JANUAR + FEBRUAR 2004
260204
Hmm, was ist denn in der vergangenen Woche passiert? Vorgestern hat die Küblböcksche einen Unfall gebaut, was ich angesichts der Tatsache, daß er keinen Führerschein besitzt, für ziemlich dämlich halte. Man muß sich das Recht zur Tötung anderer Verkehrsteilnehmer gefälligst erst verdienen! Mittlerweile habe ich irgendwo gelesen, daß er mit einem blauen Auge davongekommen ist. Naja - andere Meldungen müssen wichtiger sein. Bei der Maibrett Illgner habe ich einige Politiker (u.a. den CSU-Großkopfeten Glos) gesehen, wie sie erneut Platitüden durchgehechelt haben. Wer der deutsche Bundespräsident wird, ist mir eh wurscht. Wenn es nach mir ginge, würde es die mir durchaus sympathische Frau Süßmuth, aber das klappt ja eh nicht. Der Schäuble wird es auch nicht; da kann er sich noch so anstrengen. Das innenpolitische Summserum ist ja sowieso zum Auswachsen. Ach ja: Letzte Woche war Karneval! Kölle heil! In Gelsenkirchen-Buer tritt die kollektive Dementia glücklicherweise niemals allzu penetrant in den Vordergrund, weswegen ich auch dieses Jahr wieder verschont blieb von unelegantem Frohsinns-Geratter. Die Funkemariesche hielten sich von meiner Heimstatt fern, was ich wirklich gutheiße, da so der Einsatz von Napalm gar nicht erst zur Diskussion gestellt wurde. Meine Süße, welche ja über gepflegte Hagen-Erinnerungen verfügt, offenbarte mir, daß die wie üblich geltungsbedürftigen Hagener ihren eigenen Hagen-Schlachtruf entwarfen, analog zum Düsseldorfer Helau und dem Kölner Alaaf: HAGAU! Ich kontere mit dem Bueraner Buäh... Bestimmt sind wieder Tausende von ollen Kamellen durch die Gegend geflogen, aber niemanden, der es verdient, haben sie getroffen. Ich habe wohl noch nichts über den vergangenen Freudentag des "Geheimnisvollen Filmknurps Buio Omega" verloren. Also: Der war mal wieder arg chefig! Obwohl ich wie immer wenig geschlafen hatte in der Nacht zuvor, stand ich meinen Mann und stotterte nicht beim Bühnensermon. Dieser wurde von ungefähr 130 zahlenden Zuschauern verfolgt, was alles in allem ziemlich klasse ist. Erneut wohnte der Zurschaustellung ein Kamerateam bei, da derzeit über die Omeganer ein Dokumentarfilm gedreht wird, vom sehr netten Michael und seinen Kollegen. Da die Filmcrew einen waschechten Rollstuhl als "Dolly" für die Kamera benutzte, ließ ich es mir nicht nehmen, sehr geschmacklose Schnappschüsse zu schießen, die zum Teil mit dem Sanitärbereich des Filmtheaters zu tun hatten, in dem wir arbeiten. Diese Fotos wird DEFINITIV niemals jemand zu sehen bekommen! Ich schäme mich sehr dafür... Das Komiteemitglied Steinbeck (benannt nach John Steiner und David Warbeck) assistierte mir in meinem Vorhaben, was ihm zur ewigen Schande gereichen möge! Der erste Film, DJANGO NUDO UND DIE LÜSTERNEN MÄDCHEN VON PORNO HILL, war der Wunschfilm des Publikums und verzückte erneut die anwesenden Massen. Ich schaute zwischendurch immer mal wieder rein und genoß die Momentaufnahmen. Da war zum Beispiel jene unglaublich langweilige Szene, in welcher der Held mit der Heldin durch die Wüste stalkst, von links oben im Bild bis rechts unten. Die Verleiher müssen sich gesagt haben: "Das können wir dem Publikum unmöglich bieten!" Deshalb ließen sie der Berliner Synchro freie Hand. Und gelabert wird bis zum Abwinken. Ich erinnere mich daran, daß der Held am Schluß der eeendlosen Einstellung äußert: "Hier ist mal eine Schlange entlang gegangen..." Das sind so Sätze, bei denen sich bei mir ein unfreiwilliger Harnstrom seinen Weg bahnt in die Gefilde meiner Unterwäsche. Das ist fast besser als Sex! Und allemal besser als Karneval! Auch schön der Synchro-Happen, wenn ein Charakter vom Pferd steigt. Da meint der Held off-screen: "Jetzt tritt der Trottel dem Pferd voll in die Schnauze!" Und da sieht man auch, wie der Darsteller beim Absteigen dem nebenstehenden Zossen seine Stiefel fast in die Nüstern kloppt! Der liebe Carsten von "Sense Of View" meinte auch, daß er das Pferd sogar trifft... Bei Film 2 handelte es sich natürlich um Stuart Gordons RE-ANIMATOR, dessen fröhlicher Ärztepfusch im Kino noch viel mehr Spaß machte als auf Video. Da unser Stammgast Peloquin einen Freund mitbrachte, der als Trommler bei der Musikkapelle Flatus wirkt, kam ich auch gleich in den Besitz des ersten Vinyl-Erzeugnisses der Sons of Tarantula, denn die Bands kennen einander. Neben den musiktheoretischen Schnurren, die mir der sehr nette Olli erzählen konnte, erhielt ich so "Obenrum am Heulen, untenrum am Keulen" - ein Vinyl-Erzeugnis, das mich sehr begeisterte! Die Sound-Qualität gefällt mir eher besser als auf der CD, und für das Cover haben die Jungs wieder gut Gas gegeben - der Kasper gibt alles! Netterweise haben mich nicht nur die Sons verlinkt, sondern auch Flatus, weswegen ich hier kontere. Gemeinsam stießen wir alle in den Abgrund des Bueraner Museumscafés, wo prall gefüllte Sektgläser unserer harrten. Thilo und Simon (die ihren erfolgreichen Besuch in Gütersloh wohl gut weggesteckt hatten) waren auch zugegen. Habe ich schon das Wicked-Team erwähnt? Na, das Wicked-Team um Toxie (und seine charmante Frau Alex) war auch zugegen. Unangenehm fiel darunter wie immer der Fabse auf, dessen grundsätzliche Liebenswürdigkeit sich leider durch nichts kompromittieren läßt. Er hat mir auch eine DVD des neulich erfolgten Auftritts seiner Punk-Band Korsakow & Gonorrhoe überreicht, der Zeugenstimmen zufolge ekstatisch ausfiel. Wenn der nur halb so gut ausfiel, wie der Fabse nett ist, brauche ich mir keine Sorgen zu machen. Was das weibliche Potential von Buio Omega angeht, so fiel mir in erster Linie die liebreizende Mona auf. Sarah (Augenfang etwa bei der Weihnachts-Preisverleihung, und nicht nur da) glänzte durch Abwesenheit bei der Filmveranstaltung, aber sie war schon wieder zugegen, als es um die Zuteilung hochgeistiger Getränke ging, denn was wäre das Museumscafé ohne sie? "Buio O." war wieder ein echter Kracher. Der Küblbock kann da nicht mithalten. Sollte morgen noch mehr Schnee fallen, setzt es bestimmt neue News... Jetzt gehe ich erst mal nach Bett!
"Dr. West, bitte in den OP!"
