Entenklein im Oktober

Entenklein

NEWSTICKERARCHIV

231004

Da ich auf dubiosen Wegen in den Besitz einer (unechten) Faustfeuerwaffe gekommen bin, habe ich es mir nicht nehmen lassen, eine kleine Fotoserie zu schießen, in der ich quasi als Kommissar Ernst posiere und mein Wohnhaus terrorisiere. Ich habe die Bilder über ImageShack ins Netz gestellt, um mal auszuprobieren, ob´s klappt. Wenn nicht, dann sollte man es später erneut probieren, da wohl Serverprobleme vorliegen... Angeschnallt, und los geht´s!

181004

Ich habe mich nach langem Hadern dazu durchgerungen, einen beklemmenden autobiographischen Schnipsel preiszugeben: Seit Jahren schlafe ich schlecht. Dabei verhält es sich durchaus nicht so, daß ich unter den herkömmlichen Schlafstörungen leide. Mitnichten, ich schlafe, wenn ich ins Bett plumpse, recht bald wie ein Stein bzw. wie Einstein. Was IN meinen Träumen passiert, scheint hingegen auf keine Kuhhaut zu gehen, denn seit geraumer Zeit wache ich mit verspanntem Gesicht, angeschwollener Hals- und Kieferpartie und dickem Schädel auf. Vor etwa drei Jahren ließ ich mir von einer Orthopädin eine Bißleiste anpassen, die sich anfühlte wie ein Klumpen Zement in meinem Mund. Ich schlief damit nicht besser, sondern schlechter. In letzter Zeit ist dieses Problem wieder akuter geworden, so daß ich mich genötigt sah, mir von meinem neuen Zahnarzt eine weitere Bißleiste machen zu lassen. Zu meiner alten sagte er nur, das sei Quatsch gewesen, bei meinen Problemen sei einzig eine weiche Bißleiste, nicht so ein harter Kunststoffklumpen, angebracht gewesen. Danke, alte Zahnärztin! Mit der neuen Bißleiste haben sich die Probleme (nach knapp einer Woche) noch nicht verflüchtigt, wohl aber habe ich das Gefühl, entschieden erholter aufzuwachen. Außerdem erinnere ich mich an meine Träume und weiß jetzt, was für ein Murks in meinem Kopf umgeht! Heute nacht etwa habe ich insgesamt vier Traumphasen gehabt. Im Gedächtnis haften geblieben sind mir die Phasen Zwo und Vier. Am Ende von Nummer Zwo wurde ich von zwei Hunden durch ein Industriegebiet gehetzt (Opel?), wobei der eine Hund so zerzaust und schmuddelig war, daß ich seine Augen gar nicht mehr erkennen konnte. Mich packte das Grausen. Ich trat aus und wachte auf. Neben mir im Bett raschelte es heftig. Verdammt, der Hund ist ja noch immer da! Ich weiter: Kick, kick! War meine Freundin. Lustig... Traum Vier endete damit, daß ich auf einem Bankett, auf dem fast nur Würdenträger der internationalen Politik (darunter viele Israelis und Palästinenser) anwesend waren, von grimmig aussehenden Muselmanen mit umgehängten Patronengurten durch den Eßsaal bugsiert wurde. Vorne weg ein besonders schwul geschminkter Scheich, der mich zum Austausch der Geschlechtsmittel zwingen wollte. Toll, homophob UND rassistisch - ich erwachte und fühlte mich wie ein Sack Entengrütze... Um meinem Traumleben etwas Linderung zu verschaffen, habe ich heute einige Seiten zum Thema "Schlaf" frequentiert. Dort fand ich u.a. die mir nicht neue Weisheit, man solle in gut gelüfteten Zimmern schlafen (kann ich eh nur bei geöffnetem Fenster!), aber auch das Testergebnis einer Untersuchung aus dem Jahre 2002, die optimale Schlafdauer läge bei 5 - 7 Stunden. Auf die Qualität kommt es an, nicht auf die Länge. Das kennen wir ja schon. Wer durchschnittlich zwischen 7 - 8 