WEIHRAUCH, GOLD UND MOHRRÜBE (DEZEMBER)

Schaffnerkappe

NEWSTICKERARCHIV

030105

Nachdem ich einigermaßen erfolgreich ins neue Jahr gestartet bin (incl. Mordskater, der aber eindeutig zum selbstverschuldeten Leid zählt), habe ich endlich Gelegenheit, ein paar Worte zu "Hartz IV" - von manchen böswillig als "HIV" verunglimpft - zu verlieren. Und zwar ist es ja nun so, daß die wenigsten wissen, was diese Zusammenlegung von Arbeitslosen und Sozialhelfern in Wirklichkeit alles einschließt. Hier der Inhalt in komprimierter Form, damit es auch die Landbevölkerung endlich mitkriegt: Das Arbeitslosengeld als solches wird abgeschafft. Wer sich zum Häufchensammeln im Stadtpark zu fein ist, wird demnächst einfach kommentarlos abgeschoben. Als Startgeld in dem Dritte-Welt-Land seiner Wahl bekommt er die Sozialhilfe, die allerdings gedrittelt wird nach dem Zinshammer des Vorjahres. Außerdem bekommt er eine Familienpackung "Magic Gum" - das ist dieses Zeug, das so schön im Mund knispelt, wenn der Speichel sein Zerstörungswerk beginnt. Sollte er bereits im Osten wohnen, darf er bleiben, bekommt aber eine Maulschelle und muß sich alle Axel-Springer-Reden anhören, die in Schallplattenform vorliegen. ("Kein Aufschrei geht durch unser Vaterland"!) Wer bei Müßiggang erwischt wird, wird zum Arbeitsdienst in den Salzminen von Wanne-Eickel vergattert und muß bei der Verrichtung seiner Tätigkeit singen, bekommt keine Entlohnung und schläft auf harten Pritschen. Wer einen DVD-Player oder ähnliche Luxusgüter besitzt, wird als Volksfeind eingestuft und mit Zwiebelsuppe nicht unter drei Personen abgestraft. Die Polizei bekommt uneingeschränktes Hausrecht bei jedermann, d.h., sie darf ohne Vorwarnung in die Wohnungen eindringen und dort verfahren, wie es ihr rechtens dünkt. Zuwiderhandelnde werden verstrahlt. Punks, die am Brunnen in der Innenstadt sitzen und Bier trinken, werden festgeleimt, als abschreckendes Beispiel. Vormalige Sozialhilfeempfänger werden zum Verfassen der Vordrucke eingeteilt, die seit Beginn des Jahres vielen Bürgern unseres Landes ins Haus flattern. Germanistikprofessoren achten dabei auf eine möglichst abschreckende Wortwahl, während die Semantik von den Tausendsassas abgeklärt wird, die sonst immer die Zusammenbauanleitungen der IKEA-Regale designen. Wer gerade menstruiert (nur Frauen), bekommt einen Regelsatz von 345 Euro. (Im Osten nur 331 Euro, damit die sich ärgern.) Der pauschalisierte Betrag ist dabei versteuerbar nach Verwaltungsrecht und kann im Normalfall abgezogen werden. Dies bedeutet neben mehr Selbstständigkeit auch mehr Selbstverantwortung. Am Beispiel des Bauern C.: Hat er für seinen Musterhof bislang staatliche Zuschüsse von jährlichen 2.500 Euro erhalten, so kriegt die jetzt sein