs erste die Nase gestrichen voll. Ich kühle mich jetzt erst einmal ab...

011105

So, jetzt bin ich zurück aus meinem einmonatigen Urlaub! Um mich so richtig zu erholen, habe ich die Sommerferien nachgeholt. Da es für mich pottmohnähmäßig nicht für die Adria reichte, habe ich in Gelsenkirchen-Horst residiert. Das ist ein Stadtteil, der nicht nur so heißt wie mein Papa, sondern auch mindestens fünf Kilometer von meinem Domizil entfernt ist. Dort habe ich in der aufgebrochenen Wohnung eines entfernten Bekannten Nüsse geknackt, Mickey-Spillane-Romane gelesen und auf dem Balkon Bilder der Olsen-Zwillinge eingeäschert. Nun bin ich erholt und habe meinen Kopf freiblasen lassen von allen griesgrämigen Abscheulichkeiten, die einem den Alltag vergällen können. Wie zum Beispiel Halloween.

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Halloween war für mich früher nur ein netter Horrorfilm. Der glatzköpfige Junior Charlie Brown erzählte immer etwas von einem "Großen Kürbis", doch ich war schon damals immer auf der Seite von Snoopy und Woodstock gewesen. Dann nahm ich wahr, daß die Goths (=Grufties) immer ein großes Gewese um diesen Termin machten. Jetzt ist es so, daß am 31. Oktober unzählige Blagen durch die Stadt laufen, an Türen klingeln und Süßigkeiten einfordern. Das finde ich nicht honett. Früher hatte der 31. Oktober nur mit einem protestantischen Sachsen zu tun, der in Wittgenstein Thesen an eine Tür nagelte. Heute begleiten trendhörige Eltern ihre Nachhut bei einem raubritterischen heidnischen Brauch, der keinerlei didaktischen Wert besitzt und den Bratzen nur eines zeigt: Wenn ihr laut genug schreiet, sollet ihr erhöret werden! Das ist komplett unwahr: Wer laut schreiet, bekommet schwer einen an die Backen! Es ist nicht in Ordnung und sozial unverträglich, laut zu schreien, vor allen Dingen, wenn die Eltern gedacht haben, es genüge, einen Stapel Bettelheim-Bücher nach Hause zu schleppen, um zu verhindern, daß aus den rosa Knödeln kleine Monster werden. Wenn die dereinst mit "Mein Kampf" unterm Arm nach Hause schlendern, werden die Eltern große Augen machen... In meiner Heimatstadt Bremen gab es solcherlei Schangel nicht. Dort gab es das altehrwürdige Nikolauslaufen, zu dem sich die Kinder als Engel, Erzbischof oder so verkleiden mußten. Das hatte durchaus erzieherischen Wert, denn auf dem Arbeitsamt muß man sich später auch demütigen lassen, um dann mit Tinnef abgespiesen zu werden. In den Monsterklamotten kommen sich die heutigen Summerhill-Monster aber so richtig cool und knorke vor und begreifen es als ihr allein durch ihre bloße Anwesenheit auf diesem Planeten gegebenes Recht, Süßes von Fremden zu erhalten. So entsteht die Russenmafia! Das Leben ist nicht so - es ist hart, kompliziert und sogar verwinkelt. Es braucht mehr, als sich im Scheine elterlichen "Sind sie nicht süß?"-Gehabes kohlehydrathaltigen Zuckersegen zu erpressen. Das geht in die ganz falsche Richtung. Wahrer Lohn will wahre Anstrengung, oder wenigstens wahre Demütigung. So will es das Gesetz, so wollen es die Propheten. Den Haribo-Blödsinn kaufe ich nicht noch mal ein! Alles bloß, um geliebt zu werden, und nicht wie der alte grimmige Mann in dem als Spukhaus verschrieenen Gemäuer zu enden, wo nachts die Ratten tuscheln und die Asseln tanzen... Oder wie Dagobert Duck in seiner ersten Comic-Geschichte, die mit den Bären und der Hütte! Das nächste Mal kriegen die frechen Biester nur Grießbrei, denn den habe ich als Kind gehaßt! "Wollt ihr lecker Brei? Habt ihr ein Behältnis, wo ich ihn reinschütten kann? Du, mit deinem lustigen Hut - empfange die segnende Pampe!" Oder Erbsensuppe! Und eine Videokopie von DER EXORZIST als Dreingabe! Grießbrei habe ich als Kind gehaßt, genauso wie Spinat. Spinat - gerade Blattspinat - finde ich heute köstlich und hochwohllöblich. Grießbrei ist immer noch widerwärtig, tut aber dem Magen gut. Wenn´s im Bauch zwickt, wird der ekle Sud mannhaft reingezwungen. Das ist wie der Besuch bei der Domina oder das schnelle Abreißen des ABC-Pflasters, tut aber wohler. Die Goldbären fresse ich nächstes Jahr selber - so!