Stunden schnorchelt, riskiert mit 20%iger Wahrscheinlichkeit eine verminderte Lebenserwartung. Bei über 8 Stunden Schlaf sind es sogar 40 Prozent. Ich las auch einiges über autogenes Training. Das ist eine in den Anfangsjahrzehnten des letzten Jahrhunderts entwickelte Technik, mit der man Entspannung durch Autosuggestion erreichen kann. Angeblich laufen die Kurse so ab, daß man im Kreise einiger Auserwählter Sätze sagt wie "Mein Arm ist schwer" oder "Mein Arm ist warm". Wärme ist überhaupt wichtig, denn sie wird mit Wohlbefinden assoziiert. "Die Wärme fließt in meine Arme und Beine." Wie wäre es mit "Die Wärme fließt in meine Hose"? Ich entsinne mich des beseeligenden Gefühls, in einem Swimming-Pool zu stehen und volle Kanne in das Wasser zu pinkeln. Das war nett! Das habe ich wohlgemerkt nur als Kind gemacht... Was einst eine narzißtische und grundegoistische Strömung war, läßt sich aber schwerlich zum kollektiven Erlebnis (oder Erleben, das klingt esoterischer!) umgestalten. Toll ist auch: "Mein Sonnengeflecht ist strömend warm." Das klingt jetzt etwas nach überhöhter Psoriasis. Wichtig ist, daß der Einzuschläfernde aller Verantwortlichkeit enthoben wird und sich ganz zum passiven Spielball regredieren kann: "Was geschieht, ist gut." Wenn man morgens aufwacht und sagt: "Meine Hose ist naß und warm", dann ist das auch gut. Ich merke, daß ich für diese Methode gänzlich ungeeignet bin. Der Gedanke muß wohl verworfen werden... Ich habe neulich eine sehr spannende Biographie über den berühmten Futuristen Marionetti gelesen, der zu den großen Avantgardisten des frühen 20. Jahrhunderts zählte. Nachdem er mit seinem Studentenkollegen Marinadi eine Jazzkapelle gegründet hatte und trotzdem keinen Stich bekam, gründete er die Schule des Futurismus, in der jeder, der eine andere Frisur trug als er, für vogelfrei erklärt wurde. Er liebte es, sich mit Zeitgenossen zu prügeln, die kleiner waren als er. Seine Mißerfolge beim weiblichen Geschlecht und in der bildenden Kunst wurden begleitet von einer Odyssee durch die Vortragssäle des Vorkriegseuropas, in der er kontroverse Ballontiere faltete. Am Attentat auf den Kronprinz Franz Ferdinand und dem Ausbruch des ersten Weltkrieges soll er eine nicht näher bezeichnete Mitschuld getragen haben. Ferner soll er die Machtergreifung Hitlers und den Ausbruch des zweiten Weltkrieges mitgesteuert haben, und das, obwohl er bereits ab 1928 in einer Irrenanstalt auf Elba kleine Wachsmodelle von Lokomotiven fertigte. 1940 setzte er sich noch einmal an die Schreibmaschine und verfaßte das immens erfolgreiche Werk "Futurismus und Fußpflege", das Benito Mussolini dazu bewog, ihn aus der Irrenanstalt zu holen und zum Kulturminister zu machen. Außerdem wurde er für geraume Zeit der persönliche Sekretär und Intimus des "Duce". Berühmt seine Diavorträge über die Auswirkungen der Eisenbahn auf die geistige Hygiene der modernen Kultur. 1944 verstarb er bei dem Versuch, den Po mit einer Diesellok zu überqueren. Bei seiner Beerdigung war kaum jemand zugegen, außer Tristan Tzara, Hans Arp und Frau Oppenheim, die Kurt Schwitters bei einer Intonierung der Ursonate auf selbstgebastelten Instrumenten begleiteten. So war das damals! Zum Schluß für all jene, denen der Montag nichts gibt, der unsterbliche George Gershwin:

"Maybe Tuesday will be my good-news day..."

