Max Goldt

Nein, ich möchte hier mitnichten von den literarischen Erzeugnissen Herrn Goldts sprechen. Vielmehr soll mein Augenmerk auf den lieben Klängen ruhen, die der Mann in jahrelanger Heimarbeit hervorgebracht hat. Die kennen ja nicht alle!

Zuerst eine kleine Geschichte: Es war Ende der fünfziger Jahre, als in Göttingen ein Bub geboren wurde, den die Eltern Ernst Matjes tauften (oder so ähnlich). Bereits in Teenagerjahren befaßt er sich mit der Erzeugung von Musik, genauer, einer Vorstufen dessen, was der Künstler später als seine "Rubbermind"-Phase bezeichnet, noch genauer: "mit Mikrophonen auf Gitarrensaiten herumhauen und dazu kreischen". Bevor sich das Jahrzehnt dem Ende entgegenneigte, zog er nach Berlin und wählte das Pseudonym, unter dem ihn heute Millionen vergöttern. Er traf auf einen Musiker namens Gerd Pasemann, mit dem er eine Gruppe gründete, die zuerst Favorit hieß, dann Aroma Plus. Von Aroma Plus gibt es genau zwei Vinyl-Veröffentlichungen, namentlich die 10-Inch "Liechtenstein" (1980) und die Single "Jokes/We Don´t Need Rock´n´Roll" (1981). Neulich wäre ich um ein Haar der ersteren Platte zu einem lächerlich geringen Preis habhaft geworden. Obwohl ich einen Mord beging, entging mir das wertvolle Stück. Man sieht: Verbrechen lohnt sich nicht... (Oh, das tut es wirklich nicht, denn mittlerweile habe ich sie auch so bekommen: Ein Spatz legte sie mir auf den Fenstersims! Die sechs Stücke klingen sehr stark 70er-beeinflußt und enthalten einen Goldt, der zum Gottserbarmen kräht. Wem "Comment and Create" gefällt, der wird auch hier begeistert "Juchhu" schreien... Schräg und schön. Auch die Single ist mir in den Schoß geflattert - die ist etwas mehrheitsfähiger. "Liechtenstein" ist besser!)

So. Dann wurde Foyer des Arts aus der Taufe gehoben, und als erstes setzte es die 10-Inch "Die seltsame Sekretärin", die Herr Goldt wie folgt beschreibt: "Rubbermind-Instrumentarium (mit Schlagstöcken, Pappen und Blechen verflochtene Gitarren und Zithern) plus reduzierte Rockklänge." Die Platte ist in einer Winzauflage auf den Markt geworfen worden und dementsprechend rar und begehrt. Man erwarte aber bitte keine Gassenhauer der "Erlangen"-Liga - die Aufnahmen sind das mit Abstand Eigentümlichste, was die Herren Goldt und Pasemann (und Goldt solo, was das angeht!) jemals hervorgebracht haben und für zarte Ohren kaum tragbar. Hagen hält die "Sekretärin" aber für einen absoluten Kracher, und ich sehe keinen Anlaß, mich dieser Meinung nicht aus vollem Herzen anzuschließen...

In einer vor zwei, drei Jahren auf einem Hamburger Mini-Sender ausgestrahlten Radiosendung gab es was von der Platte zu hören, das musikalisch noch nichts mit späteren Foyer-des-Arts-Sachen zu tun hat. Wohl aber war dies der Fall bei der Single "Eine Königin mit Rädern untendran", die zuerst im Eigenverlag erschien und 1982 sogar bei WEA.