Knecht, vorausgesetzt, daß er in der Gewerkschaft ist. Der Rest geht an die Krankenkassen. Liegt eine Schuldlast vor, so kann diese geltend gemacht werden nach Paragraph 251 des Bundesgerichtshofs. Widrigenfalls man klagbar werde. Ich hoffe, das ist klar. Dem durchschnittlichen Kleinunternehmer wird es bei Androhung schwerer Repressalien verboten, Konkurs anzumelden, es sei denn, er ist Familienvater. Dann wird ihm der Vermögensanteil für alleinerziehende Ehepartner zuteil, der ihn saniert, es sei denn, er ist doof. Ist er doof und Familienvater, gibt es immer noch die Möglichkeit, den Kleinbetrieb an einen Bedürftigen aus den neuen Bundesländern zu überschreiben, wofür er Witwenrente bezieht, bis er stirbt. Diese Sonderberechtigung erlischt bei erwiesener Unmündigkeit. Wer keine Kinder hat, wird vom Papst mit einem Bannfluch belegt und muß sterben bzw. wird im Kriegsfall als lebender Schutzschild verwendet. Etwas komplizierter liegt der Fall bei gleichgeschlechtlich orientierten Bürgern ohne Kinder, aber mit Kleinbetrieb. Diese erlangen den Status der Vollwitwer und bekommen den sogenannten "Gnadengroschen" (50 Euro), der aber geteilt wird durch das Einkommen des BILD-Kolumnisten F.J. Wagner und multipliziert mit der Prozentzahl des vom Individuum bevorzugten Rotweines. Danach ist Ruhe. Ich hoffe, mit meinen Ausführungen für etwas Beruhigung im zunehmend unübersichtlich werdenden Paragraphendschungel der Bürokratie gesorgt zu haben. Es ist alles ganz einfach. (Habe ich schon erwähnt, daß sich sämtliche großbrüstigen Sozialhilfeempfänger weiblichen Geschlechts über 16 demnächst kostenfrei für Frondienste zur Verfügung stellen müssen?) Das neue Jahr hat mir bereits ein schönes neues Wort geschenkt, nämlich "Mautpreller"! Ich weiß ja nicht, ob es schon Mautpreller-Clubs gibt, aber wenn nicht, so würde ich gerne einen gründen, wobei ich mich selbstredend zum obersten Mautprellbock ernennen lassen würde... Ich habe mit meiner Digitalkamera gerade Nacktfotos von mir geschossen (feat. Pimmel), die ich aber nur heterosexuellen Fleischern zugänglich machen werde, die nach Eckregelsatz bei Alleinerziehenden als Frühvergreiste gelten und in der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt sind. Alternativ gilt das auch für alleinerziehende Mütter unter 12 Jahren, die bereits Rentenversicherungsanspruch besitzen und in den neuen Bundesländern wohnen bzw. einen Geschäftshauptsitz in Luxemburg vorweisen können. Für die anderen gibt es leider nur meine nicht ganz ernstgemeinte Rezension von Orson Welles´ kompromißlosem Klassiker CITIZEN KANE. Wer mir zuliebe den nachfolgenden Text über Edgar G. Ulmers spottbillig produziertes Musical JIVE JUNCTION auch noch liest, kann kein ganz schlechter Mensch sein.

