NEWSTICKER FEBRUAR

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NEWSTICKER NOVEMBER 2001

NEWSTICKER DEZEMBER 2001

NEWSTICKER JANUAR 2002
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320202

Nachdem Schalke und Werder schmählich versagt haben und Lebergrusel gegen den Abstiegskandidaten Freiburg ein Punkt geschenkt worden ist, kam heute Borussia Dortmund gegen die Paulianer, und das war in der Tat ein spannendes Match - Dunnerlittchen! Das lag allerdings nicht an den Borussen, sondern an Pauli, die um den Sieg geprellt wurden durch eine ausgesprochen unglückliche Schiedsrichterleistung: Während Dortmund noch unsicher in der Gegend herumgurkte, machten die Hamburger eines der besten Spiele der Saison. Als Kehl beim Stand von 0:1 einen Stürmer von St. Pauli satt im Strafraum umriß, blieb die Pfeife stumm. (Das wäre obendrein Gelb-Rot für den heute ohnehin nicht gerade glänzenden Neuzugang gewesen!) Schiedsrichter Fröhlich revanchierte sich für diese Fehlleistung damit, daß er den Dortmundern einen Elfmeter schenkte: Das war VOR dem Strafraum... Daß Meggle am Schluß noch die rote Karte für Schiedsrichterbeleidigung kassierte, möchte ich nach dieser Leistung des Schiris nicht kommentieren. Fußball ist ja nun wirklich keine wichtige Sache, aber hier ist mir echt die Hutschnur geplatzt! (Natürlich ist Pauli neulich auch ein Unentschieden geschenkt worden, aber jo mei!)

310202

Moah, ich bin total platt - seit mehreren Stunden bin ich bei www.audiogalaxy.com am Saugen! Aber es lohnt sich tatsächlich: Man möchte ja nicht JEDEN Morricone-Score kaufen müssen. Man sollte aber schon DSL oder eine Flat Rate haben. Ich habe keins von beiden und werde wohl im Armenhaus landen... Kleiner Tip für Premiere-World-Besitzer: Morgen, Sonntag, gibt es um 22.00 h auf Filmpalast einen hochinteressanten italienischen Film, IL GOBBO DI ROMA, DER BUCKLIGE VON ROM von 1960. Carlo Lizzani hatte eine sehr gute Hand bei diesem neorealistischen Gangsterdrama, auch mit der Wahl des Drehbuchautors - Pier Paolo Pasolini! Wer wissen möchte, wo Lenzi die Idee zu seinem DIE KRÖTE herhatte, sollte unbedingt einschalten. Bombenfilm. So, jetzt mache ich Heia, mir schwirrt schon der Schädel...

300202

Nein, der Februar nimmt wirklich kein Ende!

290202

Nur zur Erinnerung: Neue TV-Wochenübersicht!

290202

Mann, geht denn der Februar niemals vorbei? Gestern bin ich also mit Karsten und Micha vom Terrorverlag zusammengetroffen und habe mir das Werk mal angesehen. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden - es wird ein dickes und bildreiches Buch, das neben meinen Texten noch massenweise Zusatzinfos über z.B. DVD- oder Super-8-Veröffentlichungen enthalten wird. Letztere sind auch für Schmalfilmmuffel interessant aufgrund der teilweise unglaublichen Filmtitel (z.B. ZWEI LINKS ZWEI RECHTS UND HALLELUJA oder DJANGO - DER ÜBERFALL AUF DIE POSTKUTSCHE!), die uns - nebst vielem anderen - vom lieben Herbert zugespielt wurden. Außerdem gibt es noch ein zusätzliches Interview mit "Sartana" Gianni Garko, der den beiden Terrorasten Rede und Antwort gestanden hat. Das Buch wird jetzt WILLKOMMEN IN DER HÖLLE heißen, nach dem Titel eines hervorragenden Films. (Ich habe ja darauf gepocht, das Buch WILLKOMMEN IN DIE HÖLLE zu nennen, aber das war den beiden dann doch zu kraus!) Ein Willkommen kann man Richtung Mitte April feiern, wenn das Buch spätestens aus der Druckerei kommt... *freu* Das vorläufige Cover kann man auf der Website des Terrors (News-Sektion) schon betrachten. Ansonsten gibt es eine neue Platte und ein neues Video der Woche!

280202

Mir ist neulich noch einmal ein Kleinod in die Hände gefallen, mit dem mich mal ein holländischer Freund überrascht hat: 2 Folgen Robbie Muntz! Dieser Satiriker war in unserem Nachbarland immer auf dem so ziemlich linkslastigsten Kabelsender tätig, und was der dort abgezogen hat, läßt Schlingensief geradezu harmoniebedürftig erscheinen... Folge 1 geht noch so: Da reist Muntz in den Süden der Vereinigten Staaten und gibt sich als Fernsehprediger aus, der in der "Home of the Brave" um Unterstützung für sein TV-Projekt werben will. Er besucht verschiedene Wunderheiler der ganz derben Sorte, die einen Zirkus veranstalten, den man hierzulande nicht für möglich halten würde. Dabei stellt er sich direkt neben die entsprechenden Kanonen, redet auf englisch mit ihnen und erzählt seinen eigenen Zuschauern ungerührt, daß es sich um Gangster und Steuerhinterzieher handele. Einer der Prediger will sich von den holländischen Zuschauern noch verabschieden und fragt Robbie, was denn "God bless you" auf Niederländisch heiße. "Chodverdamme" (oder wie sich das schreibt) meint Robbie und grinst nur schmierig, als der Gottesmann unwissend in die Kamera flucht. Nicht unriskant, wenn man bedenkt, was für Organisationen hinter diesen Rentenschecksaugern stehen, aber wirklich harmlos verglichen mit Folge 2: Hier latscht Robbie in voller Nazi-Montur quer durch Wien! Das war kurz nach der Wahl von Haider zum Präsi, und der paradiert da im Stechschritt zum Parlamentsgebäude und hißt am Flaggenmast einen schwarzen "Sieg Haider"-Luftballon... Weiter geht´s zu einem Obmann der FPÖ, den er im Braunhemd mit Hitler-Bärtchen interviewt, und was das Unglaublichste ist - der Mann beantwortet völlig ernsthaft holländisch radebrechende Fragen wie "Und sie haben eine Endlosung?" oder "Sie verfolgen eine richtige Heim-ins-Reich-Politik?" Uiuiui... Ganz aus ist, als Muntz mit einer Gasflasche (Aufschrift "Zyklon B") quer durch die Innenstadt stiefelt, in eine Konditorei geht und dort brüllt: "Eine Sachertorte, aber snell, sonst vergas´ ich hier alle!" Ich dachte, ich sehe nicht recht... Die Reaktion der Leute ist entsprechend heftig, aber interessanterweise beschuldigen ihn alle nur der "Wiederbetätigung" und wollen offensichtlich nicht erkennen, daß es sich um eine sehr extreme Form von Satire handelt. Natürlich nehmen an jeder Ecke Polizisten seine Personalien auf, doch Robbie paradiert trotzdem ungerührt im Stechschritt an ihnen und an einer Gruppe Soldaten vorbei. Einem Kind überreicht er grienend einen Ballon: "Hier, kleines Mädchen..." Gelegentlich geht er bei der Angelegenheit selbst für meinen Geschmack entschieden zu weit, aber insgesamt fand ich das ziemlich brillant, zumal es schon kommentarbedürftig ist, wie man jemanden zum Präsidenten wählen kann, der dokumentierte Kontakte zu Neonazis hatte. Naja, die Anzeigen, die es daraufhin hagelte, beendeten Muntz´ Fernsehkarriere, und auch da gab es eigentlich nur Vorwürfe, er wäre selber ein Braunhemd im Geiste. Eine recht faszinierende Diskussionsgrundlage für die Frage, was man in einer Demokratie dürfen können soll und was nicht, aber die Diskussion wurde erneut vermieden durch Muntzens Rauswurf - schade.

