WEIHRAUCH,
GOLD UND MOHRRÜBE (DEZEMBER)
NEWSTICKERARCHIV
030105
Nachdem ich einigermaßen erfolgreich ins neue Jahr gestartet bin
(incl. Mordskater, der aber eindeutig zum selbstverschuldeten Leid
zählt), habe ich endlich Gelegenheit, ein paar Worte zu "Hartz IV"
- von manchen böswillig als "HIV" verunglimpft - zu verlieren. Und
zwar ist es ja nun so, daß die wenigsten wissen, was diese
Zusammenlegung von Arbeitslosen und Sozialhelfern in Wirklichkeit alles
einschließt. Hier der Inhalt in komprimierter Form, damit es auch
die Landbevölkerung endlich mitkriegt: Das Arbeitslosengeld als
solches wird abgeschafft. Wer sich zum Häufchensammeln im
Stadtpark zu fein ist, wird demnächst einfach kommentarlos
abgeschoben. Als Startgeld in dem Dritte-Welt-Land seiner Wahl bekommt
er die Sozialhilfe, die allerdings gedrittelt wird nach dem Zinshammer
des Vorjahres. Außerdem bekommt er eine Familienpackung "Magic
Gum" - das ist dieses Zeug, das so schön im Mund knispelt, wenn
der Speichel sein Zerstörungswerk beginnt. Sollte er bereits im
Osten wohnen, darf er bleiben, bekommt aber eine Maulschelle und
muß sich alle Axel-Springer-Reden anhören, die in
Schallplattenform vorliegen. ("Kein Aufschrei geht durch unser
Vaterland"!) Wer bei Müßiggang erwischt wird, wird zum
Arbeitsdienst in den Salzminen von Wanne-Eickel vergattert und
muß bei der Verrichtung seiner Tätigkeit singen, bekommt
keine Entlohnung und schläft auf harten Pritschen. Wer einen
DVD-Player oder ähnliche Luxusgüter besitzt, wird als
Volksfeind eingestuft und mit Zwiebelsuppe nicht unter drei Personen
abgestraft. Die Polizei bekommt uneingeschränktes Hausrecht bei
jedermann, d.h., sie darf ohne Vorwarnung in die Wohnungen eindringen
und dort verfahren, wie es ihr rechtens dünkt. Zuwiderhandelnde
werden verstrahlt. Punks, die am Brunnen in der Innenstadt sitzen und
Bier trinken, werden festgeleimt, als abschreckendes Beispiel.
Vormalige Sozialhilfeempfänger werden zum Verfassen der Vordrucke
eingeteilt, die seit Beginn des Jahres vielen Bürgern unseres
Landes ins Haus flattern. Germanistikprofessoren achten dabei auf eine
möglichst abschreckende Wortwahl, während die Semantik von
den Tausendsassas abgeklärt wird, die sonst immer die
Zusammenbauanleitungen der IKEA-Regale designen. Wer gerade menstruiert
(nur Frauen), bekommt einen Regelsatz von 345 Euro. (Im Osten nur 331
Euro, damit die sich ärgern.) Der pauschalisierte Betrag ist dabei
versteuerbar nach Verwaltungsrecht und kann im Normalfall abgezogen
werden. Dies bedeutet neben mehr Selbstständigkeit auch mehr
Selbstverantwortung. Am Beispiel des Bauern C.: Hat er für seinen
Musterhof bislang staatliche Zuschüsse von jährlichen 2.500
Euro erhalten, so kriegt die jetzt sein Knecht, vorausgesetzt,
daß er in der Gewerkschaft ist. Der Rest geht an die
Krankenkassen. Liegt eine Schuldlast vor, so kann diese geltend gemacht
werden nach Paragraph 251 des Bundesgerichtshofs. Widrigenfalls man
klagbar werde. Ich hoffe, das ist klar. Dem durchschnittlichen
Kleinunternehmer wird es bei Androhung schwerer Repressalien verboten,
Konkurs anzumelden, es sei denn, er ist Familienvater. Dann wird ihm
der Vermögensanteil für alleinerziehende Ehepartner zuteil,
der ihn saniert, es sei denn, er ist doof. Ist er doof und
Familienvater, gibt es immer noch die Möglichkeit, den
Kleinbetrieb an einen Bedürftigen aus den neuen Bundesländern
zu überschreiben, wofür er Witwenrente bezieht, bis er
stirbt. Diese Sonderberechtigung erlischt bei erwiesener
Unmündigkeit. Wer keine Kinder hat, wird vom Papst mit einem
Bannfluch belegt und muß sterben bzw. wird im Kriegsfall als
lebender Schutzschild verwendet. Etwas komplizierter liegt der Fall bei
gleichgeschlechtlich orientierten Bürgern ohne Kinder, aber mit
Kleinbetrieb. Diese erlangen den Status der Vollwitwer und bekommen den
sogenannten "Gnadengroschen" (50 Euro), der aber geteilt wird durch das
Einkommen des BILD-Kolumnisten F.J. Wagner und multipliziert mit der
Prozentzahl des vom Individuum bevorzugten Rotweines. Danach ist Ruhe.
