GRAND THEFT AUGUST 3 -
VIZESTADT
NEWSTICKERARCHIV
260905
Heute lief etwas ganz Putziges im Fernsehen: Der Werbespot zur "Du bist Deutschland"-Kampagne.
Wer die Sendung verpaßt hat, kann sich auf der
offiziellen Homepage der Kampagne det Dingen ansehen. Wenn man es
vorzieht, Prominenz wie Xavier Naidoo oder Oliver Kahn nicht dabei
zuzusehen, wie sie hirnweichen Schwurbel vortragen, kann man sich das
"Manifest" auch als Textversion anschauen. Nun bin ich eigentlich
niemand, der reflexartig das Wort "Gutmensch" als Beleidigung abfeuert,
wenn irgendwo risikofrei moralisiert wird. Bei dieser Ansammlung
hochnotpeinlichen
Kitschgestammels ist mir allerdings flau im Magen geworden. Viele
Mediengruppen, die sich um unser Land (Deutschland!) verdient gemacht und das
Schöne und Wahre im Menschen gefördert haben (wie z.B. der
Springer-Verlag!), unterstützen werbewirksam das an sich
wohllöbliche Vorhaben. Auch ich fände es prächtig, wenn
wieder Mut im Bundesbürger (tolles Wort: Bun-des-bür-ger! Man
muß das mal 20mal vor sich hinsprechen...) erzeugt würde,
gerade angesichts der schlimmen Zeiten, in denen wir leben. Gemeinsinn
frommt, keine Frage. Schade nur, wenn es auf derartig hanebüchene
Weise unter das Volk gemischt wird, das wohl für generalblöd
gehalten wird. Der Titel an sich ist bereits Tinnef: "Du bist Deutschland."
Nö - bin ich nicht! Ich bin genausowenig Deutschland wie zwei
Öltanks. Der erste Satz, "Ein
Schmetterling kann einen Taifun auslösen.", deutet bereits
das Ausmaß an Generalumnachtung an, in die der Leser/Zuschauer
gestoßen werden soll, um eins zu sein mit "Deutschland". Das ist
Sozialkitsch, das ist ganz einfach schlecht. Das kann der Wolfgang
Petry wirklich besser. Im besten Predigerton fährt der Text dann
fort, wendet sich scheinbar argumentativ an das Publikum, das
Deutschland ist, wie auch ich Deutschland bin. Das wird mal keß
vorausgesetzt. "Du bist von
allem ein Teil. Und alles ist ein Teil von Dir." Sehr viel
unklarer und verschwiemelter kann man es nicht ausdrücken. Kein
Wunder - der Bottich mit der Emotionssauce soll angefacht werden, bis
alles Nachdenken vergeht. Es ist nur leider exakt jene Emotionssauce,
die immer eingesetzt wird, wenn etwas verkauft werden soll. In diesem
Fall wird uns das Skandieren des Wortes "Deutschland" als Zauberformel
gegen alle Probleme des Lebens verkauft. Es ist eine liberale und
"okayne" Form des Patriotismus, die hier angedient wird - das macht
nicht nur das aufrüttelnde Ausrufezeichen hinter dem
Schluß-Deutschland klar. Neben dem schlechten Liedermacher-Kitsch
kumpelt der Text zum Gottserbarmen und bemüht Bananenkinn Michael
Schumacher (deutsch wie Du!)
ebenso wie den Fußball (deutsch
wie Du!) Im Werbespot wird das dann unterstützt von Volkes
Stimme, die in Gestalt von repräsentativen Kumpel-Arbeitern ("Wir
halten zusammen!") vor die Kamera gehievt wird. Damit auch jeder merkt,
daß wir alle eins sind, die Reichen wie die Arbeiter, alles Freunde, bedient sich
der Texter (der wohl beim Lucy-Körner-Verlag gedient hat!) einer
volksnahen Sprache: "Dein
Wille ist wie Feuer unterm Hintern." (*stöhn* Das ist WEIT unter Wolfgang Petry!)
Lieber Leser, Dein Wille "läßt
Deinen Lieblingsstürmer schneller laufen und Schumi
schneller fahren." Das ist Mumpitz und schlicht gelogen, wie
jeder mit mehr als 20 IQ-Punkten in der Murmel selber erkennen kann:
Die fahren und kicken, weil sie dafür eine Menge Geld bekommen
(Du, Deutschland, nicht!), und maximal, weil es ihnen Spaß macht.
"Du bist der Laden",
verkündet der Text. Welcher Laden? Osama Bin? Der Bauch-? Was ist
denn das für ein ungeschicktes Geschwurbel? Fakt ist, es ist nicht
einfach ungeschicktes Geschwurbel. Es ist ganz eindeutig
zielgerichtetes Geschwurbel. Genauso, wie die "Bild"-Zeitung sich eines
Tones bedient, der andeutet, die Redakteure seien "einer von uns",
während sie selbstverständlich gebildete Herrschaften mit
Universitätsabschluß sind, die ganz genau wissen, was sie da
verzapfen, bindet uns der Text zu einer verschworenen Gemeinschaft
zusammen, die ebenso vage bleibt wie der Quatsch mit dem Schmetterling.
Wenn uns die Zeitungsverlage als Gemeinschaft wollen, dann als
Konsumentengemeinschaft. "Unsere
Zeit schmeckt nicht nach Zuckerwatte", behauptet der Text. Da
hat er recht - beim Lesen des Textes schmeckt sie nach Scheiße! "Doch einmal schon haben wir
gemeinsam eine Mauer niedergerissen." Wieder drall unwahr - ich
war nicht dabei! Ich war weit weg und habe mich gefreut für die
vielen Menschen, die sich freuten. Niedergerissen habe ich gar nichts.
