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291102
So, jetzt habe ich in peinsamer Nachtarbeit endlich meinen Artikel für die neue "Splatting Image" fertiggestellt, die wohl noch vor Weihnachten auf dem Gabentisch landen wird. Wenn sie bis dahin noch nicht raus ist, fragt den rotnasigen Mann mit der Rute! Der Text heißt "Der Bullerball ist mein Freund", und er wird von Filmen handeln, die in den Pioniertagen des Mediums Video auf dem beliebten VMP-Label herausgekommen sind. Der Titel bezieht sich auf eine unsterbliche Szene aus dem bizarren Werk DIE WURMFRESSER, das da nebst anderen Absonderlichkeiten eine späte Würdigung erfahren wird. Szenenwechsel - wir fliegen jetzt nach Bochum, düsen in zeitrafferartiger Geschwindigkeit durch die Innenstadt und landen schließlich bei einem ehemaligen Nazibunker, wo diverse Nachwuchsbands ihre Proberäume haben. So auch die Gruppe "Der Frosch mit der Maske"! Aber heute abend ist eine besondere Nacht - es ist keine Probe wie jede andere. Einige dunkle Gestalten haben sich zusammengefunden, um ein böses Tun vorzubereiten. Inmitten dieser Verschwörergruppe - ich! Oh mein Gott, was habe ich hier verloren? Im Proberaum lauern nicht nur die unvermeidlichen Musikerwerkzeuge, sondern auch ein Tresen mit sorgsam aufgereihten Totenschädeln, in deren Mitte eine schwarze Keramikbüste von Elvis "The Pelvis" Presley thront... Ach ja, der anstehende Geburtstagsauftritt, ich hatte es schon fast vergessen. Ich muß mir jetzt eine Leopardenfelljacke anziehen, eine dicke Brille aufsetzen und eine Perücke mit Tolle und Koteletten. Dann beginnt die Probe. Man erwartet von mir, die unsterblichen Zeilen von "Heartbreak Hotel" zu intonieren, und zwar eher im Stile der Version von den Cramps. Ich tue mein Bestes, jegliche Melodie aus den Weisen hinauszubürsten. Den Ersatz liefert die Band: Mannesmann (=der Maler des schönen Naschy-Bildes vom Event - ein verdammt guter Tätowierer von Beruf!) klampft glitzernde Soli; Bauknecht (=der Absurd-Ralf!) bearbeitet die Felle; und der Pseudo-Krupp (=der Kai halt!) gibt der Baßgitarre Gummi. Mein Mund versucht verzweifelt, die klassischen Zeilen in der angedachten Geschwindigkeit herauszudreschen, und beginnt schließlich zu bluten... Danach wird "Fever" angespielt, und hier erwacht der Knödeltenor in mir. (Ich habe einen Knödeltenor in mir? Was wird nur meine Freundin dazu sagen?) Dann wird alles bestürzend "free-form": Die Ramones und Devo werden kurz angerissen, die Sons of Tarantula gellen aus aufgerissenen Kehlen, und als ich schließlich Schumanns "Ich grolle nicht" erschallen lasse, meint Kai endgültig: "Mit den Typen auf dem Gang werden wir nie wieder Probleme haben. Die denken jetzt nicht mehr, wir sind hart - jetzt denken die, wir sind völlig geistesgestört!" Das Event wird im Januar-"Coolibri" angekündigt werden und wohl auch eines der hochnotpeinlichen Fotos enthalten, die wir geschossen haben, mit nacktem Oberkörper und filzlausverseuchtem Sofawrack... Der Geburtstag des "Kings" wird gebührend begangen werden - wartet auf die grindige Core-Version von "Heartbreak Hotel", auf das zutiefst schmachtende "Love Me Tender" und die Pseudo-Ärzte-Variante von "Falling In Love With You"... Memphis in Tennessee lebe hoch!
271102
Heute noch keine Neuigkeiten zu Flutschi dem Pinguin. Stattdessen möchte ich mit einem gewissen Hagestolz vermelden, daß der katholische "Film-Dienst" eine Rezension zu meinem letzten Buch, "Willkommen in der Hölle", abgedruckt hat, die von einer immensen Freundlichkeit geprägt ist, die mich erröten macht... Das war so ziemlich die netteste Rezension, die mir jemals zuteil wurde. Ich werde erst einmal versuchen, den Autoren zu befragen, ob das in Ordnung ist, wenn ich sie hier abdrucke. Für alle, die sie gelesen haben: Ich habe das nicht geschrieben! (Da ist von "Standardwerk" die Rede, und lauter so freundliche Sachen...) *heulundimerdbodenzerfließ* Naja, es ist zwar kein Barscheck, den man an die noch wohlgewogene Vermieterin weiterleiten könnte, aber es ist ein kleiner Trost auf dem harten Weg zum Herzen des Knäckebrots! Ich habe gerade meinen neuen Artikel für die "Splatting Image" angefangen, den ich schon bis zum Freitag fertiggestellt haben muß. Er wird von einem verlorengegangenen Videolabel namens VMP handeln, das früher einmal schwer zu identifizierende Filme aus dem Exploitationbereich herausgebracht hat. Da werden Regisseure wie Ted V. Mikels oder Al Adamson oder David Hewitt angesprochen werden. Morgen werde ich der ersten Probe der Elvis-Combo beiwohnen, wobei ich mir sehr Mühe geben werde, den Geist des dicken Herrn aus Memphis wiederauferstehen zu lassen! Die Perücke steht schon... Am Samstag werden mir die Tintenfische lodern, denn der Absurd-Ralf lädt zum gesellschaftlichen Stelldichein, und so, wie der die vielarmigen Lurche der Tiefsee beim letzten Male hinbekommen hat, lauert ein leckerer Gaumenschmaus! Ich werde berichten und Ralf nötigerweise beschämen... Ansonsten bin ich neulich wieder erinnert worden an Geesche Gottfried. Das war eine der wenigen berühmten Personen, die jemals aus meiner Heimatstadt Bremen hervorgegangen sind. Und sei es auch nur als klassische Serienmörderin, die die letzte Frau war, die jemals (1831) hingerichtet worden ist. Sie hat damals giftmäßig gut Gas gegeben, und ich möchte mal dahingestellt sein lassen, ob die Personen, die sie exekutiert hat, wirklich eklatante Stinkstiefel gewesen sind. (Eine extrem törichte Theatermamsell bezeichnet sie als "eine emanzipierte Frau, die für ihre Ideale über Leichen geht".) Ich meine, mich daran zu erinnern, daß besagter Frau Gottfried ein Stein in der Bremer Einkaufsstraße Obernstraße gewidmet ist - ob zu ihrer Schande oder ihrem Preis, weiß ich nicht. Das ist immer die Schwierigkeit - war das eine eklige warzige Dame, die einen reizenden Göttergatten aus schnöder Gewinnsucht über den Jordan befördert hat, oder hat die sich wirklich freigemacht von den Fesseln, die die patriarchalische Gesellschaft dem weiblichen Geschlecht auferlegt? Die Frage möchte ich nicht beantworten, aber die Person hat mich immer fasziniert. Faßbinder hat sie in das Stück "Bremer Freiheit" gepackt. Die Schauspielerin Sabine Sinjen hat sie mal verkörpert, wenn ich mich recht entsinne. Wer aus Bremen ist sonst schon berühmt geworden? Jörg Wontorra zum Beispiel. Ich lege mich jetzt schlafen. Hier ist noch ein Link zu einer besonders freundlichen Nachlese zum Paul-Naschy-Event, die auch zumindest ein nettes Foto von mir enthält.