Ich hoffe, mit meinen Ausführungen für etwas Beruhigung im
zunehmend unübersichtlich werdenden Paragraphendschungel der
Bürokratie gesorgt zu haben. Es ist alles ganz einfach. (Habe ich
schon erwähnt, daß sich sämtliche
großbrüstigen Sozialhilfeempfänger weiblichen
Geschlechts über 16 demnächst kostenfrei für Frondienste
zur Verfügung stellen müssen?) Das neue Jahr hat mir bereits
ein schönes neues Wort geschenkt, nämlich "Mautpreller"! Ich weiß
ja nicht, ob es schon Mautpreller-Clubs gibt, aber wenn nicht, so
würde ich gerne einen gründen, wobei ich mich selbstredend
zum obersten Mautprellbock ernennen lassen würde... Ich habe mit
meiner Digitalkamera gerade Nacktfotos von mir geschossen (feat.
Pimmel), die ich aber nur heterosexuellen Fleischern zugänglich
machen werde, die nach Eckregelsatz bei Alleinerziehenden als
Frühvergreiste gelten und in der Bundesagentur für Arbeit
beschäftigt sind. Alternativ gilt das auch für
alleinerziehende Mütter unter 12 Jahren, die bereits
Rentenversicherungsanspruch besitzen und in den neuen
Bundesländern wohnen bzw. einen Geschäftshauptsitz in
Luxemburg vorweisen können. Für die anderen gibt es leider
nur meine nicht ganz ernstgemeinte Rezension von Orson Welles´
kompromißlosem Klassiker CITIZEN
KANE. Wer mir zuliebe den nachfolgenden Text über Edgar G.
Ulmers spottbillig produziertes Musical JIVE JUNCTION auch noch liest,
kann kein ganz schlechter Mensch sein.
311204

Lugubrius Metatron vom Planeten Zumpen IV wünscht allen Erdlingen
ein gesegnetes neues Jahr mit viel Geschlechtsverkehr. Schaut weniger
Fernsehen - dann wird alles gut. Klaatu barada nikto. In diesem
Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, daß, wer noch
Weihnachtsgeld übrig hat, es sehr sinnreich in die "Star
Trek"-Boxen investieren kann. Womit ich die alte Serie meine, mit den
durchscheinenden Blue-Screen-Effekten und den bunten Felsen aus Pappe.