190204
So, ich war jetzt zwei Tage in Bremen, und nein, ich konnte die Page nicht von dort aus updaten! Kaum bin ich wieder zurückgekommen, stolpere ich in eine der schönsten Fernsehsendungen, die ich in den letzten Monaten gesehen habe. Es handelt sich um eine Art Puppenstube, in der eine vollkommen wahnsinnige Frau Puppen anpreist, als handele es sich um lebendige Wesen! Das ist ganz wild. Ich erinnere mich daran, so etwas schon mal bei Kalkofe gesehen zu haben, aber eine ganze Verkaufssendung davon ist fast zuviel für einen einzelnen Zuschauer mit Sinn für Humor... Zuerst einmal: Es handelt sich nicht wirklich um Puppen, mit denen man etwa seinen Kindern eine Freude bereiten könnte. Zum einen sind die meisten davon sauteuer und bewegen sich preislich um die 100 Euro herum. (Die Teuerste lag etwa bei 250.) Dann sind die Puppen alle aus einem sehr zerbrechlich ausschauenden Material, das sich "Biskuitporzellan" oder "Porzellanbiskuit" nennt. Das kriegt JEDES Kind klein, wenn es die Puppen nur anschaut. Die Dinger sind wohl für den großen Puppen-Underground dieses Landes gedacht - ein Underground, der bislang nur unzureichend beleuchtet worden ist und tatsächlich zu den mysteriösesten aller Undergrounde zählen muß, die es gibt. Am beeindruckendsten fand ich aber den Gesichtsausdruck der Puppen: Kein fröhliches Kinderlachen, kein ausgelassenes Frohlocken. Stattdessen ein zumeist glasiges Starren ins Leere, Ausdruck einer traurigen, leeren Kindheit. Wenn jemand von seinen Eltern die ersten 10 Jahre seines Lebens im Wäschezuber eingesperrt wurde, dann werden die Augen so aussehen. Schlierig, fehljustiert, nach einer Wahrheit forschend, die lange im Dunkel der Hoffnungslosigkeit verlorengegangen ist. Das sind alles zukünftige Axtmörderinnen, die da angepriesen wurden. Im Vokabular der Verkäuferin promenierten Worte wie "süß" oder "goldig". Ich habe nur mit offenem Mund dagesessen und gestaunt. Irgendwann während der Sendung unterhielt sich die Puppenmama mit einer Veteranin des Puppen-Undergrounds, die sich ebenfalls in unglaublichen Kitschvokabeln über die kleinen "Racker" ausließ. Für mich sahen die Puppen eher aus wie von "Wildwasser" gesponsert... Statt über die unendlichen Qualen , die den Augen der biskuitierten Lieblinge entfleuchten, Mutmaßungen anzustellen, wurde da vom "stillen Staunen" gesprochen, das ja angeblich ein Merkmal von Kindern sein soll. (Komisch - immer, wenn ich Kinder von Freunden sehe, sind die laut und nervig, wie Kinder halt sein sollten - vom stillen Staunen habe ich noch nie was bemerkt!) Toll fand ich eine besonders teure Puppe, die von der Verkäuferin süßgelobt wurde, daß es krachte. Tatsächlich hatte die Puppe einen singulär bräsigen Gesichtsausdruck, und der Umstand, daß sie einen merkwürdigen Pelzanzug hatte und einen bedrohlichen "Ausfallschritt" vollführte, ließ sie eher wie einen Yeti mit Zahnschmerzen aussehen! Ich wäre fast zusammengebrochen... Wie hieß noch das Dan-Shocker-Romanheft mit den Yetis? "Das Monster aus der Retorte" - okay, genau so sah die Puppe aus! Allerdings hatten die Yetis dort kein Babygesicht und keinen LIPPENSTIFT im Gesicht. Womit wir schon bei der nächsten Abgründigkeit wären: Fällt niemandem auf, wie anzüglich diese Puppen teilweise aussehen? Im besten "Mini-Playback"-Stil hat man da Kindfrauen im Alter von Lolita bis zurück zum Säugling, die sich wie Erwachsene gewanden und mit gefährlich altklugen bis weltwunden Mienen ausgestattet werden. Für "ganz wenig Geld" kommen einige "zu Ihnen nach Hause" - kommen einige der Puppen vielleicht aus Polen? Als die Moderatorin einmal wieder einer der Puppen unterm Rock herumfuhrwerkte, hörte man ganz deutlich, wie im Hintergrund jemand kicherte! Überhaupt meldet sich die Aufnahmecrew des öfteren zu Wort, was auch ganz deutlich auf der Haben-Seite dieser Sendung anzusiedeln ist. Als etwa vom "Bunny-Anhänger" einer der Puppen die Rede war, hörte man im Hintergrund: "Bunny - kchchch..." Wirklich, die Sendung ist viel billiger und gesünder als Drogen, wirkt aber genauso! Eine kleine Negerpuppe wurde von der Präsentationsfee mit den Worten bedacht: "Unser süßer kleiner Schokokrümel!" Bei einer japanischen Kindfrau erzählte sie davon, wie sie - also, die Puppe! - durch Gärten spaziere und "Kirschblütengedichte" rezitiere. Sehr billig im Erwerb war ein kleiner Lümmel mit Peitsche und Reithut: "Er hat seine kleine Reitgerte dabei..." Kurz und gut - ich habe mich weggeschmissen und werde die Sendung jetzt ganz häufig kucken - großes Fernsehen! Auch "unser kleiner Freund, der Frottee-Bär" sieht die Sendung bestimmt sehr gerne...
180204
Ach, ist das alles wundervoll: Seit Samstag komme ich nicht mehr ins Internet! Ob sich nun die Telekom-Geräte verabschiedet haben oder etwas in meiner Konfiguration verrutscht ist, wird sich am Donnerstag erweisen, aber wenn Ihr dies lest, habe ich es zumindest hinbekommen, die TV-Übersicht für nächste Woche online zu stellen... Außerdem weise ich mit Nachdruck auf den kommenden Samstag hin, der bekanntlich den 5. Geburtstag des "Geheimnisvollen Filmclubs Buio Omega" bringen wird. Zu sehen sein wird - als vom Publikum gewählter Wunschfilm des Jahres - ein Sex-Western aus den späten 60ern, der seine wahre Veredelung aber erst durch die deutsche Synchro erhielt (ich habe unterm Sessel gelegen!), sowie ein schöner Splatter-Horrorfilm, der zu den eleganteren Produktionen des Genres gehört und sich auf H.P. Lovecraft beruft ("Let´s Go West!") Vom zweiten Film läuft die englische Sprachfassung, aber die ist leicht zu konsumieren und darüber hinaus ungeschnitten! Wer in Ludenscheid oder Umgebung wohnt, kann auch am Vorabend zu einer Vorstellung von OPERATION DANCE SENSATION hinpilgern, bei der Thilo und Simon wieder anwesend sein werden. (Näheres findet Ihr unter dem Neverhorst-Link, den ich schon am 070204 eingebaut habe.) Ich hoffe aber mal, daß ich Fabse und die Gosejohanns auch am nächsten Morgen im Club begrüßen darf - Ihr seid noch jung, also gebt Gas! :) Wann meine Internetgeschichte wieder korrekt funktioniert, woiß i net, aber mit etwas Glück ist am Donnerstag wieder alles im Lot. Für die Katzenfreunde unter Euch hier einen Link, bei dem man seine Lautsprecher schön laut stellen sollte... P.S.: Ich habe ja schon viele beknackte Alpträume gehabt, aber dieser hier schlägt dem Faß wirklich den Boden aus: Nachdem ich vor Wochenfrist bereits träumte, ich hätte Wölfi von den Kassierern einen Auftritt versaut, als er mit einer Band mit dem mysteriösen Namen "Sacred Things" (?!?) auftrat (dagegen klingt ja "Youth Of Today" richtig originell!), fand der Traum heute seine Fortsetzung. Er tritt da noch einmal auf mit einer Band namens "Vercingetorix" (!?!), und beim Marschieren zum Veranstaltungsort muß auch so ein Ding aus Pappe, Leichtmetall und Zuckerglas transportiert werden. Da ich gerade in der Nähe bin, fasse ich rechts mit an. Man hört dann Wölfi immer kommentieren - "Ja, nee, seid vorsichtig, das ist verflucht zerbrechlich!" -, und da der Stumpfpunk, der auf der linken Seite trägt, Mist baut, zerbröselt das für die Kulissen gedachte Exponat. Wölfi macht uns total zur Sau, ich schäme mich in Grund und Boden. Ralf erzähle ich, daß ich gehen will. "Och, wieso denn? Naja, okay, da war der schon sauer..." Ich schlurfe geknickt von dannen, will nur noch meinen Mantel holen. Der liegt unter einer radförmigen Leichtmetallgeschichte, bei der aber auf der linken Seite ein genügend großer Einlaß ist. Ich krabbele also darunter und zuppele meinen Mantel frei. Währenddessen kommen Wölfi und einige andere (vermutlich Mitglieder der Band "Vercingetorix"!) und legen bei dem Ding letzte Hand an. Dadurch verschwindet die Öffnung, vor die auch noch irgendein Metallteil vorgebastelt wird. Ich mache auf mich aufmerksam und jammere irgendwas, woraufhin das ganze Gerüst seitlich hochgehoben werden muß. Das geht dann auch noch in´ Arsch! Ich erwachte zitternd vor Scham und geschüttelt von schallendem Gelächter! Mann, Mann, Mann, warum kann ich nicht ganz normale Freud´sche Alpträume haben, von tanzendem Apfelkuchen mit Beinen oder so? Und um Mißverständnissen vorzubeugen: Wölfi hat NIEMALS in Bands mitgespielt, die "Sacred Things" oder "Vercingetorix" hießen. Nicht, daß da jetzt Legenden entstehen...
