Die
Geburt des April aus dem Geist der Kartoffelchips
(Der Mai ist auch dabei!)
Newstickerarchiv
300505
Unheimliche Dinge tragen sich zu im Haus, in dem ich wohne: Jüngst
erzählte man mir von zwei Videokassetten, die in unserem
gewölbeartigen Fahrradkeller entdeckt wurden - einem Ort, an dem
ich mich bislang noch nie aufgehalten habe. Ich brachte die
Fundstücke nicht mit mir in Zusammenhang. Heute jedoch stog ich in
die Tiefe, um nach dem Rechten zu sehen (und, ich gebe es zu, die Tapes
gegebenenfalls zu mopsen!) Dort lagen sie: THE WEREWOLF OF LONDON
(1935) und FRANKENSTEIN MEETS THE WOLF MAN (1943). Wie ich mich jetzt
erinnerte, hatte ich die Tapes vor etwa anderthalb Jahren auf eBay
ersteigert. Was machten die beiden Schätzchen jetzt minus
Verpackungsmaterial im Fahrradkeller? Meinen Nachbarn vertraue ich
eigentlich, und wenn ein betrügerischer Postmann sich die Dinger
unter den Nagel reißen wollte - warum ging der in den Keller, wo
man ihn immerhin entdecken könnte, und dann: Ade, Job! Gibt keinen
Sinn... Nach dem Fall mit der verschwundenen groben Landleberwurst von
Familie Z. der zweite Fall von Postfrevel, der sich hier zuträgt.
Wohne ich in einem Vipernnest? Spukt es gar? Das erinnert mich an jene
Begebenheit, die mir als bare Münze aufgetischt wurde: Ein
Pärchen, das ein Bekannter von mir zu kennen vorgab, fuhr in den
Urlaub, um sich dort mal so richtig pauschal verwöhnen zu lassen.
Nachdem die zwei Wochen rum waren, kehrten sie befriedigt nach Hause
zurück und entwickelten ihre Fotos. In irgendeiner Fotoserie
tauchten dann auf einmal einige brutal aussehende Rocker auf, die sich
in der Wohnung herumtrieben und allerlei Schindluder anstellten, sich
z.B. eine Zahnbürste in den Po steckten. Die Welt ist ein
unsicherer Ort - dunkle Dinge gehen vor!
290505
Heute war ich in Hagen und hatte meine Digitalkamera dabei. Der
größte Teil der Fotos entstand auf
dem Gelände der berühmten Hohensyburg, welche ja bekanntlich
um 1100 erbaut worden war, bevor sie Ende des 13. Jahrhunderts von dem
Markgraf Franz von Otzingen dem Erdboden gleichgemacht wurde.
190505
Am Samstag findet erneut eine sensationelle Prunksitzung des "Geheimnisvollen Filmclubs Buio Omega"
statt, die diesmal unter dem Monicker "Stoßseufzer" läuft.
Hiermit sind Seufzer sinnlicher, aber auch übersinnlicher Natur
gemeint, die zum einen Venedig unter Wasser setzen und zum anderen
Freiburg zur ewigen Ruhe läuten. Zum Film von Dario Argento
brauche ich wohl nicht mehr viel zu sagen. Es handelt sich um den
meines Erachtens besten dieses Regisseurs - THE CARD PLAYER wird also
nicht gezeigt... :) Stattdessen donnern die Kesselpauken der Rockgruppe
Goblin, und unheimliche Stimmen säuseln Unsagbares im Dunkel der
deutschen Nacht. Sollte man mal im Kino gesehen haben, denke ich. Das
Begleitwerk steht ganz im Zeichen von Laura Gemsers schlanken Reizen,
die diesmal in einen Nonnenhabit eingezwängt sind. Gibt
Schlimmeres, möchte man meinen. Zum Beispiel dieses Schild hier,
das ich in der Nachbarschaft meiner Freundin aufgenommen habe:

Ungewöhnlicher Spargel
für eine faire Gesellschaft - NRW geht wählen!
140505
Habe heute ein gräßliches Zitat gehört: "Wenn
ich groß bin, will ich ein kleiner Junge sein." Igitt.
Gesprochen hat diesen Zinnober André Heller, der als
Aphorismenschmied ja einen gewissen Ruhm besitzt. Wenn ich groß
bin (bin ich schon, ätsch!), will ich mitnichten ein kleiner Junge
sein. Wer als Erwachsener ein kleiner Junge sein möchte,
wünscht sich ja gewissermaßen, als geistig
Zurückgebliebener sein Leben zu fristen. Verstanden werden
muß dieses Zitat natürlich als Huldigung an die
vermeintliche Unschuld und - obacht, erneut ein fieses Wort! -
Unverbautheit der Jugend. Die ganze Welt als Hort der Wunder empfinden
und der ganze Kohl. Nicht mehr mit Voreingenommenheit den Zauber
zerstören, den die Welt birgt für jenen, der geradlinig in
die Welt hineinschnuppert und den ganzen Arschpfropf an
Verbindlichkeiten, den das Erwachsenenleben nun mal mit sich bringt,
ignorieren kann. Wenn ich mir die Nachmittage in Erinnerung rufe, die
ich damit verbracht habe, Massenexekutionen mit Playmobil-Figuren zu
inszenieren und mit einer Lupe unschuldige und unverbaute Ameisen zu
grillen, wünsche ich mir das keineswegs zurück. So albern
einem Vernünftigen jeder anmutet, der versucht, jünger zu
sein, als er tatsächlich ist, so verkitscht beifallsheischend ist
dieser pseudoromantische Nonsens, der auf Edgar-Gratispostkarten
wirklich am besten aufgehoben ist. Das ist genau so ein Tinnef wie das
Charles Chaplin zugeschriebene "Jeder
Tag, an dem man nicht lächelt, ist ein verlorener Tag." Das
ist auch Unfug. Chaplin und Heller sollten sich mal treffen und was
zusammen machen, hähä! Ich halte permanent lächelnde
Leute - außer bei Gelegenheiten, wo es wirklich was zu
lächeln gibt - für Umweltverschmutzung. Dieses Lächeln
zeugt nämlich meistens von Ignoranz und ist ein Faustschlag ins
Gesicht des ringenden, bangenden Gegenübers. Der versucht, seinen
Lebenskampf einigermaßen würdevoll und statthaft über
die Rampe zu bekommen. Es gibt - so habe ich irgendwo gelesen - sogar
Lachkurse, bei denen es Menschen als erstrebenswert angedient wird,
ständig zu lachen. Sorry, wenn ich das so sage, aber - dauernd
grinsen tun die Debilen! Wer dauernd grinst, entwertet den Akt des
Sichfreuens. Der hat sich dem Diktat der kommerzorientierten
Grinsmichel unterworfen, die einem für teures Geld Seifenflocken
verhökern wollen. Der gehört ins Fernsehen! Oder, noch
besser, in die Kontaktanzeigenecke, wo ständig irgendwelche
Humorlosen Leute mit Humor kennenlernen wollen. Die sollten lieber
nette Leute mit Substanz kennenlernen wollen, und das sind eben normal
liebende und leidende Mitmenschen, nicht Dummknödel, die sich
selber für humorvoll halten! Da landet man blitzschnell bei Paris Hilton, die ja neulich
gerade bei Gottschalks "Wetten, daß" aufgetaucht ist. Für
gewöhnlich ist an der Auswahl an Promis, die sich in dieses
Zugpferd des ZDF verirren, ja nichts auszusetzen, denn selbst wenn man
den Geschmack der Redaktionshachos nicht teilt, so haben die meisten
dort eingeladenen Menschen mehr geleistet als sehr viele andere. Wer
ist Paris Hilton? Die Tochter eines sehr reichen Mannes. Mehr nicht!