Hier beginnt meine eigene Verflechtung mit Max. In einer Folge des NDR2-Club-Wunschkonzertes lautete einer der Hörerwünsche "Eine Königin mit Rädern untendran", was in meinem Gemüt bleibende Narben hinterließ. Im Fernsehen nahm ich bald darauf ein Video von "Wolfram Siebeck hat recht" auf, das im Rahmen irgendeines blöden Festivals lief. Das Video zeigte Herrn Goldt, Herrn Pasemann und eine Kinderpuppe. Nachdem dann mit "Wissenswertes über Erlangen" ein weiterer Evergreen entstanden war (der zu einem Auftritt in Dieter Thomas Hecks "Hitparade" führte, kam dann endlich die angekündigte LP, "Von Bullerbü nach Babylon", die andauernd auf eBay angeboten wird und jedesmal zu Unsummen weggeht... Die Platte ist aber auch super - die beste LP von Foyer des Arts, finde ich. Neben den beiden Hits gab es teils drollige, teils bizarre Songs in deutscher und englischer Sprache. Unglaublich finde ich nach wie vor "Komm´ in den Garten", das einen unerbittlichen Zitherbeat im Hintergrund hat (der auf Konzerten meist eingespielt wurde, "da man das ja niemandem zumuten kann"). Das Lied handelt von drei Morden, einem Sexualmord, einem politischen und einem familiären. Max kreischt und jault darauf zum Gottserbarmen. Schön. Zu einem auf Konzerten häufig verlangten Standard wurde das abschließende "Hubschraubereinsatz", auf dem mit Scheinasylanten und Handtaschenräubern nicht viel Federlesens gemacht bzw. viel gefackelt wird. Der Rest ist auch toll. Schöne Platte.

Etwa um diese Zeit habe ich ein 90-minütiges Konzert im Radio aufgenommen, das ich viel besser fand als die lange danach veröffentlichte "Was ist super?". Die Kassette habe ich verbummelt, und ich weine noch heute.

Nachdem Herr Goldt bereits drei Solokassetten (u.a. "Der Blumenmarathon") herausgegeben hatte, kam 1983 eine sehr schöne 12-Inch mit dem Titel "L´église des crocodiles", die auf dem Berliner Zensor-Label erschien. Hier ist die Musik wieder sehr reduziert, sehr zitherig, aber mit diversen elektronischen Einsprengseln, die für angenehm schweren Seegang sorgen. Ich möchte hier einstreuen, daß ich die Solosachen, die Max herausgebracht hat, mittlerweile eigentlich viel mehr mag als die Foyer-Stücke, denn die schräge Schönheit von Miniaturen wie "Meister hab´ Geduld" oder "Kontakt zu jungen Leuten" muß man sich erarbeiten; dafür hält sie auch länger.

"Die majestätische Ruhe des Anorganischen" (1984) nimmt sich vergleichsweise gefällig aus und mixt einige richtige Songs in die mysteriösen Vorgänge auf dieser Platte. Die harmonische Gewandung hat aber zahlreiche Löcher und Fransen, durch die der knallharte Melancholiker hervorlugt. Stücke wie "Das kranke Kind", "Katinka wird zur Frau" und "Monolog des morganatischen Maurers" sind dermaßen abgründig, daß man sich eines wohligen Schudderns nicht erwehren kann. Es gibt einen wunderschönen Monolog von einer von Senilität umwitterten Diva aus vergangenen Zeiten, die sich an so farbige Gestalten wie Mächtersheimer oder Faustmann erinnert. ("Da war nur noch Moos über...") Dann begegnen wir Minister Streifchen und seinem Double, deren Aktivitäten von umstehenden Junioren mit einem debilen Kichern beäugt werden. In Dialogform präsentieren sich "Ein Wochenende in Bad Blut" und "Zurück in die Heimat", wo wir Wissenswertes über Suhl und Sauerfurth (habe ich das richtig geschrieben?) erfahren - "na, Hauptsache gesund!" Überhaupt, die Sache mit der Gesundheit: Morbidität und Freude an verstörenden Details feiern wahre Triumphe, Urständ und was man noch so alles feiern kann. Insgesamt darf man die Platte feiern, die ich für eine der Haupterrungenschaften im Goldt´schen Oeuvre halte. Die CD veredelt das Ganze noch mit zwei unglaublichen Monologen des ehrenwerten Tex Rubinowitz, die dieser in geselliger Runde auf Maxens Anrufbeantworter gequatscht hat. Solche schönen Sachen sollte man mir auch mal hinterlassen... Aber da kommt immer nur loser Tinnef! Originalität verraten auch einige Heim-Miniaturen, die NOCH OBENDRAUF gepackt werden, etwa "Die geile Gretel" und "Der Tretgeist, mein Cello und ich". Was soll man da noch sagen?

