THE MAN
IN BLACK GOES NOVEMBER
NEWSTICKERARCHIV
301104
Ach, ein zutiefst beseligendes Wochenende war´s, auch wenn ich
mir nicht mehr sicher bin, ob´s nach der Rechtschreibedeform
nicht eher ein beseeligendes Wochenende war. Aber was sind schon Worte?
Die Engelsflügel Amors trieben unsere Seelen empor bis zur
Himmelsmitten. Auch redeten wir über ein schlimmes Thema unserer
Zeit. Es hieß "Klassentreffen".
Wie wir darauf kamen, weiß ich jetzt auch nicht mehr, zumal weder
ich noch sie in näherer Zukunft von diesem Urübel
erfaßt werden. Mein letztes Klassentreffen zeichnete sich durch
eine hohe Bereitschaft der Anwesenden aus, über ihren beruflichen
Werdegang zu palavern. Dabei gaben viele an wie ein Sack Mücken.
Bilder von Mücken habe ich gerade keine auf Lager, aber von
Fliegen:

So ähnlich wurde angegeben. Meine Schwester meinte ja, daß
das ein typisches Anzeichen für das erste Klassentreffen nach ca.
10 Jahren sei. Wenn man später wieder zusammentrifft, haben die
meisten ihre groben Niederlagen in beruflicher oder ehelicher Hinsicht
bereits absolviert, und traulich läßt sich´s
plauschen. Schön fand ich damals immerhin, daß verschiedene
der einstmaligen Revoluzzer mittlerweile ihren Platz in der
Gesellschaft gefunden hatten und jetzt brav am Busen der
Gutbürgerlichkeit suckelten. Tja, von Mao zu Maoam, und wer wollte
da das Paket mit den Minuspunkten öffnen? Im Grunde genommen kann
man solch eine Prahlhanserei nur auf eine Weise in Würde
überstehen - sich angemessen vorbereiten mit einem Strauß
feister Unwahrheiten! "Und
was machst du so?"
a) Ich beseitige die
Elefantenscheiße im Safaripark Hodenhagen.
b) Ich arbeite im
Kinderwunderland als Zahnfee.
c) Ich mache
Elektroschocktherapie in Bremen-Ost.
d) Psst, Verfassungsschutz -
ich habe schon zuviel gesagt...
e) Ich bin Faschingsprinz.
f) Ich arbeite als Clown auf
Kindergeburtstagen.
g) Ich bin Parlamentarier
für die NPD. (Den anderen
muß man dann freilich sagen, man sei Parlamentarier für die
Grünen - imagine the confusion...)
h) Ich trinke Blut.
i) Ich recherchiere gegen die
große Verschwörung.
j) Ich bin Großmeister
beim Ku-Klux-Klan.
k) Ich kratze die Toten von
der Straße.
l) Ich befreie die Welt vom
Elend.
m) Ich schreibe
Erlebnisberichte für die "Sonnenfreunde".
n) Ich bin eine Frau im
Körper eines Mannes.
o) Ich suche meine Wurzeln im
Buddhismus.
p) Ich bin Porno-Darsteller
für Magma.
q) Ich bin Verkäufer in
einem alternativen Sexshop.
r) Ich höre Stimmen.
s) Ich tue was gegen die
Überfremdung.
t) Ich bin Dialyse-Doktor von
Osama Bin Laden.
u) Ich bin freier
Filmjournalist.
v) Ich lecke Gummierungen
für die deutsche Bundespost.
w) Ich bin Dramaturg und
arbeite an einem kritischen Singspiel über Andreas Baader.
x) Ich verkaufe Mumien aus
Mesopotamien.
y) Ich schneide
Sadomaso-Videos aus berühmten Flugzeugkatastrophen zusammen.
z) Ich bin Guido Westerwelle.
...und natürlich der Klassiker:
"Was geht dich das an?"
Dann sollte Ruhe sein.
Zusammen mit meiner Trauten kuckte ich ANDY WARHOL´S FRANKENSTEIN,
und zwar in der Originalfassung, wo Udo Kier mit schwerem deutschem
Akzent so tolle Sachen sagt wie: "To know death, Otto, you have to fuck
life into the gall bladder!" Danach setzte es ein altes Devo-Video. Als
Stimmungsdämpfer erwies sich eine Sammlung von Live-Auftritten des
beliebten Entertainers G.G.
