
300902Ich düse jetzt ab nach Bremen, um meine alte Butze leerzuräumen! Aus diesem Grunde ruht der Ticker bis zum Dienstag... Einen schönen Wochenanfang Euch allen!
290902
Zwei bizarre Nachrichtenfundstücke aus der Welt verabscheuungswürdiger Gewaltverbrechen: Auf den Osterinseln befaßt man sich derzeit mit der Aufklärung des ersten vorsätzlichen Mordes seit sage und schreibe fünfzehn Jahren! Das ist aber gar nichts gegen den nächsten Nachbarn der Osterinseln, die Pitcairn-Insel, auf der eine Untersuchung von Justizbeamten vom neuseeländischen Festland ergab, daß nicht weniger als 20 der insgesamt 47 Einwohner sich des Geschlechtsverkehrs mit Minderjährigen schuldig gemacht haben... Rechnet man noch die Dunkelziffer hinzu, dann kann man davon ausgehen, daß die Insel zur Hälfte von Kinderschändern bewohnt wird! *schudder* Tja, Wegzoll der Kolonialgeschichte... Etwas weniger eklig klingt eine Meldung aus Livermore in Kalifornien, wo die Einwohner bereits im August eine förmliche Entschuldigung an den Indianer Adam "Fortunate Eagle" Nordwell übermittelten, der 1969 einen Indianerfluch über das Kanalisationssystem ausgesprochen hatte. Der Fluch entfloh seinen Lippen, als bei Ausschachtungsarbeiten ein Teil des Totempfahles abgerissen wurde, den er der Gemeinde zur Jahrhundertfeier des Ortes vermacht hatte! Jeder kanalisationsbezogene Zwischenfall, der sich in den Jahren darauf zutrug, wurde von den Einwohnern dem Fluch des Indianers angedichtet - schon scheiße! (Diese eigenartigen Meldungen habe ich mir übrigens nicht aus den Fingern gesogen, sondern direkt den Datenbergen des Internets entrissen - eine fremde und seltsame Welt...) Ansonsten habe ich heute einen schönen Abend mit Sailor RIP und seiner Monika verbracht, die mir leckeren Zwiebelkuchen kredenzten. Dazu kuckten wir den zwoten der Naschy-Filme, die in drei Wochen im Schauburg laufen werden, und das war - besonders in Anbetracht der deutschen Kanonensynchro - ein feines Vergnügen! Gotho rulez... Ich werde mich jetzt noch an die Ausfertigung der Fragen machen, die ich dem Gentleman auf der Bühne stellen werde. Außerdem hat sich eine schöne neue Überraschung aufgetan, die wir dem staunenden Publikum präsentieren werden. Harret der Dinge, die da kommen! Habe ich eigentlich schon erwähnt, daß ich mich verliebt habe? Also: Ich habe mich verliebt! Die Frau hat den schönsten Nabel und die schönsten Ohrläppchen diesseits der feurigen Steppe von Sierra Leone! Ich bin das erste Mal seit Jahren richtig glücklich, und das sei hier einfach mal vermerkt... *rotwerd*
280902
Hier zwei Banner:
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Das unterstütze ich nicht, aber das .gif finde ich sehr drollig...
Und das unterstütze ich massivst, denn dort muß man hin - begrüßt mit uns den Naschbär!
260902
Ein weiterer Tag reicht dem nächsten den Samthandschuh, und glänzen tut der Handschuh, oh ja, denn der vergangene Tag war seeehr nett! Leider hat mich der Verfassungsschutz darauf hingewiesen, daß ich noch nicht sagen darf, warum. Widrigenfalls drohen mir drakonische Strafen, und auf meinen Leichnam wird dann Glaubersalz gestreut, um die Kolkraben abzuschrecken! So muß ich mich also damit zufriedengeben, über einige japanische Filme zu reden, die ich in den letzten Tagen geschaut habe und die mich sehr beeindruckten. An und für sich verbindet mich nicht viel mit den modernen Asiaten, da ständig diese heroische "Bloodshed"-Grütze durchexerziert wird, die John Woo zu verantworten hat. Der Woo bzw. Daewoo selbst geht ja noch, aber die Epigonen finde ich nicht wirklich prickelnd. Über RING habe ich ja vor kurzem schon geschrieben - das war ein ruhiger, feiner und kreuzunheimlicher Horrorfilm, der an die alten Tage nipponesischen Geisterkinos gemahnte. Nun habe ich mir einen gleichfalls hübschen Film namens KAIRO (PULSE) angesehen, dessen Regisseur Kiyoshi Kurosawa ein eminent langsames Tempo anschlägt für seine Geistergeschichte. Und während RING noch an die westlichen Geistergeschichten erinnert, betont KAIRO ein ganz anderes Geisterbild, das sich fragt, ob Menschen eigentlich dasselbe sind wie wir Geister... Etwas Cronenberg fließt auch noch ein in den Film, der die eine oder andere Szene enthält, die ich seeehr unheimlich fand. HIER ein Interview mit dem Regisseur, HIER eine Rezension des Filmes (englischsprachig). Außerdem kuckte ich endlich den berüchtigten AUDITION von Takashi Miike, und er gefiel mir tatsächlich ziemlich gut. Der Film beginnt wie eine deutsche Beziehungskomödie (da könnte man sich auch gut Uwe Ochsenknecht vorstellen) und wird dann zunehmend bedenklicher. Nach etwa 50 Minuten werden dann Hammer & Meißel herausgeholt, und beim Finale ist dann endgültig der Ofen aus! Ein exzellent gemachter und sehr spannender Film über Einsamkeit und Angst vor Frauen, von dem sich zartbesaitete Naturen bitte fernhalten sollten! HIER ein Interview mit Takashi Mielke. Dann habe ich angefangen, mir Takashi Milkas Yakuza-Thriller FUDOH anzuschauen, doch wählte ich leider die deutsche DVD, deren Synchro grottenschlecht ist, und die beigelieferten Untertitel vermochten auch nicht zu entzücken. Deshalb griff ich arglos auf den ebenfalls Miike-verantworteten ICHI THE KILLER zurück, und zwar in der komplett ungeschnittenen Fassung! Ja - eine schwarze Komödie im Yakuza-Umfeld, die es sich zum Vorsatz gemacht zu haben scheint, sämtliche Klischees aus Yakuzafilmen zu diskreditieren. Allerdings bediente man sich dabei eines Gewaltlevels, der mit THE STORY OF RICKI oder VERSUS bequem mithalten kann. Während ich jene beiden Filmen für kompletten Mumpitz halte, ist ICHI exzellent inszeniert und präsentiert Typen wie etwa einen masochistischen Killer, der sich die Wangen aufgeschnitten hat und den Rauch seitwärts ausbläst! In einer Szene bekommt er eine Faust in den Mund und nagt dem Angreifer die Klaue bis auf die Knochen ab... Der Titelkiller Ichi ist ein Triebmörder mit Kindheitstrauma, der als Geheimwaffe eingesetzt wird, wenn es darum geht, Gegner auszuschalten. Deren Eingeweide hängen dann nicht selten von der Balustrade, und abgetrennte Gesichter rutschen von der Wand runter wie die Uhren bei Dali... Der verliert ziemlich die Fassung, der Ichi! Melvilles Einfluß auf Tarantino ist ja nicht ganz unbeträchtlich, und das wurde hier noch mit japanischen Mangas versetzt. Das Resultat ist einer der blutrünstigsten Filme, die ich jemals gesehen habe, aber er ist tatsächlich ziemlich beeindruckend. Bei einer eventuellen deutschen Veröffentlichung ein sicherer Kandidat für am 13. 1. Geborene... Das Ende ist eine ziemliche Granate. Als Hongkong-DVD ist der Film übrigens geschnitten. Demnächst noch was über ein Musical desselben Regisseurs! So, Saddam Hussein schickt Doppelgänger ins Rennen? Das kann ich schon lange: Ein Doppelgänger wird jetzt weiter kritzeln, ein weiterer wird Filme schauen, und der letzte geht zu Bett - Nächtle!
