MÄRZ
MIT HERZ
300304
Da ich gerade Helge Schneider
gehört habe, kann ich zum Filmclub
nur sagen: Er ist wie immer sehr gut gewesen! Diesmal gab es
MÄDCHEN HINTER GITTERN, ein schneuzkompatibles Knast-Melodram mit
dicken Titten und sizilianischen Zupfinstrumenten. Auch schön das
schmalzige Flügelhorn auf dem Soundtrack, das klang wie das
berühmte Hörzu-präsentiert-Album "Richard Clayderman
bläst Ricky King". Die Mafiosi werden auch immer bösbatziger
- Respekt! Der zweite Film präsentierte dann das fehlende Glied
der Menschheitskette, das von Christopher Lee an Bord des
Transsibirien-Expresses gebracht wird in Eugenio Martins hübschem
HORROR EXPRESS. Einen unglaublich grotesken Plot hatte der Film (die
Saurier in der Augenflüssigkeit des Monsters erfreuten mein
Herz!), aber handwerklich war er ausgesprochen ansehnlich,
glänzend besetzt und von hohem Unterhaltungswert. Das Publikum
schien ähnlich zu empfinden und machte einen zufriedenen Eindruck.
Ob das bei unserem nächsten Doppel-Programm - "Momelette" -
genauso verläuft, bleibt abzuwarten... Vor ein paar Tagen
führte mich ein Doppel-Geburtstag
zurück an den Ort der omegesken Untaten: Ingojira und mein Nachbar
Robert Z. feierten dort den an und für sich bedauernswerten
Umstand ihres Älterwerdens. Dem Ingo schenkte ich eine CD mit
original Bergmannsliedern (z.B. "Glückauf, der Ruhrkumpel spricht"),
während Robert eine Schalke-CD mit extrem greuslichen
Cover-Versionen von etwa Marianne Rosenberg bekam. Beide Jubilare
wurden noch mit einer Extra-CD des Aufklärungs-Klassikers "Liebe
und Ehe - Zeugung und Geburt" verwöhnt, die sie hoffentlich zu
schätzen wissen. Zur Feier des Tages wurde dann ALIENS gezeigt,
der erste richtig fett budgetierte Streifen von Hollywoods
Krypto-Semiotiker Numero Uno, James Cameron. Ich konnte leider nicht
bis zum Schluß des Phallo-Horrors dableiben, da meine geliebte Schwester mit
ihrem Ehemann auf der Matte stand, welcher bekanntlich Hauptkommissar
ist. Wir sahen gemeinsam Schalkes zugegebenermaßen
glücklichen Sieg über die guten Bochumer und gingen danach in
die Pizzeria meines Vertrauens. Heiner bewies erneut, daß der
Polizeidienst Männerkörper stählt - wie man bei solch
einem Pizzaverdrücken so dünn bleiben kann, ist mir
schleierhaft! Er verriet mir einige intime Einzelheiten über den
Kriminalistenberuf, die in meinen famous forthcoming Kriminalroman
einzubauen ich nicht die geringste Scheu haben werde. Danach zeigte ich
den beiden die Schönheiten von Schloß Berge, wobei der
Hauptkommissar ziemlich aufschnitt und einen über das
Gewässer ragenden Baum erklomm, was zu hervorragenden Fotos
führte. Ich war zu feige (glatte Sohle!) und schob Frust... Danach
begaben wir uns in ein mexikanisches Restaurant namens "Trujillo" und
kippten uns ein paar Biere hinter die Binde. So macht man das hier im
Ruhrgebiet! Am Sonntag kam dann gleich meine Cora vorbei. Gemeinsam
kuckten wir Italowestern, wobei sie sich sehr beeindruckt von Leones
ZWEI GLORREICHE HALUNKEN zeigte. Bei DJANGO war sie dann schon etwas
müde. Am nächsten Tag (heute) begingen wir das strahlende
Frühlingswetter mit einem erneuten Besuch bei Schloß Berge,
wo ein Entenpärchen sich direkt vor unseren
müden Beinen das Gefieder putzte. Die Tage bieten viel Trost. Nun
zu Helge
Schneider: Eine seiner letzten Platten hatte mich beim
Anhören so kalt gelassen, daß ich sie für´s Erste
in den Styx meiner CD-Sammlung verbannte. Jetzt kramte ich sie wieder
hervor und entdeckte ein Juwel - das Lied von der Katzen-Oma! Das ist
nun wirklich einer der Höhepunkte im Schneider´schen
Schaffen -da gibt es gar nix! Ich hasse ja sozialistische
Liedermacherkunst inbrünstig. Franz Josef Degenhardt, Wolf
Biermann, Reinhard Mey und wie sie alle heißen mögen - nicht
mein Ding, mag man sagen. "Katzen-Oma" nun ist eine 13-minütige
Reminiszenz an eben diese Werke und kopiert den balladesken Stil
perfekt. Allerdings wird da natürlich nur totaler Tönjes
erzählt. Eine Oma will Katzenfutter kaufen und begibt sich zu
Schlecker ("dääär aaalte Mooonopolist!"), wo sie das an
der Tür versprochene Sonderangebot leider nicht entdecken kann.