Allin, bei dem sich dieser u.a. das Mikro gegen die Stirn
bummerte, bis das Blut spritzte, von der Bühne urinierte und
kotete und seinen Minipenis stolz in alle Richtungen schwenkte.
Dazwischen sang er (ziemlich klasse) und wälzte sich in seinen
diversen Körpersäften, von denen ich hier nur die
Unproblematischeren erwähnt habe... Wer was richtig Tolles
hören möchte, soll sich das Country-Album von G.G. Allin and the Criminal Quartet
beschaffen. Auch die Punk-Sachen sind teilweise echt knorke. Das
Betrachten der Live-Performances rate ich nur ganz harten Mägen
an, und dies nicht so sehr wegen der dargebotenen Drastizitäten.
Körperliches finde ich nicht immer appetitlich, aber zumindest
normal. Wenn sich der Künstler gerne live verstümmeln tut, so
sei ihm auch dies gestattet. Was mich bis an die Tränengrenze
verstörte, war allerdings die Besessenheit mit der eigenen
Verwurstung, die den Mann antrieb. Sich vor einem zum großen Teil
sensationsgeilen Publikum degenerierter Prollmöpse, die sich nur
irrtümlicherweise für besser als der typische BILD-Leser zu
halten schienen, zum Generalhorst zu machen, kann nicht wirklich Sinn
und Zweck des Hierseins sein. Mir hat der Mann unsagbar leid getan. Den
Leuten hat´s gefallen, sie haben fröhlich gejohlt zur
Freakshow, und nicht lange später war der Meister tot... So, die
Bunny-Regisseure haben wieder zugeschlagen: Aus der Reihe "Filmklassiker, nachgestellt in 30
Sekunden von Hasen" gibt es jetzt drei neue, nämlich FREDDY
VS. JASON, SCREAM
und das TEXAS
CHAINSAW MASSACRE - Hut ab und Löffel raus! Durch meine
Buddies bei den Filmforen habe ich jetzt auch die spezifisch internette
Form des Logbuches kennengelernt ("weblog", kurz: "blog"), in
dem man alles vermerken kann, was einem so Erwähnenswertes im
weltweiten Gewebe über den Weg geflimmert ist. Auch
persönliche Einsichten in den Weltenlauf kann man dort problemlos
hinterlegen. Die Blogs der Forenblogger habe ich in meiner Linkliste
eingefügt, zumal heute gerade der liebe Rocknrollriot seinen
Privatblog eröffnet hat! Hier sei noch gesondert hingewiesen auf
ein tolles BILD-Blog, in dem
mehrere Journalisten der Wahrheit hinter vielen Schlagzeilen von
Deutschlands meister Tageszeitung nachgehen, und dies auf sehr
humorvolle Weise...

Na, regt sich was?
261104
Elvis Pressler Kesley hat wieder getagt! In einer immergrauen Katakombe
wurde ein bunter Strauß musikalischer Aufmerksamkeiten
zusammengetragen. Hier ist eines der Blütenblätter,
eingedeutscht
von Meisterhand:
- "Diana" (nicht von
Presley, sondern von Paul Anka)
Besetzung:
Vox: Elvis
Guitar: Torsten
Bass: Kai
Drums: Dirk
241104
Scheiße, ich kann nicht
mehr: Schlaflos wälzte ich mich in meinem Bett von der einen auf
die andere Seite. Es wollte nicht Morgen werden, die Nacht blieb, und
vor meinen Augen flimmerte es. Mein Kopf ließ sich einfach nicht
abschalten. Irgendwann empfahl ich mir, einfach nicht auf dem Schlaf zu
bestehen. Ich habe morgen keine dringenden Verpflichtungen, also warum
in Hektik verfallen? Es wurde später und später. Mein
Vorsatz, die Nerven zu schonen und den inneren Motor herunterzufahren,
fruchtete nichts. Trotz der geballten Kälte draußen
schwitzte ich in mein Laken. Immer wieder wechselte ich die Seite.
Selbst meine Plüschtiere schwiegen fast feindselig. Auf einmal
hörte ich von draußen ein Geräusch. Ein
merkwürdiges Schaben. Dann ein leises Poltern, als wäre etwas
umgefallen. Dann wieder das Schaben. Ich überlegte, ob die
Geräusche von draußen kommen könnten, von der
Straße, und aufgrund eines akustischen Phänomens aus meiner
Wohnung zu kommen schienen. Aber nein, es kam vom Flur. Nach etwa drei
Minuten hatte ich genug und verließ das Bett. Ein Blick auf die
Uhr - es war 4 Uhr 17. Ich drückte den Knauf herunter,
öffnete meine Tür und trat auf den Flur. Da erblickte ich
direkt vor mir eine Gestalt:

Ich habe nicht mehr geschlafen.