241102
Noch einen Monat bis Weihnachten! Da geht einem doch das Herz auf, und der Christbaum lacht in harziger Vorfreude... Wie immer, so wird auch dieses Jahr der Festtagstaumel einige Seelen nicht ganz erreichen, aber kümmert´s mich? Mitnichten! Grausam scharwenzele ich mich durch das schnöde Gestrüpp der Wochentage, und gestern führten mich meine Pfade nach Hamburch, wo der Dom pfaffte! Während der Dom in Bremen lediglich ein steifes Bauwerk ist, auf dessen Dach sich Patina sammelt und in dessen Bleikeller Leichen lagern, so ist das in HH eine Art wildgewordener Jahrmarkt, wo ständig irgendwelche Schnapsnasen herumwanken und Ausländer brutal mit Zuckerwatte bekleckern. Das will ich den Hansestädtern nie verzeihen, wie auch die Parkgelegenheiten in St. Pauli arg zu wünschen übrig lassen! Ich ließ meinen Kadett Maurizio schließlich an einem abgelegenen Flecken stehen, nahe der extrem schebbig aussehenden Bahnstation Sternschanze, wo mulmichte Gestalten finster herumwankten. Ich benäßte mich vor Angst und schritt mit meinem Seesack Richtung Kino 3001, wo die sagenumwobene Italowestern-Retro stattfinden sollte. Unversehrt wankte ich ans Ziel und genoß sofort die herzensliebe Grundgesinnung, die dort vorherrschte. Da war eine extrem hübsche Tresenkraft namens Lisa, ihr ebenso gewinnender Freund und der nette Jan, mit dem ich bereits am Telefon parliert hatte. Sofort fühlte ich mich wie zuhause und kniete mich in zahlreiche Tassen schwarzen Kaffees, die mir da serviert wurden. Da ich mir - wie bei allen solchen Gelegenheiten - in die Hosen machte vor Angst, sonderte ich mich ab und studierte meine Notizen. Die erschienen mir nurmehr als sinnlose Buchstaben, die vor meinem geistigen Auge herumtanzten - was sollte ich nur erzählen? Einige panierte Erdnüsse halfen auch nur meinem Kalorienaufkommen, nicht meinem Ansinnen. Dann troffen die Leute ein - der sehr nette Stephan aus M´gladbach, in dessen erstem Film ich einen Teenie-Gastauftritt haben durfte, seine Freundin, verschiedene Nettgeister, die ich aus dem Internet kannte, etwa Thorsten aus W., der mir rassistische Nudeln geschickt hat, die immer noch auf meinen "American International"-DVDs herumlungern, oder der Torsten ohne "h", dessen Lovecraft-Projekte mich sehr interessieren... Auch Henrik Peschel, der Regisseur von den wunderbaren ROLLO ALLER-Filmen, war anwesend und war genauso sympathisch wie seine Werke... KEOMA und ZWEI COMPANEROS fanden statt, und auch wenn ein bekanntes nordisches Szenemagazin mich als "Frank" Keßler angekündigt hatte, so hatte ich doch massiv Spaß! Als ich Richtung Bremen zurückpichelte, so geschah das in der fiesesten Waschküche seit Erfindung des Nebels, aber ich erreichte die Mutterscholle sicher und geborgen. Ich hatte feuchte Augen, als ich die vertrauten Radarfallen von Bremen wiedererblickte - es braucht ab einem gewissen Lebensalter nur wenige Eindrücke, um eine Flutwelle an Emotionen freizusetzen. Verdammt, ich bin ein Nordlicht! Das wird sich auch niemals ändern... Werner Bremen bleibt der Bayernjäger Nummer Eins! Schickt den Hoeneß in die tiefste Sauna... (Platz Zwo - hähä!) Zur Ehre des Ruhrgebietes muß ich doch anfügen, daß die in Mülheim hergestellten Erzeugnisse der Salzgebäck-Firma "Papa Joe" ihre Konkurrenten in punkto Zwiebelringe und Tomaten-Basilikum-Maisstäbchen (=leckerster Snack aller Zeiten!) mühelos in die Schranken weisen... Schlußendlich sei noch die metergroße Aufschrift einer Firma erwähnt, die ich auf dem Weg zu Wenzel Storch erblickte: Da stand einfach "Türe - Tore - Zargen"! Dem kann man nichts hinzufügen. Demnächst Neuigkeiten zu Flutschi dem Pinguin.
231102
Ich bin bis Montag in Hamburg, zwecks Ohrenbeschallung von Italowesternfans. Bis dahin ruht der Ticker. Schönes Wochenende Euch allen!
221102
Gestern hat irgendsoein Arzt die Leiche eines 72 Jahre alten Zeitgenossen vor einem Showpublikum live zerschnippelt, was denn auch im britischen Fernsehen ausgestrahlt wurde. Originell ist daran immerhin, daß er sich dabei strafbar machte, denn die englische Polizei hatte es verboten, da ihr der Leichnam nicht hübsch genug war. Normalerweise stellt der optisch etwas an Joseph Beuys gemahnende Arzt sogenannte Pastillenmännchen aus Leichen her, was von zahllosen todesmutigen Besuchern in Berlin bezeugt wurde. In den Medien wurde das heute unbillig aufgeblasen (etwa wie eine Wasserleiche!), und man wog das moralische Für und Widerlich ab. Ich finde, wenn die Leute sich offiziell dazu einverstanden erklärt haben, posthum zu Fernsehstars zu werden, dann ist mir das relativ wurscht. Allerdings hätte ich es besser gefunden, wenn statt des 72 Jahre alten Mannes Michael Jackson auf dem Seziertisch gelandet wäre, der gestern von Ralph Siegel für einen mildtätigen Zweck gekauft worden war. (Ein ereignisreicher Tag, gestern!) "Who Killed Bambi?" Na, man kann nicht alles haben... Wesentlich geschmackloser fand ich die Berichte über ein todkrankes Mädchen, das sich vor ihrem Ableben noch von einem Mitglied der Boygroup "Gnosis" (oder so) abknutschen lassen wollte. Den "Sons of Tarantula" passiert so etwas leider nie. Das wäre doch mal eine schöne Idee für ein stilvolles Ableben: Erst nach Hagen zu den Sons fahren, Knutsche abholen, und sich danach von Dr. Hackethal zu Wallace & Gromit verarbeiten lassen... Im Februar nächsten Jahres soll das Spektakel ja auch bei uns in München stattfinden. Die Staatsanwälte graben garantiert schon jetzt nach Paragraphen, um das zu verhindern, und die Sender streiten erbittert um die Senderechte... Jedes Grab eine Goldgrube! In München sollte sich doch wer finden lassen, hrrrchhrrrch... Außerdem wurde Königin Elizabeth von Engelland verurteilt, weil ihr Pitbull zwei Kindern die Nasen abgebissen hat. Vielleicht kommt ja jetzt auch noch raus, daß der Pitbull schwuuuuul gewesen ist - nach all den Sperenzien um Prinz Charles und die Butler wundert mich gar nichts mehr... Merkt Ihr was? Die tun wirklich ihr Bestes, um uns zu unterhalten! Das finde ich wohllöblich und honett. P.S.: Seht Euch das bitte einmal an!
