300504
Frohe
Pfingsten allenthalben!
290504
Aus gegebenem Anlaß sei hier mein Text
über Wenzel Storch und seinen
neuen Film verlinkt. Der läuft demnächst in Bochum. Ansonsten
kann ich nur vermelden, daß ich weitere Piratenfilme mit meiner
Süßen geschaut habe. Cora arbeitet im Moment an einem Buch
über diese Asozialen von einstmals. Die waren nicht wirklich
politisch korrekt. Die haben jede Frucht ergriffen, die sich ihnen
erbot. Die Zeit wird entscheiden. Cora ist eine Herzfrau. Von der kann
ich noch ´ne Menge lernen. Könnt Ihr Euch ein Buch
vorstellen, das auch die
Eßgewohnheiten der Piraten beinhaltet? Die Lieder? Die Waffen?
Alles zusammen in einem bunten Cocktail? Ich kann das auch. Ich bin
schon gespannt drauf.
250504
Um Wölfi von den Kassierern (etwas unkorrekt) zu zitieren: "Der
Ball ist rund, die Spieler sind gesund!" Ein weiteres Jahr ist ins Land
gegangen, in dem junge, kerngesunde Männer hinter einer Lederkugel
hergelaufen sind. Meine eigene Mannschaft - Werder Bremen - schnitt
dabei sehr erfreulich ab, wie ja schon seit einiger Zeit bekannt.
Daß der Sieg der Gerechtigkeit über die Ungerechtigkeit (den
FC Bleiern) natürlich ausgerechnet dem sympathischsten und
souveränsten Exponenten dieser Fleischwurst-Combo den Kopf kosten
würde (Ottmar Hitzfeld), war klar und absehbar. Hitzfeld benahm
sich in gewohnter Weise beispielhaft und zeigte Würde, wo von
dieser Tugend für gewöhnlich so wenig wohnt. Mit Lapislazuli
schied auch ein weiterer der erträglicheren Bayern-Spieler vom
Traditionsverein. Nur schade, daß die Niederlage ausgerechnet an
Olli Kahn festzumachen war, den ich nach wie vor für den besten
deutschen Torwart halte. Dieses Jahr hatte er halt eine gehörige
Portion Kiraly im Blut... (Schlimm allerdings die Präsentation
seines Buches, aus dem bei der Pressekonferenz von Senta Berger
Exzerpte vorgetragen wurden!) Für meinen zweiten Verein, den FC Schalke, war dies ein
Gurkenjahr, wenngleich der Frust dadurch gelindert wird, daß sich
die Gelbschwarzen vermutlich noch eine Nummer dicker ärgern werden
und im nächsten Semester mit Ailton und Krstajic (und vermutlich
Bordon) hochgradige Gurkendoktoren in den Startlöchern liegen...
Platz 5 gönne ich den Bochumern
von Herzen. Ich bin zwar trotz meiner Schalke-Anhängerschaft kein
Dortmund-Hasser, aber während die in meinem direkten Umfeld so
liebevoll als "Zecken" Bezeichneten auf eine lausige Saison
zurückblicken, hat Bochum aus seinen Möglichkeiten das
Optimale herausgeholt und sich den UEFA-Pokal redlich verdient.
Außerdem ist der Neururer total spitze! Ganz traurig schauen die
Münchener Löwen aus der Wäsche (was wiederum den FC
Bleiern freuen dürfte!), aber dort hat sich dieses Jahr eh alles
um wesentlich andere Dinge gedreht als Fußball. Frankfurt und
Köln gingen dahin. Speziell im Falle der Kölner erwarte ich
aber das nahtlose Wiederaufsteigen. Bei der Eintracht muß man
sehen, wie die sich berappeln. Ich hätte im übrigen auf
Hertha BSE getippt, aber die haben dummerweise noch diesen
grundsympathischen Meier verpflichtet, und dem hätte ich einen
Abstieg nicht wirklich gewünscht... In der zweiten Liga freuten
sich die Nürnberger, die eine gepflegte Saison gespielt haben -
Schappoh! Bielefeld taumelte hinterdrein, wenn auch nicht ganz so
souverän. Daß Mainz
es beim dritten Anlauf endlich geschafft hat, freut mich maßlos,
denn ich habe in den letzten beiden Jahren mitgelitten und finde es
ganz toll, daß sie diesmal die Kurve gekriegt haben. Ich bin mir
aus irgendeinem Grund auch ziemlich sicher, daß das Team bessere
Chancen hat, sich durchzubeißen, als etwa die Bielefelder. Mein
geheimer Liebling, Erzgebirge
Aue (=erste Ossi-Mannschaft, die ich richtig ins Herz
geschlossen habe!), hat ebenfalls eine nach eigenen
Maßstäben bombige Saison gespielt - fein! Karlsruhe
hat´s gerade nochmal so geschafft und auf den letzten Metern
sogar noch den Mainzern geholfen - da sollte ein Bembel voll Goldstaub
fällig sein! Wie es für den traditionellen Punker-Verein St.