Herr Schlecker ist nämlich nicht nur Monopolist, sondern auch
schlau: Unten stehen nur die ganz teuren Katzenfutter, während das
Sonderangebot ganz oben im Regal steht, wo die 110 cm hohe
Großmutter nicht rankommt. Um Helge zu zitieren: "Flieg´,
flieg´, kleine Oma, flieg´..." Ich wäre vor Lachen
fast abgekratzt! Das Publikum (das häufig ja nicht ganz auf
Schneiders Wellenlänge ist) zeigte Sportsgeist, lauschte ergriffen
und gackerte wissend bei Zeilen wie: "Spiel´ nicht mit der
Schmuddel-Oma/ trag´ nicht ihren Mantel auf..." Dann mutiert die
Katze noch zu so einem Monsterwesen, aber darauf kommt es schon gar
nicht mehr an. Ein sehr extremes Stück, bei dem man die Dauer von
13 Minuten richtig kennenlernt... Tja, und da wären wir beim
Unvermeidlichen: Der neue Schneider-Film steht direkt vor unserer
Tür! Viele Leute können es nicht erwarten, bis das DAWN OF
THE DEAD-Remake ins Kino kommt. Andere erwarten den neuen Argento-Film
(der übrigens in Hamburg gerade von der Bühne gelacht wurde
und u.a. als schlechtester Film des Jahres tituliert wurde!) mit
ebensolcher Inbrunst. Ich hingegen freue mich auf JAZZCLUB, und hier
ist die Webpage zum
neuen Film...
250304
Huhu! Habe mich in den letzten Tagen -
was meine schriftstellerischen Freizeitaktivitäten angeht -
weitgehend im Filmforum ausgetobt. Dort findet Ihr u.a. einen Text
über den jüngst von mir beäugten DIE
PASSION CHRISTI. Etwas ausführlicher werde
ich mich in den nächsten Tagen über das Buio-Event vom
letzten Wochenende auslassen und über aktuelle Stadien des
internationalen Makakkentums.
180304
Neu: Ein Interview mit Papst Kasper, dem
Gitarristen der Sons of Tarantula!
170304
Es ist an der Zeit, etwas über die
Welle von Gerichtssendungen
zu sagen, die die Daily-Talkshow-Pest
weitgehend unter sich begraben hat. Ich begrüße diese Welle
gar nicht, da sie mich leider immer wieder vor dem Fernsehschirm
festhält, während ich zum Wohle der Menschheit wirken oder
zumindest meine Küche mal wieder aufräumen könnte... Was
diese Sendungen an komödiantischem Sprengstoff enthalten, ist mit
nichts vergleichbar, was das deutsche Fernsehen derzeit aufzubieten
hat! Und das spricht nicht nur gegen das deutsche Fernsehen. Bei den
Daily-Talks durfte man ja nicht wirklich gröhlen, da es sich
zumindest in den meisten Fällen um echte Verlierer, unheilbare
Schwerdeppen und veritable Vollirre handelte. Bei den Gerichtssendungen
ist das gar kein Problem - ist ja gar nicht echt! Ganz früher hat
Richterin Barbara Salzlett ja noch echte Zivilprozesse vor der Kamera
verhandelt. Da es unsere Rechtsprechung ja bislang zum Glück noch
untersagt, den schweren Gang zur Gerechtigkeit durch Medienzirkus
sozusagen im Keime zu ersticken, mußten andere, brisantere
Fälle her, die dann gestellt waren. Und seitdem die
Gerichtssendungen florieren, kommen da Geschichten, daß sich die
Balken biegen! Die Shows überbieten sich gegenseitig im Vorzeigen
von pittoresken Freaks, von denen die meisten durch ihre bare Existenz
bereits genügend abgestraft wären. Gemimt werden die
Kontrahenten von den vermutlich schlechtesten Schauspielern des
Erdballs! Alter Schwede, da geht die Luzie richtig ab... Während
Frau Salesch ja zumindest noch eine realexistierende Richterin ist, bin
ich mir bei den ganzen Nachahmern nicht wirklich sicher. Herr Hold,
Frau Herz, wie immer sie heißen mögen - wie es um die
juristische Kompetenz dieser Mediengestalten bestellt ist, ist mir
nicht bekannt, und ich will es auch gar nicht wissen. Allein heute war
da wieder Halligalli bis zum Abwinken: Es gab da einen Fall, bei dem
eine 19-jährige Polizistin angeklagt war, auf dem
Schießstand ihren Kollegen umgenietet zu haben... Das war ganz
groß. Die Polizistin begeisterte durch anhaltendes
Dauerschluchzen fast ebenso wie durch ihr mit üppigem Inhalt
gefülltes Dekolletée, das sie in einem blaßblauen
Body zur Schau trug. "Ich wollte mir doch meinen Kindheitstraum
erfüllen und Polizistin werden,
wähähäää..." Saucool. Wie sie es darlegte,
wurde sie von ihren männlichen Kollegen bis zur
Unerträglichkeit gemobbt. In Kleinstadtrevieren kann das
passieren, daß man als einzige Mitstreiterin so behandelt wird.