270202

Ein Bekannter (der ungenannt bleiben möchte) hat mir gegenüber den schillernden Satz geäußert: "Zahnstein ist nicht der Stoff, aus dem das ostdeutsche Sandmännchen gemacht war." Ich möchte den Satz kommentarlos funkeln lassen. Gestorben ist heute leider keiner, aber ich habe mit Kommissar Ernst meine zehnte Leiche produziert! Damit erreiche ich zwar noch keine Rambo-Dimensionen, aber man muß sich ja auch noch steigern können. Als Link-Tip habe ich heute eine garantiert zweckfreie Seite mit psychedelischen Mustern ausgewählt. Auch nicht der Stoff, aus dem das ostdeutsche Sandmännchen gemacht war, aber dafür ohne Leichen.

260202

Ich habe eine gute Nachricht für diejenigen, die auf das Italowestern-Buch warten: Am Donnerstag fahre ich zum Terrorverlag, um dort einen Blick auf das Layout zu werfen. Vier Tage später geht´s zur Druckerei, und einige Wochen später läßt sich das Buch bequem bestellen und liebkosen... Das ist doch was!!!  Ansonsten habe ich gerade mit einem Freund zusammen den Früh-80er-Slasher SLUMBER PARTY MASSACRE geglotzt, dessen Drehbuch unglaublicherweise von der angesehenen feministischen Schriftstellerin Rita Mae Brown stammt! Wie das zu dem kommt, ist mir ein vollkommenes Mysterium, handelt es sich bei Schlummerparty doch um einen der sexistischsten Stalk´n´Slash-Filme, die ich je gesehen habe. Da vergeht kein Augenblick, in dem hübsche amerikanische Teeniemädels nicht als vollkommen unterbelichtete Bimbolinas dargestellt werden. Außerdem lüpfen sie an allen Ecken und Enden ihre Wämse und lassen raushängen, was da nicht ist... Rita Mae Brown, die Wunder werden nicht alle... Abgesehen von diesem Kuriosum ist der Film ziemlich langweilig und nicht einmal besonders garstig. Viiiel unterhaltsamer hingegen BLUTIGER VALENTINSTAG, das kanadische Kumpeldrama, mit dem wir uns danach die Zahnzwischenräume freispülten. Da sind die Teenies noch WIRKLICH dull, der Mörder hat eine Superverkleidung und der Regisseur Ahnung von seinem Metier. Also, Westernbuch kommt bald - Wohlsein!

240202

Uffa, ich habe mir gerade Neil Jordans THE END OF THE AFFAIR angesehen. Das ist so ein altmodisches Schneuzdrama. Leider ist der Film sehr gut gemacht, und ich bin noch ganz verheult - schnief! Und das, obwohl Ralph Fiennes mitspielt, den ich im ENGLISCHEN PATIENTEN hassen gelernt habe - AFFÄRE ist tausendmal besser als diese drei Stunden lange Aufarbeitung der feuchten Träume eines viktorianischen Kindermädchens! Verdammt - selbst als Kohlebrikett sieht der Fiennes noch schööön aus, und da sieht man einfach nicht mehr schön aus, sondern schwaaarz... :) AFFÄRE basiert hingegen auf Graham Greene, der ein famoser Schriftsteller war, und stammt von Neil Jordan, dem solche ruhig erzählten Stories echt besser stehen als neumodisches Gehampel. Und Julianne Moore hat sowieso Wallungswert Zehn, und die Musik von Michael Nyman wabert schicksalshaft durch die Korridore... Weiß nicht, wie ich wieder in gute Laune kommen soll. Vielleicht denke ich einfach an den Freund eines Freundes. Der hat sich nämlich die sieben Zwerge auf den Hintern tätowieren lassen, die singend ins Bergwerk marschieren! Das fand ich dann doch drollig...

230202

Bevor ich´s vergesse: Eiskunstlaufen! Die 16-jährige Sarah Hughes war wirklich die Wolke. Frau Kwan (so göttergleich süß sie auch ausschaut) konnte dagegen nicht anleuchten. Auch Frau Slutskaya war golden, aber zu verkrampft, um wirkliche Schönheit aufs Parkett zu zaubern. Die Russen sollen sich mal nicht so haben. Sarah-Mäuschen war wirklich die Beste! Da ging nix drüber. Nö. Ein kleiner Tip: Ich habe mir neulich eine DVD von Mario Bavas zweitem Meisterwerk, DIE TOTEN AUGEN DES DR. DRACULA, gekauft. Hatte schon ganz vergessen, daß ich den Begleittext geschrieben hatte - Überraschung also! Noch besser: Die Fassung ist die beste, die ich je von dem Dingen gesehen habe, und der Preis ist auch zivil. Ein 30-minütiges Interview mit Erika Blanc gibt´s als Dreingabe, Kaufen ist also Pflicht... Die "Coolibri" ist jetzt raus, mitsamt einem Text über meine Person. Der Text ist freundlich, und das Foto läßt mein verwarztes Antlitz wirklich menschenähnlich ausschauen. Deshalb meinen liebsten Dank an Dirk (Text) und Carsten (Foto)! Für NDW-Fans gibt es hier noch ein kleines Highlight, da mir Hagen gerade eine Adresse hat zukommen lassen, wo man Joseph Beuys´ berühmte Single "Sonne statt Reagan" herunterladen kann. Beuys ist nun wirklich hochzuschätzen, aber ein Sänger - nö, das war er nicht! Großer Trash mit Sonne im Herzen, und den Inhalt unterstreiche ich!