Die ist blond, kokettiert auf dummdreiste Weise mit diesem Umstand und
jettet von Cannes nach Acapulco, weil Daddy sich hundert Töchter
von ihrem Schlag leisten kann. Damit ihr nicht langweilig wird, spielt
sie auch in Filmen mit, u.a. in dem Remake von HOUSE OF WAX, das jetzt
herauskommt. Natürlich hat ihr Mastermind Gottschalk nicht die
Frage gestellt, ob sie Vincent Price kennt. Natürlich hat sie
Gottschalk nicht nach ihren Erstlingswerken befragt, die ja nur
über Internet vertrieben werden und ihre mittelmäßige
Fertigkeit in der hohen Kunst des Blasens ausstellen. Das Publikum
schien sie zum größten Teil als das Zootier zu begreifen,
das sie ist, nämlich ein mit Gelee Royale aufgezogenes
Kunstprodukt, das von ihren großartigen Eltern niemals eine
Chance bekommen hat, etwas anderes zu werden. Aber wie kann das kommen,
daß so eine Dumpfbacke jemanden interessiert? I don´t
fucking get it! Selbst Cindy Crawford - ein berühmter "Fleisch-
und Blut-Bügel", wie M. Goldt das nannte - ist wenigstens
sympathisch und besitzt eine Portion Demut in bezug auf ihren
kolossalen Erfolg. Frau Hilton schwätzt dumm und sammelt Punkte
bei Punkteabgabewilligen. Ein komplettes Disaster in Stil, Aussehen und
Tat. Ein lustlos domptiertes Zirkusfüllen mit lustigem Hut auf.
Weia!
+++
In meinem neuen Artikel für die "Splatting Image" wird der 1934er
THE MANIAC enthalten sein. Da der Dialog aufgrund der schlechten
Tonqualität sehr schwer zu verstehen ist, möchte ich auf
einen Online-Abdruck des Drehbuches verweisen, der zwar aktuell nicht
mehr zu finden ist, aber im Google-Cache noch aufgespürt werden
kann. Findest Du hier.
+++
In meinem Privatleben - das ja für gewöhnlich eine
schillernde Reise in den Glamour ist - hat sich nicht viel getan.
Gestern bin ich wegen des guten Wetters nach Schloß Berge
gegangen und habe dort Enten gekuckt. Nö, gar nicht wahr - da war
was Besonderes! Es gibt da nämlich einen Baum, der wächst
schräg in den See hinein. Seine Spitze endet ca. 8 Meter hinter
dem Ufer, 4 Meter über der Wasseroberfläche. Bei
früheren Spaziergängen habe ich mich schon einige Male vor
anderen entblößt, indem ich vor einer Besteigung der Krone
zurückgescheut bin. Mein Schwager ist da z.B. draufmarschiert, als
wäre das gar nichts. Ich leide aber leider unter Höhenangst.
Das ist normalerweise gar nicht beklagenswert, da ich große
Höhen einfach meide. Aber bei der Baumsache habe ich mich bislang
schön zum Horst gemacht, bin immer nach der Hälfte umgekehrt.
Gestern aber, als niemand dabei war, bin ich einfach hochgelatscht und
hing da zwischen Leben und Tod, oder eigentlich zwischen trockenem
Leben und nassem Leben. (Wobei, wenn ich noch auf dem über dem
Festland gelegenen Teil des Baumes ausgerutscht wäre, hätte
ich mir übel wehtun können!) Gestern bin ich da
hochgelatscht! *debilgrins*
+++
Und ich habe Guido Westerwelle gesehen! Ich stand ca. 5 Meter von ihm
entfernt und beobachtete das sinnliche Spiel der Scheinwerfer auf
seinem Gesicht, als er in Gelsenkirchen-Buer gastierte, höchstens
500 Meter von meiner Wohnung entfernt! Das war ein toller Abend, der
mich auf die kommende Wahl angemessen einstimmte. Ich wäre niemals
gegangen, wenn mich meine beiden Nachbarn nicht gefragt hätten. So
aber bekam ich Gelegenheit, den berühmten Herrn mal aus der
Nähe zu betrachten und seine Professionalität zu bewundern.
Die politische Bandbreite der Liberalen (Loriot: "Im liberalen Sinne
ist liberal nicht nur liberal...") war strikt hierarchisch geordnet und
reichte von den Jungspünden - die aussahen wie Klassensprecher auf
Lebenszeit und brav mitnickten - über die Frühvergreisten
(=die Kommunalschergen) bis zu den Spitzenleuten. Bei den Spitzenleuten
wurde zuerst jemand vorgeschickt, der Tankwart oder so hieß und
kaum ein ehrliches Wort vorbrachte, das aber immerhin
einigermaßen geübt. (Er warf z.B. den Grünen vor, sie
hätten das Werk Soundso dichtgemacht und damit Arbeitsplätze
vernichtet. Robert raunte mir zu, daß er immerhin hätte
erwähnen können, daß es sich um eine
Wiederaufbereitungsanlage gehandelt hat...) Dann kam Westerwelle,
dessen immerwährende Jugendlichkeit einem schier den Atem
verschlug. War schon ganz faszinierend. Ich kam mir vor wie auf dem
Mars.

Unverändert, aber leicht
verwackelt.

Rock´n´Roll forever
(oder so).
040505
Da im April nicht viel zusammengelaufen ist (der Höhepunkt war
zweifellos der Nazisalat!), schließt der Mai nahtlos an. Nahtlose
Bräune erhoffe ich mir vom Wonnemonat, auf daß der Herrgott
sich unser erbarmt und - frei nach Schneider - ein paar güldene
Strahlen auf unsere Erde tut. Ich war nicht untätig, sondern
schulterte die Woche in gewohnter Manier. Mit Milde, Milbe und einem
Schluck lecker Orangensaft! Ich habe meinen neuen SI-Artikel bereits
zur Hälfte fertig. Heute habe ich einen Text über einen
christlichen Erbauungs-Splatter-Film geschrieben. Außerdem lief
ALIEN VS. PÄDERATOR, was ich mir jetzt auch einmal zuführen
wollte. Ich kann da nur sagen: Alien = schwul. So heißt das ja
wohl in Neucomputersprech. Die alten Seiberköpfe sind doch alle
frigide! Die trinken doch Schnaps, die Säue! Und der Predator
(prädätä!), der kommt mir ja schon mal gar nicht
über die Türschwelle! Der repräsentiert nämlich die
schwarze Einwohnerschaft der USA, zumindest im Subtext, und da ist mir
der Genosse mit dem Fünfmeterpenis im neuen SI-Artikel ja schon
lieber, da der nicht so kompromißlerisch drauf ist. Der Predator
läßt sich beliebig
eingemeinden, was zweifellos das Schlimmste ist, was man tun
kann. Der tut immer so dicke, nich wahr, aber in Wirklichkeit ist der
handzahm und windelweich, ein Steigbügelhalter
bigotter Konformismusideale. Und was man an idiotischem Subtext
noch so alles in diesen dummen und öden Film reindeuten kann.