"Die sind beim Duschen in den Raum gekommen und haben meine Klamotten
versteckt, wähähäää... Die mußte ich
dann halbnackt im ganzen Revier zusammensuchen!" Ich war schockiert,
wie das auf deutschen Wachstuben abgeht! Dann kamen der Angeschossene
und sein Zeuge. Der Angeschossene hätte ebensogut von Simon
Gosejohann gespielt werden können, denn er war von dessen
Darstellung des Cop Co-Op nicht zu unterscheiden: Gegelte Haare, einen
schmierigen Gesichtsausdruck und Selbstbewußtsein bis zur
Kotzgrenze... Der andere war sogar noch schlimmer und trug ein
superschmieriges Grinsen im Gesicht, das er mit zahlreichen
frauenfeindlichen Bonmots und Sprüchen wie "Nun fahrnse mal rechts
ran!" würzte. Ich habe selten eine so polizeifeindliche
Darstellung im deutschen Fernsehen mitbekommen. Punks würden das
lieben! Es stellte sich dann heraus, daß die
Dekolletée-Trulla gleichzeitig als Stripperin gearbeitet hat
(kreisch!), wie ein eingespieltes Video bewies. Das Video wurde vom
Angeschossenen verwendet, um sie zum Beisschlaf zu zwingen... Huhuhu,
Abgründe tun sich auf! Ich habe Tränen gelacht... ("Ich
wollte doch nicht, daß es so weit kommt,
wähähäää...") Dann kam ein toller Fall, in dem
es um zwei Animierdamen ging, von denen die eine der anderen Sekt auf
die Silikontitten geschüttet hat. Beide waren unterschiedlich alt,
was die Frauen - die offensichtlich nicht vertraut mit dem Knigge waren
- zu einem hundsordinären Bohei bewegte. Beide äußerten
beleidigungsklagenrelevante Dinge nahezu im Sekundentakt. Besonders
begeistert hat mich die junge Rothaarige, die eine Stimme hatte, die
unzweifelhaft an die beliebte Berliner Volksschauspielerin Edith Hancke
gemahnte. Die klang hundert Prozent so wie Edith Hancke! Ich werde auf
die intimen Einzelheiten des Falles nicht eingehen, aber die Beklagte
(jung) soll der Klägerin (alt) eine Champagnerflasche über
den Schädel gedonnert haben, während sie im Whirpool
saß. Als Zeuge wurde ein Steward des Schiffes geladen, auf dem
sich der Vorgang abgespielt haben soll. Der sah aus wie ein blondierter
Bela B. in schwul und brüstete sich damit, daß alle Frauen
ihm zu Füßen lägen: "Die stehen Schlange, Euer Ehren!"
Dle ältere Blonde hatte ihm, wie sich herausstellte, 2000 Euro
für EINE Nacht gegeben. Schätzchen, wäre ich nicht
liiert, hätte das bei mir höchstens die Hälfte gekostet!
(100 DVDs!) Dann kam noch der Ehemann der Mißhandelten dazu. Der
hieß Rüdiger und sah aus wie der liebe Rüdiger von den
"Kindern der Nacht", nur doppelt so breit! Ich habe gegröhlt...
Wie sich herausstellte, hatte Edith Hancke der ersten Schlampe
tatsächlich die Pulle in die Fresse gehauen. Rüdi hatte aber
seiner Frau vorher ein Halsband geschenkt, daß er eigentlich
Edith Hancke zugedacht hatte, aber nachdem er mit der Hancke gepennt
hat, hat er es einfach seiner Frau umgehängt. Und sowas macht man
doch nicht! Naja, die Richterin lachte sich ob der ordinären
Austäusche ziemlich schlapp, und ich tat desgleichen... Danach gab
es noch einen sehenswerten Fall, der von der werdenden Mutter Xenia
handelte. (Ich fühlte mich sofort erinnert an den
großartigen Namen der Schauspielerin Xenia Pförtner!) Aber
leider kann ich mich an die Einzelheiten schon gar nicht mehr erinnern
- sorry... Jetzt zu etwas ganz anderem: Da ich ja seit einiger Zeit
große Freude beim Verschlingen von alten Groschenheften
empfinde, stoße ich fast täglich auf diese tollen Werbungen
für Muskelpulver, Potenzmittel und Wummen. Vielleicht werde ich
mal beizeiten eine kleine Sammlung der schönsten Beispiele online
stellen. Hier ist ein Vorgeschmack:

Das ist doch mal was: "Ausgesuchte gute
Jugendbücher" über "kräftige und gesunde Neger"! Nennen
wir es ein Zeitdokument... ;) Ich möchte auch die heutige
Vorstellung des SV Werder
Bremen nicht ganz unkommentiert lassen. Gegen das
Schlußlicht der zweiten Liga, den VFL Lübeck, wären sie
im Pokal fast ausgeschieden. Das lag aber nicht an der schlechten
Leistung von Werder (und gegen Fürth sind sie ganz einfach
schlecht gewesen!), sondern am hervorragenden Aufspielen der
Lübecker, die wirklich bewunderungswürdig mit allem
geschossen haben, was sie hatten. Wäre Werder in der Nachspielzeit
(wo kurzfristig auch Lübeck geführt hatte) nicht explodiert,
hätte das ganz haarig werden können... Toll fand ich auch,
daß Lübeck mit nicht nur einem Torwart, sondern gleich zwei
Torwarts spielte (denn einer der Verteidiger hieß genau so!)
Außerdem hatten sie einen Werwolf (oder so) in ihren Reihen, der
heute leider nicht teilnehmen konnte. Und einer hieß noch
Plazenta-Harry (oder so). Wie dem auch sei: Die Lübecker
verkauften sich im Weser-Stadion absolut hervorragend, und obwohl mein
Verein nicht schlecht spielte, attestiere ich ihnen einiges Glück.