231104
Guten Morgen! Der Filmclub am Samstag war ausgesprochen ordentlich
besucht, und erfreulicherweise gab es mal einen Film, den ich noch
nicht kannte und der mich zu höchsten Flötentönen
hinriß: BESTIE DER WOLLUST, ein aufrüttelndes Drama um einen
Vietnamveteranen mit zwischenmenschlichen Problemen. Vielleicht werde
ich demnächst für das Filmtagebuch eine kleine Review
verfassen, zumal der Film ansonsten der Vergessenheit anheimfallen
könnte... Am Vorabend war ich bereits in einem asiatischen
Restaurant (=Yakuza-Eigentum!) mit dem Clubkomitee zum Schlummertrunk
zusammengekommen. Gemeinsam plünderten wie das Büffet, und
während es sich die Garnelen-, Huhn- und Entenschnipsel in unseren
Mägen so richtig schön bequem machten, erfanden wir in einem
kollektiven Brainstorming neue Doppelprogramme für den Club sowie
die dazu passenden Werbesprüche. Man darf gespannt sein - es kommt
viel auf Euch zu! Im Februar kommen erst einmal zwei Stargäste in
die Stadt Gelsenkirchen: Enzo
G. Castellari (Regisseur von KEOMA, TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT
etc.) und sein guter Freund und Kollaborateur Franco Nero! Mit Nero haben
wir zum ersten Mal einen veritablen Weltstar dazu überzeugen
können, das Ruhrgebiet aufzusuchen, um mit uns wilde Tage zu
verleben. Am ersten Samstag des Monats Februar (müßte der 3.
oder 4. sein) stehen Euch die beiden honorigen Herren zur
Verfügung. Außerdem werden zwei Filme der beiden zu sehen
sein. Die Schlußauswahl ist noch nicht getroffen und orientiert
sich an der Verfügbarkeit und dem Zustand der Kopien. Wir sind
aber sehr zuversichtlich, Euch ein unvergeßliches Erlebnis
präsentieren zu können... Für die "Splatting Image" habe
ich den neuen Artikel nunmehr fertig: "Krauts und Rüben". Hier
einer der besprochenen Filme:

Wer schon jetzt etwas lesen will, kann sich z.B. meine kurze Review zum
neuesten Film von Dario Argento anschauen, THE
CARD PLAYER. Da ich leider zeitlich arg angebunden bin, möchte
ich hier schließen, nicht ohne aber auf eine Meldung hingewiesen
zu haben, die alle Verschwörungsfans interessieren könnte.
Sie betrifft die Stadt Bielefeld.
Zur Vertiefung kann man sich hier eine
vorzügliche Seite über Verschwörungen zu Gemüte
führen. Auch sehr nett diese kleine Nachricht
über eine Frau, die die Jungfrau Maria in ihrem Sandwich gefunden
hat und zum Medienstar avanciert ist... :)

Igitt.