230202

Johoho, ich habe mir gerade die Ausscheidungen zum Grand Prix d´Eurovision angesehen, und Nomen ist wieder einmal Omen: An Ausscheidungen war da keine Mangelware! Die Musik war ziemlich grauenerregend. Was ich und meine Mitkucker uns so an Bemerkungen an den Schädel gedonnert haben, ist politisch viel zu inkorrekt, um hier wiedergegeben zu werden. Am besten fand ich noch die dicke Joy Fleming, die noch wirklich eine Stimme zu ihren Vorzügen zählt und erneut nur Platz Zwo belag. Platz Drei war eine fürchterliche Combo von Hampelmännern und -frauen, die christlichen Geblüts war und sich "Human Generation?" oder so nannte, komplett mit prätentiösem Fragezeichen. Den Sieg trug im zweiten Anlauf die blinde Bremerin Corinna M. davon, die wir eingestandenermaßen nicht so dolle fanden. Ich schäme mich sehr, zuzugeben, daß wir uns eigentlich gewünscht haben, die Sängerin möge verlieren, ohne daß ihr jemand etwas davon sagt. Denn dann hätte man sie einfach nach Wanne-Eickel entführen können, ihr sagen können, hier sei Estland und der Grand Prix - man hätte sich einen elaboraten Streich leisten können! Womöglich hätte sie auch Stargast beim nächsten Filmclubtreffen (AM-POPO-PHAGUS REIN 3: FIX UND FOXI) werden können, ohne etwas davon zu ahnen... "Sing´, meine Lerche!" Aber mit Bremerinnen macht man so was nicht, da hätte ich mich strikt geweigert. Ansonsten waren da fast nur Schundnickel am Start. Wirklich gut war nur eine gewisse Linda Etienne (oder so), die eine schöne Stimme zu ihren Vorzügen zählte. Ansonsten mochte man nur die Augen und Ohren abklemmen und beneidete die Gewinnerin, die nur 50 Prozent der Pein ertragen mußte. Zwar waren Cindy + Bert nicht dabei, aber Bernhard Brink und Ireen Sheer, und das war schon Glut genug! Alles aus, Polonäse Hoppelhäse... Es gab auch noch eine Zonie-Punker-Gang, die im Stile der "Ärzte" einheizte, aber wen oder was? Lustig hätte ich das nur gefunden, wenn Ralph Siegelkranz die Gruppe produziert hätte, als Ersatz-Knorkator sozusagen, aber Siegel war ja schon mit der Siegelin am Start. Die Gruppe (Ostzonenpunksmachenkrebs?) zeigte so recht, was die Ärzte richtig machen und niemand sonst. Mit Funpunk ist das halt so eine Sache. Meine Mitkucker brachten irgendwie Edmund "Kanzler" Stoiber ins Spiel, wodurch eine Hymne für doofe Neos entstand ("Oi Oi Stoiber"), die ich hier aus rechtlichen Gründen aber nicht ganz wiedergeben möchte. Ich finde sowieso, daß das mit dem Ede derzeit etwas überwertet wird, denn den Gerhard - wie schrecklich seine Politik auch immer sein mag - sticht er charismamäßig einfach nicht aus. Das wird nicht klappen. Nö. Die Kelly Family war auch anwesend, aber sie sind dann irgendwie verschwunden. Das passiert. Dieter Bohlen hatte ein süßes Kind dabei, die nett sang, aber die Stimme ist noch ausbaufähig. Dafür sind Modern Talking ja noch aufgetreten. Ich finde den Thomas (leicht depressiv, mit Ahnungen von mehr) ja richtig sympathisch, aber Bohlen ist dann doch der Erfolgstyp: Schattenmaske, Grimasse pur. Der zieht den Pfeil durch, bis der Köcher platzt. Ganz ganterig dann auch noch das Showprogramm mit Schiller feat. Isgaard (oder so), die eine nackte Frau hatten, die in einem Riesenkondom gegen Spinnweben kämpfte. Dazu hampelten noch einige Pantomimen herum, die wirkten, wie eine Mischung aus dem Neubauten-ZNS-Video und den Mainzelmännchen - alles aus! Der Grand Prix kann kommen, sage ich da nur... Die zypriotischen Käsehäppchen sind schon bereitgestellt.

220202

Jetzt neu auf DVD von "Anker-Bucht": STAGEFRIGHT und THE CHURCH von Michele Soavi + HELL OF THE LIVING DEAD und RATS - NIGHT OF TERROR von Bruno Mattei, die letzteren beiden inklusive Interview mit dem Regisseur... Mal schauen, wie die Quali aussieht!

220202

Neu auf der Inhaltseite oben: Fernsehtips für die Woche...

220202

Noch ´n Film: DEEP IN THE WOODS bzw. DEEP IN THE WUTZ aus Franzland. Tja, was soll man dazu sagen? Die ersten 20 Minuten denkt man noch, daß das ein richtig tofter Thriller werden könnte. Dann passiert stundenlang gar nix. Und schließlich haben wir es mit dem guten alten Slasher nach amerikanischem Muster zu tun. Doch ebenso, wie es die Deutschen verbocken, wenn sie das versuchen, so scheitern auch die Nachbarn: In den Gewaltszenen haut DEEP IN THE WOODS gut auf die Kesselpauke, und doch ist der Film viel zu sauber. Slasher MÜSSEN trashig sein - das machen nur die angelnden Sachsen richtig. WUTZ klotzt optisch unglaublich ran - seine Technik hat der (vormals nur durch Kurzfilme aufgefallene) Regisseur denkbar im Griff. Aber man hat beständig das Gefühl, die Leute hätten die Geschichte viel zu ernst genommen. Als Resultat wirkt die Gewalt deutlich unangenehmer als bei Jason und Konsorten, und während man dort der sülzköpfigen Handlung kaum böse sein kann, wirkt das Absurditätenkabinett von WUTZ einfach nur noch gräßlich. Handlungsmäßig ziehe ich die glatte Null! Schade eigentlich, denn die Hauptdarstellerin (mit der langen Nase) ist exzellent, die Musik weit über dem Durchschnitt, und der Regisseur brennt das eine oder andere Feuerwerk ab. Nur: Wenn man sich nicht für die Story interessiert und Trash weit weg ist, dann zeckt das nicht richtig... Ein ähnlicher Graupenzauber war der technisch ebenfalls beeindruckende 3615: CODE PERE NOEL (dt: DEADLY GAMES), dessen Charaktere sich fortwährend wie die Narren benehmen und dem ich SILENT NIGHT BLOODY NIGHT jederzeit vorziehe - der ist dumm und schebbig, nicht mißlungene Erzählkunst. Viel, VIIIEL besser ist DIE PURPURNEN FLÜSSE, aber Kassovitz ist natürlich eine ganz andere Liga, und die Serienmördergeschichte ist dort mit vielen Details angereichert, die die Figuren nicht so unbrisant geraten lassen wie bei DEEP IN THE WOODS... Evergreens of Zeitverschwendung.