Pauli gelaufen ist, weiß ich noch gar nicht. Ich hoffe mal,
daß sie noch in der 3. Liga geblieben sind. Wenn nicht - alles
Gute! Bei Beckmann
lümmelten sich gerade Herr Beckenbauer und Herr Netzer herum und
erzählten Schnurren aus ihrer bewegten Vergangenheit. Dabei fiel
mir ein, daß ich für mein Leben gerne die Fußball-WM 2006
ausrichten würde - legt ein gutes Wort für mich ein! Ich
hätte da eine Menge revolutionärer Ideen, wie man dieses
Freudenfest für mein Heimatland ("Heute Fußballdeutschland,
morgen die ganze Welt!") zu einem Spektakel der besonderen Art machen
könnte, die sich etwas an dem Comic "Clever & Smart"
orientieren... Die Spieler würde ich nur in No-Name-Hotels
unterbringen, die farbige Namen tragen, etwa "Bei Onkel", "Rosis
Schummer-Schenke" oder "Pension Pasemann". Die Verpflegung würde
irgendein komplett ranziger Party-Service übernehmen, wobei die
Siegermannschaften auch in Kneipen gastieren dürften wie "Die
Schräge", "Das Schnitzel-Inferno" oder "Bernie´s
Brätl-Bude". Der Fußball würde auf seine
ursprünglichen Grundtugenden zurückgeführt werden. Auch
wenn die Medien-Mafia zunächst mißmutig aus der unverdient
aufgeblasenen Wäsche gucken würde - wahre Freunde des runden
Leders würden es mir danken! Ach ja: Notorische TV-Labermaxe wie
Beckmann, Kerner und Herrmann hätten Stadionverbot. Im TV
dürften nur Leute moderieren, die entweder pittoresk sind bis zur
Selbstzerfleischung (Werner Hansch, der Mann mit der eingebauten
Currywurst) oder über jeden Zweifel erhaben sind, wie Hansi
Küpper oder Töppi. Es böte sich ein Vorgehen nach
PREMIERE-Modell an: Auf Tonspur 1 ein netter Nordkurve-Kommentar wie
von den oben genannten. Auf Spur 2 die "Intellektuellen" wie Marcel
Reif. Auf Spur 3 die Trash-Liga, wie Faßbender, Rubenbauer oder
die Ex-ran-Trompetenschwäne. Auf Spur 4 gäbe es eine
Moderation von modischen VIPs, die definitiv von Fußball null
Ahnung haben, wie Yvonne Knatterfeld, Küblböck oder Inge
Meysel. Und auf Spur 5 das reine Stadiongeräusch, für die
Genießer! (Zusammen mit Robert und Sailor RIP übernehme ich
gerne die 6. Spur...) Naja, aber was mache ich mir hier Gedanken - wird
ja eh nix draus!
P.S.: Ich habe den ersten
Teil meiner Romanheft-Werbung-Scans aus den siebziger Jahren online
gestellt. Das Resultat ist teilweise sehr ulkig und kann hier betrachtet werden.
150504
Die heutige Sitzung des "Geheimnisvollen
Filmclubs Buio Omega" ist in den gewohnten Bahnen verlaufen, was
bedeutet: Sie forderte zwar keine Menschenopfer, aber sie reichte
Bizarrerien dar mit Würde und Anmut. Als erstes lief ein
dänischer Film mit dem Titel DAS HAUS DER VERLORENEN MÄDCHEN.
Er begann extrem verheißungsvoll und zeigte einen Zwerg, der auf
offener Straße eine ungefähr 180 cm große
12-Jährige verführt, indem er ihr einen mechanischen
Spielzeug-Wauzi zeigt. Diese aufrüttelnde und mahnende Sequenz
wurde dann ergänzt durch einen unglaublichen Vorspann, der fast
vollständig aus Bildern von mechanischem Spielzeug bestand und
untermalt wurde von einer singulär oscarverdächtigen Melodie
(wie ich das mal in Ermangelung eines besseren Wortes nennen
möchte!), deren perkussive Baßstrukturen von
merkwürdigen Zirkusgeräuschen gebrochen wurden. Danach
entwickelte sich das Werk zu einem handelsüblichen
Bahnhofskino-Klassiker, der weitgehend in einem Hotel spielte, bei dem
man Kellerräume, Dachstuhl und Wohnraum kaum voneinander zu
trennen vermag. Ingojira erzählte mir draußen von der
berüchtigten Marketenderin (=Prostituierten), die sich vor seinen
eigenen Augen schon einmal die primären Geschlechtsteile in einer
schnöden Straßenpfütze wusch. Das hat mich sehr
schockiert. Das Gros der Kinobesucher konnte dem progressiven Charakter
des Dargebotenen folgen und blieb bis zum Ende der Vorstellung sitzen.
Gelegentlich vernahm ich sogar dröhnendes Gelächter. Im
Anschluß daran gab es dann in Form von Brian de Palmas SISTERS
(DIE SCHWESTERN DES BÖSEN) einen Sahnebatzen des
Medium-Budget-Thrillerkinos, der wohl die aufgeworfenen Zweifel an
unserer Zurechnungsfähigkeit zumindest zeitweise getilgt haben
mag... Am Nachmittag vergrub ich mich in den Bundesliga-Alltag, der ein
etwas peinliches 2:6 meiner Werderaner gegen Lebergrusel mit sich
führte. Im Kampf um den Abstieg gab es eine Überraschung: Der
Tabellenzombie Frankfurt erwachte zu neuem Leben! Sollten die
Kaiserslauterer am letzten Spieltag gegen Dortmund verlieren (was zu
erwarten ist!), hat die Eintracht bei einem Sieg ihrerseits auf einmal
die Klasse gerettet, denn die Münchener Löwen haben doch ein
deutlich maueres Torekonto... Schade eigentlich, denn die mir sehr
sympathischen Bochumer hätten dann den 5. Platz verfehlt, aber das
ist dann eigene Schuld. Der heutige "Grand Prix d´Eurovision"
(oder wie der europäische Schlägerwettbewerb jetzt
heißt) sah mich im Kreise des berühmten Filmbuchautoren
Robert Z. und seiner Angetrauten Bettina. Wir sahen tief in die Flasche
und wühlten uns durch den Orkus der angesammelten
Abscheulichkeiten, zu denen der Kontinent fähig ist. Meines
Erachtens war das die schwächste Auswahl, die ich seit langem
gesehen und gehört habe. Im Vorfeld gestand ich Max einen Platz