161104
Gerade noch vom Papst seliggesprochen - heute schon in heiliger Mission
unterwegs: Mel Gibson, der Jesus von Falkirk in BRAVEHEART, der
für DIE PASSION CHRISTI den Chefsessel in gratiam Jeff Catweazles
räumte, macht mobil gegen Stammzellenforschung: Wie meine
gutinformierten und gewöhnlichen Kreise (= der "National
Enquirer") wissen, spricht sich der aufrechte Katholik Gibson - wie es
auch sein gutes Recht ist - gegen die Subvention von Organisationen
aus, die sich mit diesem speziellen Forschungszweig befassen, um etwa
Behinderten einen Hoffnungsschimmer zu gewährleisten. Damit tritt
er in frommen Wettstreit mit Kollegen wie Brad Pitt, dem
parkinsonkranken Michael J. Fox und dem kürzlich hingeschiedenen
Christopher Reeve. Wie Mel Gibson und die fackelschwingenden
Dörfler um Schloß Frankenstein bin auch ich der Ansicht,
daß es Dinge gibt, die der Mensch besser unangetastet lassen
sollte. Das gilt natürlich nicht für das Angreifen fremder
Länder, das Massakrieren von deren Zivilbevölkerung oder das
Ignorieren der Meinung der Vereinten Nationen. Bush - nach endlosen
Irrfahrten, auch in betrunkenem Zustand - ist von Jesus auf die
Schulter gefaßt worden, und während ein Politiker, der so
eine Story in Deutschland erzählen würde, sich glücklich
schätzen könnte, nicht mit Tatütata in die nächste
Klapsmühle verfrachtet zu werden, sichert solch eine
Wiedererweckungsstory in den Staaten eine Wiederwahl als Präsident
- hooray! Daß die Regierung um den standfesten Berufssohn ganz
offensichtlich ihr eigenes Volk belogen hat, scheint niemanden zu
interessieren. Schade eigentlich: Wenn es um einen Fellatio im Oral
Office geht, voluptuiert die amerikanische Öffentlichkeit zu
Höchstform und zeigt den moralgeschwollenen Prengel. Das
Führen eines Krieges, bei dem bereits etwa 1000 GIs gestorben
sind, scheint nicht ganz so sehr ins Gewicht zu fallen. Bei Clinton
habe ich damals - Moralist, der ich selber bin - gesagt: Okay, der
dumme Junge hat sein Volk angelogen, hätte er man nicht tun sollen
- tschüß, du Dummerjan! Daß der offizielle Beweggrund
des Irakkonflikts viel weniger gilt als präsidiales Sperma im
Rachenraum einer Praktikantin, finde ich nicht wirklich einleuchtend.
Daß immer noch über 70 Prozent der Amerikaner davon
überzeugt sind, daß der Irak Massenvernichtungswaffen
hortet, obwohl selbst die Regierung mittlerweile Farbe bekennen
mußte, stimmt sicherlich nicht nur mich nachdenklich. Fakt
scheint zu sein: Es interessiert einfach keine Sau! Damit man mich
nicht mißversteht: Ich war von der Rolle Michael Moores im
Wahlkampf auch einigermaßen angepißt, wobei ihm die
Realität in gewisser Weise rechtgibt: Ohne eine so platte
Wahlkampfpropaganda für die ihm höchst suspekten Demokraten
wäre das Wahlergebnis noch viel ernüchternderer ausgefallen!
Selbst der mir durchaus sympathische Nader hat wohl letztlich nur dazu
beigetragen, daß wir jetzt immer noch Bush an der Spitze der Welt
haben... Mir hat FAHRENHEIT 9/11 nur sehr bedingt gefallen, da die dort
vorgebrachte Propaganda einen sehr durchschaubaren Kurs ritt, der sich
von jener der Demokraten nur oberflächlich unterscheidet. In den
USA ist solch eine missionarische Tätigkeit aber scheinbar
tatsächlich notwendig. Vor der Wahl ist den Bush-Hassern in den
Diskussionsforen häufig vorgeworfen worden, antiamerikanisch
eingestellt zu sein. (Bitte sagt nicht "Antiamerikanisten"!) Ich bin
glühender Verehrer des Landes. Seit der Wahl beschleichen mich
aber tatsächlich antiamerikanische Gefühle, denn sie haben
ihn gewählt, ohne Schmuh und Wenn und Aber! Alle Amerikaner, mit
denen ich in Kontakt stehe, waren Gegner von Bush, und das Alter jener
Leute geht von 20 bis 80. Aber er ist trotzdem gewählt worden. In
unserer eigenen Geschichte gab es eine Zeit, wo gewisse
schnäuzerbewehrte Frustknödel an die Spitze des Staates
gewählt worden sind, weil ihr Gekeife und ihr Haß den
Gefühlen der unglücklichen Bevölkerung entsprach. Das
war trotzdem nicht richtig, no fucking-sir! Ich bin großer
Amerika-Fan - nicht umsonst habe ich Amerikanistik studiert. Aber die
gegenwärtigen Entwicklungen finde ich urst unappetitlich. Heute
ist gerade Colin Powell ausgeschieden, der zwar politisch denkbar von
meiner Meinung abwich, aber zumindest der Simpatico der Bande war.
Seine Nachfolge soll u.U. die gruselige Condoleeza Rice (nomen est
fucking-omen!) antreten - na yippie-yay! Hier mein visueller Kommentar:

Hier eine Nachricht,
derzufolge David Beckham
für seine momentane Freundin ein Sexspielzeug gekauft hat, das
mehr kostet, als irgendjemand von uns in seinem Leben verdienen wird.