230902
Ich habe heute eine Talkshow gesehen, in der der nette bayrische Kabarettist Ottfried Fischer (kugelrund und gut im Herzen!) auf den ehemaligen "Bild am Sonntag"-Chefredakteur und Stoiber-Wahlkampfberater Michael Spreng traf. Fischer zog sich mit Liebenswürdigkeit aus der Affäre und jener komödiantischen Technik, die die Angelsachsen als "deadpan" bezeichnen. (=ein steinern ernstes Gesicht bewahren, während die Pointen prasseln!) "Deadpan" heißt ja eigentlich "Tote Pfanne". aber tatsächlich ist der Begriff zurückzuführen auf den Hirtengott Pan. Jener nämlich saß dereinst mit seiner Flöte in den immergrünen Weiden von Arkadien. Es gab ja sonst nichts zu tun da. Er saß im Moos, betrachtete die Schafe und spielte mit seiner Flöte. Gelegentlich rutschte auch der Mond herunter und verkündete die Nacht. Die Schafe wurden dann müde und rollten sich auf die Seite. Schafe schlafen ja ganz drollig und verbergen ihr Haupt schamhaft im Gewöll. Der Pan aber hatte kein Gewöll und verbarg sein Haupt unter den Achselhöhlen, was ganz albern ausschaute. Außerdem roch es nicht gut, denn die Tage in Arkadien waren warm, und im Achselbereich des Gottes troff es vor Schweiß. Das war nicht schön, aber wer sagt, daß Legenden immer schön zu sein haben? Irgendwann jedenfalls wurde Pan der Schweißgeruch zuviel, und er verstarb darob. Über seinen Leichnam hüpften von da ab fröhlich die Schafe, denn sie hatten ja nun keinen Hirten mehr, der sie mit seinem Flötenspiel nerven konnte! Wie süß doch Schafe lachen können, wenn man sie läßt... Aus dieser antiken Fabel jedenfalls entstand der Begriff "deadpan", und Ottfried Fischer machte das sehr fein. Die Schafe hätten in Abwesenheit des Hirten allerdings auch von Wölfen gefressen werden können - zum Beispiel von Werwölfen! Und da wir am 19. des nächsten Monats den berühmtesten Werwolf von Spanien im Filmclub zu Gast haben, habe ich hier für alle, die nicht ausgiebigst von Paul Naschys Treiben + Tun unterrichtet sind, einen kleinen Einführungstext geschrieben, der ein stroboskopkurzes Scheinwerferlicht auf sein Leben und seine Filme wirft. Beim Event werde ich Paul auf der Bühne eingehend interviewen und auch nach den Schafen befragen. Vielleicht auch nach Pan und seiner Flöte. Wer mag, der kann auch auf seiner offiziellen Webpage stromern, auf dem nicht nur Wissenswertes zu Paul zu erfahren ist, sondern auch Interviews mit Carlos Aured und Daniela Giordano verlinkt sind. Da lacht das Herz des Eurofans!
220902
Ein weiterer Wahlsonntag geht zur Neige... Wer hätte gedacht, daß ausgerechnet Jürgen W. Möllemann zum effektivsten Wahlkampfhelfer der rot-grünen Koalition avancieren würde? Seine Prospektaktion zwei Tage vor Wahltermin war ebenso genial wie wirkungsvoll. Allein auf Grundlage seines schauerlich aufgeblähten Egos versenkte er den Spaßbus mit Stoiber an Bord, und dafür gebührt ihm in der Tat mein Dank. Gysi hatte vollkommen recht, als er frustriert anmerkte, daß politische Entscheidungen heutzutage scheinbar sehr an einzelnen Personen festgemacht werden müssen: Er selber sorgte für den Untergang der PDS, Möllemann killte die FDP, und Fischer bescherte den Grünen einen Zuwachs, der auch die Sozis im Sattel hielt. Ich bin heute völlig ungewaschen und nach Eigenseim stinkend zum Wahllokal gegangen, das putzigerweise in einer Schlachterei untergebracht war. Mein Körpergeruch vermengte sich mit den Düften brutal abgemetzelter Rindviecher, und entsprechend aufgekratzt begab ich mich nach Hause, wo Schalke gegen die Gladbacher kämpfte. Das taten die Fußballer in der ersten Halbzeit richtig gut, während die Partie im folgenden zu einem Arbeitssieg für die Blauweißen verflachte. Aber drei verdiente Punkte sind drei verdiente Punkte! Der Tag wurde angemessen abgerundet von Sailor Ripleys Geburtstagsparty, die er mit jener seiner reizenden Herzensdame verband. Die Orgie fand natürlich im Schauburg-Kino statt, wo immer noch einzelne Leichen des Filmclubs vom Vortag herumlagen... Den Gästen wurde Peter Sellers in dem hervorragenden Film WILLKOMMEN MR. CHANCE vorgeführt, der zwar kein echter Partyfilm ist (das wäre eher der umwerfende PARTYSCHRECK!), aber alles zum Thema Politik und Fernsehen aussagt, was man wissen muß... Horch, was ist´s, das da ruft? Es ist mein Bett, das da ruft. Und ich antworte ihm - Nächtle!
210902
Der Club heute war wieder ein echter, unverfälschter Club, da ich in der Nacht zuvor keine Sekunde zum Schlafen gekommen bin! Trotzdem war ich wach und alert und legte beim Jumpen auf die Bühne eine perfekte Stoiber-Imitation hin, will sagen: mich fast auf die Fresse! Dann kämpfte ich mannhaft mit dem immer noch wackelkontaktigen Mikrofon und legte eine ganz nette Ansprache hin. (Die zweite ging nur so.) War mir der zweite Film - immerhin David Cronenbergs RABID - als der sichere Höhepunkt des Programms erschienen, stellte sich doch heraus, daß DJANGO NUDO UND DIE LÜSTERNEN MÄDCHEN VON PORNO HILL ein unerwartetes Highlight der Club-Geschichte bildete! Diente als Grundstein für dieses Werk ein eher mittelprächtiger Softsex-Western von Dave Friedman (BRAND OF SHAME), so stellt die Synchronisation, die der "Mercator"-Verleih diesem Ding angedeihen ließ, eine der unglaublichsten Leistungen dar, die ich jemals miterleben durfte. Rainer Brandt ist gar nichts dagegen, denn während in seinen Eindeutschungen der berühmte Berliner Kneipenjargon das Zepter schwingt, so erfreut DJANGO NUDO das Herz durch unerklärliche, geradezu dadaistisch anmutende Sinnlosigkeiten, die den Film zu sehr bizarrer Kunst machen. So wird eine lesbische Zusammenkunft mit der großbusigen Sex-Sirene Marsha Jordan unterlegt mit einem Schifferliedchen (!), in dem die Sängerin mit einem Seemann namens Lehmann sprechen will... Die Synchrogenies, die hier wirkten, wollten eindeutig den Film sabotieren und unterliefen jede Sexszene mit gewollt groteskem Gestöhne und Bettgequietsche, das an die Geräuschkulisse eines Zombie-Filmes von Fulci erinnert... Toll auch der Abgang des Bösewichts, der von einem Berg fällt: "Au Scheiße, mein Schuh!" Schmutzige Worte werden (wenig gewissenhaft) von der Zensur herausgepiepst, was einige Dialoge völlig zum Erliegen bringt, und bei "besonders schmutzigen" Sexszenen wird schon mal für 30 Sekunden das Bild rot abgedunkelt... Angereichert wurde das unglaubliche Werk durch neu gedrehte deutsche Szenen, in denen ein Cowboy einige Hübschen auf speziell mitgebrachten Wolldecken buntgemusterten Charakters durchzubürsten versucht. Ein vollkommener Kracher, der vom zahlreich erschienenen Publikum begeistert johlend aufgenommen wurde. Groß auch das Hallo, als der Gaststar des Oktober-Buios enthüllt wurde: Der spanische Horrorstar Nummer Eins, Paul Naschy, wird bei uns auf den Latten stehen, die die Welt bedeuten... Die Aufregung ist bereits groß, und ich werde in den nächsten Tagen für Interessierte einen Spezialtext auf die Webpage klatschen, in dem man die gesamte Bandbreite des Naschy-Schaffens nachvollziehen können wird! Morgen ist Wahl, und ich werde da mal hingehen und den berühmten Urnengang vollziehen. Ich habe mich früher nie getraut, verstand ich doch miß, es handele sich um eine böse Rockergruppe namens "Die Urnen-Gang", die mit den sterblichen Überresten lieber Verstorbener Schindluder treibt... Dem ist nicht so, es ist gänzlich ungefährlich, und ich möchte nicht, daß Westerwelle Kanzler wird. Morgen lauert die Bürgerpflicht - heute lauert das Bett!
200902
So - heute bin ich zu rein gar nichts gekommen! Auch die TV-Übersicht habe ich noch nicht fertig, aber für den Samstag habe ich immerhin Hinweise hinterlegt. Das ist auch ganz gut so, denn morgen läuft u.a. Pasquale Festa Campaniles endgenialer Sleaze-Thriller WENN DU KREPIERST, LEBE ICH sowie ein obskurer Slasher von Andrew ALARMSTUFE ROT Davis... Also: Nachsehen! Ansonsten habe ich mir in meinen wenigen Mußeminuten hauptsächlich die Wahlpackung gegeben, und es war in der Tat nicht ohne Unterhaltungswert. Gestern schon trat Ede Stoiber in Mecklenburg-Vorpimpern an und erklärte dort unter anderem den Islam. Das wäre eigentlich eine schöne Idee für eine Schallplatte: "Edmund Stoiber liest aus dem Koran"... ("Für diese Menschen sind wir Feinde!" - Das muß ich Hüseyin sagen, der rollt sich ab!) Auch schön die junge Frau mit dem "Ich will Stoiber!"-Schild. Das hätte ich mir sehr gerne ausgeborgt und die Worte "mit" und "schlafen" klein dazwischengeschrieben. Damit wäre ich bestimmt ins Fernsehen gekommen, und wirkungsvoller als die deppichten Juso-Schreier wäre es auch gewesen. Aber Humor und Politik sind einander nicht grün, da gibt es nix. Beide Kandidaten sind eh wie Boxenluder - aufgeblasen und penetrant! (Quelle: Extra 3) Morgen wird es ganz politisch im Club, der diesmal unter dem Doppelprogramm "Hillfe!" (sic) läuft. Auch wird jetzt ganz offiziell der sensationelle Stargast enthüllt, der im Oktober das Schauburg beehren wird. Niemand hat es geahnt - jetzt wird es konkret! So, ich gehe knacken - Wohlsein!
180902
Man kann sagen, daß es dem Vizemeister Bayer Leverkusen im Moment nicht wirklich blendend geht! Meine Güte, ein 6:2 gegen Balaleikos Athen, und dann noch ein Eigentor mit dem Hintern... (Prust!) Die schlafen heute ganz schlecht - das ist mal sicher. München gelang es nach einer saumägigen ersten Halbzeit, ein 0:2 gegen die Deportierten von La Coruna auszugleichen. Das sprichwörtliche Bayern-Glück glänzte heute aber durch Abwesenheit: La Coruna erzielte den Siegtreffer. (Ist es nicht wirklich bemerkenswert, daß der Club "Deportivo La Coruna" heißt? Ich spreche nicht so gut spanisch und erlaube mir ein Schmunzeln!) Damit es mal wieder was Längeres zu lesen gibt, habe ich einen alten Text über italienische Seventies-Gangsterfilme eingerichtet, was gar nicht so leicht war, da der Artikel noch auf einem alten Rechner entstanden war, der wohl einen anderen Zeichensatz hatte. Da ich kein Internet-Genie bin, wußte ich nicht, wie man Makros kreiert und mußte die ganzen Änderungen von Hand ausführen... Also, lest den Text, denn zwischen seinen Zeilen plätschert das Blut meiner Finger: DIE SPUR DES FALKPLANS! Außerdem habe ich von einer Kinoveranstaltung vernommen, die sich schon bald zutragen wird: In Frankfurt werden zwei tolle Italowestern in einem Filmtheater zu sehen sein. Ob mein Zeitplan es zuläßt, daß ich mich auch da hinbequeme, weiß ich noch nicht, aber wenn Ihr in der Nähe wohnt und steife Pferdeopern aus Bella Italia an dem Ort genießen wollt, wo sie hingehören (im Kino, nicht in Frankfurt!), dann klickt hier! Die entsprechende Seite (die Ende der Woche fertig sein soll), ist auch schon verlinkt... Freie Bahn mit Marzipan!
170902
Zum gestrigen Eintrag kann ich für Progrock-Interessierte noch nachschicken, daß es eine ganz hervorragende Webpage gibt, auf der man die Stories zu praktisch a l l e n relevanten Gruppen nachlesen kann, mit Diskographien und allem Tamtam. Auch sind Links zu anderen Seiten enthalten. Insgesamt erfährt man alles, wofür man sich in diesem Zusammenhang interessieren könnte... Für Fußballfans habe ich auch einen Link anzubieten, nämlich diesen hier. Hier erfährt der legendäre Kommentator Werner Hansch (nur echt mit eingebauter Currywurst!) eine sehr ungewöhnliche Behandlung: Mit der "Werner-Hansch-Maschine" kann man sich eigene Werner-Hansch-Tracks basteln, um die unschöne, unpassende und lärmende Spielbegleitung der meisten gängigen Quasselstrippen zu ersetzen. Seit "ran" ist kommentatorenmäßig nämlich alles aus: Trompetenschwanmäßig blasen die geckenhaften und profilierungssüchtigen Hanswurste jedes noch so dröge Spiel zu KULTproportionen auf. Originale wie Hansi Küpper, Rolf Töpperwien oder Werner Hansch sind da doch eher eine angenehme Randerscheinung und bereiten Spaß, auch im Angesicht des totalen Nichts. Ich werde die Christian-Keßler-Maschine jetzt in die Falle hieven, denn der Tag sitzt mir in den Knochen...
160902
Au Mann, was ringt mir der September ab! Heute bin ich unter einem Apfelbaum einhergegangen und ein güldener Vitaminstoß löste sich vom Geäst, um mir die Schädelkapsel zu ebnen. Zum Glück plumpste er eine Handbreit daneben und plättete stattdessen einen arglosen Regenwurm. Gibt es harmlosere Lebensformen als einen Regenwurm? Nun, zumindest gibt es jetzt eine weniger! Das Erdreich wird´s verkraften... Ich habe heute einen Kuß erhalten, und dieser Kuß läßt den Regenwurm wahrlich wiederauferstehen. Der weiß gar nicht mehr aus noch ein vor Freude, der Regenwurm! Dieser Zombie-Regenwurm in meinem Herzen trieb mich auch dazu, auf WinMX nach alten Weisen aus dem italienischen Progressivrockbereich zu fahnden. Es haben sich nämlich einige CDs, wie neulich angedeutet, verabschiedet, und während man die neueste CD von Eminem ohne weitere Umstände wiederbekommt, muß man nach den Veteranen des italienischen Rockdschungels schon verbissen fahnden! Nicht so auf WinMX - da reichen sich die Heroen die faltigen Hände! So habe ich die LP der Nietzsche-beeinflußten Combo "Museo Rosenbach" - "Zarathustra" - ohne allzu große Umstände downloaden können. Die LP dieser Herren ist für mich die Apotheose der Verbindung von krachigem Beat und langender Poesie - ein völliges Inferno des Schönen und Erstrebbaren. Wer sich das runterlädt, achte auf das großartige Stück "Della Natura" und auf die Tatsache, daß die Vinyl-LP mittlerweile um die 500 Mark kostet! Ansonsten empfehle ich "Il Balletto di Bronzo", die auch in dem Mario-Bava-Film CINQUE BAMBOLE PER UNA LUNA D´AGOSTO vertreten sind. Deren Bandbreite reicht von Spät-60er-Beat zu ausgefallenen 70er-Orgelgewittern. Ebenfalls empfehlenswert sind die Bands "Biglietto per l´inferno" (habe mir ihre gesamten zwo LPs als MP3 gesichert!) und die ehrenwerten "New Trolls". Letztere haben mit dem Filmkomponisten Luis Enriquez Bacalov den Soundtrack zu dem großartigen Giallo DER TODESENGEL geschaffen, der teilweise in ihren "Concerti Grossi" herausgekommen ist. (Die LP habe ich vor nicht allzu langer Zeit auf dem Bremer Flohmarkt für fünf Märker erstanden, inklusive fulminantem Fold-Out-Covers mit Fotos von Maestro Bacalov.) Bacalov hat auch mit der Band "Osanna" den Soundtrack zu u.a. dem Meisterwerk MILANO CALIBRO 9 erarbeitet, der auf einer hervorragenden CD herausgekommen ist, die sich bei mir mittlerweile zersetzt hat! Auch sehr schön sind die Erzeugnisse der etwas experimentelleren Band "Pierrot Lunaire". Ich habe auch nach Sachen von der hervorragenden französischen Gruppe "Ange" gesucht, aber da meldeten sich alle Schlagwörter, die "Ange" in ihrem Titel hatten, alle "Angels" inbegriffen... Nach der besten CD der Gruppe, "Au-delà du Delire" (von 1974) sollte man aber absolut suchen, denn sie ist ebenso theatralisch wie aufregend. Und ein kleiner Tip zum Abschluß: Die schwedische Band "Änglagard" (auch als "Anglagard" auf WinMX vertreten) lohnt sich absolut, denn sie klingt wie italienischer Progrock der 70er, mit gotischen Orgelkadenzen, wilden Breaks und romantischen Passagen, die die gestörte Harmonie skandinavischen Naturidylls anschaulich machen... Wer Italo-Soundtracks mag, der hat viel Grund zum Gründeln in der internetten Sauglandschaft! In 53 Tagen ist Wahl, und wir alle müssen unser Kreuz machen, unseren Kopf erheben und auf eine bessere Zukunft hoffen. Ich habe den Kuß im Nacken, mache mein Kreuz und schaue im Museo Rosenbach nach den Zeugen einer besseren Vergangenheit, auf daß sie der Keim für eine verheißungsvolle Zukunft sein mögen. Ich hoffe ja immer noch. Was wohl der Stoiber hören mag? Na, bestimmt nicht Museo Rosenbach. Die sollte man sich herunterladen, zum eigenen Wohlgefallen. Die LP kostet 500 Mark, mehr als ein europäischer Schwenkeinlauf. Und soviel kostet auch das Bett, in das ich mich jetzt sinken lasse. Wohlsein...