von 5 aufwärts zu, aber das korrigierte sich im Verlaufe des
Abends nach oben. Da war nicht viel Raum auf der nach oben offenen
Kotzskala. Mann, was kamen da für Kanonen zusammen! Es war
wirklich hartes Brot, den ganzen Stiefel durchzusitzen, und die
Choreographien waren mehrheitlich von beeindruckender
Scheußlichkeit. Gegen Ende der Tortur hatte ich insgesamt 5
Günstlinge ausgekuckt: Max, den ukrainischen Beitrag (netter
Fetisch-Teutonen-Pop der Marke "Dschingis Khan", allerdings mit einer
megageil aussehenden Sängerin), die zypriotische 15-Jährige
(die als einzige weibliche Teilnehmerin wirklich singen konnte und nett
moppelig war), den türkischen Kommerz-Ska (der trotz diverser
Zugeständnisse an den Allgemeingeschmack angenehm hervorstach aus
der Gülle) und mit viel gutem Willen auch den Iren, der eine
ordentliche Stimme hatte, aber nach etwa zwei Dritteln Mist baute und
dies auch zur Schau trug. Ansonsten war da viel Groteskes. Der Beitrag
aus Bosnien-Herzegowina bestand aus einem schwulen Fiseur mit
Billy-Idol-Haircut, lausigen Go-Go-Miezen und Hüftschwenkern, die
bereits in den frühen 80ern für erbarmungsloses
Gelächter gesorgt hätten. Österreichs Beitrag... Lassen
wir das mal, ist ja ein Nachbarland. Rumänien brachte uns eine
Pornodarstellerin, die eine leichte Ähnlichkeit mit Ginger Lynn
hatte, aber mit Sicherheit nicht deren sängerische Kompetenz. Und
Schweden überraschte mit einer 38-jährigen Junggebliebenen,
die ihre Reize mit einem unglaublichen pinken Fummel bedeckte und
gelegentlich laszive Blicke von unten über die Tolle in die Kamera
warf. Kurz: Es war ein Panoptikum des Grauens, das sich darbot! Die
nachfolgende Bewertungsarie (vom Moderator als "kultig" bezeichnet)
beförderte die Partylaune von mir und meinen Freunden binnen
kürzester Frist in den Gullyglibber. Ich hatte wohl schon
vergessen, wie sehr Nepotismus und aktuelles Staatenmiteinander den
Punktereigen beeinflussen, aber was da an offensichtlichen
Zuschiebungen getätigt wurde, war wirklich sehr barsch. Bettina
erriet den nächsten 10- oder 12-Punkte-Gewinner mit schöner
Regelmäßigkeit. Finnland gibt Schweden einen Zwölfer?
Na, was ´ne Überraschung! Die Balkanstaaten verschieben die
Punkte untereinander? Hui - da traut man seinen Augen kaum! Die
russischen Staaten kosen einander mit Zuwendungen? Mönsch, Aldda,
da hätte ich ja nich gewettet man... Meine Mundwinkel gingen
weiter und weiter nach unten. Was für eine komplette
Zeitverschwendung, dieser ganze intereuropäische Bumfuck. Wie
beschämend und wie offensichtlich. Ich stellte überrascht
fest, daß ich wirklich angefressen war, hatte ich den Unfug doch
wieder einmal ernstgenommen. Als ginge es da um die Qualität des
Gezeigten. Den Herrn Max mit seinen zusammengewachsenen Augenbrauen
halte ich für den besten ernstgemeinten deutschen Beitrag, solange
ich den Wettbewerb miterlebt habe. Das Lied ist so-so, die Stimme und
die Präsentation sind wirklich klasse. Gar kein Vergleich zu dem
Siegel-Bullshit aus den Vorjahren. Aber das wurde nicht gelohnt. Der 8.
Platz ist für mich ein frommer Witz. Die subversiven Nummern vom
Herrn Horn und Herrn Raab schnitten weitaus besser ab, und das tut mir
nicht leid für den Stefan Raab, sondern für den
Vortragskünstler, der auch heute seine Sache sehr gut gemacht hat.
Qualitativ war seine Vorstellung für mich die beste, wenngleich
ich mit ihm auch nicht so gerne poppen würde wie mit der
Leadsängerin (falls man das da sagen darf!) des ukrainischen
Beitrages. Was war da sonst noch zu vermerken? Die polnische
Sängerin hatte ein Nina-Hartley-Blasmaul von hier bis nach Oslo
und einen Ausschnitt, der geradezu unmenschlich war, aber keine Stimme.
Die meisten anderen Laffen knödelten sich quer durch Quebec. Den
besonderen Reiz z.B. des Serbien-Montecarlensischen Beitrages vermochte
ich nicht zu erfassen. Die Griechen waren ebenso nichtssagend wie
Stulle. Einen Sonderpreis errang für mich das türkische
Moderatorenpaar. Die Frau sah aus, als hätte sie gerade in einem
Film von Pedro Almodóvar mitgespielt und grimassierte freudig
erregt. Der männliche Counterpart sah aus wie der uneheliche Sohn
von Bela Lugosi mit extrem schlecht sitzendem Toupet. Das war ganz
einfach große Klasse. Ebenso toll fand ich erneut den deutschen
Sprecher Peter Urban, der nicht nur denselben Oldenburger Magistervater
wie ich gehabt hat, sondern sehr trockene Kommentare zum Besten gab.
(Zur Schwedin: "Sie geht sehr geschickt mit dem Mikrophonständer
um.") Wenn Jörg Thadeusz die nächste "Love Parade" nicht
moderiert, wünsche ich mir den Urban! So, jetzt reicht´s
aber auch mit dem Müll. Im nächsten Jahr werde ich meine Zeit
mit diesem opportunistischen Schrott nicht mehr verschwenden. Ich
schmeiße gleich Frank Zappa, Helge Schneider oder die Sons of
Tarantula ein und weiß gleich, was ich habe - güldene Hehre,
spaßige Schräge oder trommelnde Kakophonie. Qualität
wird nicht von Massen gemessen, sondern nur vom eigenen Gusto. Das ist
auch immer von der Tagesform abhängig. Und deshalb schäme ich
mich auch, daß ich den heutigen Zirkus so ernstgenommen habe. Das
ist ja fast, als würde man Richterin Barbara Salesch ernstnehmen.