Die folgende LP von Foyer des Arts, "Die Unfähigkeit zu Frühstücken" (1986), erschien aus nicht nachvollziehbaren Gründen nicht mehr auf WEA!  Die neugewonnene Freiheit nutzten Goldt und Pasemann zu einer deutlich stimmungsvolleren Platte, die nur noch wenige unkomplizierte Spaßlieder enthält. (Na gut, "Wir verstaatlichen Simone" ist schon etwas albern.) Bereits zu Beginn stellt "Ein Elvis-Imitator auf dem Wege zu sich selbst" klar, daß mit krampfhafter Fröhlichkeit auch hier nicht zu rechnen ist. Man ist schon versucht, seinen Regenschirm aufzuspannen, wenn mit "Schimmliges Brot" nicht nur ein sehr ausgelassenes Stück kommt, sondern auch die Singleauskopplung der Platte. Moment, ich mache mal eine Flasche Wein auf - bin gleich wieder da!  So... Also, das schönste Lied ist wohl "Kaiserschnitt", aber auch "Heavy Metal" ist eine sehr feine Sache und verleiht meinem Lieblingsmetall, nämlich Molybdän, seinen verdienten Glanz. Die CD protzt mit zahlreichen Bonustracks, unter denen (finde ich) die beiden englischen, "American Snackbar Venice" und "Envy", besonders hervorstechen. Schön auch das "Seniorenlied" und "Deutsche Omis", denn alt werden wir alle mal. "Die Haschjule" hat mich schon bei der erwähnten Live-Aufnahme fast umgebracht.

So eine Art Folgeplatte zu der "majestätischen Ruhe" war "Restaurants Restaurants Restaurants" (1986). Hierzu hat Herr Goldt mal geäußert, er hätte die Platte lieber ohne Textbeiträge herausgebracht, und ich kann die Ansicht schon nachvollziehen, auch wenn dem Hörer damit verschiedene Kleinodien wie "Wenn ich König wär" oder "Ouiek! (Ein asiatisches Kollektivschicksal)" versagt geblieben wären. Die hätte man allerdings auch bequem auf reinen Laberalben einfügen können, was später wohl auch erfolgt wäre, aber zu diesem frühen Zeitpunkt - als der kometenhafte Aufstieg des sympathischen Künstlers noch in den Anfangszuckungen begriffen war - war das wohl nicht anders möglich. Meine Favoriten auf dieser trotzdem schönen Platte sind "Ein Kopf wird durch die Stadt getragen" und "Kalfaktor ist tot". Der Synthiebeat von "Einmarsch der Hauptstädterinnen" ist auch anbetungswürdig.

Dann gab es wieder Neues von Foyer des Arts: "Ein Kuß in der Irrtumstaverne" (1988) beginnt mit dem nachdenklich stimmenden "Ein Lied aus unglaublich schwerer Zeit" und ernstet gleich weiter mit "Könnten Bienen fliegen". "Penis-Vagina" hingegen reitet wieder der Schalk, und das ist auch gut so, denn wer Sex schon ernst nimmt, der grübelt bestimmt die ganze Zeit über nur rum und ist auch sonst ein unverträglicher Zeitgenosse... Und oh, ich habe mich verplappert, denn danach kommt ein ganz ernsthaftes Stück über Sex, "Eingecremter Arbeiter", das ziemlich, ziemlich traurig stimmt. Auf Seite 2 ist das zu recht populärste Stück "Frauen in Frieden und Freiheit", das eine Freundin von mir mal nachhaltig pikierte, obwohl - warum eigentlich? Es handelt schließlich von ganz bestimmten Frauen, nämlich solchen, die "in sündhaft teuren Vorstadtwohnungen leben, in denen dann Derrick-Folgen gedreht werden"... Also mitnichten Frauen, die ich kenne. "Dans la ville blanche" ist mein Lieblingsstück von der Seite. Aber auch hier wurden noch ein paar Bonusse dreingegeben, etwa das erhabene "Schleichwege zum Christentum" - es ist schon ein Kreuz! Für lange Zeit fiel dann der Vorhang für Foyer des Arts, und ihre Spuren verloren sich - abgesehen vom Live-Doppelalbum "Was ist super?" - im Dunkel der Nacht... Schließen wir für einen Moment in Andacht die Augen.