Ich vertreibe mir derzeit die Zeit mit einer Neusichtung dieser alten
Kostbarkeiten, die mir mehr wert sind als sämtliche Avernerschilde
der Welt. Toll auch, wer da alles an den Drehbüchern mitgewirkt
hat: Robert Bloch, Richard Matheson, Harlan Ellison, Theodore
Sturgeon... Auch sehr hübsch die Edgar-Wallace-Kollektion, die
zwar meines Wissens noch nicht vollzählig erschienen ist, aber
auch so schon sämtliche Wiederholungen auf Kabel 1 hinfällig
macht. Letzten Endes sei auch die tolle Helge-Schneider-Box mit 4
Filmen (warum nicht JOHNNY FLASH?) erwähnt, auf der der Meister
seine Werke auch selber kommentieren tut. (PRAXIS DR. HASENBEIN:
"Dieser Film ist meines Erachtens sehr stilisiert.") Gestern TEXAS
gekuckt und mir fast in die Hose gemacht. Übrigens habe ich die
Box bei Karstadt gekauft, wo sie 49 Euro kostete. Kurz vorher hatte ich
sie bei einem großen Konkurrenten gesehen, der so ähnlich
heißt wie der Jupiter. Da kostete sie 65 Euro. 16 Euro
Unterschied - nicht schlecht, muß eine alte Dame lange für
stricken. Bei dem Riesen, der so ähnlich heißt wie der
Jupiter, habe ich mir auch DER SEEWOLF mit dem armen Raimund Harmstorf
gekauft, der 19 Euro kostete. Eine knappe Woche später, zu
Weihnachten, kostete er auf einmal 23 Euro. Interessante Preispolitik,
gelle? Da möchte man doch gleich wieder zum Onkel Doktor gehen und
10 Euro Praxisgebühr berappen. Wer mit seinem Geld aber noch
Sinnvolleres anstellen möchte, der gehe gleich nach Neujahr zur
Bank und spende es. Ich bin normalerweise kein großer
Spendenhansel, aber das Unglück in anderen Teilen der Welt ist im
Moment so unermeßlich und unverdient, daß man sein
Scherflein dazu beitragen sollte. Also: Schneider schön bei
Karstadt kaufen und die 16 Euro spenden! Euch allen, die Ihr mehr
Glück habt als die Leute, die von der Katastrophe betroffen waren,
wünsche ich ein schönes neues Jahr! Heute abend wird bei mir
gefeiert im kleinen Kreis. Laßt es Euch gut gehen und
böllert nicht zuviel...
271204
Heute habe ich, als ich mir eine leckere Chili-Knoblauch-Linsensuppe
machte, etwas über Physik gelernt. Das passierte, als ich den
Teller auf den Küchentisch stellte, um mir etwas aufzufüllen.
Da mein Küchentisch wie üblich an Völlegefühlen
litt, deponierte ich den Teller am äußersten Rand, wo er zu
etwa einem Drittel seiner Oberfläche in der Luft schwebte. Ich
hatte es mit einer echten "Cliffhanger"-Situation zu tun, wie im Kino!
Als ich nun mein Süppchen auf den Teller goß,
veränderte sich scheinbar sein Gewicht, warum auch immer.
Möglicherweise wurde auch nur der Tisch von der Hitze weich. In
jedem Fall pardauzte der Teller samt Suppe vom Tisch und ergoß
sich wollüstig über den Boden, und nicht nur das, auch
über meine SCHUHE! Und zwar BEIDE! Ich hatte dann noch ein paar
Cracker im Schrank... Weihnachten
war heuer fein! Ich verbrachte die Festtage bei meinen Eltern, wo zum
Glück keine Weihnachtslieder mehr gesungen wurden, denn die
Neunmalklugen die den berühmten Spruch "Wo man singt, da
laß´ dich nieder" geprägt haben, waren entweder
völlig weltfremd oder maso. In neun von zehn Fällen ist
Singsang nachdrücklichst zu entraten! Merke, es heißt
"Stille Nacht, heilige Nacht", und das ist auch gut so... Das
schönste Geschenk, das ich von meinen Eltern erhielt (neben ihrer
Anwesenheit), war ein Erinnerungsbuch, in dem meine Mutter ihre ganze
Kindheit und Jugend niedergelegt hat. Das werde ich mit Spannung
über die Woche lesen! Ich kam geläutert und beschwingt von
den beiden zurück und hatte gleich am nächsten Tag das
Vergnügen, meine Liebste in die Arme zu schließen.
Während ich ihr lauter nichtigen Tand eingekauft hatte,
überraschte sie mich mit einem Geschenk, das so nett und
persönlich war, daß ich hier ein Bild davon hinterlegen
möchte. Es handelt sich um eine original "Das wilde Auge"-Uhr, die
sie um einen Reisewecker herum gebastelt hat. Was hier etwas boshaft
glänzt (Blitzlicht!), ist eigentlich mattschwarz lackiert und
schaut wirklich fesch aus! Mal schauen, wie ich mein Pornobuch nenne...