Und zur Wahl der Konstanten im eigenen Dasein bedarf es schon
gewichtigerer Einflüsterungen als das Tagesgeschehen. Da
zählt es mehr, was einem der Nachbar verkündet, wenn er von
Schalke heimkommt. Da zählt es mehr, was die Freundin vermeldet,
wenn sie mal einen Samstagabend ohne Disco-Fron verbringen darf. Und da
zählt es mehr, wenn Larry Brent der Gräfin Redziwihl den
Totenmarsch bläst. Da zählt einiges mehr. Und das sammele ich
morgen weiter - Wohlsein...
120504
Im Fun-Forum von DVD-Inside
habe ich in letzter Zeit einige süße Links gefunden, die
zwar alteingesessenen Websurfern nichts Neues sein werden, aber
für alle anderen seien drei davon hier vermerkt. Link 1 ist meines
Erachtens ein totaler Kracher und enthält eine 30-Sekunden-Version
von Kubricks THE SHINING, dargestellt von Hasen - unbedingt
Lautsprecher einschalten! (Auf der Homepage der Jungs ist auch noch ein
Hasen-EXORCIST, der auch ziemlich rockt...) Dann war da noch ein Link
zu einem Firewall-Anbieter, der lustige Homevideos anbietet. Video 1 handelt von zwei
sehr dummen Einbrechern, Video 2 von einem
nackten Computerbesitzer mit Hund. Auch richtig toll ist ein Radiomitschnitt von einem
Discjockey, der ziemlichen Ärger mit einem unwirschen Türken
bekommt... Weiß ja nun nicht, ob das gestellt ist, aber wenn, ist
es verdammt lustig! Und schließlich gibt es da noch auf der
offiziellen SOUTH PARK-Seite ein
schönes Spiel, in dem man sich seine eigenen Figuren erstellen
kann. Ich sehe z.B. so aus:

Es war nicht ganz einfach, das Bild herunterzuladen, aber man kann es
sich problemlos ausdrucken lassen. (Ich habe das JPG auf etwas
komplizierte Weise bekommen: Taste "Alt" plus "Print", dann in
Microsoft Paint oder anderem Programm mit "Strg" plus "V" reinsemmeln
und von Bitmap zu JPG umwandeln - fertig! Geht bestimmt auch einfacher,
wenn man sich mit Computern auskennt...) Und die Woche wäre nicht
komplett, wenn ich nicht mit durchaus imperativem Unterton auf das
anstehende Buio-Omega-Event
hinweisen würde, das diesmal unter dem Decknamen "Schneezwittchen"
seine Schar von subversiven Elementen versammeln wird... Wie immer
geben sich bei uns Kunst und Krawall die Hand: Film 1 stellt ein
frühes Meisterwerk des zu Recht berühmten Brian de Palma dar,
das von Zwillingen, Kuchen und Messern handelt - hat bestimmt noch
niemand auf der großen Leinwand gesehen, möchte ich wetten!
Allein die Filmmusik von Bernard Herrmann ist das Eintrittsgeld wert,
und wenn dann noch der tolle Rest hinzukommt... Film 2 ist, was seinen
kulturellen Wert angeht, etwas niedriger anzusiedeln und handelt von
einer abgetakelten Nachtclub-Trulla, die schöne Mädchen
kidnappt und sie einem geilen Zwerg vorwirft, der bei ihr im Keller
wohnt. Man sieht also, daß es sich erneut um ein überaus
gemischtes Doppel handelt, und wer hier nicht beiwohnt, wird bittere
Tränen weinen! P.S.: Welcher der beiden Filme als erster und
welcher als zweiter läuft, ist mir nicht geläufig, aber man
sollte früh aufstehen, denn der frühe Vogel fängt den
Wurm - nächsten Samstag, im Club!
090504

Schlimmes Vorkommnis im Hause
Keßler
Gestern ist der SV Werder Bremen
deutscher Fußballmeister geworden. Manchen mag das kalt lassen,
manchen gar langweilen, aber meine geliebte Hansestadt - da bin ich
sicher - steht in der Nacht, da ich dies schreibe, Kopf! Ich habe es
mit bitteren Tränen bedauert, nicht am Domshof gewesen zu sein,
als der Schlußpfiff pfoff. Stattdessen saß ich mit dem
namhaften Filmbuchautoren Robert Z. vor dem Fernseher und sog den Hauch
des Ereignisses ein. Robert grämte sich ob der Schalker
Niederlage, aber da meine persönlichen Präferenzen ja
fischköpfiger Natur sind, öffnete ich mein Fenster
sperrangelweit und johlte hinaus: "Olé, olé, SV Wehhhh...
Werder Bremen - juchhuuu!" Auf dem gegenüberliegenden Dach
spielten zwei Kleinkinder, die meinen ruhestörenden Ausfall mit
schelmischem Gelächter quittierten. Eine der berüchtigten
Bueraner Ömsen kuckte empor und blickte mißmutig. Ich
knallte das Fenster zu und freute mich wie ein Frosch! Es ist nicht
viel weniger als der Sieg der Gerechtigkeit, der sich zugetragen hatte
- eine unerwartet bombige Saison von Werder wurde mit dem goldenen
Sahnehäubchen belohnt. Nachdem Werder im Vorjahr noch in der
Rückspielzeit arg abgebaut und den Vorsprung versemmelt hatte,
besaßen sie diesmal die Ausdauer, bis zum Schluß
durchzuhalten. Auch die infamen Anfeindungen des vergrämten
Meckerbüttels Uli H. im Vorfeld steckten sie weg wie elf
Männer und donnerten den FCB in nur einer Halbzeit an die Mauer
der Vergessenheit! Ob Werder auch im nächsten Jahr ohne ihren
Topstürmer den sprichwörtlichen Blumentopf gewinnen wird,
wird sich noch erweisen, aber in Anbetracht der Tatsache, daß
Micoud bleibt und mit Valdez ein vielversprechender Stürmer
herangereift ist, sehe ich den Dingen optimistisch entgegen! Heute erst
einmal hat Werder seine Heimatstadt entzückt und ihr ein Geschenk
gemacht, von dem in ihren Annalen noch lange die Rede sein wird... Ich
fand es übrigens nicht wirklich passend, daß Willi Lemke die
würdelosen Belfereien des Hoeneß mit ähnlich
würdelosen Mitteln beantwortet hat. Die beiden sind eben
Intimfeinde. Schaaf und Allofs hielten sich zum Glück zurück.
