LACTUS - DREI NÄCHTE DES GRAUENS
(LACTUS)

USA 1984

R: Phillippe Moretti
B: Colonel Woolrich
K: Dean Cundey
M: Bernard Herrmann
D: Jamie Lee Curtis, Janet Leigh, Tony Curtis, Allegra Curtis, Curtis Harrington, Curtis Mayfield u.a.

Los Angeles: Die Stadt der Engel wird von einer grauenhaften Mordserie erschüttert, deren Opfer alle an einer Überdosis Milch gestorben sind. Kommissar Müller hegt den Verdacht, daß es sich um das Werk eines Psychopathen handeln könnte. Und die Ermittlungen geben ihm recht: Wie ein Einblick in die Krankenhausakten der Opfer zeigt, sind alle in ein und derselben Klinik entbunden worden. Zusammen mit der Starjournalistin Rita Metermaid findet er die grauenvolle Wahrheit heraus: Eine geisteskranke Wöchnerin macht sich daran, alle Kinder, an deren Geburt sie beteiligt war, aus dem Wege zu räumen.Dabei bedient sie sich ihrer durch ein speziell entwickeltes Enzym permanent geschwollenen Brüste...

Diese beispiellose Ekelhaftigkeit, die in der Auslaufperiode der Slasher-Welle entstand, stellt eine der gröbsten Entgleisungen dar, die das per se frauenfeindliche Subgenre hervorgebracht hat. Daß hier nicht blutrünstige Massaker à la Jason den Ablauf bestimmen, sondern vergleichsweise dezente Morde, darf nicht davon ablenken, daß hier eine kranke Fantasie Pate gestanden hat, die die Gebärfunktionen der Frau auf perverse Weise mißdeutet. (Einer der Morde findet z.B. in einer Fabrik für rechtsdrehenden Yoghurt statt!) Ich bin wirklich nicht der Meinung, daß man jede Abseitigkeit kommentarlos hinnehmen darf. Diesen Regieverbrechern muß das Handwerk gelegt werden, aber schleunigst. Wer kann sich über die steigende Jugendkriminalität noch wundern, wenn Machwerke wie dieses für Kinder jeden Alters bequem einsehbar sind? Ein besonderer Affront für den Filmfreund ist dabei, daß für die musikalische Untermalung der Score zu Hitchcocks PSYCHO mißbraucht wurde, um den Absud eines einstmals vielversprechenden Regietalents (Moretti war u.a. verantwortlich für den auf geistreiche Weise kulturkritischen Film ELEKTRA, DA DU HANGEST) unrechtmäßig aufzuwerten. Ein Film, der eine Beleidigung für jedes denkende Publikum darstellt und deshalb uneingeschränkt zu empfehlen ist.

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