Was habe ich für ein Glück, so tolle Eltern und so eine tolle
Freundin zu haben! *freu*

"Here´s looking at you,
kid!" bzw. "Sieh´
mir in die Augen, Kleiner!"
231204
So, ich kehre der Welt den Rücken, zumindest der im Ruhrpott,
zumindest über Weihnachten! Laßt Euch´s nicht
verdrießen - Ihr habt den Weihnachtsmarktterror (fast)
überstanden, Ihr seid härter, als Ihr glaubt! In diesem Sinne
wünschen ich und der Weihnachtsmann Euch ein frohes Fest, das
nicht von Familienneurosen und Zwangsfernsehen geprägt sein
möge, sondern von aufrichtiger Besinnlichkeit und vielen
wertvollen Geschenken...

Dem Herrn ein Wohlgefallen
191204
Habe gestern einen Horrorfilm gesehen, der mich richtig verjagt hat:
HIGH TENSION. Hier
die Review...
161204
Hiho, Cats and Kittens: Am Samstag lädt der "Geheimnisvolle Filmclub Buio Omega"
zur traditionellen Weihnachtsschaffe feat. zwei traumhafte Filme aus
der Welt des Exploitationkinos! Film 1 entführt uns ins Reich der
Saurier, und damit ist nicht nur Doug McClure aus der klassischen
Western-Serie "Shiloh Ranch" gemeint, sondern auch seine ganz konkreten
urzeitlichen Mitspieler. Damit bei soviel Lurcherei der wahre
Weihnachtsgeist nicht aus den Augen gerät, kommen auch viele
würdevolle Briten dazu und zünden die Kerzen an - ein
Amicus-Schmankerl! Danach setzt es den üblichen Klopper, der das
Publikum weltlicher Hybris entkleiden und - zurechtgestutzt auf die
passende Hutgröße - in ein hoffentlich besinnliches und
weihnachtsmarktterrorbefreites Fest schicken soll. Saurier in der
Hundewelt - kommet zuhauf und feiert mit uns! Üüübrigens
beginnen die Filme diesmal etwas später, so ca. 13 Uhr, aber
Einlaß wie immer ist ab 11, und wer seine vier Buchstaben erst zu
spät aus den Federn hievt, verpaßt eine
geschenketrächtige Verlosungsgala, bei der Preise satt den
Besitzer wechseln werden... Also, es gibt viel zu tun - feiern wir ab! WICHTIGER ZUSATZ: Hier findet Ihr eine Liste von Pornofilmen
berühmter Regisseure - schockierend,
blamierend, fatal!
131204
Die Weihnachtszeit naht. Der Himmel graut, die Gesichter tragen
Frostzapfen an den Nasen, und ekliger Glühwein wird allenthalben
in hitzebedürftige Schlünde gegossen. "Stille Nacht, heilige
Nacht", daß ich nicht lache - es ist laut, laut, laut, und
Stumpfheit, Unaufrichtigkeit und der Drang zum Überleben (und sei
es, eingerahmt von Geschenkpapier!) bestimmen das Tagesgeschäft.
Es ist wieder wild auf den Straßen, um einen schönen alten
Filmtitel zu zitieren. Am besten, man bleibt zu Hause und widmet sich
der inneren Einkehr. Um die Cardiacs zu zitieren: "Werfen wir unsere Kohlen, den
Himmel zu besternen." Gemäß diesem schönen Motto
habe ich erneut ein schönes Wochenende verbracht, das zumindest
zum Teil meiner besseren Hälfte gehörte. Mit dieser kuckte
ich eine meiner Lieblingsfolgen der Serie "Raumschiff Enterprise",
"Kennen Sie Tribbles?", die von meerschweinigen Wollpuscheln handelt,
die wohlig gurren und sich schnell vermehren. Außerdem kuckten
wir sporadisch in das Boxprogramm der ARD, wo nächtens noch der
Kampf mit Vitali Klitschko
lockte. In einem vorherigen Kampf gaben sich zwei Jungspünde
schwer einen auf die Glocke, die Hosen blutgetränkt. Zitat Cora: "Der ist sauer, der macht ihn alle,
der hat das Zeug geschmeckt!" Jippie - das nenne ich
Begeisterungsfähigkeit! Bis zum Endkampf haben wir es dann nicht
mehr geschafft, aber wofür gibt es Videorekorder? An dem Auftreten
Klitschkos gab es nichts, aber auch rein gar nichts auszusetzen. Wie
schön, daß auch Boxer so ungemein sympathisch sein
können! Der ukrainische Koloß versetzte dem Tyson-Bezwinger
Danny Williams eine saftige Tracht Prügel. Daß jener ein
harter Knochen war, sah man schon daran, daß er trotz der vielen
Volltreffer immer wieder aufstand und weitermachen wollte - der
hätte sich lieber zu Matsch schlagen lassen, als aufzugeben! Der
Schiedsrichter hatte ein Einsehen und brach den Kampf schließlich
ab. Im Gedächtnis haften geblieben sind mir einige Aussprüche
des Kommentators, der mächtig in die Kiste griff. Am besten
vielleicht: "Williams hat den
Finger in der Dose, aber es sind nur 110 amerikanische Volt..."