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Ich habe mir neulich, um mich dem örtlichen Brauchtum anzuwanzen, einen Stutenknilch gekauft. Das ist so ein Gebäck, das einen leicht debil angehauchten Kollegen mit Flöte darstellt. Der Stutenknilch hat mit dem Martinstag zu tun, das habe ich jetzt schon begriffen. Da laufen auch andauernd Kinder mit Laternen herum. Die laufen wohl andauernd mit Laternen herum. Warum machen die das? Also, im Fall des Heiligen Martin hat das sehr viel mit Fahrrädern zu tun. Der Hl. Martin - geboren im Jahre 316 im ungarischen Szombì - gilt nämlich als einer der ersten, der sich auf zwei Rädern fortbewegt hat. Er wurde in Pavia christlich erzogen und mußte mit 15 Jahren auf den Wunsch des Vaters in den Soldatendienst bei einer römischen Reiterabteilung in Gallien eintreten. Da er immer vom Pferd fiel, verlor er schon sehr bald seinen Job und wurde Stallknecht beim zu jener Zeit gerade zugegenen Maharadscha von Singapur. Dort verlebte er seine Lehrjahre, bis ihn schließlich der Wehrdienst ins heimatliche Gallien zurückbefahl. Dort trumpfte er auf mit einer neuen Erfindung: Zwei Räder unter dem Po bewegen einen schnell von A nach O. Gemeinsam bezwangen sie die Donkosaken. Irgendwann inmitten der Kampfeswirren erschien ihm der Jesus und zeigte ihm ein Rad. Martin meinte "Jau, kenn´ ich schon!" und kassierte dafür eine Kopfnuß. Sein Team gewann trotzdem, und so wurde er der Bischof von Tours. Noch heute wird ihm zu Ehren die Tours de France abgehalten. Na ja, wenigstens mußte er nicht mit Drachen kämpfen, und die Brüste wurden ihm auch nicht abgeschnitten, wie einer anderen Heiligen. Was der Stutenknilch mit dem Hl. Martin zu tun hat, weiß ich leider nicht. Vielleicht ist der ihm mal auf seinen Irrfahrten begegnet. Ich habe ihn dann gegessen (das Gebäck!), und es schmeckte ganz passabel, wenngleich man die Flöte leider nicht essen konnte, wie ich zu spät feststellte.

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Der Martin. Wußtet Ihr schon, daß es in den USA viele Menschen gibt, die nicht an die Abstammung des Menschen vom Affen glauben? Lest Ihr hier. Noch viel schlimmer finde ich, daß Delphine - die ja gemeinhin als so superschlau gehyped werden - als die großen Vergewaltiger des Meerreiches gelten. Die poppen ob ihres exorbitanten Trieblebens alles, was sich bewegt. Das wollen wir ihnen niemals verzeihen. Mehr über diese maritimen Unholde hier, unter "Hybrid Dolphins". (Wie Cora so schön meinte: "Wir kriegen euch alle, ihr Vergewaltiger-Delphine!") Auch wurden sie während des Vietnamkrieges zur Dezimierung des Feindes abgerichtet... Ameisenbären sind da netter.