150902
Die Ski-Mähre "Haus, Familie, Hund und Wagen" hat am Firmament meiner Lebensziele noch niemals übermäßig geprangt und geprunkt. Wenn mich dereinst der Onkel mit dem Handfeger aufsucht, dann muß ich nicht unbedingt krähende Kinder hinterlassen. Wenn es doch so sein sollte, dann habe ich auch nichts dagegen, aber es drängt halt kein Kinderwunsch. Das ist bei vielen Mitmenschen ja anders: Sie setzen lauter kleine Knöpfe in die Welt, in der Hoffnung, Konzertpianisten, Opernsoubretten und Nationaltrainer gezeugt zu haben. Viele davon verstopfen später die Straßenbahn, aber manche Racker geraten richtig gut. Ob das auch für die Kinder von Waffennarren gilt, wage ich anzuzweifeln - Littleton und seine Epigonen sprechen eine deutliche Sprache. In den Vereinigten Staaten gibt es ja die "N.R.A.", die Organisation der Waffenträger, für die Charlton Heston immer so schön Werbung macht. Irgendwelche Spaßvögel haben nun eine Webpage aufgezogen, die sich "Kooky Kidz Korner" nennt und von ebendiesen Ballerbälgern handelt... Ich find´s ganz drollig. Ansonsten Euch allen einen schönen Wochenbeginn!
140902
Tja, was ist in den letzten beiden Tagen so passiert? Nichts von Belang, das ist mal klar. Ich trage ein glühend Geheimnis in meinem Busen, und wenn der Tag kommt, an dem der Weizen zur Vollreife gelangt, dann darf ich ernten und künden, aber nicht vorher... Mein Herz lacht in Vorfreude. Die Identität unseres mysteriösen Stargastes wird ja bereits in einigen Foren breitgetreten - welche Plapperliese hat da gepetzt? Um besagten Stargast rankt sich auch ein Text, den ich derzeit in meinen Rechner stanze. Die gesamte Bandbreite seines Schaffens (die in der Tat beträchtlich) wird dort über die Rampe gehievt, und wem seine Bedeutung dort nicht offenbar, dem lockt das Narrenhaus! Nein, der Oktober wird ein Glanzmonat, da gibt es nichts - der Ruhrpott in Flammen, und es sind Flammen der Freude, die da lodern! Die neue "Splatting Image" ist raus, und es ist ein weiterer unbedachter Text von meiner Wenigkeit darin, der aber hier und da recht drollig ist, wie ich finde. Während ich gestern der Geburtstagsfeier der bereits erwähnten schönen Frau beiwohnte (die mit den Tattoos am Bein!), wurde ich heute von einer Traube wilder Freischärler überfallen, die sich das Schalke-Spiel ansehen wollten. Sie wurden belohnt mit Bier und einem Derby (Dortmund : Schalke), das an Angriffslust nichts zu wünschen übrig ließ und mit einem gerechten 1:1 endete. Am neuen Trainer Neubarth habe ich ja erst etwas gezweifelt, da seine mir aus Bremen wohlbekannte gemütsruhige Art mir nicht kompatibel schien mit den Stevens´schen Ausbrüchen. Aber er erfreut sich mittlerweile wohl schon einer gewissen Akzeptanz im Lager der Fans, und das zu Recht, da seine norddeutsche Sachlichkeit auf Schalke wohl den richtigen Ton treffen wird - da kann man einmal um den Pudding butschern, wie man bei uns sagen würde! Werder Bremen, nach dem gloriosen Spiel gegen Nürnberg, gewann heute mit viel Glück gegen erneut eingefrostete Cottbusser. Die vormals so schmissigen Neuzugänge bei Werder verbargen ihr beträchtliches Talent heute, und so war es einem tölpelhaften Eigentor des eigentlich ja sympathischen Cottbusser Schlußmannes vorbehalten, das Spiel zu entscheiden... Trotzdem, Werder wird ranklotzen müssen - wenn die sich jetzt auf ihren Lorbeeren ausruhen, ist am Fünfzehnten der Erste! Und jetzt träume ich von schönen Näbeln...
120902
Heute bin ich nach Iserlohn gefahren und habe mit einer Freundin eine Sache bekakelt, von der ich bislang nicht einmal zu träumen gewagt habe - als Schauspieler auf einer Bühne zu stehen! Daß hierfür ausgerechnet die Rolle des Brick in Tennessee Williams´ DIE KATZE AUF DEM HEISSEN BLECHDACH ausgewählt wurde, läßt mich erschaudern in meinen Pantinen... Ich in den Fußstapfen von Paul Newman? Ich habe mich bislang eher in den Fußstapfen von Alfred E. Neumann gewähnt, aber so kann man sich täuschen. Ich bin vollkommen geplättet nach Hause gefahren und mußte mir danach erst einmal die DVD von CAT ON A HOT TIN ROOF reinziehen. Zwar habe ich bereits eine längere Arbeit über CAT und verschiedene andere Williams-Stücke geschrieben, aber unter diesem neuen Gesichtswinkel betrachtet nahm das Stück doch ganz andere Formen an. Paul Newman auf seinen Krücken, völlig blockiert und eingefroren von den Lügen um ihn herum; unfähig, ein Kind zu zeugen; verhext von den Whiskyflaschen in seinem Apartment... Und daneben steht die junge Elizabeth Taylor und will ihm eine gute Frau sein - mann, wie muß man sich da fühlen, wenn man das auf einer Bühne nachempfinden darf! Ich kann das hoffentlich bald nachempfinden, und wenn das soweit ist, werde ich das hier natürlich fett ankündigen, auf daß möglichst viele meine Schmach nachvollziehen können... Aber ich finde den Gedanken wahnsinnig spannend, ein Stück mit vielen Leuten zu erarbeiten. Im Film sind mir erneut all die kleinen Gesten aufgefallen, wenn etwa Whiskygläser oder Bettpfosten liebevoll gestreichelt werden und Impotenz, Haß, Angst, Scham und alle möglichen anderen Gefühle daraus hervorströmen... Das wird eine sehr spannende Angelegenheit. Und vielleicht passieren ja sonst auch noch ein paar spannende Sachen in meinem Leben - ich ahne da sowas!
100902
Freitag der 13. naht, und damit meine ich nicht den 10. Teil der berüchtigten Filmreihe, sondern "The Real Thing", wie das auf Neudeutsch heißt! Am Freitag haben gleich zwei liebe Bekannte von mir Geburtstag, und da heißt es feiern. Da heißt es auch, einen Gewissenskonflikt aufzudröseln: Zu welcher Feier gehe ich nun? Der Verschmähte wird mir das bis ans Ende meines irdischen Lebens nicht verzeihen, das ist mal sicher. Ich denke, ich entscheide mich für die schöne Frau! Für die habe ich auch schon eine schöne CD-R zusammengestellt, die den blutgetränkten Boden des italienischen Horrorfilms durchpflügt... Ich wußte ja gar nicht mehr, was ich da alles an musikalischen Absonderlichkeiten rumfliegen habe! Auf der CD finden sich so schöne Sachen wie WOODOO, GLOCKENSEIL, GEISTERSTADT, SHOCK, CANNIBAL HOLOGRAUS, MALASTRANA, MAUER, ASPHALT-KANNIBALEN, GROSSANGRIFF, ASTARON, ZOMBIES UNTER, THE CHURCH, ABSURD, NERO VENEZIANO, sowie andere klingende Spezereien aus dem fernen Land. Bei dieser Gelegenheit ist mir aufgefallen, daß meine CD mit dem tollen Soundtrack zu Argentos INFERNO sich in einen Haufen silbernen Schischkebabs verwandelt hat... Es tobte ja mal das Gerücht, CDs würden sich irgendwann auflösen und ihre Daten verlieren. Heute wissen wir, daß das etwas mit dem Aufdruck oder dem Kleber gewisser Datenträger zu tun hat. Nur kommen diese Degenerationserscheinungen ausgesprochen häufig bei italienischen Disks vor. Das ist jetzt schon die dritte "Cinevox"-CD, die sich bei mir verabschiedet hat, und die "New Trolls" haben auch schon auf Wiedersehen gesagt. (=das "Concerto Grosso"-Album, wo auch Stücke von Lucidis TODESENGEL drauf enthalten sind!) Ich werde mir demnächst von den wichtigsten Alben Sicherheitskopien ziehen, denn daß meine Progressivrocksachen von z.B. "Museo Rosenbach" den Rosenbach runtergehen, möchte ich nun wirklich nicht - die bekomme ich in hundert Jahren nicht wieder! *grein* Gerade sehe ich George Bush und Tony Blair im Fernsehen. Tony Blair sieht wirklich etwas aus wie Fats, die Bauchrednerpuppe von Anthony Hopkins in dem unheimlichen Film MAGIC. (Von dem habe ich mir gerade den Soundtrack aus dem I-Net gesaugt, hihi!) Morgen ist der 11., und ich hoffe mal, daß keine Mistigkeiten stattfinden. Werder Bremen hat heute endlich mal wieder brilliert, und das ohne Wenn und Aber - das beste Spiel seit Leverkusen in der letzten Saison. Der neue Paßgeber - Micoud oder so ähnlich - hat gespielt wie ein junger Gott und hat sogar ein Tor geschossen! Ailton und Lisztes wurden von der Energie dieses jungen Mannes mitgerissen und spielten so gut wie lange nicht. 4:1 besiegten meine Fischköpfe die Nürnberger Lebkuchenmänner, die erschreckend lausig agierten. Die anderen Ergebnisse sind uninteressant. Morgen spielt Schalke, da sieht man weiter...
090902
Ich habe gerade eine Punk-CD für eine liebe Freundin aufgenommen. Das Gekrache gellt mir noch in den Ohren und vermischt sich mit dem Walkampftand, der vom Phoenix und von n-tv herüberdröhnt. Schroiber, Guido Westerwelle, Herr Laurens, Jürgen WM, Angela "Naturbelassener Haarhaushalt" Merkel, Claudia "Sieht aus wie Alida Gundlach" Roth, Friedriecht Merz, Gregor Gysi, Müntefering (hatte der mal einen Vornamen?) und die ganzen anderen Kanonen. Da wünscht man sich Brandt und Strauß zurück - die haben wenigstens Gas gegeben! Da wußte man wenigstens noch, wer als erster auf den Knopf drückt... Ich wäre sehr dafür, daß man MICH zum Kanzler macht! Ich würde zwar größtenteils durch Abwesenheit glänzen und die Parlamentarierrunden schwänzen, aber bei mir würde es diktatorisch durchgedrückte Unzweifelbarkeiten geben. Krieg käme bei mir nicht in Frage, nicht einmal gegen den Hundesohn, der den Kanaldeckel hergestellt hat, der jetzt wieder vor meinem Schlafzimmerfenster klonkert. (Stöhn!) Zur Leitfigur der Bundesrepublik Deutschland würde der Enterich Donald Duck erhoben, dessen cholerische Launen in den Cartoons von Carl Barks und Don Rosa angemessen verewigt worden sind. Da würde der allseits angestrebte Bürgersinn konterkariert werden von einem sehr viel realistischeren Egoismus, der der menschlichen Natur wesentlich näher käme als der in den Medien vorgeführte Popelismus. Man kann als halbwegs sensibler und begripster Normalbürger derzeit keinen anderen Eindruck gewinnen als den, daß die Herrschenden der Welt den Kopf knietief im Anus der Eitelkeit eingeführt haben. Es geht um was anderes als die Arbeitsstellen der Redeführenden? Wäre fein, wenn ich da etwas falsch verstanden habe. Ich freue mich mittlerweile schon auf den 22., weil ich da zumindest dem größeren Übel etwas entgegensetzen kann. Nur ein kleiner Tropfen auf dem längst kaltgewordenen Stein, aber ich habe keinen Bock auf Menschendarsteller, denen das Gemeinwohl so wohlfeil auf der Zunge liegt wie anderen Leuten der Bio-Yoghurt. Ich kann nur sagen: Wählt nach Eurer Sympathie. Lügen tun beide. Das ist so klar wie der Schnee auf dem Himalaya. Aber das Gefühl verrät einem immerhin, wer einen mit weniger großer Wahrscheinlichkeit verkauft. Erneut: Wäre ich Kanzler, so gäbe es mit mir keinen Krieg! Ich würde mit Guidos Spaßmobil nach Jerusalem fahren, dem blöden Scharon in den Arsch treten und mit den dort ansässigen jüdischen Einwohnern Brüderschaft trinken, bis wir unter den Kiepen liegen. Danach kämen die Palästinenser dran, und Arafat und der Berg Ararat würden unter dem dargebotenen Festtagsjubel erbeben. Die PLO-Bosse würden mit mir nach Klezmer-Musik tanzen und Mazzeklöße verschnackeln. Aber das ist nur ein frommer Traum. Derzeit regiert das Weltgeschehen, und das gebietet Vorsicht vor der allgegenwärtigen Dummheit und Herzlosigkeit. Da ich jetzt noch nicht ganz müde bin, noch ein kleiner Punktext:
auch 090902
Und das Thema "Rechtsextremismus" ist auch da nicht weit, denn die Leverkusener Band OHL ist schon immer mit der braunen Dornenkrone zusammengebracht worden. Zu Unrecht, wie ich finde, denn ihre Aktivitäten kokettierten zwar immer mit der Nazi-Thematik, ergaben sich ihr aber niemals. Das erste Album der Band, "Heimatfront", ist nach wie vor auf dem Index der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (aufgrund vermeintlicher rechtsradikaler Tendenzen), was ich sehr bedauere, denn das Album ist alles andere als rechter Dreck, sondern einer der letzten Punkklassiker aus diesem schönen Lande. OHL haben gerne Kriegsbilder auf ihren Covern verwendet, aber sie deswegen mit dem braunen Pack zu verbinden, ist ebenso irreführend wie kontraproduktiv. Deutscher W. und seine Mannen haben ihrer Abneigung gegen jedweden politischen Totalitarismus Ausdruck verliehen, sowohl links als auch rechts, und das in sehr krachiger und brachialer Manier. Wenn man das Deutschland-Lied der Gruppe und die Bezugnahmen auf "Nazi-Ratten" hört, braucht es schon einigen bösen Willen, um sie in das rechtsradikale Spektrum einzuordnen. (Wenn ich das "Türkenlied" auch nach wie vor problematisch finde, aber darüber könnte ich dann mit dem Herrn W. streiten. Nazikram ist das keinesfalls.) Die Gruppe formuliert höchst aktuelle Wut im Angesicht der bleichgesichtigen Lügerei, wie sie uns alltags aus der Glotze entgegenplärrt, und daß das nicht immer in sprachlicher Feinkultur erfolgt, wertet die Musik nicht ab, sondern unterstreicht, daß Punk eine Gefühlsäußerung aus dem Bauch ist. "Worte sind sinnlos, es leben Geräusche!" schreit der Herr W., und er hat nicht ganz unrecht damit. Wer sich etwas aus dem Internet heruntersaugen möchte, dem empfehle ich das Stück "Belsen war ein KZ", das den vermeintlich rechten Tenor der Gruppe anschaulich demonstriert. OHL sind Geschrei, aber sie sind keine Nazis. Und deshalb hier ein Verweis auf ihre hoffentlich bald ausgebaute Website, bei der man ruhig Bookmarks setzen darf - es geschieht bald was... Und wer die Cramps und ihren Horror-Rock´n´Roll mag, dem empfehle ich Der Fluch, bei dem Deutscher W. ebenfalls gröhlt, nur gänzlich andersgeartete Texte. Die ersten Vinyl-Veröffentlichungen sind auf der LP "Die Nacht des Jägers" hervorragend zusammengefaßt und sehen ihrem preisgünstigen Erwerb freudig entgegen. Und jetzt schlaffe ich ab - ein Hoch auf die dicke Katze und ihren Traum von den wieseligen Mäusen! (Zuerst noch ein Link zu den Radierern, auf deren Seite es jetzt eine kleine Historie mit diversen aufregenden Fotos gibt...)
080902
Ich möchte gerne ein paar Kilo abnehmen. Es ist ja nicht ganz ausgeschlossen, daß ich mich in näherer Zukunft mal wieder vor einer Frau ausziehen muß, und da soll nicht herzloses Gelächter meine Belohnung sein! Da ich von Natur aus eher faul bin, muß ich also meine Ernährung umstellen... Hm, also, dann lassen wir die Crémebällchen mal beiseite. Schade nur, daß ich so etwas eh nicht esse. Noch esse ich türkischen Honig, Marshmellows, Schokoriegel, Erdnüsse, Karamelbonschen oder diese Riesenlollis, die man immer in Geschenkläden bekommt. Eigentlich ernähre ich mich schon ganz gut. Selbst die widerwärtige Zuckerplörre der Coca-Cola-GmbH, die ich früher literweise in mich reingenuckelt habe, steht schon seit längerem auf dem Abstellgleis und greint. Aber da war doch noch was... Genau: Salzkram! Ich esse für mein Leben gerne Knabbergebäck, und wenn man etwas für sein Leben gerne ißt, dann ist es garantiert gefährlich oder macht dick. Sollte man meinen. Tatsächlich habe ich heute übers Internet herausgefunden, daß es nur die Kartoffelchips sind, die den Wanst schwellen machen! Salzstangen hingegen sind fettarm und bringen gar nichts zum Schwellen, außer vielleicht die Nudel. Präzise sieht es so aus, daß eine Packung dusseliger Chips ungefähr 1000 Kalorien besitzen und massenweise Fett! Die Salzsäulchen halten sich fettmäßig zurück und kommen pro Packung auf schlanke 300 Kalorien. Das ließe sich - laut Diätexpertin - noch unterbieten, äße man zum Fernsehspaß geschälte Möhren, aber wer so etwas tut, der verdient es nicht, als Filmfan bezeichnet zu werden... Ho, dann sollen Salzstangen meinen Weg säumen! Bahlsen, du bekommst Besuch von mir, und wenn das irgendeiner Diätwachtel nicht schmecken sollte, dann bekommt sie von mir eine Flasche Möhrensaft auf den Dez gesemmelt! Das Kanzlerduell war erwartungsgemäß unbrisant, unbrisanter gar als das gestrige Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Litauen. Besser war da schon der Kick Färöer Inseln : Schottland, denn die Färöer waren klar besser! Irrsinn - die vom Bundesberti geführten Schotten spielten, als hätten sie Möhrensaft in den Beinen. Es gibt zwar Klans in Scottland, aber offensichtlich auch Clowns, und die lagen bald 0:2 zurück gegen die lustigen Färöer... Zu meinem unendlichen Leidwesen bekamen die beschämenden Schotten (= quasi Schöttchen!) noch ein Unentschieden hin (ein Eigentor von den Färöern!), aber die Schande ist ihnen so gewiß wie mir das Salz der Erde, auf Stangen gebrezelt. Und jetzt mache ich die Schotten dicht und gehe nach Bett!
070902
Gestern kündigte ich bereits an, etwas über Krazy Kat zu schreiben. Krazy Kat also war die Kopfgeburt des amerikanischen Comiczeichners George Herriman, der die Figur zuerst als Nebendarsteller in seiner Serie "Familie Dingbat" einsetzte. 1916 war aus Krazy Kat ein eigener Comic Strip geworden, und was für einer: Über 30 Jahre lang malträtierte die Anarchisten-Maus Ignatz den titelgebenden Kater - meist, indem Ignatz ihm einen Ziegelstein an die Omme semmelt! Was mich sofort für diesen Comic einnahm, war seine angenehme Reduziertheit - in nur wenigen Strichen fing Herriman absolut genial eine existentielle Tragik ein, die nur als alltäglich bezeichnet werden kann! In geradezu monomanischer Manier geht es in den meisten Strips einfach darum, daß Ignatz Krazy Kat die Wurfgeschosse an die Birne donnert, und was das Verwirrende ist - Krazy findet das richtig super! Der hält die Ziegelsteine für Liebesbeweise von Ignatz: "Wuh, ich bin ´ne Heppy Heppy Kat!" Ignatz aber kennt keine Liebe. Der sieht eine Katze und muß schmeißen, das ist wie ein Zwang... Dem steht gelegentlich der Störfaktor Wachtmeister Kläff - der Krazy vor der fiesen Maus beschützen möchte - im Wege: Ignatz´ Reise endet nicht selten im Knast! Warum der bei aller Liebe etwas unterbelichtete Krazy K. dem Beulenhagel so liebevoll gegenübersteht, ist in den Jahrzehnten seit seiner Entstehung Gegenstand so mancher Diskussion gewesen, und die Mutmaßungen harmonisieren auch mit den philosophischen Grundfragen, die da gelegentlich angeschnitten werden. Am Schluß endet alles mit dem Ziegelstein! Ich finde, solch einen subversiv humorigen Comic sollte man lieben, und ich werde mich auch gleich weiter in den Prachtband hineinlesen, den mir Ralf geliehen hat... Wer Lust hat, sich comicmäßig etwas weiterzuinformieren, der findet hier die KK-Page eines Zeitgenossen (der sogar seinen Sohn Ignatz genannt hat!) und hier einige KK-Comics zum Ankucken...
060902
Eigentlich wollte ich ja nichts mehr über Politik schreiben, aber als ich von der Tankstelle nach Hause kam, in der ich eine Tüte "Funny Frisch"-Irgendwasse erstanden hatte, flimmerte eine Sendung der ARD über den Äther, die sich "Chill Out" nannte, glaube ich. Darin saß eine schnippisch und gewitzt rüberkommende Endteenagerin auf einem Stuhl, die Barfüße lässig auf die Sitzfläche gekrumpelt, und interviewte Günni Beckstein! Ist es das, was mit Bürgernähe gemeint ist? Ein gestandener CSU-Politiker, der mit einem Girlie plauscht? Ich finde es ja immer eher peinlich, wenn sich Politiker z.B. bei Harald Schmidt um Humor bemühen, aber diese Zurschaustellung war ein unerwarteter Glanzpunkt des TV-Programmes: Eckstein redete sich dermaßen um Kopf und Kragen, daß das garantiert bei Stefan Raab auftauchen wird. Besonders drollig wurde es, als Beckie auf den Konsum von Haschisch angesprochen wurde. So äußerte er etwa den unsterblichen Satz: "Wir haben Tote, die mit Haschisch rumfahren!" Boah, cool ey, ein Drogen-Zombiefilm, erdacht von unserem zukünftigen Innenminister! "Hasch macht lasch!" konterte er lässig, zu der gefährlichen Wirkung weicher Rauschdrogen befragt. Er verteidigte das bayerische Bier mannhaft gegen die Anfechtungen der Moderatorin. Drogenpolitik, wie ich sie mir wünsche! (Erinnerte mich an die Szene aus FROM HELL, in der Johnny Depp einen Würfelzucker mit Laudanum tränkt, um ihn dann über Absinth zu flambieren...) Beckstein bemerkte, daß seine eigenen Kinder jeden Mitmenschen, den sie mir Drogen erwischen würden, unverzüglich "in den Bau stellen" würden... Zur Erziehung seiner Kinder ließ er vermelden, daß Patscher auf den Po durchaus erfolgten, denn er selber war ja von seinen Eltern beklatscht worden: "Die Ohrfeigen haben mir nichts geschadet!" Cool, wa? Denkt Euch Euren Teil dazu... Zum Thema Erfurt meinte er dann, daß die gräßlichen Computerspiele mit den Ballereien ("pro zerschossenem Kopf zwölf Punkte" - na, bei ihm gibt es NULL!) sehr verrohend seien, während in den Schützenvereinen "pädagogische Einwirkung" erfolgen würde... Sagt mal, möchtet Ihr so jemanden als Außenminister haben? Darf das sein? Was immer gegen Schily einzuwenden ist, aber der ist zumindest als "Sam der Adler" absolut brillant, während Beckstein... Okay, ich gehe zur Wahl, dazu habe ich mich jetzt entschieden! Es gibt gewisse Sachen, die dürfen einfach nicht passieren. Etwas ganz anderes gilt für Simon Gosejohanns neue Show COMEDY STREET, für die das Format der Sendung TRIGGER TV verwendet wurde: Simon geht verkleidet auf die Straße und stellt mit harmlosen Passanten Schindluder an. Das sieht dann so aus, daß er z.B. in Polizeiuniform eine Straße entlangschlendert, dann einen Wagen entdeckt, der falsch geparkt ist, vor den Augen von entsetzten Passanten mit einem Karatekick die Seitenscheibe eintritt und ungerührt weiterlatscht! Auch schön die diversen Gelegenheiten, bei denen ein Mitarbeiter mit einem Passanten parliert, dann bremst quietschend ein Krankenwagen, dem zwei Pfleger mit Zwangsjacke entsteigen und den Kollegen entführen... Mein Favorit waren die sehr abgerissenen Rave-Jugendlichen, die vom Polizisten Simon als "Ihr Satanisten!" angepöbelt wurden - Ralf und ich haben gut geschrien! Überhaupt waren die eher surrealen und nicht ganz so pointenorientierten Sachen die Höhepunkte, aber davon gab´s weiß Gott genug. Simon hat als Schauspieler eine echte Karriere vor sich, aber wer hätte das je bezweifelt? Nächste Woche am Donnerstag: Erst den tollen CAPTAIN COSMOTIC (jetzt auf DVD!) kucken, dann die zweite Folge dieses Guerilla-Humors... Morgen gibt es etwas über diesen Herrn:
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Der ist nämlich ein Held!
050902
Was werden den fernsehsüchtigen Paranoikern derzeit nur für Leckerli geboten! In den USA verdichten sich die Hinweise darauf, daß nach dem Springspinnenfilm ARAC ATTACK demnächst mit der weit aufwendiger produzierten Fortsetzung IRAQ ATTACK zu rechnen ist. Die Hauptdarsteller sind schon jetzt weit schlechter als David Arquette, und die dargebotenen Effekte werden kaum computergeneriert sein. In Hamburch wurde heute fast Ronald McSchill als Innenminister abgedankt, nach seiner schlecht beratenen Rüpelei im Bundestag, aber die von den Medien im Vorfeld aufgebaute Spannung erwies sich schon bald als Mogelpackung, da die Gang um Ole von Borschtsch sich unverzüglich auf geduldiges Stillhalten geeinigt hatte. Getan hat sich trotzdem noch nicht viel in der von mir sehr geliebten Nordlichthochburg - stumpfes Geplapper allenthalben. Am 22. September werde ich jetzt übrigens doch zur Wahl gehen, denn obwohl ich Schröder und sein Schraubgrinsen als hochgradig peinsam empfinde ("Doris, köpf´ Schröder!"), ist die Aussicht, demnächst den Sesamstraßenbewohner Stoiber (seht Euch mal die Bewegungsmotorik an!) im Kanzleramt begrüßen zu dürfen, doch ein zu großer Downer, als daß man das passieren lassen dürfte... Wie schön, daß es da noch Freunde gibt! Heute habe ich einem besonders sleazigen Abend bei Ingojira beiwohnen dürfen, der zu Ehren von Herzensfreund Gyser stattfand. Jener hat uns aus Dänemark einige besonders schebbige De-Naturalien mitgebracht, aus denen man lecker Pampe basteln konnte. Das taten wir dann. Als Resultat winkten dänische Hotdogs mit ihren knallroten Würstchen. Tonnenweise krautgetränkte Remoulade wurde auf die armen Fleischprodukte draufgekellt. Ketchup und Röstzwiebeln, kombiniert mit Senf, taten ihr übriges Bestes. So etwas kann man an keinem Busbahnhof der Bundesrepublik bekommen! Das war richtig leckerer Kohlehydratschindluder, der da getrieben wurde... Dazu wurde heftig gequasselt und auch einige üble Nachrede getrieben. Ein Mitglied der Runde erwähnte eine Episode aus seinem Dasein, wo er in einem chinesischen Restaurant ein Krebsgericht gereicht bekam, in dem sich die Krebse um Süßholz herumwanden. Nichts Böses ahnend, knabberte er Krebs wie Holz. Die dort vertretene Runde fragte dann irgendwann den Kellner, wie man das Gericht denn äße. Der Kellner starrte entgeistert auf die halb aufgefressenen Süßholzstumpen und sagte nur: "So nicht!" Er verschwand in der Küche. Bald kam der Koch und verschwand prustend. Im weiteren Verlauf des Abends erschienen immer neue Interessierte und bekuckten sich den Mann, der die Hölzer aß... Ich mochte die Geschichte! Ansonsten besprachen wir noch den anstehenden Besuch unseres nächsten Buio-Gaststars im Oktober. Wer das sein wird, wird erst beim nächsten Treffen in zwoeinhalb Wochen bekanntgegeben. Nur soviel: Die Nation wird kopfstehen! (Nur soviel: Er ist kräftig und ist nicht Bud Spencer...)
040902
Ich habe am heutigen Tage eine längere Review zu Pupi Avatis 1996 erschienenem Semi-Horrorfilm L´ARCANO INCANTATORE geschrieben. Texte wie diesen, die aus meinen sonstigen Artikeln herausfallen, werde ich in nächster Zeit des öfteren verfassen, denn es gibt viele Filme, von denen die meisten Leser noch nie etwas gehört haben werden, und deren Existenz trotzdem gefeiert werden sollte! Wenn genügend solcher Texte vorhanden sind, werde ich sie auf meiner Page in einer speziellen Rubrik zusammenfassen. Vielleicht schreibe ich ja auch etwas über Andrea DIE RÜCKKEHR DER ZOMBIES Bianchis neues Opus, das auf den Namen FLESHY DOLL hört und angeblich auf einem Werk von Oscar Wilde basieren soll... Oscar Wildes FLESHY DOLL - suuuuuper!!! *gröhl*
030902
Obwohl ich eigentlich heute beabsichtigte, die Abenteuer des ehrenwerten Kommissar Ernsts weiterzuschmieden, sind mir die Vinylerzeugnisse der Band "Die Goldenen Zitronen" vor die Nase gerutscht, die ich mir neulich vom Ralf ausgeliehen habe. Gleichzeitig kam mir der Umstand in den Sinn, daß ich vor kurzer Zeit eine überaus honorige Kiste Beck´s Bier aus meiner Heimatstadt in meiner Rumpelkammer verstaut hatte. Zwischen beiden Gegebenheiten einen Zusammenhang herzuleiten, war nicht nur eins, sondern auch naheliegend, und schon vergrub ich meine Nase in edlem Gerstensaft, während Schorsch Kamerun und die Seinen ihren Punk/Rock´n´Roll abrollten. Wer die Gruppe kennt, weiß, daß es wirklich schlimmere Möglichkeiten gibt, eine Nacht durchzubringen, aber der Kommissar Ernst kam in seinen Ermittlungen keinen Deut weiter... Naja, das lieben wir ja an unserer Polizei - stoische Unbewegtheit im Angesicht der fahlen Fakten! Zwischendurch sah ich auch mal eine Talkshow, in der Jutta Speidel von Reinhold Beckmann bespeichelt wurde. (Wie meinte er so schön in bezug auf Beziehungspartner, die sich nicht ins Geheimnisvolle kleiden? ""Schon am Anfang bohrende Langeweile..." Ich kugelte mich in Anbetracht des ungelenken Gebalzes.) Danach erschien noch ein Filzbart mit Brille, der andeutete, daß Prinzessin Diana in Wirklichkeit ein notgeiles Luder gewesen sei... Wie reizvoll ich diesen Mythos auch finde, aber nein, lieber Filzbart, Frau Diana war nur eine bleiche Kindergärtnerin, die sich schimmerlos in das Regelwerk langweiliger und regelhöriger Briten begab und dort ums Leben kam. Diana, das geile Lutschluder - wirklich nur ein Mythos, gestrickt von unterversorgten Hausfrauen. Aber es klang sehr fantasievoll. Ich finde die Tendenz mancher Mitmenschen, das zum Herrgottserbarmen Banale in libidinöse Geflechte zu verstricken, eher rührend als verteufelnswert. Sie mühen sich ja nur um unsere Unterhaltung. Diana hat NIEMALS absichtlich ihre Schenkel entblößt - sie hätte ihrer grauen Schwiegerlurchmama niemals den Fehdehandschuh des Menschseins ins faltige Antlitz geworfen! Daß sie so spektakulär von der Weltbühne abgetreten ist, ist eigentlich eher eine Ungerechtigkeit, denn Dodi hat ihr garantiert im Moment des gemeinsamen Hinscheidens nur die neuesten Klatschberichte aus dem "Daily Mirror" vorgetragen. Damit hatte es sich dann auch: Prollschnepfe kaputt! Der Buckingham-Palast (den sie nach dem Wunsch besagten Filzbartes durchgefickt hat bis zum Wachpersonal) vulvierte kurz im Sensationstaumel, dann kehrte schon wieder die bewährte Leblosigkeit ein. Selten ein so langweiliges Königshaus gesehen. In 500 Tagen haben wir Wahl - da müssen wir sehen, wo wir bleiben. Ich wollte, wir hätten auch eine Monarchie. Eine Monarchie mit Grips in der Birne und Zement in den Eiern. Da würden auch Skandalgeschichten als sympathieheischende Maßnahmen anerkannt. Hierzulande streitet man sich um Bonusmeilen. Streiten wir uns lieber um die imaginären Skandale unseres Kanzlers, seiner Gattin und ihres Hofstaats! Sehr viel interessanter als das nerv- und vernunfttötende Geschmocke, daß zur Zeit stattfindet... Ich haue mir jetzt eine kalorienarme Diätwurst um die Ohren, bis ich schnarche!
020802080208...
Tja, bald haben wir die Qual der Wahl - da heißt es, den attraktiveren der beiden uns angebotenen Sahneproppen zu wählen! Da läuft einem doch das Wasser im Munde zusammen... Ich habe, während ich am Rechner saß und tippte, gelegentlich einen Blick auf Stoiber geworfen, der gerade eine Rede an seine Fraktionsgenossen richtete. Das war ganz erbaulich, da ich den Ton abgedreht hatte und fesche Musik zu den dargebotenen Verrenkungen einsog. Der Edmund gewann so ganz entschieden - er wurde direkt unschuldig. Seine laute Gestik erinnerte etwas an Robert, den von mir so geschätzten Talkmaster aus der "Sesamstraße", und auch die Mimik war nicht unähnlich... Vorher stellte Frau Merkel noch etwas dar, vermutlich den naturbelassenen ph-Wert ihrer Haare. Eigentlich sind das ganz liebenswerte Leute, denen man gerne auf der dunklen Seite des Mondes begegnen würde. Allerdings nur da. Dem Beckstein - der gelegentlich ein repressives Grinsen über seine schweinsledernen Lippen gleiten ließ - würde ich nicht einmal dort begegnen wollen! Das Dumme ist nur: Die Leute von der SPD sind nicht wesentlich sympathischer. Was tun? Fragen über Fragen... In anderen Ländern löst man solche Fragen auf sehr unkomplizierte Weise, wie ich gerade heute in dem hervorragenden Buch "Mondo Macabro" lesen durfte. Als Imelda Marcos (die schuhfreudige Gattin des damaligen philippinischen Staatschefs) in Manila ein Filmzentrum bauen ließ, sparten die Verantwortlichen aus Hast und aus Geiz an vernünftigen Baumaterialien. Folglich brach ein Teil des Prachtbaus auch kurz vor der Fertigstellung zusammen und begrub zahlreiche Bauarbeiter unter sich. Da die Galapremiere des Renommierprojektes winkte, machte man nicht viel Federlesens und sägte die herausragenden Gliedmaßen einfach ab. Die Stümpfe wurden dann mit Zement übergetüncht. Als die Eröffnung dann stattfand, sirrte die Luft in dem Gebäude vor Fliegen, und der Geruch von fauligem Fleisch hing über dem Anwesen... 14 Jahre später - 1996 - wurde dann ein Exorzismus abgehalten, um die Geister der solchermaßen gefrevelten Arbeitnehmer zu besänftigen! So geschehen auf den Philippinen. Nicht zu glauben, was alles in der Welt passiert. Bei mir im Bett passiert jetzt Folgendes: Eine Bettdecke wird beiseitegeschoben, ein müder Körper hineingehievt, und dann geht das große Geschnarche los. Die Fliegen sirren um die Stümpfe von Schroiber & Konsorten, und ich bin froh, da weit weg. Ich bin im Traumland. Versäumen Sie nicht das bald anstehende "Anden-Flugzeugabsturz-Kochbuch"!
010902
Ha, ich mag das Bild der dicken Katze total gerne! Die schaut so drein, als hätte sie etwas zu verbergen, und zwar vor dem Menschen, der sie gerade gefüttert hat - das finde ich total chefig... Ich habe gestern einen Film angekündigt, den ich vor kurzer Zeit gesehen habe: WELCOME HOME BROTHER CHARLES aka SOUL VENGEANCE. Während ich ja schon immer ein exploitationgeschultes Auge auf Blaxploitation-Filme geworfen habe, die das Herz durch bunte Schlaghosen, grelle Frisuren und knallige Klänge erfreuen, so war dieser Film eine rechte Offenbarung. Leiht man sich das deutsche Videotape aus (TERROR TOWN von "Vegas Video"), so gewinnt man aus den Coverfotos den Eindruck eines normalen Gangsterfilmes mit schwarzhäutigen Darstellern. Man ahnt noch keine Bizarrerien. Tatsächlich handelt der Film von einem kleinen Ganoven, der von seinen Mitgaunern in den Morast geritten worden ist und mehrere Jahre im Knast verbringen mußte. Unter den dort obwaltenden beengten Bedingungen lernte er einen Voodoopriester kennen, der diverse fesche Zaubersprüche auf Lager hatte. Frisch aus dem Karzer entlassen, heftet er sich sogleich auf die Spur seiner untreuen Gefährten von einst. Und er legt sie um - einen nach dem anderen. Es wird zunächst gar nicht so klar, wie er dies bewerkstelligt. Aber schon bald wird klar, daß er jetzt in der Lage ist, seinen Penis auf die Länge von mehreren Metern anschwellen zu lassen. Damit erdrosselt er dann seine Widersacher. Ahnt jemand, was in den Herzen der Videothekenkunden vorgegangen sein mag, die sich das Ding seinerzeit ausgeliehen haben, in Erwartung eines simplen Gangsterfilmes? Es gibt nur eine einzige Szene, in der der Vorgang wirklich explizit vorgeführt wird. Aber er gehört wohl zu den ewigen Momenten des Kinos und spottet jeder Beschreibung! Regisseur Jamaa Fanaka ließ in seine Filme gerne dokumentarische Aufnahmen einfließen, und auch TERROR TOWN macht da keine Ausnahme. Seine diversen PENITENTIARY-Filme sind natürlich die (sehr unterhaltsamen) Kracher, für die man ihn kennt und schätzt, aber wer mal etwas wirklich Absonderliches sehen will, der halte sich an Bruder Charles und seinen Staubsaugerschlauch - da geht die Vampyrette in den Overdrive! Im Moment träume ich nicht von Staubsaugerschläuchen, sondern von anderen Dingen, aber davon werdet Ihr hier noch früh genug erfahren - der Himmel ist das Paradies der Sünder ohne Gedächtnis, und wer mir ein Gutes wünscht, der drücke mir bitte die Daumen - ich höre die Schmetterlinge, aber ich möchte ihren Flügelschlag in meinen Eingeweiden spüren! Da bekommen die Memoiren einen Goldrand, und ich bin im Moment ganz durcheinander...