Ich hätte mich vor Entzücken fast in die Wade gebissen, als
ein Reporter des "Aktuellen Sport-Studios" den frisch abgefeierten
Schaaf am Spielfeldrand abzufangen versuchte mit einem
opportunistischen "Herzlichen Glückwunsch!", und dieser nur
trocken und uneitel "Dangge!" sagte und weiterging... Manchen Leuten
ist es halt eben nicht genug, den Fernseher - wie Wiglaf Droste das
nennt - mit sich vollzumachen. Schaaf behielt die tadellose Haltung
bei, die ihn die ganze Saison über ausgezeichnet hatte, die seine
Mannschaft ausgezeichnet hatte. Heute in Bremen zu sein - mir blutet
das Herz, was kann ich sonst dazu sagen? Ansonsten möchte ich nur
kurz darauf hinweisen, daß morgen Muttertag ist. Wenn Ihr eine
Mutter habt und ihr eine Freude machen wollt, dann klingelt (oder
kuckt) mal durch und gebt Laut - Eure Erzeugerin freut sich bestimmt!
Wenn Ihr hingegen keine Mutter habt, dann kuckt wenigstens den
gleichnamigen Film...

080504
JA!!!

070504
Jau, also gestern, das war mal wieder ein Tag zum Abbeißen! Ich
düste mit meinem Auto Richtung Hagen. Bereits auf der Hinfahrt
machte das Gefährt akkustische Mucken. Es brummte und karwummte.
Im Leerlauf klang das bereits so, als würde ich saftig Gas geben.
Egal - nix bei gedacht, Freundin eingeladen und ab ins Hügelland!
Dort stromerten wir etwas durch die Region. Bei Hagen-Wehringhausen gibt es
so Gegenden, die dermaßen steigungslastig sind, daß der
Messner-Reinhold seine wahre Freude daran hätte. Ich hielt mich
einige Male an so Zierpöllern am Straßenrand fest und tat,
als hangelte ich mich einen Berghang empor. Dann begann etwas Wald, und
wir erklommen die Höhen. Da ich meine Digitalkamera mit mir
führte, schoß ich diverse Fotos von meim Herzliebchen und
bat sie, Gleiches mit mir zu tun. Bei einem Foto mußte ich
natürlich wieder den tollen Hecht mimen und hüpfte von einem
in schwindelerregender Höhe gelegenen Baumstumpf. Dabei kam ich
böse auf und verkrachte mir den Knöchel. Hier das dazu
gehörige Foto:

Das Foto finde ich recht drollig, da ich darauf aussehe wie ein
kahlender 60-Jähriger mit Buckel und langen Ohren, der sich
über das Rotkäppchen hermacht! :) Der Fuß schwoll und schwoll.
Ich kehrte bei meiner Schwiegermutter ein, schlemmerte extrem leckeren
Fisch und sprach mit einem Familienfreund über psychedelische
Musik der 60er. (Na, schon mal was von der Bonzo Dog Doo-Dah Band
gehört?) Dabei knurrte mich seine Hündin an und versuchte
mindestens einmal, mich zu begatten. (Hunde sind wie Menschen.) Der
Fuß schwoll und schwoll. Um kurz nach Mitternacht machten wir uns
vom Acker. Da erblonk die Leuchte für die Motorelektronik.
Normalerweise sollte das gute Stück sofort erlöschen. Tat es
aber nicht. Der Motor begann zu stottern. Ich geriet in Panik. Zum
Glück kam noch rechtzeitig eine Tankstelle, wo zwei supernette
Türken waren, die mir beistanden. Sofort rief ich den ADAC. In meinem Leben als
Autofahrer habe ich den ADAC insgesamt viermal behelligt. Jedesmal
erschien im Sauseschritt ein Traum von einem Mechaniker,
superfreundlich und kompetent, und richtete den Schaden. Diesmal ging
es leider nicht so einfach vonstatten, da mein "Astra" mit jeder Menge
Elektronik ausgestattet ist, die nur in der Werkstatt untersucht werden
kann. Der ADAC-Mann war aber erneut ein Schatz und schleppte mich
für insgesamt 30 Euronen bis nach Gelsenkirchen ab - ein Taxi
wäre deutlich teurer gekommen. Wer Autofahrer ist und nicht im
ADAC, macht was falsch. Ohne mein Kärtle wäre ich so
aufgeschmissen gewesen wie auf der dunklen Seite des Mondes. Der
ADAC-Mann war ein netter Oliver-Korittke-Typ und plauderte beherzt,
aber sympathisch. Das grause Ungemach wurde durch ihn zu einem
angenehmen LKW-Trip. Dank sei ihm dafür. Toll fand ich auch das
Routen-Leit-System: Während der ganzen Fahrt erzählte eine
angenehme Frauenstimme, wie man sich zu verhalten hat, um durch die
Stadt zu kommen. Ein LCD-Bildschirm zeigte unsere genaue Position von
Hagen bis nach GE. "Kostet nur 5000", meinte der gelbe Engel, "lohnt
sich also nicht für privat!" Da hadder recht. Ich erfuhr von
diversen anderen Abschleppaktionen, etwa dem Porsche, den er neulich
fahren durfte ("Kann sich unsereiner ja nicht leisten!") oder dem
BMW-Fahrer, dessen Gefährt nach 270.000 Kilometern zum ersten Mal
schlappmachte und der sich darüber noch wunderte. ("Der hat 80.000
Euro gekostet - Frechheit!") Wir erreichten Buer in Windeseile und
waren müde, aber entspannt. Bei einer John-Sinclair-Kassette
schliefen wir Arm in Arm ein. (Also, ich und Cora, nicht ich und der
ADAC-Mann!) Am nächsten Morgen stahl ich mich aus den Federn und
ging Punkt 8 zur Opel-Vertragswerkstatt
um die Ecke. Ich war ungehalten. Ich war angepißt. Ich wartete
und wartete, und am Schluß hatte es gar nichts mit der Reparatur
zu tun. Die Tatsache, daß mein Motor im Leerlauf auf 4 Komma
Nochwas der Tachonadel stieg, lag an einem Teil, das sich "Drosselklappenpotentiometer"
nannte. Dieses Wort werde ich nie wieder vergessen. Es wurde mir dann
immerhin umsonst repariert. Mein Fuß schwoll und schwoll. Ach ja,
ich ging zum Arzt! Der
beschied mir, daß ich zu 90 Prozent keinen ernsthaften Schaden
hätte. Ich solle aber zum Radiologen gehen, um die
"Knochenstruktur" zu überprüfen. Da mein Hausarzt ungelogen
aus Transsylvanien kommt und ein ziemlicher Schatz ist, habe ich das
auch mal gemacht, obwohl ich Wartezimmer hasse. Das dauerte etwa 1
Stunde, und danach durfte ich mich (diesmal ohne Gonadenschutz)
röntgen lassen. Ich war ermattet. Ich war ergrimmt. Ich war
gesund. Auf dem Weg nach Hause kaufte ich luftige Brötchen mit
Mohn und Sesam und sicherte mir und meiner Süßen einen
angemessenen Frühstückszauber. Danach kuckten wir LEICHEN
PFLASTERN SEINEN WEG, und der Tag war gerettet! In der Nacht schrub ich
einen Tagebucheintrag zu DIE
ROTE FLUT, und den findet Ihr hier.