Ein mordsspannendes Spiel, bei dem ich mehrere Male laut aufgeschrien
habe... Meine neueste Kino-Erfahrung - GOTHIKA - ist im Filmtagebuch
verewigt worden. Schließlich möchte ich noch einen Link
weiterreichen, den mir der liebe Arno hat zukommen lassen. Es geht um
das Vorkommen chemischer
Elemente in Comic-Strips. Die Chemie-Studenten, die diese Webpage
erstellt haben, haben untersucht, inwieweit so unverzichtbare Dinge wie
Sauerstoff, Stickstoff oder Molybdän von den von ihnen geliebten
Comics aufgegriffen worden sind. Sie haben das so formatiert, daß
man sich die entsprechenden Comic-Seiten durchschmökern kann -
für lehrreichen Lesespaß ist somit gesorgt! P.S.:
Hingewiesen sei auch auf die nächste Veranstaltung des "Geheimnisvollen Filmclubs Buio Omega",
welche bekanntlich am Samstag erfolgt. In dem Doppelprogramm
"Zug-Zwang" geht es diesmal um gleich zwei Argumente für eine
baldige Abreise in unsere liebenswerten und sonnigen
Nachbarländer: Film 1 präsentiert die grauenerregenden
Fährnisse, die junge Frauen im römischen Stadtgefängnis
erwarten, wenn sie mit den bösen Drogen in Berührung kommen.
Regie führte Rino di Silvestro (WEREWOLF WOMAN), und
Italoploitation-Favoriten wie Anita Strindberg, Eva Czemerys und Jenny
Tamburi führen den mahnenden Rammelreigen an. Die Kriminalhandlung
kommt auch nicht zu kurz. Film 2 stammt vom stets
überdurchschnittlichen Spanier Eugenio Martin und geleitet uns
direkt ins China der vorletzten Jahrhundertwende, wo einige
Lichtgestalten des Horrorkinos (darunter Christopher Lee und Peter
Cushing) den Fahrschein lösen zum Sonderzug in die Hölle -
ein prähistorisches Monstrum befindet sich an Bord! Also: Sofort
die ICE-Karten lösen und ab nach Gelsenkirchen, wo der fromme Spuk
Eurer harrt...
160304
Au, Leute: Als Verfasser eines Italowesternbuches habe ich
natürlich auch eine gewisse Aufmerksamkeitspflicht. Bei einem
Blick in das Programmheft von "Premiere World" ist mir aufgefallen,
daß mir um ein Haar eine sehr interessante Ausstrahlung entgangen
wäre: Romolo Guerrieris knallharter JOHNNY YUMA mit Mark Damon.
Mir ist keine Video-Veröffentlichung oder TV-Ausstrahlung
dieses feinen B-Westerns von Enzo G. Castellaris Onkel bekannt. Ich
selber mußte für das Buch auf eine italienische Kopie
zurückgreifen. Diese Chance, den Film auch in seiner deutschen
Kino-Synchro zu bekommen, werde ich mir nicht entgehen lassen...
(Nächste Ausstrahlung am Donnerstag auf "Premiere Nostalgie" um
20.15 h.) Ich werde wohl ab meiner nächsten
TV-Wochenübersicht auch Premiere berücksichtigen und
zumindest solche seltenen Klopper aufführen.
140304
Text über die Duisburger Punkband Eisenpimmel.
130304
Eine liebe Freundin ist gerade heute
von der Arbeit nach Hause gegangen und mußte zu diesem Zweck die
Eisenbahn in Anspruch nehmen. Das wäre an sich noch nicht eine
Meldung wert, aber tatsächlich mußte sie dabei eine
Rolltreppe überqueren. Am Fuße der Rolltreppe erwartete sie
eine vergnatzte Rentnerin im Rollstuhl und zischelte: "Wenn Sie nicht
die Rolltreppe benutzt hätten, wäre ich schon viel
früher nach oben gekommen!" Haßerfüllt. Ich weiß
nicht, ob Ihr einen Job abreißen müßt, der Euch nicht
schmeckt, um die Miete einzufahren, aber wenn ja, so bin ich sicher,
daß Ihr nachempfinden könnt, daß besagte Freundin sehr
herzlos reagierte. Muß man Gehässigkeiten von behinderten
Rentnern in jedem Fall dulden? Nur aus politischer Korrektheit? Nach
des langen Tages Ritt? Ich habe der Freundin - der ich die Freundschaft
mitnichten gekündigt habe - ihre rüde Antwort nachgesehen.
Die betagte Eingeschränkte reagierte mit einem nicht minder
haßerfüllten "Sie --- ZICKE!!!" Ich fürchte, ich
hätte es angemessen gefunden, dafür der Rentnerin
prozeßrelevante Einsichten in ihre Befindlichkeit zu bescheren.
Das Wort "F*tze" wäre möglicherweise ebenfalls eingeflossen
in den ungünstigen Diskurs. Ich weiß ja nun nicht, ob das
schlimm ist. Jeder Mensch hat sein Kreuz zu tragen. Den einen
fällt das leichter - den anderen fällt es schwerer. Manche
lächeln sogar debil dabei. Manche greifen zur Axt. Ich finde, eine
Füsilierung stante pede
der infragestehenden Rentnerin wäre nicht eine zwangsläufige
Folge meiner privaten Emotionen gewesen. Ich hätte vermutlich mit
einem süffisanten "Pech gehabt!" geantwortet, was auch schon sehr
herzlos gewesen wäre... "Fotze" hätte ich geschluckt und
höchstens gedacht. Betagten Mitmenschen soll man solch harsche
Ausdrucksweise nicht angedeihen lassen, Würde des Alters und so
fort. Man sollte aber nicht vor der Feststellung zurückscheuen,
daß auch alte und behinderte Leute manchmal ziemlich garstig sein
können. Da ist kein Funken von Mitgefühl mit der Kreatur. Da
ist nur die blanke Mißgunst im Hinblick auf alles, was da
hätte sein können. Man fährt bald in die Grube, und
alles, was man hat, ist dieser blöde Krankenkassen-Chopper und
eine Historie verfehlter Entscheidungen. Das ist absolut akzeptabel,
denn auch ich kann auf eine Historie verfehlter Entscheidungen
zurückblicken. Aber legitimiert das das Schikanieren der Jugend?