140204
Und wieder war Freitag der 13.! Einmal mehr habe ich mich erfolgreich den Fährnissen des Geschicks entwunden und einen Frontalzusammenstoß mit jener Chimäre, die wir Unglück nennen, vermieden. Tatsächlich endete der Tag sogar sehr launig, da ich mit meinen direkten Nachbarn und einer Flasche Weißwein (war das nur eine?) die ersten beiden Teile der ZDF-Produktion DIE MUSTERKNABEN von Ralf Huettner geglotzt habe. Das geht da um zwei Polizisten in Köln, die gerne abhängen und gelegentlich Fälle lösen. Genaugenommen lösen die Fälle sie, denn beide zeichnen sich in erster Linie durch eine bemerkenswerte Neigung aus, in Trabbel zu geraten. Im ersten Fall müssen sie mit zwei großkotzigen Düsseldorfer Kollegen zusammenarbeiten, die in einer Drogensache ermitteln. Der dicke Docker verknallt sich in die bombenmäßig aussehende Ellen Ten Damme, der er auch sogleich wichtige Dienstgeheimnisse ausplaudert. Männer machen einigen Mist, wenn sie riemig, rollig & rattig sind. Das führt dann zu einigem Ärger, denn die Kollegen spielen falsch, und nur sein Freund Dretzke hält zu ihm. Jürgen Tarrach und Oliver Korritke sind in den Hauptrollen hinreißend und fuhren verdienten Sternenglanz ein. Huettner und sein häufiger Ko-Konspirator Dominic Raacke schrieben auch das Drehbuch zum zweiten Teil, in dem sich die beiden Bullen erneut knieftief in Schlamassel reiten: Ihre Kollegin Heike Rosenfeld (lechz: Sophie von Kessel!) wickelt beide um den Mittelfinger und benutzt sie dazu, Nacktfotos von Phil Collins in einem Edelpuff zu schießen! Um die Fotos entbrennt dann ein wilder Streit, wie man sich vielleicht vorstellen kann. Jeder Film, der den Untertitel "Phil Collins im Puff" trägt, muß gut sein, aber der hier besticht auch durch ein gutes Drehbuch und die fabelhaften Hauptdarsteller. In Nebenrollen glänzen Ilja Richter (als Bordellchef!) und Harald Schmidt (als er selbst). Mittlerweile gibt es noch einen dritten Teil, den wir uns für später aufgehoben haben. Die ersten beiden Folgen sind auf DVD herausgekommen und lohnen sich... Tja, war nix mit Freitag dem 13.! Wo kommt er nur her, der Mythos? Ich werde es Euch sagen, denn ich habe es nachgelesen: In alter Zeit, als Druiden fröhlich durch die keltischen Gebirgswälder watschelten und Misteln schnitten, gab es einen besonders fröhlichen Druiden namens Fronubulac, der von sich behauptete, einen Zaubertrank erfunden zu haben, der herkulische Kräfte verlieh. Niemand wollte ihm dies so recht glauben, doch Fronubulac mistelte fleißig weiter und buk seinen Sud, daß es nur so eine Art hatte. Eines Tages kreuzte ein mickrig Mütterlein seinen Weg und hub an zu sprechen: "Werter Druide," - also, das ist jetzt nicht wörtlich überliefert, aber ich nehme halt an, daß sie das gesagt hat! - "ich bin ein mickrig Mütterlein und kann mich kaum auf Beinen halten! Dein Zaubertrank, so sagte man mir, macht mickrige Mütterlein munter. Da ich aber nicht nur mickrig, sondern obendrein schweinereich bin, kannst du dich an mir richtig gesundstoßen. Mache mich gehen ohne Wehen - es soll dein Schade nicht sein!" Fronubulac hörte das gerne, denn seine gälische Ersatzkasse hatte ihm gerade den Dispo gekündigt. Mit Elan hob er die Sichel und schnitt Misteln sonder Zahl. Da er aber ein heftiger Nutzer des weißen Pulvers war, das wir heute als Kokain kennen (und zu Recht verdammen!), sichelte er sich im Laufe seiner Bemühungen alle zehn Finger ab. Außerdem wurde er von einem wütenden Keiler gebeutelt und von zufällig vorbeikommenden Waldhexen brutal geschändet. Als er seinen Zaubertrank fertig hatte, stellte sich heraus, daß die alte Vettel obendrein bettelarm war und ihm nur einen vorgesponnen hatte. (Nicht, daß der Trank gewirkt hätte...) Fronubulac wurde daraufhin in ein Armenhaus für behinderte Druiden eingewiesen und starb unter unglücklichen Umständen: Als seine Zunge in den Rührfix geriet, verwandelte ihn ein elektrischer Schlag in ein Kohlebrikett! Mir ist selber nicht ganz klar, wie diese Geschichte als Grundlage für einen Mythos des Pechs werden konnte, da Fronubulac ganz offensichtlich selber schuld war an seinem Elend, denn Koks und Sicheln vertragen sich nicht - das wird doch heutzutage schon an der Grundschule gelehrt! In den darauffolgenden Jahrhunderten jedenfalls erzählte man sich auch außerhalb des gälischen Sprachraumes, daß auf Freitagen dieses Datums kein Segen liegt. Ob man Lottoscheine ausfühlt, Liebesanträge schmiedet oder Picknicks zum Camp Crystal Lake plant - wird nix, so will es die Legende. Aber wie ich gerade merke, haben wir ja heute schon den nächsten Feiertag, den Valentinstag! Das ist ein Datum, wo sich Verliebte einander kitschige Grußpostkarten zudenken mit Sprüchen wie "In allen vier Ecken/ Glück soll drin stecken." Gangster benutzen dieses Datum auch gerne, um einander möglichst ökonomisch um die Ecke zu bringen. Die meisten Menschen denken, dies habe mit einem Heiligen namens St. Valentin zu tun. Das ist aber falsch. St. Valentin war der Schutzpatron der Kaminkehrer, und dies eigentlich auch nur, weil er eine schwarze Hautfarbe hatte. Um Kaminkehrer kümmerte sich der nämlich einen Scheiß! Tatsächlich ist das Brauchtum des Valentinsumschmeichelns noch gar nicht so alt. Es geht auf einen schnöden Bankbeamten zurück, einen gewissen Angus MacAhlberg, der 1929 im Bundesstaat North Carolina ein ungewöhnliches Erlebnis hatte. Er befand sich gerade auf dem Nachhauseweg von seiner Bank, der Trade National in Poopkeepsie, NC, die von der gerade eingesetzten Depression ("Wall Street Crash", remember?) arg kompromittiert worden war. Vielen seiner Freunde war gekündigt worden, aber ihm nicht. Eigentlich ein Grund, glücklich zu sein. So dachte auch Angus MacAhlberg (Sohn schottischer Einwanderer), als er in seinem staubigen Buick den Landweg entlangschraddelte. Auf einmal leuchtete es am Wegesrand: Eine glorioleumkränzte Lichtgestalt in Form eines gigantischen Hufeisens nahm ihm die Sicht. Dies war um so bemerkenswerter, als sich dieses Ereignis zur sonnendurchfluteten Mittagszeit zutrug. MacAhlberg steuerte seinen Buick fast in den Straßengraben, was sich als segensreich herausstellte, da er eine alte Vettel, die mitten auf der Straße stand und eigentlich nur zu ihrem Postkasten wollte, um einen Meter verfehlte. Angus atmete tief durch und legte erneut den Gang ein. Wenige Kilometer weiter erblickte er auf einmal die Vision eines riesigen Lampenfisches (das sind diese Tiefseeviecher mit der Laterne auf dem Kopf; kennt Ihr bestimmt aus FINDET NEMO!), die sich am Himmel materialisierte. Erneut donnerte MacAhlberg fast gegen einen der wenigen Bäume, die hier in den unendlichen Weiten des northcarolinischen Marschlandes wucherten, und es war erneut ein Glücksfall, denn um ein Haar hätte er ein Kleinkind gefällt, das im Straßenstaub buddelte, vom Zauber der Kindheit geleitet. Angus wischte sich den Schweiß von der Stirn und versuchte es ein weiteres Mal. Diesmal kam er unbehelligt bis nach Hause. Bevor ich erzähle, was da passierte, muß ich erst erwähnen, daß das Oppossum so eine Art Nationaltier in North Carolina ist. Es werden dort sogar Schönheitswettbewerbe abgehalten, mit dem etwas zwielichtigen Motto "Eat More Possum!" (Punkfans kennen das eventuell von einem Cover der northcarolinianischen Punkband Antiseen, auf dem ein zermalmtes Oppossum zu erblicken ist, darunter die Zeile: "Eat More Possum!") Jedenfalls, als MacAhlberg seine Haustür durchschritt, hörte er ein gespenstisches Stöhnen. Dazu ein Knirschen und Quorren. Er schritt voll dräuender Vorahnungen durch