REBMEZED REDRUM!

NEWSTICKERARCHIV

020104
Jetzt ist es da, das neue Jahr! Meine Lebensgefährtin hatte einige Freunde und Bekannte eingeladen. Das war nun kein nennenswerter Volksauflauf, da wir beide aus dem Alter heraus sind, wo man den Jahreswechsel unbedingt mit beschickerten Menschenmassen begehen muß. Stattdessen kamen nur so Leute wie Mannesmann mit seiner Fürstin oder der Baß-Kai mit seiner Selina. Außerdem kam noch ein Freund von Cora namens Gully, der mir vorher schon sympathisch dünkte, aber nach der mitternächtlichen Beglückwünschungs-Arie zückte er auf einmal drei Fackeln und machte Ernst. Er hatte eine Pulle Petroleum dabei. Das suckelte er in sich hinein und spieh es dann hinaus, eine Flammenspur hinterlassend. Ich habe so etwas noch nie live gesehen, und hier habt Ihr es gewissermaßen zeitversetzt live:

Raaaa!!!

 Das war wirklich toll, und es machte Spaß, den Nachbarn dabei zuzuschauen, wie sie angstvoll herumstanden und um ihre PKWs fürchteten. Am Schluß spendeten aber auch sie heftigen Applaus. Für mich und meine Freundin war das jetzt das zweite gemeinsam verbrachte Silvesterfest, da wir ja vorletzten November offiziell zusammengekommen sind. Jetzt kämpfen wir erstmal um das dritte gemeinsame Silvester, aber ich müßte mich schon arg täuschen, wenn ich dann nicht genauso verzückt von meiner Rrrr-Schmatzspätzin sein würde wie einst im Klee... Bevor die Nacht vorbei war, gab es allerdings noch Bleigießen! Das habe ich zum letzten Mal vor etwa 15 Jahren gemacht. Als ich diesmal goß, erreichte ich nur so eine Art Gottesanbeterin. Auf dem beigefügten Zettel fand sich leider keine Deutung. Kai bekam aber immerhin folgenden Rat vom Bleiorakel: "Das Fiedeln ist gesünder als das Geigen!" Was das zu bedeuten hat, wird sich wohl erst im Laufe des kommenden Jahres erweisen. Auch das Tischfeuerwerk brachte uns lebensanschaulich nicht wirklich weiter, war aber sehr spaßig und saute den Teppich komplett ein. Zum Schluß noch ein Bild von mir, auf dem ich einen Silberregen mitten in die Visage bekomme:

Silver Rain

301203

Wie schrieb doch einst der berühmte Horrorschriftsteller Robert Bloch? "Ich habe das Herz eines Kindes. Ich bewahre es in einem Einmachglas auf, das auf meinem Regal steht." Es gibt wahrlich schlechtere Zitate, um ein altes Jahr abzuschließen und ein neues Jahr zu beginnen! Was das alte Jahr angeht, so neige ich dazu, den Schlüssel einige Male herumzudrehen und die Spinnen ihr mildtätiges Werk verrichten zu lassen. Aber man soll nicht mosern, denn es kann immer noch schlimmer kommen: Man kann sich zum Jahresausklang die Pfoten wegballern! Ja, durch unsachgemäßen Gebrauch pyrotechnischer Spielereien werden wie in jedem Jahr wieder massenweise abgetrennte Fingerkuppen durch Deutschland segeln, und wenn man dann ein sehr lautes Lachen hört, so ist das meines, denn ich habe überhaupt kein Mitgefühl! Die Bestialität im Menschen feiert gegen Jahresende immer besonders abscheuliche Triumphe, und während ich als Kind der Böllerei durchaus nicht abhold war, so ziehe ich im nunmehr erreichten Vorgreisentum eine würdevolle und intime Behaglichkeit vor. Diese Behaglichkeit wird von kleinen, halslosen Monstern, die einem auf dem Gehweg Kanonenschläge zwischen die Collegeschuhe werfen, nicht gefördert. Während meine Ansicht zur Todesstrafe über den Großteil des Jahres hinweg erschreckend liberal ist, so würde ich dennoch dafür votieren, zum Silvestertermin den elektrischen Stuhl in uns allen hervorzukramen und rückhaltlose Abstrafung jenen angedeihen zu lassen, die da meinen, ein Recht auf Terror zu besitzen! Geredet wird viel von den Terrornetzwerken (bzw. Derrörnetzwärrggen), aber was ist mit den Terrornetzstrümpfen und den Terrornetzbeuteln? Jeder einzelne Gebeutelte ist eine schallende Ohrfeige in das Gesicht von uns allen! Ich werde auf jeden Fall ein schönes Silvester haben, das ich mit einer überschaubaren Anzahl von Leuten zu verbringen gedenke. Um 12 kann man dann auf die Straße gehen und dem allgemeinen Geböllere zukucken. Vielleicht lasse ich mich selber dazu hinreißen, ein paar Böller zu schmeißen. Vermutlich wird es ja recht frostig sein, so daß man kleinen Kindern Kracher in die Kapuzen klabüstern kann - mal schau´n. Um 2004 gebührend einzuläuten, habe ich eine kleine Neujahrsansprache geschrieben und aufgenommen, denn warum soll nur der Bundespräsident in den Genuß dieses Vorrechtes gelangen? Euch allen (auch dem Bundespräsidenten) wünsche ich einen ebenso unbeschwerten wie reibungslosen Übergang ins neue Jahr!