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Muah, gerade bin ich beim Supermarkt gewesen, um lecker Käse zu kaufen. Als ich wieder herauskam, schwer beladen mit Käse und Käseähnlichem, wurde eine Traube herumstehender Freitagabendkinder auf mich aufmerksam. Es handelte sich um fortgeschrittene Kinder, die ihre neuerworbene Schambehaarung dadurch feierten, daß sie schwer einen auf Gangstarapper machten und mit Bierdosen an der Ecke lungerten. Sich über mich alten Sack lautstark lustig zu machen, war für diese jungen Damen und Herren eine Selbstverständlichkeit. Es passiert ja nicht häufig, daß ich mal spontan und konfrontationsfreudig genug bin, so etwas mit einer Antwort zu würdigen, aber heute war ich ohnehin reichlich aggressiv, und so schritt ich quer über die Straße, direkt auf den Leitwolf zu, kuckte ihm grimmig in die Augen und meinte: "Und was wird das hier? Jugend trainiert für die Gosse? Juckt euch die Fresse?" Schlimm, aber so war´s! Die jungen Leute schwiegen eingeschüchtert, und ich fühlte mich wohl...

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Ich habe mich dazu entschlossen, den gegenwärtig stattfindenden Affenzirkus in Berlin nicht zu erwähnen.

Der Müntefee, der Müntefee
Der tat bei Wahl A. Nahles weh
Und ihre Epigonen
Gar sauer waren die Genossen
Die Müntefee durch Brust geschossen
Jetzt zählen sie die Bohnen

Ich habe neulich ein gar nicht so übles Arbeiterkampflied geschrieben, das von einer Liebe im Schatten der roten Fahne handelt. Das beginnt schon mit dem ersten Treffen vor dem Werktor, wo sich die Wolken ballen "wie die Faust in unseren Herzen", und es endet auch ganz traurig. Ich fand sozialistische Liedermacherei immer ganz besonders gruselig. Leute, die älter sind als ich, mußten das vermutlich sogar live mitmachen - Degenhardt ("Spiel´ nicht mit der Schmuddeloma..."), Frau Meinecke oder diese Person, die "Sind so kleine Titten" oder so sang - schlimm! (H. Schneider: "Schlecker, Schlecker, der al-te Mo-nopoLIST!")

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Auf meinem Computer lief neulich ein vermutlich bereits indiziertes Spiel, das ein Add-On zu einem von mir bereits besungenen Geschmacklosigkeitsknüller darstellte. Ein "poor white trash"-Ex-Postbote muß da weitere Jobs erledigen und gerät erneut mit Taliban-Kämpfern, Rednecks und Zombies aneinander. Die Fortsetzung ist leider gar nicht so toll und verschwendet zu viel Zeit mit Übungen, die dann doch nur an handelsübliche Ego-Shooter erinnern. Nett ist immerhin, daß man jetzt auch eine Machete zur Hand hat, mit der man unglaubliche Schweinereien anstellen kann. Was man dann mit den armen Kühen und Elefanten machen muß, finde ich aber weniger prickelnd, da ich diese Tiere sehr mag und die Herstellung von Mülleimern aus Elefantenfüßen zutiefst verurteile. Einzelne Ideen sind sehr witzig, aber kein Vergleich zum Original. Da sollen sich die RWS-Leute mal wieder etwas Besseres einfallen lassen. Ansprechender fand ich da schon das mit Action garnierte Adventure "Silent Hill 4: The Room", das eine teilweise wirklich kreuzunheimliche Geschichte (die Geister!!!) erzählt, in der man in seinem Zimmer eingeschlossen ist. Durch ein Loch in der Wand entkommt man aber immer in eine Traumwelt, in der sich ganz ungeheuerliche Sachen zutragen. Ich bin ja durchaus beeindruckt von der fast schon literarischen Qualität, die manche dieser neuen Adventures besitzen. Auch "Still Life", das ich kurz angespielt habe, scheint sehr zu überzeugen. Da geht es um einen Frauenmörder, den man als rührige Kriminalbeamtin dingfest machen soll. Einziges Manko bei diesem Spiel ist die lausige Eindeutschung, die mit der liebevollen Synchronisation von den "Baphomets Fluch"-Teilen überhaupt nichts mehr zu tun hat. Aber die stellten auch die absolute Schaumkrone dar, die ich in dieser Beziehung bisher bei Adventures erleben durfte.

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Von der Bücherfront gibt es vielleicht demnächst Neues. Ich werde keine konkreten Neuigkeiten vermelden, solange die Sache noch nicht in trockenen Tüchern ist. Nur soviel - vielleicht bald mehr! :)

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