ITA-FRA
1995
R:
Joe d´Amato (=Aristide Massaccesi)
B:
Joe d´Amato
K:
Federico Slonisco (=Aristide Massaccesi)
S:
Kathleen Stratton
M:
Nico Fidenco
D:
Karin Schubert, Valentine Demy, Mark Shannon (=Manlio Certosimo),
Giorgio
Ardisson u.a.
Carlo Broschi, der berühmteste Sänger des Barockzeitalters, bei seinen vergeblichen Bemühungen auf Liebespfaden. Da ihm nicht nur in frühen Jahren die Hoden amputiert worden sind, um seine Karriere als Kastratsänger zu fördern, sondern auch von einer Bande sizilianischer Freischärler beide Beine gebrochen wurden, muß er große Hindernisse überkommen, um zum Erfolg zu gelangen. Leise flehen seine Lieder...
Der große Altmeister des Italo-Pornos, Joe d´Amato, hat hier versucht, vom Erfolg des großen Filmes FARINELLI zu profitieren. Da er ein für seine Verhältnisse großzügiges Budget zur Verfügung hatte, gelang ihm zumindest ein farbenprächtiger Bilderbogen, der die Machtverhältnisse der dargestellten Zeit eindrücklich schildert. Als Pornofilm jedoch versagt der Film auf der ganzen Linie. Da Faginotti nicht nur Kastrat war, sondern obendrein auch noch impotent, fragt man sich, ob sich das Thema für einen Film dieses Genres zwingend aufdrängte. So gelang d´Amato ein überraschender Besetzungscoup mit der Besetzung der Hauptrolle: Karin Schubert, die in den Mittachzigern zu einer Pornodiva avancierte, spielt den Kastraten als gequältes Wesen, das im Niemandsland zwischen Wollen und Können sein ganz persönliches Waterloo erlebt. Unterstützung bekommt sie von der gleichermaßen aus dem legitimen Kino hinübergewechselte Valentine Demy, die als Hofdame des greisen Königs (gespielt vom etwas in die Jahre gekommenen 80er-Idol Giorgio Ardisson) die beiden einzigen Pornoszenen des Filmes fast hat. Fast, weil ihr Partner der schon arg heruntergekommene Mark Shannon ist, dem seine Wampe ebensowenig steht wie sein Genital. Hier versucht d´Amato die Situation Faginottis mit der von Dekadenz und Degeneration geprägten Hofwelt zu vergleichen, doch wenn man auch die Absicht loben möchte, so hat man es hier mit dem vermutlich langweiligsten Pornofilm aller Zeiten zu tun.Warum nur, Onkel Joe?