281203

Morgen schreibe ich mehr zum neuen Jahr - heute erst einmal eine kleine Werbung!

221203

Das Wochenende war für mich ein voller Erfolg! Nicht nur, daß ich meine letzten Weihnachtseinkäufe unter Dach & Fach gebracht habe - bei der Weihnachtssitzung des Filmclubs war ich ausnahmsweise mal richtig ausgeschlafen. Während ich sonst schon mal bald nach Beginn des zweiten Filmes nach Hause latsche, um an der Matratze zu horchen, blieb ich diesmal bis zum bitteren Ende dabei und begleitete die Hardliner sogar noch ins Museumscafé nebenan, zur gemütvollen Nachschau des gerade Erlebten... DAS HAUS DER LEBENDEN LEICHEN kam recht gut an, und während er natürlich weniger explosiv ist als sein naher Verwandter mit Joe Spinell, so liefert er dennoch ein durchaus interessantes Psychopathen-Porträt, wie es in dieser Morbidität nur an der Ostküste entstehen konnte. Bei der Vorbereitung habe ich  eine Webseite entdeckt, wo der Text eines Akademikers hinterlegt ist, der aufzeigt, warum der Film eben NICHT frauenverachtender Schmutz ist. Interessenten finden diese Seite hier. Der zweite Film war für viele Besucher vermutlich noch härteres Brot: Andrzej Zulawskis NACHTBLENDE alias C´EST IMPORTANT D´AIMER (zu deutsch etwa: Es ist wichtig, der Eimer.) Nach der Vorstellung war die Meinung auch gespalten: Während ich von manchen hörte, daß der Film sie sehr stark bewegt hätte (sogar Tränen seien geflossen), wunken andere ab und grinsten nur gequält. Na, gerade bei unseren Weihnachtsvorführungen polarisieren wir ja doch ganz gerne - ich erinnere nur an AFRICA ADDIO oder Jodorowskys MONTANA SACRA... (Hier geht´s zu einer informativen Website, die Zulawski gewidmet ist.) Was ich aber nach wie vor absolut toll am Club finde (der sich ja ein regelrechtes Stammpublikum herangewirtschaftet hat, das immer neue Gesichter für sich gewinnt), ist der bemerkenswerte Experimentiergeist unseres Publikums, das uns ja doch zu einem großen Teil auch durch viele eigenwillige geschmackliche Schlenker hindurch die Stange hält... Als ich vor fast 5 Jahren beim ersten Club auf der Matte stand, rechnete ich mit Splatterprolls, die nur auf blutrünstige Horrorfilme warteten. Aber nicht so: Ob wir Horror zeigen, Krimis, Science Fiction, Western, Sex oder geradezu Experimentelles - das Publikum ist immer dabei. Und wenn´s mal nicht gefällt, kommen die Leute einfach nach draußen und plaudern etwas mit uns, denn irgendwer ist ja immer am Rumlungern im Foyer... Wem NACHTBLENDE nicht gefiel, der wurde im Anschluß an das Programm mit einem weihnachtlichen Kuchenessen belohnt, und der Kuchen war sehr lecker! Unser Maskottchen, das Skelett Joe, hing derweil in seinem Weihnachtsmannmantel an der Wand und bekam auch das eine oder andere Kekschen zugesteckt. Bei der Tombola wurden DVDs im Gesamtwert von über einer Million Euro verlost; nur ich bekam keine. Der glückliche Hauptgewinner gewann eine Flasche mit Kräuter-Knoblauch-Sauce, da Heinz Klett und die anderen mal wieder