Auch schön die deplazierte Verwendung des Begriffes
"déjàvu-mäßig", womit er die Versuche der
Williams-Betreuer meinte, den schwer angeschlagenen Boxer wieder auf
Marschroute zu bringen. "Mantra-mäßig" hätte es eher
getroffen... Sven Ottke äußerte dann noch den schönen
Satz: "Die Beine waren mit
Gummi besät!" Da ich sehr häufig Negatives über
Politiker äußere, muß ich jetzt auch einmal Lobesworte
erklingen lassen: Den Beckmann-Auftritt von unserem ehemaligen
Bundeskanzler Helmut Schmidt
habe ich mir fast komplett angesehen und befriedigt festgestellt,
daß mein Respekt vor diesem Mann nach wie vor ungebrochen ist.
Mit großer Würde berichtete er von den härtesten
Augenblicken seines Lebens, von Freunden und Feinden, und auch viel
Autobiographisches floß ein, wobei er niemals seine Würde
einbüßte. Erstaunlich, wie viele Zigaretten man während
einer Stunde konsumieren kann, und auch die eine oder andere Prise
Schnupftabak wanderte nasenaufwärts. Am Schluß konnte der
sich professionell suchtresistent gebärdende Beckmann es nicht
lassen und fragte den Exkanzler, ob er mit ihm eine Zigarette rauchen
wolle. Schmidt antwortete nur cool: "Ich hab´ keine mehr. Die
sind alle." Toll - eine Legende lebt weiter! Richtig granate war
neulich schon ein Auftritt des Spaßmachers Oliver Welke bei der
Ankerfrau Maischberger, der an seiner Seite den hessischen
Ministerpräsidenten Roland
Koch sitzen hatte. Die Sitzwahl hatte Frau M. natürlich mit
Bedacht getroffen, denn erbarmungslos sprach sie Welke auf den von ihm
geskripteten Wallace-Ulk DER WIXXER an, in dem ein Bild von Koch in
einer Verbrecherkartei erscheint. Im Film trägt Koch nicht etwa
den Spitznamen "Der Frosch mit der Maske", sondern "Der Schlumpf mit
dem Herpes". Welkes Versuche, einem sehr angeranzten Landesvater diesen
Spaß zu vermitteln, gehören zu den lustigsten Sachen, die
ich in letzter Zeit im Fernsehen gesichtet habe. War ihm wohl recht
unangenehm... :)

081204
Oh, schon eine Woche habe ich nichts mehr von mir hören lassen!
Schlimm das. Habe halt zu lange versucht, Bonbons mit Glasscherben und
Rasierklingen drin zu basteln, bevor ich dann merkte, daß hier zu
Nikolaus keine Kinder herumlaufen und klingeln... Jetzt muß ich
die alle selber lutschen - menno! Das Büld-Event in
Ludenscheid war eine sehr angenehme Geschichte, zumal sich der
Filmemacher als überaus angenehmer Mensch entpuppte. Erneut
stellte ich allerdings fest, daß sich über meine Wiege und
jene der Stadt Lüdenscheid definitiv keine Feen gebeugt haben -
dorthin begebe ich mich nur wieder, wenn man mir "grausame und
ungewöhnliche Strafen" androht. Zuerst einmal - was haben so viele
Hügel in einer Stadt zu suchen? Da kommt man sich ja vor wie der
Narr auf dem Berge, wenn man mit seinem Auto durch die Gegend gurkt.