Liest Du hier.
Da ich derzeit außerberuflich dabei bin, mir das Gesamtwerk des
Zopfträgers Steven Seagal zu erschließen, sollte ich mein
Tagebuchregister mal updaten. Mache ich vielleicht gleich mal; bin ja
kein Unmensch. In der Videothek, in der ich mir all die schönen
Zopfträger-Epen ausleihe, wurde mir heute ein Rüffel
erteilt. Bei der walkürenhaften Teilzeitkraft, welche dort
waltete, habe ich jetzt wohl verschissen. Dabei war der Anlaß
Tinnef: Auf dem Tresen lag ein Schild, das mir verriet, das
Feiertagspaket zum Vatertag bescheide mir 3 DVDs bis zum Freitag
für nur 10 Euro. Ich stutzte, beträgt der normale Preis
für denselben Zeitraum doch nur 9 Euro. Ein Feiertagspaket
bedeutet dem Kunden doch eigentlich, daß man ihn besonders lieb
hat und ihn als Ersatz für eine körperliche Kosung ideelle
Vorzüge genießen läßt. Die Divergenz zwischen
"normal" und "besonders" hieß mich zaudern! Ich bemerkte dies
arglos, nur um scherzhafte Konversation zu treiben. (Ich mußte ja
auch den Umstand elegant überspielen, daß ich heute
unrasiert war und meine Haare nicht gewaschen hatte.) Die Antwort war
ebenso humorlos wie befremdet, um nicht zu sagen überfremdet:
"Naja, das soll ja auch ein Geschenk für uns
sein!" Dies sagte sie mit einem Blick, der mich
unmißverständlich mit den lustigen kleinen Lebewesen
zusammenwürfelte, die man findet, wenn man den schweren
Wackerstein im Garten umdreht. Mit uns
meinte sie fraglos eine komplette Verschmelzung mit ihrem Arbeitsplatz,
will heißen: allen Kollegen, was ja an sich wohllöblich ist
und in dem gegenwärtigen lamentablen Klima von Unzufriedenheit,
das an so vielen Arbeitsplätzen herrscht, mit einer
Gehaltserhöhung zu belohnen. Ich als Kunde fühlte mich aber
etwas verarscht. Ist mein Entgelt für das Entleihen schlechter
Filme eine Opfergabe
an höhere Wesen? Höher als ich, womöglich? Ich
erinnerte mich an den freundlichen Inder, der neulich im Café so
herzig fragte: "Wolle Rose kaufe?" Der würde gerne Pornovideos
verlaufen und dabei Kunden anschnauzen. Der wäre freundlich gar.
Ich hätte sie fast noch gefragt, ob sie sich was dabei denkt, wenn
sie vor lebensgroßen Pappaufstellern bedient, deren Gesichter
fast zur Gänze von Sperma
bedeckt sind. Damit wir uns recht verstehen: Das Sperma war
auffotografiert, nicht original. Da hatte niemand seinen Mannessaft auf
die Aufsteller entlassen. Das wären ja indiskutable
Arbeitsverhältnisse. Das war schon da, als geknipst wurde. Quasi
als Requisit draufgewichst. Dann geknipst. So war das. Vor einiger Zeit
gab es da auch noch einen Geldablageklöben aus Kunststoff, auf dem
"Abuse me" zu lesen war, also: Mißbrauche mich! Ich habe mir - um
keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen - keine Pornos
ausgeliehen. Das tue ich nicht. Ich habe mir einen ganz sauberen
Gewaltfilm ausgeliehen, und als ich mir neulich DER TODESKING vom
lieben Butti kaufte, mußte ich mir sagen lassen, das sei ja
pervers. Damals hatte ich wenigstens die Traute (schöner
Ausdruck!), zu sagen, es sei ja wohl mal weniger pervers, sich einen
poetischen Film wie den von Butti zu kaufen als Filme, in denen sich
andere Leute mit "Eetz" (wie man hier sagt!) infizieren. Das
mündete dann in eine fruchtlose Debatte darüber, daß ja
alle Pornodarsteller Atteste haben, Latten und Atteste. Daß man
sich mit einem Attest getrost den Podex abwischen kann, wenn man nicht
mit Sicherheit sagen kann, ob der Sparringspartner in den letzten 6-8
Wochen keinen ungeschützten Verkehr gehabt hat, hinterließ
keinen bleibenden Eindruck. Was habe ich mir überhaupt
ausgeliehen? Der Betze hat ja jetzt DAS LUSTSCHLOSS DER GRAUSAMEN
FRAUEN herausgebracht, einen der besten Filme von Jean Rollin. Das fand
ich schon ziemlich toll. Schöne Vampirfrauen und trotz des
volltönenden deutschen Titels dezente Fetischerotik im besten
Spätsixties-Stil - jeden Euro wert!
***
In eigener Sache: Unsere Band braucht einen Drummer! Nähere
Hinweise findet Ihr hier.
***
In nächster Zeit wird es nicht nur einen, sondern vielleicht auch
zwei neue DVDs mit Audiokommentaren geben, auf denen ich mitwirke. Bei
der einen wird hoffentlich mein Freund Robert (von oben) dabei sein,
bei der anderen einer der größten Kinski-Kenner, die ich
kenne, der Kai. Kai ist übrigens nicht nur ein ungewöhnlich
intelligenter und liebenswerter Mensch, sondern auch praktizierender
Hoffnarr! Seit letzter Woche hat er auch seine eigene Website. Schaut mal drauf.
***
Am Schluß möchte ich noch einen Forenthread empfehlen, der
illustriert, mit was sich manche Menschen die Zeit vertreiben! Man ist
versucht zu sagen: Probleme, so schillernd wie Deutschland. Aber wer
will da den Richter spielen? Wer will das Paket mit den Minuspunkten
öffnen? Zum drängenden Problem der Größe von
Abwasserentsorgungsrohren geht es hier.
P.S.: Eine der größten Frauen, von denen Ihr mehrheitlich
wahrscheinlich noch niemals gehört habt, ist gestorben: Dr. Erika Fuchs. Wer sie
war, lest Ihr in meinem Nachruf.
Eine Heilige.
260405
Mein gegenwärtiges Studium der Schriften H.P. Lovecrafts hat mich
dazu gebracht, das Internet zur Abwechslung mal zu etwas Sinnvollem zu
verwenden: Ich studiere die Entstehung der Welt! Nochmal, etwas lauter:
DER WELT!!!
Wußtet Ihr schon, daß unser Sonnensystem erst seit etwa 4,6
Milliarden Jahren existiert? Die ersten Landwirbeltiere machten sich
vor etwa 370 Millionen Jahren mausig. Dazu gehörten u.a.
