STUMME ZEUGEN DES GESTERN
Auf den ersten Blick sieht dies wie
eine gewöhnliche Steinmauer aus. Tatsächlich spielt sich hier
aber ein maritimes Drama ab: Eine Riesenmuräne (ca. 5 cm von unten
links) hat bei einem Biß in ein deutsches Unterseeboot ihre
Zähne verloren und klagt einer Riesenelritze (rechts) ihr Leid.
Der Künstler hat die verzweifelte Panik des Meerestieres (das
jetzt um sein Überleben bangen muß) ebenso realistisch
eingefangen wie den stoischen Gleichmut der Elritze. Der Riesendorsch
rechts unten sagt gar nichts, denn er liegt tot am Meeresgrund. Ein Wal
direkt über den Gesprächspartnern schaut irritert auf die
beiden hinab, was bemerkenswert ist ob seiner perspektivischen
Gestaltung - wir sehen nur das uns zugewandte Gesicht des Wales. Sehr
selten für diese Zeit ist das, sehr selten.
Das bin ich und lache.
Ein überaus grimmiger Adler
liegt auf einem toten Weltkriegssoldaten, dessen Stahlhelm uns
zugewandt ist. Normalerweise sind Adler sehr nette Tiere. Dieser hier
kuckt aber, als habe er zuviel "Mein Kampf" gelesen. Der "posed"
gewaltig, wie man auf neudeutsch sagt. Im Hintergrund kuckt jemand
durch eine Tür und verleiht dem Bild eine fast dreidimensionale
Tiefenwirkung sowie die Ahnung einer versteckten Bedeutung, die es aber
gar nicht besitzt.
Das hier ist ein besonders
häßliches Denkmal von Hugo v. Bismarck, dem Bruder der
beliebten Stimmungskanone, von der überall in Deutschland
Denkmäler stehen. Hugo war Operettenschreiber, was die Rolle in
seiner Hand erklärt. Der Säbel ist nur Zierat. Hugo - wie der
Adler - ist ein Poser.
Das ist Kaiser Wilhelm. Das Pferd ist
auch so ein "Ich tret´ dir gleich in den Arsch"-Geselle. Konnten
die nicht ein liebes, traut blinzelndes Pferd abbilden?
Immerhin besitzt es dicke
Klöten, wie ein Blick rumpfunterhalb verrät. Das rote
Gepinsel von Vandalenhand ist übrigens kein Hakenkreuz, sondern
die Zahl 42. Ein Fan von Douglas Adams?
Wilhelm von unten. Genau so sollte
man Reiterstandbilder immer ablichten!
Das ist Erwin Moltke, der auch
irgendwas war. Er hatte wirklich ein sagenhaft böses Gesicht, wie
man...
...unschwer erkennen kann, agraaah!
Hui, schudder, good golly...
Auf einer Überblickstafel eine
erfrischend unverstellte Gefühlsäußerung aus der Fremde.
Dieses eigenwillige Denkmal stellt
irgendwas dar. Cora tippte auf eine von Moltkes geheimen
Masturbationsfantasien, aber wenn man Augen dranpinselt, könnte
das auch ein lustiges Muppet-Monster sein, wie bei "Mahna-Mahna"...
Ein UFO, gelandet mitten im
Stadtpark. Weder die Picknicker noch der Sonnenfreund noch die
Tischtennisspieler ahnen, in was für einer Gefahr sie schweben.
Was wird passieren, wenn sich das Türchen (auf der anderen Seite)
öffnet? Kommt da ein Monster raus? Moltke? Ich weiß es
nicht, denn ich lief, so rasch mich die Füße trugen...
Ein letzter gemütlicher Anblick
in einem typischen deutschen Stadtpark.
Hüstel, ja, das also war ein
Stück Hagen. Die Kneipe "Bei Onkel" fotografiere ich beim
nächsten Mal!
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