den Korridor, der zum ehelichen Schlafgemach führte. Als er die Tür öffnete, erblickte er seine Ehefrau Melinda beim Beischlaf mit einem Oppossum. Das Oppossum fickte sie nach allen Regeln der Kunst, animalische Lustschreie aus der verhärmten Bankangestelltengattin hervorkitzelnd. MacAhlberg besah sich die Szene. Vom Schock gefangen, durchlebte er in Sekundenschnelle sein ganzes langweiliges Leben. Die Hochzeitsfotos von ihm und Melinda blitzten vor seinem geistigen Auge auf. Er erblickte die Höhen und Tiefen einer gewöhnlichen amerikanischen Ehe. Da war der "Love Canal", wo sich beide in der High School zum ersten Mal einen tiefgehenden Kuß gaben. Da war die schwüle Nacht in der Hollywoodschaukel im botanischen Garten, wo sich die beiden versprachen, eins zu sein im Strudel der Zeiten. Die Hochzeitszeremonie in der episkopalischen Kirche, wo ihre Gesichter von Reisabdrücken nahezu vernarbt wurden. Das Glücksgefühl, als er zum ersten Mal in sie eintrat. Die Ernüchterung seines ersten Fehltritts, einer blondierten Bedienung bei McDonald´s, die wenigstens 10 Jahre jünger war als er. Die Tränenspuren im Gesicht seiner Frau, die Tränenspuren in seinem eigenen Gesicht, vor Scham. Dann die Versöhnung. Die erste Beförderung, nach über 5 Jahren. Die gemeinsame Reise ins Death Valley. Disneyland. Der große Traum. Dann machte es Bla-Blutsch, und er sah das Oppossum auf seiner Frau reiten. In diesem Moment setzte sein Gehirn aus, und er zückte die Black-&-Decker-Bohrmaschine, die er immer mit sich führte, und schlachtete beide brutal ab. Blut spritzte über das Bett, die Heiligenbilder an der Wand, den Rand-McNally-Straßenatlas, der auf dem Beistelltisch lag. Danach war endlich Ruhe. Er aß das Oppossum, er aß seine Frau und schaute für den Rest der angebrochenen Nacht Fernsehen. Tatsächlich war Angus MacAhlberg der erste Bankbeamte, der in den Vereinigten Staaten zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt wurde. Dies geschah aber erst 1931, must get the facts straight! Warum ausgerechnet diese Historie irregeleiteter Leidenschaft zum Ursprung für den Valentinstaumel geriet, ist mir noch viel schleierhafter als die Sache mit Freitag dem 13., aber so ist es gewesen. Ich habe gerade in meinen Krimi einen schwulen Pornoregisseur namens Anus MacAhlberg eingebaut (no relation!) und einen fiktiven Roman namens "Ich habe dir niemals einen Hasenbraten versprochen". Heute ist Valentinstag, also ruft Eure Liebsten an! Verschont sie mit kitschigem Valentinstand und laßt Euch lieber sehen oder versichert sie wenigstens Eurer Liebe. Wenn Ihr sie gerne kennenlernen wollt, faßt Euch ein Herz und sprecht sie an! Wenn Ihr niemanden habt, den Ihr kennenlernen wollt, dann denkt an die Frau Eurer Träume und wünscht sie Euch herbei! Oder denkt an das Oppossum Eurer Träume! Oder kuckt Euch einen guten Film an - ich kucke jetzt DAS GEHEIMNIS DER WEISSEN NONNE... P.S.: Der Bart ist jetzt ab!
Be My Valentine! (Danke an Tommy für´s Foto.)
120204
Zwei neue Kritiken. Die eine zum Film SNUFF ROAD von Richard Stark; die andere zum Film DIE NACHT DER BLANKEN MESSER von Andrea Bianchi.
070204
Susanne Birkenstock erzählte heute im Fernsehen von deformierten Füßen. Das nur so als Einleitung. Schöner Satz. Ein schönes Wort schenkte mir der Computer-Mechaniker, der sich in den Eingeweiden meines nunmehr dahingeschiedenen Rechners umtat, um eine Fehlerdiagnose zu stellen - er bezeichnete den Zustand des schon sehr alten Gerätes als "Kernschrott"! Kann man heutige User mit dem Informationsschnipsel schockieren, daß mein alter Rechner eine Festplatte mit ganzen 2 Gigabyte Speicherplatz besessen hat? Naja, diese 2 Gigabyte waren dann halt weg, mein Motherboard war von Termiten zerfressen, und der ganze andere Rest war auch nicht mehr auf dem allerneuesten Stand, also... Sei´s drum. Was ist in dieser Woche so passiert? Letzten Samstag war das große Spezialevent von Buio Omega. Während Sailor RIP die Natur einer Unke zur Schau stellte und von 50 Besuchern sprach, war ich mutiger und mutmaßte, es würden wohl 100 Leute kommen. Die Wirklichkeit übertraf selbst diese kühne Prognose und bescherte dem Schauburg-Kino über 110 zahlende Gäste - toll! Ich denke, die meisten werden wohl irgendwie auf ihre Kosten gekommen sein. Und wann wird man schon mal wieder eine Gelegenheit finden, den Film im Kino kucken zu können? (Die Antwort: Am Freitag vor dem großen Buio-Geburtstag in Lüdenscheid! Näheres hierzu findet Ihr auf der Seite der Neverhorst-Produktion!) Die Vorstellung lief recht gut ab, wenn man kleinere technische Mängel mal mit dem Mäntelchen der Barmherzigkeit bedecken mag. Bei meiner Einführung kam ich mit Thilo und Simon auf die Bühne und erzählte dann etwa 2 Minuten irgendeinen Kram. Scheinbar muß ich dabei weit ausholende Armbewegungen vollführt haben, denn im Projektionsraum wurde das als Signal mißverstanden. So gab ich dann an Thilo das Mikro weiter, er hub an zu sprechen, und da erlöschte das Licht - der Film begann... Dieses Mißgeschick sorgte immerhin für fröhliches Gelächter im Publikum, und nach dem Film (immerhin 1 Uhr morgens) blieben fast alle da, um sich noch das kleine Interview anzuhören. Simon und Thilo bewiesen ein Herz für Sachsen und überreichten den von dort angereisten Bestandteilen des Wicked-Klans Naschwerk als Reiseproviant. Dieser wird allerdings kaum nötig gewesen sein, da später bei Toxie noch etwa 3 Kisten Bier geleert wurden, bevor dann die Schnapsflaschen aus dem Tornister gekramt wurden... Schrecklich, was der Alkohol aus der Jugend macht! (Augenzeugenberichten zufolge ist das dann dahingehend ausgeartet, daß Slayer Bierflaschen mit Toxies Fernbedienung öffnete... Also, eine Fernbedienung für seinen Fernseher - er selber hat keine Fernbedienung!) Von den Gosejohanns habe ich mir im Vorfeld ungefähr 7 Stunden Kurzfilme angeschaut, von denen ich einige völlig brillant finde. Mein persönlicher Favorit ist ja der "Kunstfilm" DAS ICH IM INNEREN DES MONDES, zu dem ich demnächst eine ausführliche Analyse verfassen werde! Aber auch aus Jux & Dollerei entstandene Sachen wie der Martial-Arts-Film MASTER OF THE FIST oder der Chuck Norris gewidmete INVASION NEVERHORST freuten mich sehr. Ganz zu schweigen von den Sozialdramen mit dem ewigen Verlierer Mario und dem schmierigen Cop Co-Op... Ansonsten habe ich noch ein paar Filme gesehen, die ich in meinem Filmtagebuch angesprochen habe. Ausführlichere Reviews sind ebenso zu erwarten zu einem neuen deutschen Film, SNUFF ROAD, der auch Anfang März beim "Weekend of Fear" in Nürnberg zu sehen sein wird, sowie zu einer vorbildlichen neuen Veröffentlichung des X-Rated-Labels, DIE NACHT DER BLANKEN MESSER... Mein neuer Artikel zum Thema "Amicus"-Horrorfilme ist jetzt fertig und wird sehr bald erscheinen, da die neue Ausgabe gar nicht mehr so weit hin ist. Übrigens habe ich den Larry-Brent-Roman "Schrei, wenn dich der Hexentöter würgt" jetzt endlich gelesen und fand ihn ganz okay, wenngleich "Die Pest fraß alle" ihm den Rang ablief - puh, war der eklig! Ein neuer Anwärter für die Krone des Titel-Fürsten ist ein Macabros-Heft, das ich gerade erstanden habe: "Flieh, wenn der Schattenmann kommt!" Ansonsten werde ich mir am Wochenende vermutlich doch noch THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE von Marcus Knispel ansehen. So, jetzt muß ich nach Bett, aber wenn Ihr Euch noch einen Kopfschüttler aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu Gemüte führen wollt, dann tut das hier! P.S.: Wer es noch nicht gemerkt hat - die TV-Übersicht steht wieder...