Nö, keine Sekunde. Ich habe in meinem Leben viele alte Leute
kennengelernt, die liebenswert waren bis hinter die Knuddelgrenze.
Vorbilder für all das, was ich hoffentlich einmal zu werden die
Chance habe. Ich muß dabei immer an den tollen Film TANTE
DANIELLE von Etienne Chatillez denken, der von vielen als
Alte-Menschen-Haßfilm empfunden wird. Das ist nicht wahr! Bei den
windelweichen Schleimscheißern, die Daniellchen als Nachfolge
sichten kann, ist es kein Wunder, daß sie so verbiestert wird.
Wie man behandelt wird, so wird man. Als die junge ruppige
Altenpflegerin ihr schließlich Kontra bietet, wird Danielle ganz
vernünftig - ein harter alter Knochen, den ich richtig toll fand!
Es geht letztendlich um Respekt, und der muß gegenseitig wohnen.
Wenn Menschen ihr Leben lang mies behandelt worden sind, werden die
natürlich sauer. Wenn man ihnen jeden Scheiß durchgehen
läßt, nutzen sie das natürlich aus. Das ist so mit
Kindern jedes Alters. Und wir alle sind Kinder, unser ganzes Leben
lang. Immer auf der Suche nach neuen Eindrücken, immer
angepißt, wenn wir nicht unseren Willen bekommen. Da lagert sich
nur der ganze Erfahrungsschamott darauf ab. Wenn alte Menschen darauf
bestehen, sich wie Ärsche zu verhalten... Ärsche gibt es
überall und andauernd. Die sind in jeder sozialen Gruppe und jedem
Berufszweig eine mehr oder weniger wohlgelittene Erscheinung, mit der
man zu leben hat. Bei alten Menschen tritt das nur deutlicher in
Erscheinung, weil der Tod allmählich zur greifbaren Realität
wird und weil das Leben, das vermeintlich vergeudete, so sehr ziept in
der Seele. Wir alle haben das Leben, das wir führen wollen, und
jenes, das wir tatsächlich führen. Im Idealfall
läßt sich eine Zwangsunion herbeiführen, in der man den
Fantasien dann und wann freien Ausgang gewähren kann. Aber niemals
ist es das Ideal! Ich habe alte Leute kennengelernt, die waren so ruhig
und nett und lebensweise, daß ich es kaum fassen konnte. Ich
sonnte mich in ihrer Anwesenheit wie in einem warmen Licht, in einem
Hoffnung spendenden Liebesfunken. In der Ahnung, daß doch nicht
alles umsonst ist und das Ackern und Tun und Machen einen Sinn hat am
Ende. Gestern habe ich Horst Naumann bei J.B. Kerner gesehen. Der
Traumschiff-Kapitän (den ich eher als Synchronsprecher kannte -
Lawrence Dane in SCANNERS!) erzählte da vom Tod seiner Ehefrau.
Während ich normalerweise solche Geschichten als total unpassend
für Sendungen dieser Art empfinde, quoll mir das Gemüt auf.
Ich glaube nicht an Gott oder an eine ähnliche religiöse
Instanz, aber ich glaube an das ewige Leben insofern, als daß
alles, was wir tun, seinen Stempel hinterläßt. Wenn wir auf
der Straße jemanden angrimmen, hinterläßt das seine
Spur. Wer uns etwas bedeutet, hinterläßt diese Spur um ein
Vielfaches. Die Liebe, die wir erfahren, stirbt nie, denn sie taucht
auf in allem, was wir tun. Alle Einflüsse lohnen oder rächen
sich irgendwie. Ob man sich dessen bewußt ist, tut nichts zur
Sache. Es gibt immer Kerben, Narben oder Honigpfützen. Ein jeder
ist die Summe seiner Erfahrungen. Sollte das uns davon abhalten,
Menschen, die uns vergrellen, als Bösewichte zu brandmarken?
Keine Sekunde! Ich glaube an das respektvolle Umgehen miteinander, denn
das hinterläßt Spuren, die nur Gutes nach sich ziehen
können. Mein Glaube an die Ironie als adäquate Umsetzung des
alltäglich zu verspürenden Irrsinns ist deshalb geschwunden
und hat der Überzeugung Platz gemacht, daß nur knallharte
Direktheit etwas bewirken kann. Kein Gebrechen entschuldigt den Mangel
an
Respekt vor dem Gegenüber, wenn er nicht eindeutig berechtigt ist.
Verständnis haben kann man immer - auch mit Kinderschändern
oder Infotainmentmuschis -, aber der Wahrheit kommt wohl eine
geradlinig zur Schau getragene Haltung am nächsten. Arsch bleibt
Arsch, da helfen keine Pillen! Ich wollte diesen Eintrag eigentlich
lustig halten, was mir aber wohl mißlungen ist. Wir alle
müssen mit unseren Niederlagen leben. Ich kann das ganz gut und
freue mich auf den morgigen Tag - Nächtle!