einen Clown gefressen hatten. Zum Glück handelte es sich beim Gewinner um den netten Carsten, und er nahm es mit Humor! Danach begab ich mich nach Hause und bastelte weiter an meinen Weihnachtsgeschenken. Der Sonntag und der Montag gehörten dann meinem Schatz, und ich hatte endlich einmal Gelegenheit, die ersten beiden Teile von Peter Jacksons LORD OF THE RINGS zu schauen. Den Roman von J.R.R. Tollkühn habe ich ja vor etwa 100 Jahren gelesen, und ich muß zugeben, daß mir Zwerge und Feen und Kobolde ziemlich am Po vorbeigehen. Deshalb hat es auch so lange gedauert, bis ich mir die insgesamt 6 Stunden Mittelerde-Frohsinns zu Gemüte führte. Die Meinungen meiner Freunde sind durchaus unterschiedlich, eher etwas geringschätzig. Ich fand die Filme aber ziemlich spaßig. Insgesamt sicherlich von allem etwas zuviel, aber in jedem Teil stecken einige vollkommen brillante Stellen, an die ich mich immer wieder gerne erinnern werde, und genug Peter Jackson ist auch noch enthalten. (Würde ja ums Verderben gern mal seine Fake-Dokumentation FORGOTTEN SILVER sehen...) Gibt es eigentlich schon eine Heavy-Metal-Combo namens "Elbenstuhl"? Warum nicht? Ich fand den Zwerg Gimli richtig toll, und auch der weitegehend computeranimierte Gollum gefiel mir um Lichtjahre besser als sein goofyesker Kasperkollege aus STAR WARS 1, dessen Namen ich schon wieder vergessen habe. Die beiden neuen STAR WARS-Filme halte ich übrigens für ziemlichen Müll, sehr im Gegensatz zu den RINGelreihen. Oh, die Ents fand ich auch ganz prächtig, die hatten die Ruhe weg! Waren die Filme im Kino übrigens ungeschnitten? Wenn ja, dann fand ich das "Frei ab 12" doch ziemlich gewagt... So, ich möchte schließen mit zwei Zitaten: "Auch wir sind für Härte/ Auch wir tragen Bärte!" (Freddy Quinn) und "Der Fußball ist aus Leder/ Von Kinderhand genäht/ Doch Kinder hat ein jeder/ Fußball ist Rarität!" (Die Kassierer) Da ist auch noch jemand, der Euch was sagen möchte, nämlich unser Joe:

Onkel Joe von Buio Omega

FROHE WEIHNACHTEN!

191203

Rechtzeitig zu Weihnachten habe ich Besuch bekommen von einem drolligen kleinen Gesellen. Es handelt sich um Axel, das Axolotl. Axel sieht so aus:

Axolotl

Kurzum: Axolotl rocken einfach massiv und machen richtig Freude! Da ich morgen zum Filmclub muß und jetzt unter beträchtlichem Zeitdruck stehe, kann ich mich dieser Tiergattung im Moment nicht näher widmen. Wohl aber darf ich vermelden, daß ich einige meiner alten Filmtexte aus der "Splatting Image" online gestellt habe. All die alten Texte kann man im Werkverzeichnis abrufen. Möglicherweise werde ich - wenn ich wieder etwas mehr Muße habe - noch einige Änderungen einfügen, Links zu lohnenden Webseiten oder zusätzliche Grafiken. Vielleicht zwischen Weihnachten und Silvester - mal kucken! Falls ich vorher nicht mehr dazu komme, wünsche ich Euch (auch im Namen von Axel) ein schönes und friedvolles Fest mit vielen Geschenken und Anregungen für all das, was man sich für das neue Jahr vornehmen kann...