Auf der Hinfahrt wurde ich zudem von einem hinter mir fahrenden und
mich genauestens beobachtenden Streifenwagen eskortiert, was mir
ziemlich an den Nerven zurrte. Das erinnerte mich schwer an jene
Horrorfahrt, als ich von Groningen zurück nach Bremen fuhr und
dabei von nicht weniger als 4 BGS-Autos kontrolliert wurde! Ich
schmuggele traditionell keine Drogen, da ich ein großer Fan von
streßfreiem Fahren bin, und ich mir ansonsten jedesmal in die
Hosen machen würde, sobald etwas in Grün meinen Weg kreuzt.
An der Grenze bin es immer ich, der abgegriffen und kontrolliert wird -
daran bin ich schon gewöhnt. In der Regel sind die
Grenzschützer auch sehr in Ordnung und handzahm. An jenem Tag aber
bekam ich es mit Vollasis zu tun, die sich u.a. über die
Unaufgeräumtheit meines Töfftöffs mokierten. Es
fällt leicht, sich angenehmere Dinge vorzustellen, als um 1.30 Uhr
morgens von wildfremden Schnäuzerträgern in Uniform
verächtlich Dinge gesagt zu bekommen wie: "Mann, sieht´s
hier aus - na, muß jeder selbst wissen!" (Mein Favorit ist aber
immer noch: "Sie riechen aber nach Knoblauch!") Danach bin ich noch
einmal angehalten worden und zweimal angepeilt. Der letzte Wagen fing
mich kurz vor Oldenburg ab und fuhr die ganze Tempolimit-Zone (die es
damals gab) ungerührt mit 50 Sachen hinter mir her... Na ja, olle
Kamellen! In Lüdenscheid war´s arg, aber der Abend
versöhnte mich mit den Ungelegenheiten. Freund Fabse stellte mich
zuerst dem sehr netten DVD-Insider Knackwurst vor, mit dem zusammen
kompromittierendes Fotomaterial entstand. Danach gab es den
FORMEL-EINS-FILM, der mich mit Ingolf Lück und zahlreichen
Gruselgestalten meiner Jugend konfrontierte, z.B. Limahl und den
Flirts. (Außerdem die Toten Hosen - dagegen sind die Prinzen ja
echte Hardcore-Punker!) Außerdem gab es den neuesten Film von
Büld, LOVESICK, zu dem ich hier
eine Review hinterlegt habe. Was hat sich noch zugetragen in den
letzten Tagen? Seit kurzem schreibe ich Glossen für den Kulturteil
der "Hannoverschen Allgemeinen", von denen auch schon zwei oder drei
gedruckt worden sind. Ich finde es toll, mal Geld zu bekommen für
das, was ich schreibe! Unentgeltlich und weitgehend sinnfrei gestaltet
sich die Battle Royale (s. unten), die mir aber einen hohen Lustgewinn
beschert, so daß ich dort auch weiterhin mitmischen werde, bis
der Onkel mit dem Handfeger mich vor die Tür setzt!

011204
Salami Bombay, allmiteinand! Hier eine Ankündigung von Gast Fabse
zum Thema "Ein
Abend mit Wolfgang Büld und seinen Filmen": "Das Komitee des
Filmclubs "L´Aldilà" ist besonders stolz darauf, neben der
Spezial-Matinee, die diesmal drei Filme umfasst, auch den Regisseur
Wolfgang
Büld am 2. Dezember in der Alten Druckerei (Knapperstraße
50, 58509 Lüdenscheid), als Stargast
begrüßen zu können.