110304
Der Wildmoser ist immer noch in Haft,
was ich irgendwie schade finde, denn die Löwen waren mir - als
verläßliche Bayern-Derby-Gegner - richtig ans Herz
gewachsen. Nun hat sich der Todesatem des Bestechungsskandals über
dem Traditionsclub ausgebreitet, und das wäre in dieser
Banalität und Dummheit wirklich eine Beleidigung für den
Fußballverein wie auch für die Fans, die derzeit ohnehin
viel auszustehen haben. (Ich bin auch mehr Pauli als HSV!) Der FC
Bleiern hat gestern eine ziemlich enttäuschende Leistung
abgeliefert, auch wenn die Großkopfeten alles schöngeredet
haben. Im Hinspiel waren sie zugegebenermaßen richtig gut, und
daß der schwarze Pedro ausgerechnet bei Kahn liegen soll, finde
ich auch nicht ganz fair, aber jo mei... (Der Ballack war wirklich
nicht so dolle!) Besser war da Stuttgart, aber die haben leider auch
nicht die Kurve gekriegt. Hätte ich denen richtig gegönnt.
Naja, mal sehen, ob Werder diesmal die Meisterschaft holt - verdient
hätten sie es, finde ich, nach all den Jahren schon. Tony A.
schießt mehr Tore, als man es von ihm hat erwarten können,
und ich hoffe, er wird mit allen Ehren aus dem Weser-Stadion
verabschiedet und mir direkt vor die Tür geschickt, auf Schalke...
Den gestrigen Tag habe ich bei meinem Spatz verbracht. Wie sich bei
einem gemeinsamen Besuch bei Sandra und Mannesmann (in Tattoo-Kreisen
auch als der Maître bekannt) herausstellte, ist der Begriff
"Trulla", den ich neulich im Ticker in bezug auf die mir
Herzverschweißte anwendete, im Ruhrpottdeutsch eine etwas derbere
Beleidigung - ups, habe ich nicht gewußt, wurde sofort getilgt!
Ich dachte, das wäre eine milde Uzerei, so wie "Perle": "Ey,
Perle, bring´ mir ma´n Bier!" Bei sowas würde ich
sofort auf den Deckel bekommen! Gestern habe ich mit ihr den
schönen alten Film THE RAVEN von 1935 gekuckt, wo Bela Lugosi den
Poe-Fan Dr. Vollin spielt. Er verliebt sich in eine Schöne, wird
ob seiner Abweisung aber richtig unleidig und schafft sich eine
Folterkammer an... Außerdem haben wir noch den splattrigen
WITCHCRAFT gekuckt, aber jene Impressionen habe ich bei den unten
eingelinkten Filmforen hinterlegt, wie auch meine Eindrücke zu
BEYOND RE-ANIMATOR. Was ich garantiert nur hier hinterlegt habe, ist
ein Text über den vermutlich wichtigsten Film der Welt... Naja,
genau genommen handelt es sich nur um ein Spaßprodukt der Firma
Gosejohann, aber ich wollte einfach mal dem Geist des Filmes nachkommen
und habe eine Analyse des Filmes gewagt, die
absolut furchterregend ist... :) Ansonsten bastele ich nach wie vor an
meinem Kommissär, der seinen Mordfall hoffentlich bald
geklärt hat. Übrigens: Die neue "Splatting Image" ist raus!
080304
Die Frage, die mich heute
beschäftigt, gehört zu den elementaren Mysterien der
menschlichen Existenz: Wenn man sich einmal zwischen den Zehen eine
Hautpartie aufknibbelt - warum geht die eigentlich niemals zu? Gerade
bei eher schüchternen Persönlichkeiten wie mir sollte man
eigentlich davon ausgehen können, daß sich dieser
Körperteil den Geboten der Sittlichkeit beugt und verstummt in
seinem Klagen. Doch nein, die betreffende Hautpartie nervt noch
tagelang durch unsympathische Penetranz! Ich weiß ja, wie das
alles ausgeht - zuerst färbt sich der Zeh rot, dann blau, und
schließlich fällt er ab. Ich habe das schon häufig
genug mitgemacht. In 35 Jahren kennt man seine Pappenheimer bald aus
dem Eff-Eff. Tja, das Weltgeschehen hat sich heute nicht gerade
angewanzt, was aufsehenerregende Entdeckungen angeht. So kann ich nach
dem heutigen Tag auch nur auf eine epochale Neuerung hinweisen, die
sich ergeben hat: Mein Filmtagebuch wird ab dem heutigen Datum an
anderem Ort weitergeführt, nämlich in den Filmforen.
Formatbedingte Engpässe haben mich zu diesem dramatischen Schritt
bewogen. Außerdem haben mich die dortigen Herrschaften sehr
freundlich willkommen geheißen. Also: Zukünftige
Kurzkritiken zu neuen DVD-Encontres etc. liest man dort unter dem Titel
"Ich habe dir niemals einen Hasenbraten versprochen". Zum
gegenwärtigen Zeitpunkt sind da nur die bereits erfolgten Texte,
aber spätestens in den nächsten Tagen wird sich das
ändern, denn ich habe schon wieder einige neue Absonderlichkeiten
gesichtet...