211102
Meine Träume geraten in letzter Zeit zunehmend kruder: Heute habe ich fast ununterbrochen von Kenneth Anger geträumt, der in den späteren Passagen der Biographie von Bill Landis (die ich gerade lese) zunehmend wie eine hysterische, nervtötende Supertucke erscheint. Da könnt Ihr Euch in etwa vorstellen, wie abgenervt ich aufgewacht bin... Um das zu kompensieren, füge ich hier einen Text ein, den ich vor etwa 10 Jahren verfaßt habe, als ich in den Anfangszuckungen meines Studiums war und speziell am Teilbereich "Mediävistik" (= mittelalterliche Sprachen und so fort) knabberte & knurpselte. Das Opernlibretto des berühmten Werkes "Prosperos Wuorst" basiert auf einer leidlich kompetent gemachten Eindeutschung und ist mit Vorsicht zu genießen. Ansonsten weise ich daraufhin, daß ich nicht nur mit der Mediävistik, sondern auch mit Opernmusik schon immer auf gutem Kriegsfuß stand! So, die Zeit drängt. Ich will nur noch schnell einen Giallo-Generator einbauen, auf den mich ein Bekannter neulich hingewiesen hat - da kann man sich seine eigenen italienischen Thriller basteln!
201102
Wie sagt Werner Enke so schön in dem unbezahlbaren Film ZUR SACHE SCHÄTZCHEN? "Wir haben es bisher in unserer Epoche auf allen Gebieten zu unglaublichen Höhepunkten gebracht - nur nicht in der Kriminalität!" Vielleicht sind die Streiche vor diesem Hintergrund zu sehen, die mir im Moment mein Mehl-Server spielt. Im Moment klappt da nämlich gar nichts. In gewisser Weise ist die Mailbox momentan mein virtueller Kanaldeckel, der bekanntlich bereits seit Monaten geschwiegen hat, aber nun in meinen Rechner gefahren ist - KLONK! Deshalb Post, welche auch gelesen werden soll, unbedingt an die neue Adresse schicken, welche anzugeben ich weiter unten schon einige Male die Eitelkeit besaß... Eine andere Sorte von Kanaldeckel ist die Vagina, bei welcher man sich allerdings freut, wenn sie KLONK macht. Ein malaysischer Mediziner (der "Tiger von Malaysia"?) hat nun einen neuen Sex-Stimulationspunkt in der Vagina ausfindig gemacht, der unmittelbar, wenn man ihn drückt, rasensprengerartige Sekretabsonderungen zur Folge haben soll. Der Punkt befinde sich an der oberen Vaginalwand, nahe des Gebärmutterhalses (Cervix). "Der Gynäkologe hatte an über 270 Frauen während der vergangenen vier Jahre die Reaktionen auf den Punkt untersucht." Ich hoffe mal, die Frauen haben davon gewußt... Ich meine, das ist ein Frauenarzt, der Reaktionen von Frauen untersucht, die durch Stimulationen des oberen Scheideweges in Wallung gebracht werden - knapp dreihundert! Heißt der Frauenarzt vielleicht Mel Gibson??? Wie macht der das? Darf der das? Der "A-Punkt" jedenfalls - wie er genannt wird - soll bei geschickter Handhabung zu multiplen Orgasmen führen. Die meisten Männer kriegen das nicht hin... Sollte uns das nachdenklich machen? Ich finde nicht. Ich finde, der malaysische Sekrethuber sollte sich um seinen X-Punkt kümmern, der nämlich direkt hinter seinem zertrümmerten Nasenbein liegt, wenn die Männer der Welt spitzbekommen, daß er ihre Partner auf sumpfichte Abwege führt! Da bleibt dann nur noch die Sportschau über... Die Vorbereitungen für den Elvis-Abend laufen derweil auf Hochtouren! Die Band hat die ausgewählten Songs schon weitgehend drauf, und mein Künstlername wird Aaron Pressler Kesley sein... Ansonsten ergeht der erneute Hinweis darauf, daß das 3001-Kino in Hamburg ab Mittwoch oder Donnerstag eine kurze Italowesternreihe hat - interessierte Nordlichter sollten sich das nicht entgehen lassen! (In der Programmzeitung "Szene Hamburg" stehe ich übrigens als "Frank Keßler" - hmmm... Dann werde ich mich am Samstag auch unter jenem Namen präsentieren!) Für die Band "Der Frosch mit der Maske" werde ich jetzt auch Liedtexte schreiben, darunter eine deutsche Version des Sonics-Krachers "Strychnine" und ein Lied über Flutschi, den Pinguin! Ich drücke jetzt auf meinen Z-Punkt, und die hervorströmenden Sekrete tragen mich hoffentlich ins Land der Träume...
171102
Yo Froschschenkel! Das heutige Doppelprogramm des "Geheimnisvollen Filmclubs" war mit über 80 zahlenden Besuchern sehr anständig besucht. Mein persönlicher Favorit war ja der erste Teil, da ich Froschfilme generell toll finde! Das Bemerkenswerte an George McCowans FROGS ist ja wirklich, daß die Frösche die ganze Zeit über nur doof rumsitzen und quaken, während die ganzen anderen Tiere des Waldes die Dreckarbeit erledigen müssen - empörend eigentlich! Ray Milland vollzieht seine vielleicht zweitkompromittierendste Rolle neben Lee Frosts unangefochtenem Spitzenreiter in der Milland-Kompromittierungs-Liga, DAS DING MIT ZWEI KÖPFEN. Dort spielt Milland bekanntlich einen rassistischen Fabrikbesitzer, der seinen Kopf einem Wirtskörper aufpflanzen lassen will, um einer tödlichen Krankheit ein Schnippchen zu schlagen. Durch ein bedauerliches Mißgeschick wird Rays Charakterkopf aber einem schwarzen Footballspieler aufgepflanzt, mit den zu erwartenden Komplikationen... Bei diesem Film mußte der gediente Mime über etwa 90 Prozent der Laufzeit seinem vierschrötigen Partner den Kopf auf die Schulter und Wange an Wange schmiegen, was schon ein LOST WEEKEND gewesen sein wird... Der Ray nahm´s aber mit Humor, da bin ich sicher. Der will ja sogar weiterfeiern, wenn die Frösche schon auf der Geburtstagstorte sitzen! Sei kein Frosch, Ray... Ab Donnerstag (glaube ich) wird in Hamburg im 3001-Kino eine Italowestern-Respektive laufen, bei der einige echte Schätzchen, darunter TÖTE, DJANGO! und KEOMA, gezeigt werden. Ich selber werde am Samstag vorbeikommen und ein paar Worte über das Genre verlieren. Genaueres werde ich noch herausfinden. Jetzt werde ich noch etwas in der Kenneth-Anger-Biographie schmökern, und dann bette ich mein müdes Haupt zur Ruhe.