Der gebürtige Lüdenscheider ist seit über 30 Jahren im
Filmbiz und
inszenierte u.A. auch die Kassenschlager „Manta, Manta“, „Gib Gas-Ich
will Spaß“ oder „Go Trabbi go 2“ und begleitete in den 70ern
legendäre Bands wie „The Sex Pistols“ und „Madness“ mit der Kamera
auf
Tournee. Retrospektiv werden seine Filme „Brennende Langeweile“ (mit
der Punk-Band "The Adverts“ und auch teilweise in Lüdenscheid
gedreht), „Formel 1-Der
Film“ (Ingolf Lück meets Die toten Hosen) und sein neuer Streifen
„Lovesick“ in einer Deutschland-Premiere zu sehen sein. Einlass ist
diesmal 17 Uhr und der Clubbeitrag kostet wie gewohnt 3 Euro. Wobei
LOVESICK das Folgewerk von PENETRATION ANGST darstellt. Identische Cast
und ordentlich Tits ´n' Crime." Von
Wolfgang Büld wird auch ein Film im neuen SI-Artikel enthalten
sein, mit einer sprechenden Mumu. Außerdem möchte ich mit
durchaus imperativem Unterton darauf hinweisen, daß ich in den
nächsten Wochen an dem literarischen Projekt "Battle Royale" von Sascha
Dornhöfer und Jürgen Marschal teilhaben werde. Diese beiden
Wortklauber verfassen im Moment eine sehr wilde Geschichte, bei der sie
immer abwechselnd je einen Satz einfügen, um den
Handlungsfluß mit der Wucht einer Dampframme voranzutreiben. In
unregelmäßigen Abständen werden Gastschreiber gebeten,
10 Sätze beizusteuern. Das vorläufige Ergebnis kann hier
eingesehen werden. Ich bin gethrillt und vollfüllt, mich an dieser
neuen Herausforderung versuchen zu dürfen...
301104
Ach,
ein zutiefst beseligendes Wochenende war´s, auch wenn ich
mir nicht mehr sicher bin, ob´s nach der Rechtschreibedeform
nicht eher ein beseeligendes Wochenende war. Aber was sind schon Worte?
Die Engelsflügel Amors trieben unsere Seelen empor bis zur
Himmelsmitten. Auch redeten wir über ein schlimmes Thema unserer
Zeit. Es hieß "Klassentreffen".
Wie wir darauf kamen, weiß ich jetzt auch nicht mehr, zumal weder
ich noch sie in näherer Zukunft von diesem Urübel
erfaßt werden. Mein letztes Klassentreffen zeichnete sich durch
eine hohe Bereitschaft der Anwesenden aus, über ihren beruflichen
Werdegang zu palavern. Dabei gaben viele an wie ein Sack Mücken.
Bilder von Mücken habe ich gerade keine auf Lager, aber von
Fliegen:
So
ähnlich wurde angegeben. Meine Schwester meinte ja, daß
das ein typisches Anzeichen für das erste Klassentreffen nach ca.
10 Jahren sei. Wenn man später wieder zusammentrifft, haben die
meisten ihre groben Niederlagen in beruflicher oder ehelicher Hinsicht
bereits absolviert, und traulich läßt sich´s
plauschen. Schön fand ich damals immerhin, daß verschiedene
der einstmaligen Revoluzzer mittlerweile ihren Platz in der
Gesellschaft gefunden hatten und jetzt brav am Busen der
Gutbürgerlichkeit suckelten. Tja, von Mao zu Maoam, und wer wollte
da das Paket mit den Minuspunkten öffnen? Im Grunde genommen kann
man solch eine Prahlhanserei nur auf eine Weise in Würde
überstehen - sich angemessen vorbereiten mit einem Strauß
feister Unwahrheiten! "Und
was machst du so?"
a) Ich beseitige die
Elefantenscheiße im Safaripark Hodenhagen.
b) Ich arbeite im
Kinderwunderland als Zahnfee.
c) Ich mache
Elektroschocktherapie in Bremen-Ost.
d) Psst, Verfassungsschutz -
ich habe schon zuviel gesagt...
e) Ich bin Faschingsprinz.
f) Ich arbeite als Clown auf
Kindergeburtstagen.
g) Ich bin Parlamentarier
für die NPD. (Den anderen
muß man dann freilich sagen, man sei Parlamentarier für die
Grünen - imagine the confusion...)
h) Ich trinke Blut.
i) Ich recherchiere gegen die
große Verschwörung.
j) Ich bin Großmeister
beim Ku-Klux-Klan.
k) Ich kratze die Toten von
der Straße.
l) Ich befreie die Welt vom
Elend.
m) Ich schreibe
Erlebnisberichte für die "Sonnenfreunde".