Behauptet der Text aber. "Deutschland
hat genug Hände, um sie einander zu reichen und anzupacken."
Gnade - was ist denn das für ein Quatsch? Ich kann nicht mehr... "Du bist die Hand. Du bist 82
Millionen." Was denn nun? Dann wird das Bild des Autobahnrasers
bemüht, also das des Killers mit Lizenz zum Plattfahren. Das sind
auch wir. Das ist Deutschland. "Es
gibt keine Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Deutschlandbahn",
verspricht der Text. War der Mensch betrunken, der dies schrub?
Geistige Nacht an allen Fronten. "Behandle Dein Land doch einfach
wie einen guten Freund." Jetzt wird es rührend. Im
Laberdeutsch ("behandle" statt "behandele" und kumpeliges "doch
einfach" - ich schreibe ja selber so, ich weiß das!) wird
Deutschland zu unser aller Buddy, zum Knuddelknilch, der uns von
Kindesbeinen an begleitet hat. "Bring´
die beste Leistung, zu der Du fähig bist." So, jetzt wird
der Text konkreter - laßt die Förderbänder brummen, Ihr
Deppen! "Und wenn Du damit
fertig bist, übertriff´ Dich selbst."
Dumm-didel-dumm-di-dumm. Am Schluß tremoliert sich der Text in
ein gänzlich sinnbefreites "Du bist die Flügel. Du bist
der Baum." hinein. Gesamtfazit: Ich habe selten so eine
Scheiße gelesen! Diese 2-minütige Peinlichkeit würdigt
ideelle Werte auf ein Niveau herab, das die schlimmste
Bauernfängerei vor Neid erblassen läßt. Das ist nur
eine Entschuldigung für eine höchst dubiose Form von
Patriotismus, die allen Menschen suggeriert, sie seien ein Teil von
etwas. Natürlich sind sie ein Teil von etwas, und sie sind ihren
Mitmenschen ein Modikum an Respekt schuldig, und wenn der Wille zur
Solidarität nicht vorhanden ist, muß er selbstredend
gesetzlich eingefordert werden. Wenn das aber die Gestalt von derart
gläubischem Schmonzes annimmt, die auf den allerkleinsten
gemeinsamen Nenner abzielt, dann diskreditiert man damit das Gute, das
man möglicherweise ernsthaft unterstützen will. Man
schreinemakerisiert es zur Medienware. Respekt vor dem Nächsten
ist etwas anderes, als ein verlogenes Bild von einem Kollektiv zu
erzeugen, das so noch nie (nicht mal zu Zeiten des Wirtschaftswunders!)
existiert hat und auch nie existieren wird! Schaut Euch die
Prachthanseln in dem Spot mal an, wenn sie im wirklichen Leben an einem
Penner ("Penner" =
Sprache der Unmenschen für Vagabund, Bettler) vorübergehen. Wie
fast jeder andere Mensch werden sie sich einen Dreck um diesen Menschen
kümmern. Im Höchstfall drücken sie eine Münze ab.
Umarmen werden sie ihn kaum. Mache ich, wohlgemerkt, auch nicht anders,
aber ich behaupte auch nichts Gegensätzliches, und es ist exakt
diese Verlogenheit, die "Du bist Deutschland"
suggeriert - wir sind alle eins, miteinander und okay-hey. Und zwar,
damit alle mehr leisten können und sich
weniger Fragen stellen. Damit "Deutschland" auch morgen noch kraftvoll
zubeißen kann.
+++
Ich wollte jetzt eigentlich noch etwas zur Verleihung der "Goldenen
Stimmgabel" schreiben, bin aber zu sauer. Weidet Euch an dieser
Prachtaktion zur Erschaffung eines besseren Menschen! Laßt Euch
duzen von Leuten, die Euch verachten! Mit Sicherheit haben die Promis,
die da mitgemacht haben, es ehrlich gut gemeint, aber was immer dabei
an Gewinn herauskommen kann, verpufft angesichts des obwaltenden
Verdummungsmanövers. Wenn Ihr korrekt sein wollt, dann behandelt
Eure Mitmenschen nicht wie Dreck und kümmert Euch dann und wann um
solche, die es nötig haben. Seid Ihr selbst, kein Glied eines
besinnungslosen Kollektivs, wie es sich die Politiker und die
Werbeblockbetreiber wünschen. Ihr seid nicht Deutschland, Ihr seid
kein Laden, kein Flügel und keine Hand. 82 Millionen seid Ihr auch
nicht. Laßt Euch nicht für dumm verkaufen.
190905
Kleiner Text über Inspektor Columbo.
130905
Huch, ist es jetzt September geworden? Oh ja, es ist September, und nur
noch ein paar Tage trennen uns von der Wahl, die erneut die Weichen
für unser Land stellen wird. Voller
Hoffnung, daß alles besser wird, wenn die neuen
Roßtäuscher gewählt (oder die alten bestätigt)
worden sind, tickt die Uhr gen Sonntag. Viel wichtiger als dieser
Termin ist zweifelsohne der Samstag, an dem der "Geheimnisvolle
Filmclub Buio Omega" seine Pforten öffnen wird, wenn das
Motto
"Rotbarsch" erörtert wird. Stargast an diesem Wochenende wird ein
großer Fisch sein, der gummigleich durch die blauen Fluten zischt
und seiner Predatorennatur frönt. Gekostet haben Hai und Film viel
weniger als Spielbergs Stranddrama, aber ob er im gleichgesinnten
Kreise weniger Spaß machen wird, bleibt auszutesten. Wem Enzo G.