210202

BATTLE ROYALE (2000) von Kinji Fukasaku wurde ja allenthalben als eine Art Gore-Variante von William Goldings "Herr der Fliegen" bejubelt. Jetzt habe ich ihn endlich mal gekuckt, und dadd is Wilhelm Goldmanns "Herr der fliegenden Köpfe", aber mehr auch nicht... Wo machen die Leute da Philosophie aus? Schön krank ist die Prämisse ja: Eine Schulklasse (Japans älteste Neuntkläßler!) wird auf eine einsame Insel verfrachtet, wo sich alle im Interesse des Staatswohls gegenseitig abzuschlachten haben. Nur der einzige Überlebende soll am Leben gelassen werden, und das dauert keine 2 Minuten, bis die Kiddies den Darwin aus der Hose holen - da wird sofort alles in kleinste Schnipsel gesprengt und geschnetzelt! Technisch ist der ironisch angelegte Schocker recht ordentlich gestaltet, aber das "Vierzig kleine Negerlein"-Spektakel war mir dann doch irgendwann etwas zu eintönig. Der Schluß wird dann wieder etwas interessanter und serviert ein satt nihilistisches Ende, das aber trotz der satirischen Elemente sehr dubios anmutet. Ich finde den Film reichlich unsympathisch, und was da in Sachen Ideologie durch die Gegend wabert, ist stockkonservativ, finde ich. Na ja, als ultrabrutaler Ballerspaß ist BATTLE ROYALE ganz goutierbar, aber andere japanische Filme jüngeren Datums finde ich wirklich bemerkenswerter. Die US-Neuverfilmung wird angesichts des Skandalgetöses sicher nicht lange auf sich warten lassen, aber da wird einiges empfindlich abgemildert werden, und das Finale wird auch a bissele anders aussehen. Takeshi Kitanos eigene Filme sind nicht wirklich in Gefahr... Ach, und sollte BATTLE in deutsche Kinos gelangen, dann gräbt der "Film-Dienst" hoffentlich endlich mal wieder sein beliebtes "Wir raten ab" aus, denn dieses Prädikat (oder diese Empfehlung, wie immer man das sieht...) wird von vielen bitterlich vermißt!

210202

Ich habe gerade einen ganz wilden Film gesehen: AMOK-JAGD heißt det Dingen, im Original ganz harmlos WOLF LAKE (1978). Der Regisseur, Burt Kennedy, gehört zu den Hollywood-Veteranen und hat früher hauptsächlich Western gemacht, u.a. die hübsche Komödie AUCH EIN SHERIFF BRAUCHT MAL HILFE mit James Garner. In AMOK-JAGD braucht ein junger Ex-Soldat Hilfe, der den Fremdenführer für Rod Steiger und seine Saufkumpane macht. Rod und die alten Kameraden wollen an einem Gebirgssee Urlaub machen. Leider stellt sich heraus, daß der junge Mann aus Vietnam desertiert ist, und damit kann Rod jetzt gar nicht umgehen, ist sein eigener Filius doch in Vietnam gefallen. Das Ganze mündet dann in Vergewaltigung und Menschenjagd und wäre ein harmloses, mittelmäßig spannendes Thrillerchen von ordentlichem Handwerk, wäre da nicht der Schluß - der gibt nämlich nun mal überhaupt keinen Sinn. Nachdem der Zuschauer 80 Minuten lang durch das Kriegsneurosen-Psychodrama hindurchgeleitet worden ist und fast alle bösen Rednecks ins Gras gebissen haben, kommt der Rodney aus dem Busch, knallt den Helden und dessen Freundin ab, und der Film ist einfach zu Ende! Ja-haha... Sowas habe ich noch nie gesehen! Man sitzt als Zuschauer vor dem Fernseher und denkt nur noch: "Wie? Was? Das war´s?" Ein zutiefst verdutzendes Finale, wie man es sich bei einem Home-Made-Filmchen vorstellen könnte, aber nicht in einer einigermaßen zusammengehauenen Produktion mit Rod Steiger... Das ist subversives Kino!

200202

Am Donnerstag um 23.15 h auf ARTE: LES YEUX SANS VISAGE von Georges Franju, eines der absoluten Meisterwerke des Horrorkinos. Chirurg verursacht Unfall, bei dem seine Tochter entstellt wird, und zieht jungen Damen das Fell über die Ohren, damit seine Tochter wieder auf die Straße gehen kann, ohne daß die Ratten die Straßenseite wechseln... Wer den Film verpaßt, wird auf ewig ein schlechtes Gewissen haben! Poetische Momente und blutige (schwarzweiße) Operationsszenen in höchster Vollendung - ein Muß für jeden Medizinstudenten. Da der Film unter dem schwachsinnigen deutschen Kinotitel läuft (DAS SCHRECKENSHAUS DES DR. RASANOFF - agraaaah!), gibt´s ja vielleicht sogar die alte Synchro... Ab nächster Woche werde ich zusehen, daß ich eine wöchentliche Rubrik mit Filmtips auf die Reihe kriege.

200202

Ich habe gerade im Videotext eine Information gelesen, die so sagenhaft uninteressant ist, daß ich nicht zögern möchte, sie hier weitergeben: Der heutige Tag, der 20.02. 2002, läßt sich vorwärts und rückwärts lesen! Man nennt das ein "Palindrom". Das gab es das letzte Mal vor 891 Jahren, am 11.11. 1111, und das nächste Mal palindromieren wir am 21.12. 2112, also in 110 Jahren. Das gibt einem ganz schön zu denken, was? :)

190202

Heute bin ich viel zu faul, um groß was zu schreiben. Trotzdem empfehle ich mal eine italienische Seite über italienische Polizeifilme. Dort kann man a bissele herumstöbern in den Fotogalerien. Von Helmut Berger und Marisa Mell sind auch ein paar herzige Bilder vom Set von DER TOLLWÜTIGE drin, bei denen man gleich nach Österreich auswandern möchte... Jetzt fällt mir doch noch etwas ein: Ich habe gestern den absolut ödesten und erbärmlichsten Sport der Winterolympiade gesehen; lumpicht, geradezu. Dabei wird irgendein blöder Puck mit Besen über eine Eisfläche geschrubbelt. Zwei Leute sind wie die Beknackten dabei, eine Reibungshitze zu erzeugen, die das Objekt ihrer Begierde in Bewegung versetzt. Das klingt jetzt viel spannender, als es ist. In Wirklichkeit ist das ganz, ganz dull. Weiß gar nicht, wie die Sportart heißt. Die Putzfrauen an der Bremer Uni können das alle viel besser!