n) Ich bin eine Frau im
Körper eines Mannes.
o) Ich suche meine Wurzeln im
Buddhismus.
p) Ich bin Porno-Darsteller
für Magma.
q) Ich bin Verkäufer in
einem alternativen Sexshop.
r) Ich höre Stimmen.
s) Ich tue was gegen die
Überfremdung.
t) Ich bin Dialyse-Doktor von
Osama Bin Laden.
u) Ich bin freier
Filmjournalist.
v) Ich lecke Gummierungen
für die deutsche Bundespost.
w) Ich bin Dramaturg und
arbeite an einem kritischen Singspiel über Andreas Baader.
x) Ich verkaufe Mumien aus
Mesopotamien.
y) Ich schneide
Sadomaso-Videos aus berühmten Flugzeugkatastrophen zusammen.
z) Ich bin Guido Westerwelle.
...und
natürlich der Klassiker:
"Was geht dich das an?"
Dann
sollte Ruhe sein.
Zusammen
mit meiner Trauten kuckte ich ANDY
WARHOL´S FRANKENSTEIN,
und zwar in der Originalfassung, wo Udo Kier mit schwerem deutschem
Akzent so tolle Sachen sagt wie: "To know death, Otto, you have to fuck
life into the gall bladder!" Danach setzte es ein altes Devo-Video. Als
Stimmungsdämpfer erwies sich eine Sammlung von Live-Auftritten des
beliebten Entertainers G.G.
Allin, bei dem sich dieser u.a. das Mikro gegen die Stirn
bummerte, bis das Blut spritzte, von der Bühne urinierte und
kotete und seinen Minipenis stolz in alle Richtungen schwenkte.
Dazwischen sang er (ziemlich klasse) und wälzte sich in seinen
diversen Körpersäften, von denen ich hier nur die
Unproblematischeren erwähnt habe... Wer was richtig Tolles
hören möchte, soll sich das Country-Album von G.G. Allin and the Criminal Quartet
beschaffen. Auch die Punk-Sachen sind teilweise echt knorke. Das
Betrachten der Live-Performances rate ich nur ganz harten Mägen
an, und dies nicht so sehr wegen der dargebotenen Drastizitäten.
Körperliches finde ich nicht immer appetitlich, aber zumindest
normal. Wenn sich der Künstler gerne live verstümmeln tut, so
sei ihm auch dies gestattet. Was mich bis an die Tränengrenze
verstörte, war allerdings die Besessenheit mit der eigenen
Verwurstung, die den Mann antrieb. Sich vor einem zum großen Teil
sensationsgeilen Publikum degenerierter Prollmöpse, die sich nur
irrtümlicherweise für besser als der typische BILD-Leser zu
halten schienen, zum Generalhorst zu machen, kann nicht wirklich Sinn
und Zweck des Hierseins sein. Mir hat der Mann unsagbar leid getan. Den
Leuten hat´s gefallen, sie haben fröhlich gejohlt zur
Freakshow, und nicht lange später war der Meister tot... So, die
Bunny-Regisseure haben wieder zugeschlagen: Aus der Reihe "Filmklassiker, nachgestellt in 30
Sekunden von Hasen" gibt es jetzt drei neue, nämlich FREDDY
VS. JASON, SCREAM
und das TEXAS
CHAINSAW MASSACRE - Hut ab und Löffel raus! Durch meine
Buddies bei den Filmforen habe ich jetzt auch die spezifisch internette
Form des Logbuches kennengelernt ("weblog", kurz: "blog"), in
dem man alles vermerken kann, was einem so Erwähnenswertes im
weltweiten Gewebe über den Weg geflimmert ist. Auch
persönliche Einsichten in den Weltenlauf kann man dort problemlos
hinterlegen. Die Blogs der Forenblogger habe ich in meiner Linkliste
eingefügt, zumal heute gerade der liebe Rocknrollriot seinen
Privatblog eröffnet hat! Hier sei noch gesondert hingewiesen auf
ein tolles BILD-Blog, in dem
mehrere Journalisten der Wahrheit hinter vielen Schlagzeilen von
Deutschlands meister Tageszeitung nachgehen, und dies auf sehr
humorvolle Weise...
Na, regt sich was?
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