Castellaris Kieferbrecher nicht mundet, dem bleibt das komplett
asoziale Finale unseres Dabbel-Fietschas: Charles Bronson
höchstselbst steigt in den Ring und ringt mit dem gesunden
Menschenverstand und der Faust in uns allen! Erneut wird seinem Paul
Kersey übel mitgespielt, was in namenlosen Akten wider die
menschliche Natur resultiert. (Zitat: "Glaubst du an Gott?" - "Ja?" -
"Du wirst ihn gleich treffen!") Ein Film, der wütende Diskussionen
in seinem Fahrwasser führen wird und vor allen Dingen eine Menge
Spaß. Wer am Sonntag wählen gehen will, braucht diese
Lehrstunde in Demokratieverständnis und verfehltem
Gerechtigkeitssinn. Wähler - kommt zu Buio Omega!!!
+++
In re Wahl kann ich kaum sensationelle Neuerungen verkünden. Die
APPD hat bekanntermaßen ihren Werbespot
einmal ausstrahlen
dürfen. Der Aufruhr, den dies gebahr, war in Anbetracht der
erwachsenen Menschen, die sich dort mit Hundefutter einschmierten,
etwas überbewertet. Ich fand den APPD-Spot von einst, in dem
Wölfi die entsorgten Bierdosen einer fleißigen Hausfrau
abnahm, sehr viel lustiger. Da die versammelte Politikerprominenz und
vor allen
Dingen die Politikersemiprominenz sich zutiefst angewidert zeigte,
scheint der Spot sein Ziel aber doch nicht verfehlt zu haben. Im
Fernsehen habe ich am Montag die zensierte Version des Spottes gesehen,
die ich deutlich besser fand, da über die beanstandenswerten Teile
ein schamvolles Weißbild gelegt wurde, in dem Auszüge aus
den Indizierungstexten zu lesen waren, u.a. "Darstellungen von Kindern
und Tieren". Unser zukünftiger Kanzler Wölfi hat dem auch
flugs eine Entschuldigung
für die Verfehlungen folgen lassen, die sehr lustig geraten ist,
wie ich finde. Mal schauen, ob mein Lieblingsanthroposoph Schily es
durchdrückt, daß die APPD zum Gegenstand
verfassungsschutzmäßigen Interesses wird. Bei der NPD ist
das damals ja klangvoll mißlungen. Da hat sich der
Verfassungsschutz mächtig blamiert. Als ich mein Herzblatt heute
zum Gitarrenverstärkerhändler gefahren habe, fiel mir zum
ersten Mal ein Plakat dieser Partei auf, das mich ziemlich erbost hat.
"Gute Heimreise!" empfahl man dort einigen offensichtlich islamisch
gesonnenen Mitbürgern unseres Landes. In gewisser Weise muß
man den Jungs und Mädels dieser Partei ja sehr dankbar sein
für soviel Ehrlichkeit, denn während unsere sogenannten
etablierten Parteien mit Rassismus nur kokettieren, hauen die Nazis
voll in die Kerbe und machen aus ihrem Herzen keine Mördergrube.
Angesichts des professionellen Schraubgrinsens unseres Kanzlers ist das
immerhin ehrlich. Ist trotzdem plumper Rassismus. Ich habe mir heute
auch den offiziellen Werbespot der Partei heruntergeladen und
mußte da nur noch lachen. Zu Anfang sieht man einen Adler,
begleitet von Wagners "Walkürenritt". Dann folgt eine
blondbezopfte Frau, die auf einer Alm steht und grient. Ein Sprecher
verkündet einen Text, der in etwa lautet: "Deutsch deutscht
deutsch-di-deutsch-di-deutsch!" Im Hintergrund flieselt Musik von Haydn
oder so. Auf einmal durchmischt sich die Musik mit Klängen vom
Bazaar von Marrakesch, Überfremdung andeutend. Das Bild wird
dunkel. Die deutsche Nacht bricht an. Dann wird es aber wieder hell.
Die blondbezopfte Schönheit kiekt auf einmal keck, aggressiv und
entschlossen. "Deutsch muß deutsch-di-deutsch!" deutscht der
Sprecher. Es erklingen die ersten zwei Strophen unserer Nationalhymne.
Ich habe das nicht geglaubt, aber - alter Schwede! Der Werbespot ist im
Moment nicht herunterladbar, aber da ich ja ausgewogen sein
möchte, hier
auch noch der Spot der Zentrumspartei, hier der Spot
der Büso (Spermafäden!) und hier
der Spot von Helmut Fleck. Am Sonntag ist Wahltag - viel Spaß
dabei! (Ich GEHE wählen...)
+++
Damit wir wissen, was wir am Sonntag verhindern müssen,
schenkt uns Yahoo eine Newsmeldung
über einen Baumarkt in Polen, der Coupons für einen
Bordellbesuch verspricht. Da könnten sich verschiedene politische
Parteien eine Scheibe abschneiden! Auch verhindern müssen wir
unbedingt folgende Flash-Animation,
die "Stick Dudes" dabei zeigt, wie sie einander massakrieren. Ich war
schockiert! Und was wäre Deutschland ohne die Warnkleber, die auf
den Zigarettenschachteln prangen? ich habe mir hier einige
Alternativen ausgedruckt ("Diese Zigaretten sind vom Mars"), die mir
viel Spaß bereitet haben.
+++
Am Wochenende bin ich zum Konzert der "Sons of Tarantula" gefahren, die
in Iserlohn auftraten. Ich nahm das wie üblich formidable Konzert
nur mehr umwölkt wahr, da in dem kleinen Kabuff sauneske
Temperaturen herrschten. Auch so beeindruckte mich erneut, daß
bei all dem aggressiven Hauruck eine sehr viel friedfertigere
Atmosphäre herrschte als bei vielen Metal-Konzerten. Hazy hatte
sich eine tolle Schweinenase aufgesetzt, die Puppe war auch dabei, Olli
von Flatus mischte mit, und der Sittenstrolch war in gewohnter Hochform
und ließ sich von mir und der meinen danach nach Hause
kutschieren, was mir eine Ehre war. Schöner Abend!