180202

Ich habe gerade einen Text von Frank Wedekind gelesen, in dem er die Menschen mit Zirkusartisten vergleicht: Die einen sind die Trapezkünstler, die ihren Schwerpunkt über sich haben, während die anderen als Drahtseilartisten eine vergleichsweise unsichere Existenz beschreiten. Da reicht schon ein Schritt in die falsche Richtung, und man landet im Orchestergraben. Als Trapezhengst hingegen muß man schon freiwillig loslassen, damit die wilde Fahrt beginnt. Wie die Clowns in das Bild hineinpassen, weiß ich nicht so recht, aber man muß ja auch nicht zu allem eine lange Nase machen. Wer sich was Gutes tun möchte, sollte sich mal Wedekinds Theaterstück "Frühlings Erwachen" durchlesen; das ist ziemlich großartig. (Viele werden schon in der Schule damit konfrontiert worden sein, und das verdirbt einem so etwas Feines natürlich für´s Leben! Trotzdem gut.) Da geht es um masturbierende Knaben, schwangere Mädchen, krude Eltern und Suizid. Um es grammatisch wagemutig mit "Der durstige Mann" zu sagen: "Saufen macht das Leben Spaß"! Wer aber seinen Schwerpunkt weder in der Zirkuskuppel noch in der Flasche mit sich spazieren führt, kann heute vielleicht einen entdecken, wenn auf ARTE Hitchcocks REBECCA kommt - einer der absolut tollsten Filme dieses Mannes und vollkommen essentiell. Kein Spukhausfilm kann ohne dieses Meisterwerk genossen werden...

170202

Heute gibt es einen US-Trasher, bei dem sich die Fußnägel aufrollen und die Nase abfällt: DIE UNERBITTLICHEN heißt das Werk, und es ist auf dem Label VFV (=Video-Film-Verleih!) herausgekommen. Es handelt sich um eine Art Agentenfilm, und wie bei allen vergnüglich schlechten Filmen kann man sein Entzücken steigern, indem man sich vorstellt, wie sich unwissende Thekenkunden diese Graupe ausgeliehen haben, weil sie einen flotten Agentenreißer sehen wollten und James Bond eben aus war... Agentin Pepper muß sich mit der überaus mysteriösen Madame Chang und ihren gelben Schergen herumschlagen, die mit einem Satelliten New York einäschern wollen. Der Film (von den Amero-Brothers; siehe auch den Text DIE EIER DES KOLUMBUS!) enthält eine Menge schebbiges Sexgerangel à la FLESH GORDON, aber man muß schon ein Gemüt wie ein Ackergaul haben, um den Humor der Macher nachzuempfinden: In einer Rückblende etwa versuchen zwei nackte Schönheiten, einen alten Mann im Rollstuhl bei einem sehr extravaganten Billiardspiel zu Tode zu geilen. Das gelingt auch, nachdem der Mann ungefähr 3 Minuten lang dreckig gelacht und dabei u.a. mit seinem Queue in den Darstellerinnen herumgebohrt hat! (O-he, o-he, die stü-hür-mische See...) Die Synchro stammt von Rudi Mentär, aber für Madame Chang hat man sich, scheint´s, eine echte Asiatin geangelt. Diese Authentizität zahlt sich aus, da man ob der Bemühungen der Sprecherin, einen Satz verständlich herauszubringen, bei jeder Zeile lachen muß! Die Kampfszenen sind ganz unglaublich und erinnern stark an Doris Wishman. Höhepunkt von Film und Synchro ist jene Szene, in der Agentin Pepper beim Schachspiel den genialen Masterplan der Obergangsterin austüftelt. Der geheime Code des Satelliten ist nämlich in einer Art Damenbinde versteckt, die am Bauch einer Katze klebt. Pepper sitzt am Schachbrett und salbadert völlig wirr: "Madame Chang kann sich ihre Anagramme an den Hut stecken! Ihre Anagramme? Bauer - Turm - Springer - Läufer - Läufer - nein! Queen - King - matt - Schachmatt, Schachmatt! Mist, wo ist es? Castle - Kahstel - Kästling - Kätzling - KATZENBINDE!!!" Gefunden... (Oaaarrrhh!) Mit anderen Worten: Muß man gesehen haben, um es zu glauben. Übrigens: Neues Video der Woche!

160202

So, die Feier ist vorbei, und der Ernst des Lebens beginnt wieder! Besuchermäßig haben wir heute mit 101 zahlenden Gästen einen echten Ohnegast-Rekord gehabt. Die Besucher sahen sich dem Tod gegenüber, welcher schwarzes Leder trug, und amerikanische Zen-Fascho-Barbaren waren auch mit im Paket, die durch die spanische Steppe tobten... Das mit dem Teufel mit dem Finger im Po hat sich im Nachhinein als Ente herausgestellt - statt der ersehnten okkulten Cruising-Polonäse kam "nur" Italiens Starkomiker Totò in HEXEN VON HEUTE - auch eine nette Sache, aber Christopher Lee hätte mir doch mehr am Herzen gelegen. Na ja. Außerdem habe ich heute ein Päckle mit hongkongesischen DVDs und Video-CDs bekommen, das ich wahrscheinlich direktemang in den Mülleimer befördern werde. Die DVDs (mit Kurosawa-Filmen) gehen qualitativ noch gerade so, obwohl man mit einem teuren "Criterion"-Silberling echt besser bedient ist als mit drei Ranzteilen aus dem gelben Helgoland. Die Video-CDs waren die totale Frechheit: WE´RE GOING TO EAT YOU von Tsui Hack und DEVIL FETUS von Pro Fami-Lia, diesmal als Zeichentrickfilme! Man nennt das, was auf dem Bildschirm herumwirbelt, "digitale Artefakte" oder so, glaube ich, aber die Ähnlichkeit zu japanischen ZDF-Cartoons wie HEIDI oder WICKIE war wirklich verblüffend... Video-CDs - nevermore! Sehr nett hingegen eine CD der Duisburger Gruppe Eisenpimmel, die ich mir nur gekauft habe, da ich das Cover des Gunter-Gabriel-Attentats "Komm´ mal lecker unten bei mich bei" sehr lustig fand. Eisenpimmel sind die letzten wahren Intellellen des Proll-Punks, mit deutlichen Anleihen bei Zwölfton-Komponisten wie Schönberg oder Webern und einer Philosophie, die mir stark von Schlegel, Schopenhauer und Foucault beatmet scheint. Selten ward Kopflastigeres auf diesem Musiksektor zutage gefördert, und Ihr könnt Euch bei Interesse mal bei einem amüsanten Interview weiterinformieren. Ich werde mir mindestens noch die Platte "Du sollst nicht ketzen gegen Gott sein Fanclub" zulegen, obwohl damit bestimmt der doofe NSV gemeint ist...