050204
Ob es nun ein Virus war oder nur ein altersbedingtes Versagen der Hardware - mein Computer ist von mir gegangen! Das erklärt meine etwa einwöchige Abwesenheit. Toll aber, wie sehr man auf diese Dinge angewiesen ist: Ich war komplett aufgeschmissen und konnte keine einzige Zeile mehr schreiben... Nun habe ich einen neuen Rechner und bin gerade dabei, ihn mir einzurichten. Deshalb nur diese kurze Mitteilung, aber demnächst werde ich wieder posten - vielleicht sogar schon heute nacht, mal schau´n. Habe einiges nachzuholen! Und die TV-Wochenübersicht steht ab nächster Woche natürlich wieder am gewohnten Platz... :)
220104
Um Frank Zappa zu zitieren: "Beim großen Guggli-Muggli!" Da ist jetzt schon wieder eine Woche verdröhnt, ohne daß ich mir die Mühe gemacht hätte, meinen Ticker zu malträtieren! Immerhin habe ich stattdessen fast einen kompletten neuen Artikel für die SI zusammengetippt, der den Titel "Der lateinische Freund des großen Hammers" tragen wird. In ihm geht es um einen weiteren Favoriten meines Horrorfilm-Werdeganges: Neben den populären Filmen der "Hammer Studios" gab es auch noch einige Nachahmer. Die erfolgreichsten davon waren mit Sicherheit "Amicus", die uns so schöne Filme geschenkt haben wie DER FOLTERGARTEN DES DR. DIABOLO oder GESCHICHTEN AUS DER GRUFT. Von diesen Filmen wird der nächste Artikel handeln, und selten hat mir ein artikelbedingtes Wiederansehen von Relikten meiner Vergangenheit so viel Freude bereitet! Weniger Freude hatte ich mit meinen Virenproblemen. Mittlerweile ist auch mir diese tolle Mail von der "Kripo Düsseldorf" ins Haus geflattert: "Die Ermittlungen wurden eingeleitet!" Obwohl ich natürlich NIEMALS MUSIKSTÜCKE AUS DEM INTERNET HERUNTERLADEN WÜRDE, war ich etwas verunsichert, zielten die in der Mail verkündeten Drohungen doch an ein diffuses Schuldbewußtsein, das in den meisten von uns spukt und vermutlich was mit der Kindheit zu tun hat. Ich öffnete mitnichten den Anhang, sondern ließ den Mailtext mal durch Google laufen. Daraufhin wurden zahlreiche dieser famosen Notizen aus Computer-Foren aufgelistet, die mit zu den hilfsreichsten Sachen im Internutt zählen. Und, oh ja, der Spaß scheint ja schon seit kurz vor Weihnachten umzugehen! Es scheint aber trotzdem viele arglose Menschen zu geben, die solche Anhänge einfach mal öffnen und somit an jede der in ihrem Adreßbuch befindlichen Personen eine solche Virenmail loslassen... Ich werde von jetzt ab nur noch Anhänge öffnen, die mir deutlich als solche angekündigt worden sind, und so sollte es jeder nette Mensch machen, der mich in seinem Adreßbuch trägt. In meiner Anfangszeit im Internet gab es kaum welche von diesen Mails. Wenn da mal Spam kam, waren das immer nur die üblichen Angebote, mir Viagra, eine Penisverlängerung, einen Bankkredit auf Malaysia oder Teenager in Transsylvanien zu verschaffen. (Zu Anfang habe ich sogar wirklich zurückgeschrieben, in der Hoffnung, der Spuk möge enden!) Heute gehen die Mails anders. Sie gehen etwa so: "Ich habe Sie angezeigt, Sie Schwein! Sie haben mich beleidigt! Sie werden es noch bereuen..." oder "Sie haben mit meinem Freund geschlafen! Dafür werde ich Sie fertigmachen, Sie Giftviper..." Auch gut: "Die anderen wissen gar nicht, wer Sie wirklich sind, aber ich werde der Welt die Augen öffnen..." Das Ganze natürlich in ganz schlechtem Englisch! Den Anhang, auf den in der Regel sogar hingewiesen wird, sollte man mit Mißachtung strafen bzw. mit aberbitte sofortiger Komplettlöschung, es sei denn, es gelüstet einen nach einem Wechsel der Festplatte oder zumindest einem Neuaufspielen von Windows. Auch finden es Freunde, Verwandte, Geliebte anders lautenden Gerüchten zum Trotz nicht knorke, wenn ihnen ein Virenbrief mit dem Absender des Hausherrn in die Box glitscht. Ich habe mir jetzt verschiedene Antiviren-Programme angeschafft, darunter eines mit einem Panda und eines mit dem sinnvollen Namen "Antivir", das die Updates für Privatpersonen sogar umsonst nachliefert. Und Updates sind wohl notwendig, da jede Woche neue Viren in Umlauf gebracht werden. Warum machen Menschen so was? Wie Freund Kay neulich bemerkte, ist es wohl so etwas wie das "Mad Scientist"-Syndrom - mal sehen, ob ich das schaffe... Können diese Leute nicht für die soziale Woche arbeiten oder so? Oder in den Dschungel gehen? Themawechsel: Der Dschungel! Der Medien-Bullshit ist endlich vorbei. Lisa Fitz wurde vom Saarländischen Rundfunk (ist der zufällig in Bitsch beheimatet?) gefeuert, was ich trotz der unsäglichen Trash-Show doch gar zu humorlos finde. In der letzten Folge hat Lisa für ihren vermutlich neuen Arbeitgeber RTL einige Ekligkeiten gefressen, die mir einerseits Respekt abnötigten, andererseits auch ernsten Zweifel an ihrer Zurechnungsfähigkeit abnötigten - macht die Frau alles mit? Die hat lebende Raupen gefressen, die waren dicker als mein Dödel! KREEEISCH!! Da war ganz Feierabend... Erst den Kopf abgebissen, dann runter mit dem Ding! Das hätte ich nicht für hunderttausend Mark gemacht plus das halbe Königreich. In der letzten Folge hatte sich ja so etwas wie eine Familie zusammengefunden: Costa und Lisa - Papa und Mama Dschungel. Daniel - Sohnematz. Das brutale Schicksal riß diese unheilige Dreieinigkeit auseinander. Sieger wurde erwartungsgemäß Herr Cordalis. Und den großen Respekt, den dieser Mann durch seine vergleichsweise würdebewahrende Darstellung (als Überlebensexperte irgendwo zwischen Michael Landon und Ghaddafi) bei mir erzeugt hatte, verspielte er völlig unnötig durch sein minutenlanges Gitarrengedresche, den "Dschungel-Blues". Dieses plakative Vorführen einer neuen Hit-Single wurde von Stefan Raab am Folgetag völlig zu recht als eben solches verarscht und von RTL noch während seiner Erstausstrahlung kompromittiert, indem für die letzten zwei Minuten der peinlichen Vorstellung ein pseudo-dramatischer Synthie-Brei übergestülpt wurde, zu dem Costa von nun an nur noch die Dschungel-Pantomime abliefern durfte - tja, war nüscht! Dirk Bach hat von jetzt ab bei mir verschissen, nach all den peinlichen Witzen über Werner Böhm und seinen Alkoholismus und so fort... Mannmannmann, wie man auf Schalke sagen würde. Der Böhm hat sicherlich einiges an Würde verloren, aber nicht soviel wie einige andere. Ansonsten hat sich im Laufe der Woche nur gezeigt, daß Schönheiten, die sich für den Playboy oder andere Herrenmagazine ausgezogen haben, weder klug noch sympathisch sein müssen. Ich nenne keine Namen, aber die eine fand ich unglaublich unsympathisch, die andere extrem tragisch und nicht sonderlich helle, und Lisa Fitz hat für diesen Unfug, wie schon gesagt, Raupen gefressen, und anders als etwa Scheiße waren jene lebendig - bravo! Nach meiner anfänglichen Trash-Begeisterung überwiegt auf jeden Fall der Katzenjammer. Was bringt denn Pro 7? Da lief eine Sendung über die "100 nervigsten Deutschen", und anders als die ZDF-Sendung mit JB Kerner war die zumindest teilweise sehr witzig. Natürlich auch ein reiner Denunziations-Reigen, aber ähnlich wie beim Dschungelcamp mußte es einem da kaum um jemanden leid tun. Es handelt sich dabei natürlich um eine Art invertierten Patriotismus, aber der wurde wenigstens vom selben System verarscht, das die Monster hervorbringt. Ich habe etwa bei Platz 70 eingeschaltet, und ich habe einige vermißt. Manche Teilnehmer, wie der Herr Soest auf Platz 5, waren auch gänzlich uneinsehbar. Die anwesenden Komiker haben sich selbst größtenteils eingewählt (ich