+++
Und auf dem Computerspielsektor
habe ich gleich diverse Waterloos erlebt, da sowohl "Grand Theft Auto:
Vice City" als auch der bislang neueste Entry der Serie, "San Andreas",
auf meinem Rechner nicht liefen. Das frustrierte mich arg, denn die
Grafik sah wirklich spitze aus. Aber mein Rechner ist halt ein wenig
limitiert. Dafür hat er andere Meriten, z.B.
Verläßlichkeit in Textverarbeitungsfragen und immensen
Charme. Leider auch betroffen von der Computerflaute ist das Spiel
"Postal 2", das mich prinzipiell total begeistert hat. Man ist da ein
Postbeamter mit Matrix-Ledermantel (hust!) und Hiphop-Bärtchen
(doppelhust!), der für seine Perle etwas Milch holen soll. Er
arbeitet teilzeitmäßig für eine dubiose Firma, die
gewaltverherrlichende Videospiele herstellt. Wenn sich der "Poor White
Trash"-Held durch die Kleinstadt in Arizona bewegt, trifft er viele
bizarre Menschen, die er auch schön ansprechen kann, so er Lust
hat. Er kann auch in jede Wohnung einsteigen, da die blöden Amis
ja ihre Türen nicht abschließen. Wenn er seinen Arbeitgeber
erreicht hat, wird er erst einmal gefeuert und ausgelacht.
(Schönes Detail: Ein Unterboß der Gesellschaft hat sein
Büro in der Toilette!) Dann kommen aber auch schon die
Protestanten, die vor dem Büro mit lustigen Transparenten
herumlaufen. Die wollen nämlich den Spiele-Dealern, die ihre
Kinder mit brutalen Videospielen verrohen, die Birne einschlagen,
Pazifisten, die sie sind. Man flüchtet da am besten sehr schnell.
Das war nur der Montag. Am Dienstag muß man in die Kirche, um
seine Sünden zu beichten. Leider erscheinen da einige islamische
Selbstmordattentäter und sorgen für viel Hallo. Ich habe
diesen Tag bisher noch nicht bewältigt, aber sollte ich ihn
bewältigen, wird mich meine Perle (im Wohntrailer!) wieder
mißmutig anranzen, und der Hund mich beißen! Es gibt da
Warnschilder, auf denen steht: "Tollwütiger Pitbull mit AIDS".
Auch gibt es eine Funktion, mit der man seinen Penis aus der Hose holen
kann, um ihn Leuten zu zeigen. Wenn die Frauen dann über seine
Kürze spotten, kann man ihnen ins Gesicht urinieren! Ich habe das
wirklich nicht geglaubt... Mir wurde gesagt, daß man Katzen als
Schalldämpfer vor die Feuerwaffen kleben kann, was ich als
Katzenfreund natürlich nicht gutheißen kann, aber es ist
schon sehr skurril. Im Kaufhaus tritt ein schwarzes Kind aus
unglücklichen sozialen Verhältnissen auf, von dem man sich
ein Autogramm holen muß. Und außerdem muß man sich
auch noch Unterschriften für eine Petition gegen gewalttätige
Computerspiele einholen. Die Macher des Spieles haben augenscheinlich
eine Menge Humor, auch wenn er sicherlich nicht jeden erreichen wird.
Ich habe einige Male schallend gelacht, aber ich bin ja auch verroht
und sozial unverträglich.
+++
Am Samstag Buio Omega - am Sonntag Wahl! Leicht zu merken...
270805
Und wieder sind ein paar Tage ins Land gegangen, aber ich habe ja
Besserung gelobt, was die Updates meines Tickers angeht. Ich komme
gerade von einer konspirativen Versammlung mit einem Direktkandidaten
der Grünen und seiner Frau. Gemeinsam haben wir DAY OF THE DEAD:
CONTAGIUM gekuckt, der sich als Fortsetzung zu dem Romero-Film ausgibt,
tatsächlich aber einen Haufen Rattenkacke darstellt, den so
mancher Amateurfilmer zu übertrumpfen versteht. (Wie in meinem
Filmtagebuch nachzulesen!) Zombiefilmen gehört ja an und für
sich meine ganze Sympathie, da sich in ihnen eigentlich subversiver
Punk-Geist offenbaren sollte. Die stumpfen Massen begehren auf gegen
das System, meistens repräsentiert von Hollywoods 10
bestaussehenden Jugendlichen (oder Jugendlichen auf Lebenszeit). Man
kann auch viel Schindluder anstellen mit dem Konzept. Jemand wie Romero
ist zu klug und hat zuviel Herz im Leibe dafür. CONTAGIUM war
einfach nur eine Übung in Dilettantismus, der jeglicher Charme
abging. Der Direktkandidat Robert
Z. war bereits vorher völlig
ermattet und genervt, da er sich von Mittag an für die
Regierungstaten der ehemaligen Oppositionspartei verantworten
mußte und so nonstop beschimpft wurde. Dies übrigens zu
Unrecht, da er einen sehr eigenständigen Kurs reitet und
keinesfalls stur opportunistisch Ja sagt zum politischen Einerlei, das
da stattfindet. Er glaubt an demokratische Grundwerte und sagt seine
Meinung - wenn´s sein muß, auch gegen das Gebot der Stunde.