Ich war da noch etwas beeindruckt von den heute bekannt gewordenen
Folterfotos aus dem Irak. In "Monitor" wurde der Onkel des
Hauptangeklagten interviewt, der seinen Neffen nach wie vor für
einen ganz Lieben hält. Cool - man sieht den Crew-Cut-Affen vor
einem Haufen nackter, gedemütigter Iraker, die aufeinander liegen,
und der Neffe grinst breit. Ganz klar, daß ihn der Geheimdienst
dazu gezwungen hat! Super auch die weibliche Soldatin, die mit
steinernem Gesicht einen Iraker an der Hundeleine hält. 120 TAGE
VON SODOM gesehen? Pasolini hatte recht. Da wurde auch ein Iraker
interviewt, der dazu gezwungen wurde, einem Kameraden einen zu blasen.
Das Foto wurde mitgereicht. Außerdem wurden ihm Dinge in den
After geschoben. Die Digitalkamera-Fotos wurden in der Soldatenschaft
herumgereicht. Wem solcherlei Tun zweifelhaft dünkte, schwieg, da
man über Kameraden nicht petzt. Ich finde diese Fotos super, da
sie nun auch dem Dümmsten zeigen, was der Krieg wirklich bedeutet.
In den Medien wurde immer so getan, als sei das der Kampf der
Zivilisierten gegen die miesen Kuffnucken, denen alles zuzutrauen ist.
Wenn G.I.´s das Feuer auf bemannte Gebäude eröffnen und
"Hee-haw!" jubeln (live auf CNN), sah das irgendwie mehr aus wie ein
Videospiel. Die Folterfotos vergißt niemand, und sie rufen das
ins Gedächtnis, was viele nicht sehen wollen - daß Krieg das
Mieseste im Menschen herauskehrt. Da werden Menschen gehäutet und
an Türen genagelt. Und wer meint, die eigenen Truppen seien
braver, besser und richtig korrekt humanistisch, der bekommt hier die
passende Antwort: Metalldraht in die Harnröhre und Feuerzeug
drangehalten - das ist das Gesetz des Krieges, und niemand ist da
sauber und gut. Da werden alle innewohnenden asozialen Tendenzen aus
der persönlichen Historie losgekettet. Der Onkel vom Neffen
hätte das garantiert niemals gedacht, und der wird es,
fürchte ich, auch weiterhin nicht kapieren...
050504
Und schon wieder ist ein infernalisch ereignisreicher Tag zu Ende
gegangen, den ich wider Erwarten nicht ausschließlich vor dem
Computer verbracht habe! Ich bin tatsächlich einmal nach
draußen gegangen, um meinen Wagen von der Reparaturwerkstatt
abzuholen. Ich hatte mir ja schon Sorgen gemacht, wegen der dicken
Qualmwolken, die aus dem gerade bei der TÜV-Prüfung
gerichteten Auspuff (450 Euro!) stoben. Dem Werkstattmeister fiel es
nicht schwer, mich davon zu überzeugen, daß es sich nicht um
ein auspuffbezogenes Phänomen handelte, sondern um einen defekten
Zylinder. Damit ist nicht die Kopfbedeckung gemeint, sondern dieses
Ding im Motorblock des Töfftöffs. Genaugenommen war mein
Zylinderkopf malade.
Wie eine Fachseite im Internet zu vermelden weiß: "Der Zylinderkopf zählt zu den
kompliziertesten Gußteilen am Kraftfahrzeug." Dessen war
sich der Werkstattmann wohlbewußt und berechnete mir 633 Euro.
Ich weinte ein klein wenig (was mir vor erwachsenen Männern immer
etwas schwer fällt), aber ich mußte den Betrag trotzdem
berappen. Verglichen mit der Schuldlast unseres Heimatlandes ist das
natürlich ein Taubenklacks, aber für einen quasi arbeitslosen
Menschen, der weder Stütze noch sonstige Staatsgelder jemals
bezogen hat, ist das schon ein Doppelwhopper mitten in die Kimme. Da
mir der Tag noch nicht genug versaut war, pilgerte ich zu meinem
Hausarzt, um mir das Ergebnis meiner letzten Blutuntersuchung
abzuholen. Jetzt haltet Euch fest: "Ihre Schilddrüsenwerte sind
außer Rand und Band!" Allein für diese Formulierung
hätte ich den Mann fast küssen können, wenn auch nur
für die Formulierung, denn natürlich schiß ich mir fast
in die Hosen: "Schilddrüsenunterfunktion" bedeutet schleeechtes
Karma für den gesamten Körper. Wenn man es nicht behandelt,
kann es gar zum überaus beliebten Kropf führen... Cool,
das habe ich mir immer gewünscht! Endlich kann ich Geld verdienen
- als Zirkusfreak! Na, ich sehe die Diagnose gelassen und sage mir,
daß ich jetzt endlich weiß, wieso mein Hals schon seit ca.
zwo Jahren so lustig anschwillt und ich andauernd schlafen möchte.