Merkt es Euch, boys´n´gals: Die Schnalle vom Kicker schiebt
sich einen Metallstab unten rein, der mehr sein wird als Euer aller
Lebensfazit! Ich hoffe, das Ding ROSTET! :) Mit meiner Süßen
habe ich ein wunderschönes Wochenende verlebt. Neben dem ganzen
ehespezifischen Kleinklein (das mit Andacht und Genuß durchmessen
werden will) kuckten wir die neue (gute) DVD von TANZ DER VAMPIRE,
Rollins LE FRISSON DES VAMPIRES und Helges JAZZCLUB. War ein feines
Wochenende! Wer Hitler
sucht, der wird ihn finden, zum Beispiel hier! Mein neuer Artikel
für die SI nimmt allmählich Form & Gestalt an - das wird
ein richtiger Weihnachtsartikel! *freu* Am Samstag werde ich nicht nur
mit meiner Herzdame ein Racquelette aufsuchen (das - nicht
überraschenderweise - von den über mir Wohnenden geschmissen
wird!) -, sondern habe ich die übliche ungewöhnliche Ehre,
einer Sitzung des "Geheimnisvollen
Filmclubs Buio Omega" beizuwohnen. Unter dem Monicker
"Nitro-Laus" findet eine Einstimmung auf die nicht mehr gar so ferne
Christzeit statt, die sich gewaschen hat: Es gibt diesmal nicht nur
einen Martial-Arts-Klassiker der 70er zu bestaunen, in denen der
Kampfexperte Lo Lieh seine Achillesfersen streckt, sondern auch einen
überaus kranken US-Action-Heuler, in dem einmal mehr ein
geisteskranker Vietnam-Veteran das Zepter des grimmigen Hinscheidens
schwenkt. Der Film ist niemals auf Video erschienen, erfreut sich dem
Vernehmen nach einer *unglaublichen* Synchro und wird definitiv niemals
mehr von Euch hungrigen Teufeln auf der Leinwand erblickt werden.
Charles Nizet, der den Film inszeniert hat, wurde 2002 in Brasilien das
Opfer eines Gewaltverbrechens. Ich habe persönlichen Einblick in
die Polizeiakten gehabt und mir einige Zitate vom
Online-Übersetzungsservice übersetzen lassen: "Nizet kam in
das Land von 8 von Juli von 2000 herein, für Sao Paulo, wenn Sie
in den Blumen des Keils als Pensionär verewigt werden. Das Visum
wurde aufgrund von Auflösung normative 6 von bewilligt.
Assistenten der zwei Darstellungen, in Brasilia und in Sao Paulo, sie
hatten gesagt, daß es nicht was haben würde, zu
erklären, zumindest gestern. Nizet schrieb und produzierte Filme
der zweiten Linie, mesclando Abenteuer, Gewalttätigkeit und
Frauen." Na, klingt mysteriös und interessant? Am Samstag im Club!

111104
Mir träumte gestern nacht von einem Bären. Es handelte sich
nicht um irgendeinen Bären, sondern den Bären von der
Bärenmarke. Wo ist er nur hin, der gute alte
Bärenmarke-Bär? Jener braune Souverän, der torkelnd die
Alm durchmaß, stets eine freudianisch vergrößerte
Milchkanne im Anschlag? Wer ihn sich genau ansah, konnte bei aller
werbewirksamen Zotteligkeit auch einen dezenten Hauch von Untiefe an
ihm ausmachen. War er womöglich manchmal verkatert und floh die
Folgen der letzten durchzechten Nacht? Ich habe ihn mir immer als einen
in die Jahre gekommenen Mafia-Don vorgestellt (die verkitschte Sorte,
die einem manchmal in Filmen gereicht wird): Nach einem Leben der
Unrast und des erzwungenen Respektes bündelt er nun die lange
unterdrückte Menschlichkeit, um an den Menschen gutzumachen, was
er ihnen einst antat. Nie wieder wird er Zeitgenossen Betonschuhe
verpassen oder sie in Hochhausfundamente einmauern lassen. Stattdessen
bringt er uns die Milch. Das ist tröstlich.
Die Werbefiguren von heute erreichen nur selten die Klasse dieser
emblematischen Klassiker von einst. Selbst verquasselte Zeitgenossen
wie die ehrenwerte Klementine waren irgendwo liebenswert und schufen
Sonne im Herzen wie Mut auf mehr. Wir sind umzingelt von den Erben des
Ültje-Mannes: Grimassierende, aufdringliche Gestalten, denen man
im wirklichen Leben per Faustschlag Einhalt gebieten wollen würde.