150202

Aufgrund einiger geschwollener Lymphgefäße war ich gestern beim Urologen. Ich hatte mich eigentlich darauf gefreut, jetzt erzählen zu können, daß mir am Valentinstag ein fremder Mann einen Finger in den Po gesteckt hat (=Prostatauntersuchung!), aber leider kam es gar nicht dazu. Darin hätte ich dann doch eine milde humoristische Note entdeckt! Vor lauter Enttäuschung gebe ich einen Fernsehtip für "Premiere World"-Besitzer preis: Heute läuft der beste "Hammer"-Film, THE DEVIL RIDES OUT von Terence Fisher, der in seiner deutschen TV-Fassung ja den Supertitel DER TEUFEL TANZT UM MITTERNACHT bekommen hat... (Hat er einen Finger im Po?) Das tut er passenderweise auch tatsächlich um Mitternacht. Am Samstag wird nachgesetzt mit dem seltenen Briten-Schlocker DER DÄMON MIT DEN BLUTIGEN HÄNDEN (20.30 h) und dem nicht ganz so raren IN DEN KRALLEN DES HEXENJÄGERS (2.35 h). Danach kommt noch BLUTGERICHT DER REITENDEN LEICHEN, aber der ist eh geschnitten und hat einen Finger im Po.

140202

Ich wünsche allen Lesern einen besonders schönen Valentinstag! Heute schicken sich Verliebte allüberall auf der Welt sämiges Gesäusel mit der Post, um einander ihrer Zuneigung zu versichern. Wer wissen will, worin das seinen Ursprung hat, der kann ja mal auf der deutschen Homepage von Sankt Valentin vorbeischauen, wo einiges über die Ursprünge des Festes gesagt wird. Mir hat natürlich wieder mal keiner eine Karte geschickt... *schnief* Um mit Kermit dem Frosch zu sprechen: "Es ist einsam, so allein..." Aber man kann ja so einiges machen, um die Einsamkeit zu kompensieren. Im Jahre 1929 etwa ließ Al Capone 7 Mitglieder einer konkurrierenden Gangsterbande abschlachten, was insgesamt eine gute Idee war. Dokumentiert wurde das z.B. in Roger Cormans gut gemachtem Film ST. VALENTINE´S DAY MASSACRE von 1967, wo Jason Robards so richtig aufdreht! Natürlich gab es auch den freundlichen Kohlenkumpel, der in dem kanadischen Slasher BLUTIGER VALENTINSTAG seine Psychopharmaka vergessen hat. Oder wie war das mit Peter Cushing in TALES FROM THE CRYPT, dem von den besorgten Eltern bei ihm spielender Kinder so lange fiese Valentinskarten geschickt werden, bis er sich umbringt? Man kann mit etwas Fantasie wirklich viel an diesem Tag anfangen! Be my Valentine...

130202

Am Aschermittwoch ist alles vorbei! Hach, ist das nicht schön? Die Vöglein zirpen, die Blumen blüh´n - die ganze Stadt schaut wieder normal aus! Passend zum Anlaß hat sich die deutsche Nationalmannschaft um ein Haar blamiert, als zum ersten Mal eine israelische Mannschaft gegen sie antrat. Leider hatte das 0:1 zur Pause nicht Bestand, und so prasselten nicht weniger als 7 Tore in das Netz der gebeutelten Besucher. Um meine Laune wieder etwas anzuheben, legte ich den neuen Film von Brian Yuzna, FAUST, in meinen DVD-Player, mußte aber nach 20 Minuten feststellen, daß die Bewertung dieses Spektakels wohl zukünftigen, unempfindlicheren Horror-Fans vorbehalten bleiben muß... Es ist tatsächlich ausgesprochen schwierig, dröhnende Grindcore-Musik in einen Horrorfilm einzubauen. Hier wirkt es nur nervtötend und dull wie Stulle. Wesentlich besser war THE THING WITH TWO HEADS, ein ganz unglaubliches 70er-Geschoß von Lee Frost, in dem der Kopf des weißen Rassisten Ray Milland auf den Body des schwarzen Footballspielers Rosey Grier transplantiert wird! Das, wie man sich wird vorstellen können, gibt Verwicklungen - die beiden Köpfe labern gut ab! Am Sonnabend ist Geburtstagsfeier im Filmclub Buio O., und am Sonntag gibt sich in der "Filmpalette" in Köln (Lübecker Str. 15, Ecke Hansaring) niemand Geringeres als Udo Kier ein Stelldichein - Erscheinen ist Pflicht! Zu sehen gibt´s ANDY WARHOL´S DRACULA und QUALLEN BIS AUFS BLUT GEHEXT - ab 20 Uhr...

120202

In der Salzlakenstadt hat es erneut Gold gegeben, für die deutschen Schneemannbauer. Das preisgekürte Objekt war nämlich so hoch wie die Freiheitsstatue und leuchtet im Dunkeln. Die Karotte wiegt umgerechnet fast 2 Tonnen! "Gerg undankbare Vierte" vermeldet der SAT1-Text - sie war wirklich sehr undankbar und trat ein Jurymitglied voll gegen das Schienbein. Das finde ich nicht schön von ihr, und das Mitglied mußte dann auch mit einem Rettungshubschrauber in ein Kreiskrankenhaus bei Wanne-Eickel geflogen werden, wo Spezialisten derzeit versuchen, den Versehrten vor dem Rollstuhl zu bewahren... Eine Empfehlung möchte ich aussprechen für 2 Foren, in denen sich mitteilungsbedürftige Filmfreunde austauschen können. Im Forum von "Möbius" (das beste seiner Art) tauchen gelegentlich auch Fachkenner der Materie auf, Leute wie Bill Warren, Tom Weaver, Tim Lucas und David McGillivray. Schmökern kann man da bei Bedarf ungefähr 6000 Jahre. Auch sehr nett ist es bei der Public-Domain-Firma "Sinister Cinema", in dessen Forum die eben genannten Koryphäen auch des öfteren promenieren. Jeckenmäßig war das heute ein verlorener Tag - gerade mal 6 sind auf der Strecke geblieben.