151203

Nach langer Zeit bin ich endlich mal wieder dazu gekommen, ein paar DVDs auszuleihen! Die erste war die Verfilmung von Stephen Kings DREAMCATCHER und für mein Empfinden ein ziemlicher Griff ins Klo. Zwar kenne ich die Vorlage nicht (die Zeiten, in denen ich jeden neuen King sofort verschlang, sind lange vorbei!), aber ich kann mir nicht vorstellen, daß sie so schwach ist wie dieser unentschlossene Mischmasch. Die ersten 50 Minuten fand ich ja noch ganz in Ordnung: Vier Männer, die sich von Kindesbeinen an kennen, teilen irgendein Geheimnis in ihrer Vergangenheit, das mit einem anderen Kind namens Schnaggels (oder so) zu tun hat. Diese STAND BY ME-artige Story wirkt wie King-Nostalgie und ist durchaus sympathisch. Die Männer begeben sich dann in eine verschneite Gebirgshütte, wo sie einen halb erfrorenen, sehr dicken Mann entdecken, der fürchterlich furzt und dann das ganze Klo zuscheißt... Hier dachte ich für einen Moment, der Film könne richtig gut werden. Die ekligste Szene des ganzen Films hat nämlich nix mit Brutalität zu tun, sondern mit dem Abtritt: Als der dicke Mann vom Klo rutscht und seinen blutigen, nackten Hintern präsentiert (Zitat: "Ich will das jetzt gar nicht sehen!"), war ich ernsthaft schockiert, denn der Gang zum Klosett in all seiner Würdelosigkeit ist in der Tat eines der letzten großen Tabus der Kinematographie. Dem Dicken schlüpft aus dem analen Schacht ein Alien, das aussieht wie eine Kackwurst mit eingebauter "Vagina Dentata". Leider handelt es sich bei diesen Gesellen nur um die Begleit-Aliens (das Drehbuch macht sich nicht die Mühe, ihre Funktion näher zu erläutern), während die Erstliga-Außerirdischen um "Mr. Gray" ziemlich langweilig aussehen - eigentlich sehen sie aus wie intergalaktische Versicherungsvertreter! Und ab da wird der Film richtig schlecht: Morgan Freeman (in seiner sinnlosesten Rolle ever!) und Tom Sizemore (für ihn nichts Neues!) sind die Army Guys, die die Aliens wegbomben wollen. Das ist dann auf einmal eine Bezugnahme auf den 50er-Jahre-"Creature Feature", was überhaupt nicht zum Vorangegangenen paßt. Außerdem holpert das Drehbuch (ausgerechnet vom sonst verläßlichen William Goldman) zwischen der für Mr. King üblichen flapsigen Ironie im Umgang mit dem Horrorstoff und ernsthaftem Horror hin und her, was teilweise zu saftigem Überchargieren der Akteure führt... Insgesamt kein richtiger Rohrkrepierer à la ROLLERBALL und zumindest ganz unterhaltsam, aber für Regisseur Lawrence Kasdan ist das schon eine satte Enttäuschung! Der zweite Film war einen Tacken besser, aber mehr auch nicht: UNSICHTBARE AUGEN (MY LITTLE EYE) hieß das Ding, und es stammt von einem jungen Briten namens Marc Evans. Da die Hülle auf BLAIR WITCH PROJECT hinwies, hoffte ich auf Geister, aber es handelt sich nur um einen leidlich kickenden Psychothriller mit stilistischen Faxen: Fünf Teenager werden bei einem Casting angeheuert, um ein halbes Jahr in einem Haus zu verbringen. Wenn KEINER das Haus verläßt, gibt es eine Million. Das ganze Unterfangen wird über Web an die Endkunden geliefert. Der Anfang besteht aus den ganzen "Big Brother"-Mätzchen, aufgenommen mit Digitalvideo, Überwachungskamera-Zooms und jungen Schauspielern, die hier & da auch mal improvisieren durften, wie es scheint. Meine Befürchtung, daß diese Erzähltechnik zu einer Menge überflüssigem Blabla führen würde, fand ich bestätigt. Nach etwa einer Stunde geschieht dann doch etwas Nettes: Nachdem