161102
Heute nur ganz kurz: Die neue Mailaddy ist hinfällig, da man damit nicht einmal Anhänge verschicken konnte... Ich habe mir jetzt eine andere besorgt, für die ich astronomische 5 Mark pro Monat hinblättern werde: christian@christiankessler.de. Kann man sich ja auch gut merken. Und jetzt noch einen sehr schwarzen Witz: Der irakische Botschafter hält vor der U.N. eine Rede. Danach läuft er Bush über den Weg. "Herr Präsident, da gibt es eine Sache über ihr Land, die mich wirklich interessieren würde..." Bush sagt: "Und das wäre?" Der Botschafter: "Mein Sohn schaut immer diese amerikanische Fernsehserie, `Raumschiff Enterprise´, und was ihn richtig verstört: Da gibt es Russen und Schwarze und Asiaten, aber niemals taucht ein Araber auf. Warum gibt es in dieser Serie keine Araber?" Da lächelt der Präsident, beugt sich zum Botschafter hinüber und flüstert ihm ins Ohr: "Die Serie spielt in der Zukunft!" Und jetzt gehe ich nach Bett - gute Nacht!
151102
Eine liebe Freundin hat mir heute davon berichtet, daß sie sich bis zum fünften Monat in ihrer Mama versteckt gehalten hat - da war nichts zu sehen! Als dann Schwellungen offenbar wurden, wurde geröntgt. "Man hielt mich für einen entzündeten Blinddarm!" Ihre Mutter glaubte dann, sie habe einen Frosch in sich... Es wäre ein Leichtes, hier zum Doppelprogramm "Froschschenkel" des Geheimnisvollen Filmclubs überzuleiten, aber so einfach will ich mir das nicht machen! Stattdessen erzähle ich lieber von dem ganz & gar nicht verachtenswerten Film PAKT DER WÖLFE, den man sich durchaus mal ausleihen sollte, denn er befriedigt die Sucht des Publikums nach geschmackvoller Unterhaltung höchst nachdrücklich. Der Grusler von CRYING- FREEMAN-Regisseur Christophe Gans beginnt wie ein harter Werwolffilm klassischen Strickmusters, webt sich dann ein in eine historische Schauermär á la DER NAME DER ROSE, mit Geheimorden und allem Tamtam, um dann ein computeranimiertes Monster aufzufahren, das alles zu Klump haut. Dazwischen setzt es bezaubernd deplaziert wirkende Martial-Arts-Nummern in gewohntem Staccatoschnitt. Die Story ist extrem albern, wird aber so gekonnt und überzeugend erzählt, daß man sich willig in den Kokon gotischen Hokuspokus einweben läßt. Die Schauspieler sind auch so gut, daß man die Narreteien gerne in Kauf nimmt. Fotografiert ist der Film wie eine Eins, und auch ansonsten versteht Herr Gans sein Handwerk. (Kurze Gastauftritte setzt es von Chabrol-Monster Jean Yanne und der Maskendame aus Franjus meisterhaftem LES YEUX SANS VISAGE, Edith Scob.) Der Score stammt von Joe LoDuca, den TANZ DER TEUFEL - wie so verschiedene andere nette Menschen - weit gebracht hat. PAKT DER WÖLFE ist ein sehr sympathischer Horrorspaß, bei dem man bereitwillig so manchen Unfug in Kauf nimmt. Das war ganz anders - zumindest bei mir - bei FROM HELL, dem letzten Film der Hughes-Brüder, die den hervorragenden MENACE II SOCIETY gemacht haben. In FROM HELL spürt Johnny Depp als drogensüchtiger Bulle dem veritablen Jack The Ripper nach. Viele tolle Ideen, sehr viel geistreiche Reflexionen über die Heuchelei im viktorianischen Engelland und eine umwerfende Fotografie - aber ansonsten ist jeder alte "Hammer Films"-Schocker über Bad Jack wesentlich spannender. Der Hauptfehler von FROM HELL (=eine Comic-Verfilmung) lag für mich an dem extremen Mangel an Humor, der viele kitschige Passagen schwer gangbar machte. Ansonsten setzt es nur wilde Drogie-Fantasien häufig unerfreulichen Charakters und einen allerdings hervorragenden Ian Holm als psychopathischen Leibarzt von Königin Victoria. Die Hauptdarstellerin sieht auch aus wie zehn Sack Gold. In der besten Szene serviert sich Johnny Depp (den ich übrigens sehr mag) einen Absinth, über dem er einen Zuckerwürfel in süffigem Laudanum auflöst - garantiert mildtätige Träume! Ganz außen vor ist der allseits betöste Femi-Schocker BAISE-MOI (FICK´ MICH), bei dem ich jetzt wer weiß was erwartete. Zwei Frauen, denen übel mitgespielt wurde, rächen sich lustvoll an den Männern. Die dübeln mit ihrem PKW einen Schlipsträger um und lachen sich die Seele aus dem Leib. Einem Sexclubbesucher wird der Revolver in den Arsch geklemmt und abgedrückt - das wird den Bubi lehren, seinen Gelüsten zu frönen... Das wäre als schmieriger Exploitationfilm noch ganz gut gekommen, aber der Kunstanspruch des Filmes läßt doch auf mehr hoffen, als da eintrudelt. Wenn die beiden am Schluß ihre "Strafe" erleiden, ist wohl ein Kloß im Hals beabsichtigt, aber die beiden Charaktere sind so offensichtlich menschenverachtend, daß da kaum ein Anknüpfungspunkt vorhanden bleibt - Sicherheitsverwahrung! Ich fand den Film nicht einmal sonderlich schockierend. Unterm Strich bleibt die Einsicht übrig, daß die Existenz als junge Proletarierin in der französischen Vorstadt sehr unerfreulich ist, aber dramaturgisch begeht der Film den kompletten Selbstmord! Die beiden Hauptdarstellerinnen sind exzellent, aber das rettet den Film nicht wirklich. Der bereits auf ARTE ausgestrahlte ROMANCE (ebenfalls mit Porno-Einsprengseln) war deutlich besser. Wer bei BAISE-MOI Gewaltpornographie anmahnt, liegt völlig falsch, da die Vergewaltigungen so abstoßend sind, wie das inszeniert gehört, aber das macht daraus keinen besseren Film. Der sehr kompromißlerische THELMA AND LOUISE hat mir jedenfalls bedeutend besser gefallen. Allerdings möchte ich anmerken, daß etwa 100 Prozent der Freunde, die den Film mögen, weiblichen Geschlechtes sind - deshalb steht mir ein Urteil möglicherweise nicht zu. Das Urteil mag gefällt werden, wenn demnächst Elvis The Pelvis die Bochumer Bühne betreten wird und "Love Me Tender" säuseln wird - ich frage mich schon heute, wo die Koteletten herkommen werden... Vielleicht weiß das der Frosch im Bauch der Mutter meiner Freundin. Wohlsein!