Ich bin ja Grünwähler seit langen Jahren. Da ich finde,
daß einige der Protagonisten sich gar schauerlich gewandelt
haben, seit die geballte Last der Verantwortung auf ihnen lastet, habe
ich da schon fast umgedacht. Mittlerweile fallen mir auf Anhieb nur
Ströbele, Trittin und die Künast ein, die ich deutlich
unterstützen
würde. Jetzt habe ich auch einen Vierten, dessen Lobgesang ich
gerne anstimme, denn Robert kenne und schätze ich nunmehr seit
etwa 6 Jahren als einen ungewöhnlich intelligenten Zeitgenossen,
den nichts so sehr anödet wie politische Disziplin und Korrektheit
und der genau sagt, was ihm sinnreich dünkt. Er muß jetzt
halt Wahlkampf machen, aber das hat er sich selber ausgesucht, und er
wird die Last auch in Würden stemmen, da bin ich mir sicher! Und
sollte er jemals anfangen, wie ein Parteiprospekt zu reden, dann trete
ich ihn mit eisernen Schuhen... CONTAGIUM wurde auf jeden Fall auch von
ihm mit genervten Grunzern quittiert. Robert kann mit stillosem Murks
nichts anfangen. Bettina mag Zombies gern, genau wie ich, aber auch sie
wunk bzw. wonk recht bald ab ob der offensichtlichen Flaute an
trefflichen Einfällen. Übrigens hat Robert auf seiner
politischen Website gar nicht darauf hingewiesen, daß er mal
professioneller Rockmusiker war. Finde ich schade, denn er zupfte den
Baß sehr anmutig und lernte auch Leute wie Alex Hacke oder Blixa
Bargeld kennen. Aus dieser Zeit hat er nebst anderen Einsichten die
Überzeugung beibehalten, daß es mehr im Leben gibt als
stumpfe Regelhörigkeit. Letzten Endes muß jeder selbst den
Braten schmieden, den er brät. Ich selber wäre bei einer
Veranstaltung wie der heute, wo er sich Beschimpfungen anhören
mußte sonderzahl, ausgerastet und hätte mit Verbalinjurien
um mich geworfen wie Andrew Dice Clay an einem seiner schlechten Tage.
Ich hätte nur noch gebrüllt: "Ihr Wichser könnt mich
alle mal gern haben! Wählt doch die Merkel!" Schaut Euch mal die
Fragen an, die ihm auf den beiden verlinkten Wahlkampfboards gestellt
werden. Etwa 50 Prozent stammen von wirklich besorgten Bürgern,
die ihn mit durchaus berechtigten Sorgen konfrontieren wollen. Der Rest
rekrutiert sich aus Wahlkampfgegnern oder aus Wichtigtuern, die einfach
mal gefahrlos auf die Kacke hauen wollen. Wie schon gesagt, ich
wäre da überfordert und ströcke schon bald die Waffen.
Mal sehen, wie lange es mein lieber Freund schafft. Wie ich ihn kenne,
beißt er sich durch...
++++
Hier der neulich angekündigte Text über die Fauna Europas.

230805
So, "Jugend trainiert für Kloster" ist jetzt vorbei! Ich bin ja
irgendwo froh, daß ich nicht in Köln wohne. Damit ich es mir
nicht mit den lieben Kölnern verderbe, muß ich gleich
hintanfügen, daß ich ähnlich bejubele, daß ich
nicht in Düsseldorf ansässig bin. Ist das eigentlich immer
noch so, daß die Kölner die Düsseldorfer nicht leiden
können? Da gab es ja mal sowas, und das war ähnlich
verhängnisvoll wie der Widerstreit zwischen der Borussia und
Schalke. Hat der Düsseldorfer Erzbischof mal etwas Abfälliges
über den Kölner Dom gesagt? Oder der Sprengelchef der einen
Stadt etwas über den Sprengelchef der anderen? Würde mich ja
doch interessieren... Es gibt zahlreiche Methoden, sich die Mitmenschen
zu Feinden zu machen. Als ich neulich mit meiner Süßen
beisammen saß, kam uns die glorreiche Idee, eine Pantomime zu
entwerfen. Pantomimen sind ja schier die Pest. Pantomimen saugen, wie
der Engländer sagt. Die klettern immer so Leitern hoch, wo keine
sind und grimassieren bräsig in der Gegend herum. Ganz schlimm
sind Pantomimen, die auf sentimental machen. Also, die sind ja nun ganz
schlimm! Volle Pierrot-Power! Solche Leute könnte ich immerfort
treten und würde dabei mitnichten grimassieren, sondern stumm
meine sinnvolle Tätigkeit verrichten. Der große
jüdische Humorist Woody Allen hat einmal eine hervorragende
Kurzgeschichte geschrieben, in der er schildert, wie er einem
Pantomimenspektakel beiwohnt. Alle anderen lachen, nur er selber ist
außen vor und fragt sich verzweifelt, was seine Umgebung an dem
lamentablen Gehampel komisch finden könnte. Trendsetzend für
den korrekten Umgang mit Pantomimen sei die Anfangsszene von Alex de la
Iglesias´ EL DIA DE LA BESTIA, wo ein Priester vom Gedanken
beseelt ist, Böses zu tun. Als er an einem U-Bahn-Eingang
vorbeikommt, torkelt auf der Mauer ein weißgesichtiger Stummkopf
herum und macht krude Gesten. Der Priester kuckt sich das kurz an und
schubst den Pantomimen dann wortlos von der Mauer. Dabei irrt der
Priester freilich, denn nicht Arges vollführt er hier, sondern
einen Dienst an der Menschheit. Der Pantomime als solcher hat als
vogelfrei zu gelten, etwa so:

Das Foto stammt aus einem wirklich wilden Buch, das meine liebe Cora
mir neulich mitgebracht hat. Es handelt von der Fauna unserer Umgebung
und läßt jedes Tierchen Revue passieren, das in ihr kreucht
oder auch fleucht. Besonders entzückt haben mich die vielen
Verschriftungen der Laute, die diese Tiere hervorkrächzen, -
würgen oder auch -schnattern. Der in Südschweden überaus
beliebte Brachpieper etwa gefällt duch ein anmutiges "zschapp",
das aber auch gerne zu "zirlui-zirlui" oder "gried-liehn, gried-liehn"
wird, wenn er singt. Wer Vögel mal so singen hören will,
muß also nach Südschweden fahren oder in die Karpaten, wo
der Brachpieper ebenfalls sein Unwesen treibt. Er bevorzugt sandiges
Gelände mit einzelnen Büschen und spärlichem Graswuchs,
was er mit mir gemeinsam hat. Seine Eier sind "weißlich,
grünlich, gelblich oder rötlich", was mir jetzt nicht viel
sagt. Die kleinen Brachpieper neigen zur Frühreife, da sie mit
12-14 Tagen das Nest verlassen. Das sollte mal ein menschlicher
Säugling versuchen! "Zschapp" wäre das Geräusch des
Lastwagens, der ihn überrollt. Aber ich möchte nicht frivol
klingen. In den nächsten Tagen verfasse ich mal ein "Best Of" des
Buches für meine Seite.