110202

Der Rosenmontag war echt spitze: Hier haben ja alle Geschäfte dicht! Da gab´s nur Dosenspinat und Kohldampf... Immerhin habe ich mit meiner Flex nicht weniger als 12 Narren erlegt! Mal sehen, wie viele ich morgen erwische. Da der Sleaze-Text häufig aufgerufen wird und mir sehr an einer Reputation als Unhold gelegen ist, habe ich jetzt auch meinen Text über amerikanische Pornofilme der siebziger Jahre (DIE EIER DES KOLUMBUS) reingestellt. Wenn die Haarprobe von Mr. Schill positiv ausfällt, schreibe ich vielleicht noch einen Text über italienische Drogenfilme, mal schauen...

090202

Ein Tag im Zeichen des Sports: Schalke gewonnen, Werder gewonnen, danach gleich ab zur "Hochemmericher Tafel" der www.Filmexperten.de, wo es um die Weltmeisterschaft im Quatschquasseln ging. Beim nächtlichen Heimkommen landete ich dummerweise vor dem Fernseher, wo derzeit die sadistischste Sportart von allen läuft: Eiskunstlauf der Paare. Moah, was für eine Nervenmühle! Wenn die Übungen gelingen, ist es in der Tat ein ästhetischer Hochgenuß, den Artisten zuzuschauen, aber diese Angst, daß etwas mißlingt, macht mich vollkommen fertig! Die Kanadier sind gelaufen wie die Götter, die waren eindeutig die besten, und dann rutscht der Mann bei der Schlußpose aus und fällt voll auf die Schnauze - stöööhn... Ob ich mir das jetzt noch weiter gebe, weiß ich nicht, denn jetzt kommen die schlechteren Läufer, und da sehe ich bittere Tränen voraus, die zu Eis gefrieren, was dann wieder den nachfolgenden Sportlern zum Nachteil gereicht... Ach, das Leben ist so ungerecht!

080202

Nach den Gerüchten, es habe Jeffrey RE-ANIMATOR Combs bei dem Attentat vom 11. September erwischt (es war ein anderer Jeffrey Combs!), ist jetzt doch wohl ein Opfer aus Exploitation-Film-Kreisen zu beklagen: Chuck McCrann, der eigentlich nur einen einzigen Film inszeniert hatte, nämlich BLOODEATERS (dt: CRYING FIELDS/MUTIERT - VERGESSEN IN DER HÜLLE). McCrann war zum Finanzexperten bei einer großen Firma aufgestiegen und residierte im World Trade Center. Wäre er mal in Pittsburgh geblieben... Ansonsten habe ich heute einen Teenie-Slasher gesehen, den ich anstelle von Chuck unter das WTC wünschen würde, nämlich FATAL GAMES (dt: KILLERSPIELE), in dem ein maskierter Speerwerfer lauter angehende Athleten in den Sportlerhimmel bringt. Der Film ist zum Auslaufen öde. Was seine Erwähnung hier rechtfertigt, ist die Auflösung, die dermaßen hanebüchen ist, daß ich laut aufgelacht habe: Sally Kirkland spielt nämlich eine lesbische Sportärztin, und wie sich herausstellt, hat sie sich im Ringen um die Medaillen einer Geschlechtsumwandlung unterziehen lassen! So darf sie nach der Enttarnung im besten Norman-Bates-Stil zwischen einer männlichen und einer weiblichen Stimme wechseln. Heraus kommt die Sache, weil sie achtlos eine alte Zeitung mit der Story in ihrem Büro auf dem Schreibtisch herumliegen läßt! Ungeschickt, was? Ja, ein weiterer Höhepunkt in einer Schauspielerkarriere. Aber sie hat mich auf eine gute Idee gebracht: Rosenmontag werde ich mich als Frau verkleiden und mache mit einem Wurfspeer Jagd auf Narren und Jecken - alaaf!!! Das gibt zehnmal Gold für Deutschland...

070202

Wer heute nicht zur Lesung gekommen ist, hat einiges versäumt, denn aufgrund eines bedauerlichen Organisationsfehlers wurde der Videobeamer für die Filmausschnitte nicht geliefert! Aus lauter Panik erwogen wir bereits, die Szenen live nachzuspielen. Wie wir in den beengten Räumlichkeiten aber die Autoverfolgungsjagden und die Explosionen hingekriegt hätten, weiß ich ja nun nicht... Schließlich kam er dann doch, aber ohne Netzkabel, was unsere Pein nicht wesentlich linderte. So konnte man wenigstens ein paar Gläser darauf abstellen. Ich tat dann etwas, was ich wohl nie wieder tun werde: Ich stellte mich hin und improvisierte! Dabei laberte ich einen hanebüchenen Bockmist zusammen, in dem irgendwo die Worte "Polizeifilm", "Merli" und "Exploitationkino" herumsudelten und doch nicht harmonisch zueinanderfanden. Nachdem ich mich so richtig zum Horst gemacht hatte, ließ ich dann ganz einfach ein paar Ausschnitte vorführen, um dem grausigen Schauspiel ein Ende zu machen, denn der Beamer funktionierte mittlerweile. Mario Adorf und Jürgen Drews minderten meine Schande, aber das war wirklich Waterloo und Alesia zusammen... Überraschenderweise waren die meisten Gäste noch geblieben, und ich bin recht stolz darauf, daß die Sache von jetzt ab wieder auf die Schienen geriet. Von einer kompletten Katastrophe wurde der Abend doch noch zu einer ganz hübschen Sache, und die Leute machten den Eindruck, als hätten sie doch noch etwas mitgenommen. Durch Rauhes zu den Sternen, aber zum Spontanentertainer tauge ich weiß Gott nicht, so viel Einsicht muß sein. Boah, ey, ich habe Blut und Wasser geschwitzt, und das hätte leicht zum kompletten Reinfall werden können... Die für das Beamer-Chaos zuständige Person haben wir danach in eine Seitengasse geführt und stumm füsiliert - no mercy, senza pietà! Das nächste Mal wird vorgesorgt, Ehrensache, und da der Kinski-Kai dann auftritt, muß das auch klappen, denn DER ist wirklich ein professioneller Entertainer von einigen Gnaden. Ich zupfe mir jetzt die neuen grauen Haare aus und gehe nach Bett.