141102
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"Ey Leute wir woll´n doch kein Theater haben..."
Dieser Pinguin wird in diesen nächsten Monaten des öfteren mal auftauchen. Ich dachte mir, daß ich für die Seite mal so eine Art Identifikationsfigur brauche, und da mir vor kurzem eine sehr nette Person überaus weiblichen Geschlechtes diesen honetten Vogel malte, hielt ich ihn doch für sehr angemessen. Ich liebe Pinguine über alles! Als ich das erste Mal von meinen Eltern in den Tierpark Hagenbeck gekarrt wurde (oder war es der Vogelpark Walsrode?), sah ich einen dieser sympathischen Vögel, wie er seinen weißen Bauch in die Sonne reckte, faul im Tümpelwasser treibend. Das hat mir sehr imponiert und dünkte mir majestätisch im Angesicht der sehr gemischten Menge, die da fotografierte und sonstwie den Sonntag verbrachte... Der Pinguin ließ sich nicht stören in seinem Alltagseinerlei (das hauptsächlich im Treibenlassen bestand) und zwinkerte mir - wenn ich mich recht entsinne - sogar einmal keck zu - ein toller Pinguin! Coras Pinguin jedenfalls hat ein etwas verzagtes Auge und einen strammen Schnabel. Seine Stummelarme baumeln in der Gegend, aber die Füße haben richtig satte Klauen - das gefällt mir richtig gut! Im nächsten Monat werde ich ihn an den Anfang des Tickers stellen, denn der hier abgehackte Schriftzug paßt gut zum Dezember. Die Kirschen links und die Gräten rechts sind auch fein und werden dann im vollen Glanze erprangen... Die Bundesrepublik Dtschlnd hat heute einen "Blauen Brief" erhalten. Der wurde ihr geschickt von einem heftig angetrunkenen und indignierten Lebemann aus Wermelskirchen. Der Herr - ein gelernter Metzger - hat nämlich den "Drei-Phasen-Test" von Kukident zugeschickt bekommen. Da waren einige rote Pillen drin, die er laut Anweisung kauen mußte, um den Zahnbelag zu bestimmen, und siehe da: Alle seine Zähne färbten sich rot! Was einst Elfenbein, wurde nun Erdbeersorbet, und der Metzger war vergrämt, vergrätzt, vergrellt, hatte er seine Zähne doch schon ewig wie seinen Augapfel gepflegt. Damit der Beschwerdebrief auch richtig blau war, hat er ihn vorher noch in einen Bottich mit Marinade getaucht. (Da werden normalerweise die Heringe eingetunkt, die lieber Kieler Sprotten wären.) Dann schickte er ihn ans Kanzleramt. Die Rollmöpse, die dort hausen, haben ihn sofort als einen der ihren erkannt und an die Wand des Büros der Chefsekretärin gekleistert. Die Sekretärin hieß zufällig Fräulein Rührig, genau wie die Vorzimmermaus von Dagobert Duck, und es sind Zufälle wie dieser, die einem Mut machen für die Zukunft. Das war nicht der Fall bei den Pollux-Transporten, bei denen sich Büttel mit Jungmenschen rauften, die längst verpaßt hatten, daß die grüngekleideten Amtsmänner von heute von den "Grünen" von einst angeleitet werden - ob das was bringt? Wir werden sehen. Ich halte es da mit Kinski, der im berühmten Interview mit Desiree "Es ist rührend, wie doof du bist!" N. verlautbarte: "Tut das Atomdings weg!" (Sucht eine Videoaufnahme - es lohnt sich!) Der 1. FC Kaiserslautern steckt nicht erst seit heute richtig in der Atomgülle - ist es der Trainer, ist es das Management, sind es die Spieler? Vom Betzenberg nach Gorleben - überall dieselben Fragen! Ich lausche derweil weiter der maximal delektablen Kapelle Demented Are Go (Runterladetip: "Don´t Go In The Woods"!), die u.a. Devos ewigen Klassiker "Mongoloid" gecovert haben. Das hat auch Der Frosch Mit Der Maske, und demnächst werde ich mit einigen eineiigen Zwillingen jener Band auf der Bühne stehen und freue mich schon heute, denn ich habe mir schon viele Peinlichkeiten geleistet, aber den "King" nachzustellen... Na, das wird mal was ganz Besonderes! Kleiner Tip am Rande: Die ultraheftige Band Sons Of Tarantula wird am Samstagabend (gleich nach dem Filmclub!) in Wermelskirchen auf der Bühne stehen, nicht weit von Wuppertal - einer ihrer seltenen Liveauftritte! Wer mehr wissen möchte, bitte anmailen... Ansonsten: Pinguin alaaf!
121102
Nachdem ich nun zwei Stunden lang Dieter Bohlen zugehört habe, wie er über Naddels Alkoholsucht, seine eigene Penisfraktur (mit möglicher Ruptur der Schwellkörper) und andere faszinierende Vorkommnisse berichtet, habe ich einen Großteil meiner Videoneuzugänge katalogisiert und bin um zahlreiche Lebensweisheiten reicher. (Oh Gott, jetzt schleppt er Sabrina Setlur ab, oder was beißt mich? Mal horchen...) In Köln wurde am 11. mit großem Hallo der St. Patricks Day begangen. Das Fest wurde 1647 erfunden. Der heilige Patrick war ein irischer Klempner, der in Glenfitzel (oder so) einst das Bidet von Papst Eugen dem Xten reparieren sollte. Wie jeder honette Mensch hatte auch Papst Eugen keine Ahnung, wozu so ein Bidet überhaupt vonnöten ist. Patrick - der ein sehr leutseliger Mensch gewesen sein soll - erklärte es ihm, worauf Papst Eugen ihm hoch & heilig verbot, das Wissen an andere Menschen weiterzugeben. Aus Dank machte der Papst den Klempner zum Heiligen, und Patrick mußte sich dafür nicht einmal die Brüste abschneiden lassen wie diese andere Heilige... Der Patrick fand den Heiligenposten ganz knorke, konnte er seine Klempnermontur von nun an doch an den sprichwörtlichen Nagel hängen. Den ganzen Tag über wurde ihm Guinness serviert und dieser Glenfitzel-Whiskey, der ja so berühmt geworden ist bei Menschen, die erfolgsmäßig nicht gerade den Klettermaxen herausgekehrt haben. Seine Wünsche wurden immer exorbitanter und vermessener, und die armen Klosterbrüder stöhnten und ächzten ob der Fasanenbrüste und Hummerschwänze, die sie eilig zum Heiligen schleppen mußten... Doch man ließ ihn gewähren, und so wurde er ganz alt und starb rund und glücklich, und man kann es verstehen, daß nicht nur die Iren dieses Fest alljährlich mit allerlei Firlefanz & Tinnef abfeiern, bis alle marode unter den Tischen liegen! In Köln war heute einiges los, und ich bin froh, daß ich nicht dort war, denn ich feiere nicht gerne. Ich sitze lieber allein zu Hause in meinem dunklen Kellerzimmer, reibe mir die auf dem harten Rohrstuhl wundgesessene Sitzfläche und versuche beim matten Schein einer kargen Kerze sinnvolle Zeilen zu Papier zu bringen. (Au Mist, jetzt habe ich mich schon wieder am Federkiel meines Schreibgerätes geschnitten! Hoffentlich entzündet sich das nicht wieder...) Und wo ich gerade diesen Quatsch eintippe, fällt mir ein, daß mir heute morgen schon wieder die rechte Hand angeschwollen ist zu Knollenproportionen! Die Ärzte sagen, es handele sich um eine allergische Reaktion gegen Mücken- oder Spinnenbisse, aber die können viel reden, die Ärzte, wenn der Tag lang ist. Spinnenbisse - so ein Kappes! Übrigens bin ich ab jetzt auch über eine neue Mailanschrift erreichbar, auf die ich über kurz oder lang ganz umsteigen werde:
Diese Maßnahme wurde notwendig, da meine Post z. Zt. zu etwa 50 Prozent aus mißliebiger Müllpost (sogenannten Sperm-Mails) besteht, die mir Bankkredite in Malaysia oder sexuelle Gefälligkeiten in Bangkok schmackhaft zu machen versucht. Außerdem funktioniert mein Mail-Server nicht mehr richtig - das dauert jedes Mal 5 Minuten, bis die Seite geladen hat, und das nervt... Jetzt höre ich noch ein bißchen Dieter zu, wie er über "David Hasselhoff alias Baywatch" referiert. Ich hoffe, daß am Samstag viele Leute zum Club kommen - ich bin da und freue mich auf die Frösche!
111102
Johoho, beginnt heute nicht der Fasching? Da fällt mir in diesem Zusammenhang ein, daß mir ein lieber Freund neulich von einem rechtsgerichteten Bekannten erzählt hat, der törichterweise mit dem Neonazilager sympathisierte. Dieser Jemand hegte einen auch für Braunköpfe ungewöhnlichen Traum: Er wollte in der "Mini-Playback-Show" auftreten und dort einen Titel der Gruppe Störkraft interpretieren... Der werte Herr war knapp 20 Jahre alt und meinte das im Ernst. Ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob ich das glauben soll, aber, Hand auf´s Herz - so wurde es mir erzählt von einer verläßlichen Quelle! Mit Sicherheit glaubhaft ist ein Tatsachenbericht aus der Stadt Hagen, wo sich im Beisein einer lieben Freundin die dortige AntiFa zusammenrottete, um am Bahnhof den Skins eins auf´s Dach zu geben. Sie trafen dort allerdings nur einen (in Zahlen: 1) etwa 15-jährigen Kiddieskin, um den sich auf einmal einige immens grimmig aussehende AntiFaschisten drapierten und ihn mißmutig anraunzten, was ihm denn einfalle. Am Schluß jammerte der Kiddieskin nur noch "Aber dann habe ich doch gar keine Freunde mehr..." Verdammt, das hätte irgendwie spektakulärer abgehen können, und zwar von beiden Seiten. Aber das war dann eben Hagen, jo mei. Während ich Neonazis für ziemlich armselige Hanswurste halte, muß ich allerdings der Ausgewogenheit halber auch anmerken, daß ich einmal einen Artikel für eine AntiFa-Zeitung geschrieben habe, und diese war die einzige, die mich jemals um meinen Lohn betrogen hat... Ich fürchte, Politikern ist in jedweder Couleur zu mißtrauen - die haben alle sehr merkwürdige Beweggründe für ihr Tun, und sie geben die nicht ums Verderben preis. Mir tat der 15-jährige Kiddieskin irgendwie leid: Der sucht nur Freunde, hat nicht Grips genug, sie auf der Grundlage seiner mehr oder weniger liebenswerten Persönlichkeit zu finden, und sieht sich auf einmal einigen politischen Eiferern mit Sendungsbewußtsein gegenüber, und das auch noch am Bahnhof... Die Leute sollten echt mal darauf schauen, wie weit sie unterstützenswerte Anliegen durch ihre eigene Piesepampeligkeit in Mißkredit bringen! Da lobe ich mir ehrliche Ganoven wie den neuen Inhaber meiner Stammpizzeria: Der hat es nämlich in bemerkenswert kurzer Zeit geschafft, mich gleich zweimal zu bescheißen. Beim zweiten Mal verkaufte er mir zu einem überhöhten Preis (wie ich erst zuhause feststellte) meeresfruchtige Tagliatelle, deren Beilage-Pizzabrötchen in einem öligen Sud schwammen, der sie auf´s Nachdrücklichste dem Mülleimer empfahl! (Die Brötchen allein = 6 Emmen.) Meeresfrüchte waren in dem Nudelteig kaum wahrzunehmen, es sei denn, es waren Mikroben gemeint, die sich an die Analtrakte der Algen heften. Zu sehen war jedenfalls nüschte. Die Pasta war erbarmungswürdig, ranzig und wie vom Gesicht eines toten Lakaien abgekratzt - das war gar keine Pasta! Das war eine Schande für Italien, eine Schande für die freie westliche Welt! Ich wünsche dem Koch dieser ausgemergelten Pseudo-Nudeln einen langsamen Tod, bei dem ihm eine unerfreuliche Vielzahl an Sardellen in den zum Todesseufzer geöffneten Mund sich winden mögen... Nudelspekulanten, politische Irrfahrten - da kann es keine Gnade geben. Leider bin ich viel zu feige, dem Nudelganoven seine schmierige Pampe bis tief in den Rachen zu reichen, wie ihm dies eigentlich gebührte. P.S.: Die Pizzabrötchen habe ich dann doch noch gegessen; ich bin fürchterlich inkonsequent und werde langsam fett. Verdammt. Ab morgen werde ich nur noch an angenehme Dinge denken, wie z.B. das Hörbuch von Dieter Bohlen, das ich mir aus dem Internet heruntergesaugt habe und das mir noch viele schöne Stunden am Lenkrad meines Töfftöffs verschaffen wird... Demnächst werde ich übrigens als Elvis Presley auftreten, begleitet von Torsten, Ralf und hoffentlich den Gogo-Girls Cora und Sandra. Ich werde mir bis dahin noch ganz viele Pizzabrötchen einfahren. Dann sehe ich aus wie der King anno 1977, als er bekanntlich verstarb und gen Graceland schwebte... Am nächsten Sonnabend ist natürlich Filmclub, und unter dem Tarnbegriff "Frosch-Schenkel" verbergen sich ein Früh-70er-Tierschocker (na, das ist jetzt aber schwierig!) und ein immens libidomaniger Sittenschocker von Bruno Mattei - der Wahnsinn ist vorprogrammiert! Jetzt bombe ich mir noch ein paar knallige Rhythmen von der großartigen Psychobilly-Combo Demented Are Go rein (unbedingt runterladen - die sind super!), und dann schwebe auch ich nach Graceland!
081102
Jetzt tüddele ich mich erst einmal durch den Wenzel: Begleitet von Ralf (dem von Absurd 3000) schraubte ich mich mißmutig die A2 entlang. Mißmutig, da nicht Leichen, sondern Staus unseren Weg pflasterten - die Höllenfahrt nach Santa Fé! Nach Hildesheim fanden wir einigermaßen problemlos, und als wir durch diesen Vorposten niedersächsischen Provinzidylls schraddelten, entwarfen wir zur Melodie einschlägig bekannter Musical-Weisen eine Hymne für Hildes Heim: "Hiiil-desheim/ die Selbstmordrate steigt in Hiiildesheim..." Die stieg auch fast wirklich, da wir uns übelst verfuhren, denn der Keßler war natürlich zu geizig, einen Falkplan zu mieten... Schließlich standen wir aber vor dem palastartigen Anwesen, in dem Wenzel Storch seine Tage fristet. Vom Pförtner wurden wir geschwind in den obersten Stock geleitet, und während wir uns noch über die krausen Puschelpuschen des Hausangestellten belustigten, öffnete sich eine Tür, und der Wenzel stand vor uns: Deutschlands Undergroundfilmemacher Nummer Eins! Hatte ich mir bei unserem ersten Zusammentreffen vor zwo Jahren noch eine Kanne knalleheißen Kaffees voll über die Pranke gegossen, so füllte unser Gastgeber mir diesmal vorsorglich selber ein und war auch ansonsten ein perfekter Gastgeber. Wir plauderten ein wenig über seine Filme DER GLANZ DIESER TAGE und SOMMER DER LIEBE und erfuhren so manche Anekdote, die von schoflen Verleihern und zwiespältigen Publikumsreaktionen handelte... Heutzutage fällt es schwer, das zu glauben, aber neben Schlingensief und anderen die Provokation nicht scheuenden Künstlern war es auch der eigentlich herzensgute SOMMER DER LIEBE, der die Autonomen zu spontanen Aktionen der Mißgunst hinriß. Was für ein Irrtum! Wenzel ist ein wahrer Ausbund an Freundlichkeit, und wenn man mit ihm eine Tasse nicht verschütteten Kaffees genossen hat, kann man kaum glauben, daß ihm einst politische Unkorrektheiten vorgeworfen wurden, die heutzutage Harald Schmidt für ein Millionenpublikum reißt. Wir kuckten zusammen sein neuestes Opus, das eine leidenschaftliche Geißelung monarchistischer Willkür darstellt, angesiedelt irgendwo zwischen Jules Verne und Petzi! Wir lernten u.a., daß der Bär, der den ersten Offizier von Gustavs Schneckenschiff spielt, vom vorzüglichen Harry Rowohlt gesprochen wird, und der geile Hase vom ebenfalls vorzüglichen Horst Tomayer... Wir machten uns einige Gedanken über den Endschnitt, und es kann sein, daß da sogar ein klein wenig von meinereiner in den Film einfließen wird! Wenn ja, so sollte mich das ehren, denn als Kind gleich zweier Hafenstädte liebe ich deftiges Seemannsgarn über alles, und der Film strotzt davon! Außerdem gibt es denkwürdige Dialogsätze zuhauf, begleitet von Physiogomien, denen der Weltenlauf die angestammte Würde nicht abspenstig machen konnte. (Mein persönlicher Favorit ist die rüstige Omma, der der Sack vom Gesicht gezogen wird, und dann meint sie zu König Knuffi: "Na, du Nafti!") Der erste platzende und seine Eingeweide über die Wand versprühende Edelmann ist übrigens Jörg Buttgereit... Der Diet von den famosen Schütte-Brüdern (of "Pissende Kuh Kassetten" fame - lang lebe Varel!) zeichnet wieder einmal für die tolle Musik verantwortlich. Ja, und dann ging´s schon heimwärts, und die nächsten Tage brüte ich über Vorschlägen für die Post-Production dieses epochemachenden Werkes, von dem es demnächst mehr zu lesen gibt, oh ja... Ich hoffe mal, daß das Frühjahr die Premiere erleben wird - dann wird das nämlich ein richtig gutes Frühjahr!
061102
Ich komme in den letzten Tagen leider zu gar nichts, worunter auch mein Ticker leidet - sorry dafür! An und für sich gäbe es schon einige Sachen zu erzählen, z.B. von meinem gestrigen Besuch bei Wenzel Storch, der sehr lustig war... Weniger lustig ist der Umstand, daß mit Antonio Margheriti ein weiterer Exponent des italienischen Exploitationkinos den Weg ins Große Dunkle Unbekannte angetreten hat. Ich werde in den nächsten Tagen eine ausführliche Würdigung des lieben Menschen folgen lassen, wenn ich wieder etwas Zeit habe. Übrigens habe ich heute meine Bankauszüge aus Bremen bekommen und festgestellt, daß ich einen Dispo-Kredit habe! Yippie... Das bedeutet, daß ich in der nächsten Zeit keine unbezahlten Jobs mehr annehme - sorry, folks! Zumindest, bis das Konto wieder zufrieden brummt... Die vielen "Labours of Love" rächen sich allmählich. Mehr über Wenzel, Antonio und die anderen Leute in den nächsten Tagen. Jetzt muß ich erst einmal zur Uni Bochum und einen kleinen Vortrag über NIGHT OF THE LIVING DEAD halten, der dort heute um 20.30 h vorgeführt wird. Ach, und morgen (Donnerstag) beehren Die Kassierer den Bahnhof Langendreer in Bochum - wer Lust und Zeit hat und im Einzugsbereich wohnt, sollte mal vorbeischau´n!
031102
Heute mal nur ein hübsches Cover -
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- und einen Link mit direktem Reinhard-Mey-Bezug. Werder Bremen gegen Bayern München - ein verdientes 2:0! Ich bin begeistert... Gute Besserung dem Frank Verlaat, dem das Unterlid abgerissen worden sein soll... *schudder*
011102
Ich habe gerade sehr ausführlich an einer Sache gearbeitet, über die ich leider gar nichts sagen darf. Das liegt nicht daran, daß die entsprechende Sache so obszön oder verwerflich wäre, aber über ungelegte Eier soll man bekanntlich nicht sprechen. Die Auftraggeber haben mir dunkle Andeutungen gemacht, daß mir möglicherweise die Kniebeugen ausgerenkt werden würden, wenn ich plauderte, und ihre Augen haben dabei angemessen grimmig geschaut, um mir Respekt und sogar Angst einzuflößen. Ich werde deshalb erst tratschen, wenn es an der Zeit ist... Die sind so böse, diese Menschen - mir kräuselt sich das Nackenhaar! Neben dem absolut fürchterlichen Erdbeben in San Giuliano di Puglia (alles Liebe den dortigen Opfern und ihren Angehörigen!) gibt es leider nur Talmi-News, die nicht wirklich wichtig sind. Da ist z.B. unser aller Komödienstar Jürgen "W." Möllemann, von dem letztertage behauptet wurde, er würde mit dem ehemaligen Grünen-Mitglied Karsli eine neue Partei gründen. Ich halte das ja für eine Ente, aber wenn dem so sein sollte, dann hätte ich gerne, daß sie die "Mösli-Partei" genannt wird... Aus mysteriösen Gründen mutmaße ich aber, daß das mal nicht der Fall sein wird! Die gestrige Halloween-Party war sehr drollig und verwickelte mich u.a. in ein Kinderspiel, das "Draculas matschiges Auge" genannt wurde: Mit verbundenen Augen stolperte ich in ein Zimmer und betastete die Körperteile eines männlichen Zeitgenossen. Da wurde mir immer bedeutet, ich tapse auf das Bein, den Arm, den Ellenbogen etc. von Graf Dracula, und am Schluß war es reiner Matsch, in den ich hineingriff! (Siehe der Name des Spieles.) Ich zog mir die Binde von der Stirn, sah, wie ich meinte, Sahne und schleckte munter drauflos. Leider war es Nivea-Creme, die ich in meinen Schlund hinabsog. Alle lachten recht herzlich, ich zog eine Schnute und fühlte mich düpiert. Grrrr... Mir wurde aber immerhin erzählt von überaus zweifelhaften "Sideshow"-Attraktionen. So war ich etwa in der Gegenwart von einer Frau, die eine andere Frau kannte, die die schwerste Frau war, die jemals von einem Gentleman an seinen Hoden spazierengeführt wurde! (Das ist mal ein Halloween...) Ich erfuhr von Künstlern, die sich D-Böller in den Anus schieben und platzen lassen, was ich zwar nicht für große Kunst halte, aber immerhin für bezaubernd unnütz. Toll fand ich die Zeitgenossen, die sich an ihren Brustwarzen mehrere Meter in der Luft aufhängen lassen und dort zu den Takten von Abbas "Dancing Queen" Tanzbewegungen aufführen... Außerdem haben sie silvestrige Goldregen in Po und Schnute stecken, was sicherlich einen interessanten pyrotechnischen Farbtupfer gewährleistet zum akrobatischen Spektakel. Es ist eine fremde und seltsame Welt, in der wir leben. Ich gelobe, daß ich solche Kunststücke niemals selber aufführen werde, es aber doch bewundere, wenn andere dies tun... Leider habe ich aktenkundig zugesagt, bei einer der nächsten psychotronischen Aktivitäten in Bochum den mir verhaßten Elvis Presley zu spielen. Da muß ich dann mit Koteletten und Glitzerbrille schwülstige Lieder singen, die fast alle außer mir mögen! ("Baby, let me be your lovin´ teddy bear...") Ich werde vorschlagen, daß ich statt dessen die Nummer mit dem Goldregen im Po aufführen darf... Vielleicht darf ich ja Elvis nach seinem Tode spielen, in Disgraceland, amphetamingeschwängert und in der Leichenstarre, das würde wenigstens das Problem mit den Bewegungen lösen. Lang lebe Jerry Lee Lewis, der echte Ayatollah der Rock´n´Roller... Ich darf dann den fetten King imitieren. Das wird bestimmt nicht gut! ;)
311002
Happy Halloween allenthalben! Ich bin die letzten drei Tage leider nicht in der Lage gewesen, neue Einträge zu zimmern, da ich abends nicht mehr nach Hause gekommen bin. Gestern war das Kürbiskopf-Spektakel im "London Tokyo Paris" dafür verantwortlich, wo ich einen recht ungewöhnlichen Zusammenschnitt des John-Carpenter-Filmes präsentierte, inklusive Zusatzsplatter und Pornoszenen... Der Director´s-Director´s-Cut, sozusagen! Auch gab es ganz am Schluß noch Ausschnitte aus so schönen Filmen wie DEVIL´S STORY, TODESBRIGADE und GLEN OR GLENDA. Herzlichen Dank noch einmal allen Besuchern, die bis ganz zum Schluß ausgeharrt haben! Außerdem habe ich Gelegenheit gehabt, einen Blick in das neue Werk von Wunderfilmemacher Wenzel Storch (DER GLANZ DIESER TAGE, SOMMER DER LIEBE) zu werfen. Nach langjähriger Produktionszeit hat das Team alle Fährnisse und finanziellen Engpässe überwunden - die Vollendung steht kurz bevor! Und ich denke, daß die Storch-Fans voll auf ihre Kosten kommen werden: Die Legende von Käpt´n Gustav und seinem Busenfreund Knuffi (der zum Inseldiktator mutiert) ist eine echte Schau, enthält unbezahlbare Dialoge und zahllose handgearbeitete Kulissen, die erstmals im gestochen scharfen 35mm das Licht der Leinwand erblicken werden. Der großartige Jürgen Höhne, der auch schon die ersten beiden Storchiaden mit seiner Anwesenheit beehrte, gibt einen Schneckenschiffer, der sich gewaschen hat, und auch der Rest der Klabautermannschaft ist groß in Form... Nicht nur Kieler Sprotten und Süßwassermatrosen werden da gerne Zaungast spielen! Ach ja, und trotz einiger solider Klopfer wie etwa der Gehirnwäscherin Klementine und den platzenden Fressern (ganz zu schweigen von den inkontinenten Propagandaministern!) regiert wie üblich eine märchenhafte und durch und durch liebenswerte Gesinnung, über die ich demnächst - wenn der Film anläuft - ausführlich berichten werde. So, jetzt muß ich auf eine Halloween-Party - Wohlsein!