Wir öffnen sie wieder, und es ist 1993. Max Goldt eröffnet den Reigen seiner Lese-CDs, denn mit seinen Autorenlesungen hat er sich verdient Meriten gesammelt. Die Lorbeeren werden aber gesäumt von moralisch zutiefst verunsichernden Musikdarbietungen. Deshalb heißt das Werk auch "Die seltsame Zwitter-CD", und enthält u.a. "Die Sweetheart-Gitarre", deren Saiten mit Stanniolpapier oder so was umknuspelt sind, was zu einem sehr vorteilhaften Britzeln und Braatzen führt. Noch mehr musikorientiert ist dann die ganz tolle "Nirgendwo Fichtenkreuzschnäbel, überall Fichtenkreuzschnäbel" (1994), deren ornithologischer Gehalt eher fragwürdig ist, aber so schöne Narreteien enthält wie das reizende "Brandenburger Tor", auf dem ein Kinderchor unter demselben steht und anzügliche Texte formuliert, die Donna Summer einst schüchtern verbarg. Der "ernsthafte" Anteil ist hier noch ausgeprägter, und ich vermute, daß hier sehr viel vom echten Goldt zu suchen ist (der unechte ist ja aus Gummi!), dem nichts ferner liegt als Juxplatten für ein wie auch immer beschaffenes bierseliges Erleben gemeinschaftlicher Art herzustellen. Stücke wie "Insichgekehrtsein nach einem Massaker" eignen sich nicht wirklich für Geselligkeiten, und auch zu Herzen gehende Berichte wie der einer gestrauchelten Chansonneuse auf "Schweres tragend" sind schwer vereinbar mit dem Bedarf der Karnevalsmafia, die schon vor langer Zeit Helge Schneider vereinnahmt hat. Es gibt nur wenige spaßige Stücke, etwa das sehr komische "Die Beatles in New York", das auch auf Fröhlichkeit bedachte Hörer mit dem schweren Charakter des Gehörten (hier lustiger Druckfehler: ins letzte Wort ein n zwischen r und t mogeln!) versöhnt.

Gott, der Wein ist lecker.

"Ende Juli, Anfang August" (1995) ist dann eine LP, die Goldt im Hinblick auf die vermutlich geringere Breitenwirkung des Materials limitiert gehalten hat. Auf ihr befinden sich Klangexperimente, die der sympathische Künstler zum größten Teil in den achtziger Jahren zusammengebastelt hat. Die Innenhülle werden verziert von Momentaufnahmen, die Goldt in verschiedenen Lebenslagen zeigen. (Vgl. auch das Bild unten!) Von den drei Alben, die auf "Hidden Records" herauskamen, ist das mein unangefochtener Favorit, enthält es doch so schöne Juwelen wie "Endlich: Bruder Schwein im Abendkleid" oder "Ursula Hübner kennt eine, die Sally Ölhafen heißt". Ich kenne Ursula Hübner nicht, aber jemanden, der Hermine Hundgeburth heißt! "Der Tod trägt eine Baskenmütze" ist unendlich unheimlich. Ganz ernst wird es auf "Es ist eine alte Geschichte". Die schönsten Titel sind aber "Die alte Walnuß, die keiner aufkriegt" und vor allem "Mama Entsorga"! (Es ist schon doof, immer die Titel aufzählen zu müssen, aber um die Musik angemessen zu würdigen, muß man sie halt hören! Also kauft Euch die Platte - vielleicht ist Nummer 750 noch erhältlich...)

1995 tat sich dann Wundersames: Ein neues Album von Foyer des Arts, "Die Menschen", erblickte das Licht der Welt. Leider habe ich es gerade nicht da. Der sympathische Künstler diffamierte es im Radio als "scheiße", was ich so nicht unterschreiben würde. Im Gegenteil, da sind einige richtige Sahneschnitten drauf, etwa das Lied "Neue Freunde", auf dem z.B. der schöne Satz fällt: "Gestärkt vom Wasser aus dem Hahn/ Schreite ich zur Eisenbahn..." Auch wird festgestellt, daß man in den Wohnungen einiger Zeitgenossen immerfort über den Hund falle, was ich auch so empfinde. Das geht nicht gegen die Kreatur an sich, aber gegen die Menschen. Auch wenn jemand an sich ein reizender Mensch sein mag - die Unsitte, Besucher mit den enthemmten Vierbeinern zu konfrontieren, korrumpiert und verdirbt den empfindsamen Geist. Auch das Schlußstück "Ratschlag eines reformierten Herrn" hat einige treffliche Zeilen ("Hol´ nicht immer gleich zum Schlag aus, wenn die Sektwracks aus der Szene Dir die Strickjacke nicht gönnen...") und ein tolles Outro mit Frauengesang, der leise im Gemüt verhallt und die Seele streichelt. Gar nicht scheiße, Max!

"Alte Pilze" (1996) war dann ein weiteres limitiertes Elaborat aus Goldts Giftpilzschrank, und es enthält einige seiner düstersten Stücke. Das Nonplusultra ist "Die Backuhr", bei dem ich fast geweint hätte vor Entsetzen über die Abgründe deutschen Ehelebens. Ähnlich derangiert ist auch "Spaziergang zum Dreikäthenfriedhof", an dem ich noch heute knabbere. Von Hollaender (glaube ich; ich bin jetzt zu faul, nachzukucken) ist der Chanson "Ich baumle mit de Beene". (Bei der Live-Aufnahme kam auch "Der Pflaumenbaum" dran...) Unter meinen Lieblingsliedern befinden sich "Der Leichnam der Lady Vanilla", "Neulich in Manderley" und "Bejubel den Pomp, verschmähe die Dürre". Von Eva Licht habe ich mal eine Platte ersteigert.

Ein weiteres Album, das auf "Hidden Records" herausgekommen ist, war "Legasthenie im Abendwind" (1997). Die Platte ist möglicherweise etwas weniger feierlich und getragen als "Alte Pilze", aber der Schein trügt - auch hier lauert so manch hungriges Krokodil! Ich will das jetzt aber nicht wie einen Horrorfilm klingen lassen (Max Goldt - der Meister des Schreckens!) - im Großen und Ganzen sind die Stücke verträglich und animieren zur gemütsvollen Schöngeisterei. Auf dem ziemlich unglaublichen "Nur mit oanserl Herzerl kieke wa leiwand" frönt Goldt seiner ohnehin schon immer latent vorhandenen Haßliebe zu deutschen Dialekten - mit denen kann man ja auch viel anstellen. "Schulbücher, unverbumst" ist vermutlich mein Liebling, aber auch die sechste Version von "Die Räude" vermag zu entzücken. "Mach mir mein Bett in deinem Mund" ist ein schweres Liebeslied, das auch auf dem E-Musik-Album enthalten ist, das Goldt mit Stephan Winkler unter dem Gruppennamen Nuuk hervorgebracht hat. (Jedenfalls finde ich, daß das E-Musik ist!) Einen dicken Sahnebaiser für den Titel "Mikki Tikki Chiquesalle Schlaque"!

Und irgendwann kam dann auch eine japanische CD heraus, auf der eine Art "Best of" der musikalischen Absonderlichkeiten zu finden war, einige davon von ihren verbalen Beigaben bereinigt. Wer zu faul oder zu arm ist, sich die ganzen anderen Platten zu kaufen, Goldt aber aufgrund seiner literarischen Aktivitäten schätzt und die Foyer-des-Arts-LPs schon durch ist, der findet hier einen Hafen, in dem es sich gut andocken läßt. Wenn man einen Partner gefunden hat, der es einem erlaubt, zu dieser Musik mit ihm zu kuscheln, dann ist das die wahre Liebe!

Zu den Wortplatten und -silberlingen möchte ich hier nichts mehr sagen; die sind eh alle gut. Besonders empfehlen möchte ich aber die jüngst erschienene "Der Krapfen auf dem Sims", eine Lese-Doppel-CD, bei der man den teils lustigen, teils ernsten Ausführungen Goldts ohne applausbedingte Störungen lauschen darf. Außerdem hört man gelegentlich den Bauch des Vortragenden infernalisch gluckern. Insofern handelt es sich auch hier um ein musikalisches Werk...

Im linken Bild unten habe ich die wunderbare Homepage des Comiczeichnerduos Katz-Gold ("Wenn Adoptierte den Tod ins Haus bringen") verankert. Die Seite ist sehr opulent gestaltet, wimmelt vor Katzbildern und birgt zahlreiche Geheimnisse, die zu enträtseln sich lohnt! Im rechten Bild unten habe ich die Fanpage von Andreas verlinkt, auf der man neben einem ausführlichen Werkverzeichnis auch eine tolle Sammlung alter Texte finden kann. Friede allen netten Menschen, und den Bösen wünsche ich etwas Sonne im Herzen, damit sie sich nicht ganz zuschanden grämen... Viel Spaß auf der Seite!

                                            Ist dieser Mann zu dick?                Eine olle Kamelle

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