einer der Teenies ums Leben gekommen ist, gelingt es einem der anderen, ins Internet zu kommen, und siehe da: Nirgendwo sind Werbungen für ihre Seite geschaltet. Nur in einem ganz entlegenen Winkel des Nets finden sie eine kodierte Page, die sich an abartige Snuff-Fans richtet - und ihre WG ist die Hauptattraktion! Ab da wird der Film zugegebenermaßen hübsch fies... Überraschend gut fand ich hingegen den amerikanischen MAY (von Lucky McKee), in dem es um ein junges Mauerblümchen geht, dessen ganze Passion die Schneiderei ist. May hat durch ihre Erziehung einen Hau abbekommen, der sich zunächst in gruftienahen Sperenzchen (incl. autoaggressivem Verhalten) ausdrückt. Als sie sich in einen Mitschüler verliebt (der ein klein wenig nach John Travolta aussieht!), wird die Sache sehr kompliziert. Schließlich kreist dann die Blutwurst, und das recht intensiv. MAY ist aber einer jener Fälle, wo ich die Nicht-Horrorszenen fast besser finde als den Rest, da die Geschichte um die junge Frau sehr sensibel und unterhaltsam geschildert wird, was allerdings auch durch das herausragende Spiel der Protagonistin Angela Bettis unterstützt wird. Nach dem etwas klischeehaften Rachegemetzel wird der Schluß dann noch richtig gut und hat mir zwei, drei Tränchen in die Augen geschickt. Von außen sieht die DVD aus wie ein weiterer amerikanischer Teenie-Horror zum Abheften, aber ich erwäge im Moment sogar, mir die DVD zu holen. Das ist ganz gewiß nicht der Fall bei TERMINATOR 3, den ich gerade eben gesehen habe. Leider bin ich im Moment zu müde, um ausführlich darüber abzulästern, aber neben einem schon etwas in die Jahre gekommenen Arnie gibt es jetzt auch noch einen weiblichen Androiden, der verzweifelt versucht, wie eine "Killer Bitch" rüberzukommen, aber nicht viel bedrohlicher wirkt als Kelly Bundy. Ansonsten kracht und donnert alles wie gehabt, aber Teil 1 und 2 sind nicht wirklich in Gefahr. Wie bei JURASSIC PARK 3 ist das Netteste, was ich über det Dingen sagen kann, daß er gerade mal schlanke 95 Minuten (plus 10 Minuten Abspann) läuft, was heutzutage ja leider aus der Mode geraten ist... Im "Geheimnisvollen Filmclub Buio Omega" hingegen werden alte Werte hochgehalten und Filme dauern da höchst selten über 100 Minuten! Am Samstag steigt die Weihnachtsfeier, die diesmal unter dem Motto "Schneid-Brenner" ablaufen wird. Film 1 ist ein morbider Psychopathen-Horrorfilm im MANIAC-Umfeld, der einen Gentleman präsentiert, bei dem die Frauen sofort Feuer & Flamme sind. Film 2 ist ein Kunstwerk des in Frankreich lebenden Polen Andrzej Zulawski, das schockträchtige Exploitationelemente und hehren Kunstanspruch miteinander verbindet, und das Ganze mit Omi Schneider, Fabio Testi und Klaus Kinski im Handgepäck! Wer am Samstag lieber mit netten Leuten in einem gemütlichen Kino abhängen will, als den Vorweihnachtsterror ertragen zu müssen, ist bei uns herzlich willkommen! P.S.: Kleiner Tip: Auf "Premiere World" läuft im Moment der italienische Sleaze-Film KREUZFAHRT DES GRAUENS (ORE DI TERRORE, 1971) von Guido Leoni, in dem eine Gruppe reicher Schnösel (darunter Karin Schubert!) von drei gemeingefährlichen Irren terrorisiert wird. Der Psychopath mit der schönsten Nase und der schönsten Axt ist unser heißgeliebter Herbert Fux! Wer sich für solchen Sleaze erwärmen kann und "Premiere" empfängt, sollte mal reinschauen. (Nächster Sendetermin: Am Dienstag auf "Premiere Nostalgie" um 23.15 h. Läuft bestimmt noch einige Male...)