151004

Im morgigen "Geheimnisvollen Filmclub Buio Omega" geht es rund in der Mühle: Unter dem Motto "Moulin Rouge" lädt Toulouse-Lautrec höchstpersönlich Sie ein, um gemeinsam mit uns über brennende Themen zu reflektieren. Dazu gehört die Versteinerung, die uns alle erfaßt, vor allen Dingen, wenn wir hübsche junge Frauen sind. (Pierre Brice weiß da ein Liedchen von zu singen!) Aber auch das Streicheldefizit in der Großstadt wird angemahnt, wenn ein paar junge Springinsfelds dieses Defizit auszugleichen trachten. Ein alter Brummbär verargt ihnen dies, und im Central Park, im Riverside-Park und anderen pittoresken Orten wird geballert, was das Zeug hält. Italienischer Gothic-Horror und Vigilantentum reichen einander die Hände in diesem aufrüttelnden Doppelprogramm von Weltrang! Kommen Sie oder weinen Sie für immer! :)

121004

Hier noch zwei Frosch-Bilder:

Bandfoto verstrudelt

Geistbild

Das wirklich Unangenehme an einer Erkältung ist ja wohl das sogenannte Abhusten. Insbesondere peinsam kann sich diese entwürdigende Prozedur gestalten, wenn man mit vorgehaltener Hand gurgelnd zum Klo stürzt und dann feststellt, daß bereits vor dem Vorgang eine erkleckliche Menge aufsässigen Schleimes über die gesamte Handfläche verteilt ist. Manch einer soff später, wie der Herr Goldt in anderem Zusammenhang vermerkte. Das erinnert mich an jene schöne Inzidenz, als ich einmal, an einer Bushaltestelle stehend, geräuschvoll ins Taschentuch schneuzte. Ich bin bei solch profanen Verrichtungen ja immer ein ziemliches Zimperlieschen und wende mich diskret ab. So manchem könnte der Anblick meines Herumgepopels sauer aufstoßen oder, noch unangenehmer, gar zu gut gefallen... An jenem schicksalsschwerem Tag prustete ich jedenfalls in mein Tempo, daß es eine Art hatte, und eine dicke Schnodderfontäne schoß oben aus dem Taschentuch heraus und machte es sich teils in meinem Auge, teils auf meiner Stirn bequem. Das war keiner der krönenden Momente meiner Vita, liebe Damen und Herren bzw. Keine Kaiserstunde, eher Kaiserstuhl. Hier geht es zu meinem Tagebucheintrag über Roland Emmerichs THE DAY AFTER TOMORROW, der mir wider Erwarten richtig gut gefiel! Und als kleines Bongbong zum Schluß noch ein paar Soundschnipsel, die ich fachmännisch in den obigen Bildern eingelinkt habe, als "Hidden Track" quasi. Einfach draufklicken. Da ich die Frösche noch nicht um Erlaubnis gefragt habe, sind da erst einmal nur zwei kurze Proberaumquasselhappen gelandet, die noch zu der Zeit stattfanden, als ich dort mitsängerte. Im ersten Bild gibt es eine kurze Impression, die sich mit dem Katalog des Sexversandes "Orion" befaßt, der ja auch die sogenannte "Lusthummel" vertreibt, wie auch den Gummipenis "Der Patriot". Soundbit 2 hat viel mit einem äußerst billigen Stimmenmodulator zu tun, mit dem wir herumgekaspert haben. Das Gekrächze stammt von mir, die irre Lache von unserem Bassisten Kai. Einen besonderen Narren habe ich scheinbar gefressen an der Zeile "Ich weiß, wo du wohnst."

Christopher Reeve R.I.P.

Christopher Reeve R.I.P.