Sollte es tatsächlich die richtige Diagnose sein, kann man da mit
ein paar Pillen sogar was gegen tun, und dann geht es aufwärts,
stimmungs- wie leistungsmäßig. Da hätte ich nix gegen!
Morgen werde ich aber erst einmal Richtung Hagen fahren, wo ich mit
meiner Süßen ein wenig durch die Wälder streifen will,
wenn das Wetter es zuläßt. Ich könnte jetzt noch etwas
loswerden zu den gegenwärtig dominanten Themen der
Tagesnachrichten - SPD-Grünen-Streit, Bush und seine
Glaubwürdigkeitsprobleme, Werders 6:0, Michael Jacksons
Unterwäsche, die Mondfinsternis -, aber dazu fehlt mir jetzt die
nötige Denkfäulnisbekämpfungsstrenge. Ich weise nur kurz
hin auf meine Texte zu einigen Filmen mit Michael
Dudikoff. Und jetzt widme ich mich meinem Bett - Nächtle!
010504
So, jetzt ist wirklich Maifeiertag!
Ich habe die heutige Nacht bei
Robert und Bettina verbracht, mit denen ich die Pro-7-Sendung "Die 100 nervigsten VIPs"
angeschaut habe, und inklusive unseres Gelabers hat das großen
Spaß bereitet! Simon Gosejohann war natürlich auch diesmal
wieder mit von der Partie, als es um das Kommentieren der gesehenen
Abscheulichkeiten anging, aber meinen persönlichen Hit hat der
Herr Olm gelandet, als er zum Papst sinngemäß etwa Folgendes
vermeldete: "Der fährt doch mit seinem `Papamobil´ immer
durch Afrika. Da jubeln ihm die ganzen Schwatten immer mit den
Händen zu. Weiß der denn nicht, daß die ihr Mehl immer
aus weißen Säcken bekommen?" Zu Beckham konnte ich nur
vermelden, daß ich ihn eher ficken würde als seine Victoria,
was zu intensivem Gelächter führte. Wir waren blau und
brauchten das Geld! Es gab einige Leute zu besichtigen, die ich gar
nicht eklig finde, etwa Mick Jagger oder die Autorin von Harry Potter.
Und was hat Marilyn Manson da zu suchen? Bettina ist aufgesprungen und
forderte blutige Vergeltung... Platz 3 der Ekel-Charts belegte Michael
Jackson, was ich in Anbetracht der gerade tobenden
Pädophilen-Story fast überraschend finde. Die arme Sau
hätte schon ohne die kindgerechten Bäh-News einen Ehrenplatz
verdient - er ist nicht schwarz, er ist kein Mann, was ist er dann?
Eine arme Socke, der die Kindheit gestohlen wurde von skrupellosen
Eltern. Platz 2, Britney Spears - eine nichtssagende, falbsexige
Retortenschönheit ohne Seele und sichtbaren Verstand. Anders als
die monsterdebile Paris Hilton hat sie immerhin noch kein Pornovideo zu
verbuchen, aber das ist nur eine Frage der Zeit... Platz 1 war dann
George W. Bush jr. Da hatte Bettina mal wieder die Nase vorn, denn ich
hatte ihn nur unter den ersten Zehn gewähnt, aber sie tippte auf
Platz 1. Abklatschen, fröhliches Gelächter, und mir
war´s auch recht, denn diese Saftnase gehört wirklich in die
Wurst. Er wird gegen den schwachen Demokraten-Kandidaten, fürchte
ich, erneut den Sieg einfahren, aber er gehört schon jetzt ins
Gruselkabinett der Weltgeschichte! Ansonsten war nur zu vermerken,
daß mir Olli Pocher exzellent gefiel - was stellt der Mann in so
jungen Jahren nur an? 26 Jahre - au Mann! Als ich ihn zum ersten Mal
sah, blökte er gegen Sybille Rauch und kam sehr schwach
rüber, denn tote Pferde treten heimst keinen Ruhm ein. Seitdem
gefällt er mir immer besser. Der ist wirklich begabt. Mal sehen,
was daraus wird. Danach kuckten wir eine Menge Loriot. Das ist ja so
jemand, der fast jedem gefällt. Wir begannen mit dem genialen
Sketch mit der Benimmschule. "Wenn meine Gattin Klöße
zubereitet, sind sie leicht und bekömmlich!" bzw. "Das Beste sitzt
unter der Haut!" Wir arbeiteten uns vor zu der Jodelschule:
"Diri-diri-dödl-du!" bzw. "Da habe ich was Eigenes." Switch to
Staubsaugervertreter: "Es saugt und bläst der Heinzelmann, wo
Mutti sonst nur saugen kann!" bzw. "Diese Weine haben die Sonne
eingefangen!" Der Vic-Dorn-Sketch zuckte vorbei, und danach kam der
ewige Erwin Lottemann: "Ich habe 500.000 Mark gemacht mit meiner
Tochter in Wuppertal." Man kann seine Walpurgisnacht sehr viel
schlechter verbringen als ich heute... Gestern ist ja so´n annern
Schnack! Ich war da in Lüdenscheid und besuchte den lieben Fabse von Korsakow &
Gonorrhöe. Lüdenscheid ist ein Alptraum! Hügel in
Hülle und Fülle und eine Verkehrsführung, die meinem
ohnehin angekratzten Bewußtseinszustand nicht wirklich
entgegenkam. Als ich an einer Kreuzung vorbeitrullerte, lehnte sich ein
glatzköpfiger Unhold aus seinem Autofenster und gröhlte einer
an einer Ampel befindlichen Zirka-12jährigen entgegen: "Hallo,
Mädel!" Ich ahnte gleich, daß da etwas Bestialisches auf
mich wartete... Fabse selber war ein Schatz von Mann, dessen
fröhliche Punkband durch die Provinzverhaftung sehr viel
Authentizität gewonn. Sein Kater sprong mich gleich an und bot mir
die Schmusebatzigkeit dar, die man von solchen Vierbeinern gewohnt ist.