311204

Scheiße mit Reis

Lugubrius Metatron vom Planeten Zumpen IV wünscht allen Erdlingen ein gesegnetes neues Jahr mit viel Geschlechtsverkehr. Schaut weniger Fernsehen - dann wird alles gut. Klaatu barada nikto. In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, daß, wer noch Weihnachtsgeld übrig hat, es sehr sinnreich in die "Star Trek"-Boxen investieren kann. Womit ich die alte Serie meine, mit den durchscheinenden Blue-Screen-Effekten und den bunten Felsen aus Pappe. Ich vertreibe mir derzeit die Zeit mit einer Neusichtung dieser alten Kostbarkeiten, die mir mehr wert sind als sämtliche Avernerschilde der Welt. Toll auch, wer da alles an den Drehbüchern mitgewirkt hat: Robert Bloch, Richard Matheson, Harlan Ellison, Theodore Sturgeon... Auch sehr hübsch die Edgar-Wallace-Kollektion, die zwar meines Wissens noch nicht vollzählig erschienen ist, aber auch so schon sämtliche Wiederholungen auf Kabel 1 hinfällig macht. Letzten Endes sei auch die tolle Helge-Schneider-Box mit 4 Filmen (warum nicht JOHNNY FLASH?) erwähnt, auf der der Meister seine Werke auch selber kommentieren tut. (PRAXIS DR. HASENBEIN: "Dieser Film ist meines Erachtens sehr stilisiert.") Gestern TEXAS gekuckt und mir fast in die Hose gemacht. Übrigens habe ich die Box bei Karstadt gekauft, wo sie 49 Euro kostete. Kurz vorher hatte ich sie bei einem großen Konkurrenten gesehen, der so ähnlich heißt wie der Jupiter. Da kostete sie 65 Euro. 16 Euro Unterschied - nicht schlecht, muß eine alte Dame lange für stricken. Bei dem Riesen, der so ähnlich heißt wie der Jupiter, habe ich mir auch DER SEEWOLF mit dem armen Raimund Harmstorf gekauft, der 19 Euro kostete. Eine knappe Woche später, zu Weihnachten, kostete er auf einmal 23 Euro. Interessante Preispolitik, gelle? Da möchte man doch gleich wieder zum Onkel Doktor gehen und 10 Euro Praxisgebühr berappen. Wer mit seinem Geld aber noch Sinnvolleres anstellen möchte, der gehe gleich nach Neujahr zur Bank und spende es. Ich bin normalerweise kein großer Spendenhansel, aber das Unglück in anderen Teilen der Welt ist im Moment so unermeßlich und unverdient, daß man sein Scherflein dazu beitragen sollte. Also: Schneider schön bei Karstadt kaufen und die 16 Euro spenden! Euch allen, die Ihr mehr Glück habt als die Leute, die von der Katastrophe betroffen waren, wünsche ich ein schönes neues Jahr! Heute abend wird bei mir gefeiert im kleinen Kreis. Laßt es Euch gut gehen und böllert nicht zuviel...

271204

Heute habe ich, als ich mir eine leckere Chili-Knoblauch-Linsensuppe machte, etwas über Physik gelernt. Das passierte, als ich den Teller auf den Küchentisch stellte, um mir etwas aufzufüllen. Da mein Küchentisch wie üblich an Völlegefühlen litt, deponierte ich den Teller am äußersten Rand, wo er zu etwa einem Drittel seiner Oberfläche in der Luft schwebte. Ich hatte es mit einer echten "Cliffhanger"-Situation zu tun, wie im Kino! Als ich nun mein Süppchen auf den Teller goß, veränderte sich scheinbar sein Gewicht, warum auch immer. Möglicherweise wurde auch nur der Tisch von der Hitze weich. In jedem Fall pardauzte der Teller samt Suppe vom Tisch und ergoß sich wollüstig über den Boden, und nicht nur das, auch über meine SCHUHE! Und zwar BEIDE! Ich hatte dann noch ein paar Cracker im Schrank... Weihnachten war heuer fein! Ich verbrachte die Festtage bei meinen Eltern, wo zum Glück keine Weihnachtslieder mehr gesungen wurden, denn die Neunmalklugen die den berühmten Spruch "Wo man singt, da laß´ dich nieder" geprägt haben, waren entweder völlig weltfremd oder maso. In neun von zehn Fällen ist Singsang nachdrücklichst zu entraten! Merke, es heißt "Stille Nacht, heilige Nacht", und das ist auch gut so... Das schönste Geschenk, das ich von meinen Eltern erhielt (neben ihrer Anwesenheit), war ein Erinnerungsbuch, in dem meine Mutter ihre ganze Kindheit und Jugend niedergelegt hat. Das werde ich mit Spannung über die Woche lesen! Ich kam geläutert und beschwingt von den beiden zurück und hatte gleich am nächsten Tag das Vergnügen, meine Liebste in die Arme zu schließen. Während ich ihr lauter nichtigen Tand eingekauft hatte, überraschte sie mich mit einem Geschenk, das so nett und persönlich war, daß ich hier ein Bild davon hinterlegen möchte. Es handelt sich um eine original "Das wilde Auge"-Uhr, die sie um einen Reisewecker herum gebastelt hat. Was hier etwas boshaft glänzt (Blitzlicht!), ist eigentlich mattschwarz lackiert und schaut wirklich fesch aus! Mal schauen, wie ich mein Pornobuch nenne... Was habe ich für ein Glück, so tolle Eltern und so eine tolle Freundin zu haben! *freu*

Das wilde Auge

"Here´s looking at you, kid!" bzw. "Sieh´ mir in die Augen, Kleiner!"