glaube nie und nimmer, daß das eine Publikumsabstimmung war!) und pflegeleicht behandelt. Humoristen wurden allgemein sanft abgespeist, während nicht für ihren Humor Berühmte (wie Olli Kahn) brüsk abgeferkelt wurden. Die Kommentare waren teilweise derb und blöde, teilweise sehr lustig, insbesondere jene von Kalkofe und Olm. Ich liebe die Bezeichnung von Frau Setlur (die ich gar nicht nervig finde) als "HipHop-Skelett" oder jene von Jürgen Drews als "Ozzy Osbourne für Pauschal-Touristen"! Auch hat mir das kollektive Vergessen des ersten SUPERSTAR-Gewinners ("So, weg isser!" - "Jau...") sehr gefallen. Ein Oliver Soundso, der wohl auch ziemlich auf der Raab-Provo-Schiene reitet (ich habe ihn mal bei einem hinterletzten Kommentar zu Medienopfer Sybille Rauch gesehen), hat eine allerdings ziemlich lustige Tanzdarbietung zum Thema Alex dargeboten. Ansonsten ist mir nur wieder aufgefallen, daß ich kaum noch Promis kenne, denn die meisten waren eher Bimbos im amerikanischen Sinne, z.B. eine Frau, die in Schokoladenmus gebadet hat, oder eine Blondine namens Yvonne Knatterton oder so. Carsten Speckmann kam auch etwas zu unbarmherzig weg, denn ich fand Michelle Huntzlkjh wesentlich schlimmer. ("Ich kann ihn nicht einmal hassen...", wie Frau Fisher bemerkte.) Vielleicht sollte man endlich mal wieder all das zusammensuchen, was man bejubelnswert und preisungswürdig findet. Harald Schmidt ist ein lustiger Mann, aber wenn all das, was von ihm übrigbleibt, nur eine einzige schneidende Ironie zum Runtermachen ist, dann ist das irgendwie nicht viel. Also auch weg mit den "100 nervigsten Deutschen"! Her mit Filmen wie dem französischen VIDOCQ, den ich gerade neulich gesehen habe. Ich fand das Originalitäts-Massaker von DELICATESSEN damals nicht so berauschend, aber während Jeunet den hübschen AMELIE gemacht hat, war Caro an VIDOCQ wohl zumindest maßgeblich beteiligt, und der macht das richtig, was DELICATESSEN m.E. falsch gemacht hat. Aber darüber ausführlich demnächst im Film-Tagebuch, wenn ich es wieder aktualisiert habe, und das werde ich im Ticker ankündigen, damit man nicht andauernd umsonst nachschauen muß... Am Wochenende werde ich wieder mit meinem Herzblatt zusammenstoßen, die in einem klugen Buch gerade von einem psychologischen Begriff gelesen hat, den ich toll finde - die "Analdressur"! Kann nicht jemand bitte einen besonders fiesen Porno drehen, der so heißt? Ich werde die Analdressur auf jeden Fall Kommissar Ernst unterjubeln - der soll mal sehen, wie ihm da wird! In 8 Tagen ist ja schon "Buio Omega Spezial", und - ups? Habe ich überhaupt etwas zum letzten Mal gesagt? Das letzte Mal war richtig hübsch! Da wir den Thriller CRUISING gezeigt haben, der im New Yorker Lederschwulen-Milljöh spielt, habe ich mir im vortrefflichen Bochumer Spielwarenladen Umbach für nur 10 Euro eine tolle Fetischkappe zugelegt! Das war richtig chefig, die zu kaufen... Ich meinte nur: "Tja, die ist für einen Bühnenauftritt!" - Die Oma an der Kasse: "Jaja... Wir haben da noch ein tolles Oberteil zu!" Ich: "Äh, nein, das ist wirklich nur für einen einmaligen Auftritt und würde sich nicht lohnen..." Die Oma zur Ladenhilfe: "Zeig´ dem Herrn mal das Lackoberteil! (zu mir:) Das ist sehr sexy!" Ich, rot anlauf: "Äh, ja..." Das Lackoberteil hätte meinen Preisrahmen aber gesprengt. Die Kappe liegt noch heute auf meinem Computer! Nächsten Samstag findet nicht nur der Wiederbeginn der Fußballbundesliga statt, sondern auch "Buio Omega Spezial", und dazu kommen nicht nur Thilo und Simon von den Gosejohanns, sondern auch Fabse, Toxie, Jorge, Slayer 666, McBrewer, Tony Montana und andere handverlesene Leute von der Wicked-Seite, und hoffentlich auch Ihr! Demnächst in Eurem Theater...
Ein Anwärter für den Dschungel oder für die CRUISING-Polonaise?
150104
Da die Medien mir keine Ruhe ließen, habe ich mir jetzt doch einmal diese RTL-Dschungel-Show angesehen, über die derzeit so viel diskutiert wird. Wäre ich momentan depressiv drauf, müßte ich mir fraglos viele Sorgen machen: Warum ist diese stumpfsinnige Sendung so erfolgreich? Was für Rückschlüsse läßt das zu auf unsere Gesellschaft? Sind wirklich alle Leute so pantoffelig, daß sie diesen Unfug ernstnehmen und die daran teilnehmenden Menschendarsteller bewundern? Tatsächlich geht es mir aber relativ knorke, weshalb ich mir nicht nur diese Sendung mit großem Vergnügen betrachtet habe, sondern auch DEUTSCHLAND SUCHT DIE SUPERNULL. Dieser hochdotierte Fernsehhappen hat leider nicht die Klasse der berühmten "Gong Show", wo unbekannte Berühmtheitsbereitwillige sich produzierten und dann je nach Gusto der Juroren in ihrem Tun bestärkt oder grausam ausgegongt wurden! Ich werde nie vergessen, wie die alte Sozialhilfeempfängerin auftauchte, die behauptete, gleichzeitig singen UND pfeifen zu können... Ein Glanzlicht des zynischen Fernsehens. Bei der RTL-Sendung produzieren sich aber einige blutjunge Erdenbürger, die teilweise wirklich gut singen können. Für ihren Mut (oder ihre Dummheit) werden sie dann vom Jurorengespann mit abfälligen und zutiefst demütigenden Bemerkungen vor einem Millionenpublikum belohnt. Ganz rechts sitzt, glaube ich, Dieter Bohlen, der immer eine teilweise sehr schräg singende Schönheit mit schmierigen Lobeshymnen bejubelt, während die anderen nur gebrochen abwinken. Von Dieter Bohlen mit Komplimenten à la "Zuckerhäschen" o.ä. bedacht zu werden, hat die junge Dame nicht davon abgehalten, sich das anzutun. Für sie gilt dasselbe wie für Sybille Rauch - sie hätte das nicht machen sollen, denn die Medien machen sie richtig zum Horst. Da besagte Nettine extrem scheu war, werden ihr die bösen Dinge ("Das ist sehr gut - für ein Schulfest!") wahrscheinlich im Herzen wehgetan haben, und beim letzten Mal hat sie sogar Dieter B. im Stich gelassen. Ich weiß nicht, ob sie rausgewählt worden ist, denn ich habe den Schluß nicht gesehen, aber irgendwie wünsche ich es ihr, denn für den harten Wettbewerb hatte sie nicht die erforderliche Härte. Sie sollte sich darüber freuen, daß das so ist. Meine persönliche Favoritin ist eine gewisse Elly, die es zwar nicht ganz bis zum Schluß schaffen wird, da sie kein Püppchengesicht besitzt, aber sie singt wirklich klasse. Eine hübsche moppelige Frau ist da auch noch, die sehr gut singt, aber sie wird es ebenfalls nicht schaffen, da moppelig. Bei den Männern gefällt mir ein junger Mann am besten, der ein Piercing hat und eine für das Alter unglaubliche Coolness an den Tag legt. Wie der beim letzten Auftritt den Applaus rausgekitzelt hat, war Profiarbeit! Und er hat wirklich was, Schenässekwa und so fort. Dem rechne ich Bombenchancen aus. Die dunkelhäutige Hübsche, die rausgeflogen ist, fand ich sehr knorke und obendrein gut, aber sie machte den Eindruck, als hätte sie die Sado-Nummer dieser Sendung gut durchgestanden. Boah, was für eine perfide Falle! "Hier könnt ihr Kiddies berühmt werden und euch den ganzen bockmistigen Nullen hinzugesellen, die die Charts belegen!" Dazu wirkten zumindest einige der Leute zu sympathisch und auch zu talentiert. Für das zynische Entertainment mußte man sich an das gruselige Jurorenteam halten, von denen mir noch am besten der ganz links gefallen hat, grauhaarig und nach Platten-Exec aussehend - der war zwar meistens fies, ließ aber auch durchklingen, daß die Kiddies nichts anderes erwartet, wenn sie Erfolg haben wollen, und damit hat er Recht. Das Moderatorenteam ist bei der Sendung der halbe Spaß, denn der männliche