Wir huckelten über Hügel und Täler zum Chris, bei dem
ich einen leckeren Fenchel-Bonbon lutschte. Außerdem hörten
wir die "Sons of Tarantula" und lauschten der gerade gelaufenen
Sendung, in der Fabse und sein Mitstreiter Sven etwa 100mal ein
rüdes Wort für das primäre weibliche Geschlechtsteil
äußerten. Zu den Wenzel-Storch-Filmen sind wir dann gar
nicht mehr gekommen, aber die haben Fabse mittlerweile fein gefallen.
Da ich am nächsten Morgen zu einem Bluttest mußte
(Allround-Checkup beim Onkel Doktor), wich ich früh, aber wie ich
nachtags vernehmen durfte, ist mir echt was entgangen: Etwa 40
Rot-Weiß-Hooligans, Gabba-Asis und NPD-Wähler
verwüsteten die Lüdenscheider Innenstadt und lieferten sich
heftige Gefechte mit den Ordnungskräften. Ich bin nun wirklich aus
dem Alter raus, wo man solchen Attraktionen etwas abgewinnen kann.
Gewalttäter, die Andersdenkenden um jeden Preis etwas vor den Latz
geben müssen, gehören in die Wurst. Da will ich keine Sekunde
etwas mit zu tun haben. Ich wurde in den Gewaltreigen nicht einbezogen,
und dafür bin ich dankbar. Ich habe auch nichts mit dem dort
zuständigen Kino-Mogul etwas zu tun, der alle kleinen Kinos
schlucken will und Leute, die sich während der Vorstellung
umsetzen, aus dem Kino schmeißt, und dafür bin ich auch
dankbar. Kinobetreiber, die Verleiher anrufen, um kleine
Konkurrenzunternehmen madig zu machen, sind erbärmliche Wichser
und verdienen den Untergang. Mir komplett unbegreiflich, wie solcherlei
Tun unterstützt werden kann. Auch das Gabba-infestierte
Lüdenscheid verdient ordentliche Kinoerlebnisse, die nicht von
faschistischen Murksmüffeln reglementiert werden...
Lüdenscheid - um es abzuschließen - ist noch um ein gut Teil
provinzieller als Gelsenkirchen. Ich bin froh, daß ich da weg
bin. Ich werde höchstens zurückkehren, um Fabse & Chris
weitere Besuche abzustatten, denn die sind sehr lieb. So, jetzt gehe
ich nach Bett! P.S.: Habe ich erwähnt, daß heute mein Opel
Astra seinen Dienst aufgegeben hat? Also: Mein Opel Astra hat heute
seinen Dienst aufgegeben. Zuerst streikte die Batterie. Nach
nachbarschaftlich erfolgter Wiederbelebung drang Rauch aus dem Auspuff.
Christian setzte sein Gefährt in sinnfälliger Nähe einer
Opel-Vertragswerkstatt ab. Am Montag sehen wir weiter...
010504
Da ich es gar nicht erwarten kann bis zum offiziellen Maientaumel,
schummele ich einfach mal und sage: Hallo, Maifeierlady, nimm´
mich bei der Hand und taumle liebestrunken durch das Land! Ich habe ein
dickes Päckchen mit Literatur bekommen, das so schöne Sachen
wie Max Goldt oder Wiglaf Droste enthält. Auch dabei ist das
neueste Abenteuer von Kommissar
Schneider. Titel: "Aprikose, Banane, Erdbeer - Kommissar
Schneider und die Satanskralle von Singapur". Zwar habe ich bislang nur
etwa 36 Seiten gelesen (auf dem Klo), bin aber schon jetzt tief
beeindruckt von der kriminalistischen Prosa, die einen deutlich
erkennbaren Reifungsprozeß durchlaufen hat. Schneider formuliert
jetzt viel abgehackter, reduzierter, radikaler. Eine gewisse Strenge
haftet dem Buch an, die wir täglich in unser aller Leben
kennenlernen. Es ist die Essenz des ewigen Widerstreits des Guten mit
dem Bösen, der hier aufscheint. Gelegentlich weiß man gar
nicht, wo einem der Kopf steht, so viel Wirrnis schleicht sich ein.
Doch Kommissar Schneider ist ein Meister und durchtrennt den gordischen
Knoten widersprüchlicher Informationen mit der Leichtigkeit einer
Elfe, nur aufgrund seiner fast schon sprichwörtlichen
Spürnase! Es geht auch in andere Dimensionen, aber wie der Mann
mit dem Eisenarm da reinpaßt, wird noch zu ergründen sein...
Eine schöne Neuigkeit ist es auch, daß das LP-Debüt von
Foyer des Arts, "Von
Bullerbü nach Babylon", endlich offiziell auf CD
veröffentlicht wurde. Max Goldt war mit der alten
WEA-Veröffentlichung nie wirklich zufrieden, da er viele
Kompromisse einzugehen hatte. Auf dem Silberling nun präsentiert
sich das Werk erstmals so, wie es ursprünglich von den
Künstlern intendiert war. 3 Stücke ("Little Girls", "Familie
und Beatmusik" und "Schön bunt") sind dabei über die Klinge
gesprungen, da sie dem Herrn Goldt wohl nicht mehr gefielen. Die
wichtigen Sachen sind aber alle enthalten und mit einigen anderen
Stücken angereichert, die entweder von den Singles stammen oder
(im Falle des Titelliedes) erstmals eine Veröffentlichung
erfahren. Da die Master wohl verschollen sind, bearbeitete man in den
meisten Fällen alte Vinyl-Versionen, was aber klanglich komplett
in Ordnung geht - besser geht´s halt nicht! Soweit erstmal.
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