060202

Nachdem ich den Großteil des heutigen Tages damit verbracht habe, Ausschnitte für den morgigen Auftritt zurechtzuschnipseln, ist mein Kaffeespiegel so hoch, daß ich die Nacht über garantiert kein Auge zumachen werde. Doch es ist ohnehin eine überholte Ansicht, daß der Mensch schlafen muß. Die Spieler des FC Bayern werden garantiert kein Auge schließen, denn die St. Paulianer haben klar Schiff gemacht mit der bayrischen Pracht. Unbestätigten Gerüchen zufolge ist Hoeneß ja gerade zum "Botschafter der deutschen Wurst" ernannt worden (er ist Fleischfabrikant!) - ich weiß nicht, ob das den Tatsachen entspricht, aber wenn ja, so war es für ihn sicherlich ein schöner Trost... Bremen hat kolossal gebockt, und Schalke fast auch, aber durch eine bombige Zwote und genug Suppe für fünf Spiele haben sie Bayer Leberwurst tatsächlich naßgemacht. Ach, und bevor ich´s vergesse: George Nader ist abgenadert, aber das wissen sicher schon alle. Hildegard Knef, die geheime Hauptdarstellerin von WITCHCRAFT - DAS BÖSE LEBT, hat´s auch dahingerafft. Beides lamentabel, aber das Leben geht weiter. Oder so. P.S.: Neue Platte + neues Video der Woche!

030202

So, ich düse jetzt bis Mittwoch gen Bremen - solange bleibt die Küche kalt! Ich möchte aber noch einmal darauf hinweisen, daß am Donnerstag in Bochum der Polizeifilm regieren wird - im "London-Paris-Tokyo", neben dem "Rauschen", Hernerstr. 13, etwa ab 20.30 Uhr. (Wie ich das kenne, beginnt das erst eine halbe Stunde später, aber dann kann man ja noch ein lecker Bier zilchen.) Ich werde viiiele Ausschnitte zeigen...

030202

Und hier, meine Damen und Herren, kommt ein echter Brüller: Bill Rebane, das Exploitation-Mastermind aus Wisconsin, das uns so schöne Filme geschenkt hat wie ANGRIFF DER RIESENSPINNE (THE GIANT SPIDER INVASION), DAS GRAUEN VON LUDLOW und DIE GEFANGENSCHAFT DES BIGFOOT, hat die Kamera an den Nagel gehängt. Stattdessen WILL ER GOUVERNEUR WERDEN!!! Wer es nicht glaubt, der schlage hier nach - da gibt es einen Artikel über ihn, mitsamt Foto... Bill for president!!!

020202

Rosenmontag naht mit Riesenschritten, und um etwas Verständnis für die heidnischen Gebräuche meiner neuen Heimat zu entwickeln, habe ich mir nach langen Jahren endlich mal wieder THE WICKER MAN (1972) von Robin Hardy angesehen. Ursprünglich lag es in meiner Absicht, den Film in die beiden Artikel über britische Horrorfilme einzubinden, aber zu jenem Zeitpunkt lag mir nur eine abgefledderte Kopie vor, mit der ich meine Augen nicht foltern wollte, stand doch eine Anchor-Bay-DVD ins Haus. Die "Special Edition" kommt mit einer Holzbox, auf die der Wicker Man als Umriß draufgebrannt ist - sieht total chefig aus! Den Film halte ich für unglaublich gut, aber wenn man einen geradlinigen Horrorfilm erwartet, wird man sich möglicherweise etwas umschauen: Edward Woodward spielt einen stockkatholischen, jungfräulichen (!) Polizisten, der stocksteif über die schottische Privatinsel von Lord Summerisle (Christopher Lee) schlendert, soll dort doch ein Mädchen unter rätselhaften Umständen verschwunden sein. Bei seinen Nachforschungen findet Woodward heraus, daß die Insel seit mehreren Generationen von Menschen bevölkert wird, die einem heidnischen Kult verpflichtet sind, der weit älter ist als das Christentum. Für ihn steht bald fest, daß das Mädchen noch lebt und Stargast in einem Menschenopfer werden soll. Aber auch die Polizei - das wissen wir alle - kann mal irren... Der Film ist megabizarr und beginnt als Kreuzung aus schwarzer Komödie und Musical (!), die nicht nur den Protagonisten in eine vollkommen fremde Welt entführt. Wenn man die anfängliche Irritation überwunden hat, stellt man doch fest, daß der Film einfach exzellent gemacht ist. Der Schluß ist eine beklemmende und grausame Episode, die wirklich als Schock kommt, auch wenn man den Kasus vielleicht schon vorher erraten hat... Christopher Lee hat den Film wiederholt als den vielleicht besten bezeichnet, in dem er je mitgewirkt hat. In der 35-Minuten-Doku, die den Film begleitet (übrigens auch auf der weit billigeren normalen Edition, die die restaurierten Szenen aber nicht enthält!), kommen fast alle wichtigen Leute, die an der Herstellung beteiligt waren, zu Wort und erzählen viele interessante Anekdoten und Hintergrundinfos. Ein Schmuckstück! Für US-DVDs empfehle ich übrigens die kanadische Firma www.dvdboxoffice.com, die die DVDs alle einzeln verschickt (Zoll!), ohne Versandgebühren. Billiger geht es meines Wissens nicht, und die Lieferung erfolgt über England, was ebenfalls zolltechnische Vorteile bringt... (Die einfache Edition vom WICKER MAN kostet z.B. nur knapp über 30 Emmen.) Rosenmontag kann kommen!

010202

Gerade habe ich mir mit Robert ein paar Bela-Lugosi-Katastrophen aus den 40er Jahren angesehen. Der Mann ist wirklich eine komplette Granate: Selbst, wenn er nichts macht, reißt er immer noch Grimassen, daß man aus dem Sessel fliegt! (Äh, Bela, nicht Robert.) Besonders anbetungswürdig: das Omagrinsen mit den zusammengekniffenen Augen, das immer über Belas Gesicht leuchtet, wenn eine besonders verachtungswürdige Schurkerei geglückt ist... Uns ist dabei ein grundlegender Unterschied zwischen den Filmen der Studios Monogram und P.R.C. aufgefallen, der meines Erachtens in der Fachpresse noch nicht aufgetaucht ist: In den Monograms sitzen die Leute andauernd auf Sofas herum, während in den P.R.C.s das Telefon kaum zum Stillstand kommt. Wenn man da alle Sofa- und Telefon-Szenen rausschneidet, ist der halbe Film futsch! Wenn man damals wagemutiger gewesen wäre, hätte man auch den aufregenden Fall konstruieren können, daß ein Darsteller auf dem Sofa sitzend telefoniert. Da wäre der "Oscar" sicher gewesen... Für die NDW- und Punk-Fans habe ich in der entsprechenden Discographie einige Links neu hinzugefügt, wo man viel Interessantes und Kuckenswertes über diese Musik finden kann. Und zum Monatsbeginn gleich noch das schöne Cover von dem Bela-Lugosi-Serial THE PHANTOM CREEPS, das uns allen Mut macht...

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