Keine Souveräns der stillen Gesten und der stummen Würde wie
der Bär! Heutzutage muß Werbung nerven, sonst ist sie nicht
richtig. Die Ware wird in die Leute hineingequält. Das würde
Sinn machen, wenn sie dann aufhören würde, die Werbung. Aber
das tut sie nicht. Sie geht immer weiter, und aus den
Spielgefährten von einst wurden die Plagegeister von morgen...
Nein, der Bär hatte den Bogen raus – da gibt es nichts! Mein neuer
Artikel für die SI nimmt schon Formen an: Heute gerade habe ich
den Film DAS TEUFELSCAMP DER VERLORENEN FRAUEN gesehen, und
tatsächlich: Die Frauen, die da verloren sind, sind wirklich
restlos übergesiedelt in den Orkus des schnöden
Trübsals, Treibgut im Strom des immerwährenden Vergessens,
gefangen im Schraubstock der Lust und im Inferno ungezügelter
Sinnlichkeit. Es ist eigentlich ein ganz guter Film, und der Artikel
wird sogar noch besser! Wenn mir heute irgendein Faschingsclown dumm
kommt, kriegt der sofort bitteren Reis in die Schnauze...

051104

041104
So, heute haben ich, Torsten und Kai es wahrgemacht und sind in den
Probebunker gegangen, zwecks Lärmens im Geiste des Kings (E.
Presley). Da uns unser Schlagzeuger arbeitsbedingt abging, blieb das
Schlagwerk verwaist, so daß eine Art "Unplugged"-Variante des
Kraches zustandekam. Das war, eingestandenermaßen, auch ganz
lustig, und dafür, daß wir in dieser Besetzung seit etwa
anderthalb Jahren nicht mehr geklampft haben, klangen die Ergebnisse
auch ganz manierlich. "Viva Las Vegas" war noch nicht der wahre Jakob,
und auch "Are You Lonesome Tonight" (für mich ein Höhepunkt
der vorangegangenen Prüfungen der Dulderfähigkeit unserer
Publikumse!) war noch nicht auf der Habenseite zu verbuchen. Frank
Zappas "Elvis Has Just Left The Building" kam auch noch nicht wieder
aus dem Stand in Greifweite. Der Rest ging für das erste Mal. Ganz
neu wagten wir uns an des Kings "That´s All Right, Mama" heran,
und da eine gute Pressler-Pressearbeit alles ist, gibt es hier einen
ersten Eindruck. Als weitere Audiohappen präsentiere ich einen
etwa 20-sekündigen Versuch meinerseits, das großartige (wenn
auch nicht unkontroverse) Lied "Jewish Princess"
von Frank Zappa anzustimmen. Danach versuche ich mich an Groucho Marx,
mit "Lydia The
Tattooed Lady". Geht auch in die Hose. Schließlich habe ich
noch "La Paloma"
bemüht, aber ich wußte überhaupt nicht mehr, wie die
Melodie geht. Tja, solange ich noch Speicherplatz auf meiner Website
habe, kann ich mir solche Extravaganzen leisten! Für
Splatting-Image-Leser sei angemerkt, daß der nächste Artikel
sich mit Krautsleaze befassen wird, und zwar von Leuten wie den beiden
Rolfs (Olsen und Thiele) bis zu Eckhard Schmidt und PENETRATION ANGST.
Für Weihnachtstalmi ist somit gesorgt...

021104

Klickt mal auf das Bild! (Um
die Wartezeit bis heute nacht zu überbrücken...)