050304
"In einem Traum von Sessel saß
ein Traum von Frau", heißt es am Anfang des
Larry-Brent-Abenteuers, das ich gerade bearbeite. Der Titel ist
"Homunkula, Luzifers Tochter". Ich sitze im Moment auf dem ehemaligen
Küchenstuhl meiner Mama, der schon arg knarzt. Das ist so ein
weißes Holzteil mit olivgrüner Sitzfläche, und da ich
des öfteren nicht mit meinen vier Buchstaben, sondern mit den
Füßen (in Hockstellung) darauf Platz nehme, ist es auch nur
noch eine Frage der Zeit, bis der Stuhl dem Drängen meiner
Schwerkraft nachgibt und ich mir was breche. Sei´s drum! Mal
muß auch was egal sein... Normalerweise habe ich ja nichts zu
erzählen, da mein dröger Alltag kaum Stoff für
Sensationelles zutagefördert. Heute nacht aber hat sich etwas
ergeben. Das war wirklich sen-sa-tio-nell! Da ich gestern mit einer
Tüte Yoghurt-Gums
ins Bett gegangen bin, litt ich keine Not in Magenfragen. Obwohl ich
dachte, ich hätte alle Gummis erwischt, hatte sich doch eines
meiner Aufmerksamkeit entstohlen. Auf diesem Fruchtgummi schlief ich
dann. Wie ich am nächsten Morgen durchaus unamüsiert
feststellen durfte, hatte sich das Gummi durch meine beträchtliche
Körperwärme in einen semi-flüssigen Zustand begeben und
mir mein schwarzes Spannlaken versaut! Mit einem Messer versuchte ich
nun, die überaus widerstandsfähige Masse von meinem Laken zu
kratzen, schuf damit aber nur noch größeres Ungemach. Da ich
mich mit meinem neuen Pulli in die Falle gerollt hatte, war
selbstverständlich auch noch mein Pulli versaut. Das erzähle
ich zur Erbauung für Leute, die mich nicht mögen und
hierdurch möglicherweise Ergötzung erfahren. Ich werde
versuchen, der Wissenschaft zu dienen. Meines Wissens hat noch niemals
ein wagemutiger Wissenschaftler versucht, Yoghurt-Gums aufzulösen.
Mit fast allen Materialien der Erde wurden bereits Versuchsreihen
angestellt. Dieser zuckerige Freudenspender ist dem Auge der Forscher
bislang entgangen. Morgen wissen wir mehr, und die Welt darf sich -
sollten die Versuche positiv ausfallen - in einem neuen Gefühl der
Sicherheit wiegen. Es ist manchmal sehr einfach, eigenes Interesse mit
altruistischer Uneigennützigkeit zu koppeln und Großes
für die Menschheit zu leisten! Dies war aber auf dramatische Weise
unmöglich im Falle der Pizza.
Ich hatte mir nämlich gestern eine Pizza Irgendwas gemacht, um
einen Heißhunger zu tilgen, der sich zur Nachmittagsstunde
eingestellt hatte. Ich hob das knallheiße Ding mit einem Messer
vom Backblech und freute mich auf den Gaumenschmeichel. Rauf auf den
Teller, und beschwingten Schrittes zur Wohnstube! Leider strauchelte
ich zwischen Küche und Flur und stützte mich mit meiner
linken Hand an der Türfüllung ab, um nicht auf die Nase zu
fallen. In der linken Hand befand sich der Teller... Nun handelte es
sich bei dem Teller nicht um ein weichliches Billigprodukt - er hielt
der Last meines Körpergewichts stand. Die Pizza allerdings, die
sich auf dem Teller befand, wurde grausam gequetscht. Die Auflage -
Tomate, Peperoni, Thunixgutfisch, Paprika und anderer Schlonz - quoll
am Tellerrand vorbei und lappte über das makellose Weiß
meiner Füllung. Auch der Teppich wurde besudelt. Ich war erbost.
Dem Gaumentaumel war es nicht wirklich dienlich, erst Teile der Pizza
mit einem alten Drecklappen von der Füllung zu kratzen und mit
einem spitzen Gegenstand mit Tomatenmark beschmierte Zwiebeln aus der
Öffnung zu schaben, wo immer der Riegel einschnappt. Der Alltag
ist wirklich nicht leicht. Was ist im Rest der Welt passiert? Der am
Faschingsdienstag verunglückte Superstar Küblböck ist im
Moment Gegenstand eigenartigster Spekulationen. Fernsehpastor
Jürgen Fliege verkündete angeblich in einer
Frauenzeitschrift: "Daniel Küblböck wird von einer
göttlichen Hand durch alle Widrigkeiten geleitet." Seine
Kindergärtnerin dazu: "Ich weiß gar nicht, wo er die Energie
her hatte." Die Gurken vom Laster werden mittlerweile auf eBay für
einen unglaublichen Preis verscherbelt - 50 Euro und mehr!