091203

Damit auch wirklich niemand mehr sagen kann, ich würde hier eitle Selbstbeweihräucherung betreiben, habe ich für diesen Monat ein besonders abschreckendes Bild ausgewählt, das mich im Alter von 4 Jahren zeigt. Sehe ich darauf aus wie die beiden "Redrum"-Mädchen aus SHINING, oder sehe ich darauf nicht aus wie die beiden "Redrum"-Mädchen aus SHINING? Oder was? In den letzten Wochen habe ich mich etwas rar gemacht, weil ich die ganzen Glücksbärchis stubenrein machen mußte, die sich in mein Leben gedrängelt haben... Nein, im Ernst: War ´n bißchen blöd in letzter Zeit, aber man muß sich manchmal einfach zusammenreißen. Schließlich habe ich einen preußischen Major in meiner Ahnenreihe. Wenn der mich jetzt sähe, wie ich die Ohren hängen lasse - was soll der denn von mir denken? Zu Lebzeiten eine Kompanie nach der anderen strafexerzieren lassen, und der Nachkomme macht dann schlapp? Da komme ich nach meinem Ableben bestimmt gleich in die Schöpfungsvitrine, anstatt Hallowach in Walhalla zu schnorren... Vielen Dank auf jeden Fall für die überraschend vielen netten Zuschriften, die mich sehr aufgemuntert haben! Ich werde mich in den nächsten zwei, drei Monaten komplett auf den Kriminalroman konzentrieren. Danach klappere ich noch ein paar Verlägli für das Pornobuch ab. Aber graue Haare werde ich mir jetzt keine mehr wachsen lassen, dazu ist das Leben zu kurz. Stattdessen habe ich die letzten Wochen dazu genutzt, einen neuen Artikel für die "Splatting Image" zu verfassen, in dem es um sehr alte, sehr billige Horrorfilme gehen soll, in denen Mimen vom Schlage eines Bela Lugosi oder eines John Carradine die Wartezeit auf ihre nächste prestigeträchtige Rolle überbrückten, die nicht selten bis zum Ende ihres Lebens dauerte... Ich überlege, ob ich noch einen zweiten Teil antackere, in dem ich Werke wie den großartigen DIE SCHRECKENSKAMMER DES DR. THOSTI Revue passieren lasse, aber das soll die Zukunft zeigen. Es kann passieren, daß ich in nächster Zeit mal ein oder zwei Ausgaben versäume. Das heißt dann nicht, daß ich der Zeitschrift den Rücken gekehrt hätte, sondern weist nur darauf hin, daß ich Zeit für Kommissar Ernst benötige, damit der alte Junge noch mal in die Puschen kommt wg. Bekämpfung des kriminellen Alpdrucks. Als Anekdotenonkel kann ich mich im Moment leider nicht betätigen, da ich den Kopf meist woanders habe, aber die Zeit kommt schon noch wieder. Geraucht habe ich übrigens keine einzige Zigarette mehr, und das seit etwa einem Monat. Das Putzige ist, daß es mir nicht wirklich etwas ausmacht. Gelegentlich würde ich durchaus gerne mal mitrauchen, aber der volle Entzugs-Terror, der einem immer angedroht wird, hat mich nicht ereilt. Ich werde das mal ein paar Monate ausprobieren. Wenn ich mich zu gesund fühle, fange ich wieder an. Manche Menschen sind ja geradezu unheilbar gesund. Die scheinen nur aus einem einzigen Grunde gesund zu leben, und zwar, um ihren Mitmenschen damit auf den Zeiger gehen zu können. Wollen diese Leute ewig leben? Und wenn ja, wozu? Wissen die etwas, das ich nicht weiß? Das Programm "Vorbildwerdung als Identifikationskrücke" werde ich mir auf jeden Fall nicht aneignen. Ich finde es ganz toll, wenn die Leute um mich herum rauchen. Das riecht spannend, und die Räume macht es auch irgendwie lebendiger, wenn es in gewissen Maßen praktiziert wird. Einen Raucher in seiner Umgebung zu haben, ist m.E. in den meisten Fällen wesentlich angenehmer, als den Raum mit einem Alkoholiker zu teilen. Die Persönlichkeitsveränderungen, die sich durch massiven Alkkonsum einstellen, kurbeln selten die wertvolleren Anteile des Menschen an. Die