++++
Mein Artikel für die neue SI ist jetzt fertig und abgeschickt.
Sein Titel ist "Die Hosen voll, die Wangen rot". In ihm werden einige
der ungewöhnlicheren Filme mit Vietnambezug angesprochen. Nicht
alle sind gut, aber ich bilde mir ein, daß das Erzeugnis ganz
nett zu lesen sein wird, und vielleicht beatmet es ja den einen oder
anderen und gibt ihm wertvolle Anregungen für den Lebensweg.
Wieder hat sich ein "Gurkendoktor" in den Artikel geschlichen, ein Film
also, den es so noch nicht gibt. Beim GURKENDOKTOR haben ja einige auf
Filmbörsen nach dem Film gefragt, was mich sehr entzückt hat.
Ich habe diesmal wirklich versucht, den Text so faustdick zu
übertreiben, daß jeder es mitbekommt, aber schließlich
schreibe ich ja meistens von eher ungewöhnlichen Filmen, und da
kann es schon zu Verwechslungen kommen...
++++
Hier
gibt es eine nette kleine Flash-Animation zu betrachten, in der H.P.
Lovecrafts Cthulhu auf Bambi trifft. Cora hat mir ja neulich gerade
mitgeteilt, daß sie in einem Comic-Laden einen
Plüsch-Cthulhu gesehen hat, der sich als Elvis verkleidete. Wenn
ich den bekomme, stelle ich ein Foto ins Netz!
++++
Hier
gibt es ein paar sehr alberne Bilder von Black-Metal-Musikern zu sehen.
Ich weiß gar nicht genau, was Schwarzmetall überhaupt ist,
aber ich glaube, das sind langhaarige Mitmenschen, die aufgrund
sozialer Fallstricke einen halbherzigen Lederfetisch davongetragen
haben und planlos in der Welt herumirren. Um ihre grundlegende
Desorientiertheit zu kompensieren, machen sie laute Musik. "Das
wächst sich irgendwann raus", wie Kinderschwester Gertrud das zu
nennen pflegt. Schwarzmetaller sehen ungefähr so aus:

Oder so:

(Der Typ rechts sieht aus wie Terry Gilliam, nachdem er sich in die
Hose gemacht hat.) Oder so:

Der Typ links ist die Härte! Schlimme Kindheit, wie Cora sagen
würde.
++++
An dem gerade vorübergezogenen Weltjugendtag ist mir übrigens
in erster Linie aufgefallen, daß es sehr unterschiedliche Arten
gibt, das Wort "Diözese" auszusprechen. Papst Ratzinger und
verschiedene seiner Großkopfeten (Meißner auch, glaube ich)
bevorzugten "Diozöse". Aber man muß kreativ bleiben, auch im
hohen Alter. Ich habe sehr viele junge Frauen mit Überbiß
gesehen. Mir tat Papst Ratzinger irgendwie leid, da er so offenkundig
nicht in seinem Element war. Dem vergangenen Papst haftete ja nun doch
ein gewisser Knuddelcharakter an. Ratzi geht dieser Charakter ab. Ich
kenne ihn ja nun nicht persönlich, aber durch die Medien habe ich
ihn eher als einen introvertierten Geistmenschen kennengelernt, der vom
Hl. Augustinus mehr versteht als von modernen Medienstrategien. Der
Umstand, daß auf einmal Tausende von Backfischen auf ihn
einkreischen und sein Pontifex-Konterfei auf clausthalerbesprenkelten
T-Shirts erprangt, kann ihm nicht gefallen haben. Auch die Bierseidel
mit Papstponem, die dem Vernehmen nach zu Abertausenden über den
Tisch gewandert sind, sind mit dem fundamentalistischen Christentum nur
schwer in Einklang zu bringen. Ansonsten finde ich ihn mehr so
gruselig. Wenn er gespenstisch lächelnd seine Arme zum Segen
erhebt, erinnert mich das an Gruselgeschichten von Montague Rhodes
James, "Pfeife, und ich komme zu dir, mein Freund" und so fort... Der
mag ja privat ´n Netten sein, aber in der medialen Abbildung
wirkt er so knuddelig wie Captain Spaulding aus HOUSE OF A 1000
CORPSES. Ist leider so.
++++
Wer sich mal richtig den Krebs ins Haus holen will, der hat hier
Gelegenheit dazu. Da sind unsäglich scheußliche
Hintergründe und Animationen hinterlegt, die - so über einen
längeren Zeitraum betrachtet - zu Gemütsverdüsterungen
und sogar zum kompletten Haschmich führen können. Wer
vorsichtig vortasten möchte, klicke hier.