231204

So, ich kehre der Welt den Rücken, zumindest der im Ruhrpott, zumindest über Weihnachten! Laßt Euch´s nicht verdrießen - Ihr habt den Weihnachtsmarktterror (fast) überstanden, Ihr seid härter, als Ihr glaubt! In diesem Sinne wünschen ich und der Weihnachtsmann Euch ein frohes Fest, das nicht von Familienneurosen und Zwangsfernsehen geprägt sein möge, sondern von aufrichtiger Besinnlichkeit und vielen wertvollen Geschenken...

Santa Kappe dicht

Dem Herrn ein Wohlgefallen

191204

Habe gestern einen Horrorfilm gesehen, der mich richtig verjagt hat: HIGH TENSION. Hier die Review...

161204

Hiho, Cats and Kittens: Am Samstag lädt der "Geheimnisvolle Filmclub Buio Omega" zur traditionellen Weihnachtsschaffe feat. zwei traumhafte Filme aus der Welt des Exploitationkinos! Film 1 entführt uns ins Reich der Saurier, und damit ist nicht nur Doug McClure aus der klassischen Western-Serie "Shiloh Ranch" gemeint, sondern auch seine ganz konkreten urzeitlichen Mitspieler. Damit bei soviel Lurcherei der wahre Weihnachtsgeist nicht aus den Augen gerät, kommen auch viele würdevolle Briten dazu und zünden die Kerzen an - ein Amicus-Schmankerl! Danach setzt es den üblichen Klopper, der das Publikum weltlicher Hybris entkleiden und - zurechtgestutzt auf die passende Hutgröße - in ein hoffentlich besinnliches und weihnachtsmarktterrorbefreites Fest schicken soll. Saurier in der Hundewelt - kommet zuhauf und feiert mit uns! Üüübrigens beginnen die Filme diesmal etwas später, so ca. 13 Uhr, aber Einlaß wie immer ist ab 11, und wer seine vier Buchstaben erst zu spät aus den Federn hievt, verpaßt eine geschenketrächtige Verlosungsgala, bei der Preise satt den Besitzer wechseln werden... Also, es gibt viel zu tun - feiern wir ab! WICHTIGER ZUSATZ: Hier findet Ihr eine Liste von Pornofilmen berühmter Regisseure - schockierend, blamierend, fatal!