Bestandteil heißt Speckmann und wirkt aalglatt, aber noch relativ souverän, während seine Nachbarin die ehemalige Freundin von Eros Rambazamba ist und meistens ihre Möpse aus dem Dekolletée quellen läßt. Bei ihr bin ich wirklich wie vor den Kopf geschlagen: Ich dachte immer, daß Bärbrüll Schäfers metallisches Organ bereits denkbar ungeeignet für den Moderatorenjob sei, aber bei Frau M.H. ist wirklich ganz Feierabend: In gebrochenem Deutsch blökt sie mit einer hohen Quäkstimme regelmäßig die Kandidaten zusammen, und man kann froh sein, wenn es nur ein marengilzereskes "ßuuu-per! ist, was da erschallt... Nein, ich lüge, in Wirklichkeit wäre das noch viel spitzer, wenn sie viel mehr reden würde und der Sendung ein geeignetes Ambiente verschüfe! Kommen wir nun zu dieser ICH BIN EIN STAR-Sendung im Dschungel! Nachdem ich schon so viel über die grauenerregenden, menschenunwürdigen Strapazen hören mußte, die diese Menschen erleiden müssen, war ich auf das Ärgste gefaßt. Auch Cora wetterte völlig entsetzt über diese Sendung. Hier bin ich einmal anderer Meinung als mein Herzspatz: Die dort gedemütigten Gestalten haben es wirklich verdient! Ich wußte nicht, daß meine vormalige Meldung über Costa Cordalis´ Hirschkäfer-Nummer aus dieser Sendung stammte, aber jetzt bin ich schlauer, und die Sendung ist auf zwei Stunden ausgedehnt worden - cool! Der mir eigentlich sympathische Dirk Bach (den ich für recht schlau halte, wie die meisten Komiker) und so ein rothaariges Talkshow-Geschöpf, das ich früher immer nur "das Eichhörnchen" nannte (Vera Int-Veen = der Hamster!), moderierten einen Reigen von Peinlichkeiten, der von der geschulten Zynikergarde RTLs bis an die Schmerzgrenze hochgepitcht wurde. Die haben Werner Böhm alias Gottlieb Wendehals dabei? Fein - da zeigen wir ihn doch hundert Mal, wie er mit blankem Oberkörper im Fluß steht, seine Wampe präsentiert und den Rasierer betätigt. Damit wir uns nicht falsch verstehen - gegen solides Dickwerden habe ich nichts einzuwenden, und für den Herrn Böhm habe ich auch eine gewisse Sympathie - irgendwo. Aber wenn das dann offensichtlich tendenziös vorgeführt wird, damit sich die Leute darüber beömmeln, finde ich das ziemlich durchwachsen. Okay, ich habe gelacht. Ich habe sogar richtig gewiehert. Mein Alabasterleib zeigt ja auch schon die Spuren der Zeit. Aber sympathisch war zumindest der Gedanke nicht wirklich. (Daß Dirk Bach von sich hat Nacktfotos schießen lassen, finde ich hingegen sehr nett und sehr witzig!) Die Crew war ansonsten eine ziemliche Kanonenparade, die teilweise unter Geltungssucht zu leiden schien, teilweise das Kainsmal des Vollblöden im Gesicht trug. Was bewog Lisa Fitz - die ich nicht sonderlich mag, die aber eine wirklich intelligente Frau ist - , bei dieser Instant-Provokation mitzumachen? Au Mann! Daniel Küblböck melkt verdientermaßen seinen Ruhm mit 18 Jahren nach Herzenslust aus - kann man ihm nicht verdenken. (Ich finde, der hätte gewinnen sollen bei der ersten SUPERNULL-Staffel und nicht dieses polnische Aufbackbrötchen - Daniel hat wenigstens Entertainer-Qualität!) Dann waren da noch ein paar gutaussehende junge Damen, von denen sich mindestens zwei mal für den "Playboy" ausgezogen haben. Eine Schauspielerin heulte wie eine Bekloppte, weil man ihr die Bohnen nicht übriggelassen hatte! Sie beteuerte, daß das nur war, weil alle schon recht dünnhäutig wären, aber die RTL-Redaktion gab ihren Kommentar dazu, in dem sie Elton John darüberspielte: "It´s sad, so sad, so sa-had/ it´s a sad, sad situation/ and it´s getting more and more absurd..." Das war zwar nur zynisch und abgefuckt gemeint, war aber doch überaus passend. Sportler Carlo Thränhardt, der vergleichsweise sympathisch war, da er sich nicht zum Affen machte, aber null Entertainer-Qualität besaß, wurde exakt deswegen rausgewählt. Und dann war da noch - Costa Cordalis! Und man höre und staune, er kam auch ausgesprochen sympathisch rüber, machte eine kühle Miene und keine Fisimatenten und behielt Würde. Zwar steckte er seinen Schädel in insgesamt acht Käfige, wo mir spätestens bei den Pythons entgültig die Muffe gegangen wäre, aber er machte kein Aufhebens, erledigte seine Popularitäts-Auferhaltungs-Arbeit mit Sitte & Anstand und bewies Stil. Muß ich selbst als Schlagerhasser zugestehen. Die Sendung wäre bedeutend besser geworden, wenn man noch Otto Waalkes, Fips Asmussen, Günter Willumeit und eine Axt hinzugefügt hätte, denn bei dem Dauergeschwalle wäre irgendwann einer ausgetickt, und die grüne hätte sich in eine rote Hölle verwandelt... Passend dazu habe ich heute den japanischen Skandalfilm KICHIKU gesehen, und wer wissen will, was ich zu diesem und zu anderen Filmen denke, der kann sich in meiner neuen Rubrik "Filmtagebuch" umschauen, in der ich von nun ab all die neu auf Video oder DVD erschienenen Filme, derer ich ansichtig geworden bin, mit mehr oder weniger Worten bedenken werde. Ich werde immer drei oder vier neue Einträge abwarten und das dann im Ticker kurz vermerken. Und damit ich den Filmclub nicht beschädige, weise ich noch kurz auf die Ankündigung im vorstehenden Ticker hin - Nächtle!
120104
In den letzten paar Tagen ist wieder rein gar nichts passiert. Erwähnenswert immerhin, daß Schlagerstar Costa Cordalis einem Hirschkäfer den Kopf abgebissen hat. Näheres erfahrt Ihr hier. Ich habe mich mit der Lektüre einiger Larry-Brent-Heftromane unterhalten (mein derzeitiger Lieblingstitel ist "Amöba saugt die Menschen aus"!) und bin in einer in Norwegen spielenden Geschichte auf den phonetisch sehr reizvollen Namen Gunnar Mjörk gestoßen. Jedesmal, wenn ich an den Namen denke, muß ich schmunzeln, und so habe ich in meinen Kriminalroman flugs einen Charakter namens Björn Mjörk eingebaut... (In dem Brent-Roman, den ich im Moment lese, gibt es eine Stelle, wo eine Stripteasetänzerin in ihre Garderobe kommt, und es fällt der Satz: "Farbenschillernde knappe Kostüme hingen an den Ständern." Hach, mir gefällt sowas!) Leider hat die Lektüre dieser Romane einen unerwarteten Negativeffekt auf meine geistige Hygiene gezeitigt, der meiner Erfahrung nach bisher nur auf mich zutrifft: Bei einigen der markigeren Titel kommt es vor, daß mir auf einmal 60er-Jahre-Schlagermusik dazu einfällt, im "Hossa!"-Stil, und mir gehen diese Weisen nicht mehr aus dem Kopf! So singt andauernd ein fröhlicher Chor "Die - Angst - er-wacht im To-desschloß, Vorhang auf, der Spaß beginnt...", und als ebenso verhängnisvoll hat sich erwiesen: "Schrei - DONK, DONK - wenn dich der Hexentöter würgt..." Das Ganze hat man sich im perfekten "Am laufenden Band"-Showblock-Stil vorzustellen, und in den "Blauen Bock" würde das auch ganz gut hineinpassen... "Und was haben SIE derzeit für Probleme?" Meine Freundin ist mir immer noch gut, weshalb Herz, Hirn und Hallalihorn in frommer Eintracht koexistieren. Das war in Deutschland nicht immer so, wie ich jüngst feststellen konnte! Mir wurde nämlich eine ganz vortreffliche Ten-Inch-LP zugespielt, die das älteste mir bekannte Beispiel eines Hörbuches darstellt. Thema ist die sexuelle Aufklärung der herankeimenden Jugend, und vertrieben wurde das Vinylerzeugnis vom katholischen Herder-Verlag. Das zugrundeliegende Druckwerk nennt sich "Liebe und Ehe - Zeugung und Geburt" und besitzt den schönen Untertitel "Vortrag eines Arztes vor Jungen". Das ist eine ganz wilde Platte. Im Tone eines Predigers berichtet der Verfasser des Mitte der 50er erschienenen Buches seinem männlichen