++++
Noch was zu H.P. Lovecraft: Es existiert ja sogar ein Musical zu seinen
Werken: "A Shoggoth On The Roof". Näheres hier. Falls ich ihn
noch nicht verlinkt habe, hier
der Trailer zum ersten Lovecraft-Kung-Fu-Film, ENTER THE DAGON.
Weiß auch nicht, ob die Jungs endlich mal mit dem Endresultat
rüberkommen, aber die Hoffnung wird nicht alle.
++++
Ach, ich habe ja ganz vergessen, etwas über die Pantomime zu
erzählen, die ich und Cora entwerfen wollen! Also, das wird dann
natürlich eine Pantomime ohne jeden Sinn. Wo der Künstler
irgendwelche völlig sinnlosen Geschichten mit seinen Händen
macht, dazu traurig oder lustig grimassiert. Keine Sau darf kapieren,
was eigentlich los ist. Manchmal werden bestimmt Leute lachen, um ihr
Kulturverständnis zu signalisieren. Gemeint sein wird aber schier
gar nichts. Der wird spastisch rucken und zucken, mit den Armen und
Beinen wilde Bewegungen absolvieren und scheinbar wichtige Gesten
machen. "Habt acht, get the picture, nehmt die Botschaft wahr!" Es wird
aber keine Botschaft geben. Wie Eric Hysteric schon sagte: "Wenn ich
eine Botschaft verschicken will, dann tue ich das mit der Post!" Marcel
Marceau ist tot. Belassen wir es dabei. Amen.
100805
Der August beginnt
heuer zehn Tage später, da mich die Faulkäfer gebissen haben.
Der schlimmerhaftige Galan, der sich Trägheit nennt, hat sich mit
den schlimmen Tagedieben der Lebensfährnisse verbündet, um
mir den Gleichsinn zu versauen und die Aktualität des Tagestickers
zu versieben. Nicht mit mir, Galan und Tagediebe - ich halte dagegen!
Die letzten Wochen zeichneten sich durch eine besondere Neigung zum
Wankelmut aus, die selbst einem sturmgepeitschten Nordlicht wie mir
schweren Seegang beschert. Immerhin hat mein Geburtstagswochenende
einige Extraflatschen Balsam auf meinen Weltenlauf geworfen: Pflicht
und Wohlgefallen trafen sich am letzten Freitag, als einige junge
Menschen bei mir erschienen, um einen Audiokommentar einzuspielen, der
mich und meinen geschätzten Freund und Kollegen Robert
zusammenwürfelt mit zwei ungemein ruppigen und motorradbewehrten
Polizisten, die die ewige Stadt Rom unsicher machen in Ruggero Deodatos
EISKALTE TYPEN AUF HEISSEN ÖFEN, der demnächst als
Super-Schmackofatz-Edition auf DVD erscheinen wird. In ungewohnter
Flachslaune bahnten wir uns einen Weg durch das sozialkritische
Geflecht des nämlichen Filmes, rauchten bis zum Gottserbarmen und
flochten auch diverse namhafte Politiker der Gegenwart in unsere
Betrachtungen ein. Der Spaß war ganz auf unserer Seite, und
vielleicht wird sich einiges davon auch auf die Kommentarspur des
Silberlings übertragen. Der cineastischen Sorgfaltspflicht
versuchten wir zu genügen, doch mit steigendem Alkoholpegel sind
uns auch unentschuldbare Narreteien entfleucht, die uns der
journalistischen Zunft vielleicht unsolide erscheinen lassen, aber
hoffentlich dem einen oder anderen Zuhörer einiges Vergnügen
bereiten werden - wir sind gespannt!
++++
Am Folgetag
erschien ich mit meiner Frau (frisch vernetzt - Grüße von
hier, mein Schatz!) zum 5. Treffen des Internet-Portals Wicked Vision,
zu dem niemand Geringeres als der großartige Jörg Buttgereit
geladen war, um allen Anwesenden Hallo zu sagen. Er stand parat
für ein Interview, das seinen Film NEKROMANTIK 2 mit zahlreichen
Infos umkränzte, die ich leider nicht teilen konnte -
tropfnaß und katergeschüttelt hing ich in den Seilen. Zur
Aftershow-Party erschienen Cora und ich aber und freuten uns sehr
über die vielen lieben Menschen, die dort
erwartungsgemäß aufliefen. Neben den fabulösen
Urgesteinen Toxie und Jorge warteten da Honoratioren wie Slayer-Paule,
Flame und die ganzen anderen tollen Tolteken. Damit wir auch etwas
Heimatluft schnuppern durften,verwöhnten uns Tarantulas
Sittenstrolch nebst reizender Gattin mit ihrer Anwesenheit und brachten
auch den Drummer von Flatus mit, der schon des öfteren bei Buio
Omega auftrumpfte und ein sehr lieber Zeitgenosse ist. Der einzige und
echte Fabsomator brachte Regielegende Wolfgang Büld mit, dessen
PENETRATION ANGST immer noch meine Eingeweide mit Gänsehaut
überzieht. Es gab neben Bier und lecker Essen (danke, Toxie-Mama!)
noch eine Tombola mit vielen tollen Preisen, unter denen besonders MR.
SHATTER besonders punkten konnte und das Publikum zu haltlosen Juchzern
hinriß. Einige Glückliche gewannen Hans Billians Klassiker
KASIMIR DER KUCKUCKSKLEBER und jubelten beseligt. Der Sittenstrolch
bekam FICKSTERN ORION und war dem Vernehmen nach sehr zufrieden. Und
ich? Ich gewann zum ersten Mal bei einer solchen Gelegenheit etwas
wirklich Tolles und freute mir ein Loch in den Bauch: Pasolinis
"Trilogia Della Vita", alle drei Filme, von "Legend"! Boah...