131204

Die Weihnachtszeit naht. Der Himmel graut, die Gesichter tragen Frostzapfen an den Nasen, und ekliger Glühwein wird allenthalben in hitzebedürftige Schlünde gegossen. "Stille Nacht, heilige Nacht", daß ich nicht lache - es ist laut, laut, laut, und Stumpfheit, Unaufrichtigkeit und der Drang zum Überleben (und sei es, eingerahmt von Geschenkpapier!) bestimmen das Tagesgeschäft. Es ist wieder wild auf den Straßen, um einen schönen alten Filmtitel zu zitieren. Am besten, man bleibt zu Hause und widmet sich der inneren Einkehr. Um die Cardiacs zu zitieren: "Werfen wir unsere Kohlen, den Himmel zu besternen." Gemäß diesem schönen Motto habe ich erneut ein schönes Wochenende verbracht, das zumindest zum Teil meiner besseren Hälfte gehörte. Mit dieser kuckte ich eine meiner Lieblingsfolgen der Serie "Raumschiff Enterprise", "Kennen Sie Tribbles?", die von meerschweinigen Wollpuscheln handelt, die wohlig gurren und sich schnell vermehren. Außerdem kuckten wir sporadisch in das Boxprogramm der ARD, wo nächtens noch der Kampf mit Vitali Klitschko lockte. In einem vorherigen Kampf gaben sich zwei Jungspünde schwer einen auf die Glocke, die Hosen blutgetränkt. Zitat Cora: "Der ist sauer, der macht ihn alle, der hat das Zeug geschmeckt!" Jippie - das nenne ich Begeisterungsfähigkeit! Bis zum Endkampf haben wir es dann nicht mehr geschafft, aber wofür gibt es Videorekorder? An dem Auftreten Klitschkos gab es nichts, aber auch rein gar nichts auszusetzen. Wie schön, daß auch Boxer so ungemein sympathisch sein können! Der ukrainische Koloß versetzte dem Tyson-Bezwinger Danny Williams eine saftige Tracht Prügel. Daß jener ein harter Knochen war, sah man schon daran, daß er trotz der vielen Volltreffer immer wieder aufstand und weitermachen wollte - der hätte sich lieber zu Matsch schlagen lassen, als aufzugeben! Der Schiedsrichter hatte ein Einsehen und brach den Kampf schließlich ab. Im Gedächtnis haften geblieben sind mir einige Aussprüche des Kommentators, der mächtig in die Kiste griff. Am besten vielleicht: "Williams hat den Finger in der Dose, aber es sind nur 110 amerikanische Volt..." Auch schön die deplazierte Verwendung des Begriffes "déjàvu-mäßig", womit er die Versuche der Williams-Betreuer meinte, den schwer angeschlagenen Boxer wieder auf Marschroute zu bringen. "Mantra-mäßig" hätte es eher getroffen... Sven Ottke äußerte dann noch den schönen Satz: "Die Beine waren mit Gummi besät!" Da ich sehr häufig Negatives über Politiker äußere, muß ich jetzt auch einmal Lobesworte erklingen lassen: Den Beckmann-Auftritt von unserem ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt habe ich mir fast komplett angesehen und befriedigt festgestellt, daß mein Respekt vor diesem Mann nach wie vor ungebrochen ist. Mit großer Würde berichtete er von den härtesten Augenblicken seines Lebens, von Freunden und Feinden, und auch viel Autobiographisches floß ein, wobei er niemals seine Würde einbüßte. Erstaunlich, wie viele Zigaretten man während einer Stunde konsumieren kann, und auch die eine oder andere Prise Schnupftabak wanderte nasenaufwärts. Am Schluß konnte der sich professionell suchtresistent gebärdende Beckmann es nicht lassen und fragte den Exkanzler, ob er mit ihm eine Zigarette rauchen wolle. Schmidt antwortete nur cool: "Ich hab´ keine mehr. Die sind alle." Toll - eine Legende lebt weiter! Richtig granate war neulich schon ein Auftritt des Spaßmachers Oliver Welke bei der Ankerfrau Maischberger, der an seiner Seite den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch sitzen hatte. Die Sitzwahl hatte Frau M. natürlich mit Bedacht getroffen, denn erbarmungslos sprach sie Welke auf den von ihm geskripteten Wallace-Ulk DER WIXXER an, in dem ein Bild von Koch in einer Verbrecherkartei erscheint. Im Film trägt Koch nicht etwa den Spitznamen "Der Frosch mit der Maske", sondern "Der Schlumpf mit dem Herpes". Welkes Versuche, einem sehr angeranzten Landesvater diesen Spaß zu vermitteln, gehören zu den lustigsten Sachen, die ich in letzter Zeit im Fernsehen gesichtet habe. War ihm wohl recht unangenehm... :)