Publikum von den harten Tatsachen des Lebens, und während die weihevolle, fast schon singende Erzählerstimme bereits die Aufmerksamkeit des Hörers fesselt, so sind die Ausführungen in ihrer Behutsamkeit und Frömmigkeit einfach nur knuffig. Man kann dem Autoren nicht böse sein, wenn er den Sex vor der Ehe geißelt und die monogame Beziehung von Mann und Frau als die einzige schildert, die zum Glück führen kann. Das sind halt Werte, die aus einer Zeit stammen, wo Begriffe wie Ritterlichkeit und Zucht noch großgeschrieben wurden. Das Bestreben, "Niedriges zu überwinden", kommt darin ebenso zum Ausdruck wie der Wunsch, man möge schwangeren Frauen in den Bus helfen. Das ist ehrvoll, das ist honett! Die "Zartheit in der Kraft", mit der das "Organ lebendigen Spürens" in das Pängtüdelütü eingeführt wird, steht in krassem Gegensatz zur Sittenwidrigkeit, wie sie heute allerorten zelebriert wird. Es wird sehr anschaulich beschrieben. Die Spermien "wandern der Eizelle entgegen" - als ich diese Passage meiner Freundin vorspielte, platzte mir ein "Heiho, heiho, was sind wir wieder froh!" heraus, das aber keinesfalls abfällig gemeint war, sondern als Lobgesang auf das Leben. Masturbation steht beim Erzähler/Verfasser selbstredend nicht hoch im Kurs: Wer "Selbstbefleckung" betreibe, sei "ein in sich verschlossener Egoist", angestachelt von u.a. "schlechten Filmen". Das ist nicht von der Hand zu wischen, will sagen: weisen. Was der Herr Doktor meint, wenn er in diesem Zusammenhang ein chinesisches Sprichwort zitiert, das da laute: "Am Kopf stinkt der Fisch zuerst!", hat sich mir nicht auf Anhieb erschlossen, wohl aber seine Mahnung: "Das Leben des Schmutzfinken ist trübe..." Jungen, die von ihrer Libido gebeutelt werden, empfiehlt er: "Schlaft in einem kühlen Zimmer, auf einer harten Unterlage." Zu Homosexualität erzählt er auch noch was, und auch hier herrscht der mahnende Ton. Wie schon gesagt, die Platte ist der Wahnsinn auf Stelzen! In eigener Sache muß ich mich dafür entschuldigen, daß in letzter Zeit einige Bilder meiner Webpage nicht korrekt eingelesen werden konnten. Das liegt daran, daß ich aufgrund einiger massiver Probleme mit meinem Browser auf ein neues Programm umsteigen mußte, daß mir die Netpräsenz gewährleisten soll, und im Moment hakt es hinten und vorne. Ich habe zwo Bilder dieses Newstickers und den Gurkendoktor neu verlinkt, und jetzt müßte es eigentlich klappen. Wenn sowas in Zukunft mal passiert, dann sagt ruhig Bescheid - ich merke das hier leider nicht... In der letzten Woche habe ich übrigens auf die harte Tour gelernt, was ein Trojaner ist, und er hat mir fast mein Windows zerschossen. Es ist nur der nimmermüden und selbstlosen Hilfe des Omega-Mitarbeiters und Computerspezialisten Taiko zu verdanken, daß ich überhaupt noch im Netz herumgondeln kann, wenn auch in stark eingeschränkter Form. Puh, in Zukunft werde ich mich echt mit tausend Sicherheitsvorkehrungen ausstatten, wenn ich im Net surfe, denn wie hieß es noch in bezug auf Troja? "Hüte dich vor den Danaern, wenn sie Geschenke bringen!" Besten Dank für die erwiesene Hilfe, Taiko! Und da muß ich natürlich sofort noch auf das anstehende Buio-Omega-Event am nächsten Samstag hinweisen, dessen harmlos klingender Titel "Fettichist 2" ebenfalls ein trojanisches Pferd ist, verbirgt er doch ein extrem moralisches Doppelprogramm im Schatten der gleichgeschlechtlichen Liebe! Da der Flier, den Sailor RIP diesmal zusammengebastelt hat, m.E. seine bisherige Meisterleistung darstellt, bilde ich ihn mal ab:
Anstatt auf das besinnungslose Schwelgen in fleischlicher Sinnesfron zu bauen, wie das heutzutage üblich ist, setzen wir auf ein erbauliches Januarprogramm, das im ersten Film die Abenteuer eines dicken und eines dünnen Mannes zeigt, die ihren Dünenbuggy suchen und dabei vielen auf die Omme kloppen. Im zweiten Film geht es um ruchlose Morde, die in der Lederschwulenszene New Yorks begangen werden. Ein Cop begibt sich in den Sündenpfuhl und erlebt im Babylon seiner geheimen Leidenschaften sein ganz persönliches Gomorrha. Gewalt und Laster als Abbild einer erbarmungslosen Zeit! Muß es soweit kommen? Können wir etwas daran ändern? Wir können, vorausgesetzt, es kommen möglichst viele am nächsten Sonnabend in den Club. Also - Pobacken zukneifen und ab in die Schauburg! Zwei Wochen danach kommt es dann ja schon zur nächsten Gala, wenn die Gosejohanns bei uns ihren großartigen OPERATION DANCE SENSATION präsentieren! Das Jahr wird wild und bunt - man darf gespannt sein...
070104
So, heute bin ich wieder einmal sehr früh aus den Federn gefallen! Deshalb habe ich mich endlich rangesetzt und eine Rubrik für das Netz bearbeitet, die ich zu Anfang meiner Net-Präsenz (2001) kultivieren wollte, dann aber mangels Lust & Laune wieder herausnahm. Als ich neulich auf einer alten Festplatte über die abgelegten Texte stolperte, fand ich sie zwar nicht umwerfend, aber doch hinreichend amüsant, um sie erneut auf die Menschheit loszulassen. Es handelt sich um eine Sammlung von Kurzrezensionen über Filme, die ausgesprochen schwer zu finden sind, was in manchen Fällen auch ganz gut so ist... Vor diesem Hintergrund muß man auch meine Rezension zum deutschen Horrorfilm DER GURKENDOKTOR verstehen, die ich unlängst in einen längeren Text über den deutschen Nachkriegshorrorfilm schmuggelte. Wer den Text noch nicht kennt, hat hier Gelegenheit, ihn nachzulesen. So, jetzt verkorke ich erstmal meinen Mittelstrahl!
020104
Jetzt ist es da, das neue Jahr! Meine Lebensgefährtin hatte einige Freunde und Bekannte eingeladen. Das war nun kein nennenswerter Volksauflauf, da wir beide aus dem Alter heraus sind, wo man den Jahreswechsel unbedingt mit beschickerten Menschenmassen begehen muß. Stattdessen kamen nur so Leute wie Mannesmann mit seiner Fürstin oder der Baß-Kai mit seiner Selina. Außerdem kam noch ein Freund von Cora namens Gully, der mir vorher schon sympathisch dünkte, aber nach der mitternächtlichen Beglückwünschungs-Arie zückte er auf einmal drei Fackeln und machte Ernst. Er hatte eine Pulle Petroleum dabei. Das suckelte er in sich hinein und spieh es dann hinaus, eine Flammenspur hinterlassend. Ich habe so etwas noch nie live gesehen, und hier habt Ihr es gewissermaßen zeitversetzt live:
Das war wirklich toll, und es machte Spaß, den Nachbarn dabei zuzuschauen, wie sie angstvoll herumstanden und um ihre PKWs fürchteten. Am Schluß spendeten aber auch sie heftigen Applaus. Für mich und meine Freundin war das jetzt das zweite gemeinsam verbrachte Silvesterfest, da wir ja vorletzten November offiziell zusammengekommen sind. Jetzt kämpfen wir erstmal um das dritte gemeinsame Silvester, aber ich müßte mich schon arg täuschen, wenn ich dann nicht genauso verzückt von meiner Rrrr-Schmatzspätzin sein würde wie einst im Klee... Bevor die Nacht vorbei war, gab es allerdings noch Bleigießen! Das habe ich zum letzten Mal vor etwa 15 Jahren gemacht. Als ich diesmal goß, erreichte ich nur so eine Art Gottesanbeterin. Auf dem beigefügten Zettel fand sich leider keine Deutung. Kai bekam aber immerhin folgenden Rat vom Bleiorakel: "Das Fiedeln ist gesünder als das Geigen!" Was das zu bedeuten hat, wird sich wohl erst im Laufe des kommenden Jahres erweisen. Auch das Tischfeuerwerk brachte uns lebensanschaulich nicht wirklich weiter, war aber sehr spaßig und saute den Teppich komplett ein. Zum Schluß noch ein Bild von mir, auf dem ich einen Silberregen mitten in die Visage bekomme: