OKTOBER IM ZEICHEN DES VOLLMONDES

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311002

Happy Halloween allenthalben! Ich bin die letzten drei Tage leider nicht in der Lage gewesen, neue Einträge zu zimmern, da ich abends nicht mehr nach Hause gekommen bin. Gestern war das Kürbiskopf-Spektakel im "London Tokyo Paris" dafür verantwortlich, wo ich einen recht ungewöhnlichen Zusammenschnitt des John-Carpenter-Filmes präsentierte, inklusive Zusatzsplatter und Pornoszenen... Der Director´s-Director´s-Cut, sozusagen! Auch gab es ganz am Schluß noch Ausschnitte aus so schönen Filmen wie DEVIL´S STORY, TODESBRIGADE und GLEN OR GLENDA. Herzlichen Dank noch einmal allen Besuchern, die bis ganz zum Schluß ausgeharrt haben! Außerdem habe ich Gelegenheit gehabt, einen Blick in das neue Werk von Wunderfilmemacher Wenzel Storch (DER GLANZ DIESER TAGE, SOMMER DER LIEBE) zu werfen. Nach langjähriger Produktionszeit hat das Team alle Fährnisse und finanziellen Engpässe überwunden - die Vollendung steht kurz bevor! Und ich denke, daß die Storch-Fans voll auf ihre Kosten kommen werden: Die Legende von Käpt´n Gustav und seinem Busenfreund Knuffi (der zum Inseldiktator mutiert) ist eine echte Schau, enthält unbezahlbare Dialoge und zahllose handgearbeitete Kulissen, die erstmals im gestochen scharfen 35mm das Licht der Leinwand erblicken werden. Der großartige Jürgen Höhne, der auch schon die ersten beiden Storchiaden mit seiner Anwesenheit beehrte, gibt einen Schneckenschiffer, der sich gewaschen hat, und auch der Rest der Klabautermannschaft ist groß in Form... Nicht nur Kieler Sprotten und Süßwassermatrosen werden da gerne Zaungast spielen! Ach ja, und trotz einiger solider Klopfer wie etwa der Gehirnwäscherin Klementine und den platzenden Fressern (ganz zu schweigen von den inkontinenten Propagandaministern!) regiert wie üblich eine märchenhafte und durch und durch liebenswerte Gesinnung, über die ich demnächst - wenn der Film anläuft - ausführlich berichten werde. So, jetzt muß ich auf eine Halloween-Party - Wohlsein!

281002

Wer´s übrigens noch nicht weiß: Carl Barks hat vor einigen Jahren einen würdigen Nachfolger bekommen! Don Rosa zeichnete die Frühgeschichte Dagoberts bis zum heutigen Tage nach, und während ich zuerst - als felsenfester Carl-Barks-Fan - noch zauderte, so gewannen mich die Alben im Handumdrehen: Rosas Entenbürger sind zwar Barks nachempfunden (und in jedem Band wimmelt es vor Bezugnahmen auf liebgewonnene Geschichten!), aber sie leben in einer sehr viel genauer gezeichneten Welt, deren Geschehnisse mit großer Detailfreude Auge und Herz des Betrachters verwöhnen. Rosa versucht nicht, Barks zu ersetzen - er ergänzt ihn. Das bewerkstelligt er auf eine Art und Weise, die keinen Leser, der in Entenhausen aufgewachsen ist, unberührt lassen wird! Die Alben sind mittlerweile recht zahlreich und in hervorragender Übersetzung im Ehapa-Verlag erschienen. Hier geht es zu einer informativen (englischsprachigen) Rosapage... Lang lebe Bombie der Zombie! :)

271002

Zum Wochenbeginn einen kleinen Text über das Naschy-Event des "Geheimnisvollen Filmclubs Buio Omega"! In meinem Privatleben haben sich keine Exzesse zugetragen, die berichtenswert wären. Ach ja: Ich habe meine Küche aufgeräumt! Das war gar nicht leicht, denn ich bin ein ziemliches Schlumperli vor dem Herrn, und über zahllosen nicht weggebrachten Flaschen hatte sich eine Lage bedruckter Plastiktüten aus dem Supermarkt angesammelt. Das sah aus wie einer dieser mit Stöcken hochgehaltenen Drachen, die man auf chinesischen Straßenfesten erspähen kann... Nun, Drachen haben in meiner Küche nichts zu suchen, und so bildeten ich und Meister Propper ein unschlagbares Doppel und kickten den armen Drachen erbarmungslos nach China! Jetzt ist alles blitzblank, und irgendwie fehlt mir was... Aber egal, ich will ja mal Kai Pflaume im Fernsehen ablösen, und da kann man sich keine verdreckten Küchen leisten. Am Mittwoch findet im "London Tokyo Paris" in Bochum (neben dem "Rauschen") wieder ein netter Halloween-Abend statt, bei dem man Musik, Stories, Filmausschnitte und generellen Blödsinn geboten bekommt, sowie allerlei Wissenswertes zu den Ursprüngen des Festes. Vielleicht mache ich da auch was, mal schau´n.

251002

Vor ein paar Tagen habe ich den gerade erschienenen PANIC ROOM von David Fincher käuflich erworben: Jodie Foster kauft sich eine Prachtvilla, in die sie mit ihrer kecken Tochter einzieht. Gleich in der ersten Nacht brechen Forest Whitaker, Jared Leto und Dwight Yoakam (der Bösewicht aus SLING BLADE!) ein und suchen nach einem Schatz, der dort irgendwo hinterlegt worden sein soll. Für Jodie und ihr Grunge-Baby wird das eine sehe lange Nacht, denn nicht alle der Eindringlinge sind Gentleman-Einbrecher... Die ersten Stimmen zum Film waren nicht alle hingerissen, zumal von David Fincher nach SEVEN und FIGHT CLUB sofort ein intellektueller Überbau von einigen Gnaden erwartet wurde. "Subtext Time!" wisperten viele und zogen nach Betrachten eine enttäuschte Flappe. PANIC ROOM ist ein vorzüglich gemachter simpler Thriller, der über lange Strecken ausgezeichnet funktioniert und durchaus Hochspannung produziert. Da mit David Koepp (gefeierter Drehbuchmokel und Regisseur des unterschätzten ECHOES aka STIR OF ECHOES) ein Mann mit Grips hinter der Story steht, fließt auch ironische Brechung in rauhen Mengen ein: Was die Einbrecher - nachdem sich herausstellt, daß sie nicht problemlos an die Sore kommen - an Psychokaspereien absondern, macht Spaß, wenn man es mit Augenzwinkern versteht. Die schwarzkomödiantischen Akzente erreichen auch Frau Foster: Wenn sie mit ihrem Töchterlein nachts auf den Flur tritt und dort auf einmal ein Vierschrotgeselle mit Maske steht, meint sie zu ihrer Tochter höchst überflüssigerweise: "Es sind Männer im Haus!" Auch toll ihr Kommentar, als sie ein Handy auseinandernimmt und mit dem Festnetz verbindet: "Ich weiß selber nicht, was ich hier mache!" Solche Schnacks sind vollauf beabsichtigt und bilden den ironischen Zuckerguß auf einem bewußt künstlich konstruierten, aber trotzdem vollauf funktionsfähigen Thriller der Sahneklasse. Wenn man unbedingt einen Subtext hineinbrezeln möchte, so geht es hier natürlich um das Eindringen in den Schoß der Familie, um modernen Mangel an familiärem Zusammenhalt, der mit modernster Technik nicht wirklich gekittet werden kann. Wat Konservatives also. Nun, damit habe ich kein Problem - da bin ich selber sehr konservativ! Die Kamera wirbelt möglicherweise hier & da etwas zu sinnentleert in der Gegend herum, aber selbst dann kann man als Ästhet noch staunen und dem Kameramann die Daumen drücken, daß er nicht stolpert und sich was bricht... Die deutsche DVD entbehrt leider jeglicher ernstzunehmender Extras, ist aber immerhin von vorzüglicher Qualität. Fand jedenfalls nicht, daß das herausgeworfenes Geld gewesen war. Mit Ian Buchanan (der Makler) und Patrick Bauchau (Fosters Ex-Mann) sind übrigens gleich zwei Schurken aus Columbo-Folgen präsent! So, und hier noch eine traurige Meldung: Der irischstämmige Schauspieler Richard Harris (bekannt aus Meisterwerken wie Antonionis DESERTO ROSSO, DER MANN DEN SIE PFERD NANNTEN und 18 STUNDEN BIS ZUR EWIGKEIT, sowie Graupen wie DIE WILDGÄNSE KOMMEN, Bo Dereks TARZAN und Bruno Matteis HEROIN FORCE) ist im Alter von 72 Jahren in London an den Folgen einer langen Krankheit verstorben. Genaue Informationen sind noch keine erhältlich, aber der ebenso exzentrische wie ausdrucksstarke Darsteller ist mit Sicherheit ein großer Verlust für den internationalen Film. Ich habe ihn immer sehr gemocht. RIP

241002

Mir war eigentlich nicht bewußt, daß Jean Rollin nach LES DEUX ORPHELINES VAMPIRES einen neuen Film gedreht hatte, aber genau dies wurde mir klar, als ich auf einmal die US-DVD von FIANCEE OF DRACULA (LA FIANCEE DE DRACULA, 2000) in Händen hielt... Und die Überraschung war eine angenehme, denn Rollin macht immer noch kompromißlos genau jene Filme, die ihm einen breiten Publikumserfolg verwehren und die Zuneigung seiner vielen Fans sichern: FIANCEE erzählt die Geschichte einer wahnsinnigen Frau, Isabelle, die als Draculas Braut auserkoren ist. Ein grauhaariger Professor und sein junger Famulus Eric folgen der Spur der schönen Umnachteten, um den leibhaftigen Lutscher in Pfahlnähe zu bekommen. Dabei begegnen sie zahlreichen Exzentrikern, u.a. geisteskranken Nonnen und einer babymordenden Närrin. Wahnsinn ist nämlich die Seuche, die Dracula unter den Menschen verbreitet, und sie ist eine Verwirrung, die der Liebe zu eigen ist. Denn Rollin ist nach wie vor Romantiker und umwebt seine düsteren Charaktere mit einem Hauch existentieller Tragik: Es sind hehre Gefühle, die die Schattenwesen antreiben, und ihre Erfüllung wird ihnen von der grausamen Natur verwehrt. Wann immer in Rollins Filmen das "Gute" obsiegt, so schwingt doch immer eine tiefe Traurigkeit mit, sind die Gestalten der Finsternis so viel farbiger und leidenschaftlicher, als sich dies die aufrechten Puritaner erlauben dürften... Aus dieser Ambivalenz ziehen die Filme Rollins ihren Reiz, aus der Schönheit des Verruchten & Vermaledeiten, und sie wird erneut prachtvoll eingefangen von Kameramann Norbert Marfaing-Sintès. Horrorfans, die auf eine geradlinig erzählte Geschichte Wert legen, werden erneut wahnsinnig werden und sich zu Untode öden, aber wem die schauerromantische Bilderbogenwelt von Rollin zusagt (stets im Zusammenspiel mit der lustvollen Trivialität von Filmserials und Comic-Strips), dem wird auch hier ein Lichtlein im Herzen aufgehen. Viele der beliebten Drehorte aus früheren Rollin-Produktionen werden besucht (u.a. der Friedhof aus LES DEUX ORPHELINES, wo ich schon auf einem Grabdeckel vor mich hindöste!), und auch einige bekannte Gesichter sind dabei, wie Nathalie Perrey (die "Braut von Dracula" ist ihre leibliche Tochter!) oder Bernard Musson. Auch Rollins Nichte Sandrine ist dabei als Vampirin, die schließlich an ein Schiffsdeck gefesselt das Licht des Tages und somit den Tod erwartet... Brigitte Lahaie hat einen Gastauftritt als Zeremonienmeisterin der schwarzen Messe, "La Louve". Und die Musik von Philippe d´Aram ist bisher seine beste! Die US-DVD von "Shriek Show" enthält als Extra ein relativ belangloses Interview, das in erster Linie zeigt, wie ignorant die Interviewer waren, aber es ist trotzdem schön zu sehen, daß es Jean Rollin trotz angeknackstem Gesundheitszustand noch gutzugehen scheint. Für Kinder der Nacht ein echter Sahnehappen! Kein Reißer, aber für Rollin-Fans eine Pflichtanschaffung in sauberer Qualität... Jean, lebe lang und drehe noch viele Filme!

221002

Während die Möllemaus ihre Herzkaspereien auf Gran Canaria auskuriert, strotzt der Restteil der Welt vor fulminanten Begebenheiten, die herausposaunt werden wollen: So tauchte vor wenigen Tagen ein 41-jähriger Mainzer für einen sage und schreibe 19 Jahre jüngeren Mitbewohner in die braunen Fluten eines Gullys, um die unter mißlichen Umständen abhanden gekommenen Autoschlüssel seines Gegenübers zu requirieren. Das nenne ich Nächstenliebe: Nicht etwa war der fast doppelt so alte Bewohner der ZDF-Stadt ein naher Verwandter des seines Schlüssels Beraubten. Er war nicht einmal ein Freund. Er war nur ein braver Spaziergänger, der in einer prekären Situation seine Pflicht am Gegenüber tat. Polizeisprecherin Heidi Nägel berichtet: "Er ließ sich durch Helfer an den Beinen festhalten und tauchte kopfüber in die schwarze Brühe." Und das ist mutig, denn da können nicht nur schnabelbewehrte Mollusken hausen, sondern auch Bakterien ohne Zahl, die ihn in seine Helfernase hätten beißen können! Und doch blieb die Nase ganz, was wieder einmal demonstriert, daß man grundlos in den dicksten Schlamassel geraten kann und doch unversehrt hervorkommt, wenn auch schmutzig... Wo war solch ein Ehrenmann, als mir neulich sonntags der Schlüssel zu meiner Wohnung abhanden kam? Der hätte nicht lange gezaudert und die Tür eingetreten, unter Einsatz seiner Leibesfülle und seines Lebens. Aber nein, die wahren Seelenmenschen kann man nicht einfordern. Sie erscheinen nur dann & wann und erstaunen durch ihr beherztes Auftreten. Sie klettern in den Gully für dich, sie halten dir den Schirm, wenn der Morast prasselt... Das ist tröstlich. Weniger freundlich waren die Kollegen der französischen Rechtsanwältin Valérie Faure, die in der Kleinstadt Bergerac (wo Cyrano, der Tropf mit der liebeslangen Nase, herkam) immer mit ihrem Akkordeon die Ohren der Bevölkerung belästigt. Sie zogen wegen der fortgesetzten Verunglimpfung des gemeinsamen Berufsstandes vor Gericht, um die blamablen Auftritte der Frau (begleitet von ihrem geigespielenden Gemahl!) zu unterbinden. Die künstlerische Neigung der musikalischen Gerichtsaktenwälzerin wird aber wohl auch weiterhin andauern, zum heftigen "Jauchzen und Hoch-Rufen der Öffentlichkeit", das man wohl so oder auch so interpretieren kann... Nase empor, Frau Faure! Auch schön die Schlagzeile "In Alkohol konservierte Schlange beißt Chinesen": Da hat doch glatt eine seit einem Jahr eingeweckte Otternatter einen Bauern gebissen, der "während seiner Mittagspause" die Flasche geöffnet habe. Da fragt man sich doch, warum der Bauer die Flasche geöffnet hat - wollte er das Formaldehyd schlürfen, oder gelüstete es ihn nach einem satten Natterhappen? Wie dem auch sei: Der Happen war er selbst! Der Biß ging in den Hals, und man kann nur hoffen, daß es sich nicht um eine Vampirschlange gehandelt hat, denn ansonsten muß ich hier demnächst noch weitere chinesische Absonderlichkeiten vermelden... Man muß das wohl als politisches Gleichnis sehen: Der Bauer war Möllemann, der Alkohol war 18 Prozent, und wer die Schlange war, da dürft Ihr jetzt rätseln! Ich schlängele mich jetzt nach Bett - Wohlsein, und Schlangensud auf Ex!

201002

So, vor etwa zwei Stunden habe ich dem Wolfsmenschen Adieu gesagt! Das Event ist ganz vorzüglich verlaufen: Der Zuschauerandrang war höchst zufriedenstellend, es gab keine unangenehmen Zwischenfälle, und am Schluß sah man im Rund nur glückliche Gesichter... Ich bin sehr stolz auf mich, daß ich die ganze Angelegenheit einigermaßen manierlich absolviert habe, denn in den 4 Nächten vor Samstag habe ich insgesamt nur ca. 13 Stunden geschlafen, und das wäre wohl für jeden zu wenig. Die nächsten Tage werde ich dazu verwenden, mich zu regenerieren. Danach erfolgt ein detaillierter Bericht über die Geschehnisse der letzten Tage... Hier eine kurze Zusammenfassung: Was bei der offiziellen Ehrung Naschys am Samstag durch die Hand des hiesigen Kulturdezernenten ablief, war ungemein amüsant und delektabel. Die nachfolgende Fahrt nach Köln war auch sehr nett und schloß neben dem obligatorischen Besuch des Domes auch die Einkehr in einer Kölsch-Brauerei mit ein, der mich nicht nur lehrte, was man unter einem "Köbes" zu verstehen hat, sondern auch, daß die berühmte urdeutsche Küche wohl nicht die meine ist! Da haben einige Exzesse stattgefunden, die von mir demnächst hochnotpeinlich notiert werden... Der Morgen des Events war dann eine Zeit des perlenden Schweißes und zwang uns fast in die Knie. Wie schon erwähnt, gab es wirklich nix zu meckern. Ein besonders netter und schreiblustiger Besucher hat auf seiner Homepage schon einen überaus freundlichen Text darüber online gestellt, den Ihr HIER findet - dankeschön, Carsten! *freu* Am Schluß lag ich ausgestreckt und ermattet auf der Bühne, die für den Tanzabend, der danach stattfand, aufgebaut worden war. Aber zwo Stunden später ging es dann schon weiter nach Schloß Berge, wo man ein ebenso intensives wie edles Diner einnahm. Der Werwolfkuchen, der Naschy während der Verabschiedung der Gäste überreicht worden war, wurde lustvoll verschnackelt, und auch sonst wurde es noch recht spät. In der Nacht bekam ich tatsächlich 8 Stunden Schlaf, war aber immer noch ausgeknockt, als wir durch den geräumigen Prachtpark, der das Schloß Berge umschließt, flanierten und Blähhühner (oder so) betrachteten, die im brackigen Teichwasser ihre betulichen Kreise zogen. Am Nachmittag stand ein Besuch in Herten auf dem Programm, wo Kaffee & Kuchen verzehrt wurden. Der Abend dann führte in den Landschaftspark Duisburg, wo im gemütlichen Zechenumfeld mit edelster Haut Kusine herumgeworfen wurde. Paul Naschy war schließlich sehr zufrieden mit dem Event - genauer gesagt, seine Augen leuchteten. Der hat sich richtig gut amüsiert, und dafür lohnt sich jede Mühe! Demnächst wird es auch noch ein Interview in Druckform geben, in dem ich die eher generellen Fragen des Bühneninterviews mit zahlreichen Spezialfragen anreichern werde. So, und jetzt falle ich tot ins Bett, mit einem satten Gefühl im Magen!

181002

Um 16.30 h ertönte das Telefon, Ingojira am Apparat. "Wir fahren jetzt los, Naschy abholen!" Ich, in meiner Gurkenmaske, entsetzt: "Ich brauche noch Zeit!" - "Na, dann mach´ mal hinne!" Rekordverdächtige Katzenwäsche, dann ab Richtung Flughafen. Gespannte Erwartung unter den Strategen des Filmclubs. In der Ankunftshalle ereignete sich auch sofort Bizarres: Ein offensichtlich labiler Mensch begann, in der Zollkabine frenetisch zu kreischen, zu heulen und Dialekt zu schreien! Heinz K. grinste: "Na, vielleicht verwandelt er sich gerade in einen Wolf?" Es war aber gar nicht der Naschy. Der kam müde, unrasiert und freundlich lächelnd aus dem Eingangstor und brachte seine überaus charmante Frau Elvira und Sohn Bruno mit, mit dem ich sofort auf Englisch über deutsche Heavy-Metal-Combos quackelte. (Da isser nämlich Fan von!) Der Wagenpulk rauschte dann im Sauseschritt zum Hotel, wo die Koffer geräuschvoll in die Ecke geknallt wurden. Dann ging es zu einem griechischen Restaurant der höheren Preisklasse, wo Portionen serviert wurden, für die es im Diesseits keinen Namen gibt: Allein die Vorspeise war ein komplettes Hauptgericht! Ich machte mir gleich einen Namen als "borracho" und kegelte drei Gläser Rotwein in meinen Schlund... Paul - dessen Deutschkenntnisse erfreulich gut sind - erwies sich als angenehm zurückhaltender Zeitgenosse, der aber sehr bald auftaute, als er merkte, hier unter echten Fans gelandet zu sein! Er plauderte sehr angeregt über Filme (besonders schön die Anekdoten zu DRACULA JAGT FRANKENSTEIN!), die Schwierigkeiten mit Produzenten und die wenig anheimelnde Situation der spanischen Filmwirtschaft, die sich anscheinend wirklich in der Hand von kompletten Idioten und Beutelschneidern befindet... Während die springlebendige Elvira munter Liebreiz versprühte, schien Paul sich allmählich richtig wohl zu fühlen. So richtig staunte er aber erst, als Heinz Klett die Super-8-Spulen von z.B. DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN (Titel von Teil 2: "Der Nervenhammer"!) hervorholte. Wir mußten versprechen, das Bildmaterial auch den ausländischen Kollegen von der Naschy-Front zur Verfügung zu stellen, aber vieles wird ohnehin demnächst auf der Buio-Omega-Seite einzusehen sein... Für unbedingt kommentarintensiv halte ich auch den Umstand, daß Heinz andauernd mit einer Videokamera herumhantierte, um das Event gebührend festzuhalten, der alte Nervbold! ;) Ich habe das Gefühl, daß das etwas ganz Kostbares werden könnte, denn Naschy betont schon in seiner Autobiographie, wie miserabel er gerade von den Kollegen in der Filmwirtschaft behandelt worden ist, und daß es gerade der Kontakt zu seinen Fans in den letzten Jahren sei, der ihn trotz gesundheitlicher Engpässe der fiesen Art immer wieder angetrieben habe. Der wird sich maßlos freuen über den Zirkus, den wir für ihn veranstalten wollen - der wird Familie! Und er weiß ja noch gar nicht, was da alles vorbereitet ist und wie viele Leute da tatsächlich erscheinen werden. Ihr alle seid wärmstens aufgefordert, Eure müden Knochen am Samstag Richtung Club zu steuern und dem frommen Wahnsinn Auge & Ohr zu leihen! Jetzt gehe ich erst einmal knacken, denn morgen geht es wieder früh raus... :(

171002

Die garantiert überparteiliche "Bild"-Zeitung - Ihr Partner, wenn es um Sprachkultur geht - feiert mit der heutigen Titel-Schlagzeile den Einzug der Gossensprache in den Top-Journalismus, wenn auch in Gänsefüßchen: `Hat Schröder uns "verarscht"?´ Abgesehen davon, daß das selbstverständlich für alle Politiker gilt, und das jederzeit, freue ich mich sehr über solch einen jovialen, unverkrampften Sprachgebrauch, der dem Volk direkt auf´s Maul schaut! Wie wäre es demnächst mal mit der Schlagzeile `Hat Fischer uns "in den Arsch gefickt"?´ Das wäre dann noch unverkrampfter und vorbildhafter... Wenn ich jemals für diese Publikation tätig sein sollte - erschießt mich bitte. Da fällt einem natürlich sofort Guido Westerwelle ein, der gestern von einem "Kabinett von Grufties" gesprochen haben soll. "Ach kuck!", wie es unsere Lieblingsgruftine Sandra ausdrücken würde! Hören die ab heute (=erste Sitzung des neuen Bundestages) nur noch Düstermucke á la Wolfsheim, Deine Lakaien oder Goethes Erbsen? Das wäre doch mal was: Zwei große schwarze Kerzen säumen den Tisch des Vorsitzenden, die Wände sind mit Särgen und Totenschädeln dekoriert, und "phoenix" berichtet endlich einmal nicht mehr von dem langweiligen Politikereinerlei, sondern zeigt uns diese lustigen Satanisten-Dokus, in denen irgendwelche Hanswursten auf Friedhöfen den Teufel heiraten, oder was immer die Regenbogenpresse einem als Gruftie-Alltag glauben machen will... Die deutsche Nationalmannschaft bestritt gestern ihr erstes Qualifikationsspiel für die EM, und wer hätte das gedacht - man zitterte gegen die Färöer Inseln! Ich hätte den sympathischen Außenseitern einen Sieg gegönnt, denn was sich Deutschland zusammenspielte, war schon ziemlich blamabel. (Hat uns die deutsche Nationalmannschaft "verarscht"?) Friedrichs´ blitzsauberes Eigentor war das einzige, was mir ein wenig leid tat, da der junge Mann zu den wenigen Highlights gehörte. Ansonsten herrschte Finsternis - selbst der von mir geliebte Frings spielte sich einen ziemlichen Stiefel zusammen... Ansonsten nudelt heute natürlich bereits seit 8 Uhr früh der schöne Ärzte-Song "Paule heißt er, ist Bademeister...", denn jetzt sind es nur noch 8 Stunden, bis wir Herrn Daninsky in unsere Arme schließen können! Die ersten Eindrücke werde ich hoffentlich noch heute nacht in den Ticker setzen können - "Paul ist toll!!!" Danke übrigens allen Lieben, die mir Ratschläge in re Gesundheitsdefizit gegeben haben! Meine Lieblingsmail stammte einmal mehr von meiner Mutter: "Dabei fiel mit ein, daß ich neulich auch plötzlich ohne erkennbaren Grund einen geschwollenen Finger hatte. Er fühlte sich an wie ein Würstchen in einer zu engen Hülle. Dagegen habe ich eine Salbe benutzt, die sehr schnell half: `Thrombaredukt –18oooo Salbe - Wirkstoff Heparin-Natrium - Zur Verminderung von Schwellungen.´ Nach meiner Erinnerung ist sie nicht rezeptpflichtig. Vielleicht kannst Du damit den Rest Deiner ursprünglichen Schönheit wiederherstellen; vielleicht bist Du aber auch dabei, zu einem Deiner Filmmonster zu mutieren. Dagegen weiß ich dann kein Mittel! Es sprach Dein Hausarzt." Die ist super, meine Mutter! :) Ach, und nicht vergessen: Um 22.15 h auf Tele 5: NACKT ÜBER LEICHEN von Lucio Fulci - anschauen!!!

161002

A propos "Sylter Brisen-Klömbjes": Es gibt diese sehr leckeren Bontschen in Apotheken, und sie sind der leibhaftige Beweis dafür, daß sich die Gratisproben in Apotheken (mal von den Taschentüchern abgesehen) manchmal lohnen. Ich kaufe mir die Dinger jedenfalls seit kurzem regelmäßig. Sie schmecken wie Pullmol/Pullmoll/Pulmoll (oder sonst so), nur besser! Eine sehr elegante Art, weniger zu rauchen, und wenn man eine neue Freundin hat, dann weiß die das auch sehr zu schätzen, wenn man auf einmal nicht mehr nach Cohíba-Zigarren aus dem Maul stinkt, sondern nach "Sylter Brisen-Klömbjes"... Ich habe das dem Absurd-Ralf erzählt, und der meinte, das klingt nach einem Ostfriesen-Porno, womit er nicht ganz unrecht hat. (Ganz zu schweigen von den dahingegangenen Bonbons "Grüne Klötze"!) Damit sollte man der Vertriebsfirma mal konfrontieren - die würden vor ganz neue Tatsachen gestellt werden. Ich jedenfalls genieße das, bei jedem gesellschaftlichen Beisammensein den Leuten "Sylter Brisen-Klömbjes" anzubieten, und die meisten lehnen ab, obwohl sie gar nicht wissen, wie lecker die sind! Ich empfehle jedem wackeren Apothekengänger "Sylter Brisen-Klömbjes"... Was meinen Herpes angeht: Ich habe ihn noch immer! Das dumme Teil will einfach nicht verschwinden, und auch wenn ich normalerweise ein Muster an Selbstsicherheit bin, aber das Leben spielt mir wirklich hart mit. Umso mehr, als ich seit gestern auch eine waschechte Mückenstickstichallergie zu meinen Eigenschaften zähle! Meine rechte Hand ist aufgequollen wie ein Alabasterwal, prickelt und zwackelt wie eine unvollzogene Geschlechtlichkeit im Frühling des Lebens und läßt sich kaum noch bewegen. ICH WILL NICHT MEHR!!! Macht diesen Klumpatsch bitte weg, sonst gehe ich den Beschwerdeweg! Ich sehe beim Naschy-Event garantiert aus wie John Merrick, und dabei habe ich den Film DER ELEFANTENMENSCH mindestens fünfmal gesehen... *heulunddiefassungverlier* Auch Rondo Hatton habe ich in dem Film THE BRUTE MAN ganz genau betrachtet, und das hilft mir jetzt keinen Fingerbreit...vor allen Dingen, wenn mein linker Zeigefinger so angeschwollen ist wie meiner jetzt! *schluchz* Uffa! Der Naschy wird mich ansehen und sagen: "Mit dem da spreche ich nicht!" Danach kommt mein Schatz und sagt: "Igitt!" Und dann all die mißbilligen Blicke beim Event... Nein, diese Schande! (So, das sollte jetzt genug Heißmacherei gewesen sein!) Gibt es eigentlich eine Miss Billig? Wenn nicht, dann verstehe ich die Redewendung nicht... Mißbilligend blicke ich jetzt gen Fernsehapparat, sehe nur die Sandra Maischberger (die lacht immer schüchtern, kurz nach ihrem letzten Satz - mal drauf achten!) und schalte den Kasten aus. Ich schiebe mir ein "Sylter Brisen-Klömbje" in den Mund und ersticke daran. Dann kann ich endlich schlafen. Wohlsein!

141002

Heute möchte ich etwas über Hautkrankheiten erzählen. Eigentlich nur etwas über Herpes. Bei den meisten Menschen äußert sich dieses Ungemach in geröteten Hautpartien um den Mundraum herum, die von ästhetisch nicht immer ansehnlichen Bläschen durchzogen werden. Bei anderen schwillt die ganze Schnauze an, bis der Arzt kommt. Eine frühere Partnerin von mir hatte mal Ärger mit der Krankheit, als wir einander noch neu und lieb waren. Die Partie von der Oberlippe bis zur Nase schwoll akromegalisch an und entstellte das Gesicht der zu Recht sehr eitlen Schönen. Ich nannte sie immer nur: "Mein kleiner Tapir!" Vielleicht war das der Anfang vom Ende? Heute abend schaue ich in den Spiegel und entdecke eine geschwollene Partie vom linken Mundwinkel bis zum Kinn... Richtig aufgeblasen schaut das aus. Bekommt man solche Krankheiten eigentlich nur 3 Tage, bevor wichtige Stargäste im Dunstkreis aufschlagen, um die man sich kümmern soll? Es kann verflucht gut sein, daß ich am Samstag aussehe wie der leibhaftige Elefantenmensch! ... Ich bin ziemlich angenervt! Das sollte aber ein weiterer Beweggrund dafür sein, das Event zu besuchen: Sieht der Keßler aus wie ein Tapir? Ich habe mein Problem Sailor Ripley am Telefon erzählt, und er hat schallend gelacht, gute Seele, die er ist... Ich sehe mich schon, wie ich in einem Raum eingeschlossen bin, die Jungs vom Komitee versuchen, mich mit Gewalt rauszuzerren, und ich rufe nur: "Nein, ich will nicht raus, bittäää!!!" Das Leben hört nie auf, spannend zu sein. Ein Autounfall, Herpes, Tapire - ich erneuere mein Abonnement! Zuerst gehe ich aber mal nach Bett und träume von Sailor RIP mit Herpes...

Auch 121002

Hier eine Mail, die ich gerade erhalten habe:  "Lieber Peter und Mannu, nach dem blöden Hochwasser , uns hat es ja voll erwischt. Daher kann ich auch erst jetzt schreiben, musste mir einen neuen Computer kaufen. Ich war in Spanien auf Urlaub, nicht schlecht, Sonne ohne Ende. War auf Teneriffa, geil kann ich Euch nur sagen. Wisst Ihr mit wem? Mit Sandra, hab ich im Internet kennen gelernt. Tolles Mädchen , eigentlich hab ich nur so ein bisschen im Internet herumgesurft und kam dabei auf die Seite http://www.fotzenalarm.tv - sind viele Leute drinnen. Muss ziemlich neu sein – haben auch einen Livechat. Hatten uns verabredet und sind 10 Tage später schon miteinander in Urlaub gefahren J.  Sie kommt aus Berlin, sehr offenes und lustiges Persönchen (wie eigentlich alle die da drin sind). Ach ja, Manuela – da sind auch viele hübsche Jungs und Männer für Dich dabei J. Wie geht’s eigentlich Euren Eltern, mit Muttern wieder alles ok ? Also bis dann Chris  PS: Hänge meistens ab 19.00 im Livechat herum, man sieht sich oder schreibt mal wieder." Den Adressaten habe ich verändert. "Mit Muttern wieder alles ok" finde ich besonders nett.

121002

Nachdem ich gestern bis spät in die Nacht mit mein lieb Herzmägdelein diskutiert habe über den Zustand des Abendlandes (in Wirklichkeit hat der eine Mund auf dem anderen geklebt und kein Wort wurde geäußert!), kam ich gegen 5 Uhr ins Bett und war für weitere Anfechtungen unerreichbar... Früh morgens wurde ich aus den Federn gerissen, als eine Krähe wütend an meine Schlafzimmerscheibe trommelte und mir ein Aufstehen nahelegte. Und ja, im Schauburg-Kino lauerte die letzte Auseinandersetzung vor dem großen Event, das am nächsten Samstag stattfinden wird, aber schon am Donnerstag beginnt... Es wurde gestritten und geflucht, aber am Schluß herrschte Eintracht, wie in jeder guten Familie. Der Paul wird am Donnerstag bei uns eintreffen, nebst Gattin und Lendensproß, und dann wird erst einmal der ruhige Schlurf vorherrschen. Wir werden ihn auf die Weide führen, um ihn in rustikaler Umgebung ein Lamm reißen zu lassen oder auch zwei. Dann ist aber auch gut, denn wir wollen keineswegs zu einem Massaker in der hiesigen, durchaus liebenswerten Umgebung anheben. Am Freitag wird sich Paul - ungelogen - in das "Goldene Buch" der Stadt Gelsenkirchen einschreiben, und das darob erfolgende Blitzlichtgewitter wird seinen Niederschlag finden im Club-Event wie auf den Homepages der hieran Beteiligten. Dann geht die Reise nach Köln, wo nicht nur die Übung "Domkieken" abgehakt wird, sondern eine Einkehr in einem urdeutschen Restaurant, korrespondiert das doch gar trefflich mit der samstäglichen Präsentation von DIE STUNDE DER GRAUSAMEN LEICHEN... Der andere Film ist noch gewissen Schwankungen ausgesetzt, da die vorhandene Kopie des ursprünglich veranschlagten Opus alle Anzeichen eines gepflegten Lebenstaumels aufweist und aussieht wie Inge Meysel auf Ex! Da klappt nicht mehr viel, und wir wollen unser Schäferstündchen am Freudentag doch so klangvoll wie möglich gestalten für den Wolf mit der 10 auf dem Rücken... Der Ersatzfilm ist eher unterhaltsamer und garantiert einen schunkelnden Einstieg in das Naschy-Universum. (Der erste Daninsky, nämlich!) Wenn der Tag ausgeklungen ist, werden wir gepflegt in einem Schloßhotel versacken und fürstlich speisen zu Lautenklängen. Am Sonntag gibt es erst einmal Frieden, bis dann, später am Tag, Duisburg droht, denn Paul soll natürlich das ganze Ruhrgebiet erfahren. Am Abend werden wir uns mächtig volllaufen lassen, und wenn ich danach noch stehen kann, dann ist es nicht richtig gewesen... Ich möchte nur, daß dem Paul der ganz rote Teppich (der blutrote Teppich!) ausgerollt wird. Der soll mitbekommen, wie sinnvoll seine Arbeit war und wie viel Spaß die Leute mit seinen Filmen haben. Wenn ihm der "Joe" verliehen wird, soll Herzensqualm aufstieben, da soll Liebe fließen! Das wird schon eine ganz formidable Angelegenheit, und - bitte - seid unsere Gäste! Ihr werdet es Euch nie verzeihen, wenn Ihr dem Event nicht beigewohnt habt. Ein Werwolf zum Streicheln, wann habt Ihr das schon? Mit vollem Mund soll man nicht vollmonden - ich gehe jetzt nach Bett!

101002

Daß die Nachbearbeitung von harmlosen Autounfällen dermaßen gemütsverdüsternd wirken kann, war mir nicht geläufig, sind doch bislang die Tröpfe in MICH hineingedonnert statt umgekehrt... Naja, wer den Schaden macht, braucht für den Schrott nicht zu sorgen, und warum auch. Mein Herz bohnert sich himmelwärts, denn mein Herz schlägt endlich mal wieder im Gleichklang mit einem fremden Herz. Diesen Umstand werde ich aber schnell ausblenden, denn Kußszenen waren mir als Kind stets verhaßt, und da die wahrhaft honorigen Menschen stets Kind geblieben sind, muß man hier Dezenz walten lassen. Angemerkt sein muß aber trotzdem, daß morgen möglicherweise kein Newstickereintrag erfolgen wird... Ach, ich bin eine glückliche Kat! Der Möllemann räkelt sich faul im Krankenhaus, wo sich doch gerade so weltbewegende Dinge tun. Dieter Bohlens neues Buch etwa steht ganz oben auf meiner Bestellliste - was Thomas "Ist es Kokain oder Menschenliebe, was die Augen zum Glänzen bringt?" Gottschalk da in seiner formidablen Unterhaltungsshow "Wetten, daß" vorgelesen hat, klang anmutig und inspirierend. Robert, Bettina und meinereiner lagen verkrümmt auf dem Teppich und freuten uns einen Ast. Wir müssen noch aushandeln, wer die Leinen- und wer die Hörbuchausgabe beschafft. Wir tauschen aus! In jedem Fall eine Pflichtanschaffung für jeden guten Christenmenschen... Ich habe einen sehr schönen Abend bei Ingojira verbracht, der zu gleichen Teilen aus Arbeit und aus Vergnügen bestand. (Der Abend, nicht Ingo.) Wir bekakelten das anstehende Naschy-Event und schoben den gestern angesprochenen HOWL OF THE DEVIL hinterdrein. Das Entzücken war sondernormen, auch wenn wir beide darin übereinstimmten, daß das "Phantom der Oper" aussah wie ein altes Käsebrötchen... Eine betrübliche Newsmeldung: Sohn Sergio wird leider aufgrund arbeitstechnischer Verpflichtungen nicht auf der Club-Matte stehen können, aber Paul Naschy wäre nicht Paul Naschy, wenn er nicht eine Lösung für dieses Problem parat hätte - statt Sergio kommt einfach Bruno, denn das ist Paules anderer Sohn! Ich wünschte, ich hätte auch so viele Söhne, die mir dereinst die Ehre vertreten, wenn Not am Wolfsmenschen ist... Vielleicht ziehe ich mir ja auch eine Wolfsmaske auf, wenn ich dem Titanen gegenübertrete. Ich hoffe mal, daß mein Goldspatz anwesend sein wird, aber das wird sie bestimmt, denn sie will ja zusammen mit dem Absurd-Ralf den Werwolf-Kuchen basteln. Der erste (mit Imre von Wolfstein aus Marzipan!) war ja schon eine echte Granate! Ansonsten freue ich mich sehr auf den Samstag, wo das Komitee zusammentritt und erbarmungslos Ratschlag abhält über die anstehende Festlichkeit. Da wird geschrien werden, da werden die Fetzen fliegen, wie es sich für ein leidenschaftlich empfundenes Stelldichein gehört! Wenn der große Tag stattgefunden hat, werde ich die Anekdoten und Exzesse in einem Text verarbeiten und hier preistun, und da wird es viel zu erzählen geben, das ist mal sicher! Und Ihr alle könnt beim offiziellen Teil dabei sein - ich fände es schön, wenn viele kommen. Und sagt mal Hallo - ich freue mich immer über einen persönlichen Kontakt mit Leuten, die ich aus dem I-Net kenne... Ich höre mir jetzt noch etwas die Schweizer "Young Gods" an, wie sie ihre sehr eigenen Interpretationen von Brecht und Weill vollziehen, mit Beat und Krach und Herz! Toujours, amigos...

091002

Heute bin ich von einem Tätowierer angemahnt worden, den Ticker etwas häufiger zu aktualisieren. Er sagte dies mit durchaus drohendem Unterton. Ich spürte schon den Todeshauch seiner heißen Nadel in meinem Nacken (eine hauchende Nadel?), und ja, ich bin etwas nachlässig geworden in letzter Zeit! Dies hat natürlich mit den hier schon erwähnten Veränderungen zu tun, die sich in meinem Leben zugetragen haben und meine ganze Aufmerksamkeit erfordern, denn ansonsten brennt mir die gute Frau noch mit einem Bongospieler aus Bamberg durch... Ich habe zwar schon in einigen Foren davon erzählt, aber trotzdem einige Worte zu zwei neueren und kommentarintensiven Naschy-Filmen, die ich heute gesehen habe: EL AULLIDO DEL DIABLO aka HOWL OF THE DEVIL (1988) stellt Naschys letzten richtig sehenswerten Horrorfilm dar. (Das 1996er Daninsky-Epos LICANTROPO war ja auch nach des Meisters eigener Meinung mißlungen.) Er spielt einen schmierigen Ex-Theaterdarsteller namens Hector, dessen Bruder Alex nur in Horrorfilmen aufgetreten ist und sich die Birne weggeblasen hat. Hector hat die Elternschaft für den Sprößling seines Bruders übernommen, vor welchem er dessen Vater fortwährend durch den Schmutz zieht. ("Ich habe Shakespeare und Pirandello gegeben, aber Alex - immer dieser Dreck!") Aus höchst merkwürdigen Motiven kleidet sich Hector gerne in den Kostümen seines Bruders, und so haben wir das große Vergnügen, Naschy u.a. als Frankensteins Monster, Quasimodo, Mr. Hyde, Rasputin, Blaubart und Fu Manchu zu sehen, und natürlich hat auch der Plüschwolf Waldemar einen Gastauftritt! Rings um das Anwesen (=Naschys eigener Landsitz!) werden karrenweise hübsche Mädchen abgeschlachtet und sind dann tot. Mein lieber verstorbener Freund Howard Vernon spielt Eric, den nekrophilen Butler, der höchst versiert in den Künsten der schwarzen Magie ist! Und da ist auch noch dieser Priester, der schwer verliebt in Caroline Munro ist, die aber ein Auge auf Hectors Reichtümer geworfen hat... Ein wildes Drehbuch! Naschys wohl blutrünstigster Film, der aber trotzdem ein eher leichter und charmanter Grusler geworden ist und mit schwarzen Humor und Selbstironie das wohl persönlichste Bekenntnis Naschys zu seiner Filmbegeisterung darstellt. Ein echter Gewinner! LA NOCHE DEL EJECUTOR (1993) entstand in einer Phase, in der Naschy mit Enttäuschungen und Demütigungen umgehen mußte, und es ist wohl dieser Umstand, der zu der Bitterkeit geführt hat, die man in diesem in diesem ungewöhnlich düsteren Selbstjustizfilm spüren kann. Naschy spielt einen treusorgenden Familienvater, der den Geburtstag seiner Tochter begehen will. Kirmespunker stürmen die Party, vergewaltigen und töten Mutter wie Tochter und schneiden dem Hausherrn die Zunge ab! Naschy ist daraufhin verständlicherweise verschnupft, und zu den Klängen von Beethovens Siebenter wirft er sich in schwarze Klamotten, rüstet auf und wird zum stummen Racheengel... Der Film ist zwar teilweise arg brutal (z.B. eine Kastration), unterhält aber konsistent gut und liefert neben dem sattsam bekannten "Urban Violence"-Thema noch etwas beherzte Comic-Strip-Überzeichnung. (Der politische Hintermann der Kirmespunker hat eine Art Asthma-Gasmaske und malt nackte Frauen in Öl.) Bei beiden Filmen spielt auch Naschys Sohn Sergio ("Serge Mills"!) mit, und wer immer sich in 10 Tagen zum Schauburg-Kino verirrt, wird auch ihn kennenlernen, begleitet von seiner dem Vernehmen nach reizenden Mama Elvira! Das wird ein ganz großer Tag, und ich freue mich schon sehr darauf...

071002 und auch der 081002, welcher ist DIENSTAG

Ja, die letzten beiden Tage haben mir eine Menge sittlicher Reife abverlangt! So habe ich festgestellt, daß die feen-, wenn nicht gar elfen-, manchmal zwölfengleiche Erscheinung, die ich derzeit mit meiner Zuneigung beträufele, Mitglieder der Rockgruppe "Sons of Tarantula" persönlich kannte - das war ein schwerer persönlicher Schock, und ich habe kurzfristig erwogen, die Bekanntschaft zu lösen. Schließlich obsiegte aber die Vernunft, im Verbund mit einer leckeren Tasse Darjeeling, und frohgemut begab ich mich auf den Weg ins harsche Gelsenkirchen. Es regnete Katzen und junge Hunde, wie man so sagt, und auf einmal entstand vor mir eine Schlange. Ich trat auf die Bremse, und während ich für gewöhnlich ein Meister der Stotterbremse bin, so versagten hier meine Künste doch kläglich - zeitlupenartig glitt ich ins Heck eines schwarzen Opel Irgendwas! Es machte laut "Wumms", meinen Lippen entfloh ein gepflegter Schrei, und siehe da, ich war in einen Unfall verwickelt... Da seht Ihr mal, was ich alles anstelle, nur damit der Ticker nicht stehenbleibt! Die Polizisten waren glücklicherweise nett, und auch der Unfallpartner krisch nicht wüst herum. So wurde denn alles pflegsam geregelt, auch wenn der Hauptschaden natürlich bei meinem Wagen lag, während der andere kaum was abbekam - verdammt! Ich muß da noch üben... Schalke gewann danach immerhin souverän gegen versteinert wirkende Hamburger. Die "Pauli, Pauli!"-Sprechchöre taten ein übriges, die Nordlichter verdattert gen Reeperbahn zurückzuschicken. Bremen brillierte danach nicht allzu überzeugend gegen Hansa Klopstock, die selbst meine Großmutter selig mit mindestens 2:0 in die Wüste geschickt hätte - es reichte zu einem schmalen 0:0, das nicht einmal besonders unterhaltsam war. Ganz anders der 1. FC Köln, der heute Union Berlin zu Gast hatte! Nach 8 Minuten stand es 3:0 und den Unionisten das Wasser bis zum Hals... Da ging gar nichts mehr im Straßenverkehr! Ein kleines Wunder, daß Kölle schließlich nur 7:0 gewann. Auch dorthalbigst steht wohl ein Trainerwechsel bevor... In re Paul Naschy erigiert bereits halb Gelsenkirchen in freudiger Erwartung. Morgen werde ich ein tolles Poster, das ein befreundeter Tätowierer in nur 4 Stunden geschaffen hat, zum Copy-Shop schleppen, damit auch Club-Besucher eine Möglichkeit haben, eine fette A3-Kopie davon zu bekommen, und A4-Kopien werden wohl auf Fotopapier angefertigt werden, damit unsere Gäste was zum Autogrammieren haben. Das Original bekommt der Paulemann auf der Bühne! (Übrigens werden - sorry! - die Autogrammhechte damit leben müssen, daß nur eine deutlich begrenzte Anzahl Autogramme pro Kopf vergeben werden, denn der Andrang scheint doch recht groß zu werden, freu!) Ich kucke schon jetzt hauptsächlich Naschy-Filme, damit ich auch Gewehr bei Fuß bin, wenn die Bühne droht. Als letztes habe ich EL ULTIMO KAMIKAZE gesehen, einen knalligen B-Picture-Agentenfilm, in dem Paule in zahlreichen Verkleidungen auftaucht und das Kunstblut eimerweise spritzt... Demnächst gibt es auch News von einem neuen Jean-Rollin-Streifen mit Brigitte Lahaie, denn mir ist eine DVD (FIANCEE OF DRACULA) ins Haus geflattert, von der ich annahm, es handele sich um LES DEUX ORPHELINES VAMPIRES, bei dessen Dreharbeiten ich ja Stammgast sein durfte - nicht so! Es ist ein ganz neuer Rollin, und da werde ich natürlich eine Rezension anbieten... Jetzt gehe ich erst einmal ins Bett, denke an meine Liebste und kuriere das Schütteltrauma, das mir der fürchterliche Autounfall verursacht hat, in den ich ja verwickelt gewesen bin - habe ich schon davon erzählt?

051002

Telegrammstil: Müde, deshalb nur kurz Text reinpoppen über spanische Horrorfilme. Viel Naschy, Klimovsky, de Ossorio. Jetzt Bett. Nacht!

041002

Ich hatte ganz vergessen, daß am Donnerstag Feiertag war! Ich erwachte, warf meine Kaffeemaschine an und betätigte arglos den Fernsehknopf. Es erschien Johannes Rau, die Personifizierung des gütigen Moralisten. Wann immer Betroffenheit und hehre Ideale herausgekehrt werden sollen - es gibt keinen besseren! Ich erschauderte und wollte das grause Bild zum Verstummen bringen. Da fiel mir auf, daß meine Fernbedienung verschwunden war - oh nein! Wie ein Geisteskranker rotierte ich in meinem Wohnzimmer umher, um das kleine schwarze Kästchen zu finden, doch es versteckte sich vor mir. Ich unterstelle da eine bewußte Handlung des fiesen Geräts - ich nenne das Phänomen "Aufstand der Dinge"! ES weiß genau, wann Rau oder Reif im Fernseher zu hören sind und liefert mich schutzlos der Folter aus. Wenn ich Leuten wie etwa Uta Ranke-Heinemann, Marcel Reich-Ranicki oder Lothar Matthäus länger als fünf Minuten zuhören muß, dann beginnen die Ohren zu rauchen. Das ist so ähnlich wie das SCANNERS-Plakat: "5 Minuten - die Ohren beginnen zu rauchen. 10 Minuten - das Haar fällt büschelweise aus. 15 Minuten - der Körper explodiert!" Ich entdeckte den kleinen Schlingel schließlich, aber da war die Ansprache fast schon vorbei. So darf man keinen Tag beginnen, wenn man es gut mit sich meint! Fußballtechnisch war der heutige Tag natürlich großartig: Schalke 04 hatte es im Europapokal mit dem FC Golem (oder so) zu tun. Der hatte nicht viel Brauchbares anzubieten und stellte den Watschenmann für die entfesselte Pracht in Blau-Weiß. Das Schönste am Spiel war aber der Umstand, daß der 19-jährige Neuling Mike Hanke nicht nur eines, sondern gleich zwei Tore schoß, und wie der sich freute! 4:0 ging das Spiel aus, und da wollte sich Werder Bremen nicht lumpen lassen - mit einem infernalischen 8:0 donnerte Werder den lettischen Club Metallurg Grotesk in eine schlaflose Nacht hinein... Die Torwarte können einem manchmal schon leid tun, und der Keep der grotesken Metallurgen wurde von seinen Vorderleuten komplett im Stich gelassen. Ansonsten habe ich nur einen neuen Spinnenfilm gekuckt: ARACHNID von Jack Sholder. Sholder hat ja einstmals so nette Sachen gemacht wie den ausgesprochen unterhaltsamen THE HIDDEN oder den nachgerade subversiven Slasher ALONE IN THE DARK. ARACHNID ist eine jener in Spanien hergestellten Produktionen, die Brian Yuzna mit iberischen Kollegen ausgetüftelt hat. Ein klein wenig besser als das Gros der Spinnenfilme ist ARACHNID schon, aber wenn man Innovationen erwartet, hat man ausgespielt. Immerhin, die Heldin ist leicht ungewöhnlich, da unsympathisch und kratzbürstig. Die Alien-Spinne ist auch ganz nett und mal nicht computeranimiert - alles in Handarbeit! Und für einen 16er sind die Effekte teilweise rechte Geschmackszügler... Aber FORMICULA oder TARANTULA gebe ich nicht für Dutzende solcher Filmchen her! Die DVD von e-m-s hat eine ordentliche Bildqualität und enthält auch eine kurze "behind-the-scenes"-Featurette, in der man Sholder mit den Schauspielern herumkaspern sehen kann - solche Beigaben machen ja auch unbedeutende Filme immer sehr viel heimeliger...

031002

Als ich heute Nacht aufwachte, dachte ich für einen Moment, ich wäre auf dem Mond - was war das für eine merkwürdige Umgebung? Gitarren, Fotos und Schallplatten rund um rund... Da sah ich einen Schnipsel Haut gleißen, und ich wußte sofort: Ich war bei meiner Liebsten! Das war ein schönes Gefühl. Das war ein 0000000000000Gefühl! Man fülle die Zeros mit dem ultimativ annehmbaren Glücksgefühl, und man hat so in etwa das Gefühl, das ich heute hatte, als ich aufwachte! War ein nettes Gefühl, und ich habe das Gefühl nicht wirklich verdient, aber manchmal werden einem ja auch Gefühle zuteil, die einfach so herunterstreuseln, auch ohne besonderen Grund. Die fliegen einfach so herum, und bevor man sich´s versieht, ist man vergraben. Och - ich finde das gut! Da das aber ausgesprochen langweilig ist für alle nicht ebenso Meinenden, möchte ich noch eine Episode aus dem Leben eines Freundes namens X darbieten. Der ließ nämlich seinen illustren Hintern auf einen Kinosessel sinken, als er auf einmal einen stechenden Schmerz im Arsch verspürte. Ein Freund zog ihm daraufhin das blutende Objekt des Peines hinterwärts hervor. Und was war das, wenn nicht eine eiserne AIDS-Schleife, die da aus seinem Podex stak... Glücklicherweise hat mein Freund Humor, aber er will jetzt zum HIV-Test wegen besagter HIV-Schleife, und das ist schon ein harter Bissen von dem Hecht, den wir Leben nennen! Ich bürste die bösen Gedanken weg mit einer 1994er Platte der Ludwig von 88, nämlich "12 Plombs Pour Peter Les Tubes", wo die Heroen fröhliche Punk- und Reggae-Versionen bekannter Lieder zum Besten geben. Aus "La Bamba" wird das marihuanageschwängerte "Para fumar la Ganja", Lios froher Tralala-Gesang "Amoureux Solitaires" wird vertrasht, und The Queen, The Beatles, The Ramones, Led Zeppelin, Mylène Farmer und schließlich auch der göttliche Jacques Brel kriegen ihr respektvolles Fett in dem gemütsvollen und überaus lauten Ringelreihen, bei dem man gleich ein blondes Bier öffnen möchte. Der Ralf von "Absurd 3000" hat mich auf diese sehr honetten Herren gebracht, und ich werde morgen wohl auch beim vorgestrig annoncierten psychotronischen Event präsent sein. Momentan bin ich platt und illiterat und glücklich. Den Segen des Regenbogens von hier. Der Keßler legt sein krauses Haupt jetzt zur Ruhe. Da lebt Frieden.

011002

So, jetzt bin ich wieder zurück aus der Heimat, und da die A 1 netterweise gesperrt war, hat die Ochsentour eine ganze Weile länger gedauert! Ich fühle mich jetzt wie Laternenpfahl ganz unten und will nur kurz anmerken, daß Ralf und die anderen Gesinnungsgenossen vom "Psychotronischen Bildungswerk" endlich wieder loslegen: Am Donnerstag (3. Oktober) wird ab 20.30 h im "London Tokyo Paris" (Bochum, Herner Str. 13) der Boden glühen, denn da werden Diggler Records ihre vorzügliche neue CD vorstellen, BIRDS DO IT, die mit schmissiger Easy-Listening-Musik aus deutschen Sex- und Aufklärungsfilmen angefüllt ist! Natürlich wird es reichlich anrüchige Tanzrhythmen zu bewundern geben (zusammengestellt von DJ Bonaumat Mondo 3000!), und damit auch dem Bildungsauftrag Genüge getan wird, gibt es Wissenswertes von Ralf und Kai zu hören, und neben Filmausschnitten aus einschlägiger Filmware gibt es einen Aufklärungsfilm aus dem DDR-Schulunterricht per 16mm-Projektion in voller Länge zu bestaunen! Das klingt ganz groß, und wer aus berechtigten Gründen (Tod in der Familie, Terroranschlag, Auto kaputt) am Donnerstag verhindert ist, der hat am darauffolgenden Dienstag eine zweite Chance, denn da gastiert der Klüngel im Cosmotopia (Dortmund, Schützenstr. 139) und läßt die Puppen tanzen... Ich bin jetzt zu müde, um noch ein nettes Bildchen zu scannen und mache das mal morgen. Träumt mal schön von Filmen wie GEHEIMTECHNIKEN DER SEXUALITÄT und macht den Tag der deutschen Einheit zum Tag der deutschen Vereinigung!

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