011104
So, Halloween ist mal wieder bewältigt! Den Kindern von ganz unten
im Haus habe ich diesmal bereitwillig eine milde Gabe vorbeigebracht,
die schokoladene Feromone satt im Fahrwasser führte. Die "trick or
treat"-Narreteien habe ich somit elegant umschifft. Was bei uns in
Bremen das sogenannte Nikolauslaufen ist, wird in Gelsenkirchen seit
einigen Jahren am 31. November durchgezogen, aus unbegreiflicher
Keltenhörigkeit. Wo einstmals Druidenpriester ihren Schangel
abfuhren, verwüsten heutzutage Minderjährige das Gemüt
Erwachsener, doch im Herzen Junggebliebener. Ich hoffe mal, daß
die kleinen Racker das Vollmilch-Nuß-Inferno, das ich auf ihre
Häupter kommen ließ, mit ihren Milchzähnen
bewältigen können! An und für sich gehen mir Kinder am
Anus vorbei, aber irgendwie mißbillige ich die Aussicht
herabgezogener Kindermundwinkel. Die werden schon früh genug den
Sporn des Lebens in ihre Seiten gerammt bekommen - da soll man sie
vorher nach Kräften schonen. Ich bin am Halloweenstag ohnehin erst
zur Abendstunde eingetroffen, da vorher ein gesellschaftliches
Miteinander lockte. Gesellschaftlichen Miteinandern bin ich
normalerweise notorisch abhold, aber da meine Herzensfreunde Torsten
und Sandra das Siegel auf die Einladung pappten, war es eine Pflicht
und eine Freude, zu obliegen und willfährig zu sein. Ich hatte an
diesem Abend eigentlich überhaupt keinen Bock, aber die schlichte
Herzlichkeit der Gastgeber verzauberte mich stante pede, stehenden
Fußes sozusagen. Der reich gedeckte Eßtisch (siehe oben:
die tollen Marzipan-Vampire von Sven!) verzauberte erst das Auge, dann
den Gaumen. Wein wurde gereicht, wie es frommer Völker Sitte, und
im Nu zerstoben feige Vorbehalte im Dunkel der Nacht. Spaß kam
auf! Auch Ausgelassenheit regte sich. Neckisch bot mir ein Gast sein
Bein dar, das von einem tollen Johnny-Cash-Tattoo geziert wurde:

Wir hörten andächtig die Weisen des großen
Mannes, und bei der Anhörung seines Vermächtnisses
"Unearthed" fing ich ungelogen fast an zu heulen, so schön war der
Legendentaumel. Da waren Coverversionen drauf, die die Welt
verändern könnten, wäre sie nicht so unsagbar schlicht
im Geiste. Magie pur. Der Olli, der gerade anwesend war, ließ es
sich nicht nehmen, ein paar schöne Schrammeleien auf einer von
Torstens vielen Gitarren erklingen zu lassen. Und Torsten fing bald
Feuer und holte einen Verstärker raus. Um zwei Uhr morgens
dröhnten wilde Akkorde durch jene Wohnung in Bochum-Langendreer.
Und wer wurde herbeizitiert, um sängerisch aufzutrumpfen? Elvis
Pressler Kesley tat es, obwohl er fast keinen Liedtext mehr
präsent hatte. Die Anwesenden waren glücklicherweise schon
breit genug, um Milde walten zu lassen. Aber nächste Woche geht es
wieder in den Proberaum! Ich habe Feuer gefangen und möchte wieder
singen... Demnächst in einem Theater in Ihrer Umgebung! Habe total
Bock drauf... *freu* Ich und Cora verließen den Ort des
Geschehens als Letzte, um halb sechs Uhr morgens. Und da wurde ja die
Sommerzeit umgestellt, also war es eigentlich halb sieben! Wir
schwappten nach Hause und schlummerten inbrünstig.

Jetzt eine kleine Geschichte von meinem Freund Fabse! Vor kurzem
waltete ein Unheil über seiner Wohnung und zwang Wasser aus
dem Porzellan des Klosetts. Voller Panik rief er den Klempner, den sein
Vermieter ihm geheißen. Klempner blieb aus und hüllte sich
in
Schweigen, mehrere Tage lang. Der Kot floß hoch. Dann endlich
erschien der Klempner und prüfte fachmännisch den Stand der
Dinge. Er betätigte die Spülung, und wildes Wasser floß
über die Fliesen. Der wilde Punker Fabse furchte sorgenvoll die
Stirn. "Tja", meinte der Klempner, "das Problem steckt wohl irgendwo
tief drinnen. Da kann nur jemand Professionelles helfen!" Jemand
Professionelles kam dann auch und schob seinen Arm tief in den Abgrund
aus Scheiße und anderen Sedimenten. Zuerst versuchte er sein
Glück mit einer Art Spirale, die das Unsagbare aufquellen
ließ. Kot satt verunzierte die kleinbürgerliche Kemenade.
Der Handwerker besaß eine rheinische Frohnatur und
verkündete: "Wir haben die Lizenz zum Rumsauen - keine Angst!" Das
muß der Zeitpunkt gewesen sein, wo Fabse richtig Panik bekommen
haben muß. Und zu Recht, denn der Handwerker ging jetzt ans
Eingemachte und vergrub einen sechs Meter langen Schlauch im Klosett.