Dafür zahlte ich auch schwer, als ein Filmquiz angekündigt
wurde. Dazu wurden aus dem Publikum "ganz zufällig" einige
Gäste ausgewählt: Jörg Buttgereit, Legends Marcus P.,
Ivo von Anolis, Holger von e-m-s und ich arme Sau. Ich blamierte mich
bis auf die Knochen, glaube aber bis zum heutigen Tage, daß die
Sache geschoben war. Na ja, ich werde mit der Schande leben lernen...
Jörg gewann einen Happy Tree Friend aus Plüsch, den so
mancher Perverse mit Sicherheit gerne durchpimpern würde. Ich
schied als glücklicher Gast und drückte noch während der
Rückfahrt die gewonnenen Pasolinis an meine Brust. Hier ein Foto:
Links ist
Legend-Marcus und schaut halbseiden. Ich kucke eher grimmig und harre
der Scham. Holger lächelt wie alle Marx-Brothers zusammen. Ivo
kuckt unglücklich, weil ihn die Premiere-Schleife um den Hals
drückt. Und Jörg schaut aus wie ganz jemand anders. Das Bild
stammt übrigens von Frau Ironies, die hier alle ihre Bilder
hinterlegt hat. Und hier ist noch ein erster
Bericht vom wie üblich lieben Sense-of-View-Carsten, treuer
Buio-Gast seit langem.
++++
Von Jörg
Buttgereit kommt übrigens demnächst ein neues Buch über
japanische Monsterfilme heraus, an dem auch ich bescheidenen Anteil
haben werde. Mir sind Rezensionen über japanischen Monsterschleim,
einen schebbigen Gamera und eine all-out monster attack zuteil
geworden, von der Ingojira sehr schwärmt. Ich werde wie
üblich mein Bestes geben und freue mich schon sehr.
++++
Wolfgang Büld
hat einen neuen Film praktisch fertig, in dem neben den aus PENETRATION
und SICK LOVE gewohnten Darstellern (Fiona!) auch der Fabsomator
auftauchen und die Backfischherzen angenehm verwirren wird. Bald mehr!
++++
Die Sons of
Tarantula basteln an neuem Material - mehr aus der Wurstpresse
demnächst!
++++
Für das fiese
Monatsfoto entschuldige ich mich. Wie mein Rüssel-Max an den
Hitler-Wein gelangt ist, erklärt sich so: Ein lieber
Kampfgefährte hat mir eine Flasche aus Italien mitgebracht, wo es
dem Vernehmen nach auch Che-Guevara-Wein gab. Mir wurde natürlich
wieder einmal nur der blöde Schnäuzerträger mitgebracht,
was mir viel über die Einschätzung besagten Freundes
verrät, was meine Person betrifft. Ich bin betrübt. Der Wein
war allerdings lecker und trocken.
++++
Da ja alle meine
lieben Leser bestimmt regelmäßig in meinem Filmtagebuch
vorbeischauen, wissen sie ganz bestimmt, daß ich neulich eine
Pressevorführung von Romeros LAND OF THE DEAD beäugt habe.
Auch ansonsten sind einige Filme dazugekommen. Manche muß ich
noch nachtragen, etwa die schöne Metallica-Doku. Im Moment
dröhnt auch gerade "St. Anger" aus den Lautsprechern - yeah!
++++
Wenzel Storch wird
demnächst endlich die DVDs zu seinen drei Filmen fertigstellen.
Das Extramaterial enthält zahllose Leckerli, etwa Interviews mit
ca. 40 Weggefährten, die erzählen, was sie heute so machen.
Ich habe auch ein kleines Interview, werde aber nicht erzählen,
was ich heute so mache. Ich bin ja nicht jeck!!!
++++
Ich spiele derzeit
leider viel am Computer. Für 10 Euro habe ich im Kaufmannsladen
"Grand Theft Auto 3" erstanden, in dem man Nutten verteidigen, Autos
klauen und Polizisten hauen darf, ohne dafür gleich in den Knast
zu kommen. Gerade heute habe ich einem korrupten Bullen (in dem Fall
darf man das, glaube ich wohl, so nennen) dabei geholfen, einen
wichtigen Belastungszeugen zu beseitigen und zielgenau zu zersprengen.
Der Bulle ist fett und unsympathisch und schreit immer nervig rum, aber
ich bekomme halt viel Geld dafür - was soll ich machen? Der
Schornstein muß rauchen. Ich bin halt auch nur ein Söldner,
wie jeder Bäcker auch. Wer will da den Richter spielen und das
Paket mit den Minuspunkten öffnen, um Herrn Goldt zu zitieren, von
dem mir meine geliebte Cora ein hübsches Katzgoldt-Buch geschenkt
hat. Ansonsten lese ich ganz viel Lovecraft und arbeite an einem Text,
in dem der berühmte Autor ein Fußballspiel kommentiert. Da
spielen die "Great Elders" gegen die Schoggothen, also die Patrizier
gegen die Proletarier. Das ist wie Bayern München gegen Schalke.
Der neue Splatting-Image-Text wird übrigens von Filmen mit
Vietnam-Bezug handeln und einige erregende Einzelheiten über
meinen blasphemischen Aufenthalt bei der zyklopischen deutschen
Bundeswehr verraten, wie Lovecraft das formulieren würde. Der
schreibt immer so komische Sachen, z.B. "...gewiß ist, daß
sie ein meergrünes Steinidol in Gestalt von Bokrug dem
großen Waran verehrten; vor ihm tanzten sie gräßlich,
wenn der Mond höckrig war." Ich tanze jetzt auch noch etwas
gräßlich zu der höckrigen Musik von Metallica und
verbleibe Euer Christian!
BACK