Ministerpräsident

081204

Oh, schon eine Woche habe ich nichts mehr von mir hören lassen! Schlimm das. Habe halt zu lange versucht, Bonbons mit Glasscherben und Rasierklingen drin zu basteln, bevor ich dann merkte, daß hier zu Nikolaus keine Kinder herumlaufen und klingeln... Jetzt muß ich die alle selber lutschen - menno! Das Büld-Event in Ludenscheid war eine sehr angenehme Geschichte, zumal sich der Filmemacher als überaus angenehmer Mensch entpuppte. Erneut stellte ich allerdings fest, daß sich über meine Wiege und jene der Stadt Lüdenscheid definitiv keine Feen gebeugt haben - dorthin begebe ich mich nur wieder, wenn man mir "grausame und ungewöhnliche Strafen" androht. Zuerst einmal - was haben so viele Hügel in einer Stadt zu suchen? Da kommt man sich ja vor wie der Narr auf dem Berge, wenn man mit seinem Auto durch die Gegend gurkt. Auf der Hinfahrt wurde ich zudem von einem hinter mir fahrenden und mich genauestens beobachtenden Streifenwagen eskortiert, was mir ziemlich an den Nerven zurrte. Das erinnerte mich schwer an jene Horrorfahrt, als ich von Groningen zurück nach Bremen fuhr und dabei von nicht weniger als 4 BGS-Autos kontrolliert wurde! Ich schmuggele traditionell keine Drogen, da ich ein großer Fan von streßfreiem Fahren bin, und ich mir ansonsten jedesmal in die Hosen machen würde, sobald etwas in Grün meinen Weg kreuzt. An der Grenze bin es immer ich, der abgegriffen und kontrolliert wird - daran bin ich schon gewöhnt. In der Regel sind die Grenzschützer auch sehr in Ordnung und handzahm. An jenem Tag aber bekam ich es mit Vollasis zu tun, die sich u.a. über die Unaufgeräumtheit meines Töfftöffs mokierten. Es fällt leicht, sich angenehmere Dinge vorzustellen, als um 1.30 Uhr morgens von wildfremden Schnäuzerträgern in Uniform verächtlich Dinge gesagt zu bekommen wie: "Mann, sieht´s hier aus - na, muß jeder selbst wissen!" (Mein Favorit ist aber immer noch: "Sie riechen aber nach Knoblauch!") Danach bin ich noch einmal angehalten worden und zweimal angepeilt. Der letzte Wagen fing mich kurz vor Oldenburg ab und fuhr die ganze Tempolimit-Zone (die es damals gab) ungerührt mit 50 Sachen hinter mir her... Na ja, olle Kamellen! In Lüdenscheid war´s arg, aber der Abend versöhnte mich mit den Ungelegenheiten. Freund Fabse stellte mich zuerst dem sehr netten DVD-Insider Knackwurst vor, mit dem zusammen kompromittierendes Fotomaterial entstand. Danach gab es den FORMEL-EINS-FILM, der mich mit Ingolf Lück und zahlreichen Gruselgestalten meiner Jugend konfrontierte, z.B. Limahl und den Flirts. (Außerdem die Toten Hosen - dagegen sind die Prinzen ja echte Hardcore-Punker!) Außerdem gab es den neuesten Film von Büld, LOVESICK, zu dem ich hier eine Review hinterlegt habe. Was hat sich noch zugetragen in den letzten Tagen? Seit kurzem schreibe ich Glossen für den Kulturteil der "Hannoverschen Allgemeinen", von denen auch schon zwei oder drei gedruckt worden sind. Ich finde es toll, mal Geld zu bekommen für das, was ich schreibe! Unentgeltlich und weitgehend sinnfrei gestaltet sich die Battle Royale (s. unten), die mir aber einen hohen Lustgewinn beschert, so daß ich dort auch weiterhin mitmischen werde, bis der Onkel mit dem Handfeger mich vor die Tür setzt!