Menschen werden schwerfällig, grob, unsensibel, laut und kotzen einem über die Tastatur. Das ist natürlich noch lange nicht so schlimm wie Leute, die sich Pillen oder Pulver reinpfeifen und sich dann für den König der Welt halten und einem die Ohren vollsülzen, aber reduziert nahezu jeden Menschen zum Schnulli. Zumindest für all jene, die sich det Janze nüchtern anschauen müssen, und da ich immer derjenige bin, der den Führerschein hat, hat sich die Sauffrage schon erledigt. Und dann nicht mal rauchen, ja wo leben wir denn hier?? Ist das gerecht? Bin ich der Scherge vom Lakaien seinem Deppen? Ab heute können die anderen fahren, und wenn die keinen Führerschein haben, dann sollen die trotzdem fahren! Freiheit!!! So. Leider sind in den letzten Wochen auch wieder einige bemerkenswerte Künstler verstorben, die mit dem Europloitationkino zusammenhingen. Da wäre zum einen der großartige britische Schauspieler David Hemmings, der mit Michelangelo Antonionis BLOW UP weltberühmt wurde. Seine weitgehend indifferente, nicht selten schnoddrige Art (und sein vermutlich lebenslanger Verzicht auf ein Fitness-Studio!) machten ihn in den "Swinging Sixties" zu einem angesagten und häufig eingesetzten Schauspieler in Filmen von überaus unterschiedlicher Qualität. Im Idealfall waren das Sachen wie BARBARELLA oder der Horrorfilm EYE OF THE DEVIL (DIE SCHWARZE 13). Italo-Fans ist er auf ewig an´s Herz geschweißt durch seinen Protagonisten aus Dario Argentos PROFONDO ROSSO (DEEP RED). Später wurde Hemmings ziemlich rund und war u.a. in Ridley Scotts GLADIATOR und Martin Scorseses GANGS OF NEW YORK zu sehen. (Im letzteren an der Seite von Barbara Bouchet!) Er starb am 3.12. im Alter von 62 Jahren an einem Herzinfarkt. Schon zwei Tage vorher erwischte es den gebürtigen Schweizer Carl Schenkel, der bei uns berühmt wurde durch den spannenden Fahrstuhl-Thriller ABWÄRTS mit Götz George und Renée Soutendijk. Ich persönlich mag den vorher entstandenen KALT WIE EIS sogar noch lieber, der eine Art NDW/Punk-Drama darstellt, inklusive beinharter Gewalt und eines Gastauftritts vom noch sehr jungen Blixa Bargeld. Später hatte er einigen Erfolg in Hollywood, u.a. mit dem Krebsdrama ZWEI FRAUEN mit Jami Gertz und Martha Plimpton. Leider stoppte auch sein Herz und raffte ihn im Alter von nur 55 Jahren hinweg. Und für Italo-Aficionados kommt sogar noch ein ganz dicker Klopper: Fernando di Leo ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Di Leo drehte nach seinen Abschluß an der Filmschule C.S.C. (in Regie) eine Episode zu einem nicht sonderlich erfolgreichen Film. Er widmete sich daraufhin dem Verfassen von Drehbüchern und arbeitete in dieser Funktion mit Filmemachern wie Sergio Leone, Sergio Corbucci, Duccio Tessari, Giorgio Ferroni, Franco Giraldi und Florestano Vancini zusammen. Ab 1968 drehte er dann insgesamt 18 Filme, darunter den sleazigen Giallo DER TRIEBMÖRDER (mit Klaus Kinski), das herbe Schuldrama NOTE 7, den knochenharten Gangsterfilm DER TEUFEL FÜHRT REGIE, diverse Polizeifilme, das Selbstjustizdrama AUGE UM AUGE und den politisch unglaublich inkorrekten Sleazethriller TOY mit Joe Dallesandro. Sein unbestrittenes Meisterwerk bleibt jedoch der Gangsterfilm MILANO KALIBER 9, in dem Schauspieler wie Mario Adorf, Barbara Bouchet, Philippe Leroy, Frank Wolff, Lionel Stander und vor allem Gastone Moschin in der Hauptrolle beitragen zum Gelingen eines der besten italienischen Gangsterfilme aller Zeiten - hart, spannend und unvergeßlich! Fernando, David und Carl werden nicht vergessen sein - R.I.P.

Fernando di Leo - R.I.P.

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