Türsteher, Hooligans und das berüchtigte Quonsch. Saurier
kamen um ca. 230 Millionen v. Chr. hinzu. ließen mehrheitlich die
Wirbeltiere schön in Ruh´ und kauten an Urzeitfarnen. Zu
jenem Zeitpunkt war unsere Welt noch ein einziger großer
Kontinent, den die Fachleute "Pangäa" heißen. Das ist
finnisch für "Riesenzumpen", soweit ich weiß. Gegen ca. 65
Millionen v. Chr. war es mit der Pracht der Saurier schon wieder
vorbei. Dafür betraten die Säugetiere die Bühne. Die
Ursäuger (dollybusteri quonsch) entwickelten sich schon bald zum
Menschen, der als "homo erectus" etwa um 1,8 Millionen v. Chr. erste
Werkzeuge herstellte. (Wofür, kann man sich mit etwas Fantasie
selber vorstellen!) Der Erectus erigierte bis etwa 200.000 A.D. und
wurde vom "homo sapiens sapiens" abgelöst, der auch die erste
Währung erfand (Neandertaler). Im folgenden werde ich den "homo
sapiens sapiens" als HSS
bezeichnen. Oder eigentlich nicht, denn er ist nicht weiter wichtig. Um
15.000 v. Chr. zogen sich die Gletscher netterweise zurück, und
die Eiszeit hatte ein Ende. Das europäische Mammut und das
Wollnashorn starben aus. Waffen waren schon längst erfunden. Jetzt
konnte der Ackerbau beginnen. Um 7000 v. Chr. wurden erste Dörfer
gegründet, um 5000 die erste Schrift erfunden. Durch ungehemmte
Vermehrung kam es zur Spaltung in viele Volksstämme. Griechen,
Italiker, Slawen, Kelten usw. entstanden. (Wir schreiben ungefähr
das Jahr 4500 v. Chr.! Es mögen auch ein, zwei Jahre mehr gewesen
sein!) Um 1968 n. Chr. wurde ich geboren. So schnell geht das!
***
Lovecraft erzählt ja sehr gerne von den "Elder Ones". Das waren so
glubschige Riesenmolluskeln mit Beinen, Flügeln und Glibber, die
eine ehrfurchtgebietende Zivilisation errichteten, lange bevor der
Mensch seinen Siegeszug antrat. Zwischendurch gab es mal mächtig
Ärger mit Oktopoden, die aus dem Weltall kamen. Und auch die
für niedere Dienste gezüchteten Schokothoten (oder so
ähnlich) wurden aufmüpfig und zettelten Palastrevolten an.
Der Mensch des 20. Jahrhunderts erlebt diese alten Mythen bei Lovecraft
immer als "unsagbar unaussprechliches Grauen von jenseits der Zeit, wie
Schreckensgemälde von Ashton-Smith zeigten, die der verrückte
Araber Alhazred in seinem vermaledeiten Necronomicon nicht zu
beschreiben wagte, da die Trabanten der legendären Ebenen von Leng
als Erben des Cthulhu-Gezüchts feige wie Otter waren" oder so. Die
Vorstellung einer weltallstämmigen Rasse, die sich in der Ursuppe
unseres Planeten eingerichtet hat, ist so unziemlich nicht, Was wissen
wir denn wirklich von den Kindertagen unseres Planeten? Irgendwie so
Affen, welche aus Fischen und niederem Gewürm, Evolution, weil
Charles Darwin hat das ja gesagt! Können wir nicht die
Züchtung einer hochzivilisierten Rasse von Sternenmollusken sein?
Die den FC Bayern gar nicht gekannt hat, wie sich das auch gehört?
Ich stelle mir ja immer vor, was wohl passiert wäre, wenn Mike
Hammer auf diese Mollusken gestoßen wäre. Der hätte
vermutlich Evolution Evolution sein lassen und kurzen Prozeß mit
ihnen gemacht.
`"Scheiß-Mollusken!" grunzte Hammer und zog den Abzug durch. "Das
sind verdammte Kommunisten!"´ Oder so. Die Menschheit
hätte sich anders entwickelt, wäre Mike Hammer bereits im
Präkambrium auf der Bildfläche erschienen! Aber es ist ja
nicht passiert, und so dürfen wir in den blumigen, krumigen
Schriften Lovecrafts lesen und staunen...
***
Das Wochenende war sehr erbaulich und schenkte mir erneut schöne
Stunden mit meinem Goldschatz! Tatsächlich ist es nicht lange her,
daß wir an der Tanke angesprochen wurden, wir seien doch bestimmt
frisch verliebt. "Seit zwoeinhalb Jahren!" antworteten wir
wahrheitsgemäß. Unser Turteln überdauert die
Jahrhunderte, ähnlich wie die Mythen der Mollusken. Das ist
schön und trostspendend, wenn die Nervkobolde an die Türe
klopfen. Und die klopfen ja immer! Dummheit und Stillosigkeit feiern
Urständ, und das vorsätzlich! Gestern gab es den
12-stündigen Schauprozeß von Michael Jackson, will sagen: Joschka Fischer, und die
Medien hatten einen "field day", wie der Engländer sagt. Meine
Mutter rief mich schon früh an und zeigte sich entsetzt
darüber, daß so jemand unser Außenminister sei.
Tatsächlich hatte Joschka gegen Mittag einen ausgesprochenen
Hänger und zeigte Nerven. Danach fiel er wieder in seine
angestammte Arroganz zurück und gab den Inquisitoren Kontra. Egal,
wie man die Leistung unseres ehemals beliebtesten Politikers in dieser
Sternstunde der Mastercard-Affäre betrachtet - mir fiel nur die
Kinnlade herunter angesichts der zutiefst präpubertären, ich
möchte sogar sagen: präkambrischen Affigkeit der ganzen
Veranstaltung. Das war wirklich unterste Schublade, und unaufrichtig
bis ins Eigelb. Auch spannend war´s, oh ja, wie eine lange Folge
von "Matlock", den gaffenden Augen der nach Wahrheit gierenden Massen
dargeboten. Geredet wurde eine Menge von Wahrheit, doch in erster Linie
ging es bei diesem Medienspektakel darum, Wahlkampf zu betreiben. Wie
auch anders... Jede Geste, jedes Mienenspiel ging direkt über den
Äther, und obwohl Fischer als Zeuge geladen war, war er
natürlich der Angeklagte. Ist er wirklich der Chefzuhälter,
den diverse Trittbrettfahrer aus ihm machen wollen? Ein
hochprofessioneller Machtpolitiker, keine Frage, keine Widerworte. Die
Grünen hätten schön in der Opposition bleiben sollen.
Die Macht verändert den Menschen. Da wachsen neue
Verantwortlichkeiten, neue Interessen, und das Pleistozän
überleben nur die Härtesten... Fischer überdauerte die
ganze Sitzung sehr gelassen. Seine Freunde feierten ihn als strahlenden
Sieger, seine Feinde taten das genaue Gegenteil - wie immer. Gähn,
gähn. Gewinner waren einzig und allein die Medien, die dieses
Zerrbild von Wahrheitsfindung aufgrund ihrer unerträglichen
Quotennuttenhaftigkeit präsentiert haben. Ich persönlich
meine, daß Fischer dieses Spektakel nicht lange überdauern
wird, denn ihm gehört jetzt die Assoziation mit dem trotzigen
Prügelknaben auf der Anklagebank, der sich trotz arroganter
Renitenz willig dem Kreuzfeuer der Profikarrieristen gestellt hat. Der
sich mit Häme und Gehässigkeit hat überhäufen
lassen und dies hinterher als Sieg für die demokratische Gesinnung
gefeiert hat. Er ist alt geworden, der Fischer. Bald wird er gehen. Er
war sehr Profi, das ist alles, was man dazu sagen kann. Das waren seine
teilweise sehr ekligen Angreifer auch. Pack schlägt sich, Pack
verträgt sich.
***
Am Wochenende haben ich und meine Frau einen Tierfilm gesehen. Darin
räkelte sich ein Löwenmann wohlig und feist in der prallen
Sonne, Bauch nach oben, die Beine von sich gestreckt. Die Kommentatorin
äußerte dazu die unsterblichen Worte: "Der Löwe ist ein Meister der
Entspannung." Und damit verabschiede ich mich für heute!
P.P.S.: Einen sehr tief empfundenen Nachruf findet Ihr hier.
190405
Endlich hat das Warten ein Ende! Ich bin überglücklich
über die Wahl - Papst zu sein, habe ich mir schon lange
gewünscht. Als das Fax durchkam, bin ich sofort rauf zu Robert +
Bettina und habe von der tollen Neuigkeit erzählt: "Ey, wißt
Ihr was? Ich bin jetzt Papst! Da kuckt Ihr, was?" Ich finde es gut,
daß endlich auch mal wieder ein Deutscher Papst geworden ist.
Sehr schön hätte ich auch den Ghanesen (Ghanäer?)
gefunden, weil der so nett kuckt und so schwarz ist. Das hätte mal
ein Papst des Wandels werden können, ein echter Wandelpapst... Ein
Windelpapst hätte es auch werden können, aber so alt bin ich
ja nicht. Und schön, daß es einen Deutschen getroffen hat,
und nicht etwa einen Bayern. Wenn ich meinen Thron besteige, werde ich
mich artig bedanken und verkünden, daß ich das in mich
gesetzte Vertrauen zu rechtfertigen gedenke. Auch werde ich leger mit
meinem Programm wedeln, denn ein ordentliches Programm gehört sich
schon für einen Papst. Wie das aussehen wird, weiß ich noch
nicht genau. Ich habe ja nicht ernsthaft damit gerechnet, daß ich
gewählt werde! Daß ich eine Lobby besitze! Zuerst einmal
muß man natürlich den Quatsch mit dem Zölibat
abschaffen. Das ist nicht mehr zeitgemäß, und wenn die
Mönche zuviel Weihwasser im Füller haben, dann wissen sie
häufig nicht, was sie tun, wie das schon in der Bibel steht. Mit
Sicherheit würde ich einem unverkrampfteren Umgang mit der Kultur
das Wort reden. Es gäbe zum Beispiel einen Papisten-Videoring, in
dem nur vom Vatikan gebenedeite Werke vertrieben werden, und wer dem
Club beitreten will, muß einen kleinen Test bestehen, um zu
belegen, daß er sie auch alle gesehen hat. Da ich in Schabernack
wie vernarrt bin, kämen da auch so Sachen rein wie Bunuels
VIRIDIANA, DAS LEBEN DES BRIAN und DER MÖNCH UND DIE FRAUEN mit
Franco Nero. DIE TEUFEL von Ken Russell wäre mir etwas zu provo.
Mal keine schlafenden Hunde wecken! Einmal Inquisition reicht
wirklich... Vielleicht sollte man die Sache mit dem Verteufeln und
Verbieten generell sein lassen und stattdessen integrative
Überzeugungsarbeit leisten. Mit Wochenendkursen wie "Missionieren
kann Freude bereiten" oder "Kreuzzug light - Mit dem Papamobil durch
die ganze Welt" läßt sich auch die grimmigste Religion
mondgerecht aufbereiten. Verzeihung, es muß natürlich
"wundgerecht" heißen. Schon wieder falsch: "mundgerecht". Mal
sehen, die Zeit wird´s zeigen. In jedem Fall habe ich mir
vorgenommen, fest auf dem Boden der Tatsachen zu stehen, ein ganz
normaler Typ zu bleiben, nicht abzuheben. Ein Papst zum Anfassen,
sozusagen. Besonders untenrum. Haha, ein Papstscherz, April, April!
***
Jetzt mal Themenwechsel: Ich habe heute wieder etwas Neues über
die Praxisgebühren gelernt. Am 27. des letzten Monats mußte
ich zum Hausarzt. Dieser gab mir eine Überweisung zum Hautarzt, um
ein Wehwehchen zu behandeln. Die zwei letzten Tage des Quartals konnte
ich aber nicht hin. Deshalb sah mich mitnichten der März, wohl
aber der April zum Hautarzt gehen. Ich bezahlte brav meine zehn Euro,
wartete zwoeinhalb Stunden im eigenen Saft und zeigte mein Wehwehchen.
So weit, so gut. Nun mußte ich zwei Tage später erneut zum
Hausarzt, der mich einem Spezialisten überstellte. Wie sich aber
herausstellte, will es das merkwürdige System der
Praxisgebühren, daß man sich Überweisungen generell nur
von dem Arzt holen darf, bei dem man die Praxisgebühren bezahlt
hat. Was soll das? Ich bin ja ohnehin bereits irritiert davon,
daß man nicht einfach einmal im Quartal seinen Blutzoll berappt
und dann drei Monate Ruhe hat, sondern sich mit seinen Krankheiten an
einen festgelegten Zeitplan zu halten hat. Wer am 28. Juni einen Unfall
hat, tut den Griff ins Klo! Das will mir nicht sinnvoll erscheinen.
Daß es nun aber auch noch so ist, daß ich - so das
Schicksal mir in den nächsten drei Monaten ein Fährnis in den
Weg legt, was schon mal passieren kann - nicht etwa zu meinem
heißgeliebten Hausarzt laufen darf, um mich angemessen beraten zu
lassen, sondern zum Hautarzt, den ich jetzt einmal in meinem Leben
gesehen habe und bei dem ich ellenlange warten mußte - das ist
vorsätzliche Menschenverachtung! Und doof! Obendrein! Heute bin
ich zum Hausarzt gegangen, habe mir von der Sprechstundenhilfe einen
Rüffel abgeholt, bin im strömenden Regen zum Hautarzt geeilt,
habe mir eine Überweisung zum Hausarzt abgeholt, zurück zum
Hausarzt, der mir erklärte, daß er seine Dienstleistung
sonst nicht verbuchen kann, sprich: keine Kohle bekommt. Nur nicht
krank werden!
***
Und jetzt noch zwei überraschende Auszüge eines
Pizzeriaprospektes:


"Es ist halt nicht jeder ein
abgehärteter Bimbo!" (Geisterjäger John Sinclair, "Der Ripper
kehrt zurück")
180405
Die neue "Fantomas"-Platte,
"Suspended Animation", kann man zum Beispiel so beschreiben:
Schweinchen Dick nimmt zum ersten Mal in seinem Leben Speed und
halluziniert, es werde von zwei von Kopf bis Fuß tätowierten
Kirmesrockern im Zeitraffer mit Vorschlaghämmern zerlegt. Als der
Rausch verfliegt, stellt es fest, daß es sich eigentlich in einer
Denkblase befindet, die über dem Haupt von Bugs Bunny schwebt, der
sich gerade von Elmer Fudd mit halber Geschwindigkeit anal penetrieren
läßt, und zwar in einem alten Kino, das nur noch
Douglas-Sirk-Melodramen zeigt und deshalb ständig am Rande des
Bankrotts dahintattert, aber es immer gerade noch mal so schafft. Die
beste "Fantomas"-Platte bisher! Keine leichte Kost, aber - never a dull
moment...
160405
Kommen
wir nun zum Geschäftlichen: Der Club war super und
führte die darbenden Massen mit einem deutsch-türkischen Werk
zusammen, das DES SATANS HEISSE, KESSE ODER FIESE TOCHTER hieß.
(Den genauen Titel habe ich bereits vergessen, aber der Regisseur
hieß Harry Reisch!) Die Moritat über ein gefallenes
Mädchen, das es ins lüsterne Istanbul verschlägt,
verschlug so manchem die Sprache. Es wurde aber fröhlich gelacht,
und ungläubige Augen dankten dem Komitee das Hervorkramen dieses
eigenwilligen Gassenhauers. Bud Spencer und Terence Hill prügelten
sich dann noch durch den wilden Westen, aber da ich dem Treiben des
munteren Duos gerade erst beigewohnt hatte, ging ich nach Hause, um zu
meditieren. Schalke 05
verspielte heute vermutlich die letzten Chancen auf die Meisterschaft,
doch die Stimmung der Schlachterbummler, die man auf den Straßen
antraf, war mitnichten fatalistisch. Eher herrschte aufgekratzte
Plauderlust vor. Mit dem Abschneiden Schalkes und Werders bin ich schon
jetzt ausgesprochen zufrieden, zumal ich zu Beginn der Saison nicht im
Traum mit den sich nun abzeichnenden Ergebnissen gerechnet hätte.
Daß mehr dringewesen wäre, ist wohl richtig, aber geht uns
das nicht allen so? *Tusch*
Wer es übrigens nicht glauben will, daß Forscher
neuentdeckte Schwammkugelkäfer
nach Bush und Rumsfeld benannt haben, kann sich hier von der
Richtigkeit meiner Aussage überzeugen. Nach dem
Fußballfiasko verzog ich mich nach oberhalb, wo Wärme und
Katzen hausen. Dort versuchten wir etwa 30 Minuten lang, der neuesten
sich unter Humorvorwand verbergenden und schon bald langweilenden
Instant-Provokation namens "Die 100 nervigsten Irgendwasse" auf Pro 7
Herr zu werden, doch selbst Gunter Gabriels gute Kommentare und Simons
immer willkommenes Auftauchen vermochten unsere Herzen nicht zu
erwärmen. Wir warfen den japanischen Geisterfilm JU-ON: THE GRUDGE
2 ein, der für zumindest ordentliche Resonanz und einiges
Hosenflattern sorgte. Mittlerweile habe ich mich doch dazu
entschlossen, mir das Remake im Kino anzuschauen, denn nun haben mir
schon einige dazu geraten. Nakatas Remake von RING 2 soll hingegen
ziemlich in die Hose gegangen sein. Schade eigentlich. Nach der
asiatischen Pracht warfen wir noch den grenzdebilen
US-Serienmörder-Trasher WHITMANS RÜCKKEHR hinterher, bei dem
die Meinung der Beisitzer gespalten war: Während die
männliche Hälfte des Publikums sich ob der dargebotenen
Absurditäten und miesen Darstellerleistungen gepflegt abrollte,
moserte die Frau im Hause über das Dummgeschwätze und die
ekelhafte platinblonde Vögelschnepfe, die wie eine noch
häßlichere Version von Meg Ryan ausschaute, wie unglaublich
dies auch erscheinen mag. Ansonsten wanzen sich die Neuigkeiten aus
aller Welt nicht gerade an. Der Papst ist tot - hattemaschon. Michael
Jackson wird der Pädophilie beschuldigt - hattemaschon. Was
gibt´s noch? Irgendjemand hat den Penis von irgendjemandem in
einer Ketchupflasche entdeckt - hattemanochnich, ist aber abgeschmackt
und degoutant. Außerdem banal, der fatale Aal. Heute nacht
träumte mir, mein Oheim schenkte mir einen 170-Euro-Schein. Ich
versuchte, den Schein bei der örtlichen Sparkasse einzulösen,
doch ein blonder Schreibtischfifi beschied mir, die Note sei so etwas
wie die "Blaue Mauritius" und ein Vermögen wert. Ich trullerte zum
Kassenschalter, doch nach langem Schlangestehen bekam ich zu
hören, die Kasse sei geschlossen. Eiserne Jalousien senkten sich,
mein wertvoller Schein wurde einbehalten. Ich fühlte mich
verarscht und erwachte. Warum muß immer ich so etwas
träumen? Andere Leute haben gesunde Alpträume - sie schlafen
mit Britney Spears, versinken im Treibsand des Teufelsmoors oder sind
verantwortlich für das Haushaltsdefizit unseres Landes. Ich
träume immer nur so einen abseitigen Hokomoko. Das ist doch nicht
fair. Fairer hingegen ist die gnadenlose Packung an guten DVDs, die ein
nicht genanntes Label derzeit auf unsere Schöße
entlädt. Da gibt es eine Box mit allen Sollima-Western, die zur
weitgehend unbesungenen Creme des Italowesterngenres gehören -
große Kunst in höchster Vollendung, und das in vorbildlicher
Gewandung mit zahlreichen Extras. Besagtes Label hat auch den megararen
Western BLINDMAN und den nicht minder vergessenen DJANGO - UNBARMHERZIG
WIE DIE SONNE wiederveröffentlicht und krönte das dann mit
einem vorbildlichen und erstmals ungeschnittenen Release von
Margheritis Gothic-Horror SCHLOSS DES GRAUENS - für einen Monat
reicht das! Da wird der Koch zum Chefkoch... Ansonsten wird gerade der
neue Artikel für die "Splatting Image" vorbereitet, in dem u.a.
ein Film besprochen wird, in dem ein schwarzer Mann mit einem
meterlangen Voodoo-Würgepimmel seine Opfer schlägt. Der sieht
dann ungefähr so aus:

Danach setzt es voraussichtlich wieder einen Artikel über trashige
Horrorfilme der 40er und 50er, u.a. das Juwel DIE SCHRECKENSKAMMER DES
DOKTOR THOSTI. Musikalisch delektiere ich mich derzeit an der neuesten
Veröffentlichung von Mike Pattons Formation Fantomas, die als
japanischer Kalender getarnt daherkommt und ein Gewitter
entläßt, das sich wie eine Easy-Listening-Variante von John
Zorns Naked-City-Projekt ausnimmt - hochgradig unterhaltsam und
spannend! Die letzte Fantomas-CD "Deliria Cordia" bestach durch sehr
schön-schreckliche Kunstbilder von Operationen, war aber
musikalisch hartes Brot. Die neue ist was für den Gabentisch und
bringt den Bregen auf Halbmast in Windeseile - guter Stoff, wie Mike
aus Groningen sagen würde. Meine eigene Elvis-Formation probt jetzt
übrigens seit ca. anderthalb Monaten in einem Keller, der in einem
Heim für psychisch Gestörte untergebracht ist. Wir geben
unser gewaltiges Bestes und haben schon einige Lobeshymnen eingeheimst,
die uns aber noch keinen neuen Drummer beschert haben. Bei der letzten
Lagebesprechung hieß es, der Schlagzeuger müsse "grooven",
d.h., Big-Band-Rhythmen ebenso drauf haben wie Metalgehämmere. Ich
werde eine entsprechende Seite noch einmal ins Netz stellen und um
Interessenten werben. Unsere Version von "My Guitar Wants To Kill Yo
Mama" rockt definitiv nur mit geeignetem Schlagwerk! Ansonsten habe ich
mit meiner geliebten Frau ein Wochenende
in Bremen verbracht. Während meine ebenfalls geliebten
Eltern uns den roten Teppich ausrollten (Danke an die wunderbarsten
Eltern der Welt!), versuchte die Hansestadt Bremen nach besten
Kräften, uns den Aufenthalt zu vermiesen: Es pißte und
hagelte nach Leibeskräften. Trotzdem nahmen wir die Innenstadt
mit. Wir durchmaßen den St.-Petri-Dom mit all seinen
Schönheiten. Wir beglotzten die Leichen im Bleikeller und
wunderten uns über die Natur ihrer Präservation. Wir suchten
den berühmten "Spuckstein" der Giftmörderin Geesche Gottfried
und wunderten uns, daß dieser einer neuzeitlichen Erneuerung
unterlegen ward, die nur Gipsköpfen unter den Honoratioren hat
einfallen können. (Fluch sei Euch!) Wir tollten um den Roland auf
dem Marktplatz, belugten die finsteren Gargoyles am Rathaus, neckten
die Bremer Stadtmusikanten und triezten die Bronzeschweine am Eingang
der Sögestraße, die irgendein Ruhrpottasi mit einem
Aufkleber der "Bochum Ultras" entweiht hat. (Fluch sei Deiner!) Meine
Heimatstadt war immer noch toll, und wir saßen in einem
Schnoor-Café und schlemmten Koffein von Meisterhand,
während der Niesel draußen herniederknisterte. Auch nach
vier Jahren Diaspora im Ruhrpott bin und bleibe ich ein Nordgestein,
fühle mich wohl im Walmen des Watt, suche mein Heil im
Marschgegrün. Es gibt nichts Schöneres als diesen ganzen
Müll, den ich früher nicht richtig zu schätzen
wußte. Er war alltags da, doch er erfüllte mich. Ich war da
zuhaus, und ich bin da zuhaus. Die Geographie ist machtlos gegen das
weserwütige Drängen der Eingeweide. Hier
ein erstes Vermächtnis.
140405
Am Samstag kommt es erneut zu einer Zusammenkunft der geselligen Art im
Schauburg-Kino von Gelsenkirchen. Auf dem Speiseplan des
"Geheimnisvollen Filmclubs Buio Omega" steht diesmal "Satansbraten",
kross angekokelt und abgeschmeckt von Köchen von Weltrang! Im
Zentrum des Programms steht diesmal eines der besten Leinwandabenteuer
des wohl berühmtesten italienischen Filmkomödiengespanns. Wer
es ist, darf ich leider nicht verraten, aber der eine Mann ist sehr
dick und der andere nicht. Enzo Barboni inszenierte einen
Comedy-Western der Superlative, und da viel gehobelt wird, fallen auch
wieder mächtig Späne! Um die brutalen Prügeleien etwas
leichter verdaulich zu machen, wird der Film begleitet von einer
singulär obskuren deutsch-türkischen Gemeinschaftsproduktion,
in der es um Drogen, leichte Mädchen und moralische Werte geht. Um
den "Film-Dienst" zu zitieren: "Der Film ist geeignet, christliche
Grundanschauungen zu zersetzen." Wir verstehen uns? Samstag um 11 Uhr
in der Schauburg...
080405
Oh, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich gut amüsiert!
Traditionell bin ich ja eher gelernter Beschwichtiger und Ausgleicher.
Harmonie geht mir über alles. Über fast alles, wie ich in
diesen Tagen erneut feststelle, denn was die Medien derzeit im
Bannstrahl des Papsttodes für Unfug weitertragen, geht einfach
nicht. Das geht ja nun mal gar nicht. Also, der Papst war bestimmt ein
liebernetter Mann, mit dem gut Kirschen essen und Marlboro Light
rauchen gewesen ist, aber der opportunistische Schmonzes, der momentan
abgesondert wird, um dem Trend zum Massenmitgefühl Rechnung zu
tragen, zeigt alle Merkmale einer kollektiven Lobotomie auf. Also, erst
einmal: Auf Beerdigungen wird immer gelogen, daß sich die Balken
biegen. Er oder sie war ein großzügiger, toleranter
Mitmensch, der allen zum Wohle war. Niemals entfleuchte seinen oder
ihren Lippen ein böses Wort, und Honigseim troff dort, wo der
Hingeschiedene wandelte. Gemeinhin bin ich auch der Meinung, daß
man den Mortuis nur Bonum nisien sollte - den Toten nur Gutes -, und
Vergangenes vergangen lassen sein sollte. Wir alle sind nur Menschen.
Niemand steht auf einem Haufen aus ersten Steinen, und was dergleichen
Gemeinplätze mehr den Wegesrand säumen. Nur - der Papst war
der Papst, Brüder und Schwestern! Was der Mann sagte, hatte mehr
Gewicht, als das, was Metzgermeister Erwin Karsubke im weinseligen
Halbdämmer vor sich hin zu säuseln pflegte. Wenn Erwin
Karsubke sagte, daß Schwule böse Menschen sind, dann kratzte
das praktisch niemanden. Wenn der Papst das sagt, dann glauben das
Millionen von Erdenbürgern und behandeln solche Leute wie
Otterngezücht, wie lieb und nett die auch immer sein mögen.
Wenn der Metzger sagt, die Afrikaner sollen beim Poppen der Kondome
entsagen, dann erstaunt höchstens das Interesse des Metzgers an
poppenden Afrikanern. Wenn Fürstin Gloria sagt, daß Schwarze
gerne schnackseln, dann sorgt das für wohlverdientes
Gelächter. Wenn der Papst das sagt, sterben Zigtausende von
Menschen! Das ist der kleine, aber feine Unterschied. Der Papst ist
für mich mitschuldig am Sterben von zigtausenden von Menschen. Das
ist nicht nichts. Das kriege ich in meinem ganzen Leben nicht hin, und
wenn ich mich noch so anstrenge! Und wenn dann Millionen von Menschen,
denen ich es einfach nicht abnehme, daß sie niemals
außerehelich poppen, zusammenströmen und kollektiv ihren
Tränenobulus entrichten, dann kommt mir das nicht polnisch,
sondern spanisch vor. Daß die Medien - ob katholisch, evangelisch
oder konsequent nihilistisch geprägt - zur Zwangspietät
erstarren und ein Dauerfeuerwerk teilweise beschämend seichten
Gefrömmels absondern, ist eklig. Es ist richtig widerwärtig.
Da interessiert sich doch keine Sau für den dahingeschiedenen
Herrn Wojtyla. Es geht einfach nur noch darum, ein marktträchtiges
Ereignis fachgerecht auszuschlachten. Papstfans verbitten sich die
Widerrede und fordern Respekt ein für den Mann aus Wadowice. Aber
warum sollte man nur die positiven Seiten einer Person hochleben
lassen? Wenn man AIDS ernstnimmt - und jeder, der ein Mitglied seines
Bekanntenkreises an die Krankheit verloren hat, tut das! -, dann sind
die negativen Seiten hier sehr folgenreich. Am Tode vieler Menschen
keinen Anteil zu nehmen, ist nicht christlich, sondern krank. Die
Folgen des eigenen Tuns zu ignorieren und das Siechtum vieler als
Schicksal zu deklarieren, ist eine Frechheit. Unterm Strich kriege ich
für mich nur heraus, daß ich den Herrn Wojtyla mit
Sicherheit nicht verurteilen kann, wohl aber ablehnen. Ist mir doch
egal, ob er ein relativ netter Vertreter seines Glaubens war! Wen
interessiert das? Er war der "Papst der jungen Generation"? Einer
jungen Generation, die sich vorschreiben läßt, mit wem sie
körperliche Liebe erlebt, und die sich erzählen
läßt, daß es besser sei, zu sterben, als Vorsorge zu
treffen? Das ist vorsätzlicher Unfug, eine grobe Gefährdung
von Menschenleben, nichts anderes. Die Leute glauben das, was sie
glauben wollen, und das scheint unabhängig von Bildung oder
Herkunft zu sein. Was ihnen nicht in den Kram paßt, wird
ausgeblendet, und wenn es den Tod anderer Menschen zur Folge hat. Bei
der Maischberger war neulich gerade eine frohgewordene Mutti zu sehen,
die Abtreibung als Mord an Kindern im Mutterleib definierte. Von diesem
Massenmord erzählte sie mit demselben "Hallo, ich bin ein
glücklicher Christ"-Lächeln, das sie vermutlich drauf hat,
wenn sie ihre Kaffeeklatschkumpanetten empfängt. Korrigiert mich,
aber wenn man von Massenmord erzählt, muß man doch
wenigstens wütend werden! Man muß zornig werden! Aber man
darf nicht lächeln, oh nein, um das eigene Ich geläutert zu
präsentieren - da ist ja wohl komplett Feierabend! Rainhard
Fendrich war anwesend, und zum ersten Mal war mir der Mann komplett
sympathisch, denn er gab der Frau beredt Breitseite. Der Mann von
"Herzblatt" gegen die krankhaft gesunde Frau - Zweikampf der Giganten!
Muß man sich als denkenden Menschen so herabwürdigen, um ein
gläubiger Mensch zu sein? Ich unterschreibe moralisch die meisten
Sachen, die bei der Bergpredigt geäußert wurden, aber die
professionellen Vertreter Gottes auf Erden zeichnen sich entweder durch
einen zu hohen Grad an Professionalität aus oder durch einen zu
hohen Grad an offensichtlicher Verbohrtheit und Unaufrichtigkeit.
Immerhin bekommt jetzt irgendein Kardinal mal Wind von mir, da ich mich
ins Kondolenzbuch eingetragen habe, das die BILD-Zeitung allen Ernstes
online präsentiert hat, um es mit großem Bohei einem
kirchlichen Würdenträger zu überreichen. Da ich trotz
der offensichtlichen Geschmacklosigkeit Bedenken hatte, religiöse
und vermutlich wirklich trauernde Menschen zu verletzen, habe ich nur
ein vermeintliches Christian-Morgenstern-Zitat geschickt: "Ein Licht
erlischt/ Die Karten/ Werden neu gemischt." Ist durchgekommen. Immerhin
etwas.
***
Für Besucher des Filmtagebuches habe ich zur praktischeren
Handhabung ein kleines Register erstellt. Findest Du hier...
***
Ansonsten muß ich einen kurzen Kniefall vor dem Comedy-Fernsehen
kundtun: Olli Dittrich hat mich mit seiner Sendung "Dittsche" jetzt
wirklich erwischt. Als bademanteltragender Schlappenmann schlurft er in
den Imbiß, um seine zwo oder drei Flaschen Bier einzuheimsen, die
er regelmäßig übersprudeln läßt. Der
Tresenmann darf sich dabei seine Pommesbudenlitaneien anhören, was
er mit unbewegter Miene tut. Die anderen Beteiligten finde ich auch
grandios. Beim ersten Mal dachte ich noch: Auhauerha, viel zu
pointiert! Mittlerweile lausche ich nur noch und habe meinen Spaß
dabei. Das tröstet einen über manches hinweg. Funktionieren
tut es nur, weil es eben keine platte Diffamierung à la Raab
ist, sondern eine gut beobachtete Schwachfug-Bestandsaufnahme
menschlichen Strebens und Scheiterns, aber mit Herz! Der Dittsche ist
im Grunde genommen nämlich richtig nett. Der erzählt eine
Menge Kohl, hat nicht viel in der Birne, kommt aber doch immer wieder
runter und nimmt sein Bier. Und macht weiter. Tag für Tag. Macht
Spaß! Ist nett!

"Der Juhnke ist da irgendwie
durchgerutscht, und das war doch auch´n Großer!"
030405
Tja, für einen ersten April war das diesmal etwas durchwachsen!
Ich hatte es mir absichtlich verkniffen, einen der zahlreichen
törichten Aprilscherze zu versuchen, mit denen man gemeinhin seine
nähere Umgebung nervt. Die Strafe für solcherlei elegantes
Verhalten folgte auf dem Fuße: Harald Juhnke verstarb.
Während mir das Hinscheiden des Pontifex Maximus - abgesehen von
seiner abstoßenden medialen Aufbereitung - weitgehend gleich war,
dauerte mich das Ende von Juhnkes Leidensweg doch sehr. Wenn jemand
sein Leben damit verbracht hat, einerseits Menschen Spaß zu
machen und andererseits mit seinen eigenen Dämonen klarzukommen,
bei alledem seinen Humor nicht zu verlieren und zumindest meistens gute
Miene zum bösen Spiel zu machen, dann nötigt mir das Respekt
ab. Abgesehen davon mochte ich ihn einfach gern. Da er die letzten
Jahre sowieso als tragisches Schattenbild seiner selbst verbrachte und
dement dahinvegetierte, war es aber wohl Gnade, die da wirkte. Bei
Johannes Paul II fällt mir die Anteilnahme schwerer, da ich nun
mal nicht katholisch bin und zudem mit seiner Politik nicht wirklich
konform ging. Ihm böse Dinge oder feige Ironie
nachzuschmeißen, fällt mir nicht ein - das wäre
schnöde und häßlich -, aber ebenso wäre es auch
schlicht unehrlich, Anteilnahme zu heucheln, wie sie derzeit von
allüberall hereinströmt. Nachdem das Siechtum des Mannes von
den Kameras minutiös verfolgt wurde (wenn auch zum Glück
nicht hautnah), ist ihm jetzt Ruhe vergönnt. So sehe ich das. Mal
sehen, wer den Posten als nächstes einnimmt. Mal sehen, ob ich
morgen was Spaßiges hinbekomme.

R.I.P.