bueldfabse

011204

Salami Bombay, allmiteinand! Hier eine Ankündigung von Gast Fabse zum Thema "
Ein Abend mit Wolfgang Büld und seinen Filmen": "Das Komitee des Filmclubs "L´Aldilà" ist besonders stolz darauf, neben der Spezial-Matinee, die diesmal drei Filme umfasst, auch den Regisseur Wolfgang Büld am 2. Dezember in der Alten Druckerei (Knapperstraße 50, 58509 Lüdenscheid), als Stargast begrüßen zu können. Der gebürtige Lüdenscheider ist seit über 30 Jahren im Filmbiz und inszenierte u.A. auch die Kassenschlager „Manta, Manta“, „Gib Gas-Ich will Spaß“ oder „Go Trabbi go 2“ und begleitete in den 70ern legendäre Bands wie „The Sex Pistols“ und „Madness“ mit der Kamera auf Tournee. Retrospektiv werden seine Filme „Brennende Langeweile“ (mit der Punk-Band "The Adverts“ und auch teilweise in Lüdenscheid gedreht), „Formel 1-Der Film“ (Ingolf Lück meets Die toten Hosen) und sein neuer Streifen „Lovesick“ in einer Deutschland-Premiere zu sehen sein. Einlass ist diesmal 17 Uhr und der Clubbeitrag kostet wie gewohnt 3 Euro. Wobei LOVESICK das Folgewerk von PENETRATION ANGST darstellt. Identische Cast und ordentlich Tits ´n' Crime."
Von Wolfgang Büld wird auch ein Film im neuen SI-Artikel enthalten sein, mit einer sprechenden Mumu. Außerdem möchte ich mit durchaus imperativem Unterton darauf hinweisen, daß ich in den nächsten Wochen an dem literarischen Projekt "Battle Royale" von Sascha Dornhöfer und Jürgen Marschal teilhaben werde. Diese beiden Wortklauber verfassen im Moment eine sehr wilde Geschichte, bei der sie immer abwechselnd je einen Satz einfügen, um den Handlungsfluß mit der Wucht einer Dampframme voranzutreiben. In unregelmäßigen Abständen werden Gastschreiber gebeten, 10 Sätze beizusteuern. Das vorläufige Ergebnis kann hier eingesehen werden. Ich bin gethrillt und vollfüllt, mich an dieser neuen Herausforderung versuchen zu dürfen...

301104


Ach, ein zutiefst beseligendes Wochenende war´s, auch wenn ich mir nicht mehr sicher bin, ob´s nach der Rechtschreibedeform nicht eher ein beseeligendes Wochenende war. Aber was sind schon Worte? Die Engelsflügel Amors trieben unsere Seelen empor bis zur Himmelsmitten. Auch redeten wir über ein schlimmes Thema unserer Zeit. Es hieß "Klassentreffen". Wie wir darauf kamen, weiß ich jetzt auch nicht mehr, zumal weder ich noch sie in näherer Zukunft von diesem Urübel erfaßt werden. Mein letztes Klassentreffen zeichnete sich durch eine hohe Bereitschaft der Anwesenden aus, über ihren beruflichen Werdegang zu palavern. Dabei gaben viele an wie ein Sack Mücken. Bilder von Mücken habe ich gerade keine auf Lager, aber von Fliegen:

Vögelnde Fliegen

So ähnlich wurde angegeben. Meine Schwester meinte ja, daß das ein typisches Anzeichen für das erste Klassentreffen nach ca. 10 Jahren sei. Wenn man später wieder zusammentrifft, haben die meisten ihre groben Niederlagen in beruflicher oder ehelicher Hinsicht bereits absolviert, und traulich läßt sich´s plauschen. Schön fand ich damals immerhin, daß verschiedene der einstmaligen Revoluzzer mittlerweile ihren Platz in der Gesellschaft gefunden hatten und jetzt brav am Busen der Gutbürgerlichkeit suckelten. Tja, von Mao zu Maoam, und wer wollte da das Paket mit den Minuspunkten öffnen? Im Grunde genommen kann man solch eine Prahlhanserei nur auf eine Weise in Würde überstehen - sich angemessen vorbereiten mit einem Strauß feister Unwahrheiten! "Und was machst du so?"

a) Ich beseitige die Elefantenscheiße im Safaripark Hodenhagen.
b) Ich arbeite im Kinderwunderland als Zahnfee.
c) Ich mache Elektroschocktherapie in Bremen-Ost.
d) Psst, Verfassungsschutz - ich habe schon zuviel gesagt...
e) Ich bin Faschingsprinz.
f) Ich arbeite als Clown auf Kindergeburtstagen.
g) Ich bin Parlamentarier für die NPD. (Den anderen muß man dann freilich sagen, man sei Parlamentarier für die Grünen - imagine the confusion...)
h) Ich trinke Blut.
i) Ich recherchiere gegen die große Verschwörung.
j) Ich bin Großmeister beim Ku-Klux-Klan.
k) Ich kratze die Toten von der Straße.
l) Ich befreie die Welt vom Elend.
m) Ich schreibe Erlebnisberichte für die "Sonnenfreunde".
n) Ich bin eine Frau im Körper eines Mannes.
o) Ich suche meine Wurzeln im Buddhismus.
p) Ich bin Porno-Darsteller für Magma.
q) Ich bin Verkäufer in einem alternativen Sexshop.
r) Ich höre Stimmen.
s) Ich tue was gegen die Überfremdung.
t) Ich bin Dialyse-Doktor von Osama Bin Laden.
u) Ich bin freier Filmjournalist.
v) Ich lecke Gummierungen für die deutsche Bundespost.
w) Ich bin Dramaturg und arbeite an einem kritischen Singspiel über Andreas Baader.
x) Ich verkaufe Mumien aus Mesopotamien.
y) Ich schneide Sadomaso-Videos aus berühmten Flugzeugkatastrophen zusammen.
z) Ich bin Guido Westerwelle.

...und natürlich der Klassiker:

"Was geht dich das an?"

Dann sollte Ruhe sein.

Zusammen mit meiner Trauten kuckte ich ANDY WARHOL´S FRANKENSTEIN, und zwar in der Originalfassung, wo Udo Kier mit schwerem deutschem Akzent so tolle Sachen sagt wie: "To know death, Otto, you have to fuck life into the gall bladder!" Danach setzte es ein altes Devo-Video. Als Stimmungsdämpfer erwies sich eine Sammlung von Live-Auftritten des beliebten Entertainers G.G. Allin, bei dem sich dieser u.a. das Mikro gegen die Stirn bummerte, bis das Blut spritzte, von der Bühne urinierte und kotete und seinen Minipenis stolz in alle Richtungen schwenkte. Dazwischen sang er (ziemlich klasse) und wälzte sich in seinen diversen Körpersäften, von denen ich hier nur die Unproblematischeren erwähnt habe... Wer was richtig Tolles hören möchte, soll sich das Country-Album von G.G. Allin and the Criminal Quartet beschaffen. Auch die Punk-Sachen sind teilweise echt knorke. Das Betrachten der Live-Performances rate ich nur ganz harten Mägen an, und dies nicht so sehr wegen der dargebotenen Drastizitäten. Körperliches finde ich nicht immer appetitlich, aber zumindest normal. Wenn sich der Künstler gerne live verstümmeln tut, so sei ihm auch dies gestattet. Was mich bis an die Tränengrenze verstörte, war allerdings die Besessenheit mit der eigenen Verwurstung, die den Mann antrieb. Sich vor einem zum großen Teil sensationsgeilen Publikum degenerierter Prollmöpse, die sich nur irrtümlicherweise für besser als der typische BILD-Leser zu halten schienen, zum Generalhorst zu machen, kann nicht wirklich Sinn und Zweck des Hierseins sein. Mir hat der Mann unsagbar leid getan. Den Leuten hat´s gefallen, sie haben fröhlich gejohlt zur Freakshow, und nicht lange später war der Meister tot... So, die Bunny-Regisseure haben wieder zugeschlagen: Aus der Reihe "Filmklassiker, nachgestellt in 30 Sekunden von Hasen" gibt es jetzt drei neue, nämlich FREDDY VS. JASON, SCREAM und das TEXAS CHAINSAW MASSACRE - Hut ab und Löffel raus! Durch meine Buddies bei den Filmforen habe ich jetzt auch die spezifisch internette Form des Logbuches kennengelernt ("weblog", kurz: "blog"), in dem man alles vermerken kann, was einem so Erwähnenswertes im weltweiten Gewebe über den Weg geflimmert ist. Auch persönliche Einsichten in den Weltenlauf kann man dort problemlos hinterlegen. Die Blogs der Forenblogger habe ich in meiner Linkliste eingefügt, zumal heute gerade der liebe Rocknrollriot seinen Privatblog eröffnet hat! Hier sei noch gesondert hingewiesen auf ein tolles BILD-Blog, in dem mehrere Journalisten der Wahrheit hinter vielen Schlagzeilen von Deutschlands meister Tageszeitung nachgehen, und dies auf sehr humorvolle Weise...

Wabbelmöpse

Na, regt sich was?

BACK