101004

So, der Frosch hat jetzt zum ersten Mal gequakt, wenn auch nur im Christlichen Verein Junger Männer zu Lüdenscheid. Da der Auftrittsort verpflichtet, war Bravheit Gesetz. Nur die unbedenklichen Nummern wurden hervorgekramt, als es hieß, zum ersten Mal Bühnenluft zu schnuppern. Kein Kommentar, nur ein paar Fotos:

Stiefel und Sänger

Brrrzffflggg

Drummerteufel

061004

Das letzte Wochenende sah mich im Kreise einiger Lieben eine Heavy-Metal-Kneipe betreten. Das passiert relativ selten, denn abgesehen von den politischen Implikationen ("10000 Metaller gehen auf die Straße") ist der Metal nicht wirklich mein Ding. Umso fruchtbarer doch sind jene Momente, in denen mich der Weltentaumel einmal in die kräftigen Arme feiernder Heavyisten führt. Die Musikauswahl war ziemlich bizarr. Ich erinnere mich daran, daß eines der ersten gespielten Lieder "Boinhoard wie´n Rogger" von Toafrock war, mysteriöserweise gefolgt von einer Combo mit dem eigentümlichen Namen "Die arschgefickten Gummizofen"! Was, nun, fangen Rocker mit powärts penetrierten PVC-Sklavinnen an? Das Liedel enthielt mehr Zote als Zofe und beeindruckte mich nicht wirklich. Das musikalische Programm war aber auch ansonsten wie für die Deutschquote geschaffen und wurde vom langhaarigen Publikum mit großem Gejohle goutiert, was im Verbund mit dem Bier ja immerhin eine gute Sache ist. Bei den "Böhsen Onkelz" war unser Bedarf dann allerdings gedeckt - nach Hause ging´s, die im Vorfeld genossenen mexikanischen Köstlichkeiten verdauend. Wir planten zuerst, uns die DVD von HAUS DER 1000 LEICHEN reinzuknüppeln, aber leider holperte das gute Stück auf dem Player, und so brachen wir ab. Mir wurde stattdessen ein wenig Ärzte-Kram von der neuen Live-DVD vorgespielt, der ja nur gut und charmant sein konnte. Danach gab es noch etwas Marilyn Manson, dessen gesammelte Rockvideos auf einer neuen "Best Of" erschienen sind. Es gibt auch ein neues Video, "sAint", das so bestimmt nicht auf MTV laufen wird - achtet auf den Sticker "Keine Jugendfreigabe"... Um Musik ganz anderer Art geht es in einem sehr fröhlichen Thread, der derzeit die "Filmforen" erschüttert: Ein junger Nachwuchsmusiker hat sich ausgerechnet unser Forum auserkoren, für seine Erzeugnisse zu werben. Das führte anfangs zu ungehaltenen Reaktionen seitens der Forenleitung, aber mittlerweile wird für mich der Punkt zur Legendenbildung eindeutig überschritten. Jetzt hat der Künstler als letzten Streich ein Lied über sein vermeintliches Gedisstwerden aufgenommen und zur Verfügung gestellt - das Reinhören lohnt sich... ("Fetter Diss, fetter Diss, Mann...") Immerhin habe ich jetzt gelernt, daß unser Forumsbetreiber keinen Floh hat. Toll und sehr kreativ! Zu guter Letzt will ich noch verkünden, daß "Der Frosch mit der Maske" am Samstag zum ersten Mal live auf der Bühne stehen wird und dort einige Punkträllereien einem hoffentlich gewogenen Publikum präsentieren wird. Die Band, in der ich einst am Mikro stand, hat einige neue Lieder eingeübt. Ich werde mir das nicht entgehen lassen und freue mich maßlos, zumal ja meine Süße an der Gitarre klampft! Der mit der Videokamera bin vermutlich ich. Geplant war es ursprünglich, ein Waffeleisen mitzubringen und die Punks zwischendurch mit Leckereien abzufüllen, aber ob das was wird, steht noch in den Sternen. Der Haupt-Act wird bestritten von Fabse und seiner Band, Korsakow & Gonorrhoe, die böse Lieder über Rentner und Döner machen. Außerdem gibt es noch zwei weitere Schrammel-Combos zu bestaunen. Das Ganze findet statt in Lüdenscheid, und zwar in der Kinder- und Jugendfreizeitstätte Audrey´s. Einlaß angeblich ab 18 Uhr, der Frosch kommt an dritter Stelle...