Er begann mit niedrigem Druck und schraubte sich hoch zu 300
Ampere/Atü/Bar oder wie sonst das heißt und versuchte, den
Pfropf aus Ehemaligenfäkalien zu sprengen. Klappte nicht. Wo
Wasser reingeht, geht auch Wasser raus, und eine Flut aus Hah-Zwei-Oh,
Kot und anderen Ingredienzien ergoß sich nicht nur über den
gesamten Badezimmerboden Fabses, sondern auch den angrenzenden Flur.
Die Nachbarn unten hatten bereits vor einiger Zeit schmerzlichst
mitbekommen, daß ein finsteres Geschick waltete. "Da müssen
wir unbedingt die Versicherung einschalten!" Na ja, schließlich
fruchteten die Bemühungen, und der Pfropf wich. Wäre
schön gewesen, wenn auch das sanitäre Ungemach des lieben
Fabse gewichen wäre, aber ewig flossen die Wälder, und auch
das Klo spielte den Verstockten. "Da müssen Sie Silikon
reinspritzen!" lautete heuer der Befund. Fabse spritzte, doch immer
noch entließ das Porzellan ungeläutertes Wasser. Eine Woche
bereits vorbei. Au Mann. Die Schweißperlen stehen mir auf der
Stirne, wenn ich mir vorstelle, daß meine Scheiße meinen
lieben Nachbarn Peter und Ute durch die Decke quillt. Das sind
eigentlich ganz lockere Menschen, aber irgendwann ist auch
Schluß. Fabse hat mittlerweile ganz andere Probleme mit MR.
BLOWUP (dem legendären Fetischporno, dessen ganze Devianz darin
besteht, daß die Glieder des Protagonisten gummiös
aufgeblasen werden!), aber das Erlebnis mit dem Klo des Grauens wird
mit Sicherheit sein Gemüt vernarbt haben. Hier noch ein Foto von
mir, wie ich gerade diesen Text schreibe:

Das Glas zur Linken ist
selbstverständlich nicht mit Weißwein gefüllt, sondern
mit hundertprozentig abbaubarem Eigenurin (Mittelstrahl). Die
Zigaretten im angrenzenden Aschenbecher sind nur Attrappen und dienen
der Erzielung eines lang angelegten Entwöhnungsvorganges. Das
verkrumpelte Rot oben auf meinem Rechner ist eine Packung "Frit-Sticks"
von Funny-Frisch, die saulecker sind, aber keinen Nährwert
besitzen, weswegen ich sie dort schon vor einigen Monaten deponiert
habe, um Gäste zu beeindrucken. Rechts neben dem Monitor erblickt
man eine Packung leckeren "Earl Grey"-Tees. Tee trinke ich erst,
seitdem ich Cora kennengelernt habe. Daneben befindet sich ein
DVD-Stapel, auf dem ganz oben die "Anchor Bay"-Version von Dario
Argentos CAT O´ NINE TAILS thront. Unter der Deckplatte des
Schreibtisches befindet sich neben einem Block DIN-A-4-Druckpapiers
eine Dose echter Sylter Brisen-Klömbjes, die immer brav abgelehnt
werden, wann immer ich sie jemandem anbiete. Tatsächlich sind die
Burschen aber recht lecker und schmecken ein wenig nach Pullmoll.
Weiter rechts (vor meinem Bauch) befindet sich das Gremese-Lexikon der
italienischen Regisseure. Der Stuhl rechts hinter mir ist ein
Ikea-Fabrikat der Marke "Poeng" (oder so). Links über meinem
Rechner ist ein Doris-Wishman-Foto (von derselben gegengezeichnet).
Daneben sind italienische Plakate von Filmen wie FÜR EINE HANDVOLL
DOLLAR, ZINKSÄRGE FÜR DIE GOLDJUNGEN, TORSO, DIE ROTE DAME,
DON´T TORTURE THE DUCKING, AUGE UM AUGE, IL COMMISSARIO DI FERRO
und so fort. Die helle Stelle am Hintergrund meines Kopfes ist
übrigens kein Kahlschlag, sondern wurde vom Blitzlicht so
reflektiert. Auf meiner Schädelkapsel habe ich ganz oben eine
leicht kahlende Stelle, aber das ist auch mehr ein besserer Wirbel. Ich
muß wirklich einmal wieder zum Friseur.
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