Zusammengerechnet mehr Gurken, als sich auf der Ladefläche
befanden, versteht sich, aber Dumme gibt es immer wieder, das sang ja
schon Katja Ebstein. Der Tourmanager von Küblböck, der gerade
aus den Vereinigten Arabischen Emiraten wiederkam, erklärte: "Die
Menschen dort nehmen großen Anteil an Daniel und haben Mitleid
mit ihm!" Das habe ich in gewisser Weise auch. In der Politik haben
sich die Leute immer noch nicht darüber geeinigt, wer von den
ganzen No-Names, die zur Disposition stehen, das ehrenvolle Amt des Bundespräsidenten
bekleiden soll. Wolfgang Schäuble, der nicht mein Freund, aber mit
Sicherheit kein No-Name ist, wurde bereits aus der Diskussion
herausgedisst, und dies auf äußerst lausige Weise. Wenn hier
nicht auch den letzten Idealisten klar wird, daß es sich bei
Politik um ein wenig idealistisches Geschäft handelt, dann
weiß ich wirklich nicht... Spitzenkandidat ist jetzt ein gewisser
Horst Köhler, den ich bislang noch nicht kannte. Guildo Horn - der
mit bürgerlichem Namen auch Horst Köhler heißt -
verkündete zum Thema, daß er sich über die Nominierung
sehr freue, er im Falle einer Niederlage aber gleich dem Hamburger
"Richter Gnadenlos" Ronald McSchill nach Südamerika auswandern
würde. Weniger lustig ist das gegenwärtige
Gerichtsgeschäft um den Kinderschänder und mutmaßlichen
-mörder Dutroux,
der vor Gericht mächtig vom Leder zieht. Warum sich die Eltern der
mißhandelten Kinder das antun, muß man sie wohl selber
fragen. Das wirklich Üble an der ganzen Angelegenheit sind
allerdings weniger die - zugegebenermaßen ungewöhnlich
widerlichen - Verbrechen, sondern ihre Verflechtung mit
einflußreichen Personen des öffentlichen Lebens, was wohl
auch zu der überaus schlampigen Strafverfolgung geführt hat,
die ja in Belgien nicht nur zum Rücktritt der Regierung, sondern
zu einem grundlegenden Mißtrauen der Justiz gegenüber
geführt hat. Da sind einige Skandälchen zusammengeflossen,
und ob die wirklichen Hintermänner jemals gefaßt werden,
muß sich erst noch erweisen... Ansonsten war da noch irgendwas im
Weltall - die Rosette von der
Ariane (eine Analsonde, wie ich mutmaße!) düst jetzt
durchs All und jagt Kometen. Das klingt zwar sehr spannend, aber die
NASA ist mir, was extraterrestrische Angelegenheiten angeht, doch eine
Nasenlänge voraus, und so kann ich die epochalen Dimensionen
dieses Manövers nicht wirklich einschätzen. "Die kritischen
Phasen haben wir perfekt gemeistert und befinden uns am Anfang eines
großen Abenteuers!" jubelt der Technische Leiter der
Europäischen Weltraumagentur. Und wo steht die Agentur? In
Darmstadt, natürlich... P.S.: Passend zu dieser Meldung habe ich
einen sehr intimen Text über den Stuhlgang
verfaßt. Ich habe von einer Bebilderung abgesehen. P.P.S.: Was
ist jetzt behördlicherseits beschlagnahmt worden? Herschell Gordon
Lewis´ BLOOD FEAST
von 1963 ist beschlagnahmt worden! Haben diese Leute denn nichts
Besseres zu tun? Sehen diese Leute nicht, was alltäglich für
brutaler Schmonzes aus Hollywood in den Kinos läuft? Ich hatte ja
eigentlich gedacht, daß die Zeiten, in der harmlose Nichtigkeiten
wie DAS GEISTERSCHIFF DER SCHWIMMENDEN LURCHIS allen Ernstes im Kreise
der am 13.1. Geborenen willkommen geheißen wurden, endlich vorbei
wären, aber mit diesem Urteil hat man sich wirklich ein Eigentor
von einigen Gnaden geleistet! Ich wünsche den netten Leuten von
CMV alles Gute bei der Bewältigung der damit verbundenen
Ärgernisse.
020304
Heute schaffe ich es leider nicht mehr,
was Neues zu verfassen, aber ich möchte mit durchaus imperativem
Unterton darauf hinweisen, daß ich meine Linksammlung
komplett umorganisiert habe: Es gibt nach wie vor Film- und Musiklinks,
zu denen ich aber etliche neue hinzugefügt habe. Außerdem
habe ich eine Ecke für Literatur eingeführt, sowie eine
kleine Liste mit filmbezogenen Sekundärlinks, unter denen
generelle Infos zu finden sind. Ferner gibt es eine Ecke für
Sachen, die sich überhaupt nirgendwo einordnen lassen. Die meisten
von der letzteren Gruppe sind bereits irgendwann einmal Gegenstand des
Tickers gewesen, aber ich wollte sie halt mal alle sammeln. Mir ist
beim Durchtesten bereits aufgefallen, daß einige Links nicht mehr
funktionieren oder im Moment "unten" sind. Das repariere ich ein
anderes Mal. Gefreut hat es mich auf jeden Fall, daß Wenzel Storch seine Seite wieder
hochgefahren hat, wo es diverse Infos (und Fotos) zu seinem neuen Film
gibt. Außerdem steht da der Text des tollen Liedes "Tellerlip
Girl", wobei es mich gewundert hat, daß der Name des
mysteriösen Sängers aufgelistet ist. Der ist nämlich
recht prominent, kicher... Ich habe zu dem Film auch einige Zeilen
beigesteuert, und gesprochen wird det Janze wohl nun vom großen
Friedrich Schoenfelder. Übrigens: Seid mir nicht böse, wenn
ich
nicht so sehr auf Bannertausch oder gegenseitige Verlinkung stehe. Da
ist man immer irgendwie "verpflichtet", und ich möchte mir lieber
selber auskucken, was ich einbinde... Trotzdem, ich hoffe, daß
man auch in Zukunft das eine oder andere interessante Sächelchen
dort wird finden können!
260204