021004

Die wichtigste Nachricht zuerst: Heidi Klums Beine sind unterschiedlich viel wert. So vermeldeten es heute die Yahoo-News. Heidi Klum ist eine Hübschine, die einst bei Thomas Gottschalk auftrat und von dort aus den Schritt auf die Weltbühne schaffte. Ihr Schicksal war es, zu einem der höchstdotierten Fleisch- und Blutbügel des Landes zu werden, wie Max G. das mal nannte. Wenn man properes Weiberfleisch auf Hochglanzbildern verewigt, sichert das Ohdkotürern allerorten den Broterwerb. Die Frauen selber werden um den Werdegang einer normalen Frau betrogen und müssen sich mit enormen Mengen heuchlerischen Getues anfreunden. Da sind nämlich viele Leute, die einem den Titel eines jüngst erschienenen Filmes entgegenschmachten: "Ich liebe Ihre Arbeit!" Fakt ist natürlich, daß diese Leute sich einen Dreck um die realexistierende Arbeit von Fleisch- und Blutbügeln scheren, und vor allem um deren Verzicht auf normale Lebensumstände. Die wollen lediglich in das Fleisch der idealisierten Traumfrau eindringen, mit ihrem Lachs. Etwas anderes meinen die nicht wirklich. Und wenn man mit prominentem Idealfleisch verkehrt, dann hebt das die eigene Person umso mehr. Insofern ist diese Nachricht sogar wirklich von Interesse, denn sie reduziert Frau Klum - die das scheinbar lächelnd zum Besten gab - auf einen Haufen Fleisch mit Schleife drum. Sie ist irgendwann einmal auf die Schnauze gefallen, weshalb eines ihrer Beine eine kleine Narbe aufweist. "Das gab dann gleich Punktabzug", war Frau Klums Kommentar. Ob es sich dabei um das rechte oder das linke Bein handelt, wurde leider nicht erwähnt. Wie schwer ist eigentlich so ein Bein? Meine eigenen Beine sind sehr schwer, was aber auch an meinen dicken Oberschenkeln liegen mag. Ich habe sie schon einige Male mit meinen Händen gewogen und empfand sie als protzig, massiv und in ihrer Fleischernheit bestürzend. Sind das alles Muskeln? Egal - sie sind gewichtig! Ich veranschlage mal flugs 25 Kilo pro Treter, und damit kann man schon eine alte Oma totschlagen. Wenn man ein Bein amputiert bekommt, wird das wohl in der Regel eingeäschert. Exzentriker lassen sich den Beweis für die einstige Unversehrtheit zweifellos mit nach Hause geben, wo man z.B. einen Aschenbecher darauf installieren kann. Das natürlich nur nach erfolgreicher Einbalsamierung durch Balsamiker von Weltruf. In jedem Fall hat man es da mit einer Menge Fleisch zu tun. Fritz Haarmann hätten meine Beine fraglos gefallen. Heidi Klums Beine gefallen der Welt. Abamputiert wären sie rund 1,6 Millionen Euro wert, aber was könnte die süße Zauberfee mit 1,6 Millionen Euro anfangen, wenn sie dafür auf dem Arsch sitzen müßte, so ohne Beine? Die Beine (und die arg vernachlässigten Füße) tragen einen schließlich durch die Welt, was selten genug gewürdigt wird. Man müßte Beinen Denkmäler errichten an jeder Straßenecke, so wichtig sind sie für den Weltenlauf. Kein Fortschritt ohne Beine, möchte ich mal sagen. Wenn Heidi Klums Beine einem reichen Metzger zum Opfer fallen würden, käme da als nächstes die Frage nach dem Preis für ihren Po. Der ist ja fraglos auch oho und zahlt so manche Miete. Dann kommt ihr Bauch, wobei man da natürlich aufpassen müßte, daß keine lebenswichtigen Organe in Mitleidenschaft gezogen würden. Den Bauch einer Frau zu dotieren, würde selbst ich für ein Kapitalverbrechen halten. Frauenbäuche sind wundervoll, aber sie sind nur soviel wert wie ihre Trägerin. Eine Bewertung von Bäuchen sollte somit gekoppelt sein an die Charaktereigenschaften des Bauch-Überbaus. Ich möchte nicht, daß es einmal heißt, daß mein Bauch schale 19 Euro Fuffzig wert ist an reinen Schwartenkosten. Da muß doch schon mehr mit hineinspielen, etwa 36 Jahre frommen Strebens! Auch Frau Klum hat mit Sicherheit frommes Streben vorgelegt - umso törichter dieser Dummkram! Apropos Dummkram: Heute gab es auf "Phoenix" eine Sondersendung zur Deutschquote, oder wie das heißt. Es soll gesetzlich reglementiert werden, daß soundsoviele deutschsprachige Songs im Radio laufen. Bei der Anhörung waren Koryphäen zugägän, wie etwa der in dieser Hinsicht bereits vertraute Herr Kunze, Inga Humpe und ein gewisser Herr Rakete. In einer unsäglich langweiligen Korinthenknackerei wurde da über das Wohl & Wehe deutschen Liedguts und der deutschen Sprache im allgemeinen beschieden. Sorry, aber bevor ich an so etwas teilnehmen würde, ließe ich mich eher von Dschingis Khan in die Rosette zwacken! Um es vorwegzunehmen: 80 Prozent der deutschsprachigen Musik ist meines Erachtens entweder banal oder outright scheiße. Das verdient nicht einmal das Gnadenbrot. Bei Einführung einer Deutschquote würden nicht etwa die verdienstvollen Vertreter hypenswerten Musiktums gefördert. Grönemeyer, Westernhagen, Petry (autsch!), Pur (autsch!), BAP (röchel!), Klaus Lage (röchel!), Maahn und ähnliche Gestalten kennt doch wohl jedes Kind. Der Rest rekrutiert sich zu nahezu hundert Prozent aus Gullyglibber oder durchaus verdienstvollen Leuten, die trotzdem keine Sau hören würde! Wäre Max Goldt von einer solchen Regelung betroffen? No fucking way. Trotzdem verdient der Mann seinen Lebensunterhalt, und das finde ich gut und gerecht. Die Ärzte werden auch weiterhin Bestseller bleiben und sind auf solcherlei Unfug nicht angewiesen. Den Verteidigern einer Deutschquote Deutschtümelei oder gar Chauvinismus zu unterstellen, finde ich überspitzt. Die Leute kümmern sich nur um das eigene Überleben, was ja legitim. Mir aber entstand da nur die Lust, einen Sampler zu erstellen mit Tracks, die garantiert deutschsprachig sind. Da wären dann die Böhsen Tanten eingeflossen, besonders die frühen Sachen, Rammstein, Störsaft ("Wir sind dick, dumm und andersrum, oh-ho-ho!"), und abgerundet hätte ich das mit Wagners "Siegfrieds Tod"... Ich halte so eine Quote für kompletten Bullshit. Der Hauptanteil der Käuferschaft rekrutiert sich eh aus Zeitgenossen, denen die quäkigen Mißklänge der "Superstar"-Nulpen ihr schwer verdientes Taschengeld wert sind. Soviel zur deutschen Kultur. Kann man da didaktisch einwirken? Man kann nicht - Dummheit regiert die Welt. Werte sind nur durch Liebe und durch Liebesfähigkeit zu vermitteln, und wenn schon die Eltern versagen, was soll man da vom Nachwuchs erwarten? Wenn die Leute mehr deutschsprachige Texte wollen, dann nur zu! Mehr Stuß! Mehr Schwund! Mehr vorsätzliche Menschenverachtung und Verdummungsversuche am lebenden Objekt! In der NDR-Talkshow waren heute Bela B. und Thomas D. von den Fanta4, die Sympathentum im Angesicht des versteinerten Kulturbürgertums bewiesen. Warum sollte man Deutschlands Kultur retten? Die Leute, die es verdienen, haben ihre Fans. Den Quotenschmonzes halte ich für Hysteriegebimmel der ganz peinlichen